Wer weiß Rat

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


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gabrieleremscheid
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Wer weiß Rat

von gabrieleremscheid (11.09.2009, 13:26)
Wie einige von Euch sicher schon gelesen haben, war ich beim mittlerweile geschlossenen DSV unter Vertrag. Zusammen mit 96 weiteren Autoren hingen wir ein paar Tage völlig in der Luft.

Doch so langsam greift immer mehr der Gedanke den Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Und gemeinsam einen eigenen Verlag auf die Beine zu stellen. Die Planung läuft, Anfragen wegen Bedingungen und Fördergelder ebenfalls.

Doch gibt es Dinge die wir unbedingt beachten sollten? Was wäre der größte Fehler bei der Planung überhaupt etc.......

Alles was ihr denkt es könnte hilfreich sein, dürft ihr hier posten. Denn Mut, Willen und Arbeitskraft dürften wohl nicht reichen, um so ein Projekt sicher zu starten.

Lieben Gruß
Gabriele

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MiTu68
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Verlagsgründung - eine interessante Idee

von MiTu68 (11.09.2009, 13:50)
Ich finde die Idee, einen eigenen Verlag zu gründen, sehr mutig.
Habe mich vor zwanzig Jahren als es noch kein BoD gab, damit befasst, weil ich damals der Meinung war, mit meiner Diplomarbeit die Welt beglücken zu müssen. Habe es dann doch nicht gemacht.

Im Rahmen meiner Marketinganstrengungen für mein zweites Buch dieses jahr habe ich ein Buch gelesen, das sich u.a. auch mit diesem Thema (Formalien) befasst. (Titel:Kauf, mich, jetzt) Soll keine Werbung sein, einige Themen sind dort gut erläutert. Man muss sich ISBNs besorgen, bei Großländlern gelistet sein usw. Das verursacht pro Verlag und pro Buch einige Kosten. Womit es kostenmäßig wenig Sinn macht, nur ein - fünf Bücher in einem Verlag zu verlegen. Dies sind Punktte, die uns Autoren BoD abnimmt.

Das sind denke ich, Formalien. Das größte Problem im Vergleich zu BoD wird für Euch sein, daß Ihr nicht Digitaldruck nutzt. Das bedeutet, daß man eine vierstellige Auflage auf Lager nehmen muss. Zwar sind die Herstellungskosten eines Buches nur ca. 12-20 % vom Endverkaufspreis aber bei 2.500 (darunter wird es viel teurer) Büchern ist das schon eine Größenordnung, die nicht vernachlässigbar ist. Entsprechende Lagerhaltung kommt dazu, ebenso Logistik usw.

Zweites Problem - da ist mit BoD vergleichbar - ist das "Unterbringen" der Bücher im Präsenzbuchhandel. Renommierte Verlage haben hier ihre Vertreter, die es pushen. Meine Erfahrungen sind hier eher schlecht.
Pressekontakte müssten ebenfalls aufgebaut und gepflegt werden.

Um die Probleme auf drei Punkte zu bringen:
a) Liquidität
b) Logistik / Lagerhaltung
c) Marketing

Das sind auch die Gründe, weshalb Verlage Insolvenz anmelden.
Wie z.B. der Frank Festa verlag. Obwohl das Programm OK war...

Trotzdem natürlich viel Erfolg.

LG
Michael
Bei Schreibfehlern bitte an den Hersteller der Textverarbeitung wenden.
http://www.100-laender.de

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hawepe
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Re: Wer weiß Rat

von hawepe (11.09.2009, 14:41)
Hallo Gabriele,

gabrieleremscheid hat geschrieben:
Und gemeinsam einen eigenen Verlag auf die Beine zu stellen.


Und das ist bereits der Tod :-(

Schon zu zweit oder dritt ist es schwierig, aber bei noch mehr nehmen die Diskussionen kein Ende mehr. Oder es setzen sich wechselnde Mehrheiten durch, was schnell dazu führt, dass einige das Projekt ganz aktiv bekämpfen.

Wenn es um irgendein Hobby ginge, wäre es vielleicht egal, aber bei einem Verlag handelt es sich um ein Wirtschaftsunternehmen. Geld ist aber leider schneller verloren als gewonnen.

Die Planung läuft, Anfragen wegen Bedingungen und Fördergelder ebenfalls.


Der letzte Punkt spricht ebenfalls ganz massiv dagegen. Fördergelder können gut sein, wenn es sie zusätzlich gibt, aber auf ihnen lässt sich selten eine erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit aufbauen.

