"Echter" Verlag um jeden Preis?

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WalterJoergLangbein

Bewunderung, nicht Verachtung!

von WalterJoergLangbein (16.01.2009, 12:50)
[quote="LordKotz"]Glaube sogar es gibt hier im Forum auch Autoren die Bod´ler verachten, nur da ergibt sich die Frage warum sind sie dann hier?
Gott sei dank gibt es Schriftsteller die auch zumeist selbst den steinigen Weg nach "oben" gegangen sind und wissen wie schwer der stand ist.
quote]

LordKotz, bitte entschuldige, wenn ich etwas aus einem früheren Beitrag vn Dir rausgeschnitten habe... einfach um besser zu verdeutlichen, worauf ich antworten möchte.

1.) Verachtung gegenüber BODlern ist in keiner Weise angebracht, ganz im Gegenteil. BODler sind Autoren, die mit Enthusiasmus und Engagement Schriftsteller sind. Jeder BODler weiß zudem sehr viel mehr als der »durchschnittliche« Profi-Autor, wie man ein Buch macht. BODler geben nicht einfach ein Skript ab, sie leisten erhebliche fach- und sachkundige Arbeit: nach Erstellung des Manuskripts bis zum Erscheinen des Buches.

Ehrlich: Ich könnte das nicht. Deshalb ziehe ich voller Bewunderung meinen Hut vor BODlern.... Liebe BODler: Ihr leistet Großartiges!

2.) Der Weg des Profiautoren ist immer steinig, nicht nur »nach oben«... wenn wir mal unter »nach oben« den Weg zur Erstveröffentlicung verstehen wollen. Besagter Weg ist und bleibt steinig, Tag für Tag... immer. Der Beruf ist extrem stressig und wird nicht leichter.

3.) Noch eine grundsätzliche Anmerkung zu BOD: BOD ist doch eine großartige Idee, sehr vernünftig und sinnvoll! Bücher nur zu drucken, wenn sie bestellt - also »gebraucht« - werden, das ist sehr sinnvoll!

Walter

PS) LordKotz, ich habe mich nicht als BODler-Verächter angesprochen gefühlt, bin ja keiner. Trotzdem hatte ich das Bedürfnis, zu antworten

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JessM
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Re:

von JessM (16.01.2009, 13:06)
julia07 hat geschrieben:
@ Jess
Bist Du Dir sicher, dass Du nicht doch "Denkfehler" meintest, anstatt "Deckfehler"? :wink:


Ich meine natürlich den Denkfehler.
Ich sollte auf der Arbeit nicht dreißig tausend Dinge gleichzeitig machen. cheezygrin (haha)

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (16.01.2009, 14:15)
Valerie J. Long hat geschrieben:
2. BOD-Maschine führt automatische Rechtschreibkorrektur gemäß Projektsprache aus (entfällt bei Dialekten oder Exoten).


Die Idee mag ja gut klingen, aber es gibt einiges, was dagegen spricht:

a) wenn es ein Computerprogramm gäbe, das in der Lage wär, die deutsche Rechtschreibung automatisch zu prüfen, dann wäre diese Software vermutlich ein Verkaufsschlager in sämtlichen Verlagslektoraten und Zeitungsredakionen. Weil es eben eine Unmasse an Fehlern verhindern würde. Leider gibt es eine solche Software aber nicht - und sie zu entwickeln, würde vermutlich Millionen kosten

b) eine solche automatisierte Prüfung ist bei Gedichten per se nicht einsetzbar, da Gedichte nicht den Regeln der deutschen Rechtschreibung unterliegen, insbesondere was die Zeichensetzung angeht. Und bei der Groß-Kleinschreibung gibt es in der modernen Lyrik auch freie Gestaltungsmöglichkeiten

c) in Prosatexten wäre dieses Programm gefordert, Dinge wie Mundart oder gesellschaftsspezifische "Sprach-Schlampereien" wie Unterschicht-Sprache oder Jugend-Slang zu erkennen. Direkte Rede ließe sich vielleicht noch herausfiltern, aber bei indirekter Rede, inneren Monologen oder Gedankengängen wird es schon extrem eng. Manche Bücher der Weltliteratur würden so eine Prüfung nicht bestehen (James Joyce hätte seinen »Ulysses« bei einem solchen Prüfprogramm niemals durchbekommen)

d) bestimmte Ausdrücke im Deutschen können maschinell gar nicht erkannt werden. Ein beliebtes Beispiel ist das Thema der Groß-Kleinschreibung. Ob ein Satz "Ich habe in Havanna liebe Genossen" richtig ist oder "Ich habe in Havanna Liebe genossen", das läßt sich nur aus dem Kontext erkennen. Und wie soll eine Maschine erkennen, ob das Fehlen des Verbs in einem Satz vom Autor beabsichtigt ist oder ob das Verb einfach nur vergessen wurde?

Die Korrektur eines Texte ist und bleibt auf absehbare Zeit eine manuelle Arbeit, für die man Menschen benötigt. Auch wenn Computer immer besser werden, das Programm, das unsere Sprache sauber analysieren, bewerten und korrigieren kann, muss erst noch erfunden werden.

