Der falsche Bruder

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Etel
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Der falsche Bruder

von Etel (18.09.2009, 12:20)
Titel: Der falsche Bruder


Inhalt:

Akten an sich und ging mit gesenktem Kopf weiter. Wenn das nur alles gewesen wäre, aber nein! Egal, was sie die nächsten Tage auch machte, diese braune Augen gingen ihr nicht aus dem Kopf und sie musste immer wieder an ihn denken.
Bei fast allen Mitarbeitern, die fest angestellt waren, erkun-digte sie sich unauffällig nach dem jungen Mann, ob er hier in der Redaktion bekannt wäre. Aber es kam von überall ein „Nein“.
Zwei Tage später hatte sie bei einem frei mitarbeitenden Kollegen Glück.
Er hatte den Architekten in die Redaktion bestellt, um sich die Baupläne für seine neue Garage zeigen zu lassen.
Daher war es ihr leicht, die Telefonnummer von ihm zu bekommen.
Nach langem Überlegen, was sie ihm sagen sollte, war eine Einladung zum Kaffeetrinken als nochmaliges Entschuldigen die beste Lösung, um ihn wieder zu treffen.
Allen Mut, den sie hatte, nahm sie zusammen und rief ihn an.
Er war damals ganz schön überrascht, als sie bei ihm anrief, weil er die Sache schon lange vergessen hatte. Aber er nahm die Einladung an.
Es folgten in Abständen noch weitere Verabredungen und es dauerte auch nicht lange, da sahen sie sich fast jeden Tag.
Seit dieser Zeit sind sie unzertrennlich und eine tiefe, innige Liebe begann. Eine Liebe wie im Märchen, sagte Susanne immer wieder. Er ist meine große Liebe, mein Beschützer, mein Freund, zu dem ich immer gehen kann, wenn es mir nicht gut geht. Ein Freund, der immer für mich da ist, wenn ich ihn brauche. Eine starke Schulter an meiner Seite, wo ich mich immer anlehnen kann.
Er ist in allem meine große Liebe und wird es immer bleiben! Sie konnte sich ein Leben ohne Frank nicht mehr vorstellen.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als das Telefon klingelte.
Auch wenn es ihr nicht so recht war jetzt, ging sie mit einem Lächeln ins Wohnzimmer und nahm den Hörer ab.
„He Susanne, kommst du heute nicht zur Arbeit? Ich habe etwas ganz Spannendes für dich. Geldtransporter entführt, mit Geiselnahme … na, ist das nichts?“
„Ach Heinrich, du bist es. Hört sich wirklich spannend an. Na klar, ich komme sofort, bis gleich!“, und legte rasch den Hörer auf.
Na toll, dachte sie sich. Das war’s dann mit dem, ich bleibe heute mal daheim.
Was soll’s, hätte mir eh nicht gefallen.
Sie machte sich rasch fertig, trank noch ihren Kaffee dabei schnell leer, nahm ihre Tasche und verließ die Wohnung.
Heinrich war der Chefreporter und sie wusste, wenn es nicht wichtig gewesen wäre, hätte er sie nicht angerufen. Noch nicht einmal wegen der Sache, die sie ihm fertig machen sollte.
Es gab ja noch andere Reporter, aber die wirklich guten Sachen bekam meistens sie. Susanne hatte die Begabung, aus einer nicht interessanten Story einen spannenden Artikel zu schreiben.
Ihr Auto stand ein paar Häuser weiter auf der anderen Straßenseite, weil vor ihrer Wohnung wieder kein Parkplatz frei war. Das war auch immer so eine Sache, nie hatte sie Glück, direkt vor dem Haus parken zu können.
Was für eine Nebelwand, dachte sie sich. Wirklich so ein Tag, an dem man am liebsten zu Hause bleiben würde.
Noch etwas zerstreut und in der Tasche nach dem Schlüssel wühlend, achtete sie nicht auf die Straße. Sie überquerte sie, ohne zu schauen … und da passierte es …
Sie sah den dunklen Wagen nicht, der auch mit etwas zu hoher Geschwindigkeit auf sie zufuhr.
Es war zu spät zum Ausweichen. Die Bremsen quietschten, Susanne schrie auf. Der Wagen erfasste sie. Sie flog im hohen Bogen durch die Luft und prallte auf den harten Boden auf.
Blutend und schwer verletzt lag sie am Straßenrand und rührte sich nicht mehr.
Einige Passanten, die sich zur Zeit auf der Straße befanden, liefen zu ihr hin, um zu helfen. Einige standen auch nur herum und wussten nicht, was sie tun sollten. Einige standen sogar unter Schock.
„Schnell, einen Krankenwagen“, rief ein älterer Mann, „kann jemand einen Krankenwagen rufen, ich glaube, sie lebt noch!“
Er kniete neben Susanne und prüfte ihren Puls, zog seine dicke Jacke aus und deckte sie damit zu.
„Keine Angst, Fräulein, es kommt gleich Hilfe! Können sie mich hören? Fräulein, halten sie bitte durch, bis der Notarzt da ist, bitte!“
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Etel
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Re:

