Warum schreibt Ihr?

Euer Forum rund um kreatives Schreiben, lesergerechtes Texten und spannende Plots.


spacetime
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Re:

von spacetime (15.10.2007, 11:13)
die frage: warum schreibt ihr...

tja, das frag ich mich auch oft :shock::
es gibt da und dort kleine antwortsversuche, aber ich weis es eigentlich echt nicht :roll: :?

Jutta Ouwens
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Warum ich schreibe

von Jutta Ouwens (15.10.2007, 17:17)
Durch das Schreiben klären sich viele Gedanken, ich kann (mir) nicht ausweichen, bin velleicht am Schreibtisch konsequenter als in manchen Lebenssituationen. Und wenn es gut "läuft", ist es Freude und Spannung pur.
Die Aussage: Ich schreibe, weil ich es kann, finde ich gar nicht so falsch.
Ich weiß, dass ich mein Leben lang das Schreiben als Teil von mir gesehen habe, aber ich kann überhaupt kein Instrument, singe lieber nur im Badezimmer und bin eher ein Kunstgenießer. Setze mich in ein Konzert, oder ins Theater und lasse mich "bedienen".
Beim Schreiben bin ich aktiv, strenge mich an und gestalte selbst etwas. Beim Lesen auch, wie ich finde.
Viele Grüße,
Jutta
P.S. Manchmal male ich auch, aber dann schließ ich die Tür vorher ab!!!

dbs

Re: Warum ich schreibe

von dbs (16.10.2007, 08:39)
Jutta Ouwens hat geschrieben:
Die Aussage: Ich schreibe, weil ich es kann, finde ich gar nicht so falsch.


Wie muss ich diesen Satz verstehen?
Im Sinne von "Buchstaben zu Wörter und Wörter zu Sätzen zusammen zu fügen" oder im Sinne von "literarisch schreiben"?

Grüße
Siegfried

Jutta Ouwens
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warum ich schreibe....

von Jutta Ouwens (16.10.2007, 16:31)
Hallo Siegfried,
wenn die Worte so aneinandergereiht sind, dass sie einen Sinn ergeben, wenn sie dann noch eine Stimmung oder ein Gefühl transportieren, wenn dann noch Rechtschreibung und Grammatik stimmen,......dann könnte das entstehen, was ich Lesegenuß nenne. (Unabhängig von Bekanntheitsgrad des Autors und Verlag.)
Viele Grüße,
Jutta

dbs

Re: warum ich schreibe....

von dbs (17.10.2007, 10:03)
Jutta Ouwens hat geschrieben:
Hallo Siegfried,
wenn die Worte so aneinandergereiht sind, dass sie einen Sinn ergeben, wenn sie dann noch eine Stimmung oder ein Gefühl transportieren, wenn dann noch Rechtschreibung und Grammatik stimmen,......dann könnte das entstehen, was ich Lesegenuß nenne. (Unabhängig von Bekanntheitsgrad des Autors und Verlag.)
Viele Grüße,
Jutta


Eigentlich hat meine Frage nichts mit dem Bekanntheitsgrad von Autor und Verlag zu tun, sondern ging in die Richtung, dass zum Schreiben (im Sinne eines literarischen Schreibens) eventuell mehr gehört als nur Buchstaben, Wörter, Sätze, Rechtschreibung, Grammatik und Stimmung. Deswegen hätte mich interessiert, ob du solche Dinge wie Handlungsstruktur, Dramaturgie, Plot, Twists, Exposition, Flashback, Erzählperspektive u.v.a.m. auch zum "schreiben können" zählst.

