Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft

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büchernarr

Re:

von büchernarr (19.02.2011, 08:57)
Der Mensch tut nur etwas, um etwas
zu gewinnen oder zu vermeiden !

Nur selten tut der Mensch etwas, weil er einfach nur gut ist.
Mutter Theresa hat nur wenige Schwestern.

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SandraR
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Re:

von SandraR (19.02.2011, 09:17)
Richymuc hat geschrieben:
Soll heißen, die meisten Menschen werden immer zu ihrem eigenen Vorteil handeln.
Die Theorie sagt pfui, die Praxis sagt, das ist ok.

Gruß vom Richard
Meine Worte leben und leben lassen! Deswegen mag ich Italien und Russland und gehen mir Länder wie Deutschland mit ihrer verlogenen Mentalität auf den Geist!
Die Preise für das vereinfachen eines Prozesses X sind nur so, dass sich nicht alle das Leisten können, während in den ersten zwei Länder sich das auch eine Oma leisten kann. Da fragt man sich doch, was ist nun demokratischer?
Gero, du denkst man sei Ehrgeizig für andere, darin liegt dein Trugschluss! Ehrgeiz ist keine Frage "was denken Dritte darüber" ehrgeizig ist man in erster Linie für sich selber. Wer schon mal unmögliches Zustande gebracht hat, der braucht nicht den Applaus dritter, der hat im Moment seines Sieges einen solchen Hormoncocktail im Blut dass bietet dir nichts anderes auf der Welt!
Ob das andere goutieren oder nicht, ist vollkommen nebensächlich, den dieses Gefühl lässt sich auch nicht teilen!
Was mir einfach auffällt alle Begriffe die tatsächlich Menschen erst Leistungsfähig machen, sind bei Dir negativ besetzt! Darüber würde ich mal nachdenken.
Aber nur ein leistungsfähiger Mensch kann auch die Leistung bringen eine andere Theorie wie die Welt laufen, könnte auf den Tisch zu legen. Auch du bist ehrgeizig angle: schreiben ist eine Fleißarbeit und die hat etwas mit Ehrgeiz zu tun. cheezygrin
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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (19.02.2011, 11:04)
Richymuc hat geschrieben:
wgbajohr hat geschrieben:
Wer ist der Ansprechpartner für den Normalverbraucher, die gesamte Verwaltung oder der einzelne Mitarbeiter? Sobald heute jemand mit der Müllabfuhr zum Beispiel zu tun bekommt, hat er nicht den einzelnen Mitarbeiter vor sich, sondern das Unternehmen Müllabfuhr. Da fliegt für gewöhnlich niemand, wenn zwei Mitarbeiter das Möbelstück, das sie für eine stattliche Gebühr abholen sollten, einfach stehen lassen, weil der Sessel nicht x cm breit ist, sondern (x + 5) cm. Das Unternehmen Müllabfuhr denkt gar nicht dran, einen ihren Mitarbeiter fliegen zu lassen, denn der Schuldige ist ja der Kunde. Dass das Möbelstück nicht abgeholt werden konnte, liegt am Kunden. Da die Müllwerker trotzdem beim Kunden waren, hat der Kunde selbstverständlich die Gebühr zu bezahlen. »Wohin kämen wir denn sonst …«


Ein gutes Beispiel.
Jetzt sage ich Dir, wie es im echten Leben abgeht.
Wir haben in der Nähe einen Müllplatz, dort kann man seinen Sperrmüll in begrenzten Mengen abgeben.
Max. 3 Eimer Bauschutt am Tag, oder eine alte Tür pro Tag.
Mal einen Fernseher oder ein altes Bett.
Zuhause habe ich eine Wand abgerissen. Der Bauschutt war ein großer Anhänger voll.

Also ab zum Sperrmüll. Der Mülleinweiser hat schon von weitem die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen.
"Mit der Menge, geht hier nix!"

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe ihm unauffällig 20 Euro in die Hand gedrückt und er hat sogar beim Abladen geholfen.
So läuft der Hase und nicht anders.

Ich hätte auch 100 Tage jeden Tag der Eimer abliefern können, aber so haben wir die Aktion verkürzt und jeder war zufrieden.
Er hatte 20 Euro mehr und ich war meinen Bauschutt los.
Das war jetzt nur ein billiges Beispiel, bei anderen Dingen geht es schon etwas mehr zur Sache.

