"Echter" Verlag um jeden Preis?

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.01.2009, 15:55)
Hallo Marco,

MW hat geschrieben:
es wäre vielleicht auch nicht so übel, wenn seitens der POD-verlage zumindest ein - ich nenne es einmal - "oberflächliches lektorat" pflicht wäre. bei diesem sollte zumindest eine rechtschreibkorrektur stattfinden.


Du bist mutig, in diesem Forum so etwas zu schreiben. Alles, was auch nur ansatzweise in die Autonomie der Autoren eingreifen konnte, wurde in der Vergangenheit mit dem Aufschrei beantwortet, dadurch würden das Recht auf ungehinderte Veröffentlichung von Büchern, würden die Demokratie und die künstlerische Freiheit der Autoren eingeschränkt.

Ich habe vor langem mal kurz die Entstehung des Labels Reise-Knowhow vorgestellt, mit dem mehrere Kleinverlage dem Buchhandel eine Qualitätsgarantie gaben. Vielleicht, überlegte ich, ließen sich die Erfahrung auf Book on Demand übertragen.

Die Reaktion war eindeutig negativ. Leider fehlt mir bislang jede Idee, wie sich irgendwelche Qualitätssicherungen kostenneutral verwirklichen lassen könnten.

Ursprünglich hatte ich zwar einige Hoffnungen in die Edition Eichborn von BoD und die Pernobilis-Edition von Engelsdorf gesetzt, aber beide kommen nicht wirklich voran. Mal abwarten, was die Lyrik-Edition von Engelsdorf in dieser Richtung schafft.

Beste Grüße,

Heinz.

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MW
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Re:

von MW (15.01.2009, 16:37)
ui ui ... das habe ich natürlich nicht gewusst :-) aber es sei versichert: ich meinte auch nur die formale korrektur ;-) künstlerisch kann natürlich jeder tun und lassen was er möchte.

zum thema kostenneutral: klar kostet ein lektorat geld und damit wären die 39 euronen wohl nicht mehr zu halten. aber dann kostet ein buch eben 400 oder 500 euro. dafür ist es erst einmal sauber - und vergleichsweise immer noch preiswert. zudem überlegt man vielelicht eine sekunde länger, ob wirklich alles schick geworden ist. ich meine, in jedem anderen künstlerischen bereich sind ´ne menge vorinvestitionen nötig. jeder kleinen hinterhof-musikband wird zugemutet, für ein halbwegs professionelles demo mit 3 titeln mal eben 1.500+ auf den tisch zu legen ... und da ist noch lange keine veröffentlichung in sicht. dazu kommen dann noch die ganzen instrumente und und und ... also hier hat man es als schreiberling doch entschieden einfacher und vielleicht noch etwas finanzielle luft für ein einfaches lektorat, oder?!

;-)
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Bärentante
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Re:

von Bärentante (15.01.2009, 18:08)
Bei 400 Euro Anfangskosten für den Kunden werden aber die Maschinen bei den PoD-Anbietern nicht mehr ausgelastet. Darum geht es doch wohl bei den Sonderangeboten. :wink:
Liebe Grüße
Christel

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (15.01.2009, 18:30)
MW hat geschrieben:
zum thema kostenneutral: klar kostet ein lektorat geld und damit wären die 39 euronen wohl nicht mehr zu halten. aber dann kostet ein buch eben 400 oder 500 euro. dafür ist es erst einmal sauber - und vergleichsweise immer noch preiswert.


Ich denke jetzt einfach mal ein Stückchen weiter:

Bei 500 Euro (mit Korrektorat) zucken einige - oder auch eine ganze Reihe - von On-Demand-Autoren heftig zusammen (je teurer On Demand, desto breiter das Grinsen bei DKZV).

Und nach kurzer Zeit wird es den ersten On-Demand-Anbieter auf dem Markt geben, der aus der Phalanx der »Selbstverpflichtung der On-Demand-Anbieter« (mich schüttelt's bei dem Wort »Selbsverplfichtung«) aus wirtschaftlichen Gründen ausscheren wird: »Bei uns müssen Sie nicht ..., deshalb können wir günstiger als die Konkurrenz ...«

Und »Puff!« geht der Anspruch von On-Demand-Büchern mit sauberem Korrektorat durch den Zerstäuber ... cheezygrin

Was Geld kostet oder Arbeit macht, wird nicht gern gesehen! cool5

LG
Siegfried

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MW
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Re:

von MW (15.01.2009, 18:32)
Klar. war auch eher ein wunschgedanke, als ein ernst gemeinter vorschlag ;-)
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AF Verlag

Re:

von AF Verlag (15.01.2009, 20:27)
blink3 Ich wäre schon froh, mal ne halbwegs fehlerfreie Textprobe zu bekommen...

sleep: Ein Wunschtraum, ich weiß...

Jens

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (16.01.2009, 08:18)
MW hat geschrieben:
eine vergleichbare selektion "formales mindestmaß" wäre möglicherweise auch für den podmarkt gar nicht so schlecht?!


Unbedingt!

Dabei muss man klar sagen: das wäre sogar machbar.

1. Autor reicht PDF ein und bestimmt Sprache (Österreichisch oder "Dialekt" sind zulässig).
2. BOD-Maschine führt automatische Rechtschreibkorrektur gemäß Projektsprache aus (entfällt bei Dialekten oder Exoten).
3. Bei Überschreiten einer Fehlerquote wird das Projekt zurückgewiesen.

Das kann man automatisieren, Personaleinsatz ist nicht notwendig. Ggf. dürfen die Autoren den Thesaurus selbst ergänzen, dabei wäre dann jedoch eine QS erforderlich.

