o.T. - tragische Geschichte. Ich bitte um Kritik.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (25.09.2009, 20:28)
Nitram hat geschrieben:
Nun wird die Frage erhoben: Was, wenn nun ein Text gewisse Mindeststandards nicht erfüllt?
Muss ich dann auch "krampfhaft" nach etwa Positivem suchen?
Ich denke, das hat Siegfried gemeint (@Siegfried: korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege)
Gruß
Nitram


Zumindest im Kern hast du es getroffen.
Und den zweiten Treffer hat Chnuppe gesetzt: Zweierlei Maß.

Einige kritisieren - angeblich - nur negativ und werden zusammengefaltet, weil sie nicht ein einziges positives Wort verlieren.

Dann schreiben die Zusammenfalter eine Textkritik, in der auch kein positives Wort steht - und das ist plötzlich akzeptabel. Ich fühle mich verwirrt. :roll:

Ich zitiere mal Chnuppe: "Lustig, wie mit zweierlei Maß gemessen wird". cheezygrin

@Marcel:
Zeit? Ich habe genau so viel Zeit wie du. cheezygrin
Um genau zu sein: 86.400 Sekunden am Tag.
Es kommt nur darauf an, was man damit macht. book:
Manche hängen die Zeit einfach ab. Andere hocken in der Kneipe. Oder vor der Glotze. Gehen shoppen. Toben sich in der Disco aus. Trainieren verbissen für den nächsten Marathon oder gegen die Zellulitis. Oder machen sonst welche Dinge. Wie jeder will. Ich mache diese Dinge nicht. cool5

Hobbys? Klar. Lesen. Schreiben. Geschichten konzipieren. Charaktere ausarbeiten. Lernen. Zweimal die Woche mit Gleichgesinnten diskutieren. Und zwischendurch immer wieder mal in den Autorenpool schauen.

Keine intelligenten Beiträge? Weiß ich nicht. cheezygrin Weil ich nicht weiß, was ein intelligenter Beitrag ist. Und weil ich nicht weiß, welche meiner Beiträge du bisher noch nicht gelesen hast.

Aber direkte Frage an dich:
Textkritik ohne positiven Anteil - ja oder nein?
Du hast gegen Kritiken ohne positiven Anteil optiert - dann nenn die Regeln. cheezygrin Bitte!!!

Grüße
Siegfried
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Siegfried
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Re: o.T. - tragische Geschichte. Ich bitte um Kritik.

von Siegfried (25.09.2009, 21:14)
Hier kommen meine Anmerkungen zu dem vorgestellten Text – alles meine ganz persönliche Meinung und ohne Anspruch auf Richtigkeit ...

Um es gleich vorweg zu sagen: Der Text funktioniert vorne und hinten nicht. Weil die Bilder, die dieser Text aufbaut, nicht stimmen. Schauen wir uns das im Detail an:

autoranton hat geschrieben:
Er weint ein Tränenmeer. Sein Gesicht: blutverkrustet.
Dreck lässt seine Augen brennen.


Zunächst soll beim Leser ein Mitgefühl erzeugt werden ("Tränenmeer"), weil die Perspektivfigur sich in Tränen ergießt. Offenbar ist dieser Figur Gewalt angetan worden ("Sein Gesicht: blutverkrustet"), obwohl ich als Leser nicht weiß, wessen Blut das ist. Dann werden alle Gefühle ins Gegenteil verkehrt. Der Mann weint nicht aus Gefühlsüberschwang, sondern weil er Dreck in den Augen hat ("seine Augen brennen"). Damit ist das erste Bild zerstört.

autoranton hat geschrieben:
Überall Schreie.
Ein Arm weniger, so plötzlich.
Ein Funke Hoffnung. Kanonaden feuern das Lied vom Tod.
Ein perverser Kampf der Nationen.


