Ebook - ein Flop sondergleichen...

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Isautor
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Re:

von Isautor (18.09.2012, 22:29)
Haha ... bis es so weit kommt, wird aber noch abkassiert. Zumindest von mir. :twisted:
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Klopfer
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Re:

von Klopfer (19.09.2012, 01:56)
W.Waldner hat geschrieben:
Ich wage trotzdem die Prognose, dass die Zukunft des E-Books die vom Autor völlig kostenlos ins Netz gestellte Ausführung ist. Wer dann noch Geld für sein Geschreibsel sehen will, muss schon wie immer gute Beziehungen zu Verlagen haben, die dann von ihren Soldfedern in den Feuilletons den Schmarren hochjubeln lassen.


Und die Verlage verdienen dann ihr Geld womit?
Außerdem besteht heute schon jeder Verlag darauf, auch die E-Book-Rechte zu kriegen, weil die Verlage selbst sehen, dass das ein großer Wachstumsmarkt ist und eine große Verlagerung in diese Richtung stattfinden wird.

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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (19.09.2012, 07:42)
Klopfer hat geschrieben:
Und die Verlage verdienen dann ihr Geld womit?
Außerdem besteht heute schon jeder Verlag darauf, auch die E-Book-Rechte zu kriegen...


Die Verlage verdienen ihr Geld mit dem durch die Massenmedien ferngesteuerten Leser. Das war schon immer so und der Erfolg der meisten Bücher und Autoren (mit Ausnahme vielleicht von Karl May und de Sade) ist ja nicht anders zu erklären.

Die wichtigste Arbeit des Verlags besteht ja nicht in der Herstellung der Bücher, auch nicht im Lektorat, sondern darin, das Buch ins Gespräch zu bringen. Das gelingt mit verschiedensten Methoden, von den aufgeregten Artikeln in den Zeitungen der bescheuerten Bildungsbürger über ein neues Werk des großen Dichters bis hin zu den Schmierenkomödien, wo genau zeitgleich zur Buchveröffentlichung ein Streit in allen Kanälen um die Frage hochkocht, ob der Verfasser wirklich in seiner frühen Jugend bei der SS oder die Autorin auf dem Strich war.

Das alles arrangiert ein guter Verlag und deswegen braucht es den auch in der Regel, wenn jemand berühmt werden will. Allerdings darf man sich keine großen Hoffnungen zu machen, einfach so mit einem sehr tollen Buch in den erlauchten Kreis zu gelangen, über den abends im Literarischen Quartett diskutiert wird. Da herrschen nämlich noch etwas andere Spielregeln, als der brave Leser, der gefesselt vor der Glotze die Diskussion verfolgt, sich vorstellen könnte.

Das Verlagswesen ist nämlich ein schmutziges Geschäft und die Verlage sind gezwungen, noch ganz andere Interessen mit ihrer Arbeit zu bedienen, als nur das Interesse der Leser an einer spannenden Lektüre. Anders wäre mit dem Schund von Manuskripten, aus dem dann die Bestseller für den ferngesteuerten Leser geschaffen werden, kaum jemals das Geld für die Druckerfarbe zu verdienen.

Das Verlagsgeschäft mit den E-Books wird aber bald unter den kostenlosen Werken im Internet leiden. Ob die Verlage das mit ihren Tricks geschäftlich überleben werden, ist eine spannende Frage. Ausschließen möchte ich es nicht, dass der ferngesteuerte Leser trotz aller kostenlosen Angebote unbedingt die von den Verlagen über die Massenmedien hochgejubelten teuren E-Books der großen Verlagshäuser lesen will. Aber das sind nur wenige Prozent der jährlichen Neuerscheinungen, die überwiegende Zahl der Bücher wird in Zukunft wohl frei ins Netz gestellt werden.
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Warum die Geldpolitik 1929-33 die Weltwirtschaftskrise verursacht hat

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Isautor
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Re:

von Isautor (19.09.2012, 09:21)
die überwiegende Zahl der Bücher wird in Zukunft wohl frei ins Netz gestellt werden.


Sicher nicht. Genauso wie die überwiegende Zahl der Musikstücke nicht frei ins Netz gestellt wird, genauso wird das mit Ebooks auch nicht sein.
Ich gehe mal davon aus, dass du keinen Schimmer hast, wo diese Gratisbücher herkommen. Und wo sie wieder hingehen.

Die Ebookautoren und Anbieter verdienen dermaßen gut an den Ebooks, dass nur Idioten den Stoff dauerhaft gratis anbieten.
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (19.09.2012, 10:49)
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Zuletzt geändert von Siegfried am 08.11.2012, 00:29, insgesamt 1-mal geändert.

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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (19.09.2012, 14:59)
Siegfried hat geschrieben:
Homepage von W. Waldner: Kein kostenloses Download der E-Books. E-Book ausschließlich gegen Geld! Von kostenloser Verbreitung keine Spur.


Die Bücher mit laufenden BoD-Vertrag kann ich aus verständlichen Gründen noch nicht zum kostenlosen Download anbieten. :roll:

Sobald die Verträge ausgelaufen sind, wird sich das voraussichtlich ändern.

Inzwischen kann man sich ja mal meinen

"VWL-Schwindel" http://www.wolfgang-waldner.com/volkswirtschaftslehre/

und als Ergänzung

"Weltwirtschaftskrise 1929-33" http://www.wolfgang-waldner.com/

zur freien Lektüre und Weiterverbreitung sichern. Sind jeweils über 50 Seiten als PDF.

