Ich stecke fest - und das mitten unter Piraten

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Silvia Kirschner
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Ich stecke fest - und das mitten unter Piraten

von Silvia Kirschner (08.09.2009, 19:18)
Meine Lieben,

schon einige Zeit arbeite ich an einer Idee eines Kinder/Jugendbuches und stehe einfach bei einer Stelle, an der ich einfach nicht weiterkomme. Ich hab jetzt schon mal immer wieder diesen Teil übersprungen und wo anders weitergearbeitet, aber irgendwie hab ich - obwohls ichs immer wieder neu überarbeite - irgendwie so ein Gefühl, als wärs nicht ganz "rund"..

Also fänd ich es nett von euch, wenn ihr euch dieses Stückchen vielleicht mal durchlest und mir eure Meinung dazu sagt. Vielleicht empfinde ich die Situation ja nur nicht ideal, weil ich mich schon so verfahren hab und in Wahrheit ists eh doch nicht so schlecht, wie ich meine.. ;o)

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„Ich will ihren Kopf!“, dröhnte die Stimme des Captains wie Donner durch die Nacht. Sein nasses schwarzes Haar klebte in dicken Stränen an seinem Kopf und die Augenklappe war seitlich verrutscht, sodass dort, wo sich normalerweise ein gesundes Auge befinden sollte, eine hässliche vernarbte Vertiefung zu sehen war. Sein schwarzer Bart überwuchs sein halbes Gesicht und Mila glaubte trotz der Dunkelheit einige Brotkrümel der letzten Jause darin erkennen zu können.
„Bringt mit ihren Kopf!“, brüllte der Captain nochmal mit aller Kraft durch den strömenden Regen und dabei konnte Mila ganz deutlich einen großen goldenen Zahn in seinem Mund aufblitzen sehen. Ein Blitz ließ die stürmische Nacht für ein paar Sekunden zum hellen Tag werden und Mila sah dem Captain direkt in die Augen, während er noch immer mit seinem ausgestreckten Finger auf sie zeigte. Seine Augen waren so schwarz wie sein Haar und das Mädchen überkam ein Zittern, als es darin nur unmenschliche Kälte und tiefsten Hass erkennen konnte. Die starken Sturmwellen ließen das große Schiff kräftig und unkontrolliert auf- und abschwanken und Mila hielt sich mit all ihrer Kraft an den herabhängenden Seilen eines eingebrachten Segels fest. Einige der Piraten versuchten weiterhin, irgendwie das Schiff zu steuern, während die restlichen Männer sich auf Befehl des Captains auf Mila stürzen wollten. Mila wollte davonlaufen, aber ihre Beine konnten sich einfach nicht bewegen. Es war beinahe so, als wären sie am Schiffsboden festgeklebt. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals und die Angst schnürte ihr die Kehle zu. Ein besonders dicker Pirat war nun in unmittelbarer Nähe und hob mit kräftigem Schwung sein großes Schwert, auf dem noch blutige Reste vom letzten Kampf zu sehen waren.

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Bin für jede positive und negative Kritik offen und dankbar! :))

Danke,

eure Silvia

Benny
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Re:

von Benny (08.09.2009, 21:17)
„Bringt mit ihren Kopf!“ <- mir - das hatte mich gerade so angesprungen.

Was ich etwas seltsam finde, der Captain hat nur ein Auge, du redest aber von "seinen Augen". Hier würde ich evtl. dieses eine, verbliebene Auge etwas mehr hervor heben. Das es bedrohlich wirkt oder so.

Und im ersten Abschnitt kommt das auch - für mich zumindest - komisch rüber, wenn erst so diese hässliche Narbe hervorgehoben wird und dann darunter von den Brotkrümeln die Rede ist.

Also ich würde bei so nem schmierigen, einäugigen Piraten davon ausgehen, dass er in seiner Kajütte (schreibt man das so?) nen Tisch hat wo die Hähnchenkeulen draufliegen und so.

;)

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (08.09.2009, 21:32)
Was mir jetzt so beim ersten Lesen so spontan auffällt, ist, dass von schwarzem Haar, schwarzem Bart, schwarzen Augen die Rede ist.

Finde ich stilistisch nicht so gut, ständig das Adjektiv "schwarz" zu verbraten.

Ansonsten find ichs nicht übel, zur Handlung kann ich nix sagen, ist ja nur ein Ausschnitt.

So weit, so gut.