Soll heißen, die meisten Menschen werden immer zu ihrem eigenen Vorteil handeln.
Die Theorie sagt pfui, die Praxis sagt, das ist ok.

Gruß vom Richard





Hallo Richard!

Richymuc hat geschrieben:
»Soll heißen, die meisten Menschen werden immer zu ihrem eigenen Vorteil handeln.
Die Theorie sagt pfui, die Praxis sagt, das ist ok.«


In der Praxis bedeutet es aber doch, dass die Regeln nur für den gelten, der gegen Korruption ist, weil er nicht zahlen kann oder nicht will.

Ist das wirklich etwas, was erhalten werden sollte?

Viele Grüße
Wolf-Gero
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SandraR
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Re:

von SandraR (19.02.2011, 11:40)
Ja Gero, den das ist die Realität und alle Seiten profitieren! Mit Gutmenschentum ändert man doch nicht die Menschen. Sondern mit einem realen Blick auf das Leben, abseits des Mainstreams.
Nochmals, Leben und Leben lassen, dann geht es allen besser und nicht andauernd alles nur negativ sehen.
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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (19.02.2011, 12:24)
büchernarr hat geschrieben:
Der Mensch tut nur etwas, um etwas
zu gewinnen oder zu vermeiden !

Nur selten tut der Mensch etwas, weil er einfach nur gut ist.
Mutter Theresa hat nur wenige Schwestern.




Das ist der Istzustand. Der ist, wie er ist. Es stellt sich nur die Frage, ob es das Beste aller Möglichkeiten ist.
Ist es die Beste aller Möglichkeiten, dann wäre es natürlich töricht, daran etwas ändern zu wollen, denn das hieße doch zwangsläufig, dass es schlechter werden muss.
Ist es jedoch nicht die beste Möglichkeit, dann stehen wir erneut vor einer Frage: Warum ändern wir es nicht?
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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (19.02.2011, 12:31)
SandraR hat geschrieben:
Richymuc hat geschrieben:
Soll heißen, die meisten Menschen werden immer zu ihrem eigenen Vorteil handeln.
Die Theorie sagt pfui, die Praxis sagt, das ist ok.

Gruß vom Richard
Meine Worte leben und leben lassen! Deswegen mag ich Italien und Russland und gehen mir Länder wie Deutschland mit ihrer verlogenen Mentalität auf den Geist!
Die Preise für das vereinfachen eines Prozesses X sind nur so, dass sich nicht alle das Leisten können, während in den ersten zwei Länder sich das auch eine Oma leisten kann. Da fragt man sich doch, was ist nun demokratischer?
Gero, du denkst man sei Ehrgeizig für andere, darin liegt dein Trugschluss! Ehrgeiz ist keine Frage "was denken Dritte darüber" ehrgeizig ist man in erster Linie für sich selber. Wer schon mal unmögliches Zustande gebracht hat, der braucht nicht den Applaus dritter, der hat im Moment seines Sieges einen solchen Hormoncocktail im Blut dass bietet dir nichts anderes auf der Welt!
Ob das andere goutieren oder nicht, ist vollkommen nebensächlich, den dieses Gefühl lässt sich auch nicht teilen!
Was mir einfach auffällt alle Begriffe die tatsächlich Menschen erst Leistungsfähig machen, sind bei Dir negativ besetzt! Darüber würde ich mal nachdenken.
Aber nur ein leistungsfähiger Mensch kann auch die Leistung bringen eine andere Theorie wie die Welt laufen, könnte auf den Tisch zu legen. Auch du bist ehrgeizig angle: schreiben ist eine Fleißarbeit und die hat etwas mit Ehrgeiz zu tun. cheezygrin






SandraR hat geschrieben:
»… Länder wie Deutschland mit ihrer verlogenen Mentalität …«


Hast Du dafür ein Beispiel?


SandraR hat geschrieben:
» Gero, du denkst man sei Ehrgeizig für andere, darin liegt dein Trugschluss! Ehrgeiz ist keine Frage "was denken Dritte darüber" ehrgeizig ist man in erster Linie für sich selber.«


Was ehrgeizig ist und was nicht, das steht zwar ohnehin fest. Es wurde nicht von mir festgelegt.

