Korrektorat und Lektorat ein MUSS?!

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Eric Bergen
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Korrektorat und Lektorat ein MUSS?!

von Eric Bergen (28.01.2010, 14:56)
Oft lese ich hier im Forum über das Für und Wieder von Korrektorat und Lektorat.
Dann kommen Argument wie „wichtig ist doch nur der Inhalt“ oder „will das Geld sparen“ und ähnliches.

Besonders für Autoren in dieser Entscheidungsphase möchte ich sagen: Korrektorat und Lektorat sind ein MUSS! Es gibt nur zwei Ausnahmen. Erstens, man möchte sein Buch ausschließlich selber lesen. Zweitens, man schreibt selbst so fehlerfrei wie nach einem professionellen Korrektorat und Lektorat!

Ob man Korektorrat und Lektorat einkauft oder ob sich Freunde dieser Sache annehmen ist dabei unerheblich. Wichtig ist nur das Ergebnis, so wenig Fehler wie möglich! Ein perfektes Buch wird es nie geben und darum geht es auch nicht, aber die Fehler müssen auf einen Minimum reduziert werden.

Warum denke ich so? Ganz einfach! Weil ich als Kunde auch eine Leistung will die in allen drei Bereichen, Inhalt, Orthographie und Grammatik, Druck und Bindung gut ausgeführt ist.

Ein Vergleich soll dies verdeutlichen. Ein Autoverkäufer erklärt einem Kunden, dass der Wagen den besten Motor seiner Klasse hat noch dazu perfekt gefedert ist und man damit fährt als wenn man fliegt. Leider hat die Lackierung ein paar Schlieren und sei etwas fleckig, aber das hätte absolut keinen Einfluss auf die hervorragenden Fahreigenschaften. Würden Sie diesen Neuwagen kaufen?

Um es auf den Punkt zu bringen: Korrektorat und Lektorat sind keine Garantie für einen Verkaufserfolg, aber die Grundlage dafür!

Eric
Zuletzt geändert von Eric Bergen am 28.01.2010, 15:23, insgesamt 1-mal geändert.

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mtg
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Re: Korrektorrat und Lektorrat ein MUSS?!

von mtg (28.01.2010, 15:10)
Eric Bergen hat geschrieben:
Um es auf den Punkt zu bringen: Korrektorrat und Lektorrat sind keine Garantie für einen Verkaufserfolg, aber die Grundlage dafür!

Dem Punkt schließe ich mich inhaltlich vorbehaltlos an. Korrektorat und Lektorat gehören sozusagen zur Grundausstattung (um bei dem Auto-Beispiel zu bleiben). Nur mit den Freunden wäre ich vorsichtig, außer sie sind so gut mit Dir befreundet, dass sie auch kritische Bemerkungen machen dürfen. Und die sind von Freunden wesentlich schwerer wegzustecken als von Fremden. Aber gerade in der (sachlichen) Kritik zeigt sich ja die gewünschte Auseinandersetzung mit dem Text ...

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Blanca Imboden
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Re:

von Blanca Imboden (28.01.2010, 17:12)
Neulich hat jemand hier geschrieben, es gäbe ja sowieso kein Buch ohne Fehler, auch nach einem Korrektorat. Das ist schon so. Aber wie schlimm sieht es dann in Büchern aus, die kein Korrektorat hatten? Man ist einfach viel zu "betriebsblind" und sieht die dicksten Fehler beim Mehrfachlesen nicht.
Ich unterschreibe das MUSS voll und ganz.
Blanca
Mein BOD-Buch:
«Allein in Afrika», 2005
www.blancaimboden.ch

hproentgen
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Lektorat kann viel mehr

von hproentgen (28.01.2010, 22:01)
Ein Lektorat kann noch viel mehr als die Schlieren im Lack zu beseitigen. Zum Beispiel die Fahreigenschaften verbessern.

Auf Bücher bezogen: Nicht nur der Stil und die Rechtschreibung lässt sich verbessern, auch der Text selbst. Unnötige Szenen streichen, herausfinden, wo es noch hakt (und es hakt bei den meisten Texten irgendwo).

Leider haben Autos, bei denen schon auf den Lack nicht geachtet wird, meist auch eine Menge weiterer Probleme. Und Texte, die holprig und mit Rechtschreibfehlern gespickt sind, glänzen meist nicht durch spannenden Plot und glaubhafte Figuren.

Ich möchte das Loblied auf Korrektorat und Lektorat laut mitsingen. Und ich habe es einmal erlebt, was passiert, wenn der Verlag das versprochene Korrektorat nicht macht. Gottseidank hatte ich wenigstens vorher durch Freunde den Text lektorieren lassen, aber dennoch war es grausam.

