Der Weg aus Hartz IV

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Isautor
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Re:

von Isautor (13.04.2012, 19:20)
Den neuen Thread habe ich jetzt erst gesehen. Hier mein Übertrag + Ergänzung aus dem alten Thread:

Das mit den Kindergeburtstagen kann ich auch nur empfehlen, wie Richy schon sagte. Nichts ist einfacher, als sich ein Kindergeburtstagsprogramm auszudenken und das im Netz anzubieten.
Richy erwähnte gepachteten Wald. In so einem Wald lassen sich schon die verschiedensten Geburtstage durchführen mit Schatzsuche etc.
Ich habe mich ein wenig auf Mädchengeburtstage spezialisiert. Stück für Stück habe ich bei ebay ne Menge Spielzeug gekauft. Damit habe ich eine Abstellkammer eingerichtet. Ein paar günstige 5-Euro Tische von IKEA und einen ausrangierten Tisch aus einem Restaurant. So was wird teilweise kostenlos abgegeben. Noch bunte Teppiche und es sah schon so aus:

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Bild

Diesen Raum kann man separat für Geburtstage vermieten oder mit Programm anbieten:

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Inzwischen habe ich auch noch die Wände gestrichen.

Dabei ist der Raum nicht groß. Mit kleinen Tricks erreicht man große Wirkung. Mit einer Handvoll Haribo wird ein simpler Rührkuchen zur Geburtstagstorte:

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Man braucht also kaum Startkapital und kann mit Kindergeburtstagen von jetzt auf gleich einsteigen in die Arbeit. Gute Geburtstage sprechen sich rum unter den Eltern, die Kunden kommen wie von selbst!
Wer nicht weiß, was er machen könnte, das hier geht garantiert immer! thumbbup

Als es besser lief mit den Geburtstagen habe ich das Angebot erweitert. Richy hat recht: man kann super günstig in Asien einkaufen. Habe in China Schmuck gekauft und in England Ballkleider für Prinzessinnenparties! Die gibt es zwar schon, aber nicht als Dienstleistung inklusive Kostüme!
Es kann nicht jeder Ponyreiten anbieten, was ich auch tue, aber das hier könnte jeder machen. Die Kinder lieben es, im Schmuck zu wühlen und sich zu verkleiden:
Bild

Kann man auch für Jungs mit Piratenverkleidungen machen. Oder mit Bauernkostümen und Lagerfeuer/Stockbrot etc.

Wer keine Ponys hat, kann aber vielleicht mit einem Reiterhof der Umgebung was aushandeln, dass die Ponys zu beiderseitigem Vorteil genutzt werden können. Bringt dem Hof ja gratis Werbung und Kunden! Also auch für Nicht-Pferdebesitzer eine Möglichkeit.
Geburtstagswandern, Schatzsuche unterwegs, Reiten bei Ankunft auf dem Hof, zum Beispiel.
Zuletzt geändert von Isautor am 14.04.2012, 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
Seid gegrüßt,

Isautor

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Richymuc
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Re:

von Richymuc (13.04.2012, 19:21)
kasapv hat geschrieben:


Zum Thema:
1. Seine Stärken und seine Schwächen erkennen, notfalls mit Hilfe von echten Freunden. Die Stärken fördern und an den Schwächen arbeiten, um sie zu verringern oder gar zu beheben.

2. Zielgruppe suchen. Wem kann ich nützen und warum sollte man mich der Konkurrenz bevorzugen?

3. Hilfe suchen und annehmen. (Habe ich oft Schwierigkeiten mit.)

4. Behandele alle gut auf dem Weg nach oben, denn auf dem Weg nach unten siehst du sie alle wieder.

5. Lieber einen schlechten Job annehmen, als gar keinen. Solange der schlechte Job noch besser bezahlt ist als Hartz 4, gibt er mir einen finanziellen Vorteil, während ich weiterhin etwas Besseres suche. Sieh einen schlechten Job als Ausdauertraining an, um die Selbstdisziplin zu fördern.

6. Wenn dich etwas stört, ändere es. Man kann kein anderes Ergebnis erzielen, solange man das Gleiche unternimmt.

7. Den Geburtsort kann man sich nicht aussuchen, den Wohnort schon. Echte Freunde bleiben Freunde, ungeachtet der Distanz.

8. Nicht unterkriegen lassen. Die Zeit bleibt nicht stehen. Nach jedem Tal kommt ein Berg. Nach jedem schlechten Tag, beginnt ein neuer, frischer Tag.

