Schlechte Presse – was meint Ihr dazu?

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Ina L. Paulsen
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Schlechte Presse – was meint Ihr dazu?

von Ina L. Paulsen (06.10.2009, 15:46)
Hallo liebe Forums-Gemeinde!

Ich habe mittels der Dienste von BoD zwei Bücher im Bereich Belletristik veröffentlicht. Für beide Werke habe ich den BoD-Tarif Classic gewählt und war insgesamt recht zufrieden.

Damit ich wenigstens die Unkosten für dieses Hobby wieder rein bekomme, mache ich auch Werbung für meine Bücher.

Dazu habe ich u.a. die lokale Tageszeitung angesprochen, die im Januar eine, wie ich finde, durchaus positive Rezension meines ersten Buches gedruckt hat.

Über die Presse zu meinem zweiten Buch habe ich mich nicht mehr so gefreut. Zu diesem Buch hat die zuständiger Redakteurin entgegen vorheriger Ankündigung und trotz eines Rezensionsexemplars keine Rezension veröffentlicht. Statt dessen wurden meine beiden Bücher unter der Rubrik „MEIN NEUES BUCH“ nur erwähnt, wobei weder ISBN noch Bezugsqeullen angegeben wurden. Diese Angaben wurden auf der Seite „Bücher“ im Nordbayerischen Kurier vom 5./6.9 2009 nur bei Büchern von BoD weg gelassen.

Als unverschämt habe ich persönlich den über der ganzen Seite stehenden Titel empfunden, der da lautete: „Es wird viel Schrott veröffentlicht“ Unterhalb dieses Titels wurde dann auch noch u.a. geschrieben, „...Eitelkeit der Autoren
wächst hier ein Markt, der einen Strom an ungezählten Büchern in das...Meer an Veröffentlichungen leitet. In den Buchhandlungen landen allerdings die wenigsten der Bücher von Books on Demand und Co. Denn anders als bei herkömmlichen Verlagen trägt der Handel das Risiko.“

Wer den ganzen Artikel mit den teilweise sachlich falschen Angaben zu Book on Demand lesen will, kann das hier tun:
http://www.nordbayerischer-kurier.de/na ... ails_8.htm

Ich habe auch BoD auf den Artikel hingewiesen und war über die schnelle Reaktion angenehm überrascht. Frau Nielsen (BoD-Pressesprecherin) hat uns angerufen, um uns mitzuteilen, dass man solche Darstellungen bei BoD durchaus kennt, aber leider nichts dagegen unternehmen kann, weil „Books on Demand“ nicht nur für die Firma BoD steht, sondern auch für die Drucktechnik ganz allgemein.

Jetzt sind wir neugierig auf Eure Meinung zu dem oben genannten Zeitungsartikel. Auch andere Erfahrungsberichte zu dem Thema Rezensionen und Remittenden würden uns sehr interessieren.

Gruß
Ina
Dateianhänge
Bücher aus Nordbayerischer Kurier.jpg
Danke für Eure Antworten - als Ergänzung lande ich ein Bild der angesprochenen Zeitungsseite hoch
Zuletzt geändert von Ina L. Paulsen am 06.10.2009, 17:39, insgesamt 1-mal geändert.

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hawepe
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Re:

von hawepe (06.10.2009, 16:05)
Hallo Ina,

auch wenn ich mich gleich wieder sehr unbeliebt machen werde, der Beitrag beschreibt die Situation doch recht gut. Warum florieren denn die DKZV? Und warum klagen viele bei DKZV oder book on demand veröffentlichende Autoren über nahezu unverkäufliche Bücher? Nutze einfach mal auf Amazon die vielfach angebotene Search-Inside-Funktion - und du bekommst hoffentlich einen Schreck.

Beste Grüße,

Heinz.

