"Echter" Verlag um jeden Preis?

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JessM
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Re: Zwang zum Schreiben

von JessM (09.01.2009, 15:41)
Hanna hat geschrieben:
Mir wird bewusst, dass ich eine typische Hobbyschreiberin bin. Druck würde mir die Freude daran schmälern. Fliessbandarbeit würde mich stressen. Da flössen nur noch Flops aus meiner Feder. :lol: :lol: :lol:

Zufriedene Grüsse Hanna


Das Problem hätte ich nicht, gerade unter Druck kann ich hervorragend arbeiten. Bin dann manches Mal etwas aufgekratzt, aber irgendwie finde ich das putzig, schließlich laufe ich zu hochformen an, dass ich damit sogar Kollegen irgendwie schon beeindruckt habe. (haha)

Bis jetzt hat mir Druck noch nie die Lust an etwas genommen. Das Schlimmste, was man sich antun könnte, sich selber verrückt machen zu lassen von anderen. Wenn ich das merke, ziehe ich die Handbremse und schmeiße die Leute erst mal raus. XD

Größtenteils bin ich das auch gewohnt, da ich damals viele Auftragsarbeiten gemacht habe, da war Zeitdruck und Abgabetermin das Wichtigste, eben weil weit aus mehr Verantwortung daran hängt.


Deswegen sollte jeder für sich selbst entscheiden, was er wirklich möchte. Denn "Hobbie-" oder "professionelles" Schreiben sind zwei verschiedene Sachen.
Ich würde jedem Raten, die Finger von den großen Verlagen zu lassen, wenn er mit Abgabeterminen oder Zeitdruck nichts anfangen kann.
Denn wer "professionell Schreiben" möchte, muss sich dann auch manches Mal hinsetzen und seine Sachen überarbeiten oder schreiben, obwohl er einen ganz schlechten Tag hat, Schreibtiefs müssen überwunden werden und zwar schnell und es darf dabei nie dem Buch schade. Es wird dann eben ein Job/Hobbie Verhältnis.

Soweit ich das einschätze, gibt es doch einige, die eher eine "gewisse Freiheit" genießen möchte.
Aber wer damit leben kann, nur zu!

Hanna
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Re:

von Hanna (09.01.2009, 16:02)
Hallo Jess

Mir wäre einfach nicht wohl, wenn ich auf Abruf Bücher produzieren müsste. Aber jedem das Seine.

Natürlich kann ich auch unter Druck arbeiten. Als Redaktorin einer Klubzeitung, die vier Mal jährlich erscheinen muss, komme ich manchmal ganz schön ins Schwitzen.

L.G. Hanna

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JessM
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Re:

von JessM (09.01.2009, 16:04)
Hanna hat geschrieben:
Hallo Jess

Mir wäre einfach nicht wohl, wenn ich auf Abruf Bücher produzieren müsste. Aber jedem das Seine.

Natürlich kann ich auch unter Druck arbeiten. Als Redaktorin einer Klubzeitung, die vier Mal jährlich erscheinen muss, komme ich manchmal ganz schön ins Schwitzen.

L.G. Hanna


Genau jedem das seine, das sind Fragen, die man nur alleine Entscheiden kann. angle:

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Valerie J. Long
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Re: Zwang zum Schreiben

von Valerie J. Long (09.01.2009, 16:28)
Siegfried hat geschrieben:
Aus einem Essay zum Thema "Manuskriptvermarktung":

Wo sind in Deutschland die Leitbilder des packenden, gegenwartsbezogenen Erzählens, die Jüngeren den Weg zeigen?


Nun, wir bekommen auch öfters zu lesen, dass die Wenigsten mit Schriftstellerei ihren Lebensunterhalt verdienen können, geschweige denn reich werden. Woher soll also der "Payback" für die Investition in eine Ausbildung kommen?

