"Echter" Verlag um jeden Preis?

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Hanna
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Re:

von Hanna (11.01.2009, 21:17)
Siegfried schreibt:
(deshalb bekommen wir hier ja so viele Texte vorgestellt, die bei Rechtschreibung, Grammatik oder Zeichensetzung so fehlerhaft sind).........
Eine schüchterne Frage, Siegfried: Ist das nicht genau Dein (unser) Dilemma?

Übrigens ist mein neues Buch, das im März herauskommt, autobiografisch.
Zuerst war es ein Stichwort-Tagebuch. Eines Tages versuchte ich, den Text zu verflüssigen. Und zwar in der Gegenwartsform. Es war grauenhaft. :lol:
Also weg damit! Schliesslich holte ich es nochmals aus der Schublade hervor und krempelte es um in die Vergangenheit. Schon etwas besser. cheezygrin Aber immer noch stümperhaft.
Dann schrieb ich es um in Romanform, änderte die Namen, inklusive meinen und siehe da, ich bekam genug Distanz, um daraus eine einigermassen spannende Geschichte zu machen.
Nach dem vierten Mal Durchackern bot ich es dem Zytglogge-Verlag an und wurde auf der Stelle angenommen. Ein jahrelanger Prozess purer Knochenarbeit!
Liebe Grüsse Hanna

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Judith
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Re:

von Judith (11.01.2009, 22:10)
Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob man sich hier um genaue Prozentangaben streiten muss, aber im Prinzip halte ich die Zahl von 90% Schrott bei BoD für gar nicht so verkehrt. Wer vor allem Veröffentlichungen der in diesem Forum aktiven Schreiber gelesen hat, darf nicht meinen, damit einen Querschnitt zu haben. Ich habe bei amazon schon in seeehr viele BoD-Bücher reingesehen und ich war schon seeehr oft geschockt! :shock::

Macht euch mal die Mühe und seht mal in ein paar BoD-Bücher rein, die Verkaufsrang schlechter eine Million haben. Muss nicht immer was heißen, der amazon-Rang, auch bei den hinteren Rängen sind sicher gute dabei, aber nur in die Bestseller zu schauen, ist ganz sicher nicht repräsentativ.

Grüßle,
Judith
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MW
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Re:

von MW (11.01.2009, 22:17)
@siegfried: du, ich behaupte ja nicht, dass bod-bücher alle klasse sind. und vielleicht sind wirklich ein großteil nicht so dolle. meine behauptung war, dass dies nicht allein auf bod-bücher zutrifft, sondern auf die meisten manuskribte, die einem verlag vorgelegt werden. nicht verstanden habe ich in diesem zusammenhang, warum ein bod-buch von vornherein uninteressant sein soll und als option für gutes material ausgeschlossen wird

@ jessm: nun ja, bei 10 büchern aus 85000 büchern behaupten zu können, eine tendenz festlegen zu können, ist wahrscheinlch eher ein scherz gewesen, hoffe ich? :-)
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JessM
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Re:

von JessM (11.01.2009, 22:24)
MW hat geschrieben:
@ jessm: nun ja, bei 10 büchern aus 85000 büchern behaupten zu können, eine tendenz festlegen zu können, ist wahrscheinlch eher ein scherz gewesen, hoffe ich? :-)


Sagte ja "Beispiel", aber wenn wir ehrlich sind, ja in vielen Bereichen wird das so gemacht, ernst gemeint und umgesetzt, aber das wäre ein anderes Thema, welches mit Mathematik zu tun hätte.

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MW
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Re:

von MW (11.01.2009, 22:28)
da hast du wohl recht blink3

im grunde liegen wir alle glaube ich gar nicht so weit auseinander. außerdem: ick muss nu barnaby schauen ;-)

in diesem sinne,

lasst es euch jut gehen ...
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AF Verlag

Re:

von AF Verlag (12.01.2009, 07:01)
book:

Um mich mal selbst zu zitieren: 90% der (Bezahl-)Autoren/innen sind keine.
Damit bezieht sich meine Aussage nicht nur auf die BoD Autoren, sondern schließt andere so genannte "Verlage" mit ein.