Benny
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Re:

von Benny (06.10.2009, 16:37)
*grins* da muss ich dem Heinz ausnahmsweise mal direkt Recht geben.
Aber wenn ich ehrlich bin, selbst negative Presse ist besser als gar keine,
denn es werden sich immer Leute finden die sich ihr eigenes Bild von dem dort behandelten Buch machen wollen. Und ich würd mich manchmal sogar freuen wenn irgend ne Zeitschrift eines meiner Bücher zerreißen würde, denn so wäre ich schließlich im Gespräch (was bei meinen Büchern eh unwahrscheinlich ist, da die nur für nen speziellen Personenkreis von Interesse sind).

Aber ich hab vor kurzem auch von einem Leser meiner Bücher gehört, wie er in einer Buchhandlung in München, bei dem Versuch sich dort eines meiner BoD Bücher zu bestellen, eine Abfuhr erhalten hat (..BoD Bücher.. zuviel Arbeit.. lohnt sich nicht usw.) und sich das dann in einer anderen Buchhandlung bestellen musste (was dort aber problemlos ging).

Von daher, über schlechte Presse würde ich mich nicht aufregen, ändern kannst du daran eh nichts.

gruß Benny ;)

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (06.10.2009, 16:38)
Hallo Ina,
leider kann ich in der Datei nur den Artikel, nicht aber den Hinweis auf dein Buch entdecken (was mache ich da falsch?).
Jedenfalls kann ich so nicht beurteilen, ob zwischen dem Artikel und dem Hinweis auf dein Buch ein (konstruierbarer) Zusammenhang besteht.

Ich würde es mal positiv sehen: eine Erwähnung des Buchs ist besser als keine Erwähnung.

Richtig ist nun mal, dass JEDER bei BoD ALLES veröffentlichen kann.
Dies führt leider auch für gute Autoren zu Vorurteilen. Ein Urteil über DEINE Bücher kann sich nur erlauben, wer sie gelesen hat.

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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AmberStuart
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Re:

von AmberStuart (06.10.2009, 18:51)
Autsch!
Der Artikel schmerzt zwar,
aber er ist sachlich und realistisch geschrieben...

LG, Amber

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (06.10.2009, 18:58)
Nachdem ich nun - dank der besseren Einstellung hier - die gesamt Seite angeschauen konnte, muss ich sagen, dass optisch ein eindeutiger Schnitt zwischen dem "Negativ"artikel und den vorgestellten Büchern besteht.
Schließlich wird da auch Schätzings Buch präsentiert, und das ist doch eine "erlauchte Gesellschaft" - daher: negativ sehe ich da für dich nichts. Schade nur, dass außer der kurzen Zusammenfassung keine explizite Leseempfehlung da steht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Leser sich nun mehr für dein Buch interessieren werden.

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

xenia

Re:

von xenia (06.10.2009, 21:39)
AmberStuart hat geschrieben:
Autsch!
Der Artikel schmerzt zwar,
aber er ist sachlich und realistisch geschrieben...

LG, Amber


Vor allem entspricht er den Tatsachen - wenn`s auch weh tut. Wer beim ALDI einkauft, braucht sich nicht zu wundern, wenn er mit seiner Einkaufstüte in der Hand nicht ins First-Class-Restaurant kommt. blink3

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Claire
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Re:

von Claire (06.10.2009, 22:16)
Liebe Ina,

das Thema kennen alle, die schon länger dabei sind. Manche Veröffentlichungen wurden hier auch schon fürchterlich verrissen. Aber nicht nur Demand-Autoren sind schlecht - Verlags-Autoren können teilweise auch unter aller Sau sein, aber da macht es nichts, weil sie prominent sind oder sonst etwas.
Aber auch echte Verlage können in der Diskussion stehen, zumindest wegen ihrer Feigheit. Ich weiß nicht, ob ihr die Diskussion um das "Ehren-Mord"-Buch mitbekommen habt. :twisted:
LG Claudia
Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren.

