Einen dicken Schicken schreiben...

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franziska rechperg
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Einen dicken Schinken schreiben

von franziska rechperg (12.10.2008, 19:58)
Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich jedem nur abraten, ein Buch zu schreiben, das 500 Seiten oder mehr hat. :( Die Konkurrenz auf dem Buchsektor ist so groß, dass ein solches Werk, auch wenn es super gut sein sollte, keine Chance hat, gekauft zu werden. Auch von mehreren Bänden würde ich abraten. Die Käufer sehen das trotzdem als e i n Buch und fangen an zu rechnen....Einzig bei gutwilligen Bekannten oder Kollegen hat man da eine gewisse Chance. :roll: Aber damit ist meistens kein wirklicher Umsatz geschweige denn ein Gewinn zu erzielen. :cry: Nun, wenn man noch kürzen kann oder die Schrift kleiner wählen, aber sie muss ja auch noch leserlich sein, wie Ihr selber schon festgestellt habt.
Also, die Schallgrenze liegt nicht erst bei den psychologischen 19,90 €, sondern eindeutig bei 15 €, oder noch besser bei 14,90 €. Ich werde künftig meine Konsequenzen daraus ziehen, und mich strikt an eine entsprechende Seitenzahl halten, oder ich lasse es bleiben, und mache höchstens ein Fun-Buch daraus. :(

Mit frustierten Grüßen
Franziska Rechperg
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Albert Ulrich
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Re:

von Albert Ulrich (12.10.2008, 20:05)
Ich stimme den frustierten Grüßen zu. :wink:

LOFI

Re: Einen dicken Schinken schreiben

von LOFI (12.10.2008, 20:10)
franziska rechperg hat geschrieben:
Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich jedem nur abraten, ein Buch zu schreiben, das 500 Seiten oder mehr hat. :( Die Konkurrenz auf dem Buchsektor ist so groß, dass ein solches Werk, auch wenn es super gut sein sollte, keine Chance hat, gekauft zu werden. Auch von mehreren Bänden würde ich abraten. Die Käufer sehen das trotzdem als e i n Buch und fangen an zu rechnen....Einzig bei gutwilligen Bekannten oder Kollegen hat man da eine gewisse Chance. :roll: Aber damit ist meistens kein wirklicher Umsatz geschweige denn ein Gewinn zu erzielen. :cry: Nun, wenn man noch kürzen kann oder die Schrift kleiner wählen, aber sie muss ja auch noch leserlich sein, wie Ihr selber schon festgestellt habt.
Also, die Schallgrenze liegt nicht erst bei den psychologischen 19,90 €, sondern eindeutig bei 15 €, oder noch besser bei 14,90 €. Ich werde künftig meine Konsequenzen daraus ziehen, und mich strikt an eine entsprechende Seitenzahl halten, oder ich lasse es bleiben, und mache höchstens ein Fun-Buch daraus. :(

Mit frustierten Grüßen


Dem ist nichts weiter hinzuzufügen, als eine weitere Bestätigung. Meine Romane waren alle über 350 Seiten lang. Erst als ich sie auf 240 Seiten schrumpfte (durch Verkleinerung der Schrift) und Laufweite konnte ich den Preis auf 14,80 senken. Mein nächster Roman wird nicht kleiner aber da formatiereb ich von anfang an entsprechend.

VG

Lorenz

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MW
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Re:

von MW (13.10.2008, 13:19)
:-))

man könnte noch den zeichen- und/oder den wortabstand um 5 % reduzieren, sowie den zeileneinzug erste zeile von 5 auf 3 mm schrumpfen lassen. beides ist im schriftbild kaum zu erkennen und führt dennoch zu der einen oder anderen einsparung!

