Wenn ich nun ein Mensch wäre....

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SamanthaCapule
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Wenn ich nun ein Mensch wäre....

von SamanthaCapule (12.01.2010, 15:48)

Wenn ich nun ein Mensch wäre....


Ich stehe auf einer Straße, der Regen fällt lautlos zu Boden. Der Himmel über mir ist grau und wolkenschwer. Der Boden unter mir ist schmutzig und kahl. Nur die schweren Tropfen zieren das asphaltierte Grau. Es weht ein herzloser, eisiger Wind, der alles mitreißt. An mir vorbei fahren Autos, eines schneller als das andere. Ich sehe die versteiften Gesichter ihrer Fahrer, die Leere in ihren Blicken die sie dem Himmel entgegen schicken. Als würde ein Gott für ihren Missmut und ihren Zorn grade stehen.
Ich sehe ihren Willen schneller zu sein als die Zeit, die sie zu besiegen meinen. So wend ich ab den Blick, wende ihn dem regen treiben hinter mir zu.
Eilig rennen die Menschen von einem Ort zum anderen, niemand der inne hält. Sie reden wild durcheinander, einer wie der andere klagt von Sorg und Leid. Es scheint das immer gleiche Lied zu sein, nur der Rhythmus der allmählich schneller wird. Eine Tragödie nach der anderen wird erzählt, so schnell als sei es nur ein kurzer Film. Sie sprechen es aus um zu erzählen, damit sie nicht sehen müssen, wie die Stille sie einholt. Kein Mensch hört es, nur ich in mitten all der Hektik, die alles stumm vernimmt.
Doch als ich mich schon abgewand, damit ich es nicht länger sehen musste, erkannte ich den hellen Schein. Ich wand mich um, um zu sehen ob ich mich irrte. Doch tatsächlich, zwischen all dem Grau und all dem Hass, tauchte ein Mensch auf. Wie ein Träumer, mit einem Lächeln im Gesicht und bedachten Schritten, ging er durch die Welt. Ein Blick nach links, ein Blick nach rechts, um zu sehen was andere nicht sehen konnten.
Wenn ich nun Mensch wäre, so dachte die kleine Blume am Straßenrand, dann würde ich so sein wollen wie dieser Träumer. Ich würde durch die Welt gehen um die Dinge zu sehen, die keiner sieht. Um zu helfen, wenn keiner helfen will. Wenn ich nun ein Mensch wäre, dann nur ein Träumer.

LG Sam
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

patrick
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Re:

von patrick (12.01.2010, 18:43)
Es wäre toll würden die Menschen anfangen zu Denken wie diese kleine Blume.toll
mfg Patrick

Titus

Re:

von Titus (12.01.2010, 18:55)
Habe die ganze Zeit einen einsamen Menschen im Kopf gehabt, der das alles sieht. Der das schöne im Herzen trägt und es selbst nicht zum Ausdruck bringen kann.
Und das war eine Blume, eine einsame Blume in der Großstadt.
Einfach nur schön!!! Jetzt muss ich mir für heute Abend noch ein anderes Gedicht zum Einschlafen suchen. thumbbup

LG Titus

Maxi
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Re:

von Maxi (12.01.2010, 19:38)
thumbbup
Eine richtig gute Idee. Die zum Nachdenken anregt.
Das Privileg ein Mensch sein zu dürfen, sollte man jetzt neu erkennen und etwas mehr aus seinem Leben machen.
Öfter mal lächeln, genießen das es auch schöne Dinge geben kann.
Gruß Maxi

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SamanthaCapule
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Re:

von SamanthaCapule (13.01.2010, 16:24)
Hallo ihr drei!

Ich finde es schön das ihr den Kernpunkt der Geschichte verstanden habt und das es gut angekommen ist. Vielen vielen Dank!

LG eure Sam angle:
Selbst in der tiefsten Dunkelheit gibt es irgendwo ein funken Licht, die Kunst ist genau hinzusehen wenn er aufleuchtet.

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jako
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Re:

von jako (13.01.2010, 16:58)
Liebe Sam,

das ist eine wunderschöne Geschichte, die uns alle angeht. Aber den Menschen, der in Deiner Geschichte von Dir als Träumer bezeichnet wird, halte ich für den einzig wahren Realisten. Denn er hat erkannt,worauf es wirklich ankommt. Wenn das Wort "Schläfer" nicht einen politischen Beigeschmack hätte, dann würde ich die anderen Menschen, die nicht fähig sind, das Licht zu sehen, alle als Schläfer bezeichnen. Oder sagen wir besser als Blinde oder Schlafende.

Ich danke Dir! thumbbup

jako

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