Hans Peter
Spannung - der Unterleib der Literatur
Von der hohen Kunst, den Leser zu fesseln und auf die Folter zu spannen:
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Annorra
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Re:

von Annorra (29.01.2010, 16:01)
Lektorieren und Korrigieren an sich ist aus meiner Sicht ein Muss. Allerdings muss dieses MUSS keineswegs immer von Dritten durchgeführt werden. Wer in beidem gut genug ist, kann es auch alleine machen, erst recht das Korrektorat.

Ich persönlich stehe der Lektoratsgläubigkeit ein wenig kritisch gegenüber. Was Lektoren verbessern, muss in manchen Fällen nicht unbedingt besser sein, es kann auch nur eine Alternative sein, Geschmackssache eben. "so wenig Fehler wie möglich" wird damit zu einer schwammigen Sache, denn die Grenzen zwischen Fehler und Geschmack sind nicht selten fließend.


Und manchmal können Lektoren den Text zwar etwas verbessern, aber ob dieses Etwas (z. B. "ein Füllwort zuviel" pro Seite) beim Durchschnitts-Leser nun den entscheidenden Unterschied zwischen Kauf und Nichtkauf ausmacht, wage ich zu bezweifeln.

Ach ja, und dann gibt es natürlich noch all jene Fälle, wo nicht mal ein Lektoarat den Text markttauglich verbessern kann, weil einfach alles von vorne bis hinten grausig ist ...

Zitat von Eric
Um es auf den Punkt zu bringen: Korrektorat und Lektorat sind keine Garantie für einen Verkaufserfolg, aber die Grundlage dafür!

Ich fürchte, du hast den Punkt nicht ganz getroffen. Grundlage für den Verkaufserfolg ist nicht das Lektorat, sondern ein möglichst fehlerfreier Text. Wie diese Fehlerfreiheit nun erreicht wird, ob durch Lektorat oder durch Selbstüberarbeitung oder bereits große Mühe bei der allerersten Fassung (die dann die letzte ist), ist für den Verkaufserfolg nicht entscheidend. Ich habe zum Beispiel neulich in einem Kurzgeschichtenwettbewerb einen Platz gewonnen, ohne das jemanden zum Lektorieren und Korrigieren gegeben zu haben. Und bei wissenschaftlichen Arbeiten an der Uni bekomme ich auch gute Noten und kaum Anstreichungen, ohne das jemandem zum Gegenlesen gegeben zu haben. Bei einem Buch würde ich natürlich noch sorgfältiger sein, um auch die letzten Flüchtigkeitsfehler zu finden.

Und dann gibt's einfach noch den Fall von schlechtem und lasch durchgeführtem Lektorat ... manche Leute halten sich für Lektoren und machen den Text schlechter ... hatte mal so einen Dozenten an der Uni, grrr. Der merkte in meinem Aufsatz Unlogisches an, der er selbst da "verbessernd" hingeschrieben hat und sich dann über "meine" Unlogik wunderte.
Macht, Liebe und Verrat in einer exotischen Fantasy Welt:
„Astarian – Das Universum der Ancris“
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Abeille
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Re:

von Abeille (29.01.2010, 17:02)
Annorra hat geschrieben:
Lektorieren und Korrigieren an sich ist aus meiner Sicht ein Muss. Allerdings muss dieses MUSS keineswegs immer von Dritten durchgeführt werden. Wer in beidem gut genug ist, kann es auch alleine machen, erst recht das Korrektorat.


Das finde ich nicht.
Ich gehe im Alltag einem Sprachberuf nach und möchte mich als sattelfest in Sachen Rechtschreibung und Grammatik erachten, ABER man ist betriebsblind. In meinem Job wird alles gegengelesen, das nennt man da Qualitätssicherung. Ups, das klingt jetzt arg nach erhobenem Zeigefinger, aber ich lasse es mal so stehen.
Allerdings gebe ich dir insoweit recht, dass das Korrektorat dann auch nur jemand gewährleisten kann, der nicht schlechter ist als man selbst. Jemand, der nicht kommafest ist, findet dann auch deine Fehler, die der Betriebsblindheit geschuldet sind, nicht.
Ich habe mein Buch über einen langen Zeitraum (allein der Duden Korrektor braucht ja gefühlte Wochen) korrigiert, und zwar nur hinsichtlich Kommas, Rechtschreibung, fehlende Wörter und und und, ich hatte eine Kollegin, die drüber geschaut haben, und das Ende vom Lied war, dass immer noch Fehler drin sind.

