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SandraR
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Re:

von SandraR (08.03.2008, 06:18)
hwg, natuerlich soll der Autor bei einem Verlag oder einer Buchreihe nicht bezahlen, zumindest nicht wenn man serioes erscheinen moechte. 39 Euro plus die Kosten fuer Redaktion und Illustrator sollte man schon haben, sonst wird es nicht funktionieren, da fuer den Autor kein Mehrwert sichtbar ist. Zudem bedingt ein solches Qualitaetssiegel oder Verlag (oder wie immer man dies nennen moechte) auch eine gute Werbeabteilung mit mehreren tausenden Pressekontakten etc. etc. Damit Autoren lust auf ein Qualitaetssiegel haben, muessten sie einen Anreiz bekomen. Wenn die Kosten fuer den Autor die selben sind und er lediglich ein Feedback bekommt, wo ist der Sinn fuer den Autor?
Ein Qualitatssiegel braucht nicht nur Standarts, sondern auch selber viel Pressearbeit damit es ueberhaupt unter die Menschheit gebracht werden kann. Wer formuliert die Standarts?
Sandra
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

hwg
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Re:

von hwg (08.03.2008, 07:00)
Meine Mitwirkung würde sich auf die Auswahl der Texte für ein "Qualitätslabel" beschränken, meine Beiträge, wenn überhaupt,
stünden dabei selbstverständlich außen vor.

So haben wir es auch bei unserer Anthologie "Wandlungen" gehalten, bei der ich als "Juror" mitgewirkt habe.

Als langjähriger (freier) Verlags- und Redaktionsmitarbeiter beschäftige ich mich auch mit Lektorat-Aufgaben.

Standards festzulegen? Wie sollte das funktionieren? Aus der Praxis
weiß ich - drei Lektoren, drei Meinungen.

Aber ich will mich ja nicht aufdrängen. Ich denke bloß an das Sprichwort: Viele Köche verderben den Brei. Und es ist auch so: Jedem Autor Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann. Wer seine literarische Arbeit einem "Qualitätslabel" unterwerfen möchte, müsste schon Vertrauen in die Qualifikation der darüber Entscheidenden haben.

Oder liege ich mit meinen Ansichten erneut völlig daneben? :roll:

AF Verlag

Re:

von AF Verlag (08.03.2008, 07:58)
@hwg

Viele Köche verderben den Brei. Und es ist auch so: Jedem Autor Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.

Richtig!

Wer seine literarische Arbeit einem "Qualitätslabel" unterwerfen möchte, müsste schon Vertrauen in die Qualifikation der darüber Entscheidenden haben.

Und damit dürften so manche Autoren/innen ein Problem haben.

Wenn BoD ein solches Qualitätslabel einführe, würde wahrscheinlich jedes zweite Buch aus dem Sortiment fliegen, so bedauerlich das klingen mag. Allerdings würde mich mal interessieren, nach welchen Kriterien dieses Qualitätslabel entstehen soll?

Jens book:


Jens

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Zoba
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Re:

von Zoba (08.03.2008, 08:17)
Hi,

Qualitätssiegel...

Auweia!!!

Das ist mal wieder so richtig typisch deutsch. :shock::

Ich glaube nicht, daß es viele Amis gibt, die sich darüber aufregen, wenn bei lulu.com auch reihenweise grottenschlechte Autoren publizieren, das ist denen egal, bzw. die sind halt der Meinung, daß die freie Meinungsäußerung nicht an der Qualität festgemacht werden kann.

Sorry Leuts, hier fange ich echt an, das große Fremdeln und Frösteln zu bekommen.

Soll doch die Frau Güzelses ihre unterirdisch schlechten Bücher veröffentlichen, was schert es mich? Und die Leser guter BoD-Bücher wirds auch nicht scheren.
Gruß,

Zoba

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hwg
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Re:

von hwg (08.03.2008, 09:01)
Hallo Zoba! :lol: :lol: :lol:
Eigentlich stimme ich Dir zu. Schließlich sind ja letztendlich Verleger dafür verantwortlich, welche Bücher sie auf die Leser loslassen.

