Lächerlich?

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Dilletant
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Lächerlich?

von Dilletant (16.09.2009, 23:56)
Ich habe zu zwei Kurzgeschichten von BoD ein Probelektorat erhalten. Die eine wurde in zweieinhalb Zeilchen für gut erklärt, die andere eine halbe Seite lang geschmäht und mir geraten, ich solle mich nicht lächerlich machen.

Ich möchte hier den Anfang der Titelgeschichte meines Buchprojekts vorstellen. Sollte auch der einen Verriss wert sein - immer her damit. Es würde mich davon abhalten, Unsummen für eine sinnlose Veröffentlichung auszugeben. Mein Dank gilt also schon im voraus allen "Reißwölfen und -wölfinnen".

STRANDGUT
Längst habe ich aufgehört, die immer gleichen Tage zu zählen, dem nie sich ändernden Weg noch Beachtung zu schenken. Ich gehe ihn nicht um seinetwillen. Durch öde Straßen, an halb zerstörten Häusern vorüber, führt er mich hinunter zum Meer.

Wer aber den Weg zum ersten Mal ginge - nun, selbst das Entsetzlichste dieser Welt verliert die Kraft zu erschrecken, wenn es sich in all seinen furchtbaren Einzelheiten gezeigt hat.
Der Schreck entfaltet seine ganze Gewalt in einem einzigen Augenblick. Er kann dich töten. Überlebst du, hallt sein Echo noch lange in Angstträumen wider. Nach und nach aber wird es schwächer. Narbenschmerzen einer alten Wunde.
Der Schreck verwundet. Das Grauen vergiftet. Es schlägt nicht plötzlich seine Krallen in dein Herz wie ein Raubvogel. Langsam, zuerst nur als schwaches Unbehagen, schleicht es sich in dein Bewusstsein, wo seine bald schon monströse Gegenwart Stück um Stück alles andere verdrängt. Am Ende beherrscht es dein ganzes Denken und Fühlen. Verzweifelt suchst du das Unfassbare in einen Begriff zu zwingen. Es nimmt dir fast die Kraft zum Leben, während dein Intellekt ruhelos und vergeblich, die ihm gesetzten Grenzen sprengen will. Eine Angst, schlimmer als der Tod, flößt dir die Gewissheit ein, dass etwas - noch - vor deinen Sinnen verborgen bleibt, dessen Enthüllung dich in den Abgrund des Wahnsinns stürzen würde.
So unumschränkt versucht das Grauen in dieser verwüsteten Welt von mir Besitz zu ergreifen.

Es gibt keine Veränderung hier seit jener letzten, plötzlichen, nie begriffenen. Seit der nie überwundenen, nie vollendeten Zerstörung, dem Un-heil. Weder Mensch noch Natur erobern das ihnen Entrissene zurück. Stillstand. Ausgelöscht, ja ausgelöscht ist alles hier. Ein unverwesbarer Leichnam. Und ich ein Teil davon.

Und doch hat diese Welt mich nicht ganz töten können. Hoffnung - solange die Hoffnung in mir sich der Verzweiflung entgegenstämmt, die dieses Nichtsein stumm aber unerbittlich von mir fordert, fühle ich mich unbesiegt. Aber ich ahne, wie ein lautloses Gelächter aus dem Nichts, dass es die Sicherheit seines selbstverständlichen Sieges gegen meine Hoffnung in die ewige Waagschale geworfen hat. Doch wenn ich die Antwort auf meine Fragen fände hier unten am Meer... Das Nichts würde seine Macht über mich verlieren!

Ich komme an Gebäuden vorüber, die wohl niemand wiedererkennen würde, der es sich einmal leisten konnte, hier zu wohnen. Reste von Leuchtbuchstaben ragen wie Zähne toter Seeungeheuer aus den rissigen Fassaden. Türen, die einst nur Geld öffnen konnte, schlägt der hier immer heulende Wind sinnlos auf und zu. Wo Lebenskraft sich, inszeniert in trügerischem Rausch, vergeudete, regiert das gleichgültige Nichts. Aus leeren Fensterhöhlen scheinen die Ruinen mich anzustarren. Wie Gespenster, die nicht begriffen haben, dass ihre Zeit, dass vielleicht alle Zeit vorüber ist.
Die Bewohner kommen und gehen schweigend. Selbst in der Bewegung wirken sie erstarrt. Blind für das, was sie umgibt. Es scheint sie nichts mehr anzugehen. Ihre Welt ist ihnen abhanden gekommen und, anders als ich, haben sie sich damit abgefunden.

