Welches Format/welche Schrift?

Buchblock, Cover, Print on Demand, E-Book-Konvertierung: Euer Forum rund um die Bucherstellung.


Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re:

von hawepe (18.05.2010, 18:35)
Hallo Artus,

Artus hat geschrieben:
Pah, na und? Auch Autoren sind Menschen, und die machen nunmal Fehler.


Hoffentlich denkst du immer so großzügig und beschimpfst nicht den Handwerker, der nicht sauber gearbeitet, sondern nur kassiert hat, oder den Rechtsanwalt, dem du einen verlorenen Prozess zu verdanken hast.

So ist es z.B. fast unmöglich, bei der Umwandlung vom Word-Text zum PDF den Seitenumbruch fehlerfrei zu erhalten.


Dann hast du einen Fehler gemacht.

Außerdem zählt der Inhalt wesentlich stärker als die Form, denn was nutzt ein fehlerfreies Buch wenn es den Leser zu Tode langweilt?


So verteidigen sich alle Menschen, die nicht bereit oder imstande sind, sorgfältig zu arbeiten.

Was ich allerdings nie verstehen werde, wie sich Autoren teilweise Monate oder gar Jahre mit ihrem Manuskript plagen können, aber völlig uninteressiert an dessen überzeugender Präsentation sind. Aber vielleicht brauchen sie das, um andere für den meistens ausbleibenden Erfolg verantwortlich machen zu können.

Beste Grüße,

Heinz.

Benutzeravatar
ricci
Beiträge: 195
Registriert: 11.12.2009, 03:17
Wohnort: Panama

Re:

von ricci (18.05.2010, 18:45)
hawepe hat geschrieben:
Hallo ricci,

ricci hat geschrieben:
Aber nicht jeder Verlag ist ein guter Verlag (meiner war es offensichtlich nicht) sowie nicht jeder Autor ein guter Autor ist...


Natürlich, wie sollte es auch anders sein. Es gibt in Deutschland weit über 20.000 Verlage und ein Vielfaches an Lektoren. Dass sich darunter auch manche tummeln, die ihr Handwerk nur schlecht beherrschen, ist nur logisch.

Ich habe mich übrigens auch schon über einige Verlage geärgert, für die ich gearbeitet habe, weil Mängel in den Büchern zumindest zum Teil auch immer auf den Autor zurückfallen.

Trotzdem würde ich, wenn es die Wahl gibt, immer einen klassischen Verlag bevorzugen. Ich kann mich zwar selbst belügen, dass meine Texte nicht mehr verbesserungsfähig sind, bloß leider stimmt das nicht :-(

Als mir das Manuskript für einen meiner Reiseführer mit reichlich Anmerkungen zurückgegeben wurde, war ich natürlich nicht begeistert, aber in vielen Punkten hatte der Lektor leider trotzdem recht :-(

Beste Grüße,

Heinz.


Hallo Heinz,

da hast Du Recht. Ich sollte vielleicht noch dazu schreiben, dass der Verlag bereits wichtige Anmerkungen hatte, bevor mein Manuskript ins Lektorat gegangen ist. Diesen ueberaus wichtigen Anmerkungen bin ich damals sofort nachgegangen und habe mein Manuskript um einiges verbessert. Der Verlag war begeistert und ich war es auch. Was dann im Lektorat schief gelaufen ist - ich weiss es nicht - wie gesagt, da wurde einfach ein Satz aus einer Lichtensteiner Sage in meinem Buch eingefuegt - ein Satz der bereits in einem anderen vom Verlag veroeffentlichten Buch erschienen ist??? Auf die Frage was das soll, hiess es - Fehler passieren... das stimmt aber mein Buch enthielt nur noch solche Fehler???
Als ich dem Verlag die Rechte entzog hiess es ploetzlich - das Buch sei ja nicht wirklich im Lektorat gewesen und sie wuerden es gern nachholen aber da hatte ich die Nase schon gestrichen voll!!!

Ich weiss nicht ob Du Dich beluegst - ich tue es nicht - (deswegen war ich ueber die erste Kritik des Verlages sehr angetan und habe sofort mein Manuskript geaendert und damit verbessert) - aber ich verbessere keinen Schwachsinn, denn ich weiss was ich tue. Und ernst gemeinte Kritik nehme ich mir sehr zu Herzen doch krieche ich keinen Verlag in den Ar... und veroeffentliche Mist, nur damit ich bei einem klassischen Verlag veroeffentlichen kann.

die Ricci

Benutzeravatar
Anke Höhl-Kayser
Beiträge: 4984
Registriert: 18.04.2010, 00:08
Wohnort: Wuppertal

Re:

von Anke Höhl-Kayser (18.05.2010, 18:46)
hawepe hat geschrieben:
Was ich allerdings nie verstehen werde, wie sich Autoren teilweise Monate oder gar Jahre mit ihrem Manuskript plagen können, aber völlig uninteressiert an dessen überzeugender Präsentation sind.


Das kann mit Angst vor Kritik zusammenhängen - gerade wenn man über einen so langen Zeitraum sein Herzblut in das Werk hinein vergossen hat.
Außerdem soll es auch wirkliche Marketing-Idioten geben, denen man erst sagen muss, dass Schüchternheit und hohe Verkaufszahlen einander ausschließen :D
Sowas kenne ich natürlich nur vom Hörensagen cheezygrin

Benutzeravatar
Artus
Beiträge: 320
Registriert: 18.05.2010, 00:38
Wohnort: 743 Evergreen Terrace

Re:

von Artus (18.05.2010, 19:11)
mtg hat geschrieben:
Das Bauhaus hat uns gelehrt, dass die Form der Funktion folgt. Trotzdem bestach das Design von z.B. Häusern und Gebrauchsgegenständen durch viel Liebe zum Detail.


Ganz richtig. Allerdings ist das Bauhaus-Design Bestandteil seiner Funktion als Kunstgegenstand.

Aber dieser Wert wird ja in keiner Weise geschmälert, wenn die Qualität der Ausführung Mängel aufweist, wie z.B. das Bauhaus-Gebäude Dessau, das wegen schlechter Bausubstanz bereits mehrfach hat renoviert werden müssen.

Dennoch besitzen Form und Inhalt unterschiedliche Qualitäten. Die Form, in unserem Falle die Buchgestaltung, ist lediglich eine Transferleistung, also die richtige Anwendung von Regeln, wohingegen der Inhalt eine Kreativleistung darstellt, die der menschliche Geist aus dem Nichts erschafft.

Der Punkrock der 70er hat das Diktat der Harmonielehre in der Musik (Form) zugunsten einer kreativen Kakophonie aus drei Akkorden und wüstem Geschrei (Funktion) zerstückelt, und damit stilbildend auf die Musikgeschichte eingewirkt.

Ich plädiere dafür, als Autor nicht in formalistischer Perfektion zu ersaufen, sondern dem Neuen, Ungewohnten und bisher Undenkbaren Raum zu geben.

In den Regalen
der Mief aus tausend Jahren.


Nieder mit dem Althergebrachten (gähn), durch das der Leser wie ein gutgeschmiertes Zäpfchen flutscht.

Es lebe die Punk-Literatur, die ihn über Glasscherben und Stacheldraht zerrt, damit er wach und aufnahmebereit wird!

Revolutionäre Grüße
Artus
Zuletzt geändert von Artus am 18.05.2010, 19:26, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
ricci
Beiträge: 195
Registriert: 11.12.2009, 03:17
Wohnort: Panama

Re:

von ricci (18.05.2010, 19:14)
Artus hat geschrieben:
mtg hat geschrieben:
Das Bauhaus hat uns gelehrt, dass die Form der Funktion folgt. Trotzdem bestach das Design von z.B. Häusern und Gebrauchsgegenständen durch viel Liebe zum Detail.


Ganz richtig. Allerdings ist das Bauhaus-Design Bestandteil seiner Funktion als Kunstgegenstand.

Aber dieser Wert wird ja in keiner Weise geschmälert, wenn die Qualität der Ausführung Mängel aufweist, wie z.B. das Bauhaus-Gebäude Dessau, das wegen schlechter Bausubstanz bereits mehrfach hat renoviert werden müssen.

Dennoch besitzen Form und Inhalt unterschiedliche Qualitäten. Die Form, in unserem Falle die Buchgestaltung, ist lediglich eine Transferleistung, also die richtige Anwendung von Regeln, wohingegen der Inhalt eine Kreativleistung darstellt, die der menschliche Geist aus dem Nichts erschafft.

Die Punkrock der 70er hat das Diktat der Harmonielehre in der Musik (Form) zugunsten einer kreativen Kakophonie aus drei Akkorden und wüstem Geschrei (Funktion) zerstückelt, und damit stilbildend auf die Musikgeschichte eingewirkt.

