freitod

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BERSERKER
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Re:

von BERSERKER (15.11.2009, 14:42)
Haifischfrau hat geschrieben:
Die Vorschläge, den Thread zu schließen kann ich nachvollziehen, denn in der Tat ist jemand, der sich in dieser Art und Weise über Würde anderer hinwegsetzt, nicht wert, gelesen zu werden.


Dann müsste man den thread schon löschen, denn lesbar ist er auch nach dem Schließen noch.

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.11.2009, 15:35)
Hallo Haifischfrau,

Haifischfrau hat geschrieben:
Von denjenigen, die sich Autor nennen, erwarte ich jedenfalls Gespür und Sensibilität, ja auch Empathie.


Genau. Und betroffen sind ebenso die Familie und die Lokführer. Sie sind es auch, die vermutlich Zeit ihres Lebens daran denken werden. Bloß wen interessiert es?

Wen interessiert die Adoptivtochter? Wie wird es ihr gehen, wenn ihr einiges Tages bewusst wird, dass es eine leibliche Tochter gab, die gestorben ist, und deren Vater sich nach ihrer Adoption umgebracht hat? Liegt da wirklich die Sorge sehr fern, dass die Adoptivtochter irgendwann denken könnte, dass sie schuld an dem Selbstmord ist?

Natürlich, für eine sensationsgeile Öffentlichkeit ist das nicht interessant.

Und um etwas abzuschweifen: Wie oft gab es in diesem Forum schon Diskussionen, in der z.B. über Hartz-IV-Empfänger hergezogen wurde, dass sie einfach nur faul seien und es nicht besser verdient hätten. Wieviele dieser Menschen bringen sich um, weil sie keine Hoffnung mehr haben? Und wieviele Menschen interessiert das?

Beste Grüße,

Heinz.

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (15.11.2009, 15:53)
Die Selbstmordrate bei Schizophrenie, Borderline-Syndrom und schwerer Depression liegt für jede dieser psychischen Krankheiten in etwa bei 10 Prozent.

Enkes Frau zufolge hat Enke den diagnostischen Kriterien einer schweren Depression entsprochen, hat sich jedoch geweigert Hilfe zu holen.

Natürlich ist es übel für den Lokführer und andere Menschen, die mit diesem Selbstmord unmittelbar konfrontiert werden.

Ich bleibe aber dabei: Wer jemals psychisch krank war oder ist, weiss welcher Druck hinter einer solchen Krankheit steckt. Man muss schon auch in Betracht ziehen, dass Enke völlig impulsiv, getrieben und ohne Planung gehandelt hat - eben aufgrund einer akuten schweren Depression.

Wer möchte darüber Urteilen, ob es so war oder nicht?

Hier wird über den Lokführer gesprochen, sein Trauma. Der Selbstmörder als Unmensch, der andere missbraucht, sein Leben zu beenden.

Ja, von Missbrauch könnte man sprechen, wenn man während eines Krankheitsschubs
tatsächlich "normal" denken könnte - kann man aber nicht. Deswegen ist jemand, der in
einem akuten Krankheitsschub steckt, nicht verantwortlich zu machen. Eine Tatsache, die übrigens vor auch vor Gericht zum Tragen kommt, und sich in entsprechenden Urteilen manifestiert.

Grüße,

Ch.

Zappelphilipp
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Re:

von Zappelphilipp (15.11.2009, 17:03)
Hallo Klaasen,

dein "Freitod" liest sich in der Tat sehr unsensibel.

Ich bin mit einigen Menschen in Kontakt gewesen, die es getan haben und die davor bewahrt wurden. Doch alle waren sie bedauernswürdig.
Wenn Menschen so weit am Abgrund stehen, werden sie wohl ganz triftige Gründe haben.

Erkläre uns, was du dir dabei gedacht hast?

LG. Michael

Wortgewandt
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Re:

von Wortgewandt (15.11.2009, 18:13)
Hey Leute, ganz ehrlich: Der Autor wird sich hier (hoffentlich) nicht zu Wort melden - das ist okay und nach dieser Watsche verständlich. Das solls dann doch auch sein, oder? Ich denke, der Gute hat genug auf die Augen bekommen und dem Thread fehlen sowohl ernstzunehmende Argumentationsgrundlagen und der nötige Tiefgang...

Ich bin raus ;)

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.11.2009, 20:52)
Wortgewandt hat geschrieben:
dem Thread fehlen sowohl ernstzunehmende Argumentationsgrundlagen und der nötige Tiefgang...


So einfach ist es also: Der Frage, wie es z.B. eines Tages der Adoptivtochter gehen wird, fehlt der nötige Tiefgang.

Ich bin fassungslos.

Heinz.

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (15.11.2009, 21:51)
Ja, die Sache mit dem fehlenden Tiefgang hab ich auch nicht verstanden.

Wortgewandt
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Re:

von Wortgewandt (15.11.2009, 22:08)
hawepe hat geschrieben:
Wortgewandt hat geschrieben:
dem Thread fehlen sowohl ernstzunehmende Argumentationsgrundlagen und der nötige Tiefgang...


So einfach ist es also: Der Frage, wie es z.B. eines Tages der Adoptivtochter gehen wird, fehlt der nötige Tiefgang.

Ich bin fassungslos.

Heinz.


Oh, fassungslos? Danke! Das ist die Oberflächlichkeit, die ich meinte.
Um es deutlich zu machen, Herr Journlalist (!): Deine Argumentation in jeglicher Richtung ist unangebracht weil sie keinen Nutzen (Tiefgang!) hat und einzig und allein im Bereich der Vermutungen liegt...

