Wie Schaf ist das denn?

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sasi
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Wie Schaf ist das denn?

von sasi (15.04.2010, 23:24)
Titel: Wie Schaf ist das denn?
Autor: Kya Saß

Verlag: Books on Demand
ISBN: 9783839169360
Seiten: 128
Preis: 8,90

Der Autor über das Buch:

Hallo,

ja, was soll ich schreiben?

Ich habe das Manuskript vor einigen Jahren geschrieben und es lag lange in der Schublade. Leider ist es dabei nicht gereift wie ein guter Wein. :lol:

Vielleicht hat dennoch der Ein oder Andere Lust, sich die Leseprobe anzusehen und etwas dazu zu schreiben.

Liebe Grüße
Sasi



Liebe Grüße


Klappentext:

Miriam Heisters, junge Mutter in einem schicken Eigenheim fällt aus allen Wolken, als sie vermutet, dass ihr Mann mit Ihrer besten Freundin ein Kind gezeugt hat, ab da geht das Chaos los und zwar de luxe ...

Wahnwitzige Ideen durchziehen das Buch und jeder Fan von "frechen, humorvollen Frauen" wird dieses Buch lieben.

Inhalt:

Eine kleine Leseprobe:

Ich darf mich ihnen vorstellen mein Name ist Miriam Heister, mein Beruf, nun gut, meine Berufung derzeit ist Hausfrau und Mutter, ich bin achtundzwanzig Jahre alt, verheiratet mit Marc, siebenunddreißig Jahre alt, eine Tochter: Jule Lilly, 2 Jahre alt, wir wohnen in einem neuen Doppelhäuschen. Hört sich langweilig an, ist es auch. Zumindest die meiste Zeit.

Nach der Geburt von Jule könnte man sagen, dass ich etwas aus der Form geraten bin. Okay, ich bin schon ziemlich massig derzeit. Wenn Männer darüber reden, dass sich Frauen nach Heirat und Geburt einer Metamorphose unterziehen und das
einstmals sexuell aktive Weibchen mit der Konfektionsgröße 38 und massenhaft Strapsen und sündteurer Unterwäsche im Schrank, sich nach dem Werfen in eine inkontinente Seekuh mit ausgeleierten, verfärbten Frottee-Unterhosen in Größe 46 verwandelt und Binden trägt, auf denen man die sieben Weltmeere überqueren kann, dann meinen sie mich! Ich bin das Negativbeispiel für Tausende von Frauen, denen es genau so geht. Zumindest rede ich mir das ein. Außer, dass Sie vielleicht
keinen Mann haben, der die Wäsche macht (was für ein Prachtkerl) und sie vielleicht noch weiße, anstatt grauer, ausgeleierter Unterhosen haben. Ich denke ja immer, das mit meiner Figur ist genetisch. Meine Mutter sieht figurmäßig ähnlich aus, nur der Kopf ist bei uns anders. Wo ich braune lange Haare, blaugraue Augen und eine Stupsnase habe, dort hat sie eine flotte knallrote Kurzhaarfrisur, eine römischkatholische
Langnase und grüne Sternchen-Augen, und sie liebt Make-up in grünen
Kreischtönen und ... Selbstbräuner. Wenn sie unter einer Neonröhre steht, sieht sie aus wie jemand mit Hepatitis im Endstadium.
Meine Mutter ist sowieso eine Geschichte für sich. Sie hat nur ein Hobby: Alle essbaren Sonderangebote kaufen und einfrieren. Im Keller stehen drei mannshohe Tiefkühltruhen, bei denen jede einzelne Schublade so voll ist, dass man ein Brecheisen und den passenden Schwerverbrecher braucht, um sie aufzubekommen.
Alles kommt in Gefriertüten und wird beschriftet. Nur vergisst sie häufig Sachen, da sie bei der Menge an einzeln eingefrorenen Brötchen bis hin zum Schwein für die 500 Mann starke Bundeswehrtruppe, nicht mehr so ganz den Überblick behält. Ich kann aus leidvoller eigener Erfahrung sagen, dass ein Steak aus dem Jahre 1970 nicht mehr
so ganz der Hit ist, auch wenn es eingefroren war. Ja, solche Sachen schreibt das Leben, die kann man sich nicht ausdenken. Meine Mutter ist auch im Besitz eines Lebensabschnittsgefährten. Hansi (mein Vater starb, als ich 11 war), er ist ein bisschen jünger als sie, vier Jahre um genau zu sein. Er füllt leere Getränkeautomaten auf. Wenn er abends nach Hause kommt, verlangt er ein sauber aufgetautes Schwein
in Sauce, das man, wenn er draußen essen würde, vom Weltall aus sehen könnte. Sie lieben beide Essen und meistens unterhalten sie sich auch darüber. Bei dieser Vorbelastung war meine figürliche Laufbahn unumgänglich. Bei meiner besten Freundin Elke lagen die Dinge anders. Ihre Mutter, bzw. Großmutter, bei der sie aufwuchs, gab es durchweg gesunde Sachen. Viel Gemüse und Obst und alles wurde
beim Biobauern gekauft. Wie ich sie beneidet habe. Es wurde alles mit so viel Liebe eingekauft und zubereitet, anders als bei meiner Mutter und der Polarkost. Elke hat auch nach drei Schwangerschaften keine Figurprobleme oder fiese Schwangerschaftsstreifen und darauf ist sie enorm stolz. Wäre ich auch an ihrer Stelle. Im Gegensatz zu mir, in meinen Schwangerschaftsstreifen könnte ich unsere
Wocheneinkäufe nach Hause tragen, so tief sind sie. Elke wohnt, genau wie ich, in einem eigenen Häuschen und wir kennen uns seit der der Ausbildung. Wir haben beide in einem großen Textilunternehmen gelernt. Sie war immer besser als ich, aber das hat mich nicht gestört. Ich bin nicht besonders ehrgeizig. Sie saß im Berufsunterricht neben mir und so haben wir uns kennengelernt. Okay sie war immer schon ein bisschen zickig, aber ich konnte ihr gutes Herz sehen. Ich bin wohl doch ein Menschenfreund.

