Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft

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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (19.02.2011, 18:51)
SandraR hat geschrieben:
A ist ehrgeizig um die Befriedigung des Ergebnisses und B ist einfach ein Arschloch der es ohnehin nicht wirklich langfristig weit bringen wird. Zudem wird er niemals ein glücklicher Mensch. Kurz gesagt über B würde ich mir keine Gedanken machen.

Geiz und Sparsamkeit sind Geschwister cheezygrin beides halte ich persönlich nicht für erstrebenswert. Beide Eigenschaften beziehen sich nicht nur auf Geld. Wer geizig oder sparsam bei Geld ist, ist es auch emotional. Merke, man kann es am Ende seines Lebens ohnehin nicht mitnehmen.



SandraR hat geschrieben:
»A ist ehrgeizig um die Befriedigung des Ergebnisses …«


Nach meiner Auffassung ist er bemüht, eine gute oder sehr gute Leistung zu erbringen.

Aber Deutsch ist eine lebende Sprache, sodass sie sich manchmal auch an das gesprochene Wort anpasst. So bedeutete die Redensart »das passt wie die Faust aufs Auge« ursprünglich, etwas passe schlecht. Man ging dabei von der Vorstellung aus, dass die rohe Faust und das zarte Auge nicht zusammenpassen. Inzwischen gibt es eine zweite Vorstellung. Nach ihr passt eine Ecke der Faust genau in die Augenhöhle. Daraus resultiert die Aussage, es passe gut. Der Nachteil dabei ist natürlich, dass stets eine Zusatzfrage erforderlich ist: Soll das nun gut oder schlecht bedeuten?

So bleibt es Dir, Sandra, und anderen unbenommen, den Begriff ehrgeizig auch mit positiver Aussage zu verwenden. Allerdings wird irgendwann zu fragen sein, ob er positiv gemeint ist oder negativ.


SandraR hat geschrieben:
» Geiz und Sparsamkeit sind Geschwister«


Ich kenne einige Menschen, die gehen mit Geld sehr großzügig um, wenn es das Geld anderer ist, die sich aber nur sehr schwer vom eigenen Geld trennen können. Das wäre für mich ein Beispiel für geizig.
Sparsam ist dagegen, wer stets versucht, nicht zu viel Geld auszugeben, sei es das eigene oder das anderer.
Außerdem meine ich, dass eine gewisse Sparsamkeit erforderlich ist, wenn man nicht gerade im Geld schwimmt und sich trotzdem von Zeit zu Zeit etwas leisten möchte.
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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (19.02.2011, 19:50)
Eine Frage an alle Leser

Ist es wirklich so erstaunlich, dass es den einen oder anderen stört, wenn sich einige auf unfaire Art und Weise Vorteile verschaffen, die anderen deshalb verwehrt sind, weil ihnen die entsprechenden Mittel fehlen?

Ist es wirklich so erstaunlich, dass sich nachdenkliche Menschen überlegen, ob es einen Ausweg aus einer Gesellschaft gibt, die solche Machenschaften oft nicht nur duldet, sondern manchmal sogar gutheißt?

Ist es wirklich so erstaunlich, dass jemand zu der Überzeugung gelangt, dass der Wechsel einer Gesellschaftsform zumindest mittelfristig oder gar langfristig keine wirkliche Besserung brächte, solange die tatsächliche Ursache aller Ungerechtigkeiten unverändert bleibt, nämlich der Mensch?

Ist es wirklich so erstaunlich, dass ein nachdenklicher Mensch am Ende seines Lebens erkennt, dass selbst die besten Ideen wirkungslos bleiben, wenn er sie für sich behält?

Ist es wirklich so erstaunlich, dass jemand, der nicht nur Spielball mächtiger Kräfte sein, sondern selbst gestalten möchte, nach Wegen sucht, wie er anderen seine Erkenntnisse nahebringen kann – als Angebot, wohlgemerkt, nicht als Vorschrift?

Ist es wirklich so erstaunlich, dass sich jemand bewusst wird, dass ihm niemand sagen kann, wie viel Zeit ihm noch bleibt, und zwar unabhängig vom erreichten Alter, sodass er das, was er noch mitteilen möchte, möglichst bald in die Öffentlichkeit bringen sollte?

