Eine Idee! Nur das Ende hält mich ab!

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seosamh
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Eine Idee! Nur das Ende hält mich ab!

von seosamh (06.04.2021, 23:16)
Hallo liebe Community,

ich bin ein Mensch der wissen muss, wo die Reise hingeht. Ansonsten irre ich planlos und verängstigt umher.

Jetzt habe ich eine Idee, welche mich fesselt. Also ich könnte ständig darüber Tagträumen. Jedenfalls vom Anfang bis in die Handlung hinein. Nur wird es dann wie in meinen nächtlichen Träumen, einfach wie verhext. Ich kenne den Anfang und den Inhalt, nur nicht das Ziel. Vorher wache ich einfach auf, ohne die Reise zu beenden :(

Einen Anfang zu finden fällt mir immer leicht. Nur das Ende ist mein ständiges Problem.
Ich habe noch nie ein Buch begonnen. Das Ende hat mich bis jetzt immer abgehalten.

Vielleicht hat jemand Rat für mich?

Liebe Grüße
Seo

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Siegfried
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Re: Eine Idee! Nur das Ende hält mich ab!

von Siegfried (07.04.2021, 12:10)
Hi, Seo!

Ein Buch (Belletristik) ist die Beweisführung für eine Behauptung - so habe ich es mal vor vielen Jahren gelernt.

Frage dich, was du mit deinem Buch behauptest. Das Ende deines Buches ist der Beweis, dass deine Behauptung richtig ist.

Behauptung: Das Festhalten an seinen persönlichen Wunschträumen führt zum (wahlweise) eigenen Untergang / zum Erfolg.

Beweisführung: Der Protagonist erfüllt sich den Wunschtraum eines Bauernhofes, den er ökobiologisch betreibt. Dabei hat er massiv Probleme aller Art zu überwinden (Anfeindungen durch die benachbarten Bauern, finanzielle Schwierigkeiten, Betrug durch seine Abnehmer, Verlust des/der Lebenspartners/Lebenspartnerin). Am Ende steht der Untergang (Tod des Protagonisten im brennenden Bauernhof) oder das Happy End.


Behauptung: Wahre Freundschaft überwindet alle Gefahren

Beweisführung: Die Lebensgeschichte eines Protagonisten und dessen besten Freundes von Kindheitstagen an. Politische und wirtschaftliche Änderungen trennen die beiden. Über Jahre nur notdürftige Kontakte, weil die Weltpolitik es so will (z. B. einer im Westen, der andere im Osten, also DDR). Fluchthilfe scheitert. Der Ostler wird zu Haftstrafe verurteilt. Der Westler bewegt Himmel und Hölle, um ihn freizukaufen. Nach Jahrzehnten die Wiedervereinigung. Die Freund treffen sich endlich wieder.

Wie gesagt: Such für deine Geschichte die Behauptung, die du aufstellst. Dann hast du auch dein Ende.

Beste Grüße
Siegfried
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Monika K.
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Re: Eine Idee! Nur das Ende hält mich ab!

von Monika K. (07.04.2021, 17:35)
Hallo Seo,

in meinem Umfeld gibt es zwei Vorgehensweisen: das Plotten und das "Drauflosschreiben". Obwohl ich selbst grundsätzlich mindestens grob die Eckpunkte meiner Romane plotte, kenne ich einige sehr gute Romane, die von Kolleginnen "ins Blaue hinein" verfasst wurden. Vielleicht liegt dir diese Vorgehensweise mehr. Finde es heraus, indem du deinen Romananfang schreibst und dich in kleinen Schritten in der Handlung vortastest. Wichtig ist dabei, dass man sich nicht verzettelt. Wenn nichts daraus wird, ist es nicht weiter schlimm. Vielleicht liegt dir die Methode nicht, oder die Handlung reicht nicht. Vielleicht wird es nur ein Kurzroman. Doch du findest auf diesem Weg deine bevorzugte Arbeitsweise und sammelst Erfahrungen. Viel Erfolg!

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

seosamh
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Re: Eine Idee! Nur das Ende hält mich ab!

von seosamh (07.04.2021, 23:11)
Siegfried hat geschrieben:
Such für deine Geschichte die Behauptung, die du aufstellst. Dann hast du auch dein Ende.


Lieber Siegfried,

besten Dank. Das ist ein sehr wertvoller Satz. Das hilft mir im gedanklichen Neusortieren, umdenken weiter.

Liebe Grüße
Seo

seosamh
Beiträge: 3
Registriert: 06.04.2021, 22:54

Re: Eine Idee! Nur das Ende hält mich ab!

von seosamh (07.04.2021, 23:22)
Monika K. hat geschrieben:
Hallo Seo,

in meinem Umfeld gibt es zwei Vorgehensweisen: das Plotten und das "Drauflosschreiben". Obwohl ich selbst grundsätzlich mindestens grob die Eckpunkte meiner Romane plotte, kenne ich einige sehr gute Romane, die von Kolleginnen "ins Blaue hinein" verfasst wurden. Vielleicht liegt dir diese Vorgehensweise mehr. Finde es heraus, indem du deinen Romananfang schreibst und dich in kleinen Schritten in der Handlung vortastest. Wichtig ist dabei, dass man sich nicht verzettelt. Wenn nichts daraus wird, ist es nicht weiter schlimm. Vielleicht liegt dir die Methode nicht, oder die Handlung reicht nicht. Vielleicht wird es nur ein Kurzroman. Doch du findest auf diesem Weg deine bevorzugte Arbeitsweise und sammelst Erfahrungen. Viel Erfolg!

Viele Grüße
Monika


Liebe Monika,

Danke für deine Idee. Ich werde es jetzt was ich bereits an Ideen habe in Kapiteln oder Happen aufteilen und das mal beginnen zu schreiben. So wie Waggons bei einem Zug. Wen ich dann einen Waggon vewerfen muss, ist nicht alles verloren. Vielleicht kommen mir druchs schreiben dann mehr Ideen (Waggons).

Besten Dank für diese Anregung.

LG. Seo

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