Ich wohne seit damals, als man noch darum beneidet wurde, in einem dieser Häuser. Meine Wirtin hat nie gefragt, wie lange ich noch zu bleiben gedenke. Einerseits wäre das verständlich gewesen, denn ich hatte ja nur für zwei Wochen bezahlt. Andererseits weiß ich nicht, was ich ihr hätte antworten sollen. Ich habe sie aber auch nie mehr zu Gesicht bekommen. Zuerst habe ich sogar nach ihr gesucht. Um mich zu beschweren. Meine Zimmer wurden nicht mehr gereinigt, keine neue Bettwäsche - nichts. Da ich aber ohnehin kein Schlafbedürfnis mehr habe und mich auch der Staub nicht mehr stört, gab ich es schließlich auf.
Der Staub. Er liegt jetzt in grauen Polstern auf den Möbeln und ich kann nur durch die gezackten Löcher der Fensterscheiben hinausschauen. Auch die Konturen des Konzertflügels verschwinden allmählich unter der grauen Last. Ich konnte früher hervorragend Klavier spielen. Mein Repertoire umfasste nahezu alle klassischen Komponisten. Aber irgendwann war ich es leid, mir immer wieder dasselbe vorzuspielen.

Ein tiefroter Vollmond steigt langsam aus der glatten schwarzen See. Aus dem kleinen Straßenlokal fällt wie gewohnt Licht auf die leeren Tische und Stühle. Gleich werde ich dorthin gehen. Wie jeden Abend. Ich spüre, wann es Zeit ist.

Ich setze mich an den Tisch, auf dem mein volles Rotweinglas steht. An den Tisch, an dem wir damals, am letzten Tag unseres Urlaubs, saßen. Niemand sagte etwas. Abschiedsstimmung. Alle dachten wohl schon an die tausend Dinge, die der Alltag ab morgen wieder vor ihnen auftürmen würde. Erst in einem Jahr würden wir uns hier wiedertreffen.
Als das Jahr dann um gewesen war, hatte ich vergeblich gewartet. Ich fing an, meine Freunde zu suchen. Deshalb mein Weg zum Strand jeden Tag. Aber ich habe niemanden je wiedergesehen. Die Suche aufgeben will ich nicht. Ich kann es nicht einmal.

Mein Glas wird auch diesmal nicht leer.
Ich halte meine Texte für nicht schlechter als die der meisten anderen und für das Einzige, was hier zu interessieren hat. Lebensbeichten sind Kommunikation zwischen Exibitionisten und Voyeuren.

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elisa
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Re:

von elisa (17.09.2009, 00:06)
Das ist ein sehr dichter Schreibstil, an dem ich nichts zu bemängeln finde. Ist das die ganze Kurzgeschichte oder nur eine Leseprobe?
Für die ganze Kurzgeschichte würde mir der Handlungsbogen mit einem klaren Schlussakkord fehlen. Ich nehme wahr, dass eine gewaltige Zerstörung der Welt oder dieses Teiles der Welt vorausgegangen ist.
Das Wie, und das Warum bleiben offen, genauso wie eine nähere Erklärung über die Person des Icherzählers, ausser dass er vorher dort Urlaub gemacht hat, wo er jetzt in einer zerstörten unheimlichen Umgebung lebt.

LG
Elisa
Zuletzt geändert von elisa am 17.09.2009, 09:19, insgesamt 1-mal geändert.
Paco de Lucia konnte keine Noten

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (17.09.2009, 00:16)
... Der Text hat etwas Geheimnisvolles. Das gefällt mir erst einmal sehr gut. Ich traue mir ansonsten im Moment aber keinen weiteren Kommentar zu. Muss das erst wirken lassen. Vielleicht demnächst noch einmal lesen.