Grüße
Siegfried

Jutta Ouwens
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literarisches Schreiben

von Jutta Ouwens (17.10.2007, 17:06)
Hallo Siegfried,
Ja, das tue ich.....und lerne, lerne immer dazu.
Bücher, die mir dabei helfen, sind: Sol Stein: "Über das Schreiben" und Stephen King: "Das Leben und das Schreiben".
Ich bastele gerne an Perspektiven und bespreche Entwürfe mit meinem "unbestechlichen Erstleser", meinem Mann.
Die eigentliche Idee, die Triebkraft für was Neues entsteht oft lange vorher in meinem Kopf und wenn sie mich nicht in Ruhe läßt, muß das Thema halt mal beackert werden. Es gibt aber auch lange Perioden, in denen ich ausschließlich lese und mir Anregungen und Abregungen hole, je nachdem.
Liebe Grüße,
Jutta

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PvO
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Re:

von PvO (26.10.2007, 10:12)
Eins vorweg: ich habe nicht alle Beiträge gelesen, möchte aber mal meine Deutung hier reinkopieren.

Warum schreibe ich? Viele Autoren haben bereits dafür Stellung bezogen, aber, wie mir scheint, einen entscheidenden Aspekt völlig außer acht gelassen. Zwischenzeitlich ist darüber auch viel diskutiert worden, keiner aber hat es aus der Richtung gesehen, aus der ich es sehe. Vielleicht ist es Euch auch nur nicht bewusst. Ich schreibe weil ich Gott spielen kann. Versteht mich jetzt aber nicht falsch, dass ist nur ein Punkt von vielen, dafür aber ein sehr reizvoller! Ich kann also Gott spielen den großen Schöpfer. Wie stelle ich das aber nun im einzelnen an? Ich kann Figuren entstehen lassen (sie werden geboren), ich kann sie sterben lassen, ich kann ihnen eine hässlich Knollennase verpassen oder eine Wesen schaffen, von dem ich lange träumen werde. Ich kann sie glücklich sein oder leiden lassen. Mit mehr oder weniger Intelligenz ausstatten, ihnen viele Millionen geben oder sie unter einer Brücke hausen lassen. Ich kann ihnen wuscheliges widerspenstiges Haar geben, dass sie sich gelegentlich versuchen vergeblich während eines Dialoges hinter die Ohren zu schieben oder aber ich verpasse ihnen eine Glatze und stecke sie in einen abgewetzten Anzug, denn ich bin ja Gott. Zumindest in meiner kleinen Kammer vor dem PC. Ich kann mir meine Heldin so formen, dass die Männer weiche Knie bekommen und die Frauen vor Neid platzen werden. Ich kann meinen fiktionale Charaktere all das geben, was ich gerne hätte, aber nie gehabt habe. Ich kann Blitz und Donner über sie kommen, sie dürsten, weinen oder lachen lassen, all das kann ich machen, denn ich bin ja Gott.
In dem Sinne Euch weiterhin viel Spaß beim Schreiben,

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Ilo70
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Re:

von Ilo70 (06.11.2007, 19:54)
Amen! :)

Ich schließe mich der Aussage, dass es ein sehr interessanter Aspekt ist, darin ein Motiv fürs Schreiben zu sehen, an.

ich ducke mich ein wenig ab - und behaupte - jeder hat einen Grund, der ihm sehr angenehm ist, warum er letztendlich schreibt. Schreiben ist ein Ventil/"Mittelzumzweck" wie viele andere Ventile/";Mittelzumzweck" auch. Aber keine Angst, ich gackere nicht weiter im Ilo-Slang!

Ich stand mit der Schreiberei auf Kriegsfuss und zwar auf einem ausgewachsenen Kriegsfuss. Man könnte ihn der Kategorie Weltkrieg.. zuordnen.
Als ich in die Schule kam, musste ich mich erst einmal mit der Deutschlehrerin streiten. Ich hatte nämlich, warum auch immer, die Überzeugung, dass der letzte Buchstabe eines Wortes groß geschrieben werden muss. Das war so - immer!
Ich konnte zwar nur meinen Namen schreiben und ein paar 3-4-Buchstabenworte aber - ich wusste, dass man den letzten Buchstaben in einem Wort groß schreibt.
Abgesehen davon fand ich meine Lehrerin unglaublich kleinlich. Mein Gott, warum ist es so wichitg, dass man Wirt mit "t" am Ende schreibt. Wenns schnell gehen muss tuts doch auch mal ein "d". Ich habe mich schlicht die ganze Grundschulzeit über
diese Frau geärgert und kein gutes Verhältnis zu unserer Sprache entwickeln können. So eine doofe Erbsenzählergmeinde!
Außerdem hatte ich, wie sich später raustellen sollte dieses Rechtschreibproblem, was mir unglaublich peinlich war.
Festzustellen, dass man sich einfach nicht
merken kann wie ein Wort geschrieben wird. ich dachte, ich bin dumm. Und die anderen dachten entweder auch, dass ich dumm war oder faul. Aber am besten beides, man kann ja nie schlecht genug sein!