Und damit ich nicht so ganz in Ungnade falle, ein Autor der mir sein Werk anbot, hat seine vorherigen Bücher auch über BoD herausgebracht. Dies hat aber bei meiner Entscheidung keine Rolle gespielt, sondern mein Augenmerk bezog sich auf das neue Manuskript.

Aber um das noch mal zu verdeutlichen, hier ging es um das Thema "Echter" Verlag um jeden Preis, und da kann die Antwort nur JA lauten. Wobei ich ja noch hinzufügte "Veröffentlichen" um jeden Preis, was nur mit NEIN beantwortet werden kann und muss. Womit ich wieder bei der Selbstüberschätzung ankomme und die daraus resultierenden Folgen.

Die unbeliebte Selbstkritik, die ja so manchen schwerfällt, was ja auch von den "Bezahlverlagen" unterstützt wird, führt doch gerade zu den ominösen Veröffentlichungen. Warum nach Absage Nummer 25, eines klassischen Verlages über seine Manuskript nachdenken, wo es doch eine einfachere Lösung für das Problem gibt?

Und um zum Abschluss auf meine "Betriebsblindheit" zu kommen, ich muss auch wirtschaftlich denken. Ein Buch muss sich verkaufen und gelesen werden. Es muss also auf das mögliche Publikum geachtet werden, schießlich sind "Leser" Kunden, die dem Verlag seine Wirtschaftlichkeit garantieren. Auch dieser Aspekt ist ein großer Bestandteil, für die Entscheidung ein Manuskript als Buch zu veröffentlichen.

Es gibt da ein sehr schönes Beispiel. "Aljoscha der Idiot" von Christian Erdmann, ein sehr gut geschriebenes Buch, aber es verkauft sich nicht, und versauert förmlich in den Buchregalen. Und warum? Es ist zu schwierig geschrieben, zwar zeugt es von hoher schriftstellerischen Kunst, aber für den "Normaloleser" zu schwer. Deswegen verkauft es sich auch nicht, ist übrigens in der BoD Edition erschienen, die ja bekanntlich von Vito von Eichborn unterstützt wird.

Und um noch mal zum Abschluss zu gelangen, jeder sollte wirklich einmal darüber nachdenken, ob sein Geschriebenes auch wirklich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte, und das um jeden Preis...

Literarische Grüße mit Unterstützung von viel Koffein...

Jens

Hanna
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Re:

von Hanna (12.01.2009, 08:24)
Jens schreibt:
Und um zum Abschluss auf meine "Betriebsblindheit" zu kommen, ich muss auch wirtschaftlich denken. Ein Buch muss sich verkaufen und gelesen werden. Es muss also auf das mögliche Publikum geachtet werden, schießlich sind "Leser" Kunden, die dem Verlag seine Wirtschaftlichkeit garantieren. Auch dieser Aspekt ist ein großer Bestandteil, für die Entscheidung ein Manuskript als Buch zu veröffentlichen.

Tag Jens
Das ist wohl einer der springenden Punkte. Ein Argument, das ich absolut verstehe. Genau aus diesem Gedanken heraus akzeptierte ich anfänglich die DKZ-Forderung. Wie überrissen diese war, merkte ich erst später, als ich mich genauer informierte. Da wusste ich, dass es Unterschiede gibt.
Von Ungnade ist keine Rede. Foren sind dazu da, zu diskutieren. Grüessli Hanna

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hawepe
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Re:

von hawepe (12.01.2009, 10:40)
Hallo Marco,

MW hat geschrieben:
zu bereits veröffentlichten werken/zum ventriloqusiten im speziellen: ich denke, das bei vielen bod-büchern der markt noch lange nicht erschlossen ist. in der tat wird doch meistens maximal das direkte umfeld beworben. da ist der ganze markt noch lange nicht erschlossen!
zum beispiel habe ich beim ventriloquisten mal gerade in potsdam/berlin ein wenig werbung gemacht. hier anzunehmen, da wäre nichts mehr zu holen, wäre etwas kurz gedacht!


