Wer weiß Rat

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re:

von hawepe (11.09.2009, 23:35)
Hallo Sylvia,

Sylvia B. (Moderator) hat geschrieben:
Das Impressum ist nicht in Ordnung. Da fehlt das zuständige Amtsgericht. Die zuständige Nummer fehlt auch.


"Registernummer: In Vorbereitung"

Eine noch nicht erteilte Registernummer kann natürlich auch noch nicht angegeben werden. Dass das Registergericht fehlt, könnte vermutlich abgemahnt werden.

Wenn der Verlag allerdings Insolvenz anmeldet, bleibt man auf den Kosten für die Abmahnung sitzen und erhält natürlich auch keinen Cent Abmahngebühr. Wenn ich zu viel Geld hätte, wüsste ich viele sinnvollere Ausgabemöglichkeiten.

Dann mache dir die Mühe, ob in irgendeinem Berliner Amtsgericht dieser Verlag ordentlich geführt ist, beginne bei der Hausanschrift.


Wenn er selbst sagt, dass das Anmeldeverfahren noch läuft, gewinnt man dadurch vermutlich wenig.

Auf keinen Fall würde ich auf diese Abnahme der Restauflage eingehen.


Bloß solange diese Bücher nicht verkauft sind, können die Autoren diese Titel nicht anderweitig veröffentlichen.

Und was soll das heißen: er hat mit Insolvenz gedroht, wenn ihr ihn anzeigt? Dann zeigt ihn an. Lasst euch nicht erpressen.


Und wenn er mit einer Gegenanzeige wegen Verleumdung und Kreditschädigung antwortet?

Wenn jemand solche Töne spuckt, dann steht dem das Wasser höher als bis zum Hals.


Und dann muss man scharf schießen, damit er Insolvenz anmeldet und die Bücher in die Konkursmasse gehen und die Autoren zusehen dürfen, wie ihre Bücher vermutlich verramscht werden, damit Geld hereinkommt.

Wenn die ISBN Nummern auch nicht stimmen, dann liegt offensichtlich noch ein Betrug vor.


Die ISBN-Organisation für Deutschland sieht es offensichtlich anders.

Gib Gas, aber schnell


Aktionismus hat noch nie geholfen. Besser wäre es, sich erst einmal Gedanken darüber zu machen, was in erster Linie erreicht werden soll. Für mich wären es die Bücher oder die Nutzungsrechte, auf die ich wert legen würde.

Beste Grüße,

Heinz.

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re:

von hawepe (11.09.2009, 23:44)
Hallo Gabriele,

gabrieleremscheid hat geschrieben:
wenn ich auf der homepage lese verlag geschlossen


... ist das erst einmal eine umgangssprachliche Formulierung.

und mir außerdem mit geteilt wird ich könnte mein manuskript ab sofort wieder anderen verlagen vorlegen, dann gehe ich doch mal davon aus das es den verlag nicht mehr gibt?


Wenn du bereits einen Vertrag mit dem Verlag hast, kannst du auf Erfüllung klagen. Bloß ob du das möchtest, ist eine andere Frage. Ich hatte das Problem bei meinem Bulgarien-Reiseführer. Ich hätte sogar gewerkschaftlichen Rechtsschutz bekommen, bloß war damals bereits die Zahlungsunfähigkeit des Verlages abzusehen. Irgendein Honorar wäre wohl nicht mehr geflossen.

Wenn der Verlag keine neuen Bücher mehr veröffentlicht, heißt das eben nicht, dass er wirklich aufgelöst ist. Er kann seine Tätigkeit ohne weiteres noch mit dem Vertrieb der bereits gedruckten Bücher fortsetzen.

Beste Grüße,

Heinz.

Benutzeravatar
Sylvia B.
Beiträge: 1356
Registriert: 17.12.2008, 19:41

Re:

von Sylvia B. (12.09.2009, 03:52)
Danke Heinz für die wichtigen Informationen.

Wenn der Verlag allerdings Insolvenz anmeldet, bleibt man auf den Kosten für die Abmahnung sitzen und erhält natürlich auch keinen Cent Abmahngebühr. Wenn ich zu viel Geld hätte, wüsste ich viele sinnvollere Ausgabemöglichkeiten.


Es ist ja jetzt so, wenn z.B. ein erfolgreiche Abmahnung durchgeführt wird und der Abgemahnte nicht zahlungsfähig ist, unabhängig von einer Insolvenz, wird der Abmahner, so nenne ich das jetzt mal, als Drittschuldner zur Kasse gebeten und muss für die entstandenen Kosten aufkommen. Weißt Du, wie es sich verhält, wenn eine Rechtschutzversicherung eingeschaltet ist? Werden die Kosten dann auch von der Versicherung übernommen, sodass dieses Restrisiko abgedeckt ist?
www.forentroll.com
www.sylvia-b.de
Sylvia B. ist Mitautorin in der Schriftstellergemeinschaft

›Ein Buch lesen‹ www.ein-buch-lesen.de
#News #Literatur #Kunst www.ein-buch-lesen.com

M.Hartmann

Re:

von M.Hartmann (12.09.2009, 05:51)
Moin,

Wenn der Verlag weder im Handelsregister eingetragen, es sich um keine GmbH oder Ähnlichen handelt, bedarf es keiner Registrierung und hat demnach auch keine Nummer.
Was eine Rechtschutzversicherung betrifft, da dürfte es schwierig werden, die übernehmen auch nicht jeden Fall und dieser klingt sehr heikel.

