Liste mit DKZV

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (13.12.2009, 01:56)
malschaun hat geschrieben:
Mittlerweile sehe ich das mit den DKZV etwas "milder".
Die meisten Autoren wollen doch ihr Buch um jeden Preis veröffentlichen. Naja, nicht um "jeden Preis", sondern wohl um den Preis, den sie irgendwie zahlen können. Und dann muss man sich, wie immer im Leben, informieren und mehrere Druckangebote einholen / Preis vergleichen.


Mal eine Frage an dich zum Thema "ich sehe DKZV etwas milder":

Wenn jemand unbedingt ein Buch auf den Markt bringen will und für eine Auflage von 1.000 Exemplaren etwa 8.000 Euro ausgibt - woher nimmt dieser Jemand die Sicherheit, dass der DKZV auch tatsächlich 1.000 Exemplare druckt?

Jeder DKZV weiß doch, dass 99,9% der Bücher aus dem eigenen Verlag sich ungefähr so gut wie Pest, Cholera und Flecktyphus verkaufen lassen. Warum also erst 1.000 Stuck produzieren, wenn es auch 200 tun? 50 kriegt der Autor, 50 schickt man rein pro forma an bestimmte Zeitungs- und Zeitschriftenredakteure (die nach Öffnen des Posteingangs beim Lesen des Verlagsnamens das Buch noch eingeschweißt über den Papierkorb entsorgen), und die restlichen 100 legt man sich vorsorglich ins Regal - nur für den Fall, dass ...

200 Exemplare druckt so ein DKZV natürlich nicht im Offsetverfahren, sondern per Digitaldruck. Damit minimiert man die Kosten und maximiert den Gewinn. Um nach einem halben Jahr dann noch einen draufzulegen: Da wird der Autor darüber informiert, dass sich das Buch entgegen allen Erwartungen doch nicht so gut verkauft, und daher muss die Auflage verramscht oder geschreddert werden - es sei denn, der Autor erklärt sich bereit, die Restauflage von 800 Stück gegen einen reduzierten Fixpreis abzunehmen (der - du ahnst es sicher - preislich über den Herstellungskosten des Digitaldruckbuches liegt). So wird dem Autoren vorgegaukelt, es habe tatsächlich eine Druckauflage von 1.000 Exemplaren existiert, und dafür hat er dann auch gleich zweimal bezahlt. Und sollte der Autor die Abnahme der Ramsch-Auflage verweigern - was soll's? Dem DKZV sind ja keine neuen Kosten entstanden.

Wie also kann ein Autor bei einem DKZV sicher sein, dass die bezahlte Auflagenzahl auch tatsächlich produziert wurde?

Ich kann dem "etwas milderen" Urteil gegenüber einem DKZV keinesfalls folgen. Eigentlich eher das Gegenteil ...

Grüße
Siegfried
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hwg
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Re:

von hwg (13.12.2009, 08:28)
Glücklicher Weise nicht aus eigener Erfahrung,
jedoch aus Gesprächen mit vielen "Kunden"
solcher Druckkostenzuschussunternehmen, kann
ich Siegfrieds Zeilen nur dick unterstreichen!

Bei BoD Norderstedt bestimmen immerhin Autor
und Buchkäufer die Auflagenhöhe, da die Bücher
ja nach Bedarf gedruckt werden.
Neu im JBL-Literaturverlag: H. W. Grössinger, "Fallweise heiter, manchmal bewölkt" - Glossen, Feuilletons und Kurzgeschichten, die zum Schmunzeln verleiten und mitunter zum Nachdenken anregen wollen. Auch über Amazon erhältlich!

malschaun
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Re:

von malschaun (13.12.2009, 09:31)
Siegfried hat geschrieben:

Mal eine Frage an dich zum Thema "ich sehe DKZV etwas milder":

Wenn jemand unbedingt ein Buch auf den Markt bringen will und für eine Auflage von 1.000 Exemplaren etwa 8.000 Euro ausgibt - woher nimmt dieser Jemand die Sicherheit, dass der DKZV auch tatsächlich 1.000 Exemplare druckt?