Ist es wirklich so erstaunlich, dass jemand, der von seinen Ideen überzeugt ist, meint, er müsse seine Ideen anderen mitteilen, damit sie zumindest die Möglichkeit haben, sich zu entscheiden?

Viele Grüße
Wolf-Gero
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MichaelHA
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...

von MichaelHA (19.02.2011, 20:37)
Eine Revision des Kapitalismus unter Beibehaltung des Leistungsprinzips forderte 1918/1919 bereits Dr. Rudolf Steiner dessen Geburtstag sich am 27.02.2011 zum 150. mal jährt. Entsprechend steht sein Werk jetzt im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Beste Grüße

MichaelHA

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SandraR
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Re:

von SandraR (19.02.2011, 21:47)
Gero, es ist nicht erstaunlich aber es wird zu nichts führen. Ändern wird sich erst dann etwas wenn alles in Schutt und Asche liegt und wieder mal alle sich einig sind "sie haben das nicht gewusst"!

Allerdings, andere sind ja auch der Meinung es würde anders gehen, allerdings die Ideen unterscheiden sich stark. So bin ich nicht der Meinung der Schlüssel läge im "wir sind alle gleich arm" das Spiel wurde schon gespielt, und es wäre auch nicht nach meinem Geschmack.
Da liegt der Unterschied, Gerechtigkeit darf nicht zu anderen Ungerechtigkeiten führen. Ich bin allerdings auch der Meinung, eine Gesellschaft muss auch ihre Verweigerer und ihre Faulen mit schleppen! Im Vordergrund sollte auf alle Fälle immer die Würde des Menschen stehen. Egal welcher Nationalität, welcher Hautfarbe, Religion und welcher Schulnote oder Leistungsbereitschaft. Die Würde des Menschen muss unangetastet bleiben und diese Unantastbarkeit steht heute in Europa wieder zur Diskussion. Das darf nicht sein!
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Richymuc
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Re:

von Richymuc (19.02.2011, 22:07)
Klaus D. Klimke hat geschrieben:
„Sch… doch drauf! Was kostet die Welt? Ich kaufe sie! Vorbildfunktion aus: Kostet nur 20 €!“
Gruß von
Klaus


Hallo Klaus,

ich bin wenigstens ehrlich und gestehe mein Vergehen.
Ich treibe weder Menschenhandel noch Drogenhandel, ich will auch keine Frauen oder Kinder kaufen.
Warum muss man gleich immer in Extreme fallen, wenn es um ganz natürliche Abläufe geht, die alltäglich sind.

Kleines Beispiel?
Du gehst mit 8 Leuten auf das Oktoberfest, am Abend ist die Chance auf einen Sitzplatz bei Null%
Was tun?
Du kannst frustriert wieder Richtung Heimat gehen oder schmierst die Bedienung mit 50 Euro und hast innerhalb von 15 Minuten einen freien Tisch für dich und Deine Freunde.

Schön ist das nicht, aber der Zweck eines schönen Abendausfluges wurde erfüllt. Kostet pro Nase nicht mal 6 Euro ...
So läuft die Gesellschaft nun mal, ob es euch gefällt oder nicht.
Es geht nicht darum sich vor Gericht freizukaufen, es sind die kleinen Dinge des Lebens, die sich eingebürgert haben.

Zu DDR Zeiten waren wir mal in Leipzig im Zoo, ein Freund wollte unbedingt mal einen Schimpansen berühren.
Normal ist das ja nicht möglich.
Also gab er dem Wärter 10 DM und durfte eine halbe Stunde mit dem Affen spielen.
Michael Jackson war in München, hat eine riesen Spende an den Zoo gemacht, der Zoo wurde für ihn 2 Stunden komplett gesperrt. Er wollte mit den Affen alleine sein.
Wo ist jetzt der Unterschied?

Und ich bleibe immer noch bei meiner Behauptung , jeder ist käuflich, egal ob sie Klaus oder Gero heißen.

Dass ein Gutmensch etwas negatives ist war mir neu, danke für die Aufklärung. Dann werde ich mich weiter bemühen ab und zu ein guter Mensch zu sein. Es wird mir nicht immer gelingen, aber ich arbeite daran.