die ränder zu verkleinern ist m.e. völlig in ordnung. nur den inneren rand (bund) würde ich nicht unter 2 cm machen, da man sonst beim lesen zu sehr das buch auseinanderrupfen muss :roll:

einfach mal probieren, ob der eindruck am ende noch stimmt. kleiner tipp: die seite ausdrucken und etwas weiter weg halten. dann mal prüfen, ob die bedruckte fläche nur noch schwarz ist oder ob noch zeilen zu erkenn sind. im ersten fall hat man wohl ein wenig übertrieben dozey:

wer hier übrigens nicht auf word vertrauen will, muss ja nicht gleich auf teure programme wie quark oder indesign umsteigen. auch das (m.E. zu Unrecht) verschmähte corel leistet gute dienste :-)) ab der version 11 kann man hier mit durchaus professionell arbeiten. empfehlen würde ich version 13 (es scheint so, dass bei corel nur die ungeraden zahlen funktionieren)

vg (viele grüße)
mw
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hawepe
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Re:

von hawepe (13.10.2008, 13:47)
Hallo,

ich verstehe ja, dass Book on Demand und dicke Wälzer nur schwer zusammengehen, aber auf Deibel kommen raus die Seitenzahlen reduzieren zu wollen, erbringt dann eben auch das für Book on Demand typische Aussehen.

Druckzeilen von mehr als 70 Zeichen sind nun einmal leseunfreundlich, genauso zu enge Zeilenabstände oder der Verzicht auf deutliche Erkennbarkeit von Absätzen.

Natürlich kann man sich unsere Politiker zum Vorbild nehmen und sagen, die anderen sind genauso schlecht oder noch schlechter - ist schließlich auch eine Lebenseinstellung. Aber man kann genauso versuchen, sich nach vorne zu orientieren und vielleicht genauso gut oder wenigstens annähernd so gut wie andere zu sein.

Ich schreibe das jetzt bewusst nicht als Antwort auf einzelne Beiträge, weil mir immer wieder auffällt, dass eigentlich alle Autoren hier von ihren Werken überzeugt sind, aber erstaunlich viele in die Umsetzung zu einem Buch nur einen Bruchteil ihres schriftstellerischen Engagements stecken.

Das mal als "Wort zur Woche" ;-)

Beste Grüße,

Heinz.

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MW
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Re:

von MW (13.10.2008, 15:19)
da schließe ich mich meinem vorredner an!

allerdings mit einer einschränkung: wer ein großes (im sinne von vielseitig) werk geschrieben hat, und dies zu einem akzeptablen preis bei bod veröffetnlichen will, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als einen kompromiss zwischen layout und seitenzahl einzugehen.

ich verbringe sehr viel zeit mit dem layout meiner romane, denke über 2-teiler nach, um den satz nicht zu leseunfreundlich gestalten zu müssen etc. etc., und trotzdem muss ich hier und da einschränkungen in kauf nehmen - was nicht bedeuten soll, den satz völlig zu verhunzen...

VG
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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (13.10.2008, 17:24)
ehrlicherweise muß ich die Leute bewundern, die 500 Seiten schreiben.
Ich kann wohl 10 seitige Briefe schreiben und meinem Gegenüber ein Baguette ans Knie labern aber bei meinem Schreiben bleibt es irgendwie bei kurzen Geschichten. Ich kann also eine Menge von euch lernen...
Gruß Birgit
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PvdO
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Re:

von PvdO (13.10.2008, 17:43)
Worüber ihr hier redet, das hat der Fischer Verlag schon vor vielen vielen Jahren vorgemacht. Marco Polo, Teil I und II, hat eine sehr kleine Schrift und es ist sehr gewöhnungsbedürftig. Teilweise nervt es sogar. Dabei hat Teil I nur ca 400 Seiten (Tei II ca 600) und damit war es mir unverständlich, diese Maßnahme.
Der Preis bei BOD ist nun mal einer der Nachteile.
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hawepe
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Re:

von hawepe (13.10.2008, 18:31)
Hallo,

MW hat geschrieben:
allerdings mit einer einschränkung: wer ein großes (im sinne von vielseitig) werk geschrieben hat, und dies zu einem akzeptablen preis bei bod veröffetnlichen will, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als einen kompromiss zwischen layout und seitenzahl einzugehen.


Klar, ohne Kompromisse geht es bei Book on Demand oftmals nicht. Bloss, wenn man von 30 auf 20 oder gar 15 Euro schrumpfen möchte, ist eben eigentlich nur noch ein "hinhunzen" möglich.

Der Digitaldruck ist ein phantastische Erfindung, aber bei dicken Wälzern stößt er nun einmal an Grenzen.

Was ich übrigens in diesem Zusammenhang erstaunlich finde, dass doch recht viele Autoren sehr dicke Bücher schreiben, in anderen Threads aber regelmäßig nahezu einmütig dicke Werke abgelehnt werden.