Doch gibt es Dinge die wir unbedingt beachten sollten? Was wäre der größte Fehler bei der Planung überhaupt etc.......


Gehe mal in die nächste größere Bibliothek und leihe dir Bücher über Unternehmensgründungen und das Verlagsgeschäft aus. Für die anderen gilt natürlich das gleiche, auch schon, um sinnlose Diskussionen über Dinge zu vermeiden, die gesetzlich vorgegeben sind.

Beste Grüße,

Heinz.

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MarleneGeselle
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Re:

von MarleneGeselle (11.09.2009, 14:45)
Hallo,

hatte nicht BoD - oder hat noch - Infomaterial für Verlage? Fragt doch da mal.

Liebe Grüße
Marlene
Es gibt kein größeres Laster als Tugend im Übermaß.
www.marlenegeselle.de

M.Hartmann

Re:

von M.Hartmann (11.09.2009, 17:37)
Einen Verlag zu gründen bedeutet mehr als nur aus der Euphorie heraus, es besser zu machen, als beispielsweise der DSV.
Es gibt jede Menge Dinge die beachtet werden müssen, wichtigster Punkt die Finanzierung auf Dauer, und nicht nur über den Zeitraum irgendwelcher Fördermittel.
Verlegte Bücher müssen sich und den Autor/In und den Verlag tragen.
Nur aus einer Laune heraus, einen Verlag gründen, ist zum Untergang geweit.

Gruß

8) Marc

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Vivanini
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Re:

von Vivanini (11.09.2009, 17:43)
Frag doch villeicht mal bei Birgit Fabich (hier im Forum) nach, sie hatte, wenn ich mich recht entsinne, auch einen Verlag gegründet.
LG Anja

www.vivanini.de Letztes Update 09.09.2009 und neuem GB

Ein Merkmal großer Menschen ist, daß sie an andere weit geringere Anforderungen stellen als an sich selbst.
Marie von Ebner-Eschenbach

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Sylvia B.
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Re:

von Sylvia B. (11.09.2009, 21:31)
edit
Zuletzt geändert von Sylvia B. am 16.09.2009, 12:18, insgesamt 1-mal geändert.

Nitram
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Re: Wer weiß Rat

von Nitram (11.09.2009, 21:36)
hawepe hat geschrieben:
Fördergelder können gut sein, wenn es sie zusätzlich gibt, aber auf ihnen lässt sich selten eine erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit aufbauen.

Und da Fördergelder fast immer an Bedingungen und Auflagen gekoppelt sind, kann das auch in eine Abhängigkeit führen.
Also, gut überlegen und abwägen!

Gruß
Nitram
Tu felix Austria - die andere Seite der Alpenrepublik - zweite Auflage
ISBN 978-3-8391-0512-2
HP: www.robert-brettschneider.com
Video: http://www.youtube.com/user/RobertBrettschneider

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gabrieleremscheid
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Re:

von gabrieleremscheid (11.09.2009, 22:05)
Ihr Lieben, vielen Dank für Euren vielen Antworten, und einige haben uns auch schon ein wenig weiter geholfen.

Ob überhaupt Insolvenz angemeldet wurde, keine Ahnung, denn der Shop soll weiter betrieben werden.

Auf meiner HP könnt ihr nach lesen warum der Verlag dicht ist. Die Drohung mit der Insolvenz kam zwar, falls wir Autoren versuchen sollten Anzeige zu machen. Aber wie gesagt nur als Drohung.

Lieben Gruß
Gabriele

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Sylvia B.
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Re:

von Sylvia B. (11.09.2009, 22:28)
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Zuletzt geändert von Sylvia B. am 16.09.2009, 12:18, insgesamt 1-mal geändert.

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hawepe
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Re:

von hawepe (11.09.2009, 22:46)
Hallo Sylvia,

Sylvia B. (Moderator) hat geschrieben:
wenn ihr euch eh untereinander kurzschließen könnt, würde ich den Gang zu einem Fachanwalt in der Situation zur Diskussion stellen.


Und was sollen sie den fragen? Wie es weitergeht? Das kann nur der Verleger verraten. Ob und wie er die Autoren und zukünftigen Autoren informiert, ist aber juristisch alleine seine Sache.

Zumindest für ein erstes Gespräch. Denn irgendetwas scheint da nicht richtig zu laufen.


Dass ein Verlag wirtschaftliche Probleme hat, ist nicht strafbar. Und auch zivilrechtlich kann man dagegen nichts unternehmen. Wäre ansonsten auch sehr praktisch, wenn man sich als Unternehmer sanieren möchte und einfach nur ein paar Kläger suchen muss.