Auf alle Fälle gehe ich nicht blind durch das Leben und ich weiß wie man in bestimmten Situationen reagieren muss, um zu seinem Vorteil zu kommen. (siehe Oktoberfest oder Müllplatz)

Auf alle Fälle ist diese Diskussion hier sehr interessant und ich lerne durchaus neue Ansichtspunkte, die mir vorher nicht so aufgefallen sind.Trotzdem kann ich auch noch zwischen Wunschdenken und Wirklichkeit unterscheiden.

Theorie sagt tolle Idee!
Praxis sagt: Geht so nicht durch.

Wir können ja gerne weiter daran arbeiten, die anderen 7 Milliarden Menschen müssen wir halt auch noch informieren, dann wird es sicher klappen.

Gruß vom Richard
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Der Satirische Kreuzfahrt-Flüsterer ISBN 978-3-8370-9816-7
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (20.02.2011, 01:03)
wgbajohr hat geschrieben:
Eine Frage an alle Leser

Ist es wirklich so erstaunlich, dass es den einen oder anderen stört, wenn sich einige auf unfaire Art und Weise Vorteile verschaffen, die anderen deshalb verwehrt sind, weil ihnen die entsprechenden Mittel fehlen?


Nein, es ist nicht erstaunlich.

Erstaunlich ist nur, dass Gesellschaften, in denen so etwas an der Tagesordnung ist, als die besseren betrachtet werden.

Richymuc hat geschrieben:
Kleines Beispiel?
Du gehst mit 8 Leuten auf das Oktoberfest, am Abend ist die Chance auf einen Sitzplatz bei Null%
Was tun?
Du kannst frustriert wieder Richtung Heimat gehen oder schmierst die Bedienung mit 50 Euro und hast innerhalb von 15 Minuten einen freien Tisch für dich und Deine Freunde.


Das Beispiel zieht nicht - denn in diesem Beispiel mit dem Tisch beim Oktoberfest geht es um eine grundkapitalistische Handlungsweise: Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

Korruption heißt, Regeln und Gesetze auszuhebeln. die eigentlich für alle gelten. Sich aus einem Verbot herauszukaufen. Oder sich etwas zu kaufen, was eigentlich verboten ist. DAS ist für mich Korruption. Wenn man dem bösen Nachbarn die Fensterscheibe einwirft und dem Kind, das einen dabei beobachtet hat, einen 10-Euro-Schein in die Hand drückt, damit es einen nicht verrät - DAS ist Korruption. Wenn man als Bürgermeister nachts besoffen durch das Dorf fährt und dem Dorf-Polizisten bei der Verkehrskontrolle mitteilt, dass man sich wohlwollend zu seinem Bauantrag äußern wird - DAS ist Korruption.

Wenn man eine Wohnung mieten will und dem Vermieter eine 10% höhere Miete zusagt, um einen Konkurrenten aus dem Wettbewerb zu boxen, ist das kapitalistische Marktwirtschaft.

Grüße
Siegfried
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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (20.02.2011, 01:39)
SandraR hat geschrieben:
Gero, es ist nicht erstaunlich aber es wird zu nichts führen. Ändern wird sich erst dann etwas wenn alles in Schutt und Asche liegt und wieder mal alle sich einig sind "sie haben das nicht gewusst"!

Allerdings, andere sind ja auch der Meinung es würde anders gehen, allerdings die Ideen unterscheiden sich stark. So bin ich nicht der Meinung der Schlüssel läge im "wir sind alle gleich arm" das Spiel wurde schon gespielt, und es wäre auch nicht nach meinem Geschmack.
Da liegt der Unterschied, Gerechtigkeit darf nicht zu anderen Ungerechtigkeiten führen. Ich bin allerdings auch der Meinung, eine Gesellschaft muss auch ihre Verweigerer und ihre Faulen mit schleppen! Im Vordergrund sollte auf alle Fälle immer die Würde des Menschen stehen. Egal welcher Nationalität, welcher Hautfarbe, Religion und welcher Schulnote oder Leistungsbereitschaft. Die Würde des Menschen muss unangetastet bleiben und diese Unantastbarkeit steht heute in Europa wieder zur Diskussion. Das darf nicht sein!


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SandraR hat geschrieben:
Gero, es ist nicht erstaunlich aber es wird zu nichts führen. Ändern wird sich erst dann etwas wenn alles in Schutt und Asche liegt und wieder mal alle sich einig sind "sie haben das nicht gewusst"!

Ich fürchte fast, in diesem Punkt kommst Du der Wahrheit wieder sehr nahe. Dennoch rebelliert in mir etwas, was mir sagt, es brauche keineswegs so abzulaufen.

SandraR hat geschrieben:
Allerdings, andere sind ja auch der Meinung es würde anders gehen, allerdings die Ideen unterscheiden sich stark.

Das allein sollte niemanden stören, aber mir ist keine nachvollziehbare Idee bekannt, die tatsächlich zu mehr Gerechtigkeit für alle führt. Was an Vorschlägen kommt, bezieht sich fast immer auf bestimmte Teilmengen. Die einfachen Krankenhausärzte bekommen ihrer Meinung nach zu wenig. Wie sich eine Einkommenserhöhung auf andere Bereiche auswirkt, spielt keine Rolle. Eine Schreib-Kollegin meinte, wir müssten es lernen, mehrdimensional zu denken.

SandraR hat geschrieben:
So bin ich nicht der Meinung der Schlüssel läge im "wir sind alle gleich arm" das Spiel wurde schon gespielt, und es wäre auch nicht nach meinem Geschmack.

Das Adjektiv arm erschreckt vermutlich die meisten von uns. Dennoch sollten wir dem »wir sind alle gleich …« einen Augenblick widmen. Wann fällt es einem Entscheider wohl leichter, sich für eine fühlbare Kürzung in einem bestimmten Bereich auszusprechen, wenn er selbst zu dem Bereich gehört oder wenn nicht? Solidarität soll verhindern, dass die einen entscheiden und die anderen leiden. Wenn der Gürtel schon enger geschnallt werden muss, dann sollten zunächst die vorangehen, die sich dafür aussprechen und die vermutlich sogar dazu beigetragen haben, dass der Zwang zum engen Gürtel entstanden ist. Wie letztes Jahr geschehen, dass Merkel uns alle sinngemäß aufforderte, den Gürtel enger zu schnallen, da wir über unsere Verhältnisse gelebt hätten. Doch wer von uns hat tatsächlich über seine Verhältnisse gelebt?

SandraR hat geschrieben:
Da liegt der Unterschied, Gerechtigkeit darf nicht zu anderen Ungerechtigkeiten führen.

Das halte ich für ein unbedingtes Muss.

SandraR hat geschrieben:
Ich bin allerdings auch der Meinung, eine Gesellschaft muss auch ihre Verweigerer und ihre Faulen mit schleppen!

Zu dem Schluss kam auch ich und begründete es damit, dass sie nicht schlechter gestellt sein dürfen als Gefängnisinsassen. Eine Möglichkeit wäre, ihnen keinen größeren Betrag Bargeld zu geben, weil dann die Gefahr zu groß wäre, dass es zweckentfremdet wird. Wir wollen jedoch erreichen, das diese Verweigerer in menschenwürdiger Umgebung wohnen können, über angemessene Kleidung verfügen und selbstverständlich nicht hungern müssen. Es ist jedoch nicht zwingend, dass die Unterkunft luxuriös ausgestattet ist, vermutlich reicht eine Gemeinschaftsunterkunft. Die Kleidung braucht nicht der neusten Mode zu folgen. Beim Essen wird mehr auf die richtigen Nährstoffe geachtet und weniger darauf, was dem Gaumen schmeichelt. Sekt und Kaviar sind nicht erforderlich. Allerdings sollte der Aussteiger wenigstens ein Taschengeld erhalten, damit er bei einer eventuellen Rückkehr in die Gesellschaft nicht erst lernen muss, mit Geld umzugehen.

Sandra:
SandraR hat geschrieben:
Menschen stehen. Egal welcher Nationalität, welcher Hautfarbe, Religion und welcher Schulnote oder Leistungsbereitschaft. Die Würde des Menschen muss unangetastet bleiben und diese Unantastbarkeit steht heute in Europa wieder zur Diskussion. Das darf nicht sein!