Wir können unsere Sprache natürlich der Maschine anpassen cheezygrin Aber ob wir das wirklich wollen?

LG
Siegfried

Nachtrag:

Wie schlecht mit Sprache umgegangen wird, zeigt sich immer wieder, wenn man automatisch übersetzte Bedienunganleitungen liest. Auszug aus der Bedienungsanleitung für einen Monitor:

Lesen Sie alle von diesen Anweisungen.
Bewahren Sie diese Anweisungen für künftige Anwendung.
Ausstöpseln Sie diesen Monitor vom Wandausgang vor der Reinigung. Nimmer die Flüssigkeitsreinigungsmittel oder die Aerosolreinigungsmittel verwenden. Verwenden Sie ein feuchtes Tuch zur Reinigung.
Nimmer die nicht von dem Monitorherstellern empfehlenden Vorrichtungen verwenden, da sie die Gefahren entstünden.


Genau so übel ist es allerdings, wenn sich Nicht-Fachleute an Sachtext-Übersetzungen wagen. Letztens habe ich eine DVD über den Seekrieg im Mittelmeer 1941 - 1943 gesehen. Da hieß es doch tatsächlich, die britische Marine hätte vor Kreta gegen die italienische Marine mit Kreuzfahrtschiffen gekämpft. Ganz offensichtlich hat man »Cruiser« (= Kreuzer) mit »Kreuzfahrtschiff« übersetzt. Ganz schlimm wurde es dann, als am Himmel »Tauch-Bomber« auftauchten (wörtliche Übersetzung von »Dive bomber«. die im Deutschen nun mal »Sturzkampfbomber« heißen). cheezygrin

Bei solchen Fehlern bin ich ernsthaft am überlegen, ob man diese DVD nicht zurückgeben sollte, ähnlich dem Witz im Buchladen:

»Ich will dieses Buch zurückgeben.«
»Warum das denn?«
»Im Kapitel 7 ist der Spannungsbogen zusammengebrochen!«

cheezygrin
Zuletzt geändert von Siegfried am 16.01.2009, 14:29, insgesamt 2-mal geändert.

büchernarr

Re:

von büchernarr (16.01.2009, 14:24)
Hallo Siegfried,

Zitat:
Wir können unsere Sprache natürlich der Maschine anpassen Aber ob wir das wirklich wollen?

Ich hoffe doch sehr, das niemals jemand auf diese hässliche Idee kommt.
Grüße
Bernd

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morningstar
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Re:

von morningstar (16.01.2009, 17:46)
Siegfried hat geschrieben:
Ob ein Satz "Ich habe in Havanna liebe Genossen" richtig ist oder "Ich habe in Havanna Liebe genossen", das läßt sich nur aus dem Kontext erkennen.


das ist genau das, was ich immer schon gesagt habe, wenn es um die Korrekturprogramme ging. Ein Computer wird auch diesen Satz:

Es viel fiel Schnee

nicht korrigieren. Deshalb halte ich nichts davon. Gewisse Flüchtigkeitsfehler kann er erkennen und die bessere ich dann auch aus. Aber wenn ich meine Rechtschreibung generell nicht beherrsche, hilft mir auch so ein Programm nichts.
morningstar.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (16.01.2009, 17:56)
Siegfried hat geschrieben:
Valerie J. Long hat geschrieben:
2. BOD-Maschine führt automatische Rechtschreibkorrektur gemäß Projektsprache aus (entfällt bei Dialekten oder Exoten).


Die Idee mag ja gut klingen, aber es gibt einiges, was dagegen spricht:

a) wenn es ein Computerprogramm gäbe, das in der Lage wär, die deutsche Rechtschreibung automatisch zu prüfen, dann wäre diese Software vermutlich ein Verkaufsschlager in sämtlichen Verlagslektoraten und Zeitungsredakionen.


Ähm. Es gibt solche Software. Word oder OpenOffice haben eine eingebaute Prüfung, und der Duden-Korrektor wurde in einem anderen Beitrag hier im Forum gerade erst erwähnt. Klar, die sind weit weg von Perfektion, aber angesichts mancher Forenbeiträge wäre ich schon froh, wenn wenigstens diese Qualität sichergestellt würde.

Gruß, Valerie :?

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morningstar
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Re:

von morningstar (16.01.2009, 18:10)
Valerie J. Long hat geschrieben:
... aber angesichts mancher Forenbeiträge wäre ich schon froh, wenn wenigstens diese Qualität sichergestellt würde.

Gruß, Valerie :?

thumbbup da geht es Dir so wie mir!
Gruß morningstar

Hanna
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Re:

von Hanna (16.01.2009, 19:07)
morningstar hat geschrieben:
Valerie J. Long hat geschrieben:
... aber angesichts mancher Forenbeiträge wäre ich schon froh, wenn wenigstens diese Qualität sichergestellt würde.