Oder: erfolgreich geprüfte Bücher erhalten ein Prüfsiegel.

Gruß, Valerie
blink3

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Conny
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Re:

von Conny (16.01.2009, 08:35)
Hi Valerie!

So etwas wie ein Bücher- TÜV?

Und bei nicht geprüften steht dann auf dem Cover: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Germanisten ...

Hätte was cheezygrin

LG, Conny
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
Antoine de Saint- Exupéry

www.kundenkoller.over-blog.de

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JessM
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Re:

von JessM (16.01.2009, 10:10)
Valerie J. Long hat geschrieben:
2. BOD-Maschine führt automatische Rechtschreibkorrektur gemäß Projektsprache aus (entfällt bei Dialekten oder Exoten).


Das Ganze hat nur einen Deckfehler.
Ich erinnere jeden daran, wie Word manches Mal schlecht korrigiert. Besonders in der Deutschensprache ist das nicht leicht, wie oft mein Korrekturprogramm Fehler gefunden hat, die korrekt sind. blink3

Also das sollte dann doch lieber ein Mensch machen.
Wo wir wieder bei Lektoren sind, die nichts anders bei einem Verlag machen als das.

Hanna
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Re:

von Hanna (16.01.2009, 10:22)
Das Ganze hat nur einen Deckfehler.
Ich erinnere jeden daran, wie Word manches Mal schlecht korrigiert.


Hallo Jesse
Kannst Du mir erklären, was Du unter einem Deckfehler verstehst? Ist das ein Insiderausdruck?
Liebe Grüsse Hanna[/quote]

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hawepe
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Re:

von hawepe (16.01.2009, 10:23)
Hallo Jessica,

JessM hat geschrieben:
Das Ganze hat nur einen Deckfehler.
Ich erinnere jeden daran, wie Word manches Mal schlecht korrigiert.


Und auch Korrekturprogramme, die besser funktionieren, korrigieren falsch oder erkennen Fehler nicht.

Also das sollte dann doch lieber ein Mensch machen.
Wo wir wieder bei Lektoren sind, die nichts anders bei einem Verlag machen als das.


Lektoren bedarf es dafür nicht, sondern "nur" Korrektoren, aber auch die wollen bezahlt werden. Gute Korrektoren sind rar und dementsprechend teuer.

Beste Grüße,

Heinz.

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LordKotz
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Richtig!

von LordKotz (16.01.2009, 10:56)
Korrekturpogramme sind sehr unzuverlässig. Kann ich aus eigener Leidvoller Erfahrung sagen
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

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JessM
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Re:

von JessM (16.01.2009, 12:02)
@Hana: Es ist ein Ausdruck, dass in der Logik/Vorschlag, so wie er vorgebracht wurde, etwas nicht stimmig ist.
In dem Sinne kann man es schon als Insiderausdruck verstehen.


@hawepe: Ja das sind sie, sie sind, würde BoD also solche Leute einstellen, wäre es vorbei, jedes Buch einzustellen, dann wäre da Geschrei eigentlich wieder genauso groß wie bei den Verlagen.


Ich könnte mir gut vorstellen, wenn BoD solche Leute hätte, dass es dann in verschiedenen Communitys dazu führen könnte, dass man sich gewaltig darüber aufregt, wieso sein eigenes Buch abgelehnt wurde.
So müsste man sich dann wieder damit auseinander setzen und Bangen und hoffen.

BoD hat ja den entscheiden Vorteil, wie glaube ich schon von einigen, wenn nicht sogar von dir, angesprochen wurde, dass man da nicht so eine Angst haben muss, dass das eigene Manuskript abgelehnt wird und man sich damit auseinander setzen muss, sollte es zu einer Ablehnung kommen.
Kommen jedoch Korrektoren ins Spiel, passiert es sehr schnell, dass das eine oder andere Skript schon nach der ersten zweiten Seite ablehnt wird.

Indirekt hätte man so einen Fall wie bei Verlagen, es wird beworben, geprüft und man wird genommen oder ablehnt. =/
Die Qualität steigt, aber dafür auch der Unmut, wenn es mal nicht geklappt hat. ^^;


Aber ich glaube, jetzt wiederhole ich mich... ^^;

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (16.01.2009, 12:14)
Deckfehler

Es ist ein Ausdruck, dass in der Logik/Vorschlag, so wie er vorgebracht wurde, etwas nicht stimmig ist.
In dem Sinne kann man es schon als Insiderausdruck verstehen.


Insiderausdruck Deckfehler kenne ich bei der Buchherstellung nicht, aber vielleicht bei Züchtern?
wow3

julia07
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Re:

von julia07 (16.01.2009, 12:18)
@ Valerie
Soooo schlecht finde ich Deinen Vorschlag nicht, denn selbst wenn man das nur als "Ermahnungsfunktion" betrachtet, doch noch einmal eine Korrektur vorzunehmen, wären wir schon einen Schritt weiter. Dabei ist es m. M. nicht unbedingt essentiell, dass die gefundenen Fehler auch wirklich alle welche sind.
Bei den technischen Spezifikationen baut man ja auch Fehlersuchfunktionen ein, warum also nicht dabei?
Hier bei uns im Forum gibt es genug Autoren, die alleine aus Schusseligkeit die falsche, fehlerhafte Textdatei hochgeladen haben - ich inklusive cheezygrin
So eine Funktion hätte mich jedenfalls vor Schaden bewahrt.

@ Jess
Bist Du Dir sicher, dass Du nicht doch "Denkfehler" meintest, anstatt "Deckfehler"? :wink:

LG,
Julia

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