Stimme ich dir zu 100 Prozent zu. Hier stößt man als book on demand veröffentlichender Autor schnell an Grenzen. Nur die meisten Kleinverleger bauen auch auf das Engagement des Autors, weil ihre eigenen Möglichkeiten nicht ausreichend sind. Und wenn der Autor vorher schon ein paar Hundert Exemplare verkauft hat, wird er diese nicht noch einmal verkaufen.

Für einen größeren Verlag spielen die paar Hundert Exemplare dagegen keine Rolle, da er mit einigen Tausend verkauften Exemplaren rechnet.

konkret: derzeit stehe ich mit einer recht renommierten produktionsfirma in verhandlungen, den stoff zu verfilmen. sollte dies tatsächlich klappen (was allerdings eeeeeewig dauern würde), würde die story mit einem mal weitaus bekannter werden, was dem buch mehr als nur gut tun würde.


Das wäre natürlich super :-)

anderes beispiel: ich hatte vor fast 10 jahren eine CD (texte und musik) selbst produziert und in kleiner stückzahl auf den markt gebracht. hier wäre das projekt für einen kleinverleger nach obiger theorie ja schon uninteressant. nun hat sich aber ein kleiner verlag gefunden und wir haben die musik als filmmusik unterbekommen.


Du wirst bei mir kaum mal ein "nie" lesen. Aber wenn ich dich jetzt richtig verstehe, ist die CD nicht einfach nur neu gepresst worden.

der film wurde ein erfolg auf dem filmfestival toulouse, und die musik lief schließlich im fernsehen über alle kanäle von zdf, wdr, hr, orb (damals noch) bis sfb. hier haben wir alle kräftig profitiert! daraufhin ist ein großer verlag aufmerksam geworden und besagte cd wird heute über das major sonybmg vertrieben. all dies wäre nicht geschehen, würde man die arbeit pauschal als minderwertig abstempeln., nur weil man die anfänglichen produktionskosten übernommen hat.


Es ging aber auch nicht um 100, sondern um 90 Prozent, wobei diese eben nicht wörtlich zu verstehen ist.

Ich habe vor vielen Jahren mal eine populärwissenschaftliche Schriftenreihe in einem Kleinstverlag gestartet - und wir haben die Aufgabe nicht gestemmt. Für bekannte Autoren waren wir unattraktiv, unbekannte Autoren hatten fast immer so wenig Schreiberfahrung, dass ihre Manuskripte aufwendig lektoriert werden mussten, der Buchhandel musste sehr intensiv betreut werden, damit er die Reihe aufnahm, usw. Als Freizeitprojekt war es zu aufwendig, als kommerzielles hätte es den Kleinstverlag in kürzester Zeit in den Bankrott geführt.

Dabei will ich keinesfalls behaupten, dass wir alles richtig gemacht haben. Mit anderen Ideen und Menschen hätte es auch funktionieren können. Und mit einem größeren Verlag wäre es vermutlich auch besser gelaufen.

Beste Grüße,

Heinz.

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Judith
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Re:

von Judith (12.01.2009, 12:06)
hawepe hat geschrieben:
Für einen größeren Verlag spielen die paar Hundert Exemplare dagegen keine Rolle, da er mit einigen Tausend verkauften Exemplaren rechnet.


Oh ja. Ich habe mich mal mit der Lektorin eines meiner Wunsch-Verlage darüber unterhalten. In dem Gespräch erklärte ich, dass ich nur große Verlage angeschrieben hatte, weil man über BoD mindestens ebenso viele Bücher verkaufen kann wie über einen Mini-Verlag und erzählte mittelmäßig stolz von meinen knapp 200 verkauften Hannah-Exemplaren innerhalb eines halben Jahres. "Das ist für uns natürlich nichts, 200 Exemplare müssen wir in einer Woche verkaufen", war die Antwort.