von Etel (18.09.2009, 12:27)
ich hoffe, der zweite anlauf nach überarbeitung klappt besser.......ich bitte um kritik, lob und alles was dazu gehört

werde dankend alles annehmen, ich will ja noch lernen :wink:
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chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (18.09.2009, 13:51)
Hi Etel. Erstmal finde ich die Geschichte gut, die Dialoge wirken lebensecht. Ich habe einen Teil umgeschrieben, weil mir diese Art der "Kritik" am besten liegt. Den ganzen umzuschreiben - da bin ich aber zu faul. Versteht sich, dass meine Variante nicht den Anspruch erhebt "besser" zu sein. Weiterhin ist mein Vorschlag natürlich sicher verbesserungswürdig. Wie gesagt, ist nur ein Vorschlag, den Du in der Gänze oder in Teilen prüfen, annehmen oder verwerfen magst.


Wenn das nur alles gewesen wäre, aber nein! Was sie die nächsten Tage auch tat,
wie sehr sie sich auch abzulenken versuchte, diese braunen Augen gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf, immer wieder musste sie an den jungen Architekten denken. Bei fast allen Mitarbeitern erkundigte sie sich, ob er in der Redaktion bekannt sei - vergeblich. Beinahe hätte sie die Hoffnung aufgegeben, da erfuhr sie einige Tage später bei einem zufällig mitgehörten Gespräch, dass ein Kollege den Architekten in die Redaktion bestellt hatte, um sich die Baupläne für seine neue Garage zeigen zu lassen.


Uff, das wars fürs erste.

LG,

Chnuppi

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elisa
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Re:

von elisa (18.09.2009, 14:41)
Liebe Etel,
ich denke in der Bearbeitung von Chnuppesaager kommt gut zum Ausdruck, wo es hakt in deinem Text.
Er hat lange Nebensätze verändert und durch kurze knappe ersetzt. Das kann das Tempo einer Geschichte positiv verändern und mehr Spannung erzeugen. Dasselbe gilt für einzelne Worte. Wenn du dir deinen Text daraufhin ansiehst, findest du vielleicht Worte, auf die du verzichten kannst, ohne wichtige Handlungsabläufe zu behindern.