BoD-Anbieter sind aber nun mal keine Verleger, sondern vom Autor bezahlte Produzenten.

Das hier (nicht ursprünglich von mir) angeregte "Qualitätssiegel" sollte aus meiner Sicht ja auch mit dem Zusatz "Von einer Jury vergeben" versehen werden, damit der künftige Leser bzw. Käufer sich eventuell daran orientieren kann.

Bleibt außerdem die Frage offen, ob BoD Norderstedt überhaupt mit einem solchen Siegel einverstanden wäre.

Mit (nicht deutschem, sondern steirischem) lieben Gruß!
Hans

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Zoba
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Re:

von Zoba (08.03.2008, 09:10)
Hi nochmal,

nee echt, das läßt mir keine Ruhe, jetzt mit Kaffe nebendran...

Im deutschsprachigen Raum gibt es m.E.n. diesen Zertifizierungs-/Obrigkeitswahn, der muß bei 99,99% der Deutschsprachigen wohl mit der Geburt eingeimpft werden und der treibt dann in Folge die lustigsten Blüten.

Was mich am deutschen Literatur-/Kunstbetrieb maßlos aufregt und ärgert, ist diese Unterteilung in gut/schlecht, echt/falsch, ernst/unterhaltsam usw.. Das ist nicht nur dort so, das zieht sich in alle Lebensbereiche.

Ohne Biosiegel traut der Deutsche der Ware nicht, die Französin geht einfach auf den Markt und probiert, drückt, tastet und entscheidet selbst. In Amiland kann ein nach Leiche aussehender Videoverkäufer Hollywood mit seinen von jedem Studium unbeleckten Drehbüchern beeindrucken und sogar Oskars einsammeln, in Deutschland muß man erst mal ein Hochschulstudium absolvieren, um überhaupt gelesen zu werden. In England wird gekauft, was sich über Jahre einen guten Ruf erwirbt, bei uns geht Zertifizierung über Mund-zu-Mund-Propaganda.

Es gibt in Amerika unglaublich tolle Handwerker- und Kunsthandwerkermärkte, Laien die ganz phantastische Sachen machen und keiner hat ein Problem damit, bei uns dümpelt das vor sich hin, es gibt dort und auch in UK lebhafte Netzwerke von Jung- und Erstlingsautoren, da sind mindestens so viel schlechte wie gute drunter, aber alle werden sie ausgesprochen ähnlich behandelt, der Respekt wird bereits für die Arbeit gezollt. Und bei den einen reichts dann halt nicht weiter, als bis zur wohlwollend buchkaufenden engen Familie, die anderen schaffen es schnell in Anthologien anerkannter Künstler (übrigens das ist was, was hierzulande wirklich fehlt!) oder kommen zu wachsendem Ruhm über Empfehlungen.

Jedenfalls kenne ich keine Amis die lauthals nach Abgrenzung und Zertifikaten schreien, dafür ist das kulturelle Selbstverständnis, das Frontier-Selbermachen und der Gedanke an Freiheit des Einzelnen viel zu tief eingegraben. Für die Künstler ist das nur befreiend und wir bräuchten MEHR davon und nicht weniger.

Nur weil hier also ein paar arme Hanseln schlechte Bücher schreiben und es "wagen", sie anzubieten, wird also gleich nach noch einem Zertifikat gerufen. BRRR!

Wie wärs damit, ganz einfach den Markt, den Kunden entscheiden zu lassen? Der ist wohl zu doof, um selbst entscheiden zu können, was er gut findet, den muß man wohl noch weitere tausend Jahre bei der Hand nehmen, oder?

Die alten Germanen und Kelten waren mal bis nach Asien berühmt für ihre Handwerks- und Schmiedekunst, da funktionierte das noch alles frei nach "Fett schwimmt über kurz oder lang nach oben".

Kopfschüttelnd...
Gruß,



Zoba



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Re:

von Zoba (08.03.2008, 09:22)
Hi Hans,

ich fremdele bei solchen Ansinnen ganz prinzipiell, und das steirisch rettet dich da nicht, ist auch ein deutschsprachiger Dialekt. cheezygrin

Da gibt es seit relativ kurzer Zeit also Angebote, die es JEDEM ermöglichen, zu publizieren. Herübergekommen ist das Ganze aus den Staaten zu uns, da braucht sich niemand ein X für ein U vormachen, das wäre Urdeutschen so nicht eingefallen.

Das Gute kommt immer mit dem Schlechten daher, wenn jeder publizieren kann, dann auch jene, die wir vielleicht nicht so toll finden. Im Amiland, wo das Konzept entstand, ist das den Menschen egal, sie glauben fest dran, daß JEDER ein Recht darauf hat, sich auszuleben und es zu versuchen.

Ich habe so eine Diskussion wirklich noch niemals in einem englischsprachigen Forum/Network erlebt. Noch nie. Da wird zwar auch kritisiert und begutachtet was das Zeug hält, aber immer, absolut immer mit einem wohlwollenden Unterton. In der größten Usenetgroup für Drehbuchautoren wirst du keinen finden, der irgendjemandem sagen würde, dein Buch ist zu schlecht, mach uns nicht damit lächerlich, indem du es anbietest. Und das sind etwas andere Teilnehmerzahlen als hier, selbst als in den größten deutschen vergleichbaren Foren.

Zudem glaube ich fest an den Geschmack und die Entscheidungsfreiheit des Kunden. Ich denke nicht, daß den irgendwer gängeln muß oder sollte, im Gegenteil, mich regt die deutsche Art, den kleinsten Furz für den Verbraucher regeln zu müssen/wollen so richtig auf, weil es den Schaffenden und Handwerkern eine Berufsunfreiheit beschert, die weltweit ihresgleichen sucht!

Und jetzt wollen ausgerechnet die Profiteure des aus den Staaten herübergeholten Systems gleich wieder andere gängeln...

Würg.
Gruß,



Zoba



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Claire
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Re:

von Claire (08.03.2008, 09:31)
Hans schreibt:

Das hier (nicht ursprünglich von mir) angeregte "Qualitätssiegel" sollte aus meiner Sicht ja auch mit dem Zusatz "Von einer Jury vergeben" versehen werden, damit der künftige Leser bzw. Käufer sich eventuell daran orientieren kann.

Bleibt außerdem die Frage offen, ob BoD Norderstedt überhaupt mit einem solchen Siegel einverstanden wäre.


Von dem inspiriert, was Hans geschrieben hat, spinne ich mal einen Gedanken:

Was wäre, wenn wir Autoren es schaffen würden, BoD mit ins Boot zu ziehen und sie veranlassen eine spezielle Edition herauszugeben, in der nur Bücher gedruckt werden, die vorher überprüft wurden. Die "Prüfung" würde beschränkt auf Layout und ganz wichtig auf die sprachliche Gestaltung (Rechtschreibung, Grammatik, etc.). Der Inhalt bliebe unangetastet (wenn jemand über Lieschen Müller schreiben möchte, dann soll er das tun - als Beispiel). Es sei denn, dass der Inhalt komplett unlogisch wäre. Da könnte man ja drauf hinweisen.
Die sogenannte "Jury" könnte vom Forum gewählt werden. Jeder, der daran mitarbeiten möchte, kann sich in eine Liste eintragen und die Forenmitglieder stimmen dann ab, wie die Jury besetzt wird. Die Jury könnte auch etwas größer sein, damit nicht alles an wenigen Personen hängen bleibt. Wenn X mal überhaupt keinen Freiraum hat, könnte Y einspringen, etc.
Den Autoren bliebe damit freisgestellt, ob sie die "Prüfung" und damit die Edition wollen.
Wenn das gelingen würde, dann hätten BoD und seine Anhänger etwas geschafft, was auf dem deutschen Markt in der Form wohl einmalig wäre und vielleicht sogar Schule machen könnte. Es gäbe dann einen "Mindeststandard", aber die künstlerische Freiheit bliebe im Prinzip unangetastet.