Hier das nächste Bild. Überall Schreie. Ein Arm wird abgerissen, plötzlich. Also in diesem Moment. Bei wem? Der Perspektivfigur? Kann eigentlich nur sein, weil keine andere Figur vorgestellt wurde. Dann die Zerstörung auch dieses Bildes. Ein Arm weniger, ein Funke Hoffnung. Wie geht denn das? Okay, vielleicht bezieht sich der Funke Hoffnung nicht auf den Satz davor, sondern auf den Satz dahinter. Auf die Kanonade. Aber ist das ein Funke Hoffnung? Bild zerstört.
Die Kanonade hängt völlig in der Luft. Weil der Begriff falsch gebraucht wird. Eine Kanonade kann nicht feuern. Eine Kanonade IST das Feuern. Kanonen können feuern. Ein falsches Wort am falschen Platz kann einen ganzen Text ruinieren.

autoranton hat geschrieben:
Er ist gezehrt. Kinder fallen mit ihren Eltern. Kameraden melden keinen Bericht. Bomben erwachen zum Leben, entfalten ihre Willenskraft.
Erste. Zweite. Dritte. Vierte. Fünfte. Manchmal eine sechste.
Zivilisten werden zu Dartscheiben. Granaten zu Pfeilen. Gespielt vom Feind.


Da habe ich alle Wörterbücher bemüht, die ich habe, aber ein "jmd. wird gezehrt" habe ich nicht gefunden. Was soll das bedeuten? Jemand kann aufgezehrt werden, aber gezehrt? Der falsche Wortgebrauch setzt sich fort: Kinder fallen mit ihren Eltern. Das Verb "fallen" ist im Krieg Soldaten vorbehalten. Zivilisten fallen nicht, Zivilisten sterben. Verrecken. Krepieren. Wenn das Verb "fallen" bewusst gesetzt wird, dann werden Kinder und Eltern zu Soldaten gemacht. Ich glaube nicht, dass dies in der Intention des Verfassers liegt: Zivilisten zu militarisieren.

autoranton hat geschrieben:
Man sieht seinen Bruder kämpfen, wie er zur Zielscheibe wird. Getroffen. Man schaut ihm, in die von Angst lodernden Augen und ich weiß:
" Ich kann nichts tun ". Dieser Moment. Diese eine Sekunde stechender Schmerz, prägt.
Er ist tot. Gestorben. Auswechselbar.


Den Wechsel von dritter zu erster Person verstehe ich nicht. Anfangs das unbestimmte "man", dann plötzlich ein "ich" – was sich auch beißt mit dem "er" vom Anfang. Damit bekommt der Text eine Beliebigkeit, weil er sich nicht auf eine bestimmte Figur konzentriert. Der Text verliert an Kraft.

autoranton hat geschrieben:
Ich weine ein Tränenmeer. Mein Gesicht blutverkrustet. Dreck lässt meine Augen brennen ...

Die Perversität des Friedens.


Warum ein Frieden pervers ist, habe ich nicht verstanden. Zumal in dem Text nie ein Frieden beschrieben worden ist. Die Perversion des Friedens wird mir vom Autor auch nicht erläutert. Es ist einfach eine Behauptung. Und dieser Behauptung fehlt das Elementare. Für einen Frieden benötigt man immer zwei Menschen. Dem Text fehlt der zweite Mensch. Und das die beschriebene Situation als Frieden bezeichnet wird, hat mir der Text auch nicht nahe gebracht. Nirgendwo vorher wird die Lage als friedlich bezeichnet. Was also ist die Perversion des Friedens? Und wenn das stimmen sollte, welchen Wert hat dann Frieden als erstrebenswertes Ziel?

Das ist in aller Kürze mein Eindruck von diesem Text. Manche mögen darin jetzt eine Überinterpretation sehen. Aber je kürzer ein Text ist, desto genauer muss jeder einzelne Satz, jedes einzelne Wort sein.

Empfehlung: Wolfgang Borchert lesen!

Grüße
Siegfried
Zuletzt geändert von Siegfried am 25.09.2009, 21:20, insgesamt 2-mal geändert.
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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (25.09.2009, 21:18)
Lieber Anton,
da konstruktive Kritik erwünscht war, versuche ich nun mein bestes.

