Der Kaffee

Präsentiert euren Roman, Thriller, Fantasy-, Science-Fiction-, Romance-Titel oder euer Kinderbuch.


pcfriseur
Beiträge: 23
Registriert: 12.12.2007, 13:16
Wohnort: Wilhelmshaven

Der Kaffee

von pcfriseur (12.12.2007, 13:28)
Der Kaffee

Erster Teil

Es war zu der Zeit, als sich der fünfzehnjährige Junge Tobias Kramer Gedanken darum machen mußte, wie er seine berufliche Zukunft gestalten wollte. Er war noch Pennäler der neunten Klasse einer Volksschule. Das zweite Halbjahr war bereits angebrochen, und da er trotz guter Zeugnisse meinte, er sei eher praktisch als theorethisch veranlagt, war es höchste Zeit, die ersten Bewerbungen zu schreiben und sie verschiedenen Handwerksbetrieben zuzuschicken.
Er bekam daraufhin viele Absagen; es waren mehrere Klempnereien dabei, eine Tischlerei, zwei Schmieden und eine Dreherei. Am Ende sagte jedoch eine Schlosserei zu; sie bat Tobias Kramer, er solle sich mit seinen Eltern beim Chef melden, um mit ihm ein kurzes Vorstellungsgespräch zu führen. Na bitte, wer sagte denn, daß man im Leben nicht auch einmal Glück haben konnte, zumindest die letzte Bewerbung hatte sich also gelohnt!
Zwar hatte Tobias’ Mutter wegen ihrer Grippe keine Möglichkeit, den Vorstellungstermin bei Herrn Reuter, dem Eigentümer des Betriebes, wahrzunehmen, jedoch schien es ausreichend, wenn ihr Sohn mit seinem Vater vorstellig würde, um alle Formalitäten zu besprechen.
Tobias war schon richtig aufgeregt. Ein neuer Lebensabschnitt würde beginnen, er würde sein erstes eigenes Geld verdienen, er würde eigene Werkstücke herstellen, er würde einen fauchenden Schweißbrenner einsetzen, er würde mit einem Hammer glühendes Eisen formen! Klasse!
Herr Reuter wartete bereits, als Tobias und sein Vater in der Firma eintrafen.
Er begrüßte beide herzlich und führte sie in sein Büro, in dem er platzzunehmen bat. Er war ein großgewachsener Mann mit derben Knochen und starken Muskeln und erweckte somit den Eindruck, daß hier der Chef noch selbst mit zupackte. Tobias selbst war eher zierlich und klein, der Anblick dieses großen Kerls flößte ihm deshalb einen gewissen Respekt ein, obwohl man von Angst nicht sprechen konnte.
Herr Reuter führte aus, daß nach seiner Ansicht Tobias’ Bewerbung die ordentlichste von allen eingegangenen Unterlagen gewesen sei und ihn auch die guten schulischen Leistungen beeindruckt hätten. Zwar habe er sich Tobias etwas kräftiger vorgestellt, aber der Junge sei ja längst noch nicht ausgewachsen. Es gebe daher keinen vernünftigen Grund, den Abschluß eines Lehrvertrages zu verweigern.
Er stand auf und suchte in einem Eckschrank nach einem Vertragsvordruck. Nach kurzer Zeit fand er einen, füllte ihn mit einem Kugelschreiber aus, setzte noch einen Firmenstempel in das dazugehörige Feld und legte ihn Tobias und seinem Vater vor, damit sie ihn unterschreiben konnten.
Daß dieses Vorstellungsgespräch so kurz ausfallen würde, hatte keiner von ihnen geahnt, geschweige denn gewußt. Aber wenn diese kurze Unterredung schon nach so kurzer Zeit zum Ziel führen würde, warum nicht?
Herr Reuter führte nach dem Vertragsabschluß beide Besucher in die Werkstatt, um ihnen einen Eindruck von der Arbeit in seiner Schlosserei zu verschaffen. Es wurden vor allem stählerne Fenster und Türen zusammengeschweißt, aber auch solche aus Aluminium zusammengesteckt und danach verschraubt. Der Betrieb hatte mit der Schreibkraft, dem Meister, den sechs Gesellen und den beiden Lehrlingen aus dem zweiten und dritten Lehrjahr insgesamt zehn Mitarbeiter. Die Arbeitszeit betrug üblicherweise acht Stunden und begann um sieben Uhr morgens.
Tobias’ Vater nickte den Angestellten, die die beiden Besucher inzwischen bemerkt hatten, kurz zu. Sein Sohn tat es ihm nach, besonders in bezug auf die Auszubildenden. Einer von ihnen sollte im nahenden Sommer seine Gesellenprüfung ablegen, sowohl theoretisch als natürlich auch praktisch. Tobias wünschte ihm viel Glück dazu und gutes Gelingen.
So, das war erstmal geschafft, der Lehrvertrag war unter Dach und Fach, die Firma hatte einen positiven Eindruck hinterlassen, der Chef war offenbar recht seriös und die künftige Arbeit das, was sich Tobias vorgestellt hatte, nämlich praktisch und handwerklich. Seine Schulkameraden hatten längst nicht alle eine solch zufriedenstellende Perspektive vor Augen, daher wollten manche von ihnen nach dem Abschluß eine weiterführende Schule besuchen wie etwa die Realschule, manche dachten sogar an das Gymnasium.
Im Sommer dann war es endlich soweit, die Zeugnisse wurden geschrieben und verteilt, der Direktor höchstpersönlich erschien noch einmal in den Abschlußklassen und verabschiedete jene, die nicht gerade sitzengeblieben waren. Die Sommerferien waren also zum Greifen nah, die Badehose schon bereitgelegt, und auch das Rennrad stand bereit, um mit ihm die eine oder andere Tour zu unternehmen. Auf Wiedersehen, du alte Schule!