Tja, Verkaufserfolg ist relativ ...

Grüßle,
Judith
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MW
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Re:

von MW (12.01.2009, 13:25)
hallo zusammen,

nach obigen beiträgen liegen wir in der tat ja sehr dicht beieinander :-) (hätte mich auch gewunder ;-) )

@af-verlag: hier fällt niemand in ungnade :-) im gegenteil: es ist ja sehr spannend andere meinungen zu lesen und genau darum geht es ja in einem meinungs-pool.

dass es für einen verlag schwer ist, sein täglich brot zu verdienen, kenne ich aus meinem eigenen bekanntenkreis nur allzugut. zwar rede ich hier von einem muskiverlag, aber da werden im prinzip die gleichen probleme / herausforderungen / stolpersteine auftauchen. also da kann ich (in diesem fall) zu 100% mitgehen :wink:

allgemein zur frage: verlag um jeden preis / veröffentlichung um jeden preis. mmh. sicher ist die bücherflut ein problem. und nicht alles müsste in die welt geschickt werden - in der tat vielleicht sogar das wenigste. aber wer soll festlegen, was druckwürdig ist und was nicht? zunächst wohl der autor: immerhin hat doch jeder das recht, es mit seiner veröffentlichung so zu halten, wie er es möchte. darf etwas nicht veröffentlcht werden, weil ein anderer sagt, die geschichte oder der stil gefällt mir nicht? unterm strich wird hier der markt / die leserschaft / die presse regulierend eingreifen ...

problem bei diesem ansatz: jeder autor wird sein eigenes buch wohl gut finden, sonst hätte er es nicht geschrieben. und damit kommen eine menge unzensierte werke auf den markt. nun ja. das ist wohl der preis für die freiheit.

aber wer sonst sollte festlegen, was und wie jemand schreiben darf? was wäre die alternative? sollten allein die verleger bestimmen, was allgemeintauglich ist? und wenn dies so wäre: würde anbetracht der zum teil schwierigen "überlebenssituation" und der "notwendigen wirtschaftlichkeit" eines verlages nur noch das veröffentlicht werden, was sich bestmöglich verkauft? nun, bei dem ansatz wird mir ganz schaurig. da hätte womöglich selbst eine christa wolf in der heutigen zeit schlechte karten, da doch ein bohlen schneller das erhoffte geld einspielt ...

eine zwickmühle zwischen freier selbstbestimmung und objektiv/subjektiv empfundenen qualitätsansprüchen. und da bin ich doch eher ein mensch, der lieber etwas mehr unsinn zur auswahl vorgesetzt bekommt, dafür aber jeder mensch die freie wahl und die möglichkeit bekommt, dass zu sagen und schreiben, was er für richtig und wichtig erachtet. wie beschrieben, wird hier der markt selbst aussieben - und wenn ein echtes "juwel" in der masse auftaucht, wächst auch die aufmerksamkeit und zuletzt greift dann doch ein verlag zu und bringt das projekt auf eine neue ebene.

book:
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LordKotz
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Re:

von LordKotz (12.01.2009, 13:53)
Ich Senf geben dazu :twisted:

Wenn ich nun nicht gänzlich verwirrt bin bei dem Meinungs hin und her der vorherigen Antworten, meine ich dazu:

Sicherlich ist nicht alles (persönliches empfinden) Wert einen Baum umzubringen, genauso weiß man es vorher aber auch nicht!
Was mir gefällt muß z.B. Franz und Hinz sowie Kunz nicht gefallen! Dennoch wird Buch A ver u. gekauft. Sicherlich sind einige Fehlerchen darin und vielleicht sprachlich nicht das was die "Literaturszene" erwartet, aber der Leser mag es.l


