"Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

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Anke Höhl-Kayser
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von Anke Höhl-Kayser (08.04.2018, 18:58)
Cornelia Dürkhauser hat geschrieben:
Ich habe auf meiner Homepage einen Bereich "Rezensionen, Meinungen, Presse" - darf ich das, was du hier geschrieben hast, dort hineinkopieren, selbstverständlich nur mit deinem Vornamen oder völlig anonym?

Das kannst du sehr gern machen.

Es freut mich, dass mein Feedback so gut bei dir angekommen ist. thumbbup

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Cornelia Dürkhauser
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von Cornelia Dürkhauser (08.04.2018, 19:24)
Ganz herzlichen Dank!
"Der Himmel ist hier anders blau ..." -
Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe


"Heute beginnt mein Leben!" -
Reflexionen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe


Cornelia Dürkhauser - Homepage und Projektseite

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MichaelHA
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von MichaelHA (10.04.2018, 14:01)
Ich frage mich immer wieder, wie es zu dieser - beinahe schwärmerischen - Art von Flüchtlingshilfe kommen kann. Für mich stellt sich dabei zunächst einmal die Frage, wie werden die entsprechenden Auslandsaufenthalte finanziert? Wenn der/die Helfende finanziell so gut gestellt sein sollte, dann frage ich mich, weshalb mit diesen Freien Mitteln nicht Hilfe im eigenen Land vor Ort geleistet wird, wo diese Hilfe nötig ist. So gibt es etwa auch Ambulanzen für Obdachlose, in denen die dort arbeitenden Ärzte, i.d.R. ohne Bezahlung, also ehrenamtlich arbeiten.

Für mich persönlich stellt sich auch die Frage, wie die christliche Ethik, den Nächsten definiert, dem geholfen werden soll. Aus meiner Sicht bedarf es dazu keiner Reisen um die halbe Erde (oder gar noch weiter), sondern der Nächste in diesem Sinne ist der Obdachlose, der Bettler, und auch der hilflose und kinderreiche Hartz IV-Empfänger, dem zu helfen hier vielleicht wesentlich angebrachter wäre. Auch in den Tafeln und Suppenküchen, sowie in der Obdachlosenarbeit (insbesondere in der kalten Jahreszeit), erfolgt die Hilfe großteils ehrenamtlich, also aus reinem Bürgerengagement heraus gratis.

Schließlich frage ich mich auch noch, weshalb die Autorin meint ein Pseudonym benutzen zu müssen. Kann man nicht mit vollem bürgerlichen Namen für das einstehen, was man tut, und was man als richtig erkannt hat?

Dennoch habe ich mir ein gebrauchtes Exemplar dieses Buches bestellt, denn ich will in meinem Urteil nicht ungerecht sein. Ob ich dann anschließend eine Rezension schreibe bleibt abzuwarten.

Beste Grüße

MichaelHA

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mtg
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von mtg (10.04.2018, 16:48)
MichaelHA hat geschrieben:
… dieser - beinahe schwärmerischen - Art von Flüchtlingshilfe … blablabla … wie werden die entsprechenden Auslandsaufenthalte finanziert … blablabla … nicht Hilfe im eigenen Land vor Ort geleistet wird … blablabla … Ambulanzen für Obdachlose … blablabla … christliche Ethik … blablabla …der Nächste in diesem Sinne ist der Obdachlose, der Bettler, und auch der hilflose und kinderreiche Hartz IV-Empfänger …

Da isser ja wieder … der Populist.

MichaelHA hat geschrieben:
Schließlich frage ich mich auch noch, weshalb die Autorin meint ein Pseudonym benutzen zu müssen.

1. Weil sie es so will.
2. Weil sie sich damit vor Menschen wie Dir schützen muss, die sie im besten Whataboutism abkanzeln und ihr im Zweifelsfalle sogar noch drohen (wenn das mal reicht …).

