Dieses Wort ist keine Literatur

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Fabula

Dieses Wort ist keine Literatur

von Fabula (14.01.2008, 16:09)
Nach einer Lesung unserer hiesigen Autorengruppe sagte mir einer unserer Mitstreiter:
"Du hast das Wort 'endlich' in deinem Text benutzt. Das ist keine Literatur."
Ich war sprachlos . Ein pasr Tage später fragte ich bei ihm nach. Etwas kleinlaut meinte er, ich hätte dieses Wort zweimal verwendet.
Mit dieser Kritik kann ich sehr wohl leben, nicht aber mit einem "Verbot".
Oder irre ich mich, und es gibt tatsächlich eine schwarze Liste?
Dann irrte wohl auch Goethe, Schiller, Rilke und Heinrich Böll, die dieses 'endlich' ebenfalls verwandten.
Hat hier jemand mehr Ahnung als ich? Dannn klärt mich bitte auf.

Regina

Melissa
Beiträge: 97
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Re:

von Melissa (14.01.2008, 16:15)
[vom Verfasser entfernt]
Zuletzt geändert von Melissa am 18.07.2015, 20:36, insgesamt 1-mal geändert.

Gerhard
Beiträge: 913
Registriert: 07.12.2007, 00:28

Re:

von Gerhard (14.01.2008, 16:19)
Hallo Regina,

wenn jemand der Meinung ist, bestimmte Worte seien keine Literatur, so ist das seine, unmaßgebliche Meinung. Ich persönlich würde darauf absolut nichts geben. Und sollte es irgendwelche Listen mit "verbotenen" Worten geben, so wäre die bei mir im Bruchteil einer Sekunde auf dem Müll.

Aber das ist meine, für mich, maßgebliche Meinung. :wink:

Liebe Grüße
Gerhard

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (14.01.2008, 16:19)
Ein dreifach Hoch dem Definiteur, der sich erdreistet, die Sprache in "Literatur" und "keine Literatur" zu unterteilen.

Natürlich ist ein Wort keine Literatur ... Literatur wird erst aus vielen Worten, die obenunteninnenaußenimherzimgemütundwoandersundüberall etwas bewegen.

Sage Deinem Mitstreiter (frei nach Goethe), er kann mich mal ... die Stelle zeigen, an der steht, welche Worte literaturfähig sind und welche nicht...

Beste Grüße
Matthias

- heute fast werbefrei -

M-F Hakket
Beiträge: 1580
Registriert: 20.08.2009, 13:37

Re:

von M-F Hakket (14.01.2008, 18:25)
Moin Fabula,
nee, wirklich, auf solche Aussagen solltest du definitiv nichts geben. Stelle dir einfach vor, bei deinem Kritiker handelt es sich um irgendeinen gescheiterten Autor, der anderen den Erfolg nicht gönnt. Je lautor solche Kritiker schreien, desto weniger kriegen sie wahrscheinlich selbst hin.
Es wurde auch schon einmal gesagt, dass man Sätze nicht mit "Und" anfangen darf ... und dass man keine "Pfui-Wörter" benutzen darf ... und dass man "böse" Sachen nicht so explizit beschreiben darf ... usw.
Ach, was wäre die Literatur arm dran, wenn sie sich nach Regeln richten müsste ... cheezygrin

PS: Was ist denn Literatur? Na, was zum lesen. Ganz einfach - nicht mehr und nicht weniger.
Gruß
Hakket

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Bärentante
Beiträge: 1778
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Re:

von Bärentante (14.01.2008, 18:34)
Habe spaßeshalber mal hier im Forum die Suchfunktion benutzt. Das Wort "endlich" wurde schon 379 Mal benutzt, nun sind es 380. cheezygrin

Und das mit den "Und-Sätzen" bin ich. Ich stehe dazu und mache das mittlerweile sogar mit Absicht. :lol:
Liebe Grüße
Christel

Nom
Beiträge: 133
Registriert: 03.06.2007, 11:50

Re:

von Nom (14.01.2008, 19:00)
:lol: Bärentante mal kräftig die Tatze ... ähm ... Hand schüttle. Schon in der Schule hieß es immer, ich dürfe kein Und am Satzanfang verwenden. Dann hieß es, dann dürfe man nicht ...

Und.

Soll ich euch was sagen? Nein? Ich machs dennoch. Das Und am Satzanfang war und ist für mich eines der ausdrucksstärksten Satzanfangereien, die es gibt. (Bin dafür, ein Gremium zu bilden, dass einen Preis verleiht für das schönste Satzanfangswort cheezygrin :P - nötigenfalls teile ich mit dir, Bärentante, das Preisgeld smart2 )!