Zweiter Teil

Ach, war das frühe Aufstehen mühsam! Als Schüler mußte Tobias auch immerhin um spätestens sieben Uhr aufstehen, aber da der Arbeitsbeginn entsprechend früher und auch der Weg weiter war, hieß es nun, um halb sechs Uhr war es aus mit der Nachtruhe. Noch vor den Eltern mußte er aufstehen, seine Brote für das Frühstück und die Pausen zubereiten und sich dann eilig mit dem Fahrrad auf den Weg begeben. Er mußte die Erfahrung machen, daß man ihn doch nicht gleich schmieden und schweißen ließ, wie er es sich einst vorgestellt hatte. Nein, ganz im Gegenteil, er war eigentlich nur dafür da, den Gesellen oder dem Meister Werkzeuge zu reichen, die Werkstatt zu fegen, die Aufenthaltsräume zu reinigen oder vor der ersten Pause einkaufen zu gehen. Ja, ihr habt recht gelesen, der arme Tobias wurde öfters zum Einkaufen in ein in der Nähe befindliches Geschäft geschickt. Zwar gab es auch noch die anderen Stifte, sie hatten jedoch, da sie an Ausbildungsjahren vorangeschritten waren, inzwischen gesellenähnliche Aufgaben und Aufträge. Der Vorgang des Einkaufens lief immer nach demselben Schema ab: vor der Pause sollte Tobias alle Mitarbeiter fragen, ob oder was er einkaufen solle, wobei der Chef nie etwas wollte, weil er sich stets alles Nötige von zu Hause mitbrachte. Bei den Handwerkern selbst war das anders: der eine wollte vielleicht etwas Marmelade, der nächste ein paar Brötchen, der dritte etwas Schinken und der letzte ein Päckchen Zigaretten. Jeder gab ihm dafür etwas Geld mit, aber natürlich hatte niemand den exakt passenden Betrag. So gab ihm der eine zwei, der nächste fünf und ein anderer zehn Mark. Die große Kunst bestand nun darin, sich alles genau zu notieren, die bestellte Ware, den Namen des Mitarbeiters und die Menge des erhaltenen Geldes im einzelnen. Es kam ein weiteres Problem hinzu: daß jeder Mensch sein eigenes Wesen und seinen eigenen Charakter hat, ist bekannt und nichts Neues. Dies galt dementsprechend auch für die Angestellten dieser Firma. So war der Meister herzenswarm, zwei Gesellen gleichgültig, zwei weitere arrogant, einer versnobbt und der letzte bösartig. Gerade diesem war natürlich nichts rechtzumachen, und so entwickelte Tobias nicht nur eine Abneigung gegen ihn, sondern, da er ja so klein und zierlich war, zum Teil starke Angst. So kam es, als er eines Tages wieder kurz vor der Frühstückspause zum Einkaufen geschickt wurde, daß er, neben den Wünschen der übrigen, von diesem Gesellen ein Glas Nescafè mitzubringen beauftragt wurde. Tobias schrieb sich, wie erwähnt, alles auf und bekam für die bestellte Ware Geld.
Das Einzelhandelsgeschäft war für ihn zu Fuß in fünf Minuten, mit dem Fahrrad gar in zwei Minuten zu erreichen.
Im Laden dann nahm er sich einen Einkaufswagen, zog seinen Zettel hervor und arbeitete Punkt für Punkt seine Liste ab, möglichst wortwörtlich, um auch Sonderwünsche, etwa nach dem Gewicht einer Ware oder ihrer genauen Beschaffenheit, befriedigen zu können und nicht etwa wegen irgendwelcher Verwechslungen ins Gerede zu kommen, insbesondere beim Bösartigen.
Fast geschafft! Alle Artikel waren erhältlich, auch der Nescafè, alles befand sich im Einkaufswagen, als er sich auf den Weg zur Kasse machte. Nun galt es noch, dort die mitgegebenen Gelder den Waren zuzuordnen, auch hier wären ärgerliche Verwechslungen möglich gewesen. Zur letzten Sicherheit hatte Tobias sogar alle Einzelbeträge in verschiedenen Taschen seines Blaumanns deponiert, um sie genau unterscheiden zu können.

Dritter Teil

Die Schlange an der Kasse war nicht lang, so daß er bereits nach ein oder zwei Minuten des Wartens alle Artikel auf das Förderband legen konnte. Sie wurden von der netten Verkäuferin eingetippt und abgerechnet. Zwar war das Koordinieren der Bezahlung unter diesen Umständen etwas kompliziert, aber mit etwas Konzentration war dies für Tobias keine unlösbare Aufgabe.
Ein älterer Herr stand hinter ihm und suchte schon einmal seine Brieftasche.
Endlich fertig! Tobias begann, seinen Einkauf in zwei Plastiktüten zu stecken, die er stets eigens zu diesem Zwecke mitzubringen pflegte. Alles bis auf den Nescafè war verstaut, als das Unglück geschah: gerade dieser Nescafè, der ja für den Bösartigen gedacht war, glitt ihm aus den Händen und zerbarst mit einem lauten Klirren auf dem steinernen Fußboden. Oh nein! Wie sollte er das in der Firma erklären? Und der Kaffee war doch auch noch so teuer! Fast zehn Mark! Wenn er eigenes Geld dabei gehabt hätte, was nicht der Fall war, wäre das Mißgeschick nicht so schlimm gewesen. Er hätte einfach auf eigene Rechnung neuen Kaffee gekauft und das Zerbersten des Glases verschwiegen. Auch wurde deutlich, daß das Geschäft den Schaden nicht tragen würde, da sich die Ware zum Zeitpunkt des Entgleitens bereits in seinem Besitze befunden hatte. Nun war guter Rat teuer!
Die übrigen Kunden und die Kassiererin waren natürlich auf Tobias aufmerksam geworden, aber sie konnten ihm auch nicht helfen, außer daß ein Verkäufer bereits nach Handfeger und Schippe suchte.
Der ältere Herr hinter Tobias wollte nun seinen Einkauf bezahlen, als er immer noch sein Portemonnaie suchte und nicht finden konnte. Da kam ihm ein Verdacht: offenbar hatte der junge Lehrling mit dem Blaumann vor ihm seine Geldbörse gestohlen! Und das Urlaubsgeld war auch noch darin!
Empört schritt er Tobias entgegen und rief ihm zu, er habe ihm Geld gestohlen und solle es sofort zurückgeben. Falls er dies nicht tun sollte, werde er unverzüglich die Polizei rufen.
Tobias stand immer noch unter dem Eindruck des zerbrochenen Glases, jetzt sollte er auch noch etwas geklaut haben - womöglich wollte man ihm auch noch einen Mord anhängen!
Der ältere Herr fing an, nervös in des Knabens Brusttaschen zu wühlen, damit er sein Geld zurückbekomme. Zwar fand er dort welches, aber natürlich nicht sein eigenes, sondern nur das Wechselgeld vom Einkauf für die Gesellen.
Der Junge stieß ihn mit seinen Händen zurück, zu dreist war ihm die Attacke des Alten.
Inzwischen war auch schon der Geschäftsführer herbeigeeilt, da er den kleinen Tumult von seinem Büro aus beobachtet hatte. Er fragte kurz, was hier vor sich gehe; die Kunden, die alles miterlebt hatten, erklärten es ihm.
Tobias wußte genau, daß er niemandem etwas getan habe; sollte doch die Polizei kommen, dann könnte er beweisen, daß er unschuldig sei!
Er teilte dem Geschäftsführer seine Überlegung mit; dieser stimmte zu und wollte gerade zum Telefon gehen, als der ältere Herr noch einmal in einer seiner Jackentaschen suchte. Mensch, das gab es doch nicht, mit einem Mal hielt er das verlorengewähnte Portemonnaie in seinen Händen! Er hatte anfangs nur nicht gründlich genug gesucht!
Diese überraschende Wende konnte allen Beteiligten nur recht sein, dem Knaben, dem älteren Manne, der Geschäftsführung und vielleicht sogar der Polizei.
Einige Kunden schimpften nun mit dem alten Herrn, er solle sich doch beim nächsten Male genauer überlegen, wo er seine Brieftasche gelassen habe und nicht gleich sinnlose Verdächtigungen ausstoßen.
Dieser war nun natürlich etwas beschämt. Was sollte er tun, um den moralischen Schaden wieder gutzumachen? Er näherte sich Tobias noch einmal, entschuldigte sich und gab ihm als Schmerzensgeld einen Zehnmarkschein.