1. Ein fehlender Titel, den du ja wie du geschrieben hast absichtlich nicht angibst, trübt für mich das Gesamtbild. Ein Titel bereitet den Leser auf das kommende vor und soll Interesse wecken. Ich persönlich würde keinen Text lesen der nicht unter einem Titel bzw. bekannte Thematik steht. Das ist wie mit dem Autokauf, du würdest ja auch nicht ein Auto kaufen ohne es vorher gefahren zu sein oder es zu mindestens gesehen zu haben. Aus diesem Grund erachte ich besonders den Titel als Grundlage für gute Texte. Was natürlich vom Autor erfordert sich mit der, von ihm beschriebenen Thematik, auseinander zusetzten und Stellung zu beziehen. Weiterhin finde ich dass du dir, durch fehlenden Titel, selbst die Möglichkeit nimmst deine Leser schon beim anfänglichen Lesen des Textes zum Nachdenken anzuregen.

2. Form: Leider ist für mich nicht erkenntlich welche Textform du wählen wolltest. Es scheint eine Mischung aus Gedicht und Kurzprosa geworden zu sein, was meines Erachtens nicht gelungen ist. Das wiederum schreibe ich jedoch nicht deinem Schriftstellerischen können zu, sondern vielmehr der ungeeigneten Mischung. Gedichte haben für mich den Sinn, in kurzer Form Emotionen, Gefühle und Gedanken an den Leser weiter zu geben. Dieser kann sich dann in dem Gedicht wiedererkennen, mitleiden oder sich mitfreuen. Es kann belehrend sein oder auch nur erfreuen, mit wenigen Worten. Kurzprosa hingegen haben eine Handlung, ein Geschehen als Grundlage. Auch hier bleiben nicht viele Worte, doch immerhin mehr als beim Gedicht. Am häufigsten erzählt eine Kurzgeschichte eine Handlung die den Leser in erster Linie zum Nachdenken über gewisse Thematiken anhalten soll, der Spielraum vergrößert sich. Ich nehme an, das was du deinem Leser vermitteln wolltest war zu viel für ein Gedicht, aber zu wenig für eine Kurzgeschichte. Fazit: Deine Zwischenlösung ist für mich vollkommen ungeeignet, da sie den Leser irritiert und sich nebenbei sprachlich auch nicht schön anhört bzw. liest.

3. Dein Inhalt: Das Thema Krieg ist eine schwerwiegendes Thematik, die viel von einem Autor abverlangt. Das liegt zu einem daran das man selbst es, im Idealfall, nicht miterlebt hat und zum anderen an dem hohen Maß an menschlichem Leid das damit verknüpft ist. Als Autor sollte man daher vorher gut überlegen wie man was verpacken und schreiben will. In deinem Text finde ich keinen Inhalt, keine Geschichte. Du beschreibst eher eine Situation, damit hat es sich leider schon. Gerade aus deinen Anfangssätzen könnte man so viel mehr herausholen, wenn du mehr beschreiben würdest. Meiner Meinung nach scheinst du die tiefe des Geschehens nicht erkannt zu haben oder aber konntest diese nicht umsetzten. Ich als Leser fühle mich nicht angesprochen, da die Situation zu abstrakt ist als das ich mich mit ihr Identifizieren könnte. Du musst dem Leser eine vorstellbare Umgebung liefern, Menschen die ein Gesicht haben, du musst ihn ins Geschehen ziehen. Immer daran denken, umso mehr der Leser sich angesprochen fühlt, um so eher wird er weiterlesen. Und wenn er weiterliest vergrößert sich die Chance das er deinen Text in Erinnerung behält und später eventuell wieder etwas von dir Lesen möchte. Mit deinen Texten von heute schaffst du dir deine Leser von Morgen. Also akzeptiere nichts das du selbst so nicht auch Lesen würdest, auch wenn das bedeutet das du dich mehrere Wochen mit ein und dem selben Text auseinander setzten musst. Im Endeffekt: Bring mehr tiefe in deinen Text. Den eine Situation beschreiben kann jeder, aber daraus eine Geschichte zu machen die gelesen wird ist ein viel schwierigeres Unterfangen!