Auch das halte ich für ein unbedingtes Muss.
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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (20.02.2011, 02:10)
Siegfried hat geschrieben:
Das Beispiel zieht nicht - denn in diesem Beispiel mit dem Tisch beim Oktoberfest geht es um eine grundkapitalistische Handlungsweise: Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

Korruption heißt, Regeln und Gesetze auszuhebeln. die eigentlich für alle gelten. Sich aus einem Verbot herauszukaufen. Oder sich etwas zu kaufen, was eigentlich verboten ist. DAS ist für mich Korruption. Wenn man dem bösen Nachbarn die Fensterscheibe einwirft und dem Kind, das einen dabei beobachtet hat, einen 10-Euro-Schein in die Hand drückt, damit es einen nicht verrät - DAS ist Korruption. Wenn man als Bürgermeister nachts besoffen durch das Dorf fährt und dem Dorf-Polizisten bei der Verkehrskontrolle mitteilt, dass man sich wohlwollend zu seinem Bauantrag äußern wird - DAS ist Korruption.



Ich muss gestehen, dass ich Korruption nicht in dieser Feinheit von einer grundkapitalistischen Handlungsweise unterschieden habe. Aber es leuchtet mir jetzt ein, dass nicht alles Korruption ist, was danach aussieht.

Viele Grüße
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SandraR
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Re:

von SandraR (20.02.2011, 07:28)
wgbajohr hat geschrieben:
Das allein sollte niemanden stören, aber mir ist keine nachvollziehbare Idee bekannt, die tatsächlich zu mehr Gerechtigkeit für alle führt. Was an Vorschlägen kommt, bezieht sich fast immer auf bestimmte Teilmengen.
Gerechtigkeit kann nur vom Krabbelkurs für Bebies bis ende der Ausbildung geübt werden. Wir müssten alles daran setzen Kinder aus Unterschichten zu fördern. Und wir müssten aufhören nach mehr Kindern zu schreien, den diese Kinder macht wer? Eben! In 9 Jahren werden wir es auf fast 8 Milliarden Menschen gebracht haben davon hungert die Hälfte! Deutschland jammert also auf sehr hohem Niveau. Wenn wir aber das Problem Kinderförderung nicht in den Griff bekommen, haben wir in wenigen Jahren nächtliche Sperrbezirke in Städten.
Bei Kindern haben wir die reale Chance sie aus einem moralisch und ethisch fragwürdigen Kreislauf ohne Zwang und ohne Stress raus zu holen. Das muss aber so ablaufen, das Kinder sich deswegen nicht schämen und das sie ein Angebot an Förderung haben, dass nicht unter dem Niveau sondern über dem Niveau von Kindern aus der Mittel und Oberschicht ist. Es darf zum Beispiel auch nicht sein, dass solche Kinder nicht auf Klassenfahrten etc. können.

wgbajohr hat geschrieben:
Es ist jedoch nicht zwingend, dass die Unterkunft luxuriös ausgestattet ist, vermutlich reicht eine Gemeinschaftsunterkunft. Die Kleidung braucht nicht der neusten Mode zu folgen. Allerdings sollte der Aussteiger wenigstens ein Taschengeld erhalten, damit er bei einer eventuellen Rückkehr in die Gesellschaft nicht erst lernen muss, mit Geld umzugehen.

Einspruch Gero, Baracken für die Leistungsverweigerer erinnert mich nur an Konzentrationslager auf Niveau "human, aber selber schuld". Solche Aussichten sorgen ja dafür das Menschen wirklich unter der Brücke leben und in der Fußgängerzone betteln. Und vergiss nicht, es gibt auch Menschen die plötzlich enorme Probleme haben aber unverschuldet in diese Situation kommen. Als Beispiel Rentnerinnen die früher in Sozialberufen waren. Da könnte ich dir einige nette Beispiele nennen, die da stehen mit 400 Euro Rente obwohl sie immer gearbeitet haben. Oder angeschmierte Rentnerinnen die sich nicht mehr scheiden lassen können, sie bekommen nur Mindestrente weil sie Kinder aufgezogen haben und nur Ehrenamtlich tätig waren.
Die willst Du in Baracken stecken? 2030 wird es so viele Rentner geben, dass wer nicht selber genügend erarbeitet hat in seinem Leben und vom Staat autonom existieren kann, sich dann genau in solchen Baracken wieder finden könnte.
Dazu kann es kommen, dazu darf es aber nicht kommen! Mit Menschenwürde hat dies nichts mehr zu tun! Ich würde dann in diesem Falle hoffen, die Rentner kapieren, dass sie nichts mehr zu verlieren haben und ihnen der Schneit reicht um uns die Kehle durchzuschneiden! Sorry, damit hätte wir es verdient!
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Klaus D. Klimke