Und es erscheint im Impressum des Verlages auch kein Hinweis auf das zuständige Amtsgericht.


Mir scheint das Impressum ausreichend zu sein. Wer anderer Meinung ist, kann es ja mit einer Abmahnung versuchen.

Also, geht los, bevor noch größerere Schaden entsteht.
Vielleicht ist ja einer von euch im Rechtschutz.


Welcher Schaden ist denn bislang entstanden? Ich sehe den noch nicht. Zudem kann nur klagen, wer Betroffener ist. Und der muss dann eben auch rechtsschutzversichert sein.

Dass sich manche menschlich sehr getroffen fühlen, ist zwar verständlich, aber rechtlich belanglos.

Beste Grüße,

Heinz.

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gabrieleremscheid
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Re:

von gabrieleremscheid (11.09.2009, 22:53)
Der Schaden der entsteht, ist für einen Teil der Autoren die dort veröffentlicht haben sehr wohl entstanden, denn sie bekommen ihre Bücher nicht raus, es sein denn sie wären in der Lage ihre komplette Restauflage zum Verkaufspreis frei zu kaufen.

Laut Auskunft Anwalt, hat der Verleger mit der Schließung des Verlages aber kein Recht mehr an den Büchern, und darf sie auch nicht weiter in seinem Shop anbieten.

Des weiteren scheinen bei einigen Werken keine korrekten ISBN angeben zu sein, weil man unter dieser völlig andere Bücher findet.

Von daher scheint da wohl einiges nicht korrekt gelaufen zu sein.

Lieben Gruß
Gabriele

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Sylvia B.
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Re:

von Sylvia B. (11.09.2009, 23:01)
edit
Zuletzt geändert von Sylvia B. am 16.09.2009, 12:19, insgesamt 1-mal geändert.

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hawepe
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Re:

von hawepe (11.09.2009, 23:17)
Hallo Gabriele,

gabrieleremscheid hat geschrieben:
Der Schaden der entsteht, ist für einen Teil der Autoren die dort veröffentlicht haben sehr wohl entstanden, denn sie bekommen ihre Bücher nicht raus, es sein denn sie wären in der Lage ihre komplette Restauflage zum Verkaufspreis frei zu kaufen.


Ich bin kein Anwalt, sondern nur juristisch interessierter Laie. Trotzdem erscheint es mir logisch, dass kein Verlag Restauflagen an die Autoren verschenkt. Und wenn der Verlag wirtschaftlich kipplig steht, könnte ihm das sogar rechtlich negativ ausgelegt werden. Immerhin zieht er damit Betriebsvermögen ab.

Laut Auskunft Anwalt, hat der Verleger mit der Schließung des Verlages aber kein Recht mehr an den Büchern, und darf sie auch nicht weiter in seinem Shop anbieten.


Ob das wirklich so eindeutig ist, weiß ich nicht. Dass der Verlag keine neuen Autoren mehr aufnimmt, heißt noch lange nicht, dass es den Verlag nicht mehr gibt. Ich habe mich vor einigen Jahren mit dieser Frage beschäftigt, weil ich gerne ein altes Buch von mir neu auflegen wollte, von dem der damalige Verlag nicht mehr zu finden ist.

Des weiteren scheinen bei einigen Werken keine korrekten ISBN angeben zu sein, weil man unter dieser völlig andere Bücher findet.


Das wäre zwar extrem ärgerlich, aber vermutlich rechtlich nicht zu ahnden. Unter Book-on-Demand-Autoren ist es ja sehr beliebt, eine ISBN für verschiedene Bücher zu benutzen, und auch unter den klassischen Verlagen gibt es schwarze Schafe. Meine Nachfrage bei der ISBN-Organisation ergab aber leider, dass dagegen strafrechtlich nicht vorzugehen ist.

Ich weiß, das ist alles sehr unbefriedigend.

Beste Grüße,

Heinz.

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gabrieleremscheid
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Re:

von gabrieleremscheid (11.09.2009, 23:22)
wenn ich auf der homepage lese verlag geschlossen siehe hier
www.donny-stieven-verlag.de

und außerdem eine email worin ich über diese tatsache informiert werde, und mir außerdem mit geteilt wird ich könnte mein manuskript ab sofort wieder anderen verlagen vorlegen, dann gehe ich doch mal davon aus das es den verlag nicht mehr gibt?

oder stehe ich dermaßen unter schock, das ich irgendetwas nicht hinter blicke?

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