4. Gelungene Passagen: Ich schließe mich meinem Vorredner an, es gibt einige Interessante Ansätze in deinem Text. Arbeite daran das du diese weiter ausbaust und zu deinem Vorteil nutzt in dem du sie sprachlich mehr in den Mittelpunkt stellst.

Mein abschließende Beurteilung:

So wie die Geschichte Momentan gestaltet ist schreckt sie mich von Form, Sprache und Inhalt ab. Dem Text kann kein Grundgedanke abgewonnen werden und schafft es nicht zum Nachdenken anzuregen. Das Einfühlen in den Text ist mir unmöglich durch fehlende, passende Adjektive. Die sprachliche Umsetzung verleitet zum Oberflächlichen Lesen und schafft es somit nicht in Erinnerung zu bleiben. Positive Ansätze sind zu erkennen, müssen jedoch stärker ausgearbeitet und überdacht werden. Alles in allem kein Text den ich Momentan lesen würde.

Für mein Urteil bitte ich um Verständnis da ich nichts von Schönreden halte. Für schlechte Laune hafte ich nicht.
Mein Rat: Übung macht den Meister.
In der Hoffnung geholfen zu haben,

LG Sam
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

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AngelaB.
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Re:

von AngelaB. (25.09.2009, 21:54)
Was soll ich bloß sagen??

Nur eins: Ich glaube an Anton!

Er ist einer der wenigen Hoffnungen, die es
meiner Meinung einmal weit bringen werden!!

Soo jung und meiner Meinung auch noch verdammt gut!

Mir wäre solch eine Sache nieee über die Lippen gekommen!
Bzw. über die Tastatur!!

Deshalb kann ich wirklich nur eins sagen: Ich glauben an dich, Anton!! thumbbup thumbbup thumbbup

Liebe Grüß,
Angela

Ps.: Bitte lass uns nicht schon wieeeeder streiten, Siegfried!! BITTE
Wenn ich am Himmelszelt mit den
Sternen schreiben könnte, dann würde
ich deinen Namen als erstes schreiben wollen.

xenia

Re:

von xenia (25.09.2009, 22:14)
@Siegfried: Deine Kritik ist durchaus nachvollziehbar und in der Sache korrekt (es gäbe sogar noch mehr anzumerken, aber das weißt du sicher ebenso gut).

Der Autor müsste sich eigentlich dafür bedanken, wäre da nicht jener, für dich typische arrogante Seitenhieb:

Die Perversion des Friedens wird mir vom Autor auch nicht erläutert.
(Hervorhebung von mir)

Den Autor nicht direkt anzusprechen, sondern ihn als dritte Person zu erwähnen, schafft Dissonanzen. Möglicherweise bist du dir gar nicht bewsst, was solche Äußerungen bei anderen Lesern für Assoziationen hervor rufen. Eigentlich sollte jemand wie du, der mit Wörtern umzugehen versteht, auch imstande sein, selbige so zu gebrauchen, dass daraus Worte werden, die dich als kollegialen Helfer, Mensch oder Gleichgesinnten in den Blickpunkt rücken und nicht als besserwisserischen Oberlehrer outen - denn so dürften dich viele hier sehen und die (unausgesprochene) Frage stellen: Was will der arrogante Kerl hier eigentlich bei Hobbyautoren? Sich wichtig machen?

Diese Frage stelle ich dir auch ... Hast du bereits lang genug geübt, um einen Verlagsvertrag jenseits von BoD zu haben? Falls ja - was kann man in welchem Verlag von dir lesen? Und: Wozu verbringst du dann deine Zeit noch hier? cool1

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (25.09.2009, 22:47)
xenia hat geschrieben:
Der Autor müsste sich eigentlich dafür bedanken, wäre da nicht jener, für dich typische arrogante Seitenhieb:

Die Perversion des Friedens wird mir vom Autor auch nicht erläutert.
(Hervorhebung von mir)

Den Autor nicht direkt anzusprechen, sondern ihn als dritte Person zu erwähnen, schafft Dissonanzen.