Nun möchte ich ihnen noch meinen Mann vorstellen: Marc, unteres Management in einer Versicherungsgesellschaft, in der ich vor meiner Schwangerschaft auch gearbeitet habe, ein netter bodenständiger Mann, attraktiv, blond, faszinierend veilchenblaue Augen mit Sternchen drin, guter Vater und übernimmt auch Aufgaben im Haushalt und bei der Kindererziehung. Ich war vollkommen zufrieden. Ein netter
Mann, ein nettes hübsches Kind, ein kleines Eigenheim und eine neurotische Mutter - alles, was Frau mal haben sollte, da gerät Kleidergröße 46 in den Hintergrund. Dann kam der Tag, der alles änderte ...

Alles fing eher harmlos an. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, dass alles einen katastrophalen Lauf nehmen und mein Leben auf den Kopf stellen würde. Elke hatte sich seit langer Zeit mal wieder zum Besuch angekündigt. Ein netter Frauennachmittag mit ein bisschen Kaffee und Kuchen, das waren ihre Worte. Ehrlich gesagt telefoniere ich lieber mit ihr, das hat genau drei Gründe: Torben 6, Charlotta 4 und Jannes fast 2, hübsche Kinder wirklich, dunkle fast schwarze Haare (vom Papa), dunkle fast schwarze Augen (vom Papa), schöne Haut (vom Papa),
schicke Klamotten (von H&M), aber furchtbar verzogen. Ich mag Kinder wirklich, aber ich mag nicht, wenn sie durch die Gitterstäbe an unserer Treppe pinkeln und dabei den Regentanz aufführen. Elke ist die Art von Mutter, die, wenn sie zu Besuch kommt, die Verantwortung für die Kinder bei der Begrüßung überträgt. Somit ist sie an Langzeitschäden am Inventar, die denen nach einer atomaren Katastrophe ähneln,
nicht verantwortlich. Auch Jule hat vor ihnen Angst. Aber motorisch hat sie davon profitiert. Sie ist schneller geworden. Jetzt trifft nur noch jedes dritte fliegende Holzspielzeug ihren Kopf. Marc und ich nennen selbst den Kleinsten schon hinter vorgehaltener Hand: Demolition Man. Als sie ankamen, brach mir der kalte Schweiß aus und Jule weigerte sich hysterisch, aus ihrer Höhle unter der Treppe hervorzukommen. Mit drei Schnullern bewaffnet war sie zu allem bereit. Ich sah mir selber zu, (hab gedacht, das gibt es nur in Romanen) und sah mich in meiner Fantasie
als übergewichtiger weiblicher Rambo, der anstelle des Guerilla Messers eine Kuchenschaufel schwingt und sich vor den mutierten Kindern zwischen den Zimmerpflanzen hin- und herschwingt. Nicht, dass die Pflanzen mein Gewicht ausgehalten hätten. Auf jeden Fall muss ich wohl dümmlich gegrinst haben, was die Meute irrsinnigerweise als Willkommensfreude interpretierte. Mit matschigen Donuts in den klebrigen Fingern rauschten sie an mir vorbei auf unsere Hündin zu.
Der Anführer, Torben, der Treppenpinkler, versuchte sofort Rosines (ja, so heißt sie!) Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, indem er versuchte sie an ihrem Schwanz aus dem Körbchen zu ziehen. Was bei Rosi gar nicht so leicht ist, da auch sie ein ziemliches Schwergewicht ist. Dabei frisst sie gar nicht so viel, muss wohl auch genetisch sein. Wie wohl ihre Mutter aussieht? Ein cremefarbener Labrador/Dackelmischling mit knallrotem Kopfhaar? Aber ich schweife ab. Rosine zog jaulend und mit eingezogenem Schwanz unter den Tisch. Sie hatte Glück,