Aus purem Wissensdurst würde mich Deine Antwort auf folgende Frage interessieren:
Der Mensch A findet Gefallen an seiner Berufstätigkeit und möchte deshalb erreichen, dass das Ergebnis seiner Arbeit möglichst perfekt ist.
Der Mensch B möchte eine Gehaltserhöhung oder eine Beförderung erreichen. Deshalb täuscht er jedes Mal, wenn der Chef auftaucht, Geschäftigkeit vor. Außerdem redet er dem Chef nicht nur nach dem Munde, er spielt auch den heimlichen Zuträger.
Handeln A und B gleich? Falls das nicht zutrifft, wäre zu fragen, ob beide Vorgehensweisen mit demselben Begriff bezeichnet werden sollten, was natürlich die Schwierigkeit mit sich brächte, die beiden unterscheiden zu können.
Zusatzfrage: Sind für Dich geizig und sparsam das Gleiche?


SandraR hat geschrieben:
» Wer schon mal unmögliches Zustande gebracht hat, der braucht nicht den Applaus dritter, der hat im Moment seines Sieges einen solchen Hormoncocktail im Blut dass bietet dir nichts anderes auf der Welt!
Ob das andere goutieren oder nicht, ist vollkommen nebensächlich, den dieses Gefühl lässt sich auch nicht teilen!«


Deine Beschreibung zugrunde gelegt, wäre das kein Ehrgeiz, denn die Motivation ist nicht »ein stark ausgeprägtes Streben nach Erfolg, Geltung, Anerkennung« (DUDEN 10 »Das Bedeutungswörterbuch«, 4. Auflage). Die Vorgehensweise entspräche der von Mensch A im obigen Beispiel.


SandraR hat geschrieben:
» Was mir einfach auffällt alle Begriffe die tatsächlich Menschen erst Leistungsfähig machen, sind bei Dir negativ besetzt! Darüber würde ich mal nachdenken.«


Was sind das für Begriffe, die Deiner Meinung nach leistungsfähig machen?
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Re:

von SandraR (19.02.2011, 12:47)
A ist ehrgeizig um die Befriedigung des Ergebnisses und B ist einfach ein Arschloch der es ohnehin nicht wirklich langfristig weit bringen wird. Zudem wird er niemals ein glücklicher Mensch. Kurz gesagt über B würde ich mir keine Gedanken machen.

Geiz und Sparsamkeit sind Geschwister cheezygrin beides halte ich persönlich nicht für erstrebenswert. Beide Eigenschaften beziehen sich nicht nur auf Geld. Wer geizig oder sparsam bei Geld ist, ist es auch emotional. Merke, man kann es am Ende seines Lebens ohnehin nicht mitnehmen.
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Re:

von wgbajohr (19.02.2011, 13:14)
SandraR hat geschrieben:
Ja Gero, den das ist die Realität und alle Seiten profitieren! Mit Gutmenschentum ändert man doch nicht die Menschen. Sondern mit einem realen Blick auf das Leben, abseits des Mainstreams.
Nochmals, Leben und Leben lassen, dann geht es allen besser und nicht andauernd alles nur negativ sehen.





Jetzt habe ich doch endlich einmal die Gelegenheit, mir etwas erklären zu lassen, und zwar den Begriff »Gutmenschentum«. Danke, Sandra!
Ich habe den Begriff schon einige Male gelesen, aber nie war eine Erklärung dabei.
Nehme ich das Wort auseinander, dann tauchen die Begriffe Menschentum und gut auf.

Menschentum ist laut Duden (Das große Wörterbuch der deutschen Sprache 4) »das Dasein als Mensch, das Wesenhafte des Menschen.«

Füge ich jetzt den Begriff gut wieder hinzu, so erhalte ich das Dasein als guter Mensch, das Wesenhafte des guten Menschen.

Das kann doch aber nicht die Bedeutung des Begriffes Gutmenschentum sein, denn er wird eigentlich immer nur in negativer Bedeutung verwendet, als wäre es negativ, ein guter Mensch zu sein.


SandraR hat geschrieben:
»Mit Gutmenschentum ändert man doch nicht die Menschen.«



Lege ich die zuvor vermutete Bedeutung von Gutmensch zugrunde, dann stimme ich Dir voll und ganz zu. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Auch damit, ein starker Mensch zu sein, ändere ich keinen Menschen. Nicht das Ergebnis einer Änderung ändert den Menschen, sondern das Bemühen, der Wille, sich zu ändern. Die Änderung kann nur von einem Menschen selbst ausgehen, indem sich jemand bemüht, ein starker Mensch zu werden.