LG Claudia
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Re:

von Zoba (08.03.2008, 09:39)
Hi Claudia,

einmalig? Was soll daran einmalig auf dem deutschen Markt sein?

Einmalig ist das was es dank BoD & Co erstmals gibt, nämlich daß sich keiner erdreistet, Publikation vom eigenen Geschmack abhängig zu machen!

Herrjeh, das ist geradezu klassisch wie bereits beim Internet, es braucht die Deutschen, um es unfrei und reglementiert zu machen und mit Regeln und angeblicher Verbraucherfreundlichkeit abzuwürgen...

Was passiert? Diejenigen, die nicht bereit sind, sich der bourgeoisen Gängelei zu unterwerfen, werden über kurz oder lang gegen diese Kleinbürgerlichkeit vergeblich ankämpfen und die Lust verlieren und BoD wird sich damit brüsten, nun wirklich ein weiterer Beinaheverlag zu sein.
Gruß,



Zoba



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Re:

von Zoba (08.03.2008, 09:43)
Hi,

und um mal das andere, das freizügige Moment dagegen zu stellen:

Die britisch-amerikanische Lösung (wenn sie überhaupt eine für nötig befänden) wäre mit Sicherheit stattdessen das Ausloben eines jährlichen BoD-Wettbewerbs, mit einem ordentlich Topf Preisgeld, und selbstverständlich anerkannten, Nicht-BoD-Jurymitgliedern, denen am Ausgang des Wettbewerbs nichts liegt.

Da liegen Welten dazwischen, zwischen diesen Herangehensweisen...
Gruß,



Zoba



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Claire
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Re:

von Claire (08.03.2008, 09:53)
Zoba schreibt:

bourgeoisen Gängelei


Entschuldige Zoba, was ist an gutem Deutsch Gängelei????
In meiner Ausführung stand nichts von "Unterwerfung", sondern von Freiwilligkeit. Ich hatte auch extra betont, dass der Inhalt unangetastet bleiben soll. Die Wahlmöglichkeit und die Unantastbarkeit des Inhalts wären schon zeimlich einmalig. Da musst du irgendwie etwas missverstanden haben.

LG Claudia
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Re:

von Zoba (08.03.2008, 10:06)
Hi Claudia,

nee, ich verstehe nix miß.

Wie kommst du darauf, entscheiden zu wollen, was gutes Deutsch ist und was nicht? Insbesondere in einem Kunstwerk!?

Ich habe schon preisgekrönte Literatur/Gedichte gelesen, die zu ihrer Zeit alles andere als gutes Deutsch waren. Ich habe Kunst gesehen, die zu ihrer Zeit als Schund und Schrott bezeichnet wurden, Kunst, die man heute in Platin aufwiegt.

Gerade im der diesbezüglichen Reglementierung abgeneigten englischsprachigen Raum entspringen aus dem großen Topf immer wieder Kunstschaffende, keineswegs als solche zu Anfang Bezeichnete, die langfristig ganze Sparten auf den Kopf kehren.

Und Zertifikate, Marken und die damit zusammenhängenden Prozesse sind nicht geeignet, Freiheiten bestehen zu lassen, im Gegenteil.

Wenn also, dann wirklich so, wie es die anderen machen: jeder Geld in einen Topf, jedes Jahr einen Preiswettbewerb ausschreiben und die dort Prämierten können sich gerne das Prämierungssiegel auf die Klappe kleben. DAS ist wirklich freiheitlich und freiwillig.

Übrigens, schau mal nur 1 Seite rückwärts, dann ist ganz deutlich, warum ich von Gängelei rede, denn aus dem Wunsch, schlechte Autoren von BoD fernzuhalten und der allgemeinen Unbelustigung über Güzelses Chuzpe ihre schlechte Schreibe zu veröffentlichen, ist die Diskussion um ein Zertifikat entstanden. Nichts anderes also als Abgrenzerei und Gängelei.

Ganz ehrlich, ich halt mich grad schwer in der Wortwahl zurück. Ich finde so etwas wirklich unterste Schublade.
Gruß,



Zoba



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Thorolf
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Re:

von Thorolf (08.03.2008, 10:14)
Hi, ich halte ihr Buch mehr für ein Experiment, und so habe ich die Leseprobe auch gelesen und verstanden.
Daß das natürlich den kollektiven Widerspruch der konventionellen Autorenschar (ich denke, ich bin auch einer) hervorruft, wer wundert sich darüber.
Andererseits: Was bleibt vom Text und seiner Aussage übrig, wenn er in die bekannten Konventionen gepresst wird?
Dahingeschriebene Sätze, denen in diesem speziellen Falle das Salz des Unerhörten fehlt.
Ich glaube fest daran, daß unter den BoD Titeln Kleinode schlummern, die es nicht geben würde, wenn es BoD nicht gäbe.
Deshalb rufe ich auf zur Toleranz auch gegenüber "schlechten" Büchern und grausam geschriebenen Scripten.
Irgendwer wird sie "grandios geschrieben" finden und eine entsprechende Rezension schreiben.
Also: zur Kenntnis nehmen und abhaken ...
Ich weiß nicht, wie Du das siehst, wahrscheinlich anders, denn Du bist anders!
Wie schön!
Stelle Dir nur mal vor, alle Menschen wären gleich!
Wie langweilig!


www.thorweil.de

hwg
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Re:

von hwg (08.03.2008, 10:31)
Jetzt wird die Diskussion etwas "anstrengend", was mich ja freut! :lol:

@ Zoba: Wir Österreicher stehen ja im Ruf, nicht ganz so regelgläubig zu sein. Manchmal ist auch von "einem schlampigen Verhältnis" zu Obrigkeiten und Vorschriften die Rede. Also, gar so "deutsch", wie Du es vielleicht meint, sind wir ja wiederum nicht. Nicht einmal bei der Sprache, wenn man entsprechende Vergleiche zieht. :wink:

Du sprichst grundsätzlich in meinem Sinn hinsichtlich der eigenständigen Beurteilungsfähigkeit von Werken durch Leser und Kunstbetrachter.

Trotzdem gibt es auch in den von Dir genannten Ländern "Hilfestellungen", sei es durch Bestseller-Listen, Kritiken in namhaften Zeitschriften und dergleichen, woran sich Konsumenten gerne orientieren. Und ob Beziehungen - bei uns gerne Vitamin B (oder auch P wie Protektion) genannt - tatsächlich für den Kunstschaffenden bzw. Autor immer förderlich sind, stelle ich doch in Frage.

Denn auch die Annahme dieser "Vitamine" schafft in der Folge oft Abhängigkeiten, die meistens dem Regelement von kapitalistischen Erwägungen des "Gönners" abhängig sind. Vor allem dann, wenn der Kunstschaffende mit seiner Arbeit den Lebensunterhalt bestreiten muss oder auch nur will.

Aus vielen Kontakten mit Kolleg(inn)en weiß ich, dass auch in den USA
nicht alles Gold ist, was hier offenbar so glänzend geschildert wird.

Dass es im anglikanischen Sprachraum die Unterscheidung zwischen E und U in der Form wie im deutschen Sprachraum nicht gibt, ist sicher von Vorteil. Doch, wie sollte man hier seit Jahrhunderten eingefahrene
Bräuche ändern? Ich selber halte mich ohnehin nicht daran.
Zuletzt geändert von hwg am 08.03.2008, 11:31, insgesamt 1-mal geändert.

Weasel

Re:

von Weasel (08.03.2008, 11:26)
Also, meinetwegen kann jeder bei BoD veröffentlichen, was er will...ob es dann gelesen wird, steht ja sowieso auf einem ganz anderen Blatt, wo man doch auch fast immer eine Leseprobe einsehen kann...

Gruß Weasel

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