Ich plädiere dafür, als Autor nicht in formalistischer Perfektion zu ersaufen, sondern dem Neuen, Ungewohnten und bisher Undenkbaren Raum zu geben.

In den Regalen
der Mief aus tausend Jahren.


Nieder mit dem Althergebrachten (gähn), durch das der Leser wie ein gutgeschmiertes Zäpfchen flutscht.

Es lebe die Punk-Literatur, die ihn über Glasscherben und Stacheldraht zerrt, damit er wach und aufnahmebereit wird!

Revolutionäre Grüße
Artus


Deine Beitraege mag ich jetzt schon und ich freue mich auf
viele weitere... cheezygrin

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re: jeder was er mag

von hawepe (19.05.2010, 07:45)
Hallo Doris,

Doris Thomas hat geschrieben:
Bei BoD kann man doch machen, was man möchte.
Ob man nun nach den gängigen Marktvorgaben produziert oder mal einen verrückten anderen Weg geht....


Und genau das hat mich bislang doch sehr überrascht. Wenn man alleine dieses Forum nimmt: Wie oft wurde da schon geschrieben, als Book-on-Demand-Autor habe man die große Freiheit, auch mal Neues ausprobieren zu können.

Doch die Realität sieht ganz anders aus. Es dürften inzwischen einige Hundert book on demand veröffentlichte Bücher sein, die ich mir angesehen habe, doch "verrückte andere Wege" habe ich bislang nicht entdeckt.

Ein Dozent erklärte uns mal in unserem Publizistikstudium, hinrotzen dürft ihr in Taschentücher, aber Seminararbeiten, Zeitungsartikel, Fernsehsendungen werden nicht hingerotzt. Für letzteres finde ich zahlreiche Beispiele unter den Book-on-Demand-Büchern, aber einen "verrückten Weg" sehe ich darin nicht.

Beste Grüße,

Heinz

Doris Thomas
Beiträge: 152
Registriert: 10.08.2009, 09:12
Wohnort: Bayern

Re: jeder was er mag

von Doris Thomas (19.05.2010, 08:03)
hawepe hat geschrieben:
Hallo Doris,

Doris Thomas hat geschrieben:
Bei BoD kann man doch machen, was man möchte.
Ob man nun nach den gängigen Marktvorgaben produziert oder mal einen verrückten anderen Weg geht....


Und genau das hat mich bislang doch sehr überrascht. Wenn man alleine dieses Forum nimmt: Wie oft wurde da schon geschrieben, als Book-on-Demand-Autor habe man die große Freiheit, auch mal Neues ausprobieren zu können.

Doch die Realität sieht ganz anders aus. Es dürften inzwischen einige Hundert book on demand veröffentlichte Bücher sein, die ich mir angesehen habe, doch "verrückte andere Wege" habe ich bislang nicht entdeckt.

Ein Dozent erklärte uns mal in unserem Publizistikstudium, hinrotzen dürft ihr in Taschentücher, aber Seminararbeiten, Zeitungsartikel, Fernsehsendungen werden nicht hingerotzt. Für letzteres finde ich zahlreiche Beispiele unter den Book-on-Demand-Büchern, aber einen "verrückten Weg" sehe ich darin nicht.

Beste Grüße,

Heinz


Du hast das wahrscheinlich besser verfolgt als ich, Heinz.
Theoretisch könnte man aber Verrücktes machen, wenn man es denn wollte.
Das steht eben jedem Autor bei BoD frei.
(Auch was Verrücktes kann selbstverständlich qualitativ hochwertig sein.)

Da es aber keinerlei Kontrolle gibt, ist halt so manches BoD Produkt, wie du so schön mit den Worten deines Dozenten schreibst, hingerotzt.

Ich finde es hier allerdings toll zu lesen, welche BoD Buchprojekte erfolgreich laufen. Die sind auch nicht "hingerotzt".
Es geht also auch so und es kann Erfolg bringen. Super!
thumbbup

Benutzeravatar
ricci
Beiträge: 195
Registriert: 11.12.2009, 03:17
Wohnort: Panama

Re: jeder was er mag

von ricci (19.05.2010, 14:12)
hawepe hat geschrieben:
Hallo Doris,

Doris Thomas hat geschrieben:
Bei BoD kann man doch machen, was man möchte.
Ob man nun nach den gängigen Marktvorgaben produziert oder mal einen verrückten anderen Weg geht....


Und genau das hat mich bislang doch sehr überrascht. Wenn man alleine dieses Forum nimmt: Wie oft wurde da schon geschrieben, als Book-on-Demand-Autor habe man die große Freiheit, auch mal Neues ausprobieren zu können.