Grüsse,

Chnuppi

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Siegfried
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Re: Ich stecke fest - und das mitten unter Piraten

von Siegfried (09.09.2009, 00:55)
Silvia Kirschner hat geschrieben:
Bin für jede positive und negative Kritik offen und dankbar! :))


Ich habe den Text einmal kurz umgeschrieben (müsste sicher noch ein- oder zweimal überarbeitet werden), aber vielleicht bringt dich die neue Fassung ein Stück weit in die richtige Richtung.

Hier also (m)eine leicht modifizierte Version:

    »Ich will ihren Kopf!«
    Die Stimme des Captains übertönte selbst das Toben des Sturms. Schwarzes Haar klebte dem Captain nass am Schädel, der fußlange Bart wehte im Wind wie eine Flagge, und die verrutschte Augenklappe gab den Blick frei auf eine dunkle, vernarbte Höhle, wo eigentlich ein Auge hätte sein sollen.
    Mila stand da und starrte.
    »Zum Teufel nochmal! Bringt mir ihren Kopf!«, brüllte der Captain durch Regen und Sturm. Ein Blitz ließ seinen goldenen Zahn aufleuchten.
    Mila sah, wie der Captain mit ausgestrecktem Arm auf sie zeigte. Genau auf sie! Und schlagartig wurde ihr klar, dass es um ihr Leben ging.
    Das Schiff rollte und stampfte schwer in der tobenden See. Der Sturm zerrte an den Segeln auf den Rahen, Brecher schwappten über Deck, Wasser strömte über die Niedergänge. Die Piraten klammerten sich an Reling und Leinen, und drei Mann kämpften verzweifelt mit dem mannshohen Steuerrad, um das Schiff auf Kurs zu halten.
    Mila griff nach einer herumfliegenen Schot und hielt sich mit aller Kraft fest, während eiskaltes Meerwasser ihre Beine umspülte. Die Leine schnitt tief in ihre Handflächen ein, und fast hätte sie vor Schmerz geschrien. Nur nicht loslassen, dachte Mila. Nur nicht über Bord gehen!
    Langsam näherten sich einige Piraten, zogen sich an der Reling entlang auf Mila zu. Einem gelang es sogar, seinen Säbel zu ziehen. Wieder rollte ein Brecher über das Schiff, ergoss sich über die Piraten und über Mila. Das Salzwasser brannte in Milas Augen, und als sie endlich wieder klar sehen konnte, war einer der Piraten spurlos verschwunden. Weg. Über Bord gerissen. Doch die Piraten schien das wenig zu kümmern. Unerbittlich kämpften sie sich im Sturm an Mila heran.
    Sie spürte Panik in sich aufsteigen. Wohin? Verzweifelt suchte Mila einen Ausweg. Nach vorne zum Bug ... Und dann? Nein, die Want hinauf in den Mast! Aber bei diesem Sturm? Sie musste fort. Sofort, jetzt! Aber ihre Beine waren wie festgenagelt. Tu was, dachte sie, um Himmels Willen, lass dir was einfallen.
    Die Piraten hatten sie fast erreicht ...


Na ja, nicht ganz optimal, aber ausbaufähig cheezygrin

Grüße
Siegfried
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (09.09.2009, 01:15)
thumbbup Liest sich gut, Siegfried!

Gruß Thomas

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Silvia Kirschner
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Re:

von Silvia Kirschner (10.09.2009, 03:04)
DANKE für eure Beiträge!
Und besonders dir Siegfried. Ich finde deinen Text echt genial - eine Freude, ihn zu lesen. DANKE! (Was hältst du davon, wenn du mein Buch schreibst - das hört sich echt viel besser an cheezygrin thumbbup )
Ich hab mittlerweile wieder einiges umgeändert, bzw. stell ich grad nochmal mein bisher Geschriebenes auf den Kopf (bzw. in Frage). Irgendwie fehlt mir zur Zeit die Muße (oder auch Muse). blink3
Wird grad nix..
Ich dank euch nochmal von Herzen!

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (10.09.2009, 11:25)
Silvia Kirschner hat geschrieben:
Und besonders dir Siegfried. Ich finde deinen Text echt genial - eine Freude, ihn zu lesen. DANKE! (Was hältst du davon, wenn du mein Buch schreibst - das hört sich echt viel besser an cheezygrin thumbbup )


Bitte, keine Ursache! cheezygrin

Was das Schreiben deines Buches angeht ... lieber nicht. :wink:

Eigentlich war meine Variante nur gedacht als Arbeitsmaterial, warum die eine Version angeblich nicht funktioniert, die andere hingegen schon. Was also macht den Unterschied aus? Und was kann man für sein eigenes Schreiben daraus für Erkenntnisse ziehen?

Grüße
Siegfried
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