Ich bin da ja erst am Anfang und mache garantiert so weiter. thumbbup
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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (19.09.2012, 17:22)
Autor ist ein Beruf, Prostituierte(r) ist ein Beruf PUNKT.
Und wer es für umsonst macht muss sich wohl oder übel alimentieren lassen, denn gegen Geld arbeiten ist ja offensichtlich unehrenhaft (wenngleich mir dafür keine volkswirtschaftliche Theorie bereit liegt).

Haifischfrau - mal wieder außerordentlich belustigt
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W.Waldner
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Re:

von W.Waldner (19.09.2012, 19:29)
Haifischfrau hat geschrieben:
... denn gegen Geld arbeiten ist ja offensichtlich unehrenhaft (wenngleich mir dafür keine volkswirtschaftliche Theorie bereit liegt).


Wer für Geld arbeitet, muss die Bedürfnisse der Kunden befriedigen, was vor allem im Bereich der Ideologieproduktion durch Autoren meist sehr schmerzhafte Verrenkungen erfordert. Wer wirklich davon leben will, betreibt geistige Prostitution oder macht Firlefanz.

Es ging aber eigentlich nur darum, dass die Entwicklung bedingt durch die kostenlose Erzeugung von Kopien auch auf deren kostenlose Abgabe an die Leser hinausläuft.

Das wird einfach so kommen. Wer Erfahrung im Internet gesammelt hat, weiß außerdem aus vielen Bereichen, dass die kostenlosen Produkte fast immer auch qualitativ die besseren Alternativen zu dem für viel Geld angebotenen Zeugs sind. Das wird vor allem für Bücher bald deutlich sichtbar werden, weil engagierte Autoren ihre Werke möglichst problemlos und für jeden Preis, also auch umsonst, verbreiten wollen. Bei denen, die nur für Geld schreiben, merkt man das halt auch sehr deutlich.
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Isautor
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Re:

von Isautor (19.09.2012, 20:54)
Man merkt, dass du keinerlei Erfahrung auf dem Gebiet der belletristischen Unterhaltungsliteratur hast. :lol:
Mein Tipp: versuchs wenigstens mal. Du wirst dich wundern.

Und nenne mir wenigstens mal 10 engagierte Autoren, die dringend ihre Bücher gratis verbreiten wollen und das auch tun. Engagiert zusammen mit kostenlos verbreiten ... das ist nämlich ne Kombi, die ich erst mal sehen will. cool5
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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (19.09.2012, 21:51)
W. Waldner, wenn meine Leser (die ja nicht meine sondern des Verlags Kunden sind) nicht durch die Lektüre meiner Bücher befriedigt (das will ich mal nicht weiter ausführen!) würden, würden sie wohl kaum meine Produkte kaufen, weiterempfehlen, verschenken und die Folgeprodukte ebenfalls ...

Da du nur die Alternativen Müllproduktion oder geistige Verbiegung anbietest, mach dir einfach deinen eigenen Reim darauf.

Wie ist denn das mit der Literatur, die in der DDR publiziert wurde? Christa Wolf, Hermann Kant u.a.? Haben die sich verbogen? Was meinst du? Oder haben sie Müll produziert? Oder haben sie sich nur prostituiert, weil sie ja für ihre intellektuell-geistige Arbeit vom Staat bezahlt wurden? Und wie ist das mit Wolf Biermann? 2-fach verbogen?

Vermutlich sind die alle geographisch und intellektuell zu weit von dir entfernt!

haifischfrau
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Perchta
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Re:

von Perchta (20.09.2012, 03:16)
Wer Erfahrung im Internet gesammelt hat, weiß außerdem aus vielen Bereichen, dass die kostenlosen Produkte fast immer auch qualitativ die besseren Alternativen zu dem für viel Geld angebotenen Zeugs sind.


Das könnte ich jetzt nicht bestätigen.

Und nur noch ein Gedanke zu den Tätigkeiten der Verlage: Ist es nicht normal, daß man den Handel in erster Linie dafür bezahlt, daß er Ware für den Kunden verfügbar macht? Im Fall eines Buches heißt das: bekannt und auffindbar in einem Meer aus anderen Texten.

Daß das in der Praxis häßliche Auswirkungen hat, will ich gar nicht bestreiten. Nur was grundsätzlich ehrenrührig daran sein soll, wenn die Verlage einen Großteil ihres Budgets in die Werbung stecken, das verstehe ich nicht.

Natürlich steht es jedem frei, seine Texte kostenlos ins Internet zu stellen. Tun sehr viele. Sie werden aber kaum gefunden und kaum gelesen.
Mein Dilettanten-Projekt. "Dilettant" ist übrigens abgeleitet vom lateinischen "delectare" = "erfreuen".

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jenne
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Re:

von jenne (21.09.2012, 13:14)
Siegfried hat geschrieben:
Offenbar ist es tatsächlich so: Wenn es um das Geld anderer Leute geht, dann wird wild gefordert ("nichtkommerzielles Kopieren muss erlaubt sein")

Geht es um das eigene Geldverdienen, gilt alles Gerede nicht mehr.


Ich denke auch, die Piraten haben da nicht richtig nachgedacht bzw. die sehen es einseitig. Das Beispiel mit der Julia Schramm ist super :D. Mehr dazu: http://www.zeit.de/politik/deutschland/ ... h-Download
Wenn sie es ganz frei wollte, hätte sie es ganz ohne Verlag machen können, nur als eBook (PDF). Oder aber sie bezahlt den Verlag, damit ihre Leser es kostenlos bekommen können... ;).
j.

PS: Umfrage zu DRM: http://www.bod.de/autorenpool/buch-lieb ... 15109.html

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