Feministische Linguistik

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Thesken

Re:

von Thesken (03.05.2009, 18:38)
Markus,

deine Beispiele, in denen es durch die fehlende körperliche Stärke berechtigt ist, mögen so stimmen. Aber es ist leider Realität, dass Frauen auch in vielen anderen Berufsfeldern bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeitsleistung im Schnitt zwischen 10 und 25 % weniger verdienen. In sofern gibt es da schon noch ein sehr großes Ungleichgewicht.

Studien zufolge liegt diese Einkommensschere aber auch teilweise an der unterschiedlichen Art und Weise, mit der Frauen oder Männer sich verkaufen. Männer treten oft fordernder auf, können sich und ihre Leistungen in vielen Fällen besser verkaufen, wohingegen Frauen sich eher passiv verhalten und oft einfach hoffen, ihre Leistung werde auch so anerkannt.

Das hat also meiner Meinung nach weniger mit unserer Sprache oder geringerer Wertschätzung der Frau an sich zu tun, sondern liegt individuell am Auftreten der betreffenden Personen.

Liebe Grüße,
Theresa

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Judith
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Re:

von Judith (03.05.2009, 20:13)
Bea_Wagner hat geschrieben:
Du bringst Deinen Männe ins Spiel, nach dem Motto: „Er wäscht ab“ und bist sauer, wenn ich sage, das interessiert mich nicht.


Ich bin nicht sauer, aber für mich klingt das so, als wenn du was gegen Männer hättest:

Bea_Wagner hat geschrieben:
Na, von mir würde er sicher nicht bemitleidet werden :D Als Lesbe interessieren mich die Probleme der Männer nur selten :D


Bea_Wagner hat geschrieben:
Interessieren würde mich, ob er sich einer ausgeprägt männlichen Sprache bedient, ob er weiblichen Endungen nutzt – eben all das, um was es in diesem Thread geht.

Er benutzt nicht mehr oder weniger eine "ausgeprägt männliche Sprache" als ich.

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (03.05.2009, 22:28)
Kris. K. hat geschrieben:
Praktikant cheezygrin
Und das Fräulein (wenn ich es jetzt im altmodischen Sinne betrachte) wird zur Frau wenn das Fräulein heiratet. Will man ewig Fräulein bleiben, bleibt man unverheiratet
( Ein anderers Wort für Fräulein ist- ab einem bestimmten Alter - Alte Jungfer :cry: )


Kris, du musst etwas missverstanden haben: Es müsste heißen:
will man ewig Herrlein bleiben, bleibt man unverheiratet!
Und Jungfer bedeutet Jungfrau: verliert frau diesen Status mit der Eheschließung, oder ist es mehr ein anatomischer Aspekt?

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Kris. K.
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Re:

von Kris. K. (03.05.2009, 22:34)
Danke das du mich aufgeklärt hast (demütig den Kopf senk :cry: )- bin das wohl zu katholisch angegangen und hab nicht anatomisch gedacht. jungfrau- jungmann??? :shock:: -jüngling? Zumindest letzters ist nicht nur auf das anatomische beschränkt- Wortklauberei. Ich denke man(n) (und Frau) muss nicht jedes Wort auseinandernehmen. Unsere Sprache ist herrlich (oder fraulich) das kann man die Dinge doch nehmen wie sie sind (und wohl auch bleiben werden).

Markus

Re:

von Markus (04.05.2009, 08:03)
Haifischfrau hat geschrieben:
Das Ganze nun auf körperliche Kraft zu reduzieren verfehlt das Thema.

die Haifischfrau


Hallo Haifischfrau,
war das jetzt eine Reaktion auf mein posting?
Wenn ja, dann beachte bitte, dass mein/e Beispiel/e nichts mit Theorie oder sowas zu tun haben, sondern schlichte Realität sind, und ich mal zu diesen PRAKTISCHEN Beispielen wirklich gerne eine ernsthafte Antwort von einer Frau hätte.

Ich glaube, dass ich mit einige Mühe gegeben habe, das alles sachlich aufzuschreiben.

