Ist der Name einer Bucht urheberrechtlich geschützt?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Siegfried
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Re:

von Siegfried (10.07.2010, 12:29)
Pseudonym-Nutzung:

Juraforum hat geschrieben:
Da sich nach Deutschem Recht jeder in der Öffentlichkeit nennen darf, wie es ihm beliebt, kann er sich auch jede Art von Pseudonym zulegen, solange keine anderen Rechte verletzt werden.

Das mit der Verwendung dieses Namens durch Dritte ist eine problematische Sache. Selbst wenn der Künstlername bzw. das Pseudonym beim Deutschen Patent- und Markenamt als Marke registriert wird, hat man nur einen bedingten Schutz. Es sei denn, man lässt sich den Namen in allen verfügbaren Klassen schützen. In diesem Fall würde eine Gebühr von 4500,00 EUR anfallen. Damit wäre ein Schutz für 10 Jahre gewährleistet. Möchte man nach 10 Jahren einen weiteren Schutz für 10 Jahre erlangen, muss man allerdings weit tiefer in die Tasche greifen. Für die weiteren 10 Jahre fallen dann Gebühren in Höhe von 11.670,00 EUR an. Ein Schutzzeitraum beträgt immer 10 Jahre. Man kann den Zeitraum zwar auch im Nachhinhein verkürzen, indem man die Marke löschen lässt. Aber Gebühren werden nicht erstattet. Es ist sogar noch eine Löschungsgebühr notwendig.

Daher ist man gut beraten, sich genau zu überlegen, für welche Bereiche man den Namen verwenden möchte, wenn man ihn eintragen lässt. Für die ersten 3 Klassen werden nämlich nur 300 EUR insgesamt fällig. Es ist auch egal, ob man den Namen für 1, 2 oder 3 Klassen schützen lässt - es kostet immer 300 Euro. Ab der 4 Klasse werden für jede weitere Klasse (insgesamt gibt es 45 Klassen) 100,00 EUR fällig. Lässt man sich den Namen nur teilweise schützen, muss man eben damit leben, dass in anderen Bereichen auch weitere Personen diesen Namen nutzen (können).

Wem ein jeder sein Pseudonym mitteilt, ist jedem selbst überlassen. Man kann sich auch mehrere Pseudonyme zulegen.

Man kann auch mit dem Pseudonym unterschreiben, um rechtswirksam zu handeln. Allerdings ist es dafür erforderlich, dass man eindeutig identifizierbar ist. Das bedeutet allerdings auch nicht, dass man es nur Leuten mitteilen kann, die man schon kennt. Wenn man eine neue Geschäftsbeziehung eingeht, und sich nur unter dem Pseudonym vorstellt, ist es genauso gültig. Der neue Geschäftspartner kennt einen ja dann unter dem Pseudonym. Allerdings sollte man sich davor hüten, irgendwelche krummen Sachen damit zu machen.

Das Pseudonym/der Künstlername muss nicht als Marke eingetragen sein, um damit unterschreiben zu können.

Im Zivilrecht kann man sein Pseudonym auch als Parteienbezeichnung verwenden. Im Strafrecht wird ohnehin nur nach dem bürgerlichen Namen gefragt, da interessiert alles andere ohnehin nicht. In Strafsachen haben Polizei und Staatsanwaltschaft bereits Vorarbeit geleistet und legen dem Gericht ja nur die Anklage vor und darin enthalten ist der bürgerliche Name.

Die Eintragung in den Personalausweis ist ebenfalls nicht notwendig. um das Pseudonym zu verwenden! Wer das Pseudonym eintragen lassen möchte, sollte nachweisen können, dass er auch tatsächlich unter diesem Pseudonym bekannt ist und zwar nicht nur bei Freunden. Der "Künstlername" ansich ist ja Künstlern vorbehalten. Zwar sollen die Anforderung an die Eintragung in den Ausweis nicht allzu hoch gesetzt werden (und die Behörden halten sich meistens daran), aber es kommt immer auf den Sachbearbeiter an, allgemein gültige Bestimmungen gibt es dazu nicht. Ein Bearbeiter will Nachweise haben und der nächste will gar nichts sehen.

Also: Um ein Pseudonym zu benutzen, muss man lediglich eins haben, unabhängig von irgendwelchen amtlichen Eintragungen.


Mal eine Frage in die Runde:

Wer glaubt, dass der Rapper "Bushido" sich eine Erlaubnis von den Japanern geholt, sich so zu benennen, wie der Kodex der Samurai heißt?

Wenn jemand seinem Kind den Namen "Mercedes" oder "Hermes" gibt, braucht er dafür die Erlaubnis der Daimler-Benz-Werke bzw. des Paketzustelldienstes, nur weil die das Namensrecht bei Produkten haben?

Wenn ein Autor sich den Künstlernamen "Manfred Brenner zu Lippe" zulegt, muss er dann die Liegenschaftsämter in Nordrhein-Westfalen und Tirol um Erlaubnis fragen?

Ich halte des - mit allem, allem gebotenen Respekt - für an den Haaren herbeigezogen.

Grüße
Siegfried

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mtg
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Re:

von mtg (10.07.2010, 12:33)
Siegfried hat geschrieben:
Pseudonym-Nutzung:

Juraforum hat geschrieben:
Da sich nach Deutschem Recht jeder in der Öffentlichkeit nennen darf, wie es ihm beliebt, kann er sich auch jede Art von Pseudonym zulegen, solange keine anderen Rechte verletzt werden.

Ich glaube, das ist genau die Frage, die Jolie beantwortet haben möchte. Bislang haben wir über andere Rechte gesprochen und verschiedene Möglichkeiten abgeklopft. Beantwortet hat - das muss ich zugeben - die Frage noch keiner. Aber hier kann es ja auch keine Rechtsauskunft geben ...

büchernarr

Re:

von büchernarr (10.07.2010, 13:04)
die_jolie hat geschrieben:
Mit den Namen meiner Figuren habe ich keine Probleme! Wie im Anfangsbeitrag geschrieben, geht es um ein PSEUDONYM für mich selbst ...


Hallo, ich hatte eben Interesse an deiner Website "Seelengift".
Leider ist mir das dort verlangte Passwort nicht bekannt.
Wozu denn eine Website? Nur weil dein Pseudonym noch nicht existiert?
Im Impressum müßtest du doch sowieso deinen Namen angeben.
Gruß
Bernd

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die_jolie
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Re:

von die_jolie (10.07.2010, 13:38)
Danke für dein Interesse.
Auf der Website sind Kapitel meines Buches veröffentlicht, um sie für die Testleser zugänglich zu machen. Da es sich um Inhalt für Erwachsene handelt, wollte ich das Ganze schützen, deswg das Passwort. Dass ich ein Impressum angeben müsste, ist mir bewusst, aber wegen des teilweise erotischen Inhalts des Buches kann ich das Ganze nunmal nicht unter meinem Namen veröffentlichen.
Auf der HP ist außer den Kapiteln nicht viel weiter zu sehen. Da ich das Buch momentan überarbeite, sind die Kapitel natürlich nicht mehr aktuell...

büchernarr

Re:

von büchernarr (10.07.2010, 14:22)
Ich verstehe sehr gut deine Argumente, aber da auch deine 2. Site kein Impressum enthält, besteht die Gefahr der Abmahnung sehr stark. Ich drücke dir die Daumen, das nichts passiert.
Bernd

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hawepe
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Re:

von hawepe (10.07.2010, 16:58)
Hallo Jolie,

wenn es sich nicht gerade um einen Namen handelt, der einer Landschaft neu verliehen wurde, brauchst du dir um das Urheberrecht keine Gedanken machen. Die Erklärung findest du z.B. in der Wikipedia.

Etwas anderes ist das Marken- und Namensrecht. Solche Fragen kann man aber nie abstrakt, sondern immer nur konkret beantworten - oder viel spekulieren, was zwar Spaß macht, aber keine rechtliche Klarheit schafft.

Bei einer thailändischen Bucht würde ich mir allerdings keine großen Sorgen machen. Ein Restrisiko bleibt natürlich, aber dir kann auch ein Blumentopf auf den Kopf fallen, wenn du auf die Straße gehst. Das Leben ist nun einmal gefährlich und endet immer tödlich cheezygrin

Beste Grüße,

Heinz.

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Cornelia
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Re:

von Cornelia (10.07.2010, 18:53)
Hallo Jolie,

ich kann mir nicht vorstellen, dass es Schwierigkeiten geben kann, wenn man sich nach einer Landschaft, konkret nach einer thailändischen Bucht benennt.

Vielleicht ist der Name sogar in der Realität in Thailand oder anderswo ein gängiger Personenname.
So gibt es ja auch z.B. in ganz Deutschland einige Leute die Bielefeld heißen. cheezygrin

Viele Grüße
Cornelia

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die_jolie
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Re:

von die_jolie (11.07.2010, 13:20)
Vielen Dank an alle für die Antworten!

Im Impressum genügt ja auch der Name und eine mail-Adresse. Da ich einen recht geläufigen Namen habe, dürfte das kein Problem sein, es dennoch geheim zu halten ^^

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hawepe
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Re:

von hawepe (11.07.2010, 17:39)
Hallo Jolie,

die_jolie hat geschrieben:
Im Impressum genügt ja auch der Name und eine mail-Adresse. Da ich einen recht geläufigen Namen habe, dürfte das kein Problem sein, es dennoch geheim zu halten ^^


Wenn du auf der Website dein Buch vorstellst, reicht es definitiv nicht. Du solltest wirklich einmal die vielen Beiträge lesen, die hier im Forum zur Impressumspflicht geschrieben wurden.

Beste Grüße

Heinz

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die_jolie
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Re:

von die_jolie (11.07.2010, 19:44)
Danke Heinz. Habe mich mit dem Thema beschäftigt und mal auf einer AutorenHP nachgesehen.

http://www.ulrike-schweikert.de/impressum.html

Warum muss sie keine Privtadresse angeben und wobei handelt sich um den Herausgeber?

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hawepe
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Re:

von hawepe (11.07.2010, 21:09)
Hallo Jolie,

die_jolie hat geschrieben:
http://www.ulrike-schweikert.de/impressum.html

Warum muss sie keine Privtadresse angeben und wobei handelt sich um den Herausgeber?


Wenn du mal so berühmt wie Ulrike Schweikert bist, findet sich vielleicht auch für dich ein Verlag, der dir eine Website einrichtet und für diese verantwortlich zeichnet cheezygrin

Eine Privatanschrift muss übrigens niemand angeben, vorgeschrieben ist lediglich eine sogenannte ladungsfähige Anschrift. Angegeben werden muss also eine Anschrift, unter der du rechtskräftig Post empfangen kannst.

Außer den gesetzlich vorgeschriebenen Informationen darf natürlich jeder weitere Informationen einstellen. Ob sie juristisch von Belang sind kann dir aber nur ein Rechtsanwalt verraten.

Unter Pseudonym zu veröffentlichen und mit einer Website zu werben ist jedenfalls ziemlich aufwendig

Beste Grüße

Heinz

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SandraR
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Re:

von SandraR (12.07.2010, 08:26)
Jolie mein Ratschlag wäre, "schreibe niemals und nirgendwo über etwas wofür Du nicht mit deinem Namen stehen kannst". Wenn Du nämlich Pech hast, holt es dich so oder so im Leben ein.
Egal ob Buch, Zeitungsartikel oder einfach im Internet. Die Welt ist unheimlich klein und manchmal auch sehr gemein.

Pseudonyme machen dann Sinn wenn mein Name zu doof ist (in diesem Falle kann man den Namen zB aus der Verwandtschaft klauen) oder wenn man Hobby und Beruf trennen will.
Ich habe früher Rundfunkmoderation unter dem Mädchennamen meiner Mutter gemacht, war aber daneben noch in einem bürgerlichen Job. Dort bekam ich eine schöne Lektion, den obwohl man das Gesicht im Rundfunk bekanntlich nicht sieht, wurde ich alleine an der Stimme in der Stadt wiedererkannt :twisted: . Daraus kann man für sich etwas für das Leben lernen.
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

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