Viele Grüsse,

Ch.

franziska rechperg
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Lächerlich?

von franziska rechperg (23.10.2009, 00:25)
Ich weiß nicht, was an diesem Text lächerlich sein soll. Wenn er wirklich der Anfang eines Romanes ist, so wäre ich auf die Fortsetzung gespannt. Ich frage mich, was der beschriebenen Situation vorausgegangen ist.?
Vielleicht gibt es eines Tages wirklich ein Buch, das so beginnt. Das möchte ich dann gerne lesen.
Franziska Rechperg
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Siegfried
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Re: Lächerlich?

von Siegfried (23.10.2009, 01:24)
Dilletant hat geschrieben:
Ich habe zu zwei Kurzgeschichten von BoD ein Probelektorat erhalten. Die eine wurde in zweieinhalb Zeilchen für gut erklärt, die andere eine halbe Seite lang geschmäht und mir geraten, ich solle mich nicht lächerlich machen.

Ich möchte hier den Anfang der Titelgeschichte meines Buchprojekts vorstellen. Sollte auch der einen Verriss wert sein - immer her damit. Es würde mich davon abhalten, Unsummen für eine sinnlose Veröffentlichung auszugeben. Mein Dank gilt also schon im voraus allen "Reißwölfen und -wölfinnen".


a) Hatten wir diesen Text nicht schon mal hier in der Diskussion? Kommt mir jedenfalls bekannt vor. cheezygrin

b) Als Lektor eines Verlages würde ich in der Redaktionssitzung diesen Text mit einem klaren "Nein" ablehnen. Ich mag ihn nicht. Er klingt mir zu artifiziell, zu pathetisch, zu gewollt künstlerisch. Eine Menge Worthülsen, die nichts aussagen. Beschriebene Emotionen, die keine sind - zumindest läßt mich der Text die Emotionen nicht miterleben. Momentan habe ich den Eindruck, der Text ist eine einzige Selbstbefindlichkeit - und daher für mich als Leser uninteressant.

Grüße
Siegfried
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MariaMarmelade
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Re:

von MariaMarmelade (23.10.2009, 11:58)
Ich gebe zu, auch ich war zwischendurch immer wieder versucht mit lesen wieder aufzuhören. Dennoch kann ich mich Siefgrids vernichtendem Urteil nicht anschließen. Es könnte ja sein, dass zwei Seiten später dann doch noch der große AHA-Effekt einsetzt, der den Sinn der Depression des Ich-Erzählers auch für mich erschließt.
Deshalb. Nur Mut. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Schließlich kann man heute nicht mehr sagen, dass das was gut ist, sich auch irgendwann durchsetzt. Für seinen Barcelona-Film soll ja sogar Woody Allan eine Story von einem unbekannten Autor im Netz geklaut haben.
Aber ich schweife schon wieder ab.
Viele Grüße
MM

Hanna
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Re: Lächerlich?

von Hanna (23.10.2009, 12:20)
Siegfried schreibt
b) Als Lektor eines Verlages würde ich in der Redaktionssitzung diesen Text mit einem klaren "Nein" ablehnen.


Ein klares Nein nicht unbedingt. Von der Ausdrucksweise her finde ich den Autor talentiert. Ich würde ihm aber raten, den Text zu kürzen, die Quintessenz heraus zu filtern. Dafür der Person mehr Leben einzuhauchen. Das Ganze ist für meinen Geschmack zu vollgeladen mit überzeichneter Resignation und mit Weltschmerz. Auch ich finde Textpassagen darin, die etwas abgenützt wirken.
Herzliche Grüsse
Hanna
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Dilletant
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Antwort an Siegfried