Doch die Realität sieht ganz anders aus. Es dürften inzwischen einige Hundert book on demand veröffentlichte Bücher sein, die ich mir angesehen habe, doch "verrückte andere Wege" habe ich bislang nicht entdeckt.


Beste Grüße,

Heinz


Hallo Heinz,

als ich Deinen Beitrag las, fiel mir spontan die Frage ein:

Wie muss ein Buch sein, dass Dir das Gefuehl gibt, es handle sich um ein Buch, das einen verrueckten und anderen Weg geht???

lg

die Ricci

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re: jeder was er mag

von hawepe (20.05.2010, 09:22)
Hallo ricci,

ricci hat geschrieben:
Wie muss ein Buch sein, dass Dir das Gefuehl gibt, es handle sich um ein Buch, das einen verrueckten und anderen Weg geht???


Eine interessante Frage, wobei ich sie nicht drauf einschränken möchte, was ich darunter verstehe. Allerdings merkst du schon an der Reaktion bzw. ausbleibenden Reaktion, dass mit den großspurigen Sprüchen, man wolle sich in kein Korsett pressen lassen, in der Regel nur gemeint ist, man habe keine Lust, sich um ein ordentliches Ergebnis zu kümmern.

Hier mal ein paar Beispiele, die ich für gelungen halte:

Jede Minute kostet 33 Franken: Als das Buch 1977 erschien, war an Laser- und Tintenstrahldrucker noch nicht zu denken. Gedruckt wurde auf Nadeldruckern mit ihrem charakteristischen Schriftbild, mit dem das Cover gestaltet wurde.

Ich an Dich: Das Cover sieht für uns heute recht altbacken aus, noch immer ansprechend ist das Buchinnere gestaltet, das an ein Album mit auf Schreibmaschine und handschriftlich verfassten Texten, eingeklebten Bildern, Kassenzetteln, Flyern usw. erinnert.

Auf den Wellen von TSF: Sowohl das Cover als auch der Buchblock zeigen deutliche Einflüsse des Funktionalismus und Konstruktivismus. Leider habe ich im Internet keine Abbildung gefunden.

Sehr interessant finde ich auch die Versuche der Neuen Typographie der zwanziger Jahre, z.B. Jan Tschicholds Kleinschreibungsversuche, in denen er alle Worte klein schrieb und zur besseren Strukturierung des Satzbildes den Satzendepunkt auf die Zeilenmitte anhob und vom Satz mit einem Zwischenraum abtrennte.

Die Leipziger Buchmesse widmet ungewöhnlichen Buchgestaltungen übrigens regelmäßig einen kleinen Ausstellungsbereich. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich dort unbedingt mal umschauen, denn in die Buchläden kommen diese Titel selten.

So, dass nur mal so zur Anregung für Diskussionen.

Beste Grüße,

Heinz.

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5677
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re: jeder was er mag

von mtg (20.05.2010, 09:41)
ricci hat geschrieben:
Wie muss ein Buch sein, dass Dir das Gefuehl gibt, es handle sich um ein Buch, das einen verrueckten und anderen Weg geht???

In der Tat eine spannende Frage.

»Ver-rückt« bedeutet ja, außerhalb einer Norm, außerhalb des Normalen, des Gewöhnlichen etc. Man kann aber nur aus einer Richtung, einem Mainstream ausscheren, wenn man vorher drin war. Ein »verrücktes« Buch für mich ist z.B. ein Buch, das optisch oder graphisch (auch typographisch) überrascht. Deshalb finde ich es ja so wichtig, ein paar Gedanken an die Schrift zu verlieren, anstatt sich mit der standardmäßigen Einstellung Arial oder Times New Roman zufriedenzugeben.

Kreativität lässt sich erst dann umsetzen, wenn man das Handwerk beherrscht. Es muss dadurch ein Anreiz gegeben sein, der Blicke und das Interesse anzieht. Das kann ein Titel sein, das kann ein Cover sein (ich habe zwei Mal LPs nur wegen des Covers gekauft und wurde beide Male positiv überrascht), das kann aber auch z.B. der Wechsel von positiv auf negativ im Buchblock sein. Eine Seite zwischendurch ist plötzlich schwarz mit weißer Schrift. Oder bei verschiedenen Handlungssträngen werden die jeweiligen Absätze unterschiedlich eingerückt. Das wäre dann vergleichbar mit der monochromen Einfärbung des Films »Metropolis« aus den 20er Jahren, bei der Regisseur Fritz Lang den unterschiedlichen Handlungssträngen bestimmte Farben zugeordnet hat - oder wie bei Wagners »Ring der Nibelungen«, wo jede handelnde Figur ein eigenes »Leitmotiv« besitzt. Oder, oder, oder. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Aber: Alles betrifft die Form. Auch die von Heinz zitierte Kleinschreibung (ich kenne jetzt den zitierten Tschichold nicht, aber so etwas ähnliches von Raymond Loewy, einem begnadeten Designer) ist Formalismus - allerdings hat sich Tschichold etwas dabei gedacht, in dem er auch die Zeichensetzung »ver-rückte«.