Markus

Re:

von Markus (04.05.2009, 08:04)
Thesken hat geschrieben:
Markus,

deine Beispiele, in denen es durch die fehlende körperliche Stärke berechtigt ist, mögen so stimmen. Aber es ist leider Realität, dass Frauen auch in vielen anderen Berufsfeldern bei gleicher Qualifikation und gleicher Arbeitsleistung im Schnitt zwischen 10 und 25 % weniger verdienen. In sofern gibt es da schon noch ein sehr großes Ungleichgewicht.

Studien zufolge liegt diese Einkommensschere aber auch teilweise an der unterschiedlichen Art und Weise, mit der Frauen oder Männer sich verkaufen. Männer treten oft fordernder auf, können sich und ihre Leistungen in vielen Fällen besser verkaufen, wohingegen Frauen sich eher passiv verhalten und oft einfach hoffen, ihre Leistung werde auch so anerkannt.

Das hat also meiner Meinung nach weniger mit unserer Sprache oder geringerer Wertschätzung der Frau an sich zu tun, sondern liegt individuell am Auftreten der betreffenden Personen.

Liebe Grüße,
Theresa


Hi Theresa,
Dein posting würde ich voll und ganz unterschreiben.
Und danke, dass Du immerhin auf meine Beispiele eingegangen bist! thumbbup

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Ilo70
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Re:

von Ilo70 (04.05.2009, 08:38)
Wouw!
Ich habe diesen Beitrag/Thread/Postings mit echtem Interesse und Erstaunen gelesen.

Sicher ist nicht alles fair auf der Welt und gerade wir Frauen haben einen steinigen Weg hinter uns.
In der Geschichte unserer Menschheit (entschuldigung, wenn ich jetzt so weit aushole) mussten Frauen viel ertragen und haben viel erlitten. Wir haben uns viele Jahrhunderte über unsere Männer definieren müssen und wenn wir keine hatten, dann waren wir Halbmenschen...naja oder so etwas in der Art.

Auch heute ist noch nicht alles so, wie man sich das vielleicht wünschen würde, gerade das Thema "Gleichberechtigung im Beruf", birgt noch reichlich Zündstoff, zu Recht.
Aber in der heutigen Zeit bin ich trotz der noch nicht 100%igen Gleichstellung sehr gern eine Frau.
Wir haben es so leicht wie noch nie und in vielen Bereichen mittlerweile die "Nase vorn". Das sollten wir uns nicht nehmen lassen aber auch nicht dadurch nehmen, dass wir wie kleine Mädchen aber bittes schön ALLES PERFEKT und SOFORT wollen.
Wir (zumindest ich) habe gelernt Männer auch einmal um den Finger zu wickeln um etwas zu erreichen. Das Ziel und der faire Weg zählen (weiblicher Charme und Liebreiz ist nicht unfair...nur falls hier männliche Einwände folgen sollten).
Frauen können auf ihre Art in vielen Bereichen Erfolg haben WEIL sie Frauen sind.
Also ich mag Männer, sehr sogar.
Mir ist auch bewusst, dass sie durch aus Dinge können, die mir als Frau so nicht möglich sind. Sie haben eine andere Anatomie, die ihnen andere Dinge möglich macht als uns.
Gleiches gilt für die Frau und den weiblichen Körper (und Kopf). :wink:

Männer oder allgemeiner die Männlichkeit bedroht mich nicht, im Gegenteil.
Nein, ich sehe sie als eine Ergänzung, eine notwendige Ergänzung an.
Sie ist ein natürliches Gegengewicht.
Es gibt eine Theorie die besagt, dass ein Ungleichgewicht zunächst mit einem entgegengesetzten Ungleichgewicht beantwortet wird, bis eine Mitte gefunden werden kann.

Einige Beiträge hier wirken auf mich unangenehm kämpferisch bis verkrampft.

Ich meinerseits bin sehr gern eine Frau, auch und gerade neben einem Mann. Denn ein Umstand wird doch erst wirklich durch sein Gegenteil betont. :D
Ich verzeihe gern die ein oder andere Trampeligkeit männlicherseits (auch sprachlich), denn wir Frauen haben auch unsere zickigen Tage.

