Reaktion eures Umfelds auf euer erstes veröffentlichtes Buch

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Goetkowski
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Re:

von Goetkowski (28.07.2010, 23:01)
Heidi Christina Jaax hat geschrieben:
Das Ändern oder Weglassen von Namen schützt im Ernstfall nicht bei einer Klage oder Anzeige!


Hmm, bedeutet das nicht, dass eigentlich niemand seine Memoiren schreiben und veröffentlichen kann, weil schließlich in jeder Handlung zwangsläufig andere Personen auftauchen ...?

Gruß, Uwe
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Heidi Christina Jaax

Re:

von Heidi Christina Jaax (28.07.2010, 23:16)
Mir wurde von einem Anwalt erklärt, dass eine Strafverfolgung von der Formulierung abhängt.
Es gibt drei Stufen der Fehlformulierung, welcher Fall vorliegt, hängt viel vom Ermessen des gerade diensthabenden Richters ab.
Also reine Glücksache, man kann nur hoffen, dass der gerade einen guten Tag hat und sich seine persönliche Einschätzung mit deiner deckt!

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Goetkowski
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Re:

von Goetkowski (28.07.2010, 23:23)
Heidi Christina Jaax hat geschrieben:
Also reine Glücksache, man kann nur hoffen, dass der gerade einen guten Tag hat und sich seine persönliche Einschätzung mit deiner deckt!


Okay, im Falle eines Falles dürfte dieser Glücksfall in meinem Falle eher nicht eintreten; da bleibt mir nur ein präventiver Bluff 8) ...

Vielen Dank jedenfalls für das Öffnen meiner naiven Augen!

Gruß, Uwe
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CeKaDo

Re:

von CeKaDo (29.07.2010, 08:18)
Die Reaktionen des näheren Umfeldes (also Verwandte, Beaknnte und Kollegen) sind alle gleich:

"DU hast ein Buch geschrieben?" und "Was für ein Buch denn?" Wobei beim letzterer Frage eher der Inhalt als die Form gemeint ist.

Die unweigerlich nächste Frage ist dann "Und wo kann man das bekommen?", worauf meine Antwort immer lautet "Im Buchhandel auf Bestellung oder bei Amazon." Danach endet das Gespräch und niemand kauft.

Insbesondere Leute, die mich kennen, erwarten ganz einfach, dass ich ihnen das Buch schenke. Was ich einfach unverschämt finde. Wobei ich liebend gern mein Buch verschenke, wenn ich meine, es wäre einfach schön, dies zu tun. Das möchte ich mir auch vorbehalten.

Es sind nur wenige Käufer des Buches unter den unmittelbar bekannten Menschen. Wer meine Publikationen im Netz liest, der kauft auch gern das Buch und reicht es weiter. So habe ich gerade gestern erst von zwei Exemplaren erfahren, die in den jeweiligen Bekanntenkreisen umher schwirren.

Das macht mich zwar nicht reich, sorgt aber für Bekanntheit. Und die ist durch nichts zu ersetzen.

Maxi
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Re:

von Maxi (29.07.2010, 09:06)
Da ich sonst ziemlich alleine dastehe, gibt es auch wenige Menschen mit denen ich über meine Bücher reden könnte.
Also hier einmal ein paar Reaktionen, beim Kaffetisch
Ich: „Ich habe ein Buch geschrieben.“
Schwiegermutter: „Aha.“
Schwiegervater: „hm?“
Schwiegermutter: „Und um was geht es in deinem Buch?“
Ich: „Naja, ein bisschen Krimi, es ist lustig, Die Frau um die es geht stolpert gerne von einem Fettnäpfchen in das andere.“
Ich habe dann genauer erzählt um was es in meinem Buch geht, und merkte schnell das, das Interesse daran nicht gerade auf Hochtouren lief, denn mitten in meiner Erzählung stand Schwiegermutter auf und verkündete sie würde jetzt noch mal Kaffee holen, die Kanne wäre leer.
Schiegervater: „ bring noch ein Stück Kuchen mit!“
Das wars, ich hab aufgehört darüber zu reden und mich hat auch nie wieder einer gefragt, was machen deine Bücher.

Meine Freundin und meine Bekannten, haben die Bücher gelesen. Sie fanden es gut und die Bekannte hat es einer Kundin weiter gegeben, (die Bettlegerisch für den Rest ihres Lebens ist.) von ihr soll die Bekannte mir ausrichten, ich hätte ihr die Tage versüßt, denn sie hätte mal wieder nach langer Zeit richtig lachen können.