Buch B z.B. das bei einem großen Publikumsverlag herausgebracht wurde, ist (was auch selten ist) sprachlich nahezu perfekt und es finden sich keinerlei Fehler darin.
Vielleicht gefällt es mir ja auch, aber da kommen wieder Hinz und Kunz und Franz und Hans ins Spiel die das Buch vielleicht gar nicht mögen und auch das Thema doof finden, es aber nur kaufen weil soviel "Werbung" dafür gemacht wird das man es halt einfach haben muß ohne es überhaupt zu lesen.
Einfach nur als Trophäe im Bücherregal.

So gilt:
renomierter Verlag + Werbung + Meinungsmache = Gutes Buch????
Denke nicht.

Warum werden eigentlich immer und überall bod,Shaker oder andere DKZV Verlage verteufelt? Da muß ich Siggi recht geben! Um die alle in einen Topf zu werfen müßte man von den 100 000 Bucherscheinungen jährlich gezielt die o.g. durchlesen und bewerten, wobei ich der Ansicht bin das neben der zu geringen Personenzahl(2 was auch Aufwandtechnisch nicht machbar ist!) um eben genannte gleizusetzen mit = Schelcht,mies braucht die Welt nicht usw. sollte man eben alle Lesen. Ich weiß nicht wieviele das von den 100 000 sind sagen wir einfach es sind 60 000. Na dann viel Spass dabei!
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

Tom
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Re:

von Tom (13.01.2009, 11:51)
AF Verlag hat geschrieben:

Die Thread trägt auch meineserachtens die falsche Überschrift. Sie sollte nicht lauten "Echter Verlag" um jeden Preis, sondern "Veröffentlichen" um jeden Preis.

Literarische und nachdenkliche Grüße

Jens


Nein, die Frage war goldrichtig gestellt. Ich habe diese Frage gestellt, weil ich Meinungen / Anregungen / Erfahrungen auf genau diese Frage gesucht habe.

Die Antworten, die ich hier erhielt, waren für mich mehr als wertvoll. Ich habe Erfahrungsberichte von Autoren bekommen, die sowohl über “echte” Verlage, als auch über BoD publiziert haben, verschiedene (sehr gute) Argumente für beide Wege erhalten. Die Erfahrungen, Meinungen und Denkansätze, die hier gepostet wurden werden mir auf jeden Fall bei der Entscheidung helfen, falls ich mich jemals dazu entschließen sollte, mein Manuskript aus meinen 4 Wänden zu lassen. (Das steht ja noch gar nicht fest.)

Aber falls ich mich dazu entschließen sollte, werde ich einige der hier vorgetragenen Erfahrungen und Argumente in jedem Fall gründlich überdenken, was mir sicherlich bei der Entscheidungsfindung hilft. Somit steht es auch niemandem außer mir zu, darüber zu urteilen, ob meine Frage richtig oder falsch gestellt war, denn die Frage hat für mich exakt den Zweck erfüllt, zu dem sie gestellt wurde.

Und damit sind wir auch genau beim Thema: Warum fühlen sich manche zwanghaft berufen darüber zu urteilen was richtig und was falsch ist? Wenn ein Buch auf dem Print on Demand Weg veröffentlicht wird, seine Leser findet und ihnen gefällt, was ist dann daran falsch? Mal ganz unabhängig von Verkaufszahlen betrachtet, kommt es ja auch darauf an, was der Autor mit seinem Buch erreichen will. Ein Buch, das nur 100 Leser findet, diese aber begeistert ist m.E. nicht weniger Wert veröffentlicht zu werden, als ein Bestseller, der wegen großer Promo gekauft wird, aber die Mehrzahl seiner Leser so sehr enttäuscht, dass er gar nicht zu Ende gelesen wird. (Wie gesagt, den finanziellen Aspekt lassen wir an dieser Stelle mal ganz außen vor.)