9. Stillstand ist Rückschritt.

10. Es kommt nicht darauf an, wo man herkommt, sondern wo man hin will.


Danke, ich konnte einige Punkte übernehmen, die mir wichtig erscheinen.
Gute Punkte die man gut brauchen kann.
An irgend etwas muss man sich ja halten wenn man etwas auf die Reihe bekommen will.
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Der Satirische Kreuzfahrt-Flüsterer ISBN 978-3-8370-9816-7
Feindschaftsbuch ISBN 978-3-8370-9803-7
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (13.04.2012, 20:37)
W.Waldner hat geschrieben:
So geht es selbstverständlich schief:

Sie plant, Hühner zu züchten und deren Eier ebenfalls zu verkaufen. Der Erlös wiederum könnte ihr ermöglichen, ein Schwein und später gar eine Kuh zu erwerben: Dies ist mein Topf, dies ist mein Huhn, dies sind meine Eier, dies ist mein Schwein, dies ist meine Kuh, dies ist - mein Hof!

Milchmädchenrechnung


Noch eine Mildmädchenrechnung:

Ein mir leider nicht näher bekannter Student hat eine Webseite gebaut, auf der er seine Freunde, Bekannten und Co-Studenten vorstellte. Jeder konnte den jeweils anderen bewerten - in allen Belangen, was das Leben so ausmacht. Damit entwickelte sich auf dieser Webseite das, was man "Traffic" nennt.

Statt andere Leute vorzustellen, bekamen die Leute die Möglichkeit, sich selbst vorzustellen. Der "Traffic" nahm weiter zu.

Dann wurden neben der Selbstvorstellung solche Dinge eingeführt wie der Versand von persönlichen Nachrichten und Chatten. Der "Traffic" stieg überproportional an.

Nun kam man auf die Idee, so etwas wie einen Kleinanzeigenmarkt einzufügen. Wer im System gemeldet war, konnte etwas verkaufen oder etwas suchen. Logischerweise stieg der "Traffic".

Die nächste Idee war ein Benachrichtigungssystem. Sobald jemand etwas in dieses System schrieb, mit dem man irgendwie in Kontakt stand, bekam man automatisiert eine Nachricht. So entstand noch mehr "Traffic".

Der viele "Traffic" begann Unternehmen zu interessieren. Auch sie wollten in diesem System aktiv sein. Der "Traffic" explodierte regelrecht.

Durch die Unternehmen kamen Fremd-Anwendungen ins System. Anwendungssoftware, aber auch Spiele. Das lockte noch mehr Leute an. Und der "Traffic" wuchs und wuchs und wuchs.

Dieses kleine System, gestartet mit einer simplen Idee, Schritt um Schritt gewachsen - von den Hühnern zum Schwein zur Kuh zum Bauernhof - hat heute, acht Jahre nach dem Start, einen Marktwert von 100 Milliarden US-Dollar (für Mathematiker: 100.000.000.000 US-Dollar). Und heißt Facebook.

Wäre W. Waldner jener Student ganz am Anfang gewesen, hätte er vermutlich gesagt: Diese Idee auf keinen Fall umsetzen, sie dient nur der Überwachung der Menschheit durch diverse Regierungen! cheezygrin cheezygrin cheezygrin

Die Milchmädchenrechnung ist, eine Idee, die interessant ist, nicht umzusetzen. cheezygrin
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Pamela
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Re:

von Pamela (13.04.2012, 20:48)
Folgendes Zitat habe ich gerade gelesen und musste ganz spontan an Herrn Waldner denken:

Als ich fünf war, hat mir meine Mutter immer gesagt, dass es das Wichtigste im Leben sei, glücklich zu sein. Als ich in die Schule kam, baten sie mich aufzuschreiben, was ich später mal werden möchte. Ich schrieb ''glücklich''. Sie sagten mir, ich hätte die Frage nicht richtig verstanden und ich antwortete ihnen, dass sie das Leben nicht richtig verstanden haben.

(John Lennon)
Gehe ich auf meine Beerdigung?
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Petra Wolff
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Guter Thread!

von Petra Wolff (13.04.2012, 22:18)
Hatte schon den anderen Thread aufmerksam als stille Mitleserin verfolgt, bin aber nun hierher "umgeschwenkt".

@Richymus: So viele tolle Ideen! Viele von Deinen anfangs genannten Punkten kamen mir bekannt vor - siehe Bodo Schäfer "Die Gesetze der Gewinner" - eines meiner liebsten Bücher. Aber einer guten Idee ist es egal, wer sie hatte...