Eine Frau die in unserem Dorf wohnt, hat beide Bücher gelesen, ihr haben sie auch gefallen und ich kenne diese Frau nur vom sehen.

Jetzt frage ich mich, was soll ich tun? Fremde oder Bekannte, freuen sich darüber, aber in der eigenen Familie will davon keiner ein Wort drüber hören, die juckt dass gar nicht.

Mein Mann weiß zwar dass ich gerne schreibe, aber er hält sich da lieber raus.

Also muss ich sehen wie ich mit der Veröffentlichung und der Bekanntmachung meiner Bücher selbst klarkomme.
Manchmal ist es schwer etwas zu schreiben, wenn man keinen erzählen kann, das man gerade wieder einen genialen Einfall zum weiteren verlauf der Geschichte hat, an der man gerade wieder schreibt.

Was solls, vielleicht werde ich ja entdeckt, mal schauen ob dann die leere Kaffeekanne auch so dringend aufgefüllt werden muss.

Maxi

Heidi Christina Jaax

Re:

von Heidi Christina Jaax (29.07.2010, 09:46)
Liebe Maxi, vielleicht haben wir den falschen Mann?
Denn umgekehrt wird erwartet, dass wir uns selbst für die kleinste Kleinigkeit ihres Berufslebens interessiern, was wir auch pflichtschuldigst tun um sie nicht zu verletzen.
Vom dritten Buch erzählte ich nur der engsten Familie und einer Kollegin, welche auch gleichzeitig meine beste Freundin ist.
Mal schauen welche Reaktionen da kommen, denn es ist ein gänzlich anderes Thema und betrifft keine noch lebenden Personen.
Feedback kommt ohnehin eher über mehrere Münder, manchmal scheuen sich die Leser auch ihre eigene Meinung zu outen.
Da die Schreiberei mein Hobby ist, weil ich aller Wahrscheinlichkeit nach nie davon leben werde, ist meine Erwartungshaltung bezüglich der Verkaufszahlen eher gering.
So kann ich auch nicht enttäuscht werden, ich habe meinen Traum wahrgemacht und es hat mir sehr gut getan ein paar Altlasten loszuwerden.
Wenn jemand äußert: "Es hat ja nur 202 Seiten", frage ich ganz frech wie viele Seiten denn ihr Erstes hat.
Dann folgt ein betretenes Schweigen, aber der Gesichtsausdruck von meinem Gegenüber ist unbeschreiblich!
Zuletzt geändert von Heidi Christina Jaax am 29.07.2010, 11:36, insgesamt 1-mal geändert.

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mtg
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Re:

von mtg (29.07.2010, 09:58)
Heidi Christina Jaax hat geschrieben:
Wenn jemand äußert: "Es hat ja nur 202 Seiten", frage ich ganz frech wie viele Seiten denn ihr Erstes hat.
Dann folgt en betretenes Schweigen, aber der Gesichtsausdruck von meinem Gegenüber ist unbeschreiblich!


Sehr schön! thumbbup thumbbup thumbbup

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Jacqueline Ehmke
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Re:

von Jacqueline Ehmke (29.07.2010, 10:00)
Meine ersten beiden Bücher sind in der Erzählform und mit sehr vielen autobiographischen Szenen beschrieben. Wohingegen mein drittes Buch (ein Sachbuch) einen komplett anderen Aufbau hat.
Und Leser, die meine ersten beiden Bücher gelesen haben sagen :"Och, ich war so schnell durch" ......oder..... "Ich will mehr von dir lesen"...oder "ich habe mich in meine Hängematte gelegt, und bin erst wieder raus, als ich dein Buch ausgelesen hatte, so wurde ich schon lange nicht mehr von einem Buch gefesselt"
DAS macht mich stolz.
Ich schätze, dass ich wohl nie von den Einnahmen meiner Bücher werde leben können.
Aber ich liebe es DAS SCHREIBEN
und ich liebe DIE REAKTIONEN

Und ich habe hier in diesem Forum schon öfter gelesen, ob man denn ein richtiger Autor/in sei, auch wenn man bei BOD veröffentlicht.
Das kann ich nicht verstehen, denn ich fühle mich unglaublich frei, da ich die Möglichkeit habe zu veröffentlichen.
In dem Land wo ich aufgewachsen bin, da hätte ich erst ein PAPIERKONTINGENT beantragen müssen. Und wer weiß, ob mir dies dann auch zugeteilt worden wäre. Und das Manuskript hätte erst durch die Zensur kommen müssen.

Jacqueline
Nichts ist statisch

www.joe-hundeschule.de
(wