Frage zum Buchinhalt / Direkte Rede / Gedanken

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Mochi-kun
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Frage zum Buchinhalt / Direkte Rede / Gedanken

von Mochi-kun (04.01.2009, 13:42)
Ich bin dabei ein Buch zu schreiben- es geht (unter vielen anderen Aspekten) um ein Mädchen, dass ihren Vater umbringt, da dieser sie jahre lang misshandelt hat.

Nun zu meiner Frage:
Sinken die Verkaufschancen sehr, wenn ich eine Stelle mit sexuellen Übergriffen reinbaue? Ansonsten würde ich einfach nur reinschreiben, dass ihr Vater ein kranker Mistkerl ist, der sie für jeden müll rumkommandiert und ihr das leben generell ziemlich schwer macht.


Da gibt es noch zwei Dinge die mich beschäftigen...

1.) Ich habe ein kleines Problem mit einer bestimmten Art der Direkten Rede, welche von folgenden Formen ist richtig (oder sind beide falsch?):

"Ich glaube wir haben den Schlüssel vergessen", fing Vanessa ihren nachdenklichen Satz an, "er lag doch auf der Komode oder?"

"Ich glaube wir haben den Schlüssel vergessen", fing Vanessa ihren nachdenklichen Satz an: "er lag doch auf der Komode oder?"

2.) Ist es möglich die Gedanken der Hauptfigur zwischendurch einfach so einzuwerfen?

Beispiel:
Direkte Rede: Der Vater befehligt irgendetwas.
Kursivschrift für Gedanken: Die Hauptfigur regt sich über ihren Vater auf.
Direkte Rede: Die Hauptfigur antwortet.

Ist es so zum beospiel möglich, die Gedanken das ganze Buch über immer mal wieder einzuwerfen? Sollte ich etwas anderes als Kursivschrift benutzen oder gibt es dafür eine feste Regel?

(Diese Sätze werden so nicht im Buch vor kommen, es waren nur Paradebeispiele)

augustina
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Re:

von augustina (04.01.2009, 14:39)
Die Story ist wichtig, und wie du sie aufbaust. Wenn du auf den dramatischen Höhepunkt zusteuerst, kann dieser durchaus in einer drastischen Szene die Verruchtheit des Vaters schockierend aufzeigen. Wichtig ist dabei das Feingefühl bei der Wortwahl. Tipp: Schreibe die Szene, wie sie dir aus dem Hirn wächst. Dann schau sie dir noch mal in Ruhe an und wechsle - ohne den Inhalt zu ändern - alle (sehr) obszönen Worte durch "gemilderte" aus. Damit stößt du die Leser, die so was nicht haben wollen, nicht vor den Kopf und sagst dennoch, was gesagt werden muss. Ich habe es bei meinem Buch zum Thema fetischtische Neigung - was nicht eben alltäglich auf dem Buchmarkt ist - ganz bewusst so gehalten. Ich bin nicht der Meinung, dass literarischer Schmuddel oder knallharte Sexszenen etwas mit "Entstaubung" oder "Befreiung" des Menschen zu tun haben, selbst auf die Gefahr hin, damit als antiquiert zu gelten. Das ist meine ganz persönliche, unmaßgebliche Meinung.

Also - Mut zur Wahrheit, aber mit Feingefühl ...

Viel Erfolg beim S thumbbup chreiben wünscht dir

augustina
"Die Regenmantelfrau ... von der Verdrängung einer unbändigen Leidenschaft"

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Mochi-kun
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Re:

von Mochi-kun (04.01.2009, 15:48)
ok danke dir, der höhepunkt bei dem Verhältnis zwischen der Hauptfigur und ihrem Vater, wäre der, dass sie ihm "einen gefallen" erweisen müsse und dass ihre beste Freundin das herausfindet, was darauf hinaus läuft, zeigen zu können wie fest die Freundschaft zwischen den beiden ist und was einen guten grund ergeben wird, um ihren vater später noch zu ermorden

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Conny
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Re:

von Conny (04.01.2009, 16:09)
Hi Mochi-kun,
was deine Frage betrifft bezüglich der "harten" Szene, gehe ich in meinem Manuskript wie folgt vor:
Kommt es zu etwas Grausamen, halte ich die Szene bewusst "kahl" und "kalt". Kaum schmückende Adjektive, kühl, fast Berichthaft schreibe ich dann.
Wenn ich vorher meine Sätze doch auszuschmücken versuche, werde ich in einer grausamen Szene sehr nüchtern und fasse zusammen, gehe bewusst NICHT ins Detail.
Der Leser wird sofort merken, was da vor sich geht, weil der Erzählstil sich drastisch ändert, nüchtern wird. Und die Zusammenfassung der Ereignisse, das eben NICHT ins Detail gehen, leitet den Leser an, seine Fantasie zu gebrauchen.
Stellt sich nur bei deinem Buch die Frage, ob du das erreichen möchtest - dem Leser die Fantasie überlassen. Es gibt schon eine Menge kranke Hirne da draussen ... Und wenn es um so etwas Sensibles wie in deinem Buch geht, könnte der Schuss natürlich auch nach hinten losgehen.