SandraR hat geschrieben:
» Nochmals, Leben und Leben lassen, dann geht es allen besser …«



Wirklich allen?
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (19.02.2011, 13:30)
Richymuc hat geschrieben:
Lange Rede kurzer Sinn, ich habe ihm unauffällig 20 Euro in die Hand gedrückt und er hat sogar beim Abladen geholfen.
So läuft der Hase und nicht anders.


So sehr ich das verstehen und nachvollziehen kann - aber das nennt sich "Korruption": Weil ich die finanziellen Möglichkeiten habe, erkaufe ich mir einen Vorteil, der gegen geltende Regeln verstößt.

Wer dann noch sagt: Genau so muss es sein! ... der stößt der Korruption die Tür ganz weit auf.

Wenn jemand im Naturschutzgebiet ein Haus bauen will und keine Baugenehmigung bekommt, dann macht auch er mal eben die Brieftasche auf und statt 20 Euro wandern dann 20.000 Euro heimlich unter dem Tisch durch. Oder wer als Staatspräsident mit 17-jährigen Mädchen Sex-Partys veranstaltet, der sorgt im Zweifelsfall eben für einen finanziellen Ausgleich bei den Ermittlungsbeamten oder der zuständigen Staatsanwaltschaft oder schachtert mit Pöstchen und Positionen. Ich könnte mir auch für 50.000 Euro jemanden suchen, der mir eine Doktorarbeit schreibt. Ich habe dann den Titel (tut ja niemandem weh) und der andere hat jede Menge Geld (wie schön für ihn).

Von daher frage ich mich, ob das Leben wirklich besser ist in Ländern, wo man mit Geld deutlich einfacher sich persönliche Vorteile auch und gerade jenseits der geltenden Regeln kaufen kann als hierzulande.

Grüße
Siegfried
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SandraR
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Re:

von SandraR (19.02.2011, 15:05)
Siegfried, natürlich ist es besser wenn nur die Waffenindustrie den Kohl mit ein paar Millionen besticht!

So leid es mir tut, der Arbeiter hat sich sicherlich für die 20 Euronen gefreut und niemandem wurde geschadet, im Gegenteil. Bestechung in Millionenhöhe findet in jedem Land dieser Erde tag täglich statt. Von Pharmaindustrie bis zur Waffenschmiede. Nur die arme Sau von der Straße kann nicht und muss sich tritzen lassen! Das nenne ich Gerechtigkeitsinn cheezygrin auf hohem Niveau!

Gero, Gutmensch sind diejenigen die meinen man müsse andere Bevormunden wie sie glücklich zu werden haben und im schlimmsten Fall begehen sie sogar einfach Morde unter der Fahne des Gutmenschen!
Siehe Afghanistan! Wehe dem der nicht so leben will, wie es der Westen gut findet!
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Re:

von Richymuc (19.02.2011, 15:52)
@ Siegfried

Das mit dem Sperrmüllplatz war nur ein kleines Beispiel wie es wirklich abläuft.
Das wirst Du aber in jedem Land finden.

Ich behaupte jetzt: Jeder Mensch ist käuflich!
Wer behauptet, es sei es nicht, dem wurde nicht der richtige Betrag geboten.
Vielleicht kennt noch wer den Film, ein unmoralisches Angebot, wo Robert Redford eine Million für die Nacht mit einer Frau bietet.

Da gab es mal im Internet ein Forum, man konnte antworten ob man es als Frau auch gemacht hätte.
Die Frage war, es kommt ein fremder Mann, zahlt Dir für eine Nacht eine Million Dollar.

Ergebnis: 92 % haben ja gesagt und würden es machen.
Öffentlich im Fernsehen befragt, haben 78% gesagt, auf keinen Fall.
Was lernen wir daraus?
Wir sind alle gut und vorbildlich, aber nur so lange wie wir beobachtet werden.

Kleine Denkaufgabe, -ist in meinem Bekanntenkreis tatsächlich so
passiert.
Ein relativ reiches Ehepaar hat ein Kind. Das Kind muss 3x die Woche zur Blutwäsche. Der Gesundheitszustand wird von Monat zu Monat schlechter.
Es ist keine Spenderniere verfügbar.
Das Paar macht sich schlau und stößt auf die Organspende in Indien.
Es wird ein Spender gefunden, dieser macht eine Lebendspende. Sicher nicht weil es ihm Spaß macht, sondern weil der arme Mensch ein paar Dollar dafür bekommt.
Also man gibt Geld und dafür wird ein Mensch ausgeschlachtet.
Ist das so in Ordnung?
Ist doch auch Bestechung auf hohen Niveau oder nicht?

Würdet ihr das auch für euer Kind tun?

Vielleicht interessieren wen meine Antworten?

Ja ich würde für eine Million Dollar die Nacht mit einer unbekannten Frau verbringen, sogar 2 Nächte!

... und wieder ja, ich würde für mein Kind nach Indien fliegen und sehen ob es einen Menschen gibt, der sein Organ spendet.

... und wieder ja, für mich würde ich auch dieses dringende Organ kaufen, wenn es verfügbar wäre.

Man könnte die Frage jetzt noch steigern. Würdet ihr ein lebenswichtiges Organ in Indien kaufen, wenn dort dafür ein Mensch auf der Straße still und heimlich verschwindet?
Angeblich soll es das ja geben. Nennt sich illegaler Organhandel. Einer stirbt, der andere lebt weiter, weil er viel dafür bezahlt.

Logisch ist das verwerflich und strafbar.
Aber ist es das auch wenn es euch selber oder ein Kind von euch betrifft?
Die Antwort kann sich ja jeder mal selber durch den Kopf gehen lassen.

Gruß vom Richard (leider nur ab und zu ein Gut-Mensch)
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Der Satirische Kreuzfahrt-Flüsterer ISBN 978-3-8370-9816-7
Feindschaftsbuch ISBN 978-3-8370-9803-7
Das erotische Freundschaftsbuch ISBN 978-3-8391-0037-0
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (19.02.2011, 16:35)
Richymuc hat geschrieben:
@ Siegfried

Das mit dem Sperrmüllplatz war nur ein kleines Beispiel wie es wirklich abläuft.
Das wirst Du aber in jedem Land finden.

Ich behaupte jetzt: Jeder Mensch ist käuflich!


Ich sage doch gar nicht, dass es nicht möglich ist oder nicht passiert. Ich sage nur: Es ist eine Form der Korruption. Nichts weiter.

Ob man damit leben kann? Keine Ahnung. Es muss jeder selbst entscheiden, ob er Verstöße gegen gesellschaftliche Regeln durch Zahlung von Geld zulässt oder nicht. Dazu gehört eben auch das Freikaufen aus Strafprozessen, Organhandel oder Kinderprostitution. Denn nichts anderes ist das: Zahlung für etwas Verbotenes - und wenn ich zur Rechenschaft gezogen werde und nicht das Geld habe, um mich dann freizukaufen ... tja, Pech gehabt. Ansonsten: Herzlichen Glückwunsch - wer sich vom Gefängnis freikaufen kann, lebt offenbar in der besseren Gesellschaftsform! :twisted:

Umgekehrt funktioniert das natürlich genauso. Wer ausreichend Geld hat, kann andere für sich büßen lassen. Man muss nur die relevanten Stellen ordentlich schmieren, schon wandern die aufmüpfigen Kritiker in den Knast oder landen im Betonfundament eines Hochhaus-Neubaus. Gerade Russland und Italien sind da leuchtende Vorbilder! :twisted:

Grüße
Siegfried
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Re:

von Richymuc (19.02.2011, 17:27)
Ja Siegfried, es stellt sich die Frage wann beginnt Korruption?
Ab wann wird es verwerflich?
Niemand will Menschenhandel und Kinderprostitution.

Vor dem Gesetz sind sicher nicht alle gleich.
Wer viel Geld hat, wird sich die besseren Anwälte leisten können.
Wenn der Anwalt eine Million Prämie bekommt, wird er sich mehr Mühe geben, als wenn er als Pflichtverteidiger ausgewählt wurde.
Siehe Kachelmann ...

Da fällt mir auf die Schnelle der Präsident Berlusconi ein.
Ich frage mich nur, warum er gewählt worden ist?
Dass er ein Schlitzohr ist, war ja schon vorher bekannt und er wurde trotzdem gewählt.