von Dilletant (23.10.2009, 18:51)
Hallo Siegfried, vielen Dank für Deine schonungslosen Worte. Sie erinnern mich an einen Lehrer in der "Schule des Schreibens", der auch kein Freund großer Gefühle war und sie, wie Du, nicht (mehr) empfinden konnte. Er empfahl mir klipp und klar, nicht schön sondern hässlich zu schreiben. Es sei zeitgemäß und verkaufe sich gut. Ich habe den Lehrgang seinerzeit abgebrochen, denn es ist mir zuwider, gegen meine Natur anzuschreiben. Lieber verkaufe ich nichts, habe aber meine Freude am eigenen Werk und übrigens auch Erfolge bei Lesungen im Kulturhaus unseres Stadtteils. Ich setze mein Urteil und meinen Geschmack nicht absolut und denke, auch andere sollten das nicht tun.
So offen ich jedoch für - auch harte bis beleidigende - Kritik bin, so empfindlich bin ich andererseits, wenn mir Betrug vorgeworfen wir, in diesem Fall Betrug in Form des Plagiats. Ich bitte Dich wirklich sehr dringend, mir mitzuteilen, wo und - vor allem - von wem Du meinen Text schon zuvor gelesen haben willst. Denn nicht ich sondern diese/r Autor/in hätte betrogen. Daher habe ich die Absicht, sie/ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Ich verfolge gegenwärtig nur sehr sporadisch die Entwicklung in den Foren, habe aber vor einiger Zeit den Text der ganzen Kurzgeschichte auf deren Wunsch an "elisa" versandt. Ich will damit keineswegs behaupten, dass sie meine Kurzgeschichte benutzt hat. Meine Überlegung ist nur der Beginn einer Nachforschung, um mich von einem Vorwurf, der mich ganz hart unter der Gürtellinie getroffen hat, irgendwann reinwaschen zu können. Also nochmals meine Bitte, da ich jetzt nicht die Zeit habe, selbst zu suchen: Nenne mir das Datum des Plagiats und den Namen des/der "Autor/in". Ich danke Dir im voraus.

Grüße
Dilletant
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Siegfried
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Re: Antwort an Siegfried

von Siegfried (27.10.2009, 14:15)
Gerade zurück aus einem verlängerten Wochenende auf der Ostsee (Absegeln, also Ende der Saison) - und dann dies:

Dilletant hat geschrieben:
Hallo Siegfried, vielen Dank für Deine schonungslosen Worte. Sie erinnern mich an einen Lehrer in der "Schule des Schreibens", der auch kein Freund großer Gefühle war und sie, wie Du, nicht (mehr) empfinden konnte.


Aha. Ich kann keine Gefühle empfinden. Na ja ...


Dilletant hat geschrieben:
Ich habe den Lehrgang seinerzeit abgebrochen, denn es ist mir zuwider, gegen meine Natur anzuschreiben.


Richtig. Niemand sollte gegen seine eigene Natur oder sein eigenes Interesse anschreiben. Das kann aber zur Folge haben, dass man in einer winzig kleinen Nische stecken bleibt.

[quote="Dilletant"]So offen ich jedoch für - auch harte bis beleidigende - Kritik bin, so empfindlich bin ich andererseits, wenn mir Betrug vorgeworfen wir, in diesem Fall Betrug in Form des Plagiats. Ich bitte Dich wirklich sehr dringend, mir mitzuteilen, wo und - vor allem - von wem Du meinen Text schon zuvor gelesen haben willst."

Also:
Ich hatte beim Lesen sehr, sehr stark das Gefühl, diesen Text schon einmal gelesen zu haben. Vor ich weiß nicht wie vielen Wochen oder Monaten. Auch damals ging es um die Betrachtungen über Krieg und Zerstörung, über einen Ich-Erzähler, der gedankenversunken durch eine halb zerstörte Stadt lief, an beschädigten Häusern vorbei, hinunter zum Hafen, durch einen Ort, den der Ich-Erzähler als einen Urlaubsort kennen- und liebengelernt hat und nun an einem Tisch bei einem Glas Wein den Schrecken und das Elend betrauert.

Ich weiß nicht mehr, wann und wo ich diesen Text gelesen habe. Könnte es sein, dass du diesen Text hier schon einmal unter einem anderen Pseudo vorgestellt hast. Oder in einem anderen Forum. Ich jedenfalls werde das Gefühl nicht los, den Text schon mal gelesen zu haben.