Wenn Verlage einen vielversprechenden, ideenreichen Autor einfach nur wegschicken, funktioniert das System nicht. Wenn ein Verlag sagt: studiere das Schreiben, lerne diese und jene Fertigkeiten, und komm' dann mit deinem Manuskript wieder, du darfst uns anrufen, dann könnte daraus etwas werden.

LG, Valerie

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Siegfried
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Re: Zwang zum Schreiben

von Siegfried (09.01.2009, 17:58)
hawepe hat geschrieben:
Leider haben Goethe, Schiller & Co das Bild des an sich und seinem Werk leidenden Schriftstellers uns zu tief in den Kopf gepflanzt.


Vielleicht sollten sich die Autoren mal hinsetzen und deren Werke lesen sowie sich mit ihrem Schaffen auseinandersetzen. Und genauso leiden. Sie haben ja unter anderem gelitten, weil sie nie zufrieden waren, sondern immer das Gefühl hatten, es (noch) besser machen zu können.


Wer weiß denn heute noch, dass Goethe (ausgerechnet!) die damalige sich gut verkaufende Trivialliteratur geradezu verschlungen hat (!!!), um herauszufinden, die diese Autoren ihr Publikum unterhalten.

Mein Eindruck ist, dass viele hier versuchen, den zweiten oder gar dritten Schritt vor dem ersten zu machen. Auch ein Picasso hat erst die "klassische Malerei" gelernt, bevor er seinen eigenen Stil entwickelte.

Den dritten Schritt vor dem ersten, genau das ist es, was mich oftmals hier so irritiert. Und wofür ich immer noch eine Begründung suche. book:

LG
Siegfried

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Siegfried
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Re: Zwang zum Schreiben

von Siegfried (09.01.2009, 18:05)
Valerie J. Long hat geschrieben:
Wenn Verlage einen vielversprechenden, ideenreichen Autor einfach nur wegschicken, funktioniert das System nicht. Wenn ein Verlag sagt: studiere das Schreiben, lerne diese und jene Fertigkeiten, und komm' dann mit deinem Manuskript wieder, du darfst uns anrufen, dann könnte daraus etwas werden.


Die Frage ist ja: Bei wem soll der vielversprechende Autor lernen? Im Germanistikstudium an der Uni? Solche "Creative Writing"-Kurse, wie sie in den USA angeboten werden, werden hierzulande doch als minderwertig abqualifiziert (auch die amerikanischen, obwohl hier vermutlich niemand einen solchen Kurs besucht hat und bewerten kann). Und damit lösen wir einen Teufelskreis aus: Weil sie schlecht gemacht werden, finden sich nur sehr wenige gute Kurse, und weil es so wenig gute Kurse gibt, verbessern sich die interessierten Schreiber nicht und sind glücklich, mit dem, was sie haben. Und deshalb gibt es wieder keinen Bedarf an guten Kursen.

Du siehst doch selbst, welche Reaktionen hier auftauchen, wenn es um solche Begriffe wie "Grundlagen des Schreibens", "Lernen" oder "Arbeiten am Text" geht. Entweder wird Zeter und Mordio gebrüllt, wenn man einen Text mal in seine Bestandteile zerlegt oder analysiert, oder es wird mit dem "Verlust jeglicher Kreativität und schöpferischer Momente" argumentiert, weil man sich angeblich in ein Korsett gesperrt fühlt.

Wer sein (Schreib-)Handwerk lernen will, der darf meiner Meinung nach keine Scheu vor Auftragsarbeiten haben. Aber genau hier gehen die Ansichten ja diametral auseinander. cheezygrin

LG
Siegfried

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Valerie J. Long
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Re: Zwang zum Schreiben

von Valerie J. Long (09.01.2009, 18:23)
Siegfried hat geschrieben:
Den dritten Schritt vor dem ersten, genau das ist es, was mich oftmals hier so irritiert. Und wofür ich immer noch eine Begründung suche. book:

Ach, Siegfried, das ist nicht schwer.

Wer kann denn schon steuern, wann ihn oder sie die Muse küsst?