Re:

von Klaus D. Klimke (20.02.2011, 07:30)
Richymuc hat geschrieben:
Und ich bleibe immer noch bei meiner Behauptung , jeder ist käuflich, egal ob sie Klaus oder Gero heißen.



Hallo Richard,

du behauptest hier dreist, dass ich, da ich ja auch Klaus heiße, käuflich sei. Das Einzige, was jemand bei mir kaufen kann sind meine Bücher, mein Wissen und meine Arbeitskraft. Und das auch nur, wenn ich es will. Ansonsten beißt du bei mir auf Granit. Ich denke, du solltest diese Äußerung tunlichst zurücknehmen.
Und komm mir jetzt nicht mit irgendwelchen Beispielen. Sie werden ALLE abgelehnt und würden, falls gegen Recht und Gesetz verstoßend, in der Realität die entsprechenden rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen.

Gruß von
Klaus

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (20.02.2011, 08:33)
Neulich im Archiv:
“Würden Sie mir bitte eine Kopie der Katasterurkarte machen?”
“Gerne, das kostet aber einen Euro.”
Ich gab der freundlichen Dame einen 10 Euroschein und sie kopierte die Karte.
“Behalten Sie noch einen Euro extra für die Kaffeekasse”, sagte ich.
“Oh nein, das dürfen wir nicht”, antwortete sie mir, reichte die Kopie und gab mir acht Euro Wechselgeld zurück.
Das war am Montag.
cheezygrin
Gruß
Thomas

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mtg
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Re:

von mtg (20.02.2011, 08:55)
@ Klaus

Mach' mal halblang, Klaus. Richy hat Dich nicht persönlich angegriffen oder Dir konkret etwas unterstellt, sondern er hat lediglich etwas überspitzt dargestellt, dass »Korruption« schneller stattfinden kann, als uns das manchmal selbst bewusst ist. Und das muss im Rahmen einer Diskussion möglich sein - insbesondere, wenn er, wie ich finde, Recht hat ...

Insofern atme einfach einmal tief durch ...

Richymuc
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Re:

von Richymuc (20.02.2011, 09:55)
Guten Morgen,

fast jeder ist käuflich, wenn der Preis stimmt.
Dabei bleibe ich.
Wenn Jemand sagt, das bin ich nicht, so wollte ihn nur noch keiner kaufen.

Nur nicht ein Mann Namens Klaus.

Klaus verkauft Bücher und ist sicher nicht beleidigt, wenn viele seiner Bücher verkauft werden, das dürfte Fakt sein.
Sagen wir mal der Herr Klaus hasst die Bild Zeitung und diese Zeitung gehört klar zu seinen Feindbildern.

Ein Reporter von Bild, entdeckt die Bücher von Klaus.
Er ist begeistert und will einen großen Bericht über den Autor Klaus herausbringen. Eine ganze Seite in der Bild! Nur über Klaus und seine Bücher.

Wie wird denn nun unser Klaus reagieren?
Er sagt, mit Euch will ich nichts zu tun haben?
Diese Antwort weiß nur Klaus alleine.
Und ich glaube auch zu wissen, wie die Antwort sein wird.

War da nicht dieser Reiner Langhans, der kein Geld braucht um glücklich zu sein und alles was mit Besitz zu tun hat ablehnt.
Komisch dass dieser Reiner Langhans für 50.000 Euro von RTL dafür ins Dschungelcamp gegangen ist.
Vielleicht war es ja auch Absicht, damit er hinterher seine Botschaften verteilen kann.