In Sachen Lektorat bin ich gespalten, halte es aber nicht verkehrt, denn die Betriebsblindheit schlägt ja nicht nur auf orthographischer Ebene zu. Manchmal sieht man identische Satzanfänge, unnütze Wortwiederholungen und Co. einfach nicht und ist allzu rasch geneigt, sie zu ignorieren, wenn man vom Automaten "Verbfaulheit" unterstellt bekommt.
Über den Sinn und Unsinn bestimmter Handlungen lässt sich vermutlich streiten.

Wenn man sich in Bücherforen so umschaut, wird dem Autor, der in Eigeninitiative veröffentlicht, an führender Stelle gleich pauschal Rechtschreibschwäche unterstellt.
Und ich denke, dass man da von Anfang an sinnvoll entgegen wirken sollte, indem man etwas Ordentliches abliefert.
Wie man das nun gewährleistet, sei mal jedem freigestellt (immerhin ist es ein nicht unwesentlicher Kostenpunkt).

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hawepe
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Re:

von hawepe (29.01.2010, 22:44)
Hallo,

viele kennen meinen Beitrag auf dem Bücherbrett bereits, für den ich 48 book on demand veröffentlichte Bücher genauer angeschaut habe, trotzdem möchte in an dieser Stelle noch einmal auf ihn verweisen: http://hwpahlke.buecherbrett.org/2009/1 ... 0;-teil-1/

Beste Grüße,

Heinz.

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Annorra
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Re:

von Annorra (30.01.2010, 09:28)
DANKE für diesen tollen Artikel, Heiz!!! Ist super geworden!! thumbbup Genaus so eine Studie wollte ich in naher Zeit selbst durchführen, sowohl aus Interesse als auch für eine Uni-Hausarbeit (deren Thema wiederum auf meinen Interessen beruht). Aber nun reicht es ja, wenn ich einfach dich zitiere smart2 Das wesentliche Ergebnis überrascht mich natürlich nicht und dich hat es wohl ebenfalls nicht überrascht. Da ist leider viel zu viel dran an dem Vorurteil. Aber eben wie du feststellst: es gibt auch Bücher, die formal mit Verlagsbüchern mithalten können. - Und ja, das Verwechseln von Gedankenstrich und Bindestrich stößt mir auch immer wieder auf. Ist in Verlagsbüchern auch so ein verbreiteter (aber kleinerer) Fehler. Das ist es auch, was ich damit meinte in einem anderen Thread, dass Rechtschreibfehler nicht gleich Rechtschreibfehler ist. Es gibt eben üblere und weniger üblere.

Hab den Artikel noch nicht ganz gelesen, werde bald weiterlesen. - Hm, und einen Link bekommst du für den Artikel irgendwann später auch auf meiner Website. :D Dort habe ich Ergebnisse zur Analyse von BoD-Autorenwebsites veröffentlicht. Habe aber noch nicht den Vergleich zu Verlagsautoren-Websites gezogen (was damals auch nicht Teil meiner Arbeit war). Werde ich hoffentlich mal nachholen.
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Goetkowski
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Re:

von Goetkowski (05.02.2010, 13:46)
Hallo,

ich möchte mich gerade als Neuling in diesem Forum nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen und mich gewiss nicht als die Koryphäe bezeichnen, was die Orthographie und Grammatik betrifft, doch ich habe beim Lesen eigentlich aller Bücher festgestellt, dass sie nicht fehlerfrei sind.

Ich gehe davon aus, dass Bücher, die bei großen und namhaften Verlagen erscheinen, vor dem Druck von einem Lektor gegengelesen werden - und frage mich dann natürlich, wie es angehen kann, dass mir als "Otto Normal-Leser", der weder Deutsch auf Lehramt studiert noch in der Oberstufe den Deutsch-Leistungskurs besucht hat, zum Teil eklatante Fehler ins Auge fallen.

Bei einem Leserbrief, den ich einmal an ein Fachmagazin sandte, verhielt es sich sogar so, dass dieser, nachdem er von einem Redakteur "korrigiert" worden war, verschlimmbessert abgedruckt wurde, also Fehler enthielt, für die ich gar nicht verantwortlich zeichnete. Im Nachhinein garniert mit dem Lob des Redakteurs, dass er ja kaum etwas zu berichtigen gehabt habe :lol: .

Mit Verlaub, doch ich bin einfach nur skeptisch . . .