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Bender
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Re:

von Bender (06.10.2009, 22:32)
ich arbeite bei der zeitung

zwischen dem aufmacher -schrott

und der mini-buch-besprechung deines werkes besteht kein zusammenhang

du hast keine schlechte presse bekommen. die vom kurier (ich kenne se ja sporadisch) waren so nett haben nen inhalt deines buches + hinweis auf dein erstes werk abgedruckt

du hast n erfolg als BODler in in der tagespresse geschafft
und bezeichnest dich als opfer schlechter presse.

schön dass es den kollegen im norden genauso geht wie uns hier. die presse is immer schuld, selbst wenn mans gut meint

deine beschwerde/aufregung kann ich absolut nicht nachvollziehen

freu dich

der
Bender

xenia

Re:

von xenia (06.10.2009, 22:52)
Aber auch echte Verlage können in der Diskussion stehen, zumindest wegen ihrer Feigheit. Ich weiß nicht, ob ihr die Diskussion um das "Ehren-Mord"-Buch mitbekommen habt.


Feigheit, nur weil die Autorin sich weigert, EINEN(!) Satz zu ändern? :shock:: Nein, da gebe ich dem Verleger Recht, denn er steht in der Schusslinie von Verrückten und es ist sein gutes Recht, sich und die Familie zu schützen - selbst wenn`s nach außen so aussehen mag, als wäre er feige und würde sich dem Terror beugen.

Lieber ein paar Minuten feig, als ein Leben lang tot.

Und die werte Kollegin kann ja ihr Werk jetzt bei einem Dienstleister herausbringen. Da ist sie in der Verantwortung und ich bin gespannt darauf, wie sie reagieren wird, wenn keiner mehr da ist, der sie schützt ...
dozey:

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hawepe
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Re:

von hawepe (06.10.2009, 23:05)
Hallo Bender,

Bender hat geschrieben:
schön dass es den kollegen im norden genauso geht wie uns hier. die presse is immer schuld, selbst wenn mans gut meint


Und die Konsequenz? Man überlegt sich als Redakteur beim nächsten Mal, ob sich der Ärger wirklich lohnt und geht lieber auf Nummer sicher. Verlage sind nämlich ganz verrückt nach Buchvorstellungen. Natürlich mögen sie auch lieber ausführliche Vorstellungen, aber eine Kurzvorstellung ist immer noch besser als keine Vorstellung.

Beste Grüße,

Heinz.

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Bender
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Re:

von Bender (07.10.2009, 12:19)
Hi Heinz,

ja wenn die Leute wüßten, welche Schwemme an Büchern oft reinkommt und wenn der Redakteur sich dann entscheidet, zwischen Bestsellern bekannter verlage ein BOD-Buch auszuwählen für die Literatur/Kulturseite, hat man einen großen Erfolg eingefahren - als nicht-mainstream Autor

und wie du richtig bemerkst: die kanppe Vorstellung ist kostenlose Werbung für die Autorin - die Vorstellung ist wertungsfrei und überlässt es dem leser das buch zu kaufen.

mal ehrlich, wie viele leute gehen in die buchhandlung und kennen nur autor namen "das ist der, die liebesgeschichten schreibt..habt ihr von dem engländer das neuste da?" oder " ich weiss nicht wie die autorin heisst, der titel ist "Grüze ist grün oder rot" und zack der buchhändler hat dein werk. also auch hier dem armen redakteur vom kurier schlechte presse zu unterstellen, finde ich nicht fair.

deswegen. freu dich über deinen erfolg, du bist in der Lokalpresse gelandet. für einen BOD-Autor der erste Schritt nach oben. gratuliere

der
Bender

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Ina L. Paulsen
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Re:

von Ina L. Paulsen (07.10.2009, 20:06)
Hallo an alle in der Runde
und vielen Dank für die interessanten Beiträge.

Ich möchte auch noch mal meine Meinung kund tun und versuchen, deutlich zu machen, worum es mir geht.

Ich befürchte, ich habe mein Thema nicht präzise genug formuliert – ich hätte besser schreiben sollen „Schlechte Presse für BoD“.

@Bender:
ich empfinde mich keineswegs als „Opfer schlechter Presse“, da waren meine Ausführungen wohl missverständlich. Meine „Aufregung“ bezüglich der Worte zu meinen Büchern kommt lediglich daher, dass ich aufgrund mehrerer durchaus guter Gespräche mit der Redakteurin davon ausgegangen bin, dass eine Rezension erscheinen wird.

Natürlich freue ich mich, dass meine beiden Bücher durch diesen Artikel einer großen Leserschaft bekannt gemacht wurden und ich empfinde das, was über mein Buch geschrieben wurde keinesfalls als „schlechte Presse“. Bezüglich meines Buches hätte es mir nur noch besser gefallen, wenn dieser Text nicht auf der selben Seite mit einem kritischen Artikel zu Books on Demand und Kaufverlagen erschienen wäre. Schade finde ich auch, dass bei den Artikeln über die BoD-Bücher kein „Verlag“ und keine ISBN angegeben wurde. Mittlerweile denke ich mir aber, dass die Redakteurin dies möglicherweise deshalb weg gelassen hat, um keinen Zusammenhang zum kritischen Artikel herzustellen.

Ich denke, dass nicht die auf der Seite angesprochenen Bücher die schlechte Presse bekommen haben, sonder „BoD und Co“. An dem Artikel „Es wird viel Schrott veröffentlicht“ stört mich vor allem dass dort ein mal mehr behauptet wird, BoD-Bücher seinen nicht remissionsfähig, obwohl . Die Redakteurin verlässt sich dabei scheinbar voll auf die Aussagen des im Text zitierten Buchhändlers und hat sich nicht die Mühe gemacht, diese Aussage zu prüfen. Hätte man im Rahmen der journalistischen Arbeit einfach nur „BoD remissionsfähig“ bei Google eingegeben, wäre schon durch den ersten Treffer klar gewesen, dass BoD-Titel wieder an Buchgroßhändler zurückgegeben werden können ( http://lmgtfy.com/?q=Bod+remissionsf%C3%A4hig ).

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PvO
Beiträge: 854
Registriert: 21.10.2007, 09:50
Wohnort: Ostseebad Prerow

Re:

von PvO (09.10.2009, 08:28)
Wer beim ALDI einkauft, braucht sich nicht zu wundern, wenn er mit seiner Einkaufstüte in der Hand nicht ins First-Class-Restaurant kommt.

Lange nicht mehr so ein Schwachsinn gelesen.

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (10.10.2009, 18:41)
Aus meiner Sicht:

Es gibt zwei Arten der "Berichterstattung" über Buch-Neuerscheinungen.

Auf den Lokal- bzw. Regionalseiten werden zumeist der Autor und sein Werk vorgestellt, ohne dass eine fachlich fundierte "Kritik" über den Romaninhalt darin vorkommt. Es sind dies überwiegend Tages- und Wochenblätter mit einem beschränkten Verbreitungsgrad. Von Kontakten zu den Redakteuren oder freien Mitarbeitern dieser Zeitungen kann sehr wohl auch ein BoD-Autor profitieren.

Bei den überregionalen Zeitungen mit eigenem Literatur-Teil ist das Un-
terkommen eines BoD-Autors tatsächlich eine Rarität. Wenn man bedenkt, wie viele Rezensionsexemplare allein von den marktbeherr-
schenden Großverlagen in die Redaktionen "flattern", darf es einen
nicht wundern, wenn selbst seriöse Kleinverlage es schwer haben, mit
ihren Produktionen das Licht einer breiteren Öffentlichkeit zu erlangen.

Es Redakteuren oder freien Mitarbeitern "vorschreiben" zu wollen, wie
sie ihre für den Druck vorgesehenen Beiträge zu formulieren haben,
ist ohnehin sinn- und daher zwecklos.

Sich über einen negativ ausgefallenen Bericht zu ärgern, bringt über-
haupt nichts. Auch wohlmeinende "Kritiker" können sich irren... :wink:

Gruß aus der Steiermark von einem,
der u. a. auch über Autoren und deren Bücher berichtet.

Hans
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