"Echter" Verlag um jeden Preis?

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


Benutzeravatar
PvO
Beiträge: 854
Registriert: 21.10.2007, 09:50
Wohnort: Ostseebad Prerow

Re:

von PvO (15.01.2009, 10:31)
Das hat zur Folge, daß es eine Schwemme preisgünstiger Bestseller gibt... und das Buch mit Miniauflage ist im Vergleich dazu extrem teuer. So sinken dann die Chancen für Nicht-Bestseller....

Genau das ist das BOD Problem schlechthin. Ich muss keinen Bestseller kaufen, wenn er raus kommt und teuer ist. Irgendwann steht das Buch im Ständer als Softcover, für 9,95 und daneben stelle sich man ein 400-Seiten BOD für 19,95 vor. Wer soll das kaufen?

Benutzeravatar
MW
Beiträge: 663
Registriert: 08.10.2008, 20:51
Wohnort: berlin

Re:

von MW (15.01.2009, 12:01)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Mit dem Absatz von "Bestsellern", die nicht unbedingt einem anspruchsvollen Literaturbegriff entsprechen müssen, finanziert ein
herkömmlicher Verlag die anderen, meinetwegen "schöngeistigen" Buchproduktionen - auch Werke von bislang unbekannten Autoren,
ohne dass diese dafür etwas bezahlen müssen. Das merkantile Risiko trägt der Verlag ebenso wie der Autor, denn wenn nur wenige Käufer zu diesem Buch greifen, schaut's auch mit den Honorarabrechnungen für den Verfasser des Werkes schlecht aus.


Keine Frage! da gebe ich dir völlig recht. Und es ist ja auch richtig, dass die Verlage dies so handhaben.

aber meine aussage war ja, dass nicht "nur" das geld eine rolle spielen darf. finanziert der verlag über die "bestseller" auch die "schöngeistige" literatur, ist alles in bester ordnung.

sollte sich der buchmarkt hingegen nur auf "potentielle bestseller" beschränken - und wäre es zudem dem autor verboten, seine bücher auch unter rein künstlerischen gesichtspunkten (auf eigene kosten) auf den markt zu bringen - haben wir rasch einen trivialmarkt. und genau das finde ich nicht so dolle.

zudem wachsen autoren ja auch mit ihren werken. auch ein günther grass hat seine ersten werke auf eigenkosten herausgebracht ... bis ein verlag aufmerksam wurde. derlei beispiele gibt es ja zahlreiche.
aktuelles sachbuch: "design kalkulieren"
www.designkalkulieren.de

artwork: www.designers-inn.de
schreiben: www.angenehme-vorstellung.de
thriller: www.marclinck.de
musik: www.linck-live.de

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (15.01.2009, 12:09)
Gäbe es eine gemeinsame Vertriebsstelle aller BoD-Angebote zu üblichen Buchhandelsbedingungen, wozu auch ein ständig aktualisierter Katalog gehören müsste, wäre das möglicher Weise eine Chance für eine Präsenz in den Buchhandlungen.

In Österreich gibt es einen regelmäßigen Katalog, in dem die Eigenverlage ihre Produktionen anbieten und dadurch auch im Buchhandel präsent sind.

Benutzeravatar
cosmopolit
Beiträge: 539
Registriert: 03.11.2008, 17:04
Wohnort: 44581 Castrop-Rauxel

Re:

von cosmopolit (15.01.2009, 12:36)
hwg (Moderator)
Gäbe es eine gemeinsame Vertriebsstelle aller BoD-Angebote zu üblichen Buchhandelsbedingungen, wozu auch ein ständig aktualisierter Katalog gehören müsste, wäre das möglicher Weise eine Chance für eine Präsenz in den Buchhandlungen.

In Österreich gibt es einen regelmäßigen Katalog, in dem die Eigenverlage ihre Produktionen anbieten und dadurch auch im Buchhandel präsent sind.

Nur mal ein Gedanken anstoß:Besteht nicht die Möglichkeit derartiges als Verein aufzuziehen?Sagen wir mal bei einen Vereinsbeitrag von monatlich ca.10 Euro,die ja bestimmt mindestens jeder für seine Eigenwerbung ausgibt.Dadurch hätte man ja die Möglichkeit,die Leute die die Arbeiten ausführen auch reell zu bezahlen.Weiter gesponnen kann ja sogar mal ein Verlag daraus entstehen.Der Verein hätte ja durch die Anballung an Druckerzeugnissen dadurch auch eine ganz andere Macht die Preise zu gestalten.Genauere Statuten der Selbstbeteiligung ,je nach Genre könnte man ja festlegen.Aber nach außen ist das dann Definitiv ein Verlag.
Wenn ich hier rum spinne ruhig Gegenargumente schreiben.Aber ich denke die Dinge die man nicht selber in die Hand nimmt,werden auch nicht von anderen erledigt.
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

büchernarr

Re:

von büchernarr (15.01.2009, 12:39)
Hallo Cosmopolit,
ein solches Konstrukt hätte ja wirtschaftlichen Charakter. Ob sich das mit dem Vereinsrecht vereinbaren lässt, halte ich für fraglich.
Grüße
Bernd

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (15.01.2009, 12:45)
Also, laut österreichischem Recht darf ein Verein zwar Mitgliedsbeiträge kassieren, muss diese ausschließlich für Vereinszwecke verwenden, darf an Funktionäre keine Gehälter ausbezahlen und auch keine gewerbliche Tätigkeit entfalten. Sollte nach Vereinsauflösung ein Überschuss in der Kassa aufscheinen, muss dieser Betrag karitativen Zwecken zugeführt werden.