Gruß, Uwe

Thorsten Boose

Re: Korrektorat und Lektorat ein MUSS?!

von Thorsten Boose (05.02.2010, 13:56)
Hallo, Eric.
Eric Bergen hat geschrieben:
Besonders für Autoren in dieser Entscheidungsphase möchte ich sagen: Korrektorat und Lektorat sind ein MUSS! Es gibt nur zwei Ausnahmen. Erstens, man möchte sein Buch ausschließlich selber lesen. Zweitens, man schreibt selbst so fehlerfrei wie nach einem professionellen Korrektorat und Lektorat!

Dem stimme ich zu. Denn würde ein guter Koch seinen Gästen ein Essen vorsetzen, das er zuvor nicht wenigstens einmal abgeschmeckt hat? Mit solch einer Arbeit dürfte sich kaum die Mehrheit zufrieden geben. Wer gerne auf TK-, Mikrowellen- oder Fast-Food-Kost zurückgreift mag das anders sehen. Ich will jedenfalls gut essen und gut lesen. :D

Herzliche Grüße,
Thorsten

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.02.2010, 15:29)
Goetkowski hat geschrieben:
Ich gehe davon aus, dass Bücher, die bei großen und namhaften Verlagen erscheinen, vor dem Druck von einem Lektor gegengelesen werden - und frage mich dann natürlich, wie es angehen kann, dass mir als "Otto Normal-Leser", der weder Deutsch auf Lehramt studiert noch in der Oberstufe den Deutsch-Leistungskurs besucht hat, zum Teil eklatante Fehler ins Auge fallen.


Ein Lektor prüft ein Manuskript nicht auf Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler, sondern versucht, die gröbsten strukturellen Fehler im Text in Zusammenarbeit mit dem Autor auszubügeln.

Das notwendige Korrektorat (hier werden die Prüfungen auf Rechtschreibung, Zeichensetzung und Grammatik gemacht) wird in vielen Verlagen aus Kostengründen immer weiter gegen Null herunter gefahren. Warum - und diese Denke ist ja nachvollziehbar - soll ein Verlag Geld in ein Korrektorat investieren, wenn die Masse der Leserschaft entweder zu dumm ist, die Fehler zu erkennen, oder zu fehlertolerant bzw. auftretende Fehler der Rechtschreibreform in die Schuhe schiebt.

Wir hier sind doch das beste Beispiel. Hier werden Text zur Diskussion gestellt, wo der Autor von Beginn an sagt, dass jeder Leser die gefundenen Rechtschreibfehler behalten darf - und wenn einer dann doch was sagt, wird er kurzerhand niedergeschrie(be)n. Die Rechtschreibung ist auf dem Weg zur Beliebigkeit.

Grüße
Siegfried

*Tippfehler behoben
Zuletzt geändert von Siegfried am 05.02.2010, 16:14, insgesamt 1-mal geändert.
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Goetkowski
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Re:

von Goetkowski (05.02.2010, 15:32)
Danke, Siegfried,

da war ich wohl etwas unwissend, voreilig und ungestüm :wink: .

Gruß, Uwe

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Lisa_Sonnenblume
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Re: Korrektorat und Lektorat ein MUSS?!

von Lisa_Sonnenblume (07.02.2010, 18:49)
Eric Bergen hat geschrieben:
Oft lese ich hier im Forum über das Für und Wieder von Korrektorat und Lektorat.
Dann kommen Argument wie „wichtig ist doch nur der Inhalt“ oder „will das Geld sparen“ und ähnliches.

Besonders für Autoren in dieser Entscheidungsphase möchte ich sagen: Korrektorat und Lektorat sind ein MUSS! Es gibt nur zwei Ausnahmen. Erstens, man möchte sein Buch ausschließlich selber lesen. Zweitens, man schreibt selbst so fehlerfrei wie nach einem professionellen Korrektorat und Lektorat!

Ob man Korektorrat und Lektorat einkauft oder ob sich Freunde dieser Sache annehmen ist dabei unerheblich. Wichtig ist nur das Ergebnis, so wenig Fehler wie möglich! Ein perfektes Buch wird es nie geben und darum geht es auch nicht, aber die Fehler müssen auf einen Minimum reduziert werden.

Warum denke ich so? Ganz einfach! Weil ich als Kunde auch eine Leistung will die in allen drei Bereichen, Inhalt, Orthographie und Grammatik, Druck und Bindung gut ausgeführt ist.

Ein Vergleich soll dies verdeutlichen. Ein Autoverkäufer erklärt einem Kunden, dass der Wagen den besten Motor seiner Klasse hat noch dazu perfekt gefedert ist und man damit fährt als wenn man fliegt. Leider hat die Lackierung ein paar Schlieren und sei etwas fleckig, aber das hätte absolut keinen Einfluss auf die hervorragenden Fahreigenschaften. Würden Sie diesen Neuwagen kaufen?