Den ganzen Text zu bearbeiten hab ich auch keine Zeit, aber ich greife mal exemplarisch einen Absatz heraus, um zu verdeutlichen, was ich meine.

du schreibst:

Bei fast allen Mitarbeitern, die fest angestellt waren, (ist es wichtig für die Geschichte ob die fest angestellt waren?)erkun-digte sie sich unauffällig nach dem jungen Mann, ob er hier in der Redaktion bekannt wäre. (das ist eine Doppelinfo, reicht es nicht, wenn da steht, dass sie sich erkundigte?) Aber es kam von überall ein „Nein“. (braucht der Leser die Info? Das "Nein" ergibt sich daraus, das sie zwei Tage weiter fragt denke ich)
Zwei Tage später hatte sie bei einem frei mitarbeitenden Kollegen Glück.
Er hatte den Architekten in die Redaktion bestellt, um sich die Baupläne für seine neue Garage zeigen zu lassen. (ist die Info, dass er sich einen Architekten bestellt hatte für den weiteren Verlauf der Geschichte ausschlaggebend? Falls ja, lässt sie sich später noch einbinden?)
Daher war es ihr leicht, die Telefonnummer von ihm zu bekommen.
Nach langem Überlegen, was sie ihm sagen sollte, war eine Einladung zum Kaffeetrinken als nochmaliges Entschuldigen die beste Lösung, um ihn wieder zu treffen. (das ist sehr umständlich formuliert. Du könntest es auch auflockern durch wörtliche Gedanken der Protagonistin, also z.B. "Was nun", hatte sie sich gefragt, "was sag ich ihm, wenn ich ihn an der Strippe habe? Hoffentlich krieg ich überhaupt einen Ton heraus". Ihre Gedanken liefen nervös im Kreis, bis sie schließlich entschieden hatte, ihn zum Kaffee einzuladen, um sich noch einmal zu entschuldigen. Ein paarmal hatte sie die Nummer gewählt, nur um nach den ersten Ziffern wieder aufzulegen, bis sie endlich den Mut fand, es läuten zu lassen. Er hatte die Einladung damals angenommen........usw.

ich glaube, dass es für Leser wichtig ist, den Gefühlen der Personen folgen zu können, dass der Autor also das reine Erzählen ergänzt durch Einschübe, die Gefühle und Eindrücke erzeugen. Man versteht zwar, was es heisst, allen Mur zusammen zu nehmen, aber es ist plastischer, wenn ein Autor den Ablauf des Mut fassens nachfühlt.

Sind nur so Gedanken, hoffe, du kannst damit etwas anfangen und fühlst dich nicht angegriffen.

LG
Elisa
Paco de Lucia konnte keine Noten

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Christoph S.
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Re:

von Christoph S. (18.09.2009, 14:48)
Hallo Etel,
klingt spannend, ist auch lebendig geschrieben.
Du hast allerdings einen Zeitfehler drin: Wenn jemand sich in der Vergangenheit (Haupthandlung) an etwas erinnert, was für ihn in der Vergangenheit liegt, ist Plusquamperfekt angesagt.
Da du in der Erinnerungspassage eine Entwicklung beschreibst, die bis in die Zeit der Handlung hinbeinreicht, kannst du erst am Ende dieses Erzählstranges in der Vergangenheit ankommen... klar?

Im Klartext:

Egal, was sie die nächsten Tage auch (machte) getan hatte, diese braune Augen (gingen ihr nicht aus dem Kopf) waren ihr nicht aus dem Kopf gegangen und sie (musste immer wieder an ihn denken). hatte immer an ihn denken müssen
Bei fast allen Mitarbeitern, (die fest angestellt waren,) (erkun-digte sie sich unauffällig) hatte sie sich unauffällig...erkundigt nach dem jungen Mann, ob er hier in der Redaktion bekannt wäre. Aber es (kam von überall ein „Nein“). war von überall ein "Nein" gekommen
(Zwei Tage später) Erst nach zwei Tagen hatte sie bei einem frei mitarbeitenden Kollegen Glück. gehabt
Er hatte den Architekten in die Redaktion bestellt, um sich die Baupläne für seine neue Garage zeigen zu lassen.
Daher war es ihr leicht, gewesen die Telefonnummer von ihm zu bekommen.
Nach langem Überlegen, (was sie ihm sagen sollte, war eine Einladung zum Kaffeetrinken als nochmaliges Entschuldigen die beste Lösung, um ihn wieder zu treffen). ...was sie ihm sagen sollte, war sie auf die Idee gekommen, ihn zum Kaffetrinken einzuladen, um sich noch einmal bei ihm zu entschuldigen(Allen Mut, den sie hatte, nahm sie zusammen und rief ihn an). Sie hatte all' ihren Mut zusammengenommen und ihn angerufen
Er war (damals) ganz schön überrascht gewesen, (als sie bei ihm anrief), weil er die Sache schon lange vergessen hatte. Aber er (nahm die Einladung an). hatte die Einladung angenommen
Es folgten (in Abständen noch) weitere Verabredungen und es dauerte auch nicht lange, da sahen sie sich fast jeden Tag.
Seit dieser Zeit (sind) waren sie unzertrennlich und eine tiefe, innige Liebe (begann) hatte sich entwickelt. Eine Liebe wie im Märchen, sagte Susanne immer wieder. (Wir sind jetzt in der zeit der Erzählung angekommen): "Er ist meine große Liebe, mein Beschützer, mein Freund, zu dem ich immer gehen kann, wenn es mir nicht gut geht. Ein Freund, der immer für mich da ist, wenn ich ihn brauche. Eine starke Schulter an meiner Seite, wo ich mich immer anlehnen kann. Er ist in allem meine große Liebe und wird es immer bleiben!"
Sie konnte sich ein Leben ohne Frank nicht mehr vorstellen.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als das Telefon klingelte.


Die gelb gekennzeichneten Teile würde ICH weglassen.

Und noch ein paar Anmerkungen:

Heinrich war der Chefreporter und sie wusste, wenn es nicht wichtig gewesen wäre, hätte er sie nicht angerufen. Noch nicht einmal wegen der Sache, die sie ihm fertig machen sollte. (Weiß man welche Sache das ist? Sonst musst du das erklären "Noch nicht einmal wegen des wichtigen Beitrags, dessen Abgabetermin näher rückte" oder so)

Es gab ja noch andere Reporter, aber die wirklich guten Sachen bekam meistens sie. Susanne hatte die Begabung, aus einer nicht interessanten Story einen spannenden Artikel zu schreiben. (Schöner vielleicht: " Über eine unspektakuläre Geschichte einen spannenden Artikel zu schreiben, oder: aus Alltäglichkeiten eine spannende Story zu machen...")

Ach ja, und dass Susanne blutend am Straßenrand liegt, kann der objektive Beobachter sehen, nicht aber dass sie schwer verletzt ist. Wie wärs mit "reglos und blutüberströmt"? ("Show, don't tell")
Und dass die Passanten auf der Straße sind versteht sich auch von alleine.

Bitte betrachte dies als konstruktive Kritik und Hilfestellung, nicht als Korrektur! Ich hab auch extra nicht in rot geschrieben...

Viel Spaß beim Schreiben
Christoph
He either fears his fate too much,
Or his deserts are small,
That puts it not unto the touch,
To win or lose it all.
(Montrose) - www.montrose-de.net

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Etel
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Re:

von Etel (18.09.2009, 15:45)
wow... :roll: seit ihr gut!!! :roll:

erst einmal dankeschön für die vorschläge und eure mühe, mir zu zeigen wie es besser werden könnte.....ich glaube jetzt habe ich auch begriffen, wie so eine geschichte geschrieben werden soll, worauf es ankommt.....

ich sagte ja, ich muss noch viel lernen :cry:

beim nächsten mal werde ich euch löchern, bis ich ein perfektes buch fertig habe cheezygrin
auch freue ich mich darüber, dass ihr die geschichte an sich gut findet

grüßle
etel
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elisa
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Re:

von elisa (18.09.2009, 16:59)
viel Spaß beim Lernen und beim Löchern. zwinker::
elisa
Paco de Lucia konnte keine Noten

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