Na, und was hat sich unser Held wohl davon gekauft? Na? Richtig, Kaffee natürlich!

Arno Abendschön
Beiträge: 794
Registriert: 31.10.2007, 10:23
Wohnort: Berlin

Re:

von Arno Abendschön (14.12.2007, 17:59)
Sehr anschaulich, sorgfältig und traditionell in der Schreibweise. Nach dem Lesen sehe ich es vor mir im Stil eines frühen italienischen neorealistischen Films, also nur in Schwarzweiß. Ich vermute, der Stoff ist aus den sechziger Jahren. Ist es ein Fragment aus einem größeren Textzusammenhang?

Gern zur Kenntnis genommen.
Arno

pcfriseur
Beiträge: 23
Registriert: 12.12.2007, 13:16
Wohnort: Wilhelmshaven

Antwort von Klaus

von pcfriseur (14.12.2007, 22:53)
Hallo,

es handelt sich hier wirklich nur um eine Kurzgeschichte. Kein Zusammenhang zu anderen Texten, Filmen oder Genres.

Sorgfältig habe ich die Geschichte geschrieben, ja ja, schließlich schreibe ich für alle und nicht nur für Experten oder Germanisten.

Herzliche Grüße

Klaus

Benutzeravatar
Zoba
Beiträge: 1309
Registriert: 23.11.2007, 18:15
Wohnort: Süden

Re:

von Zoba (15.12.2007, 06:49)
Hi,

mich erinnert diese Geschichte an Bücher eher noch aus den späten 40ern und frühen 50ern, und nicht unbedingt solche, die ich mit besonderer Begeisterung gelesen habe. :roll:

Ich hatte Schwierigkeiten mich auf den Text zu konzentrieren, zum einen weil zu handlungsorientiert beschreibend geschrieben, zum anderen weil ich keine Sympathie für und auch kein Interesse an Tobias entwickeln konnte. Meine Empfehlung wäre, mehr an der Charakterisierung zu arbeiten, aber auch am Erzählstil, der mehr Freiraum für die Vorstellungen des Lesers lassen könnte bzw. diese stärker anregen sollte.

Als Gegenbeispiel hier im Forum wäre z.B. "Der Kurde" zu nennen, eine Geschichte, die einen mitnimmt, Sympathien weckt und neugierig auf mehr davon macht.
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

pcfriseur
Beiträge: 23
Registriert: 12.12.2007, 13:16
Wohnort: Wilhelmshaven

Antwort von Klaus

von pcfriseur (15.12.2007, 12:45)
Hallo,

deine Meinung ist eine Einzelmeinzung. Meine Kurzgeschichte ist mehrfach prämiert worden.

Tschß
Klaus

M-F Hakket
Beiträge: 1580
Registriert: 20.08.2009, 13:37

Re:

von M-F Hakket (15.12.2007, 13:46)
Hallo und Moin pcfriseur.