Beste Grüße,

Heinz.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (13.10.2008, 18:40)
Die Frage, die ich mir beim Lesen der Beiträge zu diesem Thema immer wieder stelle. ist: Müssen es wirklich 500 (oder mehr) Seiten sein?

Was treibt jemanden dazu, ein so seitenstarkes Buch zu schreiben? Und vor allem: Hält der Spannungsbogen über 500 oder mehr Seiten? Oder wird da einfach seitenweise herumgeschwafelt um des Schwafeln Willens? Treibt jede Szene, jede Seiten die Handlung wirklich voran? Oder verliert sich der Roman in Dutzenden von Nebenhandlungen, deren Handlungsfäden dann - meist jedenfalls - am Ende nicht sauber aufgelöst werden?

Oder ganz einfach gefragt: Wie sehen die Strukturen eines dicken Wälzers aus? Sind sie sauber? Oder verlieren sie sich im Irgendwo?

Ich würde zu gerne mal einen 800-Seiten-On-Demand-Roman auseinandernehmen und einfach mal darauf prüfen, was an sinnvoller und überflüssiger Handlung da drin steckt :twisted: Hat jemand einen Tipp?

LG
Siegfried

Johanna
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Re:

von Johanna (13.10.2008, 20:15)
Hallo Heinz,

was meinst du damit?

hawepe hat geschrieben:
Der Digitaldruck ist ein phantastische Erfindung, aber bei dicken Wälzern stößt er nun einmal an Grenzen.


Wegen des Preises oder wegen der Bindetechnik??

Johanna

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hawepe
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Re:

von hawepe (13.10.2008, 20:41)
Hallo Johanna,

Johanna hat geschrieben:
Wegen des Preises oder wegen der Bindetechnik??


Wegen des Preises :-(

Die Bindetechnik unterscheidet sich nicht.

Beste Grüße,

Heinz.

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MW
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Re:

von MW (13.10.2008, 20:58)
hallo siegfried

sicher lässt sich so manches kürzen - aber bei manchen geschichten eben auch nicht. gerade bei dem genre fantasy, krimi & thriller ist eine höhere seitenzahl nicht ungewöhnlich. schau dir mal bücher von katzenbach, preston & child, gifford, king oder james rollins an. alles bestseller und alle zwischen 500 und 800 seiten. und bei diesen büchern wäre kürze eine schande :wink:
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Judith
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Re:

von Judith (14.10.2008, 00:49)
Siegfried hat geschrieben:
Und vor allem: Hält der Spannungsbogen über 500 oder mehr Seiten? Oder wird da einfach seitenweise herumgeschwafelt um des Schwafeln Willens? Treibt jede Szene, jede Seiten die Handlung wirklich voran? Oder verliert sich der Roman in Dutzenden von Nebenhandlungen, deren Handlungsfäden dann - meist jedenfalls - am Ende nicht sauber aufgelöst werden?


Hallo Siegfried,

genau das frage ich mich auch immer wieder. Häufig wäre weniger mehr. Ich muss nicht jedes einzelne Muttermal der Protagonisten kennen, und ob die Stehlampe im Wohnzimmer elfenbeinfarben oder hellgrün ist, das ist mir normalerweise auch egal.

Grüßle,
Judith
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MiMl
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Re:

von MiMl (15.10.2008, 19:55)
Ha, ha, ha ...

... hab' gerade Deinen Kommentar, Judith, vom 12.10. gelesen. Den auf mein "ich muss lg zustimmen". Da war ich wohl mit dem Tippen schneller als mit dem Lesen und Denken.

Könnte ja behaupten, das war Absicht; wird mir jetzt aber wohl eh niemand mehr abnehmen ...

Zum eigentlichen Thema: Ja, manchmal ist weniger mehr. Aber eben nur manchmal. Wer es schafft, seine Story in 500 Seiten zu packen, und dabei jede einzelne Seite spannend ist, der sollte 500 Seiten schreiben und nicht weniger.
Wie man objektiv beurteilt, ob jede Seite eines Buches wirklich gut und spannend ist, das ist eine andere (und manchmal nicht eben leicht zu beantwortende) Frage.

lg oder mfg oder br oder was auch immer,
Michael

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