Exklusiv-Rechte

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Irina

Re:

von Irina (03.01.2009, 09:24)
Hm...eigenartig...soviele Klicks, soviele Autoren...und außer Zeitloch will hier niemand konkrete Erfahrungen zum Thema selbst publizierte Leseproben unter bod-Vertrag gemacht haben???

@zeitloch: Irving und Rice sind ja nun nicht gerade unbekannte Autoren, wenngleich ich von denen kein einziges Buch kenne. Aber alleine die Namen sind bekannt. Vermutlich haben solche Autoren aufgrund ihrer Popularität einen immensen Verhandlungsspielraum gegenüber ihren Verlagen. Ich hab auch mal gelesen, dass die Harry-Potter-Autorin unter traumhaften Bedingungen veröffentlicht haben soll, also dass sie quasi alle Rechte behalten und nichts aus der Hand gegeben haben soll, selbst bei den Verfilmungen soll nichts ohne ihre Zustimmung abgelaufen sein.
Ansonsten kann ich Dir versichern, dass in den meisten Büchern, die ich in meiner Privat-Bibliothek habe, immer der Verlag hinter dem Copyright-Zeichen steht, und nicht der Autor, auch nicht der Herausgeber.

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Judith
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Re:

von Judith (03.01.2009, 12:27)
Hallo Irina,

wenn du über BoD veröffentlichst, werden sie nichts gegen Auszüge auf deiner Website haben. Auch nichts gegen Lesungen, dafür werben sie ja selbst. Aber so wie ich die Verträge verstehe ist es dir nicht erlaubt, deine Texte anderweitig z.B. in Anthologien zu veröffentlichen.

Grüßle,
Judith
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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (03.01.2009, 12:47)
Noch mal ganz klar gesagt: BoD verhält sich nach meinen Erfahrungen kulant.
Es gibt sogar Beispiele, wo BoD-Autoren den gesamten Text ihrer bei BoD veröffentlichten Werke auf eine Webseite gesetzt haben. Das nehme ich mir zwar nicht zum Vorbild, aber es ist ja in diesem Zusammenhang erwähnenswert.

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MW
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Re:

von MW (03.01.2009, 13:58)
Hallo zusammen,

wie Heinz bereits sagte, ist das Urheberrecht nicht abtretbar, sprich: der Autor ist und bleibt immer Urheber und kann bestimmen, was mit seinen Werken passiert oder eben nicht. Soll das Werk aber von Dritten verkauft werden, muss er entsprechend die Rechte zum Verkauf / Kauf auch auch einräumen ... und dies sind die genanntenn Nutzungsrechte. Überträgt man die Herstellung und den Verkauf der Bücher einem Verlag / BOD, dann muss ich ihm auch die entsprechenden Nutzungsrechte einräumen. Das liegt in der Natur der Sache und ist üblich. Zudem trete ich bei (fast) jedem Verlagsvertrag die entsprechenden Nutzungsrechte exklusiv ab. Das liegt u. a. daran, dass viele Verkaufsverteiler (in der Musik z.B. itunes und co.) dies als Voraussetzung zum Weiterverkauf seitens des Verlages haben. Also auch hier ist mE nichts Unübliches zu sehen.

Betroffen sind (soweit ich weiß) auch nur die Print- und eBook-Veröffentlichungen und nicht weitere VÖ-Varianten (Hörbuch, Film, etc.) wie schon in einem anderen Thread diskutiert. Außerdem behalte ich immer das Recht, Auszüge meiner Arbeit im Internet oder auf Lesungen anzubeiten. Wie gesagt: es geht nur um die Produktion und Veräußerung im Namen des Autors.

Zudem sind Buchübernahmen bei Filmrechten oftmals gar nicht so tragisch - was die Bindungen zum Verlag angehet. Ich stehe zB gerade in Verhandlungen mit einer Produktionsfirma, bei denen es um die Verfilmung meines Buchs geht. Hier wird eh "nur" ein Übernahmevertrag geschlossen und der Film "basiert" auf dem Grundgedanken des Buchs - ist aber keine 1:1-Umsetzung desselben. Solange man also kein Drehbuch veröffentlicht hat, ist man in den meisten Fällen so oder so auf der sicheren Seite.

Aber wie immer: Ausnahmn bestätigen die Regel! Aber im "Notfall" kann man sich die Rechte ja auch von BOD zurückkaufen cheezygrin

VG
MW
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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (03.01.2009, 14:19)
@MW:
Guter Beitrag! Im Prinzip habe ich die Angelegenheit auch bisher so verstanden, wie du es schilderst. Natürlich muss man ein Nutzungsrecht, das zunächst bei einem selbst als Urheber liegt, an einen Verlag übertragen, damit er das Werk vertreiben kann.
Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Verlag nicht möchte, dass dasselbe Werk noch von jemand anderem angeboten wird, damit er kein Geld verliert. Deshalb ist die Rede von einem exklusiven Nutzungsrecht.
Soviel zum Sinn der Regelung. Weniger geht es hier um eine Einschränkung der Rechte des Autors, als um die Möglichkeit einer spezifischen Dienstleistung für den Autor, die jeder Verlag so gestalten wird, dass sie auch ihm selbst nutzt. Dem Sinn des Urheberrechts entspricht es dann eben auch, dass der Autor durch ein Honorar "entschädigt" wird.
Genau darauf muss man sich eben bei einer Veröffentlichung einlassen.