Aber das oben geschriebene ist nur meine Art, so eine Szene darzustellen. Es bedeutet nicht, dass es die allseits richtige, unumwerfliche Methode ist.

Wünsche Dir viel Glück!

LG, Conny
"Ein Text ist nicht dann vollkommen, wenn man nichts mehr hinzufügen kann, sondern dann, wenn man nichts mehr weglassen kann."
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Siegfried
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Re: Frage zum Buchinhalt / Direkte Rede / Gedanken

von Siegfried (04.01.2009, 16:14)
Mochi-kun hat geschrieben:
Da gibt es noch zwei Dinge die mich beschäftigen...

1.) Ich habe ein kleines Problem mit einer bestimmten Art der Direkten Rede, welche von folgenden Formen ist richtig (oder sind beide falsch?):

"Ich glaube wir haben den Schlüssel vergessen", fing Vanessa ihren nachdenklichen Satz an, "er lag doch auf der Komode oder?"

"Ich glaube wir haben den Schlüssel vergessen", fing Vanessa ihren nachdenklichen Satz an: "er lag doch auf der Komode oder?"


Zur direkten Rede:

Dein erstes Beispiel ist richtig.


Allgemein gilt:

Direkte Rede in Anführungszeichen, dann ein Komma, dann der Text

"Es regnet", sagte er.


Steht in der direkten Rede ein Ausrufe- oder Fragezeichen, bleibt trotzdem das Komma stehen

"Regnet es?", fragte er.


Ein normaler Hauptsatz, mit dem die direkte Rede endet und auf den dann weiterer Text folgt, bekommt keinen Punkt.

"Lasst uns nach Hause gehen", sagte er.


Wird eine Dialogauszeichnung (auch Sprecherverben genannt) einer direkten Rede vorangestellt, dann steht zwischen der Dialogauszeichnung und der direkten Rede ein Doppelpunkt. Hinweis: Hier bekommt das Satzende der direkten Rede einen Punkt.

Er sagte: "Lasst uns nach Hause gehen."


Wird eine Dialogauszeichnung in eine direkte Rede eingeschoben, wird der zweite Teil der direkten Rede mit einem Komma abgetrennt.

"Also, Leute", sagte er, "wollen wir nach Hause gehen?"


Alternativ wird der erste Teil der direkten Rede mit der Dialogauszeichnung zu einem eigenen Satz gestaltet und der zweite Teil der direkten Rede stellt ebenfalls als eigener Satz dargestellt.

"Also, Leute", sagte er. "Wollen wir nach Hause gehen?"


Ganz knifflig: Direkte Rede, dann Aktion mit Dialogauszeichnung, dann wieder direkte Rede:

"Was sagen Sie da?", er kratzte sich am Kopf, blätterte in den Unterlagen auf dem Schreibtisch, kratzte sich erneut am Kopf und fragte dann: "Und Sie sind sich ganz sicher, dass Sie Ihre Unterlagen eingereicht haben?"


Zu den Gedanken einer Figur:

Mochi-kun hat geschrieben:
2.) Ist es möglich die Gedanken der Hauptfigur zwischendurch einfach so einzuwerfen?

Beispiel:
Direkte Rede: Der Vater befehligt irgendetwas.
Kursivschrift für Gedanken: Die Hauptfigur regt sich über ihren Vater auf.
Direkte Rede: Die Hauptfigur antwortet.

Ist es so zum beospiel möglich, die Gedanken das ganze Buch über immer mal wieder einzuwerfen? Sollte ich etwas anderes als Kursivschrift benutzen oder gibt es dafür eine feste Regel?

(Diese Sätze werden so nicht im Buch vor kommen, es waren nur Paradebeispiele)


Gedanken oder innere Monologe werden entweder mit einfachen Anführungszeichen gekennzeichnet oder ohne jede Anführungszeichen dargestellt. Die kursive Schrift deutet eigentlich auf eine besondere Betonung oder Hervorhebung hin.

"Du holst jetzt sofort den Wagen aus der Werkstatt ab!", befahl Karl.
'Du kannst mich mal', dachte Erwin und griff sich die nächste Flasche Bier.


oder

"Du holst jetzt sofort den Wagen aus der Werkstatt ab!", befahl Karl.
Du kannst mich mal, dachte Erwin und griff sich die nächste Flasche Bier.