Torbens Blick fiel auf Jules Höhle, das merkte auch Jule selbst, die laut schrie: „Wech Toben, wech wech wech weeeeech“, ich eilte ihr zu Hilfe und versuchte, Torben, pädagogisch wertvoll zu erläutern, dass Jule gerne im Moment ihre Ruhe möchte, aber bestimmt nachher ihre Höhle mal freigibt. Worauf er in unangebracht lautes Schreien verfiel.
Durch einen Hundertachtzig-Grad-Blick überzeugte ich mich davon, dass ich Marc heute Abend beibringen musste, dass Schokodonuts auf Möbeln jetzt der letzte Schrei ist. Elke war die Ruhe selbst. Sie hatte die Frechheit, mir zu sagen, dass ich mich doch erst mal in Ruhe setzen soll. Klar Elke! Und deine Kinder skalpieren derzeit meinen Hund und meine Tochter muss zeit ihres Lebens in therapeutische Behandlung wegen schweren frühkindlichen Traumas. Mal abgesehen von den erheblichen Sachschäden. Aber ich tat es trotzdem. Trotz des markerschütternden
Schreis von Torben, der jetzt versuchte seine kleine Schwester mit meinem Fitnessstretchgummiband an das Sofa zu fesseln („sie spielen doch nur Indianer“) und dabei versuchte Rosi als sein Pferd zu gewinnen, hörte ich wie Elke sagte: “Ich hab mich von Thorsten getrennt!“Thorsten, der Spermageber für ihre drei Kinder.

Den nennen Marc und ich übrigens Fruchtzwerg, da laut Elke, zwei Drittel, ihrer drei Kinder eigentlich biologisch unmöglich wären, zwecks falschen Zeitpunkts der Befruchtung während ihres Zyklus. Nach dem dritten Kind hat Elke darauf bestanden, dass Thorsten sich sterilisieren lässt, um weiteren Kampfspermien den Weg zu verbauen. Tapfer hat sich Thorsten der Herausforderung gestellt. Mehr Positives lässt sich über ihn leider nicht sagen, er ist arrogant und unhöflich und die beiden streiten eh dauernd, wenn sie zusammen sind. Hab nie verstanden, warum
die beiden ein Paar sind. Trotzdem mimte ich Anteilnahme. Nach einem
gemurmelten „Warum das denn?“ trat ich die Lawine los.

Peter Cokü
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Re:

von Peter Cokü (16.04.2010, 19:31)
Hallo Kya,

ich habe mal drübergelesen!
Was soll ich sagen, selbst für mich als Mann erfrischend frech geschrieben, endlich mal ein Humor, der mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte (das schaffen nicht viele Autoren).
Zeichensetzung ist aber noch stark verbesserungswürdig, vielleicht in der zweiten Auflage.
Kurzum, toll :D
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Liebe Grüße
Peter

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sasi
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Registriert: 30.03.2010, 12:51

Re:

von sasi (16.04.2010, 22:52)
Hallo Peter,

lieben Dank für Deine Antwort! Ich habe mich darüber natürlich gefreut. :D

Zu der Interpunktion: Die erste Korrektur lief über den Duden Korrektor und danach waren dann viele komische Fehler drin. Wir streiten noch, ob er das war, oder ich. :lol:

Dann wurde es nochmal Korrektur gelesen und ich habe das Lehrgeld der dritten Auflage bezahlen dürfen.

Wenn ich irgendwann wieder zu Kräften komme, werde ich es vielleicht nochmal korrigieren lassen, aber ich habe irgendwie die Befürchtung, es wird zu Tode korrigiert. Ich selber habe die Flügel gestreckt, ich sehe schon Interpunktionsfehler an der Rauhfasertapete über meinem Bett. :lol:

Liebe Grüße
Sasi

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