Gruß, Valerie :?

thumbbup da geht es Dir so wie mir!
Gruß morningstar

Sehr vorsichtig ausgedrückt!
So mancher Beitrag hier versetzt mich glatt ins Staunen. Damit wäre ich die Dritte im Bunde!
thumbbup
L.G. Hanna

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (16.01.2009, 19:46)
Valerie J. Long hat geschrieben:
Ähm. Es gibt solche Software. Word oder OpenOffice haben eine eingebaute Prüfung, und der Duden-Korrektor wurde in einem anderen Beitrag hier im Forum gerade erst erwähnt. Klar, die sind weit weg von Perfektion, aber angesichts mancher Forenbeiträge wäre ich schon froh, wenn wenigstens diese Qualität sichergestellt würde.


Kenn ich, diese Programme. In Anlehnung an das Beispiel von morningstar kannst du ja mal folgenden Text durch diese Prüfungen laufen lassen - bei mir sagt die Word-Prüfung (Rechtschreibung und Grammatik) "Fehlerfrei". Aber ob das stimmt? cheezygrin cheezygrin cheezygrin


Esse viel fiel Schnee auf Zittern. In Jonas wählt der Fisch seine Oper, die sie an den Hufen des Landes spukt. So gewann er Rom und Ähre.

cheezygrin cheezygrin cheezygrin

Gibt es eine Software, die da auch nur einen Fehler feststellt? cheezygrin

LG
Siegfried

Gerhard
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Re:

von Gerhard (16.01.2009, 19:55)
Siegfried, verwechselst du da nicht eine Rechtschreib- und Grammatikprüfung mit dem, was eine Sprache sonst noch ausmacht?

Keine Software wird wahrscheinlich jemals entscheiden können, ob es nun "Der gefangene Floh" oder "Der Gefangene floh" heißen muss. Das ergibt sich nur aus dem Kontext und mit dem Wissen, was ein Gefangener und ein Floh ist, und was der Unterschied zwischen Floh und floh bedeutet.

Da haben ja selbst Mutter- bzw. Vatersprachler :wink: auch hier im Forum so ihre Probleme.

:lol: :lol: :lol:
Herzliche Grüße
Gerhard

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Die Welt ist anders, als sie uns erscheint. "Auf der Suche nach der Realität" , ISBN 978-3833493294

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morningstar
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Re:

von morningstar (16.01.2009, 20:48)
Hanna hat geschrieben:
So mancher Beitrag hier versetzt mich glatt ins Staunen. Damit wäre ich die Dritte im Bunde!
thumbbup
L.G. Hanna


Also mich versetzen manche Beiträge nicht nur ins Staunen. Sie entsetzen mich, wenn ich bedenke, dass wir hier in einem Autorenforum sind.
Man erkennt nämlich ganz gut, wo es sich nur um einen Tippfehler handelt oder wo jemand seine Rechtschreibung nicht beherrscht. Wenn diese Leute dann auch noch vollmundig von ihren Büchern sprechen, werde ich doch sehr skeptisch - wobei wir wieder beim ursprünglichen Thema bezüglich Korrektorat und Lektorat sind. Oftmals empfinde ich die Beiträge nur so "dahingerotzt" (Entschuldigung, ich muss es mal so drastisch sagen). Hat man nicht einmal die Zeit, sein Geschreibsel noch einmal durchzulesen vor dem Senden?
Das fragt
morningstar

julia07
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Re:

von julia07 (16.01.2009, 20:58)
morningstar hat geschrieben:
... Oftmals empfinde ich die Beiträge nur so "dahingerotzt" (Entschuldigung, ich muss es mal so drastisch sagen). Hat man nicht einmal die Zeit, sein Geschreibsel noch einmal durchzulesen vor dem Senden?

thumbbup
Und wenn man das gelegentlich bemängelt, wird man als Spielverderber des Platzes verwiesen :wink:

LG,
Julia

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Judith
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Re:

von Judith (17.01.2009, 00:55)
Hallo Siegfried,

dein Beispiel wird tatsächlich nicht bemängelt! :shock::

Deinen Punkt c) wollte ich auch anführen. Gerade die sprachlichen Eigenheiten können ja manchmal im Roman eine Person besser darstellen als tausend beschreibende Worte.

Nee, mit einem elektronischen Korrektorat käme man wohl nicht sehr weit ...

Grüßle,
Judith
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (17.01.2009, 01:00)
julia07 hat geschrieben:
thumbbup
Und wenn man das gelegentlich bemängelt, wird man als Spielverderber des Platzes verwiesen :wink:

LG,
Julia


Willkommen im Club! :wink:

LG
Siegfried

hwg
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Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (17.01.2009, 08:06)
Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es fällt eben manchmal schwer, eine unbedachte Äußerung zu korrigieren oder zurückzunehmen. Ungerechtfertig scheinende "Kritik" bekommt man ja auch auf anderen Gebieten und in anderen Zusammenhängen "um die Ohren geworfen".

"Vom Platz gewiesen" wird hier wohl niemand (Ausnahmen bestätigen die Regel... :wink: ).

Nörgeln ist eine Sache, konstruktive Auseinandersetzung (auch wenn sie manchmal nicht gefällt) eine andere.

In diesem Sinne: Auch wenn es hin und wieder "Stunk" geben sollte - nicht "das Handtuch werfen", sondern uns treu bleiben!

Gruß Hans

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