Aerger mit dem Verlag - HILFE!

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ricci
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Aerger mit dem Verlag - HILFE!

von ricci (31.12.2009, 01:05)
Hi Ihr Lieben,

noch vor ein paar Tagen war ich vor Aufregung ganz aus dem Haeuschen, heute bekam ich mein Buch aus dem Lektorat zurueck und war sprachlos vor Wut. Es wimmelte nur so von Fehlern, es sind sogar neue hinzugekommen?

Doch nicht nur Rechtschreibfehler (ich bekam eine PDF-Datei), es wurden Absaetze mitten im Satz gemacht, komplett falsche Formatierungen (so befindet sich auf Seite 24 zwei Seiten in einer), Kapitelbezeichnungen stimmen nicht, und bei einigen Abschnitten wurde der Sinn veraendert so wurde aus:

Das sind die Erlebnisse, aus denen ich mehr Kraft ernte, als aus Erfolg, Wohlstand und Anerkennung.

folgender Text:

Das sind die Erlebnisse, aus denen ich mehr Kraft ernte, und die Hoffnung
auf Erfolg, Wohlstand und Anerkennung.

Abschnitte wurden geloescht, so dass sie einen voellig neuen Sinn ergeben.

Auf meine Anfrage bekam ich nur dumme Antworten von dem Verlag:
Kein Buch wuerde ohne Fehler erscheinen!
Das Buch wird so gedruckt oder gar nicht und wenn ich vom Vertrag zurueck trete, wird mir das Lektorat in Rechnung gestellt!
....................

Was kann ich tun?
Hat jemand einen Rat? Entschuldigt die Rechtschreibfehler, sollten sich welche im Text befinden, ich bin so aufgewuehlt!
Zuletzt geändert von ricci am 31.12.2009, 02:16, insgesamt 1-mal geändert.

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ricci
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Re:

von ricci (31.12.2009, 01:51)
Ich kopiere einfach mal einen Teil, damit ihr eine Vorstellung bekommt:

Seite 32, Zeile 23: neunzehn jährige -> 19-jährige
Seite 34, Zeile 20: nach10 Metern -> nach 10 Metern
Seite 34, Zeile 28: soweit -> so weit
Seite 36, Zeile 27: "7:20 Uhr"Einmal -> "7:20 Uhr" Einmal
Seite 37, Zeile 05: kennen lernt -> kennen lernen
Seite 37, Zeile 10: an meinen Fenster -> an meinem Fenster
Seite 38, Zeile 25: schlappet -> Hä? Was ist denn das für ein Wort?
Seite 38, Zeile 29: seinem Schrank -> seinen Schrank
Seite 39, Zeile 08: oder das wir -> oder dass wir
Seite 39, Zeile 15: schön, das Du -> schön, dass Du
Seite 42, Zeile 02: auf dem Weg -> auf den Weg
Seite 42, Zeile 13: unserem Tank -> unseren Tank
Seite 43, Zeile 14: an zieht -> anzieht
Seite 43, Zeile 19: Für Golfball -> Für den Golfball
Seite 43, Zeile 25: 20- Dollarschein -> 20-Dollarschein

und so geht es weiter und weiter!

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (31.12.2009, 07:54)
Hallo ricci,

da lob ich mir doch BoD. Da bin ich für jeden Fehler selbst verantwortlich - und sonst keiner. Ein paar ganz kleine Fehlerchen habe ich noch in meinem Buch, was solls: in einigen Monaten mache ich eine 2. Auflage. Aber die vielen Fehler in deinem Manuskript: das ist ja wirklich haarsträubend. Kannst du die Druckfreigabe nicht verweigern, bis die Fehler korrigiert sind? Was genau steht in deinem Vertrag? Hier sind die Juristen im Forum gefordert!

Viele Grüße

Torsten
Heiteres Gartenlexikon - Heiteres Heimwerkerlexikon - Irgendwas mit Wuppertal - Im Dutzend witziger

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Blanca Imboden
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Re:

von Blanca Imboden (31.12.2009, 08:20)
Das spricht wirklich nicht für den WESTFLÜGEL-VERLAG.
Sicher, es hat fast überall irgendwo einen Fehler.
Aber das soll ja nicht der Massstab sein.
Jetzt steht und fällt alles mit DEINEM VERTRAG.
Aber da wird wohl nicht viel über das Lektorat drinstehen. In meinem steht z.B. gar nichts über Korrektorat und Lektorat.
In wünsche Dir eine Lösung für Dein Problem
Blanca
Mein BOD-Buch:
«Allein in Afrika», 2005
www.blancaimboden.ch

Reinhardt57
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Re:

von Reinhardt57 (31.12.2009, 08:30)
Liebe Ricci,

aus der Übersicht, die Du mitgeschickt hast, lässt sich aus meiner Sicht ersehen, dass einige Rechtschreibfehler korrigiert wurden, ansonsten kann ich zu den kurzen Satzabschnitten wenig sagen, weil ich den ganzen Satz bzw. den Zusammenhang nicht beurteilen kann.

