Eine Bitte an die anderen

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dbs

Eine Bitte an die anderen

von dbs (14.05.2007, 01:32)
Hallo!

Ich hätte da eine Bitte an die anderen Schreiber und Schreiberinnen, die hier in diesem Teil von autorenpool.info tätig sind.

Da ich nicht wie ein "Besserwisser" oder so etwas aussehen möchte, würde ich mich sehr darüber freuen, wenn mal jemand anderes etwas zu einem bestimmten Thema des Schreibhandwerks schreiben würde.

Als mögliche Themen bieten sich da vielleicht an:

a) der Dialog
- was macht einen guten Dialog aus?
- wie verpackt man gekonnt Informationen über eine Figur in einen Dialog?
- wie kann man eine Figur durch Dialog charakterisieren?
- wie entwickelt man per Dialog die Handlung?
- wie baut man durch einen Dialog Spannung auf?
- welche Probleme drohen bei der indirekten Rede?
Generell: Wie erarbeitet ihr Dialoge in euren Texten?

b) Spannung
- was ist überhaupt spannend?
- wie kann man Spannung erzeugen?
- wie lässt sich Spannung steigern?
- welchen Rhythmus muss ein Spannungsaufbau haben?
- wie bekommt man parallel laufende Spannungslinien dazu, sich zu kreuzen?
Generell: Wie bekommt ihr Spannung in eure Texte?

c) Anfänge
- wie und wo fängt man eine Geschichte an?
- was gehört in den Anfang und was nicht?
- was muss dem Leser gleich zu Beginn des Textes klar gemacht werden?
- stimmt die Behauptung, mit einem guten Anfang kann der Text den Leser ködern - und wenn ja, wie sieht ein guter Anfang aus?
- gibt es eine Geschichte vor dem Anfang und wie fließt sie in den Text ein?
Generell: Wie legt ihr eure Anfänge fest, wie versucht ihr den Leser in die Geschichte zu ziehen?

d) Beschreibungen
- wie kann man Figuren beschreiben, ohne ihre Eigenschaften einfach aufzuzählen?
- wie beschreibt man das Setting (Umgebung, Ort, Zeit, Stimmung) der Handlung?
- wie spielen sinnliche Veranlagung der Figuren und Beschreibungen zusammen?
- wie lassen sich Beschreibungen, Handlung und Figuren effektvoll miteinander verknüpfen?
Generell: Wie bindet ihr Beschreibungen sinnvoll in den Text ein, ohne eine reine Aufzählung zu liefern?


Dies nur mal so als Themenanreiz. Und weil ich nicht als "Doktor Allwissend" erscheinen möchte - denn ich gehe mal davon aus, dass sich hier der eine oder andere schon mal Gedanken zu den o.g. Themen gemacht hat.

Diese Bitte richtet sich besonders an jene, die dem organisierten, planerischen Schreiben kritisch gegenüber stehen. Mich interessiert eben auch die andere Seite der Medaille. Wie löst ihr eure Probleme bei Dialog, Spannung, Anfänge, Beschreibungen?

Grüße
Siegfried

g.c.roth

wie macht ihr es?

von g.c.roth (15.05.2007, 15:31)
Hallo zusammen,
Ratschläge zum Schreiben kann ich schwerlich geben, weíl ich zu den Menschen gehöre, die aus dem Bauch heraus schreiben. Dass dahinter auch ein Konzept steht, wenn auch unbewusst, hab ich erst jetzt erstaunt bemerkt, als ich versucht habe, mich mit den von Siegfried angeführten Punkten auseinanderzusetzen. Muß ich noch ein wenig drüber nachdenken.

Meine Kurzgeschichten und Fabeln entstehen alle aus irgendwelchen äußeren Anstößen. Etwas erlebt, gehört, gesehen, geahnt. Ich kann nur über Dinge lebendig schreiben, die mich auch emotional berühren - es sei denn, es handelt sich um eine Nachricht. Da geht natürlich alles.

Ich möchte auch weiter aus dem Bauch schreiben, trotzdem wäre ich für Schilderungen zum Handwerk und zur Vorgehensweise anderer Autoren dankbar. Denn wenn man Beides kann, hat man auf jeden Fall eine größere Chance gern gelesen zu werden. Und ich vermute mal, dass sich dadurch auch Türchen öffnen, hinter denen sich ganz neue Möglichkeiten auftun, Themen in Angriff zu nehmen, an die man sich vielleicht noch nicht so recht herantraut...

Ich denke auch nicht, dass jemand Angst haben sollte als "Besserwisser" zu erscheinen. Jeder hat eben seine Art die Dinge zu tun und die kann man schildern, ohne anderes abzuwerten.

Freue mich auf drauf!
Lieben Gruß
Grete

Nom
Beiträge: 133
Registriert: 03.06.2007, 11:50

Wie erarbeite ich einen Dialog? Mein System

von Nom (01.07.2007, 19:03)
Erst einmal ein Riesenkompliment zum Artikel "Schreibhandwerk Grundlagen Dialog"!!! ... auch einer meiner Redner grinste einen Satz! :oops:

Ich hab schon ein System zum Aufbau eines Dialogs:
1. Da ich meist eine Geschichte um tatsächliche Geschehnisse bastele, schreibe ich anfangs den reinen Dialog, wie er abgelaufen ist.

"Mo hat uns Tauchschnorkel gekauft. Schau! Meiner ist grün, Tobias seiner blau. Darf ich ins Wasser, Mama?" (Benjamin)
"Ich auch!" (Tobias)
"Das heisst Schnorchel! Du darfst aber nur ins Kinderbecken! Und die Schwimmflügel müssen dran bleiben!" (Mutter von Benjamin)
"Och, da ist es doch so niedrig!" (Benjamin)
"Ich gehe mit Euch mit. Ich gebe Obacht. Ihr müsst mir nur versprechen, in meiner Nähe zu bleiben. Zuerst geht es unter die Dusche, sonst ist das Wasser im Swimmingpool zu kalt." (Mo)


2. Dann stelle ich mir die Szene nochmal vor, den Klang der Stimmen, den Ausdruck der Gesichter, die Bewegungen der Beteiligten.

"Mo hat uns Tauchschnorkel gekauft. Schau! Meiner ist grün, Tobias seiner blau. Darf ich ins Wasser, Mama?" bettelte Benjamin.
"Ich auch!" rief Tobias.
"Das heisst Schnorchel!" korrigierte Ute. "Du darfst aber nur ins Kinderbecken! Und die Schwimmflügel müssen dran bleiben!"
"Och, da ist es doch so niedrig!" maulte Benjamin.
"Ich gehe mit Euch mit," erbot sich Mo, nachdem sie sich die Zustimmung von Ute und Michaela eingeholt hatte. "Ich gebe Obacht. Ihr müsst mir nur versprechen, in meiner Nähe zu bleiben!" Sie nahm die zwei bei der Hand. "Zuerst geht es unter die Dusche, sonst ist das Wasser im Swimmingpool zu kalt."


3. Wenn ich so massiv wie in diesem kurzen Abschnitt Worte wie bettelte, rief, korrigierte usw. benutze, schreibe ich einen langen Bereich ohne Dialog, weil ich nicht will, dass diese Worte den Leser "erschlagen", wie ich es bei Büchern schon empfunden habe.

4. Ich achte sehr darauf, dass die Sprache einer/s Beteiligten in der ganzen Geschichte ein Niveau hat, solange sie/er sich in der gleichen Gesellschaft befindet.

5. Kindersprache ist Kindersprache (abgesehen von hochintelligenten Verbalbestien :wink: ).

6. Die indirekte Rede verwende ich sehr selten, weil es für mich schwierig ist, die Zeiten einzuhalten. Wenn die Geschichte in der Gegenwart geschrieben ist, geht es noch, aber die Vergangenheit der Vergangenheit :? Die Gefahr der ständigen Wiederholung von "hat, hatte" ist für mich zu groß.

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