Ich möchte behaupten , dass sogar der Papst käuflich ist.
Angenommen Bill Gates wird auf seine alten Tage noch sehr gläubig, er will die Kirche mit 10 Mrd. Dollar beglücken, weil er alles so toll findet.

Im Gegenzug würde er gerne einen ganzen Tag mit dem Papst verbringen um über Gott und die Welt zu sprechen.
Der Papst war vielleicht noch nie ein großer Freund von Bill Gates, wird er es trotzdem tun?

Geld ist nicht alles, aber es öffnet so manche Türe, die einem anderen verschlossen bleibt. Hast Du Geld, so hast Du Liebe, auch daran ist etwas wahres dran.
Ein Politiker oder König der viel Geld unter seinem Volk verteilt wird sicher beliebter sein, als ein sparsamer Regierungschef der jeden Cent umdreht.

Ich kann es ja auch nicht ändern, so ist ist halt mal.

Heute ist Sonntag, einen Heiligenschein hätte ich noch zu vergeben. Genau! Den bekommt der ... ! thumbbup

Nix für ungut.

Besten Gruß vom Richard
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Re:

von SandraR (20.02.2011, 10:29)
Richard, punkto Bildzeitung vergib mir den Heiligenschein cheezygrin ich würde niemals bereit sein in einer Bildzeitung freiwillig und bewusst zu landen!
Also mal Halblang, es gibt auch Menschen mit Prinzipien! cheezygrin Keine Bildzeitung und kein Dschungelcamp! Danke, dann lieber kein einziges Buch verkaufen!
Allerdings, macht mich dies nicht zu einem unverkäuflichen Menschen cheezygrin sondern je nach Sichtweise auf solche Institutionen einfach nur zu einem eingebildeten Arschloch. Was mich aber überhaupt nicht stört.

Ich gehöre jetzt tatsächlich zu diesen Spinnern die Prinzipien haben und bestimmte Dinge schließen sich aus. Dazu gehört Bild, Privatfernsehen, Republikaner und der Papst.
Sollte allerdings der Papst eine App benötigen so bekommt er sie für den entsprechenden Preis, die Republikaner allerdings nicht und für keinen Preis, dafür die Linke mit einem Preisnachlass cheezygrin
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Re:

von wgbajohr (20.02.2011, 11:29)
SandraR hat geschrieben:
wgbajohr hat geschrieben:
Das allein sollte niemanden stören, aber mir ist keine nachvollziehbare Idee bekannt, die tatsächlich zu mehr Gerechtigkeit für alle führt. Was an Vorschlägen kommt, bezieht sich fast immer auf bestimmte Teilmengen.
Gerechtigkeit kann nur vom Krabbelkurs für Bebies bis ende der Ausbildung geübt werden. Wir müssten alles daran setzen Kinder aus Unterschichten zu fördern. Und wir müssten aufhören nach mehr Kindern zu schreien, den diese Kinder macht wer? Eben! In 9 Jahren werden wir es auf fast 8 Milliarden Menschen gebracht haben davon hungert die Hälfte! Deutschland jammert also auf sehr hohem Niveau. Wenn wir aber das Problem Kinderförderung nicht in den Griff bekommen, haben wir in wenigen Jahren nächtliche Sperrbezirke in Städten.
Bei Kindern haben wir die reale Chance sie aus einem moralisch und ethisch fragwürdigen Kreislauf ohne Zwang und ohne Stress raus zu holen. Das muss aber so ablaufen, das Kinder sich deswegen nicht schämen und das sie ein Angebot an Förderung haben, dass nicht unter dem Niveau sondern über dem Niveau von Kindern aus der Mittel und Oberschicht ist. Es darf zum Beispiel auch nicht sein, dass solche Kinder nicht auf Klassenfahrten etc. können.

wgbajohr hat geschrieben:
Es ist jedoch nicht zwingend, dass die Unterkunft luxuriös ausgestattet ist, vermutlich reicht eine Gemeinschaftsunterkunft. Die Kleidung braucht nicht der neusten Mode zu folgen. Allerdings sollte der Aussteiger wenigstens ein Taschengeld erhalten, damit er bei einer eventuellen Rückkehr in die Gesellschaft nicht erst lernen muss, mit Geld umzugehen.