Ich habe Deinen Verlag gegoogelt, offenbar ist er recht klein, aber er macht auf mich keinen unseriösen Eindruck.

Hast Du denn eine Gesamtansicht des lektorierten Manuskripts bekommen (als Druckfahne oder Datei)?

Torsten hat sicher Recht: Du solltest den Vertrag nochmals überprüfen (lassen).

Wenn Du tatsächlich zu keiner weiteren Einigung mit dem Verlag kommen solltest, würde ich an Deiner Stelle die Bedingungen akzeptieren und mir für das nächste Buch einen anderen Verlag suchen.

Einen schönen Silverstertag wünscht

Reinhardt

julia07
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Re:

von julia07 (31.12.2009, 09:34)
Liebe Ricarda,

das ist ja wirklich eine üble Sache und ich kann mich Blanca nur anschließen: Vertrag ansehen und natürlich sofort reklamieren. Das ist definitiv keine ordentliche Arbeit und zahlen würde ich das sowieso nicht. Ich fürchte aber, dass Du das alles im "Paket" bereits bezahlt hast.

Ich wünsche Dir, dass Du trotzdem noch zu Deinem Recht kommst und sich dieser Verlag am Riemen reißt.

Viele Grüße,
Julia

malschaun
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Re:

von malschaun (31.12.2009, 09:53)
uff, das sind wirklich ärgerliche Fehler, und Fehler, die dem Leser auch eher leicht auffallen :shock::

Ich drück Dir die Daumen, dass Du da eine Lösung findest, Dich mit dem Verlag gütig einigen kannst.

Grüße

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (31.12.2009, 11:27)
Ähnliche Erfahrungen habe ich mit dem letzten verlag gemacht, bei dem ich mich sogar noch engagiert hatte :cry:

Ich kann aus eigenen Erfahrungen nur raten, sofort zu kündigen und etwas Neues zu suchen oder es, wie oben beschrieben, selbst über BoD zu versuchen.

Auch in mein Buch wurden Rechtschreibfehler eingebaut, die mir frecherweise hinterher sogar als Korrekturlesung extra berechnet wurden. Die Auskunft "Rechtschreibprüfung von Word ist nicht alles, der Duden ist Gesetz" war so ziemlich die dümmste Ausrede für eben jene Fehelr, die ich von Dir oben sehe und selbst erlebt habe.

Es ist fatal, sich in die Hände eines solchen Menschen zu begeben, der einen Verlag betreibt, ohne wirklich die Ahnung dessen zu haben, was es dafür braucht. Außer vielleicht einer gehörigen Portion Frechheit.

Heute weiß ich, wer für die Fehler im Buch verantwortlich ist: Ich allein! Und das ist gut so!

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (31.12.2009, 12:00)
ricci hat geschrieben:
Ich kopiere einfach mal einen Teil, damit ihr eine Vorstellung bekommt:

Seite 32, Zeile 23: neunzehn jährige -> 19-jährige
Seite 34, Zeile 20: nach10 Metern -> nach 10 Metern
Seite 34, Zeile 28: soweit -> so weit
Seite 36, Zeile 27: "7:20 Uhr"Einmal -> "7:20 Uhr" Einmal
Seite 37, Zeile 05: kennen lernt -> kennen lernen
Seite 37, Zeile 10: an meinen Fenster -> an meinem Fenster
Seite 38, Zeile 25: schlappet -> Hä? Was ist denn das für ein Wort?
Seite 38, Zeile 29: seinem Schrank -> seinen Schrank
Seite 39, Zeile 08: oder das wir -> oder dass wir
Seite 39, Zeile 15: schön, das Du -> schön, dass Du
Seite 42, Zeile 02: auf dem Weg -> auf den Weg
Seite 42, Zeile 13: unserem Tank -> unseren Tank
Seite 43, Zeile 14: an zieht -> anzieht
Seite 43, Zeile 19: Für Golfball -> Für den Golfball
Seite 43, Zeile 25: 20- Dollarschein -> 20-Dollarschein

und so geht es weiter und weiter!


