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hawepe
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Re:

von hawepe (10.03.2008, 08:16)
Hallo Zoba,

Zoba hat geschrieben:
Lustig finde ich das Argument "Toleranz". Ich habe nichts dagegen, wenn sich ein paar Leutchens über ein anderes Leutchen und seine Schreibe lustig machen, das kommt vor, sehr oft sogar.

Aber wogegen ich etwas habe ist, wenn diese Leutchens, die sich aufregen, dann die Toleranz links liegen lassen, die da ZUVORDERST heißt, den anderen selig sein zu lassen, so wie er es mag! Ist eine Güzelses selig mit ihrer Buchfassung, fein, soll sie doch. DAS ist Toleranz.


Dem kann ich unter zwei Bedingungen voll zustimmen :-)

Erstens unterbleibt zukuenftig jedes Gejammere ueber die ach so schlimmen Buchhaendler, die keinen Bock haben, sich Tausende Book-on-Demand-Titel anzuschauen und sie lieber voellig ablehnen. Wenn man kategorisch gegen jede Handreichung fuer die Buchhaendler ist, ist Kritik an ihnen kaum mehr als billige Polemik.

Zweitens hat der Kritikverzicht dann fuer alle Buecher, Autoren und Kritiker zu gelten und nicht nur fuer jene, die gerade nicht in das eigene Konzept passen.

Oder wie es Jola sagte, nichts gegen einen Verlag, der von BoD-Autoren geschmissen wird, dann aber bitte als solcher gekennzeichnet und ohne jeden Einfluß auf BoD an sich.


Ich habe keinen einzigen Satz geschrieben, in dem es um eine Verlagsgruendung ging. Aber selbst wenn ich das wollte, waere das noch immer Sache von BoD und mir.

Ich streike übrigens bereits beim Thema Rechtschreibung, denn ich schreibe a) nach alter Rechtschreibung und bestehe darauf, und b) verändere ich öfter mal die Rechtschreibung, um Effekte zu erzielen.


Und was hat das nun wieder mit dem Thread zu tun? Ich liebe es immer, wie alles wuest durcheinandergeworfen wird.

Da habe ich dann null Bock, mich rechtfertigen zu müssen.


Niemand muss sich rechtfertigen, weder der Autor noch der Kritiker. Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass man sich in diesem Forum vor einer Kritik erstmal entschuldigen muss, wenn man kein Lobgesang anheben moechte.

Und ich sags nochmal, wird so etwas eingeführt, ist das der erste Schritt weg von dem, was sowas wie BoD eigentlich ist, und das ist - per se - eigentlich eine sehr positive Sache.


Warum Qualitaetsverbesserungen und Book on Demand ein Gegensatz sein muesen, werde ich zwar nie verstehen, aber das muss ich ja auch nicht. Hauptsache, andere verstehen es.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Zoba
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Re:

von Zoba (10.03.2008, 08:38)
Hi Heinz,

also von mir wirst du Probleme haben, auch nur einen Post zu finden, in dem ich über Buchhändler & Co. herziehe, echt! cheezygrin

Die Verlagsgründung bezieht sich auf Jolas absolut korrekte Subsumierung dessen, was da eigentlich tatsächlich bei einem solchen Zertifikat passiert.

Und - ahemm - hast du verpeilt, um was es bei dem hier von einigen erwünschten Zertifikat geht? Darum nämlich, u.a. die Rechtschreibung der so Zertifizierten zu korrigieren.

Und nö, ich sehe durchaus mögliche Qualitätsverbesserungen für BoD als notwendig an:

- schnellere Auslieferung
- bessere Lieferungsdaten/-zeiten wenn ein Kunde übers Internet bestellt#
- schnellere Lieferung von Rezensionsexemplaren
- mehr Komfort bei der Druckvorbereitung
- stabilerer Hardcoverdruck
- niedrigere Preise bei einigen Angeboten

usw usw usw

DARÜBER hätte ich kein Problem zu reden und würde jegliche Verbesserungsansätze sicher auch unterstützen. :twisted:
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

AF Verlag

Re:

von AF Verlag (10.03.2008, 08:51)
@Heinz
Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass man sich in diesem Forum vor einer Kritik erstmal entschuldigen muss, wenn man kein Lobgesang anheben moechte

Das ist nicht nur in diesem Forum so.