Es gibt zwar Ausnahmen, so ist der ÖGB (Gewerkschaftsbund) formal auch ein Verein, allerdings mit diesbezüglichen Ausnahmeregelungen.

Ob die Praxis in Deutschland auch so ist, weiß ich allerdings nicht.

Aus meiner Sicht wäre es gescheiter, würden die BoD-Unternehmen, die ja genügend Einnahmen haben, sich kurzschließen und eine derartige Vertriebsgesellschaft auf die Beine stellen. Schließlich müssten sie dafür ja auch geeignetes Personal haben.

büchernarr

Re:

von büchernarr (15.01.2009, 12:49)
Hallo,
das Vereinsrecht ist in D etwa gleich gelagert. Die Idee eines Zusammenschlusses von POD-Verlagen hielte ich für aussichtsreicher, wäre da das böse Konkurrenzdenken nicht.
Grüße
Bernd

Benutzeravatar
cosmopolit
Beiträge: 539
Registriert: 03.11.2008, 17:04
Wohnort: 44581 Castrop-Rauxel

Re:

von cosmopolit (15.01.2009, 12:49)
Bernd:
Hallo Cosmopolit,
ein solches Konstrukt hätte ja wirtschaftlichen Charakter. Ob sich das mit dem Vereinsrecht vereinbaren lässt, halte ich für fraglich.
Grüße
Bernd

Erst mal ist das nur ein Grundgedanke,aber was ist mit den ADAC,und anderen Vereinen? Natürlich müsste man sich mit dem Vereinsrecht und mit Anwälten genauer auseinander setzen.Ich denke da werden bestimmt noch ein paar "juristische" Antworten kommen.
Erwachsen wirst du nicht mit dem alter,sondern erst dann wenn du die Fehler zuerst bei dir suchst. http://uae-alfred.blogspot.com/

büchernarr

Re:

von büchernarr (15.01.2009, 12:53)
Hallo Cosmopolt,
natürlich ist deine Anregung "nur" ein Grungedanke. Aber gerade deswegen diskutieren wir hier ja das "Für" und "Wider".
Grüße
Bernd

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (15.01.2009, 12:55)
"Richtige" Verlage sind ja auch Konkurrenten - und trotzdem gibt es gemeinsame Kataloge. Wie könnten sonst Grossisten und Buchhändler ihre Bestellungen bewältigen?

Es müssten sich eher die BoD-Unternehmen zu einer Gesellschaft vereinen, dann konnte die Sache eventuell funktionieren. Profitieren würdem von einem derartigen Zusammenschluss in Sachen Werbung und Vertrieb ja die Unternehmen und bei entsprechenden Konditionen auch der Buchhandel. Nicht zuletzt auch die BoD-Autoren, da ein besserer Absatz ihrer Bücher erreicht werden würde.

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re:

von hawepe (15.01.2009, 13:17)
Hallo Bernd,

büchernarr hat geschrieben:
ein solches Konstrukt hätte ja wirtschaftlichen Charakter. Ob sich das mit dem Vereinsrecht vereinbaren lässt, halte ich für fraglich.


Nein, lässt es sich nicht. Ich habe das vor zwei, drei Jahren mal für einen Verein recherchiert. Wirtschaftliche Tätigkeit ist nur in eingeschränktem Rahmen und zur Verwirklichung der Vereinszwecke gestattet. Als Rechtsform für Wirtschaftsunternehmen ist der Verein aber nicht zugelassen.

Aber das ist meiner Meinung nach ohnehin ohne Bedeutung, weil es wie so oft erst einmal um die Frage geht, wie man ein solches Projekt finanzieren kann. Und dafür sehe ich keine Chance.

Einige Tausend Buchtitel in einem Katalog zu erfassen und an die Buchhandlungen auszuliefern, ist das eine, diesen Katalog und seine Verbreitung zu finanzieren das andere.

Beste Grüße,

Heinz.

Benutzeravatar
Conny
Beiträge: 1149
Registriert: 07.10.2008, 17:01
Wohnort: Eifel

Re:

von Conny (15.01.2009, 13:23)
Und ich werfe nochmal die Frage nach dem geeigneten Personal in den Raum.

LG, Conny
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
Antoine de Saint- Exupéry

www.kundenkoller.over-blog.de

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (15.01.2009, 13:24)
Verdienen die BoD-Unternehmen, vor allem die größeren, nicht genug, um so einen Katalog zu erstellen und über einen Großvertrieb an die Buchhändler zu bringen. BoD Norderstedt gehört ja zu Libri, oder?

Benutzeravatar
MW
Beiträge: 663
Registriert: 08.10.2008, 20:51
Wohnort: berlin

Re:

von MW (15.01.2009, 15:43)
ein weiterer gedanke:

es wäre vielleicht auch nicht so übel, wenn seitens der POD-verlage zumindest ein - ich nenne es einmal - "oberflächliches lektorat" pflicht wäre. bei diesem sollte zumindest eine rechtschreibkorrektur stattfinden. damit würde zwar der preis für eine VÖ steigen - es würde dem ruf aber nicht schaden ...

so gibt es z.b. in der musik gewisse technische mindestanforderungen an eine cd, bevor diese in den handel kommt. diese kann jeder produzent erfüllen, haben aber dennoch etwas mit geld und zeit zu tun. eine vergleichbare selektion "formales mindestmaß" wäre möglicherweise auch für den podmarkt gar nicht so schlecht?!
aktuelles sachbuch: "design kalkulieren"

www.designkalkulieren.de



artwork: www.designers-inn.de

schreiben: www.angenehme-vorstellung.de

thriller: www.marclinck.de

musik: www.linck-live.de

büchernarr

Re:

von büchernarr (15.01.2009, 15:47)
@MW
thumbbup
Bernd

Zurück zu „Self-Publishing“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.