Gemälde selber machen

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Thomas Becks
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Gemälde selber machen

von Thomas Becks (14.09.2010, 15:00)
Auf Historienromane sind häufig Gemälde nur angedeutet. Entweder sieht der Betrachter nur das halbe Gesicht, den Rocksaum oder die Schulter einer Person. Das mag zwei Gründe haben:

Der Eine wird sein, dass ein extra angefertigtes Gemälde sehr teuer ist. Der Verlag würde sicherlich als Grund angeben, dass sich der Leser lieber selbst ein Bild seines Helden macht.

Ich habe mich entschlossen für mein jetziges Projekt ein Bild zu malen. Die Geschichte ist tatsächlich passiert, und die Leser/innen werden wissen wollen, wie die Protagonistin ausgesehen haben mag. Wer kann das Aussehen besser erahnen als der Autor, der gründlich recherchiert hat.

Und so bin ich vorgegangen:
Zuerst habe ich zusammen mit meiner Lebensgefährtin in Bochum, Essen und Dorsten nach einer jungen Frau Ausschau gehalten, die ins 17te Jahrhundert passte und nach unseren Vorstellungen wie Hexenänneken aussah. Dank heutiger Technik hatten wir schnell brauchbare Fotos zusammen.
Ich wollte nach einem Foto, das uns am besten gefiel, ein Ölgemälde malen.
Das war mir dann aber zu aufwendig und ich überlegte mir einen einfacheren Weg.

Da fiel mir nur (was sonst) das Kopierparadies Internet ein.
Ich gab in der Google Bildersuche – Frau, 17tes Jahrhundert- ein und wurde fündig …

Das braucht Ihr für ein Cover-Gemälde:
Computer, Drucker, Scanner, Locher, Kopierpapier, Bleistift, gute Farbstifte (keine Bundstifte für Kinder), leicht raues und schweres Zeichenpapier (besser Karton) und ein Fotoprogramm, mit dem Ihr einigermaßen umgehen könnt.

Bild Nr. 1 wird in Graustufen umgewandelt und auf Kopierpapier gedruckt. Danach stanzt Ihr das Papier mit dem Locher, die Löcher ersetzen Passkreuze, doch dazu später mehr.

Auf Bild Nr.2 zeichnet Ihr mit einem weichen Bleistift die Konturen nach: Ohren, Nase, Mund, Kopfform, Haarstruktur und eventuell Faltenwürfe.

Dann legt Ihr das Blatt mit der Bleistiftseite nach unten auf das Zeichenpapier. Als erstes malt Ihr die ausgestanzten Löcher aus, damit, falls wichtige Details vergessen werden, das Bild wieder genau an derselben Stelle liegt.

Dann reibt Ihr mit dem Fingernagel von hinten über die Bleistiftzeichnung, sodass das Grafit auf der Oberfläche des Zeichenkartons haften bleibt.

Dass die Zeichnung darunter spiegelverkehrt ist macht nix, im Gegenteil, das soll ja keine Kopie werden. Beim Portrait, das ich benutzt habe, gefiel mir die Nase nicht, und habe sie geändert.

Vom Original abzukommen ist in diesem Fall eher gewollt. Man sollte das ursprüngliche Bild nicht wiedererkennen. Für einen ungeübten Maler sollte das wirklich kein Problem sein (grins).

Dann malt Ihr mit Farbstiften das Bild aus. Macht Euch einen Plan und arbeitet von hell nach dunkel. Benutzt ein anderes Blatt und probiert alles aus.
Man kann die Farben überlagern und so mischen, dass neue Farben entstehen.
Tragt die Farben teilweise sehr dick auf und benutzt dabei Löschpapier, falls die Flächen zu fettig werden sollten.
Fertige Farbstiftzeichnungen sehen wie Ölbilder aus.
Mein Bild ist z. B. viel zu gelb geworden. Dafür und andere Fehler haben wir ja unser Fotoprogramm, mit dem wir noch einiges wischen, klonen, sättigen und filtern können.

Nr.3 zeigt das fertige Bild und Nr.4 das Cover, vorerst.

So, nun muss ich an meinem Buch weiterschreiben.
Viel Spaß beim basteln
Thomas
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (15.09.2010, 13:13)
Hier zeige ich unterschiedliche Entwürfe, die ich mit Corel PHOTO-PAINT 12 bearbeitet habe. Mein Favorit ist größer dargestellt. Nur in diesem Bild habe ich die Nase mit dem Klon-Werkzeug und Pinsel verändert. Um dabei keine verkehrte Farbe zu erwischen, benutzt man die Pipette.
Gruß
Thomas
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10Gemälde.jpg

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Anke Höhl-Kayser
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Re:

von Anke Höhl-Kayser (15.09.2010, 13:39)
Ich finde, es ist ein interessantes und gelungenes Cover.
Die Dame auf dem Bild hat so einen "verruchten" Blick, scheint mir zum Thema zu passen. :wink:

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (15.09.2010, 13:51)
Anke Höhl-Kayser hat geschrieben:
Ich finde, es ist ein interessantes und gelungenes Cover.
Die Dame auf dem Bild hat so einen "verruchten" Blick, scheint mir zum Thema zu passen. :wink:

Danke für das Feedback. thumbbup
Wenn es für Viele so rüber kommt, wäre das super. Das Thema ist Rufmord. Quasi:
Die verlorene Ehre der Anna Spiekermann :D
Gruß
Thomas
Zuletzt geändert von Thomas Becks am 20.09.2010, 05:05, insgesamt 1-mal geändert.

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Anke Höhl-Kayser
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Re:

von Anke Höhl-Kayser (15.09.2010, 13:54)
Thomas Becks hat geschrieben:
Das Thema ist Rufmord. Quasi:
Die verlorene Ehre der Anna Spiekermann :D

Also auf Tatsachen basierend? Sehr interessant!

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