Am Anfang ist die Idee. Inspiration. Eine Geschichte, die erzählt werden will, ein Bild im Kopf, das heraus muss, eine Melodie.

Ich finde uninspiriertes Handwerk genauso schlimm wie dilettantische Kunst. Was nützt mir Beethovens Neunte schief gespielt? Was nützt mir die perfekte Beherrschung des Instruments ohne das Stück? (An anderer Stelle habe ich mich schon einmal über nach Schema F konstruierte Romane à la Dan Brown ausgelassen.)

Und unter all den möglichen Ausdrucksformen der Kunst ist das Schreiben eine, die wir vom ersten Schuljahr an lernen. Diktat, Aufsatz, Bericht. Eventuell folgen Studienarbeit, Diplomarbeit, Dissertation. Manche verbringen den Großteil ihres Berufslebens mit dem Schreiben. Brief, Analyse, Leistungsangebot, Fachkonzept, Benutzerhandbuch, Projektabschlussbericht - natürlich alles keine Kunstwerke, aber solide Handwerksarbeit, die sprachlich, stilistisch und orthografisch sauber sein muss, professionell eben.

Man muss nicht so tun, als ob es ohne Germanistikstudium völlig unmöglich wäre, ein spannendes Buch zu schreiben.

Man sieht allerdings manchmal gerade in Schreib-Foren Texte, die so schlampig hingerotzt sind (Entschuldigung!), dass ein Kunde sie dem Anbieter um die Ohren hauen würde - oder für die einem der Deutschlehrer eine glatte Sechs verpassen würde.

Schade - aber wie eingangs erwähnt: man kann nicht steuern, wann die Muse einen küsst.

Lieben Gruß, Valerie

[edit] Aha, jetzt sehe ich deinen zweiten Beitrag. Ja, einverstanden. Viele von mir genannte Beispiele sind ja auch "Auftragsarbeiten".

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Valerie J. Long
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Re: Zwang zum Schreiben

von Valerie J. Long (09.01.2009, 18:35)
Siegfried hat geschrieben:
Du siehst doch selbst, welche Reaktionen hier auftauchen, wenn es um solche Begriffe wie "Grundlagen des Schreibens", "Lernen" oder "Arbeiten am Text" geht. Entweder wird Zeter und Mordio gebrüllt, wenn man einen Text mal in seine Bestandteile zerlegt oder analysiert, oder es wird mit dem "Verlust jeglicher Kreativität und schöpferischer Momente" argumentiert, weil man sich angeblich in ein Korsett gesperrt fühlt.


Umgang mit Kritik muss man lernen. Sachlich formuliert, kann sie nur zu Verbesserungen führen. Etwas aus Unwissenheit falsch zu machen ist nicht kreativ und schöpferisch. Eine Regel zu kennen und sie dann kunstvoll gegen den Strich zu bürsten bleibt ja erlaubt.

Ich glaube, es würde mir Spaß machen, mich von Dir mal nach Strich und Faden zerlegen, analysieren und durch ein Korsett pressen zu lassen.

Gruß, Valerie
:wink:

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Siegfried
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Re: Zwang zum Schreiben

von Siegfried (09.01.2009, 18:45)
Valerie J. Long hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
Den dritten Schritt vor dem ersten, genau das ist es, was mich oftmals hier so irritiert. Und wofür ich immer noch eine Begründung suche. book:

Ach, Siegfried, das ist nicht schwer.

Wer kann denn schon steuern, wann ihn oder sie die Muse küsst?


Und genau auf diese Muse möchte ich eben nicht warten. Wozu auch?

Valerie J. Long hat geschrieben:
Am Anfang ist die Idee. Inspiration. Eine Geschichte, die erzählt werden will, ein Bild im Kopf, das heraus muss, eine Melodie.