Um es auf den Punkt zu bringen: Korrektorat und Lektorat sind keine Garantie für einen Verkaufserfolg, aber die Grundlage dafür!

Eric


Hallo Eric,

eindeutig JA thumbbup
Was Käufer über BoD-Bücher ohne Lektorat/Korrektorat denken, kann man wunderbar in dieser Diskussion verfolgen:

http://www.amazon.de/tag/romane/forum/ref=cm_cd_pg_pg1?_encoding=UTF8&cdForum=Fx32TE8CKNH7QZ1&cdPage=1&cdSort=oldest&cdThread=Tx1HOX2BWZFFFFZ

Ich für mein Teil will auch kein Lied hören/kaufen, in der die Noten falsch gespielt sind ...
LG,

Lisa

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (10.02.2010, 08:43)
Ich möchte mich nicht nur anschließen. Ich möchte euch danken, dass ihr
den Anspruch auf Qualität erhebt und damit eine Lanze für diejenigen brecht, die sich wirklich Mühe geben, ein handwerklich sauberes Produkt zu erstellen.

Korrektorat

Wozu investiere ich denn Stunden und Tage in Korrekturläufe, beschäftige meine Freunde (die mit dem Blick für so etwas!) und quäle mich dazu, meinen heißgeliebten Text nicht zu lesen, sondern zu sezieren? Wozu stecke ich mein Herzblut hinein?
Damit mir ein anderer Autor hämisch ins Gesicht lacht und erzählt, der Leser frisst eh' alles?

Layout

Mir sind Bücher zu wichtig, um sie zu verhunzen. Auch wenn mir ganz ehrlich - 'tschuldigung, Hans - der Erstzeilennichteinzug am Kapitelanfang doch nicht so wichtig ist, denn das sehe ich, wenn ich mir ältere Bücher in meinem Regal anschaue, doch eher als Modeerscheinung.

Lektorat

Wenn man über eines noch geteilter Meinung sein kann, dann über das Ziel des Lektorats. Sicher ist für mich, dass stilistische Sünden, Fehler in der Erzählperspektive oder im Tempus und Logikfehler ausgemerzt werden müssen. Wenn es darum geht, den Text breitentauglich zu machen, werde ich nachdenklich. Muss ich das Plusquamperfekt eliminieren? Dürfen meine Sätze nur maximal zehn Wörter lang sein? Welche Fremdworte darf ich verwenden? Darf ich Anspielungen einbauen, die nur bei gehobener Bildung verständlich sind?

Bei einem großen Verlag würde ich akzeptieren, dass man meinen Text in dieser Hinsicht aufpoliert. Im Selbstverlag kann ich mir leisten, mein Buch auf eine kleinere Zielgruppe auszulegen und entsprechend geringere Verkaufszahlen hinzunehmen.


Meine fünf Cent :wink:
Valerie

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (12.02.2010, 07:41)
Ich möchte doch nochmal eine provokante These nachschieben:
(N.B.: Das Thema Rechtschreibprüfung/Korrektorat klammere ich mal kurz aus. Das heißt nicht, dass es unwichtig wäre.)

Lektorat wird überbewertet

Klar, es ist unbedingt wertvoll, seinen Text zu lektorieren. Mit dem einmaligen Herunterschreiben ist es nicht getan.
Zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren sind Logikfehler, Perspektivfehler, Grammatikfehler, Stilblüten, Füllwörter, Weichmacher, Lieblingswörter, Passivkonstruktionen, überlange Sätze, zu Monologen ausufernde Dialoge und vieles andere mehr.*

Doch ich stoße immer wieder in Internet-Foren auf die Meinung, dass ein Text ohne das Lektorat eines Buchverlags Murks ist und umgekehrt mit diesem Lektorat automatisch zum wertvollen Kulturgut geadelt wird. Dem möchte ich entschieden widersprechen. Ein Lektor ist kein Buchdoktor, und er kann aus Scheiße** kein Gold machen. (**Entschuldigung für den Ausdruck.) Es ist ganz entschieden die Aufgabe des Autors, an seinem Text so lange zu feilen, bis dieser eigentlich schon fast kein Lektorat mehr braucht. Dann erst kommt der Lektor ins Spiel und feilt noch die allerletzten Kanten weg - soll heißen: macht Vorschläge, die der Autor annehmen oder ablehnen kann. Die letzte Entscheidung trifft dabei immer noch der Autor selbst.

Dies stelle ich einfach mal zur Diskussion.


*Mir hat dieser Artikel geholfen: Andreas Eschbachs 10-Punkte-Text-ÜV:
http://www.andreaseschbach.de/schreiben/page96/page96.html

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