Komisch, dass die Obdachlosen in der »christlichen Ethik« erst an die Oberfläche gespült wurden, als die Flüchtlinge kamen. Vorher hat keine Sau auch nur ein Gran Aufhebens darum gemacht. Es ist so typisch für Populisten, dass sie die Schwachen gegen die Schwachen ausspielen, aber selber keinen Finger krümmen.

MichaelHA hat geschrieben:
Dennoch habe ich mir ein gebrauchtes Exemplar dieses Buches bestellt, denn ich will in meinem Urteil nicht ungerecht sein.

Du bist bereits mit diesem Beitrag ungerecht.

MichaelHA hat geschrieben:
Ob ich dann anschließend eine Rezension schreibe bleibt abzuwarten.

Musst Du nicht, hast Du ja schon gemacht. Steht alles in diesem Beitrag. Du wirst doch Deine Meinung wegen Fakten nicht ändern wollen …, oder?

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MichaelHA
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von MichaelHA (10.04.2018, 17:34)
Mal wieder mtg!

Abgesehen davon, dass es kein guter Stil ist meinen Beitrag in Auszügen mit "bla, bla, bla" Einsprengseln zu befüllen, nur um ihn dann leichter demontieren zu können, fällt mal wieder ins Auge, dass ich offensichtlich ganz klar Dein Feindbild anspreche, obwohl es keinen Grund dafür gibt. Würdest Du einmal auf die von mir genannten Argumente eingehen, was Du wohl - mangels Gegenargumenten - nicht kannst, dann würde sich die gesamte Angelegenheit etwas anders darstellen, als von Dir suggeriert.

mtg hat geschrieben:
Komisch, dass die Obdachlosen in der »christlichen Ethik« erst an die Oberfläche gespült wurden, als die Flüchtlinge kamen.


Seltsam, aber ich persönlich war beruflich bereits Anfang der 90er Jahre damit befasst. Und damals waren die Probleme beinahe die gleichen, wie heute auch noch. Auch damals gab es eine breite Empörung darüber, dass diese Gruppe extrem vernachlässigt wurde, während den damaligen Spätaussiedlern beinahe jede Annehmlichkeit, einschließlich Haus mit Garten, in den Hintern geblasen wurde...

Heute passiert etwas ähnliches mit Flüchtlingsfamilien, die für Mieten von 4000 - 7000 € pro Monat in Hotels untergebracht werden, auch wenn sie sich von den hohen dafür gezahlten Summen selbstverständlich "individuell" nichts abzweigen können. Siehe z.B.: https://www.express.de/koeln/aerger-in-der-cdu-koelner-politikerin-verdient-kraeftig-an-fluechtlingshotel-29978616

O.f.G.

MichaelHA
Zuletzt geändert von MichaelHA am 11.04.2018, 06:54, insgesamt 1-mal geändert.

Franz Hose
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von Franz Hose (10.04.2018, 21:15)
MichaelHA hat geschrieben:
Dein Feinbild anspreche


Seien Sie doch froh! Es könnte schlimmer sein. Ein "d" mehr und die Sache sähe schon ganz anders aus.

Ein fehlender Buchstabe oder auch ein Buchstabendreher kann den ganzen Satz urinieren ...

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MichaelHA
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von MichaelHA (11.04.2018, 07:47)
Danke Franz Hose, für den Hinweis.

Beste Grüße

MichaelHA

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Monika K.
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von Monika K. (11.04.2018, 08:56)
MichaelHA hat geschrieben:
Für mich persönlich stellt sich auch die Frage, wie die christliche Ethik, den Nächsten definiert, dem geholfen werden soll. Aus meiner Sicht bedarf es dazu keiner Reisen um die halbe Erde (oder gar noch weiter), sondern der Nächste in diesem Sinne ist der Obdachlose, der Bettler, und auch der hilflose und kinderreiche Hartz IV-Empfänger, dem zu helfen hier vielleicht wesentlich angebrachter wäre. Auch in den Tafeln und Suppenküchen, sowie in der Obdachlosenarbeit (insbesondere in der kalten Jahreszeit), erfolgt die Hilfe großteils ehrenamtlich, also aus reinem Bürgerengagement heraus gratis.