Aber Endlich ist schon sehr unliterarisch :D cheezygrin :wink: Ich krieg mich beinahe nimmer ein. Wie kommt man auf die Aussage, ein Wort sei keine Literatur?... die Gedankengänge mancher Mitstreiter einer Autorengruppe sind unergründlich ...

hwg
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Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (14.01.2008, 19:26)
Literatur = ein Schrifttum, sind Schriftwerke lt. Österr.Wörterbuch.
Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen. Interpretationen sind Men-
schenwerk - und Menschen dürfen auch irren... :lol:

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BlackSheep
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Registriert: 09.01.2008, 15:45

Re:

von BlackSheep (14.01.2008, 20:13)
mal Nachgeschlagen... book: Literatur stand 17-19 jahundert für Gelehrsamkeit blink3 hm.. ->Hypothese: Ein Autor hält das Wort "endlich" für nicht literarisch. Da Literatur aus einer zusammensetzung von Wortbildenden Buchstaben besteht, ist es Faktisch unumgänglich das jegliches Wort Gesprochen sowie Geschrieben Literatur beinhaltet. Das der damalige Umgangston häufiger spielerisch war ( in der 3.Person oder der Gebrauch von synonymen,metaphern,ironie) und diese Zeit grosse Dichter hervorbrachte heisst nicht das Moderne Wortbildung keine Literatur sei. Aus dem Munde eines Autoren/Schriftstellers?? blink3 Dekadent und für sein derzeitigen Geisteszustand ein dilemma dozey:
Humor hat viele Gesichter...

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Claire
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Re:

von Claire (14.01.2008, 20:26)
Das ist keine Literatur

Wow! Es gibt doch tatsächlich Menschen, die die Weisheit mit einem Löffel zu sich genommen haben - offensichtlich aber mit einem Schaumlöffel! thumbdown:

Nix drum geben! (Selbst das könnte unter Umständen Literatur sein!)

LG Claudia
LG Claudia
Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren.

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Vera Wolf
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Re:

von Vera Wolf (14.01.2008, 20:40)
Es war mal ein Streit um das "endlich"
ein Kritiker nannte es schändlich
von Literatur
sah er keine Spur
für uns ist es dennoch "verwendlich"

Vera (ohne Ahnung, ob dies nun ein Literick oder Limeratur war)
www.verawolf.liebe-lebenslust.de

Über Eintragungen der geneigten Leser in mein (neues) Gästebuch würde ich mich sehr freuen!

julia07
Beiträge: 2315
Registriert: 22.05.2007, 17:23
Wohnort: 87700 Memmingen

Re:

von julia07 (14.01.2008, 20:45)
Supi!
So hat diese dämliche Bemerkung von dem selbst ernannten Literaturpapst noch was Gutes gebracht! thumbbup
LG, Julia

Versailles
Beiträge: 878
Registriert: 22.05.2007, 21:57

Re:

von Versailles (14.01.2008, 20:45)
@ Vera: schade, dass es keinen "Applaus"-emoticon gibt, deshalb ein dreifach thumbbup

Also wirklich! Das Wort "endlich" mag wie also etc. als Füllwort gelten, diese aber als Nicht-literatur einzustufen? Lächerlich!

Und in diesem Sinn verabschiede ich mich also endlich
Amalia
DIE COMTESSE ab sofort als "EDITION BOD"
www.comtesse-heloise.de

Autorenphoto von J. Nemeth, Photostudio Kannengiesser, 58095 Hagen (2007)

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (14.01.2008, 20:54)
Diesen Menschen würde ich doch sehr gern einmal fragen, welche Worte seiner vermutlich weltbestimmenden Meinung nach nicht zur Literatur gehören.

Völlig gleichgültig, was er antworten würde, er hätte verloren.

Leilah

Re:

von Leilah (14.01.2008, 23:28)
Hallo Ihr Lieben,

mein Zauberwort heißt K.ü.n.s.t.l.e.r.i.s.c.h.e F.r.e.i.h.e.i.t!
Wenn mich beim Schreiben jucken würde, was man angeblich macht oder nicht macht, dann hätte ich die Schere so tief im Kopf, dass ich gar nicht mehr frei denken könnte.
Die Amtshirne sollen mal schön Worte substantivieren, registrieren, zählen, definieren oder sonstwas. Wir dagegen schnappen uns Worte und spielen damit, wie es unserer Fantasie gefällt. Am Ende hat derjenige recht, der die schönsten Geschichten schreibt, oder?!

Im Übrigen, liebe Regina, sind die Kolleg/inn/en vom Autorenpool eine echte (sehr angenehme) Ausnahme: Nach fast 20 Jahren im schreibenden und komponierenden Bereich muss ich leider sagen, dass der Kultursektor in weiten Teilen von Missgunst und Intrigen durchsetzt ist. Da gibt es nur wenige echte Freundschaften und Solidarität, sondern mindestens genau so viel Mobbing wie in jedem normalen Büro.
Wenn Du siehst, wie die Leute in vielen Literaturforen sich gegenseitig "verreißen" und beleidigen, dann weißt Du bescheid.

Liebe Grüße
Leilah

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