Ich kann nun keine spektakuläre Geschäftsidee als Beitrag bieten. Ich bin auch "nur" in einem Angestelltenverhältnis tätig. Doch schaue ich schon etwas über den Tellerrand, betätige mich recht erfolgreich mit Geldanlagen und sehe mich nach der einen oder anderen Möglichkeit um, mit Spaß Geld zu verdienen. Ich kann und will mich nicht auf eine Anstellung bis zur Rente verlassen.

@all: Ich will hier einfach nur DANKE sagen für diesen Thread und Eure Beiträge.

Beste Grüße
Petra
Mein Blog: petrawolff.blog

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Isautor
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Re:

von Isautor (13.04.2012, 23:02)
Hier noch eine Ergänzung von mir:

Hat man mit einer Idee angefangen (zum Beispiel die Geburtstage), sollte man über Ergänzungen nachdenken, die saisonal bedingte Löcher auffangen. Sprich: geht das das ganze jahr über? Was geht im Sommer gut, was kann man anbieten, wenn der Bagger draußen nicht läuft wegen Kälte?
Hat man einen Kindergeburtstag, so ist dort ein Geburtstagskind und 8-10 GASTKINDER! Diese sind alle potenzielle Neukunden. Es sind Leute, die sonst vielleicht gar nicht von den Angeboten erfahren hätten. Selbstredend geht kein Kind ohne Flyer nach Hause, teilweise holen die Eltern die Kinder sogar selbst ab.
Bei dieser Gelegenheit bewerbe ich gleich noch die Ferienspiele, die ich anbiete und verkaufe mein Buch, das nebst Plakat natürlich im Spielzimmer steht.

Durch die Kindergeburtstage hat man die Neukunden quasi frei Haus.

Weitere Geschäftsidee für Hobbyfotografen: Fantasy Fotos mit Kindern! Das besondere Bild für die Oma zum Geburtstag oder für das Kind selbst. Dazu habe ich ein Einhorn gebastelt und die Kleider der Prinzessinnen können sofort wieder zum Einsatz kommen. Wer kein Pferd fürs Shooting mieten kann, der sucht sich eben eine tolle Kulisse aus. Jedes Mädchen will einmal Model oder Prinzessin sein.

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Bild

Diese Fotos machen wiederum Werbung usw.

Edith möchte noch sagen, dass diese Bilder mit der billigsten Kamera gemacht wurden, was man auch sieht. Habe inzwischen was Besseres, aber ich wollte das Argument abklemmen, man habe kein Geld für eine Profiausrüstung.
Seid gegrüßt,



Isautor



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SandraR
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Re:

von SandraR (14.04.2012, 05:56)
Petra, thumbbup meine Worte, nicht den Fehler machen und sich zu sicher sein. Es braucht immer Plan B und Plan C.

Isautor, niedlich das Einhorn. Daraus lassen sich dann wiederum Dienstleistungen auf Mittelaltermärkten und für Freizeitmittelalter bereit stellen. Sehr kreativ und ich denke auch gut ausbaubar.
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CeKaDo

Re:

von CeKaDo (14.04.2012, 08:27)
Ein Rat, den ich meinen Kunden immer wieder gebe, ist für viele mit unendlich viel Mut verbunden:

"Wenn Sie es aus eigener Kraft nicht schaffen, ihre Idee zu verwirklichen, holen Sie sich Hilfe. Vermeiden Sie dabei jedoch, sich erneut in Abhängigkeit zu begeben."

Das braucht eine Weile, bis es richtig angekommen ist. Zumal viele derer, die ich betreue, gewohnt sind, sich von anderen Menschen abhängig zu machen.

Aus eigener Kraft etwas zu schaffen und sich höchstens einen Dienstleister hinzuzubuchen, das ist im Grunde der Weg.

Richymuc
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Re:

von Richymuc (14.04.2012, 08:40)
Guten Morgen,

die Fotos gefallen mir alle sehr gut. thumbbup

Tolle Geschäftsidee und für die Kinder sicher ein unvergesslicher Tag, wenn man so seinen Geburtstag feiern darf.

Welche Eltern haben schon ein Pferd Zuhause rumstehen cheezygrin

Tolle Idee und vor allem unbegrenzt ausbaubar, bis hin zur Geburtstags Veranstaltungs Agentur.

Ich kann mir eine Kettenreaktion gut vorstellen, ein Kind ist eingeladen und sagt dann hinterher, das will ich auch an meinem Geburtstag, so werden die Kunden immer mehr.