Hallo Michael,

zwar bin ich Atheistin, habe jedoch vom Gebot der Nächstenliebe gehört, das besagt, wenn ich das richtig verstehe, dass jeder Christ seinen Nächsten lieben soll wie sich selbst. Du scheinst die Menschheit in "Nächste" und "Übernächste" einzuteilen, was ich mit Befremden zur Kenntnis nehme. Doch selbst, wenn man dies dahingestellt lässt, handelt es sich auch nach deiner Definition bei Cornelia eindeutig um eine "Nächste", der du helfen sollst. Da miese Amazonrezensionen definitiv kein Zeichen von Nächstenliebe sind, sondern deine Nächste überhaupt erst in eine Notlage bringen würden, aus der du ihr helfen müsstest, schlage ich vor, dass du stattdessen für sie betest: lange, demütig und inbrünstig. Dabei kannst du gern alle Flüchtlingshelfer in dein Gebet einschließen und noch länger beten. Auch auf die Gefahr hin, dass du dann gar keine Zeit mehr für Rezis hast. Mehr bleibt einem nämlich gar nicht übrig, wenn man tatsächlich glaubt, dass Gott allein über die Menschen richten darf. Ihm dieses Recht streitig zu machen und aus Jähzorn und Missgunst die Sache selbst in die Hand zu nehmen, wäre hochmütig und eine Gotteslästerung, wenn ich das richtig verstehe, und damit des Teufels.

Viele Grüße
Monika (stammt von schwarzhaarigen Hugenotten ab)
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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MichaelHA
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von MichaelHA (11.04.2018, 10:21)
Monika K. hat geschrieben:
Doch selbst, wenn man dies dahingestellt lässt, handelt es sich auch nach deiner Definition bei Cornelia eindeutig um eine "Nächste", der du helfen sollst.


Ich sehe das anders. Die "Nächsten" im Sinne meiner Definition, das sind in meinem Falle, die Menschen in meinem "Veedel" (Köln-Kalk Nord), die Menschen in meiner Stadt und soweit ich dahin Kontakte habe, auch einen größeren Umkreis um Köln herum (in meinem Falle reicht das bis in die Eifel hinein, nach Troisdorf, nach Bonn usw. usf., denn dort habe ich nunmal persönliche Kontakte).

Die Menschen, die ich meine, dass sind z.B. ein Obdachloser, den ich in mein Herz geschlossen habe, der aber bereits seit Monaten verschollen ist. Das ist der Flaschensammler von nebenan. Das sind der Türkische Kiosk und der türkische Frisiersalon, ganz in meiner Nähe. Das ist der alte Spanier im Altenheim in meiner Nähe, das sind die italienischen Nachbarn, das ist ein niederländischer "Migrant", ebenfalls ein alter Mann, das ist ein alleinstehender Russe, das ist eine Berufsbetreuerin, der ich gelegentlich bei ihrer herausfordernden Arbeit helfe, das ist die Anthroposophin, die vor kurzem aus der Klasse, und aus dem örtlichen Zweig sowie aus der Christengemeinschaft ausgetreten ist (aus Protest gegen die Fehler die dort gemacht werden). Ich könnte die Aufzählung noch fortsetzen, will das aber an dieser Stelle nicht tun.

Du siehst also, meine Nächsten sind Menschen aus Fleisch und Blut, die ich persönlich aus dem einen oder anderen Zusammenhang kenne, mit denen ich also karmisch verbunden bin.

Die Dame, die sich hier Cornelia Dürkhauser nennt, würde ich noch nicht einmal identifizieren können, wenn ich tatsächlich mit ihr persönlich etwas gemeinsam hätte, denn sie wählte - aus Gründen die sie dargestellt hat - ein Pseudonym. Sie ist für mich also nicht tatsächlich identifizierbar. Meine "Nächste" ist sie gewiss nicht, denn bislang kann ich zwischen uns keinerlei Verbindung erkennen.