Genauso gern mache ich mir die männliche Kraft zunutze, aber nicht ohne meine Vorzüge als Frau "zur Verfügung zu stellen". Hier darf ich betonen, dass ich das nicht in sexueller Hinsicht meine!
Frauen und Männer gehören zusammen - unabdingbar und sollten sich gegenseitig schätzen und nicht bekämpfen, auch nicht sprachlich.
Respekt und zwar gegenseitiger hilft wesentlich mehr eine tatsächliche Gleichberechtigung zu finden als trotzige Erbsenzählerei.


Ich darf kurz mal ganz provoKANT zitieren:

Will man den ganzen Menschen studieren, so darf man nur auf das weibliche Geschlecht seine Augen richten: denn wo die Kraft schwächer ist, da ist das Werkzeug um so künstlicher. daher hat die Natur in das weibliche Geschlecht eine natürliche Anlage zur Kunst gelegt. Der Mann ist geschaffen, über die Natur zu gebieten, das Weib aber, den Mann zu regieren. Zum ersten gehört viel Kraft, zum andern viel Geschicklichkeit.

Immanuel Kant


Nun ist das ja auch schon ein paar Jährchen her.... cool5

Ein Augenzwinkern von mir zu meinen weiblichen Mitschreibern.

Ganz liebe Grüße

Ilo

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (04.05.2009, 10:10)
Hallo Markus,

vielleicht ist meine Anmerkung falsch rüber gekommen. Selbstverständlich haben die Frauen oft (aber nicht immer) weniger körperliche Kraft, und entsprechend wäre es nicht gerade klug, sie mit schweren Arbeiten zu betrauen, wenn dafür auch kräftigere Menschen zur Verfügung stehen.

Nur hat diese Tatsache rein gar nichts damit zu tun, dass es sprachliche Regeln und Gewohnheiten gibt, die Frauen zu "Anhängseln" degradieren.

Und die jahrhundertelange sprachliche Reduktion der Frauen hat sich eben auch auf die Fähigkeiten von Frauen, sich durchzusetzen, ihr Recht einzufordern, "sich zu verkaufen" ausgewirkt. Die Religionen haben da kräftig mitgemischt.

Das alles hat mit mir persönlich nur wenig zu tun. Ich habe weder Probleme mit Männern noch mit Frauen und erst recht nicht damit, mich
"zu verkaufen".

Im Zusammenhang mit Sprache steht auch die gesellschaftliche Bewertung von Männerhandeln und Frauenhandeln bzw. -behandeln.

Wenn ich an Frauen und Mädchen in Afrika denke, die noch in der heutigen Zeit eine Klitorisbeschneidung über sich ergehen lassen müssen, an Mädchen und Frauen in islamischen Ländern, die ihr Gesicht hinter einem Schleier verbergen müssen und nur mit Erlaubnis des Mannes in die Öffentlichkeit gehen dürfen, klingt die Theorie von der Ergänzung wie Hohn.

Das genaue Hinschauen bei der Sprache wäre doch ein guter Schritt in Richtung Achtsamkeit und Würde!

Man muss nicht das große Innen-I praktizieren, aber wer sich dazu entscheidet darf den gleichen Respekt erwarten wie diejenigen, die die Männlichkeitsform auch dann nutzen, wenn es eine Weiblichkeitsform entsprechend gibt bzw. wenn sie vor einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe sprechen.


Haifischfrau

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Ilo70
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Re:

von Ilo70 (04.05.2009, 10:57)
Haifischfrau hat geschrieben:
Und die jahrhundertelange sprachliche Reduktion der Frauen hat sich eben auch auf die Fähigkeiten von Frauen, sich durchzusetzen, ihr Recht einzufordern, "sich zu verkaufen" ausgewirkt. Die Religionen haben da kräftig mitgemischt.


Ich darf hier einmal antworten, auch wenn ich nicht direkt angepsrochen worden bin. Denn es werden ja auch Aussagen von mir kritisiert. :wink:

Wenn dem so wäre, warum sind wir dann an dem Punkt wo wir heute sind? Wenn die Sprache so schwer wiegen würde in der Emanzipationsgeschichte der Frau, wäre die Entwicklung nie in Gang gekommen. Es waren die Schritte vorher, die etwas in Bewgung gesetzt haben und sich jetzt in der Sprache manifesterieren.