Was den Vorwurf der beleidigigenden Kritik betriff: Ich habe hier nur wiedergegeben, wie der Text auf mich wirkt. Ist das beleidigend? Eigentlich solltest du für dich den Rückschluss daraus ziehen, wie dein Text auf andere wirkt. Wenn ich z. B. einen Splatter-Roman zu lesen bekomme und ob der explizit geschilderten Gewalttaten mir im wahrsten Sinne des Wortes übel wird und ich kurz vor dem Sprint zur Toilettenschüssel stehe, beleidige ich damit den Autor, wenn ich so einen Text mit "Die Beschreibungen haben mich zum Kotzen gebracht" kommentiere?

So, und damit ist das Thema für mich abgeschlossen.

Grüße
Siegfried
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Slash
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Re:

von Slash (27.10.2009, 21:25)
ka...ohne Kontext is der Textausschnitt schlecht zu bewerten. Worum gehts in dem Buch? Wer is der Protagonist? Aus welcher Szene stammt der Ausschnitt? So völlig ohne Kontext ist das einfach nur etwas gehobeneres Geschreibsel über das Leben, das man so auch in jedem Selbsthife-Forum findet :wink:

autoranton
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Re: Lächerlich?

von autoranton (27.10.2009, 21:37)
Siegfried hat geschrieben:

b) Als Lektor eines Verlages würde ich in der Redaktionssitzung diesen Text mit einem klaren "Nein" ablehnen. Ich mag ihn nicht. Er klingt mir zu artifiziell, zu pathetisch, zu gewollt künstlerisch. Eine Menge Worthülsen, die nichts aussagen. Beschriebene Emotionen, die keine sind - zumindest läßt mich der Text die Emotionen nicht miterleben. Momentan habe ich den Eindruck, der Text ist eine einzige Selbstbefindlichkeit - und daher für mich als Leser uninteressant.



Das ist doch der Punkt. Sie mögen ihn zu dramatisch empfinden und sehen sich als Mitempfinder der halben Lesernation, salopp ausgedrückt. (Ok, das war Angriff :D ) Vielleicht wars auch nur ein Vertipper.
Ich finde diesen Text toll und beil lesen war die Leidenschaft in meinem Blut präsent. Nur eine Randbemerkung:
Solche floskelhaften Textarten sehen ich schon wie Kunst, wie ein Gemälde und selten gibt es noch Schriftdteller die ähnlich schreiben.

Lg
Anton
- Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens. -
Johann Paul Friedrich Richter

Nitram
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Re: Antwort an Siegfried

von Nitram (27.10.2009, 21:51)
Siegfried hat geschrieben:
Ich hatte beim Lesen sehr, sehr stark das Gefühl, diesen Text schon einmal gelesen zu haben. ... Auch damals ging es um die Betrachtungen über Krieg und Zerstörung, über einen Ich-Erzähler, der gedankenversunken durch eine halb zerstörte Stadt lief, an beschädigten Häusern vorbei, hinunter zum Hafen, durch einen Ort, den der Ich-Erzähler als einen Urlaubsort kennen- und liebengelernt hat und nun an einem Tisch bei einem Glas Wein den Schrecken und das Elend betrauert.
Ich jedenfalls werde das Gefühl nicht los, den Text schon mal gelesen zu haben.

Hallo Siegfried,
ich denke, dein Gefühl täuscht dich nicht. Auch ich bin mir sicher, diesen Text schon mal gelesen zu haben, und zwar hier im Forum. Ich habe die Suchfunktion benutzt, kein Ergebnis, wird wohl weiter ein Rätsel bleiben...
@Dilletant
Nimm es bitte nicht persönlich, niemand will dir etwas unterstellen. Manche Dinge sind mitunter rätselhaft.
Gruß
Nitram
Tu felix Austria - die andere Seite der Alpenrepublik - zweite Auflage
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HP: www.robert-brettschneider.com
Video: http://www.youtube.com/user/RobertBrettschneider

snats
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Re:

von snats (27.10.2009, 22:06)
Den Beschreibungen der inneren Zerrissenheit würde ich zunächst ein paar "Fakten" voransetzen. Der Leser muss zunächst mal eine Orientierung haben, wo er sich befindet und wer spricht.
Dies kommt zu spät heraus. Die kurze Einführung am Anfang ist hier nicht ausreichend. Wenn jemand Gefühle nachvollziehen soll, dann muss er wissen, wessen Gefühle das sind und warum er diese hat.
Das kommt zu kurz. Wenn Du hier nachbesserst, könnte auch der Eindruck der "Übertriebenheit" vermieden werden. (Ich würde hier ohnehin etwas straffen)
Denn die Gefühle selbst werden sehr plastisch und auch spannend beschrieben. Aber wie gesagt, ein Rahmen fehlt (noch).
Siegmund Natschke: Politik und Jugendarbeitslosigkeit - Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Deutschland im Vergleich.
ISBN: 384233544X
www.jugenderwerbslosigkeit.de

Dilletant
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Wohnort: Hamburg

Besonderer Dank

von Dilletant (29.10.2009, 22:39)
Slash hat geschrieben:
ka...ohne Kontext is der Textausschnitt schlecht zu bewerten. Worum gehts in dem Buch? Wer is der Protagonist? Aus welcher Szene stammt der Ausschnitt? So völlig ohne Kontext ist das einfach nur etwas gehobeneres Geschreibsel über das Leben, das man so auch in jedem Selbsthife-Forum findet :wink:


Ich danke Dir ganz besonders, dass Du Dir die Zeit genommen hast, etwas zu meinem Text abzusondern, wo Du doch jedes Selbsthilfeforum kennst, also offenbar von unendlich vielen Beschwernissen geplagt wirst. Aber offenbar bist Du nicht zufrieden mit den Foren ("Geschreibsel"). Also lass Dir besser von einem kompetenten Arzt helfen.
Dilletant
Ich halte meine Texte für nicht schlechter als die der meisten anderen und für das Einzige, was hier zu interessieren hat. Lebensbeichten sind Kommunikation zwischen Exibitionisten und Voyeuren.

HuWes
Beiträge: 129
Registriert: 03.02.2008, 19:22

Re: Lächerlich?

von HuWes (30.10.2009, 00:48)
Hi Dilletant!

Dilletant hat geschrieben:
Ich möchte hier den Anfang der Titelgeschichte meines Buchprojekts vorstellen. Sollte auch der einen Verriss wert sein - immer her damit. Es würde mich davon abhalten, Unsummen für eine sinnlose Veröffentlichung auszugeben. Mein Dank gilt also schon im voraus allen "Reißwölfen und -wölfinnen".


Irgendwie fühle ich mich im falschen Film.

Da stellst du den Anfang einer Geschichte zur Kritik, da spekulierst du auf einen Verriss, da richtest vorab deinen Dank an alle "Reißwölfe und -wölfinnen", und wenn dann tatsächlich ein Verriss in "Reißwolfmanier" erfolgt, trittst du wild um dich. Dem einen unterstellst du nach einer negativen Kritik, dass er keine großen Gefühle empfinden kann, dem anderen empfiehlst du nach einer ebenso negativen Kritik den Besuch eines Arztes. Ziemlich heftige Reaktion deinerseits.

Beide haben eigentlich nur ihre eigenen Empfindungen nach der Lektüre deines Textes dir zur Verfügung gestellt (übrigens Empfindungen, die du mit deinem Text ausgelöst hast!). Diese Kritiker persönlich abzuqualifizieren, halte ich für ungezogen.

Ich kann den Negativkritiken insofern zustimmen, dass ich kein Geld für so einen Text ausgeben möchte/würde, weder als Leser noch als Verleger (der ich ja gar nicht bin). Andere sehen das vermutlich völlig anders, was deren gutes Recht ist. Es ist ja auch deren Geld. cheezygrin

Das nächste Mal sagst du vorher bitte, dass du keine negative Kritiken zu deinem Text lesen möchtest, ja?

Kollegiale Grüße
Hubert
Das Licht, das du am Ende der Tunnels siehst, könnte der ICE sein, der auf dich zu rast!

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