Als ich die Grundschule endlich hinter mir lassen konnte, lockerte sich meine kriegerische Haltung dem Deutschunterricht gegenüber. Ich begann sogar Geschichten zu schreiben und meine Deutschlehrerin ließ sie mich vorlesen. Während des Unterrichts, das war der Hammer! Allerdings hatte es auch zur Folge, dass ich im Gegensatz zu meinen Mitschülern "Hausaufgaben" machen musste. Denn die beknieten mich während der Pausen, doch am nächten Tag weiter zu lesen. Einige, weil sie meine Schreibselei über kindliche Themen wohl wirklich gut fanden aber und realistisch gesehen war das wohl der Hauptteil, andere fanden es klasse, dass der Deutschunterricht sehr entspannend für sie war.

Als die Themen sich änderten, dünnte sich auch die Zuhörerzahl aus.
Nun gut. dozey: Das war wohl eher die Antwort auf die Frage "Wann habt ihr mit dem Schreiben angefangen?" Irgendwie gelingt es mir nur äußerst selten mich kurz zufassen.

Noch ein Satz -

- Ich schreibe, weil ich so die Möglchkeit habe meine wilden und schnellen Gedanken in einen logischen und verständlichen Konsens zu einem Thema zu bringen. Und, weil ich meine Gedanken immer wieder nachlesen kann und überarbeiten kann. Da ich an "Teilzeit-Alzheimer" leide ist das keine schlechte Angelegenheit.

(auweia - ich bin mal gespannt wann ich selbst in einem forum wie diesen für meine langen antworten gerügt werde)

LG

Ilo

Danny
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Registriert: 15.11.2007, 16:49

Re:

von Danny (15.11.2007, 22:51)
Ich schreibe über das schlimmste Erlebnis in meinem Leben, um anderen Betroffenen zu helfen.

Ich schreibe das Buch jedoch auch zur eigenen Verarbeitung meiner Erlebnisse.

Nicht zuletzt um Menschen, die in meinem Buch vorkommen, unvergessen zu machen.

Und auch, weil es mir Spaß macht und das Schreiben eine meiner Stärken ist.

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (16.11.2007, 16:37)
Hm, kann man das eigentlich treffend erklären?
Es gibt wohl zwei große Unterschiede: Schreibe ich für mich? - Weil ich etwas verarbeiten will?
Oder schreibe ich, weil ich mich mitteilen will? Ich denke, in dem Moment, in dem man mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit geht, will man Anerkennung. Das ist jetzt gar nicht negativ gemeint. Wir Menschen besitzen ein Ego. Dieses hält uns am Leben. Demzufolge muss es gepflegt werden. Wir können es nur pflegen, wenn wir Rückmeldung über das bekommen, was wir tun. Dabei spielt es erstmal gar keine Rolle, ob wir Schreiben, malen, Musik machen, oder uns an einem Weitspuck- oder Brötchenschnellschmierwettbewerb beteiligen.
Jeder spürt, was ihm Spaß macht, spürt, zu was er glaubt "geboren" zu sein.
Bei uns ist es eben das Schreiben.
Ich persönlich habe 2002 angefangen, weil ich einige Romane zu einem Fantasy-Spiel gelesen habe, die mich enttäuschten. Also habe ich mir gesagt: "Dat kann ich besser!" (Ego!) Und irgendwie bin ich beim schreiben geblieben. Ob ich es KANN, kann ich nicht beurteilen - siehe Rückmeldung. Zumal jeder eine eigene Definition über das Schreibenkönnen hat.
Der Aspekt "Gott sein", finde ich sehr treffend. Auch da spielt das Ego eine Rolle. Ja, ich kann Gott sein - dabei bin ich nicht mal Christ.
Wie gesagt, es mag sich vielleicht etwas negativ anhören, ist aber nicht so gemeint. Ohne unser Ego, ohne den Wunsch Rückmeldung auf unser Dasein zu bekommen, würden wir verkümmern.
Wir schreiben in diesem Forum. Klar, in der ersten Linie, weil es Spaß macht, weil hier nette Leute sind, die alle ähnlich gestrickt sind. Aber warten wir nicht auf eine Antwort auf das, was wir geschrieben haben? Auch das ist gut und menschlich - weil wir daran wachsen können und uns weiterentwickeln.