Grüße,
Zeitl0ch

Irina

Re:

von Irina (03.01.2009, 19:59)
Hallöchen alle zusammen,

erstmal vielen Dank. Jetzt ist mir weitergeholfen.

@MW: Dass die Abtretung der Nutzungsrechte in der Natur der Sache liegt, leuchtet mir ein. Mich hatte dabei nur interessiert, ob bod sich hierbei ausschließlich nur auf die eigenen Interessen konzentriert oder dem Autor trotz des Vertrages auch soviel Spielraum lässt, dass er die Möglichkeit hat, für sein eigenes Produkt mit Textauszügen zu werben, ohne dass er gleich mit rechtlichen Konsequenzen rechnen muss. Aber nach euren Aussagen scheint bei bod seinen Autoren diesen Spielraum ja einzuräumen, wenn auch nur stillschweigend. Das stimmt mich doch schon sehr positiv.

@zeitloch: Ein komplette Arbeit würde ich natürlich auch nicht ins Netz stellen, eine angemesse Anzahl an Leseproben im Verhältnis zur Gesamtarbeit würde ich da ebenfalls vorziehen. Kann ich Dir nur zustimmen.

@judith:
Ein Gedicht wurde in der Vergangenheit im Rahmen eines Wettbewerbes bereits bei einem anderen Verlag in einer Anthologie veröffentlicht. Die Nutzungsrechte sind aber bei mir verblieben, ich kann mit diesem Gedicht also trotzdem machen, was ich will. Ich habe es in mein Booklet mit reingenommen, weil es thematisch sehr gut passt. Könnte das zu einem Problem werden?

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Ina L. Paulsen
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Re:

von Ina L. Paulsen (20.02.2009, 17:34)
Als Ergänzung zu diesem auch für mich sehr interessanten Thread will ich auf folgende Seite im Internetangebot von BoD hinweisen:

https://www.bod.de/ihre-rechte-als-autor.html

---------


Dort heißt es u. a.:
Frage:Wer hält die Rechte an meinem Buch?

Antwort:Als Autor räumen Sie BoD lediglich die Rechte zur Vervielfältigung und Verbreitung Ihres Buches für die Dauer der Vertragslaufzeit ein. Alle anderen als die im Autorenvertrag aufgeführten Rechte verbleiben selbstverständlich bei Ihnen. Es steht den BoD-Autoren frei, ihre Titel selbst – z.B. über eine eigene Homepage, auf Lesungen oder über Direktlieferung an Kunden – zu verkaufen. Genaueres dazu entnehmen Sie bitte dem Autorenvertrag.

---------

Das ganze bestätigt meiner Meinung nach die Ausführungen von MW und ich kann mir nicht vorstellen, dass BOD rechtliche Schritte gegen die eigenen "Kunden" unternimmt, weil diese Leseproben auf ihren Websites veröffentlichen. Selbst habe ich aber noch keine Erfahrungen damit gemacht.
Zuletzt geändert von Ina L. Paulsen am 22.02.2009, 15:39, insgesamt 1-mal geändert.

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lyd
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Re:

von lyd (21.02.2009, 15:32)
Irina hat geschrieben:
Man muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass, wenn bod es ganz genau nimmt, auf den § 2 bestehen kann und vor jedem Gericht auch Recht bekommen würde, da man als Autor die Vertragsbedinungen mit seiner Unterschrift ja anerkannt hat. Das bedeutet also auch, wenn ich als Autor eine Leseprobe ins Internet stelle und bod würde sich unkulant zeigen, hätte ich definitiv ein Problem, nicht nur rechtlich, sondern auch finanziell, je nach dem, wie hoch eine Schadenersatzforderung oder Unterlassungsklage ausfällt. Vertrag ist nunmal eben Vertrag und unerlaubt publiziert ist nunmal eben unerlaubt publiziert. Wenn man also selbst Leseproben veröffentlicht, sollte man sich immer auch im Klaren darüber sein, dass man sich damit auf rechtliches Glatteis begibt. Genau deshalb hatten mich hier ja die Erfahrungen verschiedener Autoren interessiert, wie bod sich dahingehend verhält. Eher kulant oder eher nicht kulant?