Nur für den Fall, dass es noch niemanden aufgefallen ist, es gibt bereits seit längerer Zeit eine Zweiklassengesellschaft "Autoren/innen". Die der herkömmlichen Publizierung und die der Selbstfinanzierung. Beide Seiten veröffentlichen sowohl gute Bücher als auch Schrott. Im Endeffekt entscheidet dies der Leser und nicht die Damen und Herren Autoren.
Und ob BoD nun ein Qualitätssiegel braucht, ist eher irrerelevant.Vielmehr bräuchten die zahlreichen anderen "Verleger" eins, denen es egal ist, was sie da eigentlich veröffentlichen, und dem Autor/in nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Und das ist es auch, was Buchhändler abschreckt, und BoD dadurch verallgemeinert wird.

Montägliche Grüße

Jens

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hawepe
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Re:

von hawepe (10.03.2008, 10:29)
Hallo Jens,

AF Verlag hat geschrieben:
@Heinz
Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass man sich in diesem Forum vor einer Kritik erstmal entschuldigen muss, wenn man kein Lobgesang anheben moechte


Das ist nicht nur in diesem Forum so.


Ja, leider :-(

Nur für den Fall, dass es noch niemanden aufgefallen ist, es gibt bereits seit längerer Zeit eine Zweiklassengesellschaft "Autoren/innen". Die der herkömmlichen Publizierung und die der Selbstfinanzierung. Beide Seiten veröffentlichen sowohl gute Bücher als auch Schrott. Im Endeffekt entscheidet dies der Leser und nicht die Damen und Herren Autoren.


Schoen waere es, denn dann braeuchte man nur gute Buecher zu schreiben und alles waere okay.

In der Realitaet gibt es aber einen Buchhandel und die Medien, die ganz erheblich Einfluss nehmen. Warum wird denn hier im Forum immer wieder beklagt, wie schwer es sei, in den Buchhandel und din die Medien zu kommen?

Und ob BoD nun ein Qualitätssiegel braucht, ist eher irrerelevant.Vielmehr bräuchten die zahlreichen anderen "Verleger" eins, denen es egal ist, was sie da eigentlich veröffentlichen, und dem Autor/in nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen.


Ich treffe mich gerne am Wochenende mit Freunden, und dann reden wir uns auch gerne mal die Koepfe heiss, wie alles ganz anders sein muesste.

Aber dann kommt der Montag, und damit darf ich mir dann wieder Gedanken machen, wie ich MEINE Buecher unter das Volk bringe. Egal ob bei K&W, R&L, Fischer, Aufbau, BoD oder Engelsdorf verlegt, unsere guten Ideen vom Wochenende interessiert die herzlich wenig.

Solange ich nicht Bohlen oder Grass bin, machen die Verlage, was SIE wollen. Als Book-on-Demand-Autor habe ich dagegen wenigstens im Book-on-Demand-Sektor einige Gestaltungsmoeglichkeiten.

Und das ist es auch, was Buchhändler abschreckt, und BoD dadurch verallgemeinert wird.


Und darueber kann man sich aergern, es beklagen, es kritisieren, es fuer unberechtigt erklaeren, und, und, und. Wie gesagt, am Wochenende mit Freunden kann es sehr erleichtern, aber am Montag fange ich dann doch wieder an, ueber eventuelle realistische Auswege nachzudenken.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (10.03.2008, 19:01)
Ja, da hab' ich dann halt auch mal reingeguckt und ich bin wirklich erschüttert, dass so etwas überhaupt gedruckt wird!
Schade, dass es möglicherweise die BoD-Autoren trifft, die gute Werke liefern!

Maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Weasel

Re:

von Weasel (11.03.2008, 14:34)
Ja, da hab' ich dann halt auch mal reingeguckt und ich bin wirklich erschüttert, dass so etwas überhaupt gedruckt wird!
Schade, dass es möglicherweise die BoD-Autoren trifft, die gute Werke liefern!


Kann doch auch durchaus Leute geben, denen das gefällt. Außerdem gibt es in Deutschland etwas, dass Meinungsfreiheit heißt und das bedeutet auch, dass jeder veröffentlichen darf, was er will.

Gruß Weasel

mtg

Re:

von mtg (11.03.2008, 15:15)
Weasel hat geschrieben:
Außerdem gibt es in Deutschland etwas, dass Meinungsfreiheit heißt und das bedeutet auch, dass jeder veröffentlichen darf, was er will.

Weasel -
es geht nicht um Meinungsfreiheit, sondern um einen völlig unlektorierten und unkorrigierten Text in einem Layout, das oberflächlich nur dazu angetan ist, 96 Seiten zu generieren, wo es bei einem normalen Buchblock wahrscheinlich eher 52 Seiten geworden wären.
Ich gönne wirklich jedem seine Selbstverwirklichung - aber das ist Kundenverar...ung.

In diesem Sinne
Matthias

Kausde
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Re:

von Kausde (11.03.2008, 16:07)
Die nächste Frage wäre natürlich, ob man einem Kunden nicht auch zutrauen kann, das selbst zu entscheiden. Er kann in einem Buchladen ebenso einen Blick ins Buch werfen wie auf Amazon. Und wenn dann jemand immer noch sein Geld ausgeben möchte - dann nur zu.

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Zoba
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Re:

von Zoba (11.03.2008, 16:18)
Hi Kausde,

Die nächste Frage wäre natürlich, ob man einem Kunden nicht auch zutrauen kann, das selbst zu entscheiden.


Das ist so ein Punkt, der mich an Deutschland (ich habe lange im Ausland gelebt) fürchterlich nervt: die Entmündigung des Kunden.

Kunden (eigentlich Menschen allgemein) werden hierzulande wie Kleinstkinder behandelt, die man bei der Hand nehmen muß und denen man vorab klarmachen muß, am besten über jede Menge Ver- und Gebote, was nicht gut für ihn ist.

Das bürstet mich sowas gegen den Strich, das kann ich garnicht höflich ausdrücken wie sehr...
Gruß,



Zoba



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mtg

Re:

von mtg (11.03.2008, 16:20)
Kausde hat geschrieben:
Die nächste Frage wäre natürlich, ob man einem Kunden nicht auch zutrauen kann, das selbst zu entscheiden. Er kann in einem Buchladen ebenso einen Blick ins Buch werfen wie auf Amazon. Und wenn dann jemand immer noch sein Geld ausgeben möchte - dann nur zu.

Das bestreitet auch niemand. Aber es diskreditiert alle anderen BoD-Autoren und bestärkt das Vorurteil, dass man per On-Demand jeden Sch... publizieren kann...

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Zoba
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Re:

von Zoba (11.03.2008, 16:26)
Hi Matthias,

och eigentlich muß man sowas nicht speziell bei BoD suchen, was in ganz gestandenen Verlagen (ich erinnere mal wieder an Dietääääh!) für weit mehr Geld sogar in Großauflagen gedruckt wurde, das ist keinen Deut besser. Eher würde ich sogar noch Güzelses lesen, als ne Bohlen-Bio!
Gruß,



Zoba



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hawepe
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Re:

von hawepe (11.03.2008, 17:20)
Hallo,

Kausde hat geschrieben:
Die nächste Frage wäre natürlich, ob man einem Kunden nicht auch zutrauen kann, das selbst zu entscheiden. Er kann in einem Buchladen ebenso einen Blick ins Buch werfen wie auf Amazon.


Und warum wird dann hier im Forum dauernd geklagt, dass kaum eine Buchhandlung diese Buecher vorraetig haelt?

Beste Gruesse,

Heinz.

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Zoba
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Re:

von Zoba (11.03.2008, 17:29)
Hi Heinz,

Buchhandlungen haben generell abgebaut. Ich war grade in zwei ehemaligen Lieblingsbuchhandlungen, beide mit einem ehemals stets außergewöhnlich gut sortierten Bestand an englischsprachigen Büchern.

Mittlerweile stehen da nur der neueste Crichton, ein paar Folletts und Kings öde herum, von vormals vielleicht an die 1000 Büchern beim einen Laden auf höchstens 50 und beim anderen von ehemals immer rund 800 auf vielleicht 20.

Dafür sind die Regale, in denen die Fremdsprachen standen nun voll mit echtem Schrott (und der stammt von ganz normalen Verlagen).
Gruß,



Zoba



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mtg

Re:

von mtg (11.03.2008, 17:51)
Zoba hat geschrieben:
beide mit einem ehemals stets außergewöhnlich gut sortierten Bestand an englischsprachigen Büchern.

Zoba - wirf nicht "Spezialsortimente" (und fremdsprachige Bücher sind das) und das "normale" Sortiment durcheinander. Das ist wie mit Äpfeln und Birnen...

Matthias

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Zoba
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Re:

von Zoba (11.03.2008, 17:57)
Hi Matthias,

das waren echte Unibuchhandlungen bzw. universitätsnahe Buchhandlungen und das Spezialsortiment dort bestand in der vorherigen Form über 40 Jahre.

Davon ab, das an Proll-Literatur was den Bestand ersetzt hat, ist nur ganz hauchdünn über BILD-Niveau.

Für mich hat das schon eine Aussagekraft.
Gruß,



Zoba



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