Spontan fällt mir ein: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. cheezygrin
Die Geschichte ist gut geschrieben, es gibt nichts, was man an ihr aussetzen könnte.
Und vielleicht ist genau das der Knackpunkt. Mir persönlich fehlt ein bisschen Ironie, ein bisschen Witz, etwas, an dem man sich reiben könnte. Insgesamt erscheint sie mir zu "glatt". Wir soll ich sagen ... es gibt keine "Kurve", keine Ecken und Kanten.
Aber das ist nur eine persönliche Meinung - Geschmäcker sind da verschieden.
Ansonsten - wie gesagt - absolut professionell geschrieben. thumbbup

Gruß
Hakket

pcfriseur
Beiträge: 23
Registriert: 12.12.2007, 13:16
Wohnort: Wilhelmshaven

Antwort von Klaus

von pcfriseur (15.12.2007, 15:04)
Herzlichen Dank für die Meinung.

Benutzeravatar
Judith
Beiträge: 3903
Registriert: 05.08.2007, 10:45
Wohnort: Schwobaländle

Re: Antwort von Klaus

von Judith (15.12.2007, 17:17)
Hallo Klaus,

pcfriseur hat geschrieben:
deine Meinung ist eine Einzelmeinzung.

nun, ganz so einzeln ist die Meinung nicht. Ich fand die Geschichte, wenn ich ganz ehrlich bin, recht langweilig und habe mich eben "gezwungen", sie fertigzulesen. Die Gründe wurden ja schon genannt. Für ein Sachbuch könnte ich mir deinen Schreibstil ganz gut vorstellen.

pcfriseur hat geschrieben:
Meine Kurzgeschichte ist mehrfach prämiert worden.


Darf man fragen, wo die Geschichte prämiert wurde?

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

pcfriseur
Beiträge: 23
Registriert: 12.12.2007, 13:16
Wohnort: Wilhelmshaven

Antwort von Klaus

von pcfriseur (15.12.2007, 22:41)
Die Geschichte ist nicht von einem Dummkopf wie dir prämiert worden.

Arno Abendschön
Beiträge: 794
Registriert: 31.10.2007, 10:23
Wohnort: Berlin

Re:

von Arno Abendschön (15.12.2007, 22:46)
Lieber Mitautor,

Deine Antwort an Judith ist leider deutlich unter dem Niveau Deines Textes "Der Kaffee". Schade.

Arno Abendschön

Gerhard
Beiträge: 913
Registriert: 07.12.2007, 00:28

Re: Antwort von Klaus

von Gerhard (15.12.2007, 22:49)
pcfriseur hat geschrieben:
Die Geschichte ist nicht von einem Dummkopf wie dir prämiert worden.


Uups, also ich denke, wenn jemand ehrlich seine Meinung sagt, ist das kein Grund dermaßen ausfällig zu werden. Das spricht jetzt nicht so sehr für dich als Autor. Ich denke, als Autor muss man sich ein ziemlich dickes Fell aneignen, denn es wird immer Leute geben, denen dein Stil oder deine Geschichte vielleicht nicht gefällt.

Kritik mag niemand und ich gebe zu, auch ich natürlich nicht, aber ich denke, wir müssen als Autoren lernen damit umzugehen. Also, lieber pcfriseur, lerne mit Kritik zu leben, oder lass das Schreiben von Büchern.

Oder habe ich dich mit dem Zitat oben falsch verstanden. Kann ja auch sein.

Gerhard

Benutzeravatar
Zoba
Beiträge: 1309
Registriert: 23.11.2007, 18:15
Wohnort: Süden

Re:

von Zoba (16.12.2007, 09:27)
Hi,

ums kurz und knapp zu sagen:

Kritik sollte eigentlich zuerst einmal als hilfreich verstanden werden, denn es sind die Leser, die du zu begeistern suchen solltest, nicht unbedingt irgendwelche Juroren. Zumindest dann, wenn du willst, daß die Stories von einem allgemeinen Publikum gelesen werden.

Wie dumm oder nicht deine kritischen Leser sind, solltest du dir nicht erdreisten anzunehmen, nur weil sie deinen Text uninspiriert und uninteressant finden.

Du kennst weder Judith (die in meinen Augen bereits in ihrem kleinen Finger weit mehr auf dem Kasten hat, als du überhaupt zu besitzen scheinst. Deine tumb-pampigen, wenig wortgewaltigen und ebenso wie dein Text von keinerlei Humor gezeichneten Echauffierungen über ganz normale, von dir durch das Einstellen einzukalkulierenden Kritik, sprechen da eine deutlichere Sprache, als du glaubst), noch mich, noch die anderen hier.