Ich versuche mal, einen kleinen Artikel zum Thema "Formalien bei der direkten Rede" in die "Schreibwerkstatt" zu stellen, wie man rein äußerlich Dialoge vernünftig gestaltet.

LG
Siegfried

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Mochi-kun
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Re:

von Mochi-kun (04.01.2009, 16:40)
Danke euch allen - endlich mal ein Forum wo einem wirklich geholfen wird ;)
Habe nun überhaupt keine Probleme mehr in der direkten und in direkten Rede, und die schrecklichen szene schwäche ich alle etwas ab, lass den höhepunkt aber unverändert im Text.

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Conny
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Re: Frage zum Buchinhalt / Direkte Rede / Gedanken

von Conny (04.01.2009, 19:24)
Siegfried hat geschrieben:


Ich versuche mal, einen kleinen Artikel zum Thema "Formalien bei der direkten Rede" in die "Schreibwerkstatt" zu stellen, wie man rein äußerlich Dialoge vernünftig gestaltet.

LG
Siegfried



Das ist eine sehr gute Idee! Gerade habe ich nämlich festgestellt, dass ich das immer falsch gemacht habe! :shock::

@ Mochi-kun
Kein Thema! Immer locker raus mit den Fragen, irgend jemand wird schon antworten. :wink:

LG, Conny
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Mochi-kun
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Re:

von Mochi-kun (06.01.2009, 17:16)
Ich hätte da wieder eine kleine Frage, in wie fern ist folgender Satz richtig bzw. was ist falsch?

„Aber der Unterricht...“, fing Karin an zu erwidern als die Lehrerin dazwischen redete: „...beginnt sobald sie diesen Raum betreten haben!"

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hawepe
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Re:

von hawepe (06.01.2009, 17:25)
Hallo Mochi-kun,

Mochi-kun hat geschrieben:
„Aber der Unterricht_...“, fing Karin an zu erwidern, als die Lehrerin dazwischen redete: „..._beginnt sobald sie diesen Raum betreten haben!"


Vor und nach den Auslassungspunkten braucht es eine Leerstelle, und der als-Satzteil wird durch ein Komma abgetrennt.

Die Auslassungspunkte sind übrigens ein eigenes Schriftzeichen.

Allerdings finde ich in diesem Fall die Auslassungspunkte deplaziert. Ich würde auf sie verzichten.

Beste Grüße,

Heinz.

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Tabiro Malex
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Re:

von Tabiro Malex (06.01.2009, 17:34)
Hallo!

Diesen Satz würde man so schreiben (ich habe ein paar Wörter ersetzt, der Sinn bleibt aber erhalten):

"Aber der Unterricht ...", wollte Karin einwenden, als die Lehrerin klarstellte:"... beginnt, sobald sie diesen Raum betreten haben!"

Die drei Punkte mit Leerzeichen bedeuten das Auslassen eines oder mehrerer Wörter.

VG
Tabiro

-Ich sehe gerade, Heinz war schneller!- :D
Unglaublich, wie schnell du die neue Rechtschreibreform angewendet, hasst.

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Mochi-kun
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Re:

von Mochi-kun (06.01.2009, 17:42)
Danke euch mal wieder für die schnelle Antwort ;) also lasse ich die drei punkte in beiden satzteilen drinnen?

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Tabiro Malex
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Re:

von Tabiro Malex (06.01.2009, 17:57)
Hallo Mochi-kun!

Ich habe gerade gesehen, dass Heinz zwei Kommata gesetzt hat, die ich nicht eingefügt habe (er hat die Stellen rot markiert).

Ob du die Auslassungspunkte einbaust, musst du selbst entscheiden!

VG
Tabiro
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hawepe
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Re:

von hawepe (06.01.2009, 17:59)
Hallo Tabiro,

Tabiro Malex hat geschrieben:
Ich habe gerade gesehen, dass Heinz zwei Kommata gesetzt hat, die ich nicht eingefügt habe (er hat die Stellen rot markiert).


Ein Komma. Die Unterstriche markieren die notwendigen Leerstellen.

Beste Grüße,

Heinz.

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Tabiro Malex
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Re:

von Tabiro Malex (06.01.2009, 18:04)
Hallo Heinz!

Danke für deinen Hinweis. Ich hatte "gepennt" und die von dir markierten Leerstellen als fehlende Kommata angesehen, obwohl ich den betreffenden Satz (an den Stellen, um die es hier ging) so geschrieben habe wie du!

VG thumbbup
Tabiro
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MW
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Re:

von MW (06.01.2009, 18:13)
auch üblich: gedanken in kursiva zu schreiben. gerade bei amerikanischen roman gern so gemacht: So ein Schurke, dachte er.

Ich selber nutze gerne diese Schreibweise.

VG
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