Ob es tatsächlich zu einer Rezension kommt, das werde ich erst entscheiden, wenn ich das Buch auch gelesen habe. Dabei lasse ich mich allerdings von niemandem beeinflussen - weder von Dir Monika, noch von sonstwem.

Meine Meditationen und Gebete widme ich zwischenzeitlich den Menschen, von denen ich weiß, dass die sie brauchen, ich denke da an eine ältere Dame in Berlin-Zehlendorf und an eine ältere Dame in Calbe an der Saale (mit beiden stehe ich vor dem Hintergrund der Anthroposophie in häufigem telefonischem Kontakt).

Mehr gibt es zu den von Dir angerissenen Themen derzeit nicht zu sagen.

Beste Grüße

MichaelHA

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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von Monika K. (11.04.2018, 10:48)
Hallo Michael,

mich erstaunt es sehr, dass dir offensichtlich gar nicht bekannt ist, dass das Gebot der Nächstenliebe explizit "Fremde" einschließt und sie den Witwen und Waisen gleichstellt. Dass man Menschen, die sich daran halten und Nächstenliebe an Fremden praktizieren, eine reinsemmeln soll, finde ich spontan nicht in der Bibel, aber das ist vermutlich ebenso Auslegungssache. Da suche ich nicht weiter danach und vertraue darauf, dass du auch dafür eine spezielle anthroposophische Erklärung parat hast, die dein Verhalten rechtfertigt.

Monika
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MichaelHA
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von MichaelHA (11.04.2018, 11:29)
Hallo Monika,

natürlich sind ursprünglich "Fremde" dann auch meine Nächsten, wenn ich diese kennen- und schätzengelernt habe. Doch man muß die "Nächsten" nicht erst in Kambodscha suchen, wie Cornelia Dürkhauser dies tat. Diese Fremden, die unsere Nächsten werden können, die gibt es zuhauf buchstäblich "vor unserer Haustüre". Und dabei kommt es mir persönlich gar nicht auf Herkunft, Nationalität und Glauben an, sondern einfach darauf, dass diese Menschen, nicht unzufällig (der Anthroposoph würde sagen "karmisch bedingt") in meiner unmittelbaren oder weiteren Umgebung leben.

Ich gebe Dir einmal ein Beispiel: Der Niederländer (ein älterer Mann) rief mich plötzlich per Handy an, und teilte mir mit, er sei im Krankenhaus gelandet, ob ich ihn nicht besuchen und vorher noch eine Kleinigkeit für ihn einkaufen könne. - Da ist meine Antwort dann natürlich nicht gewesen, "Nein, ich habe keine Zeit, ich muß wildfremden Flüchtlingen helfen gehen" (z.B. im Flüchtlingshotel "um die Ecke"), sondern ich habe natürlich seine Wünsche erfüllt, und ihm soweit geholfen: Eben das ist für mich tätige Nächstenliebe (und dabei und damit hört diese natürlich nicht auf - zu diesem Thema wäre noch sehr viel zu sagen, doch ich will hier keine Romane schreiben...).

Beste Grüße

MichaelHA

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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von Anke Höhl-Kayser (11.04.2018, 11:45)
MichaelHA hat geschrieben:
Doch man muß die "Nächsten" nicht erst in Kambodscha suchen, wie Cornelia Dürkhauser dies tat.

Hier muss ich einmal einen Verständnisfehler beheben: Die Autorin war zwar auch als Ärztin in Kambodscha tätig, das vorliegende Buch befasst sich aber mit ihrer sehr praktischen und auf Nächstenliebe ausgerichteten ehrenamtlichen Unterstützung (die sich nicht nur auf das Medizinische beschränkt) in Deutschland gestrandeter Flüchtlinge.