Und ums nochmal klarzustellen, denn vorher hatte ich versucht, besonders höflich zu sein: dein hier eingestellter Text mag grammatikalisch korrekt sein, es mögen sich wenig rein handwerkliche (und damit meine ich nun wirklich nur die Orthographie) Mängel zeigen, aber er ist langweilig zum Abgähnen, die Figuren berühren einen überhaupt nicht, die Sätze sind für den lapidaren Inhalt zu verschroben, der Stil möchte sachlich-realistisch sein, ist es aber nicht, der Inhalt ziehlt auf Darstellung des Alltäglichen für den Berufsneuanfänger und schafft auch das nicht, das Gesamtkontrukt berührt mich als Leser weniger als der Börsenbericht und ich besitze keine Aktien.

Judiths Frage stellte ich mir nach deiner ersten Antwort selbst. Ich denke nämlich auch nicht, daß das Nobelpreis-Komitee für Literatur hier prämiert hat.

Und nur so als Tip, um dich ein bisgen dorthin zu setzen, wo es eindeutig nötig ist: lies doch mal z.B. das erste Kapitel von Süskinds Parfüm oder Grass' Blechtrommel, das dürfte zum Augenöffnen reichen. Und dann überlege nochmal, ob es sich lohnt, selbst für einen Autor, der sich (zu) ernst nimmt, den Leser für seine Charaktere und das Banale zu begeistern...

Und schaff dir neben etwas Bescheidenheit auf jeden Fall auch noch deutlich dickere Haut an oder du bekommst noch ein Schlägle.
Gruß,



Zoba



-----------

"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

M-F Hakket
Beiträge: 1580
Registriert: 20.08.2009, 13:37

Re:

von M-F Hakket (16.12.2007, 11:40)
Moin pcfriseur,
ähm, deine Antwort auf Judiths Ausführung hat mich auch erstaunt. Es heißt doch immer: "Ein Autor wächst an Kritik, nicht an Lob."
Was bringt es dir, wenn alle nur "blind" sagen: "Ja toll, prima!"? Auf der anderen Seite nützt es natürlich auch nichts, wenn du dich und dein Schaffen solange verbiegst, bis es allen gefällt.
Ich bin selbst Verleger und Autor, Kritik von mir wurde bisher von meinen Autoren gerne angenommen, und wenn meine Texte kritisiert werden, ärgert mich das insgeheim zwar auch, aber ich denke zumindest darüber nach. Viele Dinge fallen einem als Autor gar nicht selbst auf. Das liegt einfach in der Natur der Sache. Wie gesagt, allen recht machen kann man es nicht - sollte auch nicht so sein.
Du könntest ja auch darüber diskutieren oder auch darlegen, warum du so und so schreibst - vielleicht verstehen wir dich dann besser.
Schreiben ist Kunst, und Kunst (sollte) löst Gefühle aus - oder eben auch nicht. Erzwingen kannst du nichts.

Und was die Prämierung deiner Geschichte angeht (erstmal Glückwunsch)- wenn du nicht sagen möchtest, wo, wer, was und wie sie prämiert wurde, ist das natürlich deine Entscheidung. Wobei ich mir aber sicher bin, dass es über deine Webseite herauszufinden ist, gell?

Gruß
Hakket

Benutzeravatar
Birgit Fabich
Beiträge: 1930
Registriert: 23.10.2007, 11:34
Wohnort: Füchtorf

Re:

von Birgit Fabich (16.12.2007, 13:07)
Hallo Hakket,
was Kunst und Emotionen angeht, möchte ich Dir unbedingt zustimmen.

Ich habe die Geschichte nicht gelesen, nur die Kommentare und ich bin bass erstaunt, dass in diesem geschützten Raum, wie das Autorenforum sein soll, einer den anderen schier unter der Gürtellinie angreift.

Wenn ich eine Geschichte oder ein Bild in die Öffentlichkeit entlasse, muß ich mich soweit davon gelöst haben, dass ich Kritik zwar höre und überdenke, aber dass sie mich nicht mehr vernichtet;
dann war das "Baby" noch nicht reif für die Geburt.

Gruß Birgit

Benutzeravatar
Birgit Fabich
Beiträge: 1930
Registriert: 23.10.2007, 11:34
Wohnort: Füchtorf

Re:

von Birgit Fabich (16.12.2007, 13:09)
nur der erste Teil war direkt auf Dich Hakket bezogen,

der Rest gilt natürlich für alle Beiträge,

habe das mit den Zitaten noch nicht ausprobiert, werde an mir arbeiten

Birgit

Zurück zu „Buchvorstellung: Belletristik“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.