Was die ISBN betreffen, muss man sich fragen, warum es erst jetzt auffällt, das einige nicht der Richtigkeit entsprechen. Wer Ungereimtheiten sucht wird sie wohl auch finden. Scheint nur leichter zu fallen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

Was Restbücher betrifft, so haben Autoren kein Anrecht darauf, schließlich hat der Verlag diese doch wohl aus eigener Tasche drucken lassen, daher kann er sie auch veräußern. Anders wäre es, wenn Autoren/Innen einen Zuschuß geleistet haben, was hier aber nicht genau erkennbar ist.

Zu dieser Geschichte gehören wie immer zwei Seiten, nur dass eine sich nicht äußern wird, warum auch ...

Gruß

8) Marc

Benutzeravatar
gabrieleremscheid
Beiträge: 42
Registriert: 10.09.2009, 11:57
Wohnort: Niederkrüchten

Re:

von gabrieleremscheid (12.09.2009, 08:39)
Marc?

Wie sähe es denn aus wenn die Autoren bezahlt hätten, wie es bei einigen geschehen ist, die ganz zu Beginn in den Verlag eingestiegen sind?

Lieben Gruß
Gabriele

Ursula Prem (Moderator)

Re: Wer weiß Rat

von Ursula Prem (Moderator) (12.09.2009, 09:21)
gabrieleremscheid hat geschrieben:
Wie einige von Euch sicher schon gelesen haben, war ich beim mittlerweile geschlossenen DSV unter Vertrag. Zusammen mit 96 weiteren Autoren hingen wir ein paar Tage völlig in der Luft.

Doch so langsam greift immer mehr der Gedanke den Sprung ins kalte Wasser zu wagen. Und gemeinsam einen eigenen Verlag auf die Beine zu stellen. Die Planung läuft, Anfragen wegen Bedingungen und Fördergelder ebenfalls.

Doch gibt es Dinge die wir unbedingt beachten sollten? Was wäre der größte Fehler bei der Planung überhaupt etc.......

Alles was ihr denkt es könnte hilfreich sein, dürft ihr hier posten. Denn Mut, Willen und Arbeitskraft dürften wohl nicht reichen, um so ein Projekt sicher zu starten.

Lieben Gruß
Gabriele


Hallo Gabriele,

schade, wie das mit Eurem Verlag gelaufen ist. :-(
Dass Ihr nun darüber nachdenkt, Euren eigenen Verlag zu gründen, das kann ich gut verstehen.
Meines Erachtens wäre der größte Fehler, den Ihr dabei machen könntet, wenn 96 Leute gleichberechtigt zusammenarbeiten sollen. Die ganze Unternehmung braucht m.E. auf jeden Fall einen "Kopf", der auch alleine entscheidungsberechtigt ist. Sonst verliert Ihr Euch in Endlosdiskussionen, und die Unternehmung endet in heillosem Streit.
Dies schließt ja nicht aus, dass der/die Betreffende viele Aufgaben delegiert.
Bitte überlegt Euch gut, ob Ihr eine solche Person in Eurer Mitte habt: Jemand, der, ausgestattet mit unternehmerischem Denken, die Sache beherzt anpacken und dies auch hauptberuflich durchziehen würde.

Also wenn mir sowas mit einem Verlag passiert wäre, ich würde das Buch einfach über BoD neu veröffentlichen. Mit einem Verlagsbetrieb würde ich mich wohl nicht belasten. Ist aber nur meine persönliche Meinung.

Alles Gute für Dich und Dein Buch und LG,

Ursula

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re:

von hawepe (12.09.2009, 12:41)
Hallo Gabriele,

gabrieleremscheid hat geschrieben:
Wie sähe es denn aus wenn die Autoren bezahlt hätten, wie es bei einigen geschehen ist, die ganz zu Beginn in den Verlag eingestiegen sind?


Dann wird es eine spannende Frage. Vermutlich bekommen sie pro verkauftem Buch nur einen Teil des Verkaufserlöses. Dann haben sie nach meinem Verständnis natürlich keinen Anspruch auf kostenlose Überlassung der Restauflage.

M.Hartmann hat geschrieben:
Was eine Rechtschutzversicherung betrifft, da dürfte es schwierig werden, die übernehmen auch nicht jeden Fall und dieser klingt sehr heikel.


Vor allem handelt es sich aber um eine geschäftliche Beziehung, aus der sich Forderungen herleiten könnten. Und die sind bei einer Privat-/Familienrechtsschutzversicherung für gewöhnlich ausgeschlossen.

Beste Grüße,

Heinz.

Zurück zu „Self-Publishing“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.