Meine Erfahrung: Alles, was der Verkaufsförderung des BoD-Titels dienlich ist, wird von BoD stets begrüßt und unterstützt. Es ist ja allgemein bekannt, dass BoD-Autoren das Marketing ihrer Bücher selbst in die Hand nehmen müssen. Darum ist BoD meines Wissens nicht nur kulant wenn der Autor die Werbetrommel rührt, sondern auch sehr erfreut. Schließlich will BoD die Bücher ja nicht sammeln, sondern verkaufen. :wink:

Leseproben oder Illustrationen aus deinem Buch in Verbindung mit der Nennung des Titels und der ISBN dienen der Verkaufsförderung, darum macht BoD meiner Erfahrung nach keinerlei Probleme. Im Gegenteil: BoD bietet ja sogar auch selbst an, Leseproben bei Amazon Search Inside und der Google Buchsuche einzustellen, wenn der Autor dies wünscht. Vor der Veröffentlichung kommt eine Abfrage wünschen Sie … ja / nein. Die Entscheidung bleibt dem Autor überlassen.

Weniger begeistert wird BoD wahrscheinlich sein, wenn du dein Werk irgendwo veröffentlichst, wo es in Konkurrenz zu deinem BoD-Buch steht. Sprich: bei einem anderen Verlag, als eBook usw. Da könnte es heikel werden. Ich nehme an, der § 2 ist dafür gedacht und soll das unterbinden.

Wie es mit Anthologien und Schreibwettbewerben aussieht, kann ich dir leider nicht genau sagen, denn das könnte sowohl verkaufsfördernd sein, als auch in Konkurrenz zu deinem BoD-Titel stehen – je nachdem, wie die Sache ausgelegt ist. Da solltest du vielleicht noch einmal explizit bei BoD nachfragen.

Kleiner Tipp: Der einleitende Satz: „Aus den FAQ Ihrer Website war für mich leider nicht eindeutig ersichtlich, ob … usw.“, schützt dabei wirksam vor einem weiteren Verweis auf die FAQ . (Mache ich immer so, nicht nur bei BoD. So kann man den Schriftverkehr im Internet meist deutlich abkürzen. :wink: )

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die_jolie
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Re:

von die_jolie (26.07.2010, 15:39)
Hallo sazummen,

wie BoD die Sache mit den Leseproben auf der eigenen HP handhabt, habe ich jetzt rausgelesen. Aber wie verhält sich das mit anderen Verlagen? Natürlich ist mir klar, dass man dazu einen Vertrag bräuchte, aber vllt kennt jmd eine Allgemeine Handhabe.
Ich möchte zu Werbezwecken schon jetzt eine Leseprobe auf meiner HP veröffentlichen. Eine Freundin meinte, es könnte dann Probleme geben, wenn ich später (nach fertiger Korrektur des Buches) Verlage anschreibe ... ? Jetzt bin ich ratlos ...

Danke im Voraus
liebe Grüße, Jordan

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (26.07.2010, 15:48)
Hi Jordan,

dass es da Probleme geben könnte, befürchte ich auch.
Wozu willst du denn die Leseprobe einstellen, wenn du noch nicht weißt, wo dein Buch landet? Wenn du das Glück hast, einen Verlag zu finden, solltest du die Möglichkeit einbeziehen, dass im Lektorat noch einiges verändert wird.

Haifischfrau
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die_jolie
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Re:

von die_jolie (26.07.2010, 16:03)
Hmm, sagen wir mal so. Ich bin ja irgendwo realistisch und gehe davon aus, dass ich keinen Verlag finde. Und da ich meine Seite jetzt schon zu Werbezwecken nutze, will ich den Besuchern natürlich auch Futter liefern. Leseproben sind nunmal am aussagekräftigsten ...

Ich könnte doch vllt, solange das Buch noch in der Überarbeitung ist, eine einstellen, und wenn es ernst wird, nehme ich sie einfach für die Zeit, in der ich Verlage kontaktiere, heraus ...?

Ikarus
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Re:

von Ikarus (26.07.2010, 17:08)
Ich verstehe die Exklusiv-Rechte von BoD so, dass der Autor das Buch nicht gleichzeitig über einen zweiten bzw. weitere Verlage vermarkten darf. Es ist ja verständlich, dass Autoren immer ihre eigenen Felle wegschwimmen sehen, aber ein Vertrag wird zwischen zwei Partnern abgeschlossen. Ebenso, wie sich die Auoren absichern, will sich BoD absichern.

Wenn ich den entsprechenden Beitrag in der Wikipedia richtig verstanden habe, gib es in D ohnehin kein Copyright, sondern nur ein Urheberrecht.

Michael

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die_jolie
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Re:

von die_jolie (26.07.2010, 18:09)
Danke für die Antwort Ikarus, wie gesagt, mir ging es nicht um Bod, sondern um evtl andere Verlage ...

leseratte
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test

von leseratte (04.08.2010, 23:28)
xx

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Thomas Becks
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Re: test

von Thomas Becks (05.08.2010, 01:54)
leseratte hat geschrieben:
xx

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