Mal anders gefragt: Ist Charlotte Roches Buch “Feuchtgebiete” nun zwangsläufig als literarisches Meisterwerk zu ansehen, weil es bei einem “echten” Verlag erschien, und in die Bestsellerlisten schoss? Gar ein Vorbild, an dem wir uns alle ein Bespiel nehmen sollten? :lol:

Ich versuche mir gerade mal vorzustellen, wenn genau dieses Buch von einer Person veröffentlicht worden wäre, die nicht Prominent ist. Seinen wir doch mal ehrlich: Hätte ein No-Name Autor für dieses Buch je einen Verlag gefunden? Ich hege Zweifel.

Und was, wenn ein No-Name Autor genau dieses Buch über BoD veröffentlicht hätte? Ich könnte mir gut vorstellen, dass viele Verlage genau das zum Anlass genommen hätten, die BoD Autoren einmal mehr verallgemeinernd als niveaulos und stümperhaft zu beschimpfen.

Warum regen sich hier “echte” Verlage überhaupt über POD Publikationen auf? Wenn sie doch angeblich alle so schlecht sind, stellen sie für “echte” Verlage doch keinerlei Konkurrenz dar. Und wenn der Leser die Bücher nicht haben will, müssen nicht einmal Bäume vergeblich sterben. Wozu also die Aufregung? Wenn überhaupt, dann ist es doch der Autor allein, der den Schaden hat. Kein Grund also BoD bzw. POD pauschal zu verreißen, oder?
:wink:
Neid ist eine häßliche, aber zumindest sehr aufrichtige Art der Anerkennung.

Viele Grüße vom Tom

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Conny
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Re:

von Conny (13.01.2009, 12:15)
Hi Tom!
Deinen letzten Absatz unterstreiche ich im Geiste, hebe die Buchstaben durch eine rote Schrift hervor und untermale ihn mit drei Ausrufezeichen.

LG, Conny
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
Antoine de Saint- Exupéry

www.kundenkoller.over-blog.de

hwg
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Re:

von hwg (13.01.2009, 12:15)
Als Autor neige ich keinesfalls zu BoD-Veröffentlichungen, denn ich will meine Texte von einem professionellen Verlag auf ihre mögliche Wirkung auf die Leser "geprüft" wissen. Außerdem bekomme ich von "meinem" Verleger für jede Veröffentlichung ein Pauschalhonorar und bin dadurch vom Absatz der Bände nicht direkt betroffen.

Als Leser greife ich schon zu BoD-Werken und habe darunter auch bereits etliche mich sehr zufriedenstellende Bücher entdeckt. Das ist mit ein Grund gewesen, dass ich mich an diesem Forum beteilige - und ich habe es bis heute nicht bereut, was sich auch anhand der Beitragsanzahl belegen lässt. :lol:

AF Verlag

Re:

von AF Verlag (13.01.2009, 12:32)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Als Autor neige ich keinesfalls zu BoD-Veröffentlichungen, denn ich will meine Texte von einem professionellen Verlag auf ihre mögliche Wirkung auf die Leser "geprüft" wissen. Außerdem bekomme ich von "meinem" Verleger für jede Veröffentlichung ein Pauschalhonorar und bin dadurch vom Absatz der Bände nicht direkt betroffen.


Dies kann ich nun ich rot, grün oder blau unterstreichen. Alles Punkte die für eine Veröffentlichung im "echten" Verlag sprechen.

Ein DKZ braucht nicht auf Dinge achten, wie Lektorat, Werbung usw. schließlich kassíert er ja vom Autor und verdient auch noch etwas dabei. Warum also unnötige Energie verschwenden.
Bei BoD ist es noch schwieriger, man muss sein Werk auf eigene Kosten überprüfen lassen, das Cover sowie den Buchblock selbst erstellen und sich auch noch eine Vermarktungsstrategie ausdenken.

Aber, soll jeder machen wie er denkt es machen zu wollen...

book: Literarische Grüße

Jens

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