Gruß vom Richard
Zuletzt geändert von Richymuc am 14.04.2012, 08:42, insgesamt 1-mal geändert.
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SandraR
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Re:

von SandraR (14.04.2012, 08:42)
CeKaDo wer selber nicht die Kraft hat, scheitert zwangsläufig. Die Frage dabei ist aber immer warum hat jemand nicht die Kraft.
So leid es mir tut, aber manchmal fehlt es ganz einfach am Denken. Es werden alle Verantwortlich gemacht, nur selber ist man unschuldig. Alle müssen mir helfen, bloß ich mir selber nicht. Beides sind die größten Denkfehler die man tun kann. Meist denken diese Gruppe Menschen ihr Leben lang so. Hier hat irgendwo die Schule und das Elternhaus ganz gewaltig versagt.
Der Lehrer ist schuld wenn ich schlechte Noten haben, die anderen Kinder sind blöd wenn ich keine Freunde habe, die Gesellschaft ist schuld wenn ich versage, der Staat ist schuld wenn ich kein Bein auf den Boden bekomme. Daraus entwickeln sich dann auch wilde Verschwörungstheorien a la unserem Hauptverschwörer WW. Auch hier wird Verantwortung abgeschoben auf eine graue Gruppe Superschuldiger.
Kurz gesagt, Kraft beginnt bei der Härte zur Ehrlichkeit mit sich selber. Es ist nur einer Schuld, man selber. Man ist kein Opfer, man macht sich zum Opfer.
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Monika K.
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Re:

von Monika K. (14.04.2012, 10:43)
ALG II (= "Hartz IV") besteht nicht nur aus dem Regelsatz, sondern im Leistungsumfang sind auch eine angemessene Unterkunft und eine Krankenversicherung enthalten. Oft sind davon Alleinerziehende mit kleinen Kindern betroffen, die dann natürlich für jedes Kind den entsprechenden Regelsatz zusätzlich bekommen. Dabei kommt oft eine Summe zusammen, die mit einer einfachen Tätigkeit gar nicht erzielt werden kann. Deshalb gibt es ja so viele Geringverdiener, bei denen das Gehalt aufgestockt werden muss. Ich finde das vollkommen richtig und von der Gesellschaft finanzierbar.

Wer sich selbständig macht, muss erst einmal genug verdienen, um auf eine vergleichbare Summe zu kommen. Das hängt stark von der Umgebung ab, denn es gibt sehr große Unterschiede bei den Mieten und Lebenshaltungskosten. Ein Umzug ist nicht immer durchführbar. Außerdem ist eine Krankenversicherung ein absolutes Muss. Thomas hatte diesen Punkt ja auch schon einmal erwähnt.

Vorhin fiel mir ein Gespräch ein, das ich vor einigen Jahren mit einem Allgemeinmediziner führte, neben dem ich zufällig bei einem Geburtstag saß. Damals war gerade der erste Hype mit den Ich-AGs vorbei. Er war der Ansicht, dass Selbständigkeit kein Allheilmittel gegen Arbeitslosigkeit ist, weil die Anzahl der Privatpatienten, die ihre Rechnungen nicht bezahlen können, weil sie nicht versichert sind und kaum etwas verdienen, seither stark angestiegen sei.

Viele Ideen hier sind sehr kreativ und bewundernswert. Aber ich bin mir nicht sicher, ob man da wirklich genug damit verdient, um sich auf Dauer eine bescheidene Wohnung und eine Krankenversicherung leisten zu können.

Deshalb muss man aber nicht nach dem Alles-oder-Nichts-Prinzip das ALGII allem anderen vorziehen. Gerade die Einstellung "Wenn ich nicht den supertollen Traumjob bekomme, der mir bei meiner Intelligenz und Bildung zusteht, dann will ich lieber gar nicht arbeiten." ist in meinen Augen sehr arrogant, denn ich kenne viele Menschen, die für ihre Arbeit eigentlich überqualifiziert und deshalb permanent geistig unterfordert sind. Die suchen sich als Ausgleich ein anspruchsvolles Hobby, das ihnen die Erfüllung bringt, die ihnen im Alltagsjob fehlt.

An diesem Punkt denke ich dann überhaupt erst an die Schriftstellerei. Für mich ist das kein alltäglicher Beruf. Es ist höchstens eine Nebentätigkeit – meistens eher ein Hobby, denn es gibt nur sehr wenige Autoren, die von diesem Beruf wirklich leben können. Ich will ja niemanden herausfordern, sich hier öffentlich zu seinen Verkaufszahlen zu bekennen, deshalb schließe ich mal nicht ganz aus, dass es hier im Forum vielleicht jemanden gibt, der tatsächlich ausschließlich von seinen Buchverkäufen leben kann. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das bei keinem der Fall ist.