Haifischfrau hat geschrieben:
Wenn ich an Frauen und Mädchen in Afrika denke, die noch in der heutigen Zeit eine Klitorisbeschneidung über sich ergehen lassen müssen, an Mädchen und Frauen in islamischen Ländern, die ihr Gesicht hinter einem Schleier verbergen müssen und nur mit Erlaubnis des Mannes in die Öffentlichkeit gehen dürfen, klingt die Theorie von der Ergänzung wie Hohn.


Ein Hohn ist die Tatsache, dass man immer wieder bereit ist weit weg zu sehen als vor Ort die Augen aufzumachen. Kennst du die afrikanischen Sprachen und geschellschaftlichen Strukturen so gut, um beurteilen zu können was da im Einzelnen mit der Stellung der Frau zu tun hat?
Du versuchst ernsthaft diese Wahnsinns-Problematik im Ausland nach Deutschland und mit deutschen Verhältnissen zu vergleichen?
Entwicklung im Sinne der Frau findet über all statt. Es passiert überall auf der Welt dieser Fortschritt. Es gibt Orte, da passiert das langsam, weil sie mit anderen Problemen zu tun haben und es gibt Orte da ist es schon weiter fortgeschritten. Natürlich ist das veränderte Denken, je häufiger es auftritt umso mächtiger und es wird schneller und schneller gehen.

Dieser Fotschritt und die Aufklärung funktioniert nicht, weil man jemandem Vorwürfe macht - nicht einmal den Männer, die den Frauen das Leben schwer machen, weil sie es nicht anders wissen.
Die Problematik löst man nicht mit Frontendenken auf und nichts anderes ist die künstliche, von 0-100 Verweiblichung der Sprache. Es ist ein umgekehrtes Frontendenken.
Die Sprache nimmt meines Erachtens längst nicht den Stellwert bei der Entwicklung der Frau in der Gesellschaft ein, wie die ein oder andere vielleicht annimmt.
Die soziale Stellung der Frau hängt mit vielen Faktoren zuammen und man kann sie nicht nur auf die Sprache reduzieren.

Letztendlich geschieht Positives nicht deshalb weil man plötzlich, bis hin zur Kleinkarriertheit, beginnt die Sprache aus ihren Fugen zu reißen.
Nein, sondern es ist umgekehrt, die Sprache ist Zeichen einer Veränderung, die im Vorfeld passiert ist.
Veränderung steht nämlich nur dem zu, der auch die Kraft und den Einfluss darauf hat. Wenn Frau ihre Postion verbessert hat, kann sie auch Dinge verändern, andersherum funktioniert das nicht.

Gebt der Entwiklung Zeit, Verbissenheit ist kontraproduktiv.
Frau sollte tolerant sein, "denkt ein bisschen zu den Anderen", dann könnt ihr Gleiches auch erwarten.
Die Problematik in unserer Geschellschaft und in der Gesellschaft anderer Kontinente und Länder hängt nicht primär an der Sprache.
Das sie teilweise absolut verbesserungswürdig ist, gerade im Ausland, möchte ich nicht bestreiten.

Haifischfrau hat geschrieben:
Das genaue Hinschauen bei der Sprache wäre doch ein guter Schritt in Richtung Achtsamkeit und Würde!


Ja, das Hinschauen schon, da gebe ich dir Recht. Und auch die konstruktiv geäußerte Kritik diesbezüglich aber "Tabula Rasa" von Heute auf Morgen funktioniert nicht. Und schon gar nicht wenn man plötzlich die Probleme in Afrika mit den unsrigen in einen Topf wirft.