Leider geht aus deinen Beispielen nicht hervor, welches deine und welches die Lektorats-Version ist.
Die Beispiele mit Akkusativ/Dativ-Änderungen (-m zu -n bzw. umgekehrt) kann nur beurteilen, wer den ganzen Satz kennt.

Ansonsten:
»19-jährige« ist richtig (§ 44 Rechtschreibregeln)

»nach 10 Metern« --> mit Leerzeichen vor der 10 ist richtig

»soweit / so weit« ist abhängig vom Sinn (»soweit ich weiß« oder »es kommt noch so weit«)

»"7:20 Uhr" Einmal« ist richtig (nach schließenden Anführungszeichen steht vor dem nächsten Buchstaben ein Leerzeichen. Direkt hinter dem schließenden Anführungszeichen sind allenfalls Satzzeichen erlaubt)

»an meinem Fenster« ist richtig (»an« verlangt den Dativ)

»schlappet« ... Hä? Buchstabendreher ...

»seinem Schrank / seinen Schrank« --> inhaltsabhängig

»oder dass wir« tendenziell mit Doppelt-s, genaueres kann ich nur sagen, wenn der ganze Satz bekannt wäre

»auf dem Weg / auf den Weg« --> wie oben: »er lag auf dem Weg / er macht sich auf den Weg«

»unserem Tank / unseren Tank« --> wie oben: Satzinhalt erforderlich zur Bewertung

»anzieht« --> im Sinne von »sich bekleiden« oder »reizvoll finden« wird es auf jeden Fall zusammengeschrieben.

»Für den Golfball» --> der bestimmte Artikel (»der, die, das«) kann nur bei Eigennamen (»Der VW Golf«) oder im Plural entfallen (»Für die Golfbälle zahle ich ... --> Für Golfbälle zahle ich ...«)

»20-Dollarschein« --> bei einer Kombination auf Zahlen und Worten wird ein Bindestrich gesetzt, wobei weder vor noch nach dem Bindestrich ein Leerzeichen stehen darf. Direkt hinter einer Zahl darf als Text nur »fach" bzw. »fache« (»3fach«; »4fache«) oder Genus-Endungen wie »er« in Verbindung mit »Jahre« stehen (»die 80er Jahre«).


Ganz generell:
Ein Lektorat darf Hinweise auf Korrekturen und Änderungen geben, aber niemals eigenmächtige Veränderungen vornehmen. Das wäre ein Verstoß gegen das Urheberrecht, das beim Autor liegt.

Wenn ein Lektorat sich auch als Korrektorat betätigt und dann Verstöße gegen die geltende Rechtschreibung in den Text einbaut, dann entspricht das nicht dem erteilten Auftrag. Von daher liegt seitens des Verlages eine klare Nichterfüllung der abgeschlossenen Vertrages vor. Wenn ich die hölzerne Hausverkleidung in Dunkelblau streichen lassen will und dann ein Knallrot bekomme, zahle ich doch nicht dafür!

(Hinweis: Das Nachfolgend ist keine rechtliche Beratung, sondern eine Empfehlung!)
Meiner Meinung nach liegt hier eindeutig ein Mangel in der Leistung seitens des Verlages vor. Der Verlag sollte schnellstens im Rahmen der Gewährleistung eine Korrektur seiner Leistung vornehmen oder aus dem Vertrag aussteigen und auf jede Zahlung deinerseits verzichten!

Ansonsten: Kram das BGB hervor und lies dir die Paragraphen zum Vertragsrecht durch. Online auch mal bei Wikipedia bzw. Juristenforen durchsuchen. Dein Vertragspartner hat seinen Teil der vereinbarten Leistung nicht erfüllt.
Notfalls Verbraucherberatung kontaktieren oder Rechtsanwalt befragen!
Auf jeden Fall: Nicht zahlen!

Grüße
Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Aston Skovgaard
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Re:

von Aston Skovgaard (31.12.2009, 12:44)
Hallo Ricci !

Ich gebe Siegfried recht ! Wenn Du für ein Lektorat bezahlst, kannst Du auch eine vernünftige Leistung dafür erwarten.

Versuche Dich mit Deinem Verlag erst einmal friedlich zu einigen. :wink:

Der Ton macht die Musik ! Sei energisch aber freundlich.

Sollten keine Änderungen oder Reaktionen folgen,so musst Du schnell handeln !! Ein schlecht lektoriertes Buch kann zu einem totalen Desaster führen...