Fazit: Man kann tun, was man möchte, solange man es auch im herkömmlichen Sinne machen könnte - sprich: Handwerk zuerst. Und wenn ausgefallen, dann mit Nachdenken, Konzept und Ideen. Und das ist richtig Arbeit ...

Benutzeravatar
hawepe
Beiträge: 7138
Registriert: 15.04.2007, 21:26
Wohnort: Berlin

Re: jeder was er mag

von hawepe (20.05.2010, 13:47)
Hallo Matthias,

mtg hat geschrieben:
Fazit: Man kann tun, was man möchte, solange man es auch im herkömmlichen Sinne machen könnte - sprich: Handwerk zuerst. Und wenn ausgefallen, dann mit Nachdenken, Konzept und Ideen. Und das ist richtig Arbeit ...


Sehr schön formuliert thumbbup

Deshalb gibt es bei den klassischen Verlagen auch so selten wirklich ausgefallene Ergebnisse. Welcher Kunde würde diesen zusätzlichen Aufwand schon honorieren. Ich gebe ja zu, dass auch ich mich im Zweifelsfall meistens doch für die preiswertere Ausgabe entscheiden, auch wenn sie buchkünstlerisch weniger gelungen ist.

Als Book-on-Demand-Autor wäre man davon natürlich nicht betroffen, aber da mangelt es dann eben wieder an dem nötigen Know-how. Ich nehme mich da übrigens überhaupt nicht aus.

Beste Grüße,

Heinz.

Ikarus
Beiträge: 163
Registriert: 04.03.2010, 10:33
Wohnort: SH

Re:

von Ikarus (20.05.2010, 14:20)
Artus hat geschrieben:
Ich plädiere dafür, als Autor nicht in formalistischer Perfektion zu ersaufen, sondern dem Neuen, Ungewohnten und bisher Undenkbaren Raum zu geben.

In den Regalen
der Mief aus tausend Jahren.


Nieder mit dem Althergebrachten (gähn), durch das der Leser wie ein gutgeschmiertes Zäpfchen flutscht.

Revolutionäre Grüße
Artus


Das sind diese schönen Sprüche der 68er. "Unter den Talaren steckt der Mief aus 1000 Jahren."

Der Mief ist weg, leider haben die 68er vergessen, den Mief durch etwas zu ersetzen. Nun finde ich unter Talaren wie auch in Regalen oft nur (Bildungs-) Vakuum.

Michael

Benutzeravatar
Artus
Beiträge: 320
Registriert: 18.05.2010, 00:38
Wohnort: 743 Evergreen Terrace

Re:

von Artus (20.05.2010, 17:04)
Ikarus hat geschrieben:
Der Mief ist weg, leider haben die 68er vergessen, den Mief durch etwas zu ersetzen.


Wieso, es gibt doch Die Grünen, die ganz in der Tradition der französischen Revolution (und Goethe auf den Kopf stellend) ein Teil von jener Kraft sind, die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

Ich war früher auch mal ein Sponti, doch seitdem Rot-Grün Hartz-IV verbrochen hat, können die bei mir mit ihrem Umweltschutz- und Friedensengel-Gequatsche nicht mehr landen!

Und was das literalische Vakuum betrifft, so kann dem doch kein anderer abhelfen als wir, die Freibeuter der Sprache!

Soll der Mainstream doch mit Augenmerk auf klingende Münze schreiben und vom ultimativen Bestseller träumen! Die sind in traditionellen Verlagshäusern bestens aufgehoben, und stören hier nicht das kreative Treiben der Underdogs.

Ich habe lieber einen Leser, der mein Buch aufgebracht an die Wand knallt, als hundert Fans, die es nächste Woche bereits vergessen haben!

Spontane Grüße
Artus

Zurück zu „Buchgestaltung und -herstellung“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.