Haifischfrau hat geschrieben:
Man muss nicht das große Innen-I praktizieren, aber wer sich dazu entscheidet darf den gleichen Respekt erwarten wie diejenigen, die die Männlichkeitsform auch dann nutzen, wenn es eine Weiblichkeitsform entsprechend gibt bzw. wenn sie vor einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe sprechen.
Haifischfrau


Für mich zählt immer die Dosis, denn die macht das Gift. Die Dosis kann jedes noch so nützliche Medikament in ein tötliches Gift verwandeln.
Meines Erachtens schadet Frau eher der Entwicklung in die richtige Richtung, als sie ihr nutzt, wenn sie dauernd mit der Füssin aufstampft.
Mich nervt das einfach an, ohne, dass ich das böse meine.

Liebe Grüße

Ilo
Zuletzt geändert von Ilo70 am 04.05.2009, 11:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Re:

von Haifischfrau (04.05.2009, 11:30)
Hallo Ilo,

für mich ist Deutschland nicht der Nabel der Welt.

Wieso hierzulande die Emanzipation so weit ist? Vielleicht weil einige Frauen sich eben nicht damit begnügt haben, beherrschtes Objekt zu sein! Darüber gibt es viel Literatur, das muss nun wirklich nicht hier angeführt werden.

Schönen Gruß
Haifischfrau

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Re:

von Ilo70 (04.05.2009, 11:43)
Hallo Haifischfrau,

Deutschland ist sicher nicht der Nabel der Welt, das habe ich auch nie behauptet. Aber wir leben nun einmal in Deutschland und haben so einen
anderen Einblick auf die Problematik als wenn wir Gleiches im Ausland versuchen, oder versuchen die Proleme in den jeweiligen Ländern miteinander zu vergleichen oder sogar in einen Topf zu werfen. Das ist eine Verzerrung der Tatsachen, einer Verzerrung der schon absolvierten Entwicklung der Frau - hier in Deutschland und Europa.
Wir befinden uns hier nun mal auf einem anderen Level als in den Ländern in der dritten Welt.

Und Wouw!

Zitat:
"Vielleicht weil einige Frauen sich eben nicht damit begnügt haben, beherrschtes Objekt zu sein."

Das muss ja ein fürchterliches Lebensgefühl sein. Ich habe mich nie so gefühlt, auch wenn man Koch und nicht Köchin sagt. Auch habe ich und viele andere Frauen, die ich kenne sich nie so behandeln lassen bzw. wurden auch nie so behandelt. Ich gebe zu bedenken, dass man meist selbst bestimmt, wie auf einen - auch sprachlich - zu gegangen wird. Nämlich dann, wenn man in der gewünschten Form dem auch entgegen tritt. Wer die Faust schwenkt, wird sie auch vom anderen zu sehen bekommen. Das ist meine Message.
Veränderungen müssen sein, sicher auch heute noch hier in Deutschland und erst Recht im Ausland, aber etwas weniger "giftig" in den Ring gestiegen, mit etwas mehr Charme, den wir Frauen doch sehr wohl besitzen, zumindest einige von uns, dann liegen uns die Männer sowieso zu Füssen.
Ich nutze eben die Waffen, die mir die Natur in die Wiege gelegt hat. Ein besserer Mann sein zu wollen liegt mir einfach nicht und ich denke das ist auch anstrengend.

Die Stellung der Frau ist meines Erachtens nicht durch die Sprache zu beeinflussen, deshalb finde ich es hier sehr wichtig das Gesamtbild zu betrachten, das sich meines Erachtens dann auch tatsächlich in der Sprache niederschlägt.
Ich kann kein Afrikansich und du hattest das Beispiel angeführt.

Liebe Grüße

Ilo

LOFI

Re:

von LOFI (04.05.2009, 11:58)
Ilo70 hat geschrieben:
Ich nutze eben die Waffen, die mir die Natur in die Wiege gelegt hat. Ein besserer Mann sein zu wollen liegt mir einfach nicht und ich denke das ist auch anstrengend.