Versuch aber cool zu bleiben... So etwas kann immer mal pasieren,hm?

LG Aston :wink:

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ricci
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Re:

von ricci (31.12.2009, 15:50)
Hallo Ihr lieben,

ich habe mich vielleicht etwas falsch ausgedrueckt aber schon mal vielen Dank fuer Eure Antworten. Es handelt sich in diesem Fall um ein, wie ich dachte, serioeser Verlag, der an meinem Buch interessiert ist und auch bereit ist alle Kosten zu uebernehmen, laut Vertrag. Ich habe noch nichts bezahlt und werde auch nichts zahlen.

Nachdem ich gestern diese Fassung zurueck bekam, mit dem Hinweis - ich sollte doch mal nachsehen, ob ich Fehler entdecke - ICH SOLLTE NACHSEHEN - sah ich nach und entdecke pro Seite zwei Fehler. Viele waren vom Lektorat, weil sie Sachen geaendert haben und dabei Fehler eingebaut haben.
Ich rief sofort an und teilte denen mit, dass ich mit einem Druck dieser Version nicht einverstanden bin, da Passagen geloescht, in Passagen der Inhalt geaendert wurde und mein Manuskript vor Rechtschreibfehlern nur so wimmelte. Darauf antworteten sie mir (klugerweise), das Manuskript wird so gedruckt oder gar nicht und wenn ich aus dem Vertrag aussteige, muesste ich die aufgekommenden Kosten (Lektoriatskosten und noch andere Kosten) tragen, was ich natuerlich nicht tun werde, denn wer bezahlt ein Lektorat, welches noch mehr Fehler verursacht, anstatt welche zu verbessern? Im Vertrag steht nichts ueber das Lektorat, wie verhaelt es sich dann?

Diesen Teil den ich kopiert habe, der war nur dafuer da damit ihr seht, dass sich auf jeder Seite 1 oder 2 Fehler befinden. Den wollte ich nicht zur Diskussion frei geben, wie es jetzt richtig geschrieben wird, denn dafuer braeuchtet ihr den ganzen Satz. Ich wollte nur mal anzeigen, dass sich pro Seite Fehler befinden - Fehler die von denen nicht gefunden oder verursacht wurden. Es beginnt uebrigens auf Seite 1 und setzt sich bis zum Ende des Manuskript fort.

Ein Lektorat darf Hinweise auf Korrekturen und Änderungen geben, aber niemals eigenmächtige Veränderungen vornehmen. Das wäre ein Verstoß gegen das Urheberrecht, das beim Autor liegt.

Das waer schoen aber ich glaube das ist so nicht ganz richtig - denn, soweit ich weiss dürfen sie das. Etablierten Autoren geht es da auch nicht anders. Sie müssen es nur von mir absegnen lassen. Wenn ich es nicht akzeptiere, kann ich ein Veto einlegen. Ist das so richtig? Oder irre ich mich da?

In meinem Fall wurden keine Hinweise gegeben, sondern mir das Buch zugeschickt, welches die Aenderungen bereits enthaelt (geloeschte Passagen, weil so teilten sie mir am Telefon mit, sonst der Umfang des Buches zu gross waere, Sinnveraenderung wie aus dem obrigen Beispiel zu entnehmen ist und und und)

Ich wuensche euch einen guten Rutsch und danke fuer eure Hilfe.
Zuletzt geändert von ricci am 03.01.2010, 15:34, insgesamt 1-mal geändert.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (31.12.2009, 17:13)
ricci hat geschrieben:
Ein Lektorat darf Hinweise auf Korrekturen und Änderungen geben, aber niemals eigenmächtige Veränderungen vornehmen. Das wäre ein Verstoß gegen das Urheberrecht, das beim Autor liegt.

Das waer schoen aber ich glaube das ist so nicht ganz richtig - denn, soweit ich weiss dürfen sie das. Etablierten Autoren geht es da auch nicht anders. Sie müssen es nur von mir absegnen lassen. Wenn ich es nicht akzeptiere, kann ich ein Veto einlegen. Ist das so richtig? Oder irre ich mich da?