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Monika K.
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von Monika K. (11.04.2018, 11:50)
MichaelHA hat geschrieben:
Ich gebe Dir einmal ein Beispiel: Der Niederländer (ein älterer Mann) rief mich plötzlich per Handy an, und teilte mir mit, er sei im Krankenhaus gelandet, ob ich ihn nicht besuchen und vorher noch eine Kleinigkeit für ihn einkaufen könne. - Da ist meine Antwort dann natürlich nicht gewesen, "Nein, ich habe keine Zeit, ich muß wildfremden Flüchtlingen helfen gehen" (z.B. im Flüchtlingshotel "um die Ecke"),

Deine Antwort war aber auch nicht: "Nein, ich habe keine Zeit, ich muss wildfremden Leuten, die wildfremden Flüchtlingen helfen, die Buchvorstellung versauen, weil ich ihr Handeln missbillige und daher einen Kreuzzug gegen sie führe."
Niemand sagt, dass du deinen Bekannten nicht mehr helfen sollst, sondern du kritisierst andere dafür, dass sie sich die Personengruppe, der sie helfen wollen, selbst aussuchen. Das ist der Unterschied. Du könntest sogar noch viel mehr für andere tun, indem du deinen Wirkungskreis auch auf Nachbargemeinden ausdehnst und so viel Zeit in die Hilfe investierst, dass du gar keine mehr übrig hast, um Bücher angeblich gebraucht zu erwerben, angeblich zu lesen und hinterher zu verreißen, bei denen du von Anfang an weißt, dass sie dir nicht gefallen werden. Wer das tut, muss sich ja schrecklich langweilen und hat auf jeden Fall noch jede Menge finanzielle Mittel für Spenden und Freizeit für ehrenamtliche Arbeit übrig. Der widme ich mich jetzt übrigens wieder, weil es müßig ist, an ein "Gewissen" wie deines zu appellieren.

Monika
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MichaelHA
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von MichaelHA (11.04.2018, 12:01)
Cornelia Dürkhauser schreibt aber in ihrem Flyer, dass ihre ursprüngliche Motivation das Interesse an fremden Kulturen und Ethnien gewesen sei (was man vielleicht im weitesten Sinne mit dem Wort "Fernweh" umschreiben könnte), insoweit nehme ich an das dies eine gewisse Rolle spielt, auch deutet sie an, dass sie Menschen aus Kambodscha (wenn ich das richtig verstanden habe) später in Deutschland weiterbetreut habe. - Aber ich gebe zu, dass ganze könnte auch ein Mißverständnis sein, denn ihr Buch habe ich ja noch nicht gelesen.

Beste Grüße

MichaelHA

Franz Hose
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Re: "Der Himmel ist hier anders blau..." - Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe

von Franz Hose (11.04.2018, 12:27)
MichaelHA hat geschrieben:

natürlich sind ursprünglich "Fremde" dann auch meine Nächsten, wenn ich diese kennen- und schätzengelernt habe.

Dazu muss man die Fremden nicht erst kennenlernen.

MichaelHA hat geschrieben:
Ich gebe Dir einmal ein Beispiel: Der Niederländer (ein älterer Mann) rief mich plötzlich per Handy an, und teilte mir mit, er sei im Krankenhaus gelandet, ob ich ihn nicht besuchen und vorher noch eine Kleinigkeit für ihn einkaufen könne. -


Und dann gehst du für den Niederländer einkaufen und im Supermarkt (oder wo auch immer du einkaufst) an der Kasse wird jemand ohnmächtig, erleidet einen Herzanfall oder bedarf deiner Hilfe aus einem anderen Grund, sagst du dann "Sorry, ich kenne den nicht, ich bin gerade auf dem Weg zu meinem Nächsten ins Krankenhaus" oder hilfst du? Obwohl du den überhaupt nicht kennst und auch dadurch deine Verabredung nicht einhalten kannst?
Auch das wäre dem Nächsten zu helfen.

So wie du entscheidest, wem du hilfst, hat sich die Autorin entschieden, in der Flüchtlingshilfe tätig zu werden. Bekannte, die im Krankenhaus liegen, würde sie wahrscheinlich trotzdem besuchen.
Mir ist nicht ganz klar, warum du dich daran störst, dass sie das tut. Und ob die Flüchtlinge aus Kambodscha kommen oder aus Syrien ist doch völlig egal. Wer Hilfe benötigt, sollte sie auch bekommen. Ja, auch die Obdachlosen.

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