Schönen Dank auch, Herr Kollege! Diese, Deine, Breschendebatte ist absurd...

Also: Anstatt gleich die Fassung zu verlieren, einfach mal weg vom Populismus, das wäre ein Anfang.

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Siegfried
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Re: freitod

von Siegfried (15.11.2009, 23:47)
klaasen1 hat geschrieben:
wenn eine stimme
mein ohr betäubt
ein gedanke
meine hand führt
gegen mich
wenn ich
einen anderen menschen
dazu missbrauche
mein blut zu verteilen
bin ich kein wort wert
über mich zu sprechen
oder gar
um mich zu trauern
dann bin ich nur ein täter
ein unangehmer zeitgenosse


Diskussion hin und her.
Das Einzige, was mich bei einem Thema wie Selbstmord (ich persönlich bevorzuge den Begriff "Freitod") wirklich interessiert, ist:

"Wo waren wir,
als du unsere Hilfe
am dringensten benötigt hast?
Wo war ich?
Und wo werde ich in Zukunft sein?"

Das beziehe ich auf alle drei Gruppen:
Auf den, der den Tod gesucht hat;
auf den, der den Tod gegeben hat;
auf die, die der Tod im Leben zurück lässt.

Grüße
Siegfried
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chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (16.11.2009, 08:58)
@ Siegfried

Ja, aber jemand der an schweren Depressionen leidet, muss sich zusätzlich zu einem stützenden Umfeld professionelle Hilfe holen.

Das hat Enke nicht getan. Er hatte Angst, dass die Öffentlichkeit von
seinen Problemen Wind bekommt. Und ich denke, er wird schon gewusst haben, warum er seine Krankheit geheimhält. Vielleicht hatte Enke da auch Sebastian Deisler vor Augen, der ja bekanntlich zu seinen Depressionen gestanden ist, dafür jedoch von Kollegen als "Tussi", "Weichei" u.ä. gemobbt wurde.

Ich denke, zu seinen psychischen Problemen zu stehen, sich in angemessene Behandlung zu begeben, bedeutet für einen Fussballer immer noch einen unannehmbaren "Autoritätsverlust"


Grüße,

Ch.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (16.11.2009, 09:29)
Hallo Wortgewand - was bewegt dich zu derartigen Äußerungen, z. B. Hawepe gegenüber? Wie hättest du es denn gerne? Wo finde ich bei dir den von dir bemängelten Tiefgang?
Ist das alles ein riesiges Missverständnis, oder möchtest du einfach nur stänkern?

Um deinen Nick beim Wort zu nehmen: ich finde es schon höchst erstaunlich, dass du hier versuchst, dich auf Kosten anderer zu profilieren!

Gruß
Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Wortgewandt
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Re:

von Wortgewandt (16.11.2009, 10:57)
Haifischfrau hat geschrieben:
Hallo Wortgewand - was bewegt dich zu derartigen Äußerungen, z. B. Hawepe gegenüber?


Das hier:
So einfach ist es also: Der Frage, wie es z.B. eines Tages der Adoptivtochter gehen wird, fehlt der nötige Tiefgang.

Ich bin fassungslos.


Reicht das? Oder wollt ihr das wirklich? Über die Gefühlslage eines 8-Monate alten Mädchen diskutieren?


Haifischfrau hat geschrieben:
Wie hättest du es denn gerne?

Ende der Debatte die nichts anderes als Sensationstourismus ist, á la "BILD sprach mit der Toten..." - Das Ganze geht uns nichts an.


Haifischfrau hat geschrieben:
Wo finde ich bei dir den von dir bemängelten Tiefgang?


Darin, dass ich mich nicht an sowas beteilige sondern dagegen halte.

Haifischfrau hat geschrieben:
Ist das alles ein riesiges Missverständnis, oder möchtest du einfach nur stänkern?


Den Tod eines mir Fremden zum Stänkern zu nehmen liegt mir fern; so, wie es auch jedem anderen fern liegen sollte. Das dachte ich zumindest...

Haifischfrau hat geschrieben:
Um deinen Nick beim Wort zu nehmen: ich finde es schon höchst erstaunlich, dass du hier versuchst, dich auf Kosten anderer zu profilieren!

Gruß
Haifischfrau


Wenn jetzt eine Gegensätzliche Meinung schon an Profilierung grenzt, dann mag das sein. Aber eigentlich bin ich viel zu faul zum profilieren ;)

BERSERKER
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Re:

von BERSERKER (16.11.2009, 12:45)
Hallo.

Das Thema ist traurig genug, um hierüber zu eskalieren, finde ich. der Autor scheint, keine Lust mehr zu haben, sich dazu zu äussern. Vielleicht sollte man es dabei belassen.

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klaasen1
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Re:

von klaasen1 (17.11.2009, 08:28)
ich weiß worüber ich schreibe. mein bester freund hat den freitod gewählt.
im ersten moment fühlt man mit. danach aber, bekommt man eine große wut.

ich habe diesen text nicht aus unwissenheit geschrieben. gut, man kann es vielleicht auch anders ausdrücken. das müssen dann eben andere tun.

klaas

verärgern wollte ich hier keinen.
ich bin ein hut weil ich meinen kopf nicht finde

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (17.11.2009, 09:46)
@ Klaasen

Ja, dass neben Verlust-Gefühlen irgendwann auch Wut
auf den Selbstmörder entstehen kann, ist plausibel.

Da hast Du schon auch recht. Stimmt.

Ob diese Wut sich dann jedoch in einer undifferenzierten Anklage
a la "Selbstmörder sind verantwortungslose Arschlöcher" äussern sollte, da habe ich allerdings trotzdem meine Zweifel.

Grüße.

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