Mein Rat an Personen, die von Arbeitslosigkeit bedroht oder betroffen sind:
Sucht Euch ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis. Wenn das Gehalt nicht ausreicht, beantragt die Leistungen, die Euch zustehen. Das ist keine Schande. Wenn es in Eurer Branche nichts gibt, überlegt Euch, welcher Beruf Euren Fähigkeiten noch entsprechen könnte und macht eine entsprechende Umschulung oder Weiterbildung. Oft sucht man sich in der Jugend einen Beruf aus, der zwar den persönlichen Neigungen entspricht aber keine Zukunft hat. Oder eine in der Vergangenheit ehrbare Branche entwickelt sich mit der Zeit zur Wegelagerei, an der man aus Gewissensgründen nicht mehr beteiligt sein möchte. Man sollte zumindest einmal ernsthaft darüber nachdenken, ob es möglich ist, durch einen Umzug der Arbeit zu folgen. Gastarbeiter haben auch nichts anderes gemacht. Das kann aber nur jeder für sich entscheiden, da es Vor- und Nachteile hat.

Ein Bekannter von mir rät allen Bewerbern:
Vermeidet von Anfang an Lücken im Lebenslauf. Lasst Euch von allen Arbeitgebern Zeugnisse geben. Es gibt nur sehr wenige Tätigkeiten, die man besser verschweigen sollte (z. B. Prostitution, Verbrechen, Schwarzarbeit). Wenn man tatsächlich absolut nichts findet, sollte man in der Freizeit zumindest eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben. Auch dort kann man sich eine Bestätigung holen, in der die Tätigkeit beschrieben ist, und Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bescheinigt werden. Weiterbildungsmaßnahmen sind gute Lückenfüller, auch wenn einige in der Praxis völlig hirnrissig erscheinen oder qualitativ minderwertig sind. Ein soziales Jahr macht einen besseren Eindruck als "Per Anhalter durch Europa".
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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mtg
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Re:

von mtg (14.04.2012, 10:58)
Monika K. hat geschrieben:
Ein Bekannter von mir rät allen Bewerbern:
Vermeidet von Anfang an Lücken im Lebenslauf. Lasst Euch von allen Arbeitgebern Zeugnisse geben. Es gibt nur sehr wenige Tätigkeiten, die man besser verschweigen sollte (z. B. Prostitution, Verbrechen, Schwarzarbeit). Wenn man tatsächlich absolut nichts findet, sollte man in der Freizeit zumindest eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben. Auch dort kann man sich eine Bestätigung holen, in der die Tätigkeit beschrieben ist, und Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bescheinigt werden. Weiterbildungsmaßnahmen sind gute Lückenfüller, auch wenn einige in der Praxis völlig hirnrissig erscheinen oder qualitativ minderwertig sind. Ein soziales Jahr macht einen besseren Eindruck als "Per Anhalter durch Europa".

Das kann man gar nicht oft genug wiederholen!

Ich habe bereits Anfang der 80er Jahre Arbeitgeber kennengelernt, die bei der Stellenausschreibung nicht ausschließlich auf die Qualifikation(en) der Bewerber geachtet haben, sondern darauf, ob der bisherige Berufsweg konsequent verfolgt wurde, also ob ein Ziel erkennbar war.

Warum sollte das heute anders sein?

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (14.04.2012, 12:24)
mtg hat geschrieben:
... also ob ein Ziel erkennbar war.


So ist es auch heute noch! Der berühmte "Rote Faden" muss heute zwingend sichtbar sein, wenn man ins Gespräch kommen will. Da kann der Lebenslauf noch so vielseitig sein, so lange es ein erkennbares Ziel gibt (wonach auch gefragt wird!), hast Du unschätzbar wertvolle Punkte gesammelt.

Das ist als junger Mensch nicht leicht. Doch auch mit einem vergleichsweise kleinen Lebenslauf lässt sich schon über Zusatzqualifikationen und außerberufliche Aktivitäten eine Struktur hineinbringen.

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Tito
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Re:

von Tito (14.04.2012, 13:52)

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Petra Wolff
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Re:

von Petra Wolff (14.04.2012, 19:33)
Sehr schön, Tito :lol:
Mein Blog: petrawolff.blog

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