Genau. Und damit beginnen jetzt die eigentlichen Probleme. Eine Idee ist eine Idee - aber trägt diese Idee auch über 160 Buchseiten? Ich kenne viele Leute, die schreiben und die wunderbare Ideen im Kopf habe. Sie setzen sich hin, fangen an zu schreiben - eben weil sie diese wunderbare Idee im Kopf haben - und bleiben dann nach 60 Seiten plötzlich stecken. Der Text landet in der Schublade oder irgendwo in den Tiefen der Festplatte und schimmelt vor sich hin.

Mir ging es vor vielen Jahren auch so: Idee im Kopf, ran an den Computer, schreiben. Es fließen lassen, wie einige hier immer sagen. Eigentümlicherweise versiegt irgendwann der Fluss. So war es bei mir jedenfalls. Mal früher, mal später. Bis mir dann mal jemand gesagt hat, dass eine Idee für eine Szene oder einen Anfang eben nicht reicht für eine ganze Geschichte. Dass dahinter ein vernünftiges Konstrukt stehen muss. So etwas wie eine Dramaturgie. Und noch so einiges andere, was ich mir dann mühsam über die Jahre beibringen ließ.

Valerie J. Long hat geschrieben:
Und unter all den möglichen Ausdrucksformen der Kunst ist das Schreiben eine, die wir vom ersten Schuljahr an lernen. Diktat, Aufsatz, Bericht. Eventuell folgen Studienarbeit, Diplomarbeit, Dissertation. Manche verbringen den Großteil ihres Berufslebens mit dem Schreiben. Brief, Analyse, Leistungsangebot, Fachkonzept, Benutzerhandbuch, Projektabschlussbericht - natürlich alles keine Kunstwerke, aber solide Handwerksarbeit, die sprachlich, stilistisch und orthografisch sauber sein muss, professionell eben.


Genau das glaube ich nicht! cheezygrin

Das Schreiben in der Schule ist nicht zwangsläufig ein erzählendes Schreiben. Wie viele Schüler quälen sich mit den Aufsatzthema: "Mein schönstes Erlebnis in den Ferien"? cheezygrin Und in welchem Deutsch-Unterricht werden die Tricks von Erfolgsautoren analysiert? Meist werden die Klassiker durchgehechelt mit der berühmt-berüchtigten Frage: "Was will uns der Autor damit sagen?". Furchtbar! Und genau so vernichtet man jedes Interesse der Schüler an der Literatur.

Abgesehen davon: Wenn das Schreiben in Form von Diktaten, Aufsätzen, Studienarbeiten, Diplomarbeiten, Konzepten und Handbüchern so alltäglich ist, warum gibt es dann diesen - auch hier geäußerten - Widerstand gegen Auftragsarbeiten? Mit Themenvorgabe müssten dann die Texte ja nur so sprudeln? Warum das Warten auf die Muse? cheezygrin Oder warum tun sich die Leute so schwer, eine Rede für einen Vortrag vor 50 Leuten zu schreiben? cheezygrin Nein, da stimmt was nicht ...

Valerie J. Long hat geschrieben:
Man muss nicht so tun, als ob es ohne Germanistikstudium völlig unmöglich wäre, ein spannendes Buch zu schreiben.


Ich bin genau der entgegengesetzten Meinung: Nichts verhindert mehr ein vernünftiges Schreiben als der "Genuss" eines Germanistikstudiums! cheezygrin

Valerie J. Long hat geschrieben:
Man sieht allerdings manchmal gerade in Schreib-Foren Texte, die so schlampig hingerotzt sind (Entschuldigung!), dass ein Kunde sie dem Anbieter um die Ohren hauen würde - oder für die einem der Deutschlehrer eine glatte Sechs verpassen würde.


Ach, viele von diesen Autoren sind ja nicht mal in der Lage, den Unterschied zwischen Adjektiv und Adverb erklären zu können. Oder was die vollendete Vergangenheit ist. Wie gesagt: Es fehlt an den schreibhandwerklichen Grundlagen (meiner Meinung nach) - und das Präteritum fliegt einem eben nur manchmal per Musenkuss zu. cheezygrin

LG
Siegfried

hwg
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Re:

von hwg (09.01.2009, 18:52)
Gäbe es den "perfekten" Autor, Korrektoren und Lektoren wären über Nacht arbeitslos... :lol:

Überdies, hat ein versierter Lektor einen Text "zerpflückt" und ist mit dem umgeschriebenen Manuskript einverstanden - ein anderer Lektor würde auch diesen wiederum "zerpflücken".