In meinem Fall wurden keine Hinweise gegeben, sondern mir das Buch zugeschickt, welches die Aenderungen bereits enthaelt (geloeschte Passagen, weil so teilten sie mir am Telefon mit, sonst der Umfang des Buches zu gross waere, Sinnveraenderung wie aus dem obrigen Beispiel zu entnehmen ist und und und)


Mich würd echt interessieren, woher diese "Informationen" kommen, ein Lektor würde auch bei etablierten Autoren in den Manuskripten herumstreichen und nach eigener Vorstellung den Text verändern. Hörensagen? Der Freund eines Freundes hat bei einem Freund gehört, dessen Freund habe einen Freund in einem Verlag, der mal gehört haben soll ... ??? :shock::

Hast du - oder hat sonst ein Forenmitglied - dafür eine vertrauenswürdige Quelle, wo tatsächlich einem etablierten Autor der Text unter der Ar*** wegkorrigiert und ohne seine Zustimmung veröffentlicht wurde? Ich halte das für eine der ältesten und anscheinend überlebensfähigsten Legenden im Autorenbereich.

Ich zitiere mal aus der Definition des Begriffes "Lektor" der Humboldt-Universität, Berlin, Bereich "Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft". Da heißt es u. a.:

Humboldt-Universität, Berlin hat geschrieben:
Nach der Entscheidung für ein Manuskript wird dieses durch ihn [dem Lektor; Anm. von mir] geprüft und für den Druck bearbeitet (vorbereitet). Zur Bearbeitung eines Manuskriptes hält er besonders engen Kontakt zum Autor, da er (lt. Urheberrecht) ohne dessen Zustimmung zwar orthographische, aber keine inhaltlichen Veränderungen am Manuskript vornehmen darf.
(farbliche Hervorhebung von mir)

Im Klartext:
Wird dein Manuskript mit den Änderungen des Lektors gedruckt, die du aber nicht freigegeben hast, kannst du den Verlag auf Verletzung des Urheberrechts verklagen.

§12 des Urhebergesetzes besagt ganz eindeutig, dass der Urheber des Werkes allein bestimmt, ob und wie sein Werk veröffentlicht wird.
Durch §14 wird dir als Urheber das Recht zugestanden, eine Veränderung deines Werkes zu verbieten, wenn dadurch deine persönlichen Interessen gefährdet sind (und deine Aussagen auf "sinnentstellende Veränderungen" berühren deine persönlichen Interessen unmittelbar).

Urhebergesetz hat geschrieben:
§12 UrhG
(1) Der Urheber hat das Recht zu bestimmen, ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist.

§14 UrhG
Der Urheber hat das Recht, eine Entstellung oder eine andere Beeinträchtigung seines Werkes zu verbieten, die geeignet ist, seine berechtigten geistigen oder persönlichen Interessen am Werk zu gefährden.


Das Einzige, was der Verlag machen kann, ist die Drohung, das Manuskript ohne die Veränderungen des Lektors nicht zu veröffentlichen.

Du als Autorin hast beim Text immer das letzte Wort. Schließlich bist du die ausübende Künstlerin und es steht dein Name hinter dem Manuskript. Und wenn der Verlag nicht-autorisierte Veränderungen drucken lässt, denen du die Zustimmung verweigerst, dann ist das das Pech (oder Risiko) des Verlages. Dadurch erwirbt der Verlag nicht das Recht, für das fehlerhafte Lektorat Geld zu verlangen - du brauchst für die Eigenmächtigkeit des Verlages nicht zu zahlen.

Außerdem: Du hast dem Verlag allenfalls die Veröffentlichungsrechte, nicht aber das Urheberrecht verkauft. Kein seriöser Verlag würde eigenmächtig derartige Veränderungen ohne Zustimmung des Autors für die Druckpresse freigeben. Zwischen Autor und Lektor gibt es so etwas wie ein Vertrauensverhältnis, was hier meiner Meinung nach massiv gestört ist.

Grüße
Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Re:

von julia07 (31.12.2009, 17:25)
Siegfried hat geschrieben:
[...]Kein seriöser Verlag würde [...]


cheezygrin cheezygrin cheezygrin

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Re:

von ricci (31.12.2009, 17:49)
Lieber Siegfried,

ich danke dir von ganzen Herzen. Du hast mir wirklich sehr geholfen.
Vielen lieben Dank.
thumbbup

Ich wuensche euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr, ich hoffe, das ich ein bischen abschalten kann!

Auch dir Julia vielen lieben Dank.

Eure Ricci

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Re:

von julia07 (31.12.2009, 21:41)
Dir auch alles Gute, Ricarda!
Ich drücjke Dir jedenfalls die Daumen, dass Du aus dieser unschönen Sache einigermaßen stressfrei raus kommst thumbbup

LG, Julia

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