Hallo Siegfried,

das was Du da ansprichst, wäre ja dann Betrug, und wenn jemand betrügen will, dann ist da natürlich der Teufel im Spiel und es ist eine Sauerei.
Sobald man das glaubt oder unterstellt, sollte man sich vor Ort die Bücher zeigen lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man daran gehindert werden kann.
Mit einem hast Du aber sicher den Nagel auf den Kopf getroffen:
1000 Exemplare drucken, da weiß auch der DKZV, dass der Kunde die Teile wohl niemals verkaufen kann. Seriös wären wohl 200-500 Maximal.

Grüße

Hanna
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Re:

von Hanna (13.12.2009, 10:08)
Seriös wären wohl 200-500 Maximal.

Grüße
[/quote]
Nach meiner Erfahrung sind bei bei den einschlägigen DKZlern sogar 200 Stück eine ziemliche Illusion. Nicht dass der Pseudo-Verlag das Buch nicht verkaufen möchte. Es sind die Buchhändler, die mit diesem Label nichts zu tun haben wollen. DKZler drucken also nach Bedarf. Der Autor hat ja für tausend Stück oder mehr geblecht und ... rate mal, wer dabei verdient? Also, Finger weg davon! Mehr kann ich nicht sagen.
Herzliche Grüsse
Hanna
www.hanna-steinegger.ch

hwg
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Re:

von hwg (13.12.2009, 10:40)
Auch seriöse "normale" Verlage bedienen sich mitunter des BoD-Produktionsverfahrens und ersparen sich dadurch Lagerkosten.

Deshalb legen sie in so einem Fall auch keine fixen Auflagen fest.

Doch das berührt den Autor ja nicht, denn er bezahlt ja nichts für die Veröffentlichung sondern im Gegenteil! Er bekommt je nach Verlagsvertrag und Verkaufserfolg seines Buches das vereinbarte Honorar bzw. Tantiemen.

Das Üble an vielen Druckkostenzuschussunternehmen, bei denen
die Bezeichnung Verlag wohl eine Irreführung ist, besteht darin,
dass sie für angeblich hohe Auflagen im Vorhinein kassieren, ohne
dass die Auflagenhöhe vom Auftraggeber kontrolliert werden kann
(außer, wie bereits angeführt, er kauft tatsächlich selber alle
gedruckten Bücher und bezahlt dafür nochmals).
Neu im JBL-Literaturverlag: H. W. Grössinger, "Fallweise heiter, manchmal bewölkt" - Glossen, Feuilletons und Kurzgeschichten, die zum Schmunzeln verleiten und mitunter zum Nachdenken anregen wollen. Auch über Amazon erhältlich!

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (13.12.2009, 10:58)
... abgesehen davon, arbeiten diese Verlage ja des öfteren mit
manipulativen Methoden; ich meine, den Autoren wird ja regelrecht Honig ums Maul geschmiert, dass ihnen eine große Autorenzukunft bevorstünde etc.

Sicher, man kann argumentieren, wer halt so naiv und leichtgläubig ist, der verdient es ja auch, abgezockt zu werden.

Aber andersherum gefragt: Wenn ich mit meinem Geldbeutel, der halb aus der Gesäßtasche herausragt, durch den völlig überfüllten Weihnachtsmarkt flaniere, sind meine Mitmenschen dann gezwungen, meinen Geldbeutel zu stehlen?

Grüße,

Ch.

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hawepe
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Re:

von hawepe (13.12.2009, 14:24)
Hallo chnuppesaager,

chnuppesaager hat geschrieben:
... abgesehen davon, arbeiten diese Verlage ja des öfteren mit
manipulativen Methoden; ich meine, den Autoren wird ja regelrecht Honig ums Maul geschmiert, dass ihnen eine große Autorenzukunft bevorstünde etc.


Und wenn hier im Forum Texte bejubelt und den Autoren eine tolle Schreibe bescheinigt wird? Dann gilt das plötzlich als Mutmachen zum Weiterschreiben, aber nicht als "Honig ums Maul" schmieren.

Dass diese Lobhudeleien mit keinen kommerziellen Interessen verbunden und deshalb erwünscht sind, ist leider kein Gegenargument. Zum einen Bestätigen die Lobhudeleien von DKZV dann nur die Lobhudeleien anderer Autoren und legen damit den Grundstein, auf den DKZV aufbauen können.

Und zum anderen ist es ja keineswegs so, dass hier niemand wirtschaftliche Interessen hat. Also müsste unter jeder Textkritik auch Nachsatz stehen: "Ich biete Dienstleistungen/keine Dienstleistungen für Autoren an und urteile deshalb völlig unabhängig/möglicherweise von wirtschaftlichen Interessen geleitet."

Beste Grüße,

Heinz.

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (13.12.2009, 17:00)
Ja, wenn man es also genauer betrachtet, sind Lobhudeleien, also das bewusste Schönreden eines Textes, tatsächlich ein verantwortungsloses, geradezu verwerfliches Verhalten - wobei es da keine Rolle spielt, ob diese Lobhudelei von seiten eines DKZV, in einem Internetforum oder im Freundes- und Bekanntenkreis eines Autoren geschieht.

Das Verwerfliche daran ist, dass Lobhudeleien dem "Lob-be-hudelten" Entwicklungsmöglichkeiten vorenthalten, da sie ihm vorgaukeln, er sei in allerhöchstem Maße talentiert, um nicht zu sagen: ein genialer Autor, der bereits eine solch hohe Entwicklungsstufe erreicht habe, dass es schwerfiele, überhaupt noch etwas Verbesserungswürdiges zu finden. Was also vordergründig "wohlwollend", "nett" und "konstruktiv" daherkommt, gereicht dem "Opfer" der Lobhudelei in Wahrheit zum erheblichen Nachteil, da ihm die bewusstseinserweiternde Konfrontation mit seinem tatsächlichen Können erspart bleibt -
denn nur im Wissen um seine Schwächen kann man sich überhaupt verbessern.

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Yokai
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Re:

von Yokai (13.12.2009, 18:31)
Chnuppesager:
Mit der Aussage bewegst du dich aber auf gefährlichem Boden ... bezüglich negativer Kritik.

MaKü
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Registriert: 19.04.2009, 10:15

Re:

von MaKü (14.12.2009, 10:10)
Aus eigener Erfahrung kann ich Siegfried nur zustimmen. Hätte ich das alles schon vorher gewußt, hätte ich das nie getan. Das heißt, ich war ja ohnehin skeptisch, habe mich aber von der Familie überreden lassen. Abgesehen davon, war kurz vor meiner Zusage etwas im Radio gewesen. Da ging es um Hobby-Autoren. Und die haben gesagt, daß es ganz normal sei, wenn man für sein Buch bezahlen müßte; das wäre für die Verlage so eine Art Absicherung, weil man ja unbekannt sei. So viel dazu.
Bei meinem Verlag steht wunderbar absichernd, daß wegen LAGERUNG der Bücher die 2000er Auflage in Teilstücken von je 200 Exemplaren gedruckt werden. Bezahlt habe ich aber auch schon für 2000 Exemplare. Schön blauäugig. Aber wenn man keine Ahnung hat und dann noch passenderweise so ein Bericht im Radio kommt, wo gesagt wird, daß es normal sei, zu bezahlen... Nochmal falle ich nicht darauf herein!
Wie gesagt: Ich kann da nur zustimmen, daß man die Finger von diesen Verlagen lassen soll!

LG
Maren
Tut ein Schilf sich doch hervor
Welten zu versüßen
Möge meinem Schreiberohr
Liebliches entfließen
(Goethe)

Wind des Schicksals ISBN 3-86683-021-1 + 978-3-86683-021-9
Im Kreis des Lebens ISBN 978-3-86683-222-0
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