Wären alle bestens ausgebildeten Germanisten über einen Text einer Meinung - diese Arbeit würde von einem Publikumsverlag sicher als "zu steril" eingestuft und daher nicht publiziert werden.

Das Schreiben will s c h o n gelernt sein, aber das geht nur durch die Praxis - lesen und schreiben, immer wieder...

Dazu braucht's nicht unbedingt eines Fernkurses oder sonstiger Schreibschulen.

Übrigens, die US-Leser und -Verlage haben einen etwas anderen Literaturbegriff, deshalb boomen dort auch die Creativ-Writing-Schulen.
In diesen lernt man nicht das "Dichten im Elfenbeinturm", sondern das Schreiben für die Praxis. Davon wollen aber viele sich zum Schreiben von Poesie berufen Fühlende nichts hören und wissen, denke ich mir oft.

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JessM
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Re: Zwang zum Schreiben

von JessM (09.01.2009, 19:20)
Siegfried hat geschrieben:
Valerie J. Long hat geschrieben:
Am Anfang ist die Idee. Inspiration. Eine Geschichte, die erzählt werden will, ein Bild im Kopf, das heraus muss, eine Melodie.


Genau. Und damit beginnen jetzt die eigentlichen Probleme. Eine Idee ist eine Idee - aber trägt diese Idee auch über 160 Buchseiten? Ich kenne viele Leute, die schreiben und die wunderbare Ideen im Kopf habe. Sie setzen sich hin, fangen an zu schreiben - eben weil sie diese wunderbare Idee im Kopf haben - und bleiben dann nach 60 Seiten plötzlich stecken. Der Text landet in der Schublade oder irgendwo in den Tiefen der Festplatte und schimmelt vor sich hin.


Da kann ich dir nur zustimmen. Eine Idee alleine reicht nicht, sie ist einfach nur der erste Stein und 60 Seiten finde ich persönlich noch sehr großzügig geschätzt, ich persönlich gehe da nur von 3 bis 6 Seiten (DinA4) aus.
Und danach beginnt die eigentliche Arbeit, die natürlich auch Spaß macht, aber eben auch mit Arbeit zu tun hat. (haha)

Ich kann da nur für mich persönlich sprechen, meine Ideen zu jeder Geschichte passen immer auf circa 3 bis 5 DinA4 Seiten, danach wird alles genau recherchiert und auf ein Konzept ausgelegt. Ich lasse es beim Schreiben immer noch fließen und zwischen durch kommen mir dann auch Ideen, aber ich muss zu geben, meistens sind alle Kapitel nach dem Prolog gut durchdacht.
Ich habe zu jeder Geschichte immer eine dicke Mappe oder Buch, wo alle Fakten, Daten und Abläufe drin stehen, sowie zusätzliche Material, aber nun scheife ich ab.... (haha)

Eigentlich wollte ich Siegfried da nur zustimmen.
Ich sag mal so 30 % Idee und die restlichen 70 % sind erarbeitet. angle:
Zumindest bei mir.

Hanna
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Re: Zwang zum Schreiben

von Hanna (09.01.2009, 19:21)
Ach, viele von diesen Autoren sind ja nicht mal in der Lage, den Unterschied zwischen Adjektiv und Adverb erklären zu können. Oder was die vollendete Vergangenheit ist.

Hallo Siegfried
Jetzt fühle ich mich doch ein wenig bestätigt! :-)
Für mich existiert nämlich sowas wie Respekt vor der Arbeit und dem freiwilligen Einsatz anderer Leute.