Einspruch Gero, Baracken für die Leistungsverweigerer erinnert mich nur an Konzentrationslager auf Niveau "human, aber selber schuld". Solche Aussichten sorgen ja dafür das Menschen wirklich unter der Brücke leben und in der Fußgängerzone betteln. Und vergiss nicht, es gibt auch Menschen die plötzlich enorme Probleme haben aber unverschuldet in diese Situation kommen. Als Beispiel Rentnerinnen die früher in Sozialberufen waren. Da könnte ich dir einige nette Beispiele nennen, die da stehen mit 400 Euro Rente obwohl sie immer gearbeitet haben. Oder angeschmierte Rentnerinnen die sich nicht mehr scheiden lassen können, sie bekommen nur Mindestrente weil sie Kinder aufgezogen haben und nur Ehrenamtlich tätig waren.
Die willst Du in Baracken stecken? 2030 wird es so viele Rentner geben, dass wer nicht selber genügend erarbeitet hat in seinem Leben und vom Staat autonom existieren kann, sich dann genau in solchen Baracken wieder finden könnte.
Dazu kann es kommen, dazu darf es aber nicht kommen! Mit Menschenwürde hat dies nichts mehr zu tun! Ich würde dann in diesem Falle hoffen, die Rentner kapieren, dass sie nichts mehr zu verlieren haben und ihnen der Schneit reicht um uns die Kehle durchzuschneiden! Sorry, damit hätte wir es verdient!



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SandraR hat geschrieben:
Gerechtigkeit kann nur vom Krabbelkurs für Bebies bis ende der Ausbildung geübt werden. Wir müssten alles daran setzen Kinder aus Unterschichten zu fördern.


Aber wie kommen wir an die Babys, ohne die Eltern einzubeziehen? Deshalb zielte ich mit meinem Büchlein »Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft« auf die Menschen am unteren Ende der sozialen Hierarchie. Selbst wenn man sie nicht dazu bringt, den harten Weg zum starken Menschen einzuschlagen, so könnte man vielleicht das Interesse wecken, sodass sie bereits bei ihren Kindern darauf achten, wo diese zu sehr gesellschaftskonform handeln.


SandraR hat geschrieben:
Einspruch Gero, Baracken für die Leistungsverweigerer erinnert mich nur an Konzentrationslager auf Niveau "human, aber selber schuld". Solche Aussichten sorgen ja dafür das Menschen wirklich unter der Brücke leben und in der Fußgängerzone betteln. Und vergiss nicht, es gibt auch Menschen die plötzlich enorme Probleme haben aber unverschuldet in diese Situation kommen.


Zugegeben, ich würde diesen Teil gern ändern. Die traurige Wahrheit ist nur, dass ich keine Lösung gefunden, gelesen oder gehört habe.
Deine Beispiele zielen allerdings ins Leere, denn die Rentnerin mit zu kleiner Rente oder der Mensch, der unverschuldet in eine Notlage kommt, gehören nicht zu denen, für die meine Vorschläge gelten. Sogar der Mensch, der seine prekäre Lage selbst verschuldet hat, gehört nicht dazu. Finanzielle Notlage oder Suchtkrankheit oder Schwierigkeiten nach einer Haftentlassung, sie alle sind kein Grund, ihnen ein vollständiges Einkommen zu verweigern.
Der einzige Grund dafür ist die erklärte Weigerung, Teil der Gesellschaft zu werden. Überlegt es sich jemand, der bereits in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht ist, dann kann er sofort auf die Hilfe der Gesellschaft bauen, sei es, dass er an Ausbildungsmaßnahmen teilnehmen darf, oder sei es, dass er einen Arbeitsplatz zugewiesen bekommt.


SandraR hat geschrieben:
Ich würde dann in diesem Falle hoffen, die Rentner kapieren, dass sie nichts mehr zu verlieren haben und ihnen der Schneit reicht um uns die Kehle durchzuschneiden!


Derartige Reaktionen sind für mich inakzeptabel.
Die Veränderung der Welt beginnt bei jedem Einzelnen

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