So, nun möge man mich ob meines Egos steinigen. cheezygrin

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Adriana
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Re:

von Adriana (16.11.2007, 18:07)
Ich denke, hier muss man ganz wortklauberisch unterscheiden, warum jemand SCHREIBT und warum er VERÖFFENTLICHT.

Viele Leute schreiben, weil sie irgendwas abarbeiten müssen oder weil es ihnen einfach Spaß macht, ihre Fantasie spielen zu lassen. Fängt mit dem eigenen Tagebuch an und geht weiter mit kleinen Geschichten die man in Schulhefte kritzelt. cheezygrin
Die Hemmschwelle, das überhaupt jemandem zu zeigen (selbst der eigenen Mutter) war bei mir am Anfang sehr groß.

Aber die meisten Autoren - wenn sie über dieses embryonale Anfängerstadium hinaus sind - denken, dass sie etwas mitzuteilen haben. Oder das ihre Geschichten/Gedichte anderen Menschen was geben, sie zum Lachen bringen, zum Nachdenken anregen ... was auch immer.
Und wer so denkt, der HAT ein Ego. cool5 Ist nicht negativ gemeint.
Denn wer nicht wenigstens ein bisschen von dem Wert seiner Geschichten/Gedichte überzeugt ist, der schreibt für die Schublade, was in vielen Fällen schade ist.

Ehrlich gesagt, schreibe ich aus dreierlei Gründen.
Erstens, weil ich manchmal was abarbeiten muss.
Zweitens, weils es mir einfach Spaß macht, Geschichten auszudenken.
Und drittens, weil ich ein Ego hab cool5 .

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Dana
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Re:

von Dana (16.11.2007, 18:55)
Adriana (Moderator) hat geschrieben:
Fängt mit dem eigenen Tagebuch an...


Genau! Ich habe mein Tagebuch veröffentlicht, weil ich feststellen musste, dass es (für meinen Geschmack) zu viele verklärte Vorstellungen von einem Austauschjahr in Japan gibt. Voran die Mangafraktion, die soooo gerne in das Land ihrer Träume will und oft nach kurzer Zeit an Mentalität und Alltag scheitert. Japan als Austauschland kommt eben nicht daher wie die USA oder Kanada oder Australien. Und abseits der Hochglanzprospekte (Geisha, Schuluniformen, Teezeremonie etc.) kann es ganz schön heftig kommen. Muss nicht, aber kann...

Nom
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Re:

von Nom (18.11.2007, 05:43)
Weil mir sonst keiner "zuhört". :(

Danny
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Re:

von Danny (18.11.2007, 10:53)
Oje, Nom. Das ist allerdings ein trauriger Grund *seufz* *drück*

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Dalma Lee
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Re:

von Dalma Lee (18.11.2007, 12:34)
Adriana (Moderator) hat geschrieben:
Ehrlich gesagt, schreibe ich aus dreierlei Gründen.
Erstens, weil ich manchmal was abarbeiten muss.
Zweitens, weils es mir einfach Spaß macht, Geschichten auszudenken.
Und drittens, weil ich ein Ego hab cool5 .


Dem schließe ich mich an :D

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