L.G. Hanna

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (09.01.2009, 19:33)
Hallo, Siegfried, Hallo, JessM,
ja klar, der Musenkuss allein reicht nicht - es ging ja nur um die Frage, warum jemand überhaupt mit dem Schreiben anfängt.

Es "fließen zu lassen", in den "Flow" zu kommen, ist für die Schreibarbeit auch nicht schlecht.

Aber klar: eine ordentliche Geschichte braucht mehr. Aufhänger, Protagonist, Motivation, die eine oder andere Katharsis, Spannung(en) erzeugende Fragen und Konflikte, Emotion, eine hoffentlich überraschende Auflösung. Zutaten in den Topf, Umrühren, fertig? Nein.

Die Lücken zu schließen, die Geschichte schlüssig zu machen, das ist harte (Denk-) Arbeit.

Gruß Valerie

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hawepe
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Re: Zwang zum Schreiben

von hawepe (09.01.2009, 22:57)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Wer weiß denn heute noch, dass Goethe (ausgerechnet!) die damalige sich gut verkaufende Trivialliteratur geradezu verschlungen hat (!!!), um herauszufinden, die diese Autoren ihr Publikum unterhalten.


Aber nicht, um sie blind zu kopieren, sondern um neues zu schaffen.

Mein Eindruck ist, dass viele hier versuchen, den zweiten oder gar dritten Schritt vor dem ersten zu machen. Auch ein Picasso hat erst die "klassische Malerei" gelernt, bevor er seinen eigenen Stil entwickelte.

Den dritten Schritt vor dem ersten, genau das ist es, was mich oftmals hier so irritiert. Und wofür ich immer noch eine Begründung suche. book:


Meine Erfahrungen aus vielen Gesprächen und auch anderen Foren ist, dass viele die Mühen der Ebene scheuen. Man schreibt, verwirft, liest, lernt, probiert - und kommt so scheinbar nur langsam voran. Man hat tolle Ideen - oder was man dafür hält - und wird dafür von Freunden und Verwandten gelobt. Man findet Bücher, die es sogar in Bestsellerlisten schaffen, bei denen man denkt, dass hätte man auch gekonnt.

Und wenn man dann noch aus den Personalabteilungen großer Unternehmen hört, dass für die Besetzung leitender Stellen nur zu 10 Prozent Fachwissen, aber zu 90 Prozent Umgangsformen und Auftreten gefragt sind, ist es endgültig nicht mehr weit zu der Meinung, Handwerkszeug sei unwichtig.

Im Gegenteil wird dann über jene gelächelt, die hier noch etwas an ihrem Werk zu verbessern und dort noch nicht wirklich zufrieden sind und ewig davon reden, dass man ständig an sich arbeiten müsse.

Das ist jetzt vielleicht etwas überzogen formuliert und wenig differenziert, aber ich will auch nur einen grundlegenden Mechanismus erklären.

Beste Grüße,

Heinz.

Hanna
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Re: Zwang zum Schreiben

von Hanna (10.01.2009, 08:49)
Aber nicht, um sie blind zu kopieren, sondern um neues zu schaffen.

Guten Morgen Heinz
Wären wir da nicht auch beim "Lesen"angelangt?
Belesene Menschen finden ihre eigene Stilrichtung vermutlich gezielter, als Leute, die sich nur um sich selber drehen. Und profitieren dann sicher auch davon. Ich stelle mir vor, dass selbst Goethe seine Inputs brauchte um Eigenes zu kreieren.

Im Gegenteil wird dann über jene gelächelt, die hier noch etwas an ihrem Werk zu verbessern und dort noch nicht wirklich zufrieden sind und ewig davon reden, dass man ständig an sich arbeiten müsse.

Diejenigen, die darüber lächeln, sollen das halt. Vielleicht sind das dann auch die, die über die Lektoren herziehen, wenn sie nicht angenommen, oder kritisiert werden.

Liebe Grüsse aus der unten nebligen, oben sonnigen Schweiz
Hanna

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