Die Welt ist nun mal nicht gerecht.
In Ruanda wurden 1994 in 100 Tagen ca. 500000 Menschen ermordet.
Die restliche Welt hat zugesehen und sich mehr oder weniger nicht eingemischt.
1994 ist noch nicht so lange her...

Wenn ich das sehe, dann kann ich mit meinen 20 Euro Bestechungsgeld an den Müllmann gut leben.

In Russland lebt es sich ja auch nicht ganz ungefährlich.
Der frühere Öl-Magnat Michail Chodorkowskij erhält eine weitere Haftstrafe. Er wurde auch in seinem zweiten Prozess von einem Moskauer Gericht schuldig gesprochen. Der Knabe war etwas zu vorlaut und hat dem Putin ans Bein gepinkelt.
Das ging ins Auge.

Da bleibe ich lieber in meinem Deutschland mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Gruß Richard
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Klaus D. Klimke

Re:

von Klaus D. Klimke (19.02.2011, 17:47)
Hallo?
Gutmenschlichkeit http://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch
Arme sind das Schlachtvieh der Reichen. Organisierter Organhandel Waffenhandel und Drogenhandel sind Milliardengeschäfte. Man sollte sich tunlichst da raushalten, sonst landet man selbst auf dem Seziertisch, wacht am nächsten Morgen in einer Seitengasse mit einer großen Narbe auf oder auch gar nicht mehr. Ausgeschlachtet, verwertet, wie ein Stück Vieh. Und das ohne Bezahlung!
Als Kavaliersdelikte bezeichnet man in der kapitalistischen Welt:
Organhandel, Drogenhandel, Arzneihandel, Waffenhandel, Menschenhandel, Frauenhandel, Kinderhandel, Frauenprostitution, Kinderprostitution, Handel mit nicht erneuerbaren Energien, Spekulation mit Lebensmitteln, Börsenspekulation, Wucherzins, Unterbezahlung, Erpressung, Protektion und (fast hätte ich es vergessen) Korruption … und die ganze Welt spielt mit!
Wie heißt es in unserem Grundgesetz so trefflich:
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Nun, wir treten sie mit Füßen. Sage keiner, er hätte das alles nicht gewusst.
„Sch… doch drauf! Was kostet die Welt? Ich kaufe sie! Vorbildfunktion aus: Kostet nur 20 €!“

Gruß von
Klaus

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Re:

von Siegfried (19.02.2011, 17:47)
Richymuc hat geschrieben:
Ja Siegfried, es stellt sich die Frage wann beginnt Korruption?
Ab wann wird es verwerflich?
Niemand will Menschenhandel und Kinderprostitution.

[...]

Da bleibe ich lieber in meinem Deutschland mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Gruß Richard


Ich will das auch nicht, das mit der Korruption. Ich möchte auch lieber eine Gesellschaft, in der es eine bestimmte Ethik gibt. Nur sollte man sich eben darüber bewusst sein, dass finanzielle Zuwendungen, um persönliche Vorteile jenseits gegebener Regeln zu bekommen, Korruption darstellen.

Wenn ich in ein Restaurant gehe und dem Kellner Trinkgeld gebe, bewege ich mich auf sicherem Terrain. Hier kaufe ich mir eine legale Leistung. Korruption bedeutet, durch eine Zahlung oder sonstige Vorteile gegen Gesetze, Verordnungen oder Regeln verstoßen zu dürfen. Ob das nun 20 Euro für Bauschutt oder 100.000 Euro für die Einstellung eines Strafverfahrens sind ... Na ja, bei welchem Betrag ziehst du da die Grenze?

Interessant wird es allerdings, wenn es heißt, die deutsche Gesellschaft taugt nichts (weil hier relativ wenig illegale Leistungen gekauft werden können ), hingegen Staaten wie Italien oder Russland gesellschaftlich besser dastehen (weil man da mit Korruption deutlich mehr erreichen kann). Im Korruptionsindex von Transparency International für 2010 (Rangfolge von wenig korrupt bis stark korrupt) steht Deutschland auf Platz 15 (von 178), Italien auf 67 und Russland auf 154 (noch hinter Haiti, Simbabwe und Mauretanien - aber immerhin vor Afghanistan und Somalia).

Da bleibe ich auch lieber in Deutschland mit all seinen Vor- und Nachteilen! cheezygrin

Grüße
Siegfried
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