Hi,

ich denke, das ist genau das Verbissene einiger (Anwesende jetzt mal ausgeschlossen), die aufgrund von persönlichen Problemen Exzesse in diesen Themenkreis bringen, die nicht besonders förderlich sondern eher an den Haaren herbeigezogen erscheinen; nicht nur für Männer, sondern für beiderlei Geschlechts. Und dass auch moderne Frauen so denken, liegt bestimmt nicht daran, dass sie in unserem Kulturkreis in Wirklichkeit unterdrückt sind und sich nicht trauen, etwas anderes zu sagen. Im Gegenteil, die meisten Frauen, die ich kenne, die wirklich emanzipiert sind, brauchen das nicht demonstrativ zur Schau zu stellen, sondern sie sind es einfach bei voller Weiblichkeit. Das ist die Kunst und voll respektabel.

VG

lofi

Markus

Re:

von Markus (04.05.2009, 13:10)
Haifischfrau hat geschrieben:
Hallo Markus,

vielleicht ist meine Anmerkung falsch rüber gekommen.
Haifischfrau


Danke, Haifischfrau ...

... vielleicht schreiben wir auch ein ganz wenig aneinander vorbei ...

in dem Sinn: macht nix, wir wissen ja in etwa, um was es geht! thumbbup

Markus

Re:

von Markus (04.05.2009, 13:13)
Ilo70 hat geschrieben:
Wouw!
Ich habe diesen Beitrag/Thread/Postings mit echtem Interesse und Erstaunen gelesen.

Ein Augenzwinkern von mir zu meinen weiblichen Mitschreibern.

Ganz liebe Grüße

Ilo


Wow, ein für mich sehr gutes und interessantes posting. Danke (auch weiter unten für das Koch und Köchin ;)

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Ilo70
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Re:

von Ilo70 (04.05.2009, 14:43)
Weißt du Markus,

ich arbeite hier in einer Truppe von 21 Menschen. 19 davon sind Männer. Es gibt als zwei Frauen hier, meine Chefin und mich.
Ich kann dir sagen, dass die mich hier alle mögen.
Und ich mag "meine" Jungs auch und zwar durch die Bank weg alle.
Ich schreibe jede Woche einmal einen Einkaufszettel(in) und hänge ihn an den Kühlschrank. Die wechseln sich dann pro Bereich ab und entscheiden so gerecht untereinander, wer von ihnen einkaufen geht.
Ich brauche das nicht zu tun - nie.
Meine "Kerle" hier machen das gern für eine "schwache" Frau. :wink:
Egal was gerückt werden muss oder getragen werden muss - sie springen, wenn ich Hilfe brauche.
Dafür werden sie von mir hie und da eben auch mal mit ein paar Leckereien bedacht oder der ein oder andere bekommt eine gesonderte Portion Aufmerksamkeit im Sinne eines Gesprächs oder eines Witzes, den ich nur ihm erzähle.
Ich bin großzügig, wenn derbe Witze gemacht werden und sie wissen, dass ich auch darüber lachen kann, wenn sie mal auf Kosten der "Weiber" einen Witz unter die Gürtellinie machen.
Sie haben Kalender an den Wänden mit Aktfotos von attraktiven Frauen und freuen sich daran. Ich habe mir einen mit nackten Herren bei ihnen "bestellt" und prompt einen geschenkt bekommen. cheezygrin

Die Ausschüttung für dieses Jahr habe ich eingestrichen. Nur mal so am Rande. Keiner ist mir böse oder neidet es mir. Nicht ein Mann in der Truppe.

Der oberste Chef hat mich bei dem Gespräch, als es um die Verteilung der Ausschüttung ging gefragt, ob ich mich denn wohl fühle. Meine Leistungen würden zwar dafür sprechen aber er würde es tortzdem gern noch einmal hören. Ich habe ihn angegrinst und habe gesagt - "Wie die Henne im Korb".

Wenn ich verkrampft dabei wäre, wenn die Jungs eben Kerle "markieren" und mir in die "Hose machen" würde, weil ich auf der Weihnachtsfeier nicht extra als KollegIn angesprochen werde, genauso wenig wie in Rundschreiben. Dann wäre ich nicht so erfolgreich.

Die Fragestellung ist für mich also nicht - werde ich sprachlich gleichberechtigt - sondern - werde ich gleichberechtigt.
Und das kann ich nur mit "JA!" beantworten.

Liebe Grüße

Ilo

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