Vielleicht hast du meine Einleitung bei der Kritik überlesen. Ich habe dort ausdrücklich festgehalten, dass meine Kritik meinen Eindruck schildert, den ich vom Text beim Lesen hatte.

Ich habe keine Kritik geschrieben, wo ich Anton ganz konkret sage: "Dies hast du falsch gemacht, das musst du so machen, und jenes hast du auch nicht richtig gemacht, das musst du so machen". Das wäre eine Kritik am Autor und seinen Fähigkeiten. Genau das will ich nicht.

Keine Kritik am Autor! Keine Kritik an seinen Fähigkeiten!

Ich will meinen Eindruck vom Text und meine Meinung zum Text - und nur zum Text - wiedergeben und nicht Anton Anweisungen geben, wie er was zu machen hat. Er muss selbst entscheiden, ob er die Eindrücke anderer zu seinem Text als nutzenswerte Kritik annimmt oder nicht.

Wenn du nächstes Jahr Zeit hast, schau dir im Fernsehen die Live-Übertragung des Ingeborg-Bachmann-Preises an (auf 3SAT), wie dort nach einer Lesung die Kritiker den Text diskutieren und ihre Eindrücke beschreiben. Da wird der vortragende Autor mit keinem Wort angesprochen. Weil es um Eindrücke geht. Nicht um Anweisungen oder Tipps.

Grüße
Siegfried

Nachtrag: Eine Textkritik vom letzten Bachmann-Preis

    Erste Autorin war Anna Katherina Hahn. Die deutsche Autorin las auf Vorschlag von Ursula März aus dem Text "Kavaliersdelikt".
    In ihrem recht unkonventionellen Text reflektierte die Autorin in bissig-satirischem Ton den "tristen Alltag als Germanistin. Das aus mittelalterlichen Literaturfragmenten konstruierte romantisch-verklärte Bild der Vergangenheit wird in "Kavaliersdelikt" ironisch hinterfragt.
    Die Sehnsucht nach der "aventiure" jenseits des "papierenen" Alltags führt die Protagonistin in die mittelalterliche Vergangenheit zurück. Hahn lässt ihre weibliche Hauptfigur in einen mittelhochdeutschen Text "hineinfallen", wo sie sich plötzlich mit einer Lebenswirklichkeit konfrontiert sieht, die allen romantischen Vorstellungen des Mittelalters widerspricht.

    Juror Heinrich Detering bemerkte gleich als erstes: „Also gefallen hat mir selbst die Stelle mit den Philologenärschen, weil ich selber im Besitz eines solchen bin“.
    Detering erkannte sich selbst im Text wieder, bemerkte jedoch gleichzeitig: "Es geht mit zu oft stilistisch daneben!", da die Autorin sich des öfteren im Ton vergreife.
    Das Ineinanderschieben der Sprachebenen, die Redeweisen ließen kleine satirische Funken raussprühen, alles in allem sei es jedoch eine Nummer "zu dick" aufgetragen.

    Daniela Strigel lobte die im Text geschaffene Atmosphäre einer akademischen Schmalspurwelt - sah jedoch im "lockeren Witz" der Erzählung etwas „zu angestrengtes“, wobei es vor allem an Konsistenz fehle.

    Norbert Miller wiederum sah es genau umgekehrt: Die parodistische Aufhebung der Wirklichkeitsebenen sei gut gelungen.

    Klaus Nüchtern kritisierte den in der Erzählung „angebotenen“ Humor: „Das trägt nicht sehr weit“, so sein Urteil. Was am Anfang ganz lustig sei, verliere zu schnell an Tempo.

    Iris Radisch lobte vor allem die Gegenüberstellung von Wirklichkeit und Literatur im Text. Die Darstellung dieser Lebenswirklichkeit verlange geradezu nach einer mechanischen Lösung.

    Martin Ebel konstatierte: „Es handelt sich halt um Germanistenhumor, mit allen Grenzen, die dieser hat!“

    Jurorin Rakusa lobte am Text vor allem die „Machart“ und dessen sehr schöne „Sinnlichkeit“, kritisierte jedoch dessen „Überdeterminiertheit“ so dass kein Raum für Phantasie bleibe.

    "Der Text bringt sich selber um"
    Burkhart Spinnen problematisierte das Genre des Zeitreisentextes überhaupt, da dieser seinem Wesen nach „Grenzenlosigkeit“ impliziere.
    „Der Text bringt sich selber um“, so sein abschließendes Urteil.


Eindrücke. Alles nur Eindrücke. Die Autorin muss wählen, was sie davon annimmt. Und so sind meine Textkritiken auch gemeint.
Zuletzt geändert von Siegfried am 25.09.2009, 23:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (25.09.2009, 22:55)
AngelaB. hat geschrieben:
Er ist einer der wenigen Hoffnungen, die es
meiner Meinung einmal weit bringen werden!!


Ich kenne eine ganze Menge Hoffnungen mehr, hier im Forum und auch außerhalb. Irgendwie leben wir in unterschiedlichen Welten. Oder wir haben unterschiedliche Auffassungen von dem, was "erzählerische Qualität" ist.

Grüße
Siegfried
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Heiner
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Re:

von Heiner (25.09.2009, 23:11)
Hallo Anton,

mir gefällt die Geschichte. Einen `Feind´ hast Du thumbbup

Grüße

Heiner

autoranton
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Re:

von autoranton (27.09.2009, 17:25)
büchernarr hat geschrieben:
Liebe Leute,
streitet doch nicht wegen einer Kritik an einem Text.
Am 22.08.09 schrieb Autoranton:

Zitat
Ja, ich mache mir Gedanken über die Kritik!
Ja, ich nehme sie auch zu Herzen (auch wenn ich Sie nicht umsetze, weil mir meine Gedichte so gefallen wie sie sind! Und ich lasse meinen Stil, meine Gedanken und etc. nicht umändern (Ich will sagen, dass einige hier im Forum erwarten, dass nachdem sie hier eine tolle Kritik (Danke einige sind echt professionell!!!) erwarten, dass ich dann diese in meinen Werken in die Tat umsätze.)
Zitatende

Also, egal, was ihr schreibt, Anton wird es nicht umsätzen,
wenn er nicht mag. Jede Streiterei um seine Texte ist also SINNLOS
!!


Danke fürs aufmerksame Lesen meiner Beiträge und nochmals vielen herzlichen Dank für die Erinnerung. Somit erleichtert es dem Poster sich zu entscheiden, ob er eine bessere Kritik abgibt als büchernarr.
- Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens. -
Johann Paul Friedrich Richter

xenia

Re:

von xenia (27.09.2009, 21:07)
Ich will meinen Eindruck vom Text und meine Meinung zum Text - und nur zum Text - wiedergeben und nicht Anton Anweisungen geben, wie er was zu machen hat. Er muss selbst entscheiden, ob er die Eindrücke anderer zu seinem Text als nutzenswerte Kritik annimmt oder nicht.


Du willst mich offenbar nicht verstehen, denn auch die Tatsache, dass du meine anderen Fragen nicht beantwortest, ist bezeichnend. Ich nehme es zur Kenntnis, lieber Siegfried. Es scheint dir Spaß zu machen, dich auf Kosten Dritter zu amüsieren, denn das, was du als Kritik anbietest, ist nichts anderes als Effektheischerei, Angabe und Selbstdarstellung.

Einen Mensch hinter deinen Kommentaren sehe ich nicht. Daher richtet sich auch mein Kommentar nur an deinen Text ... :twisted: Und da ich keine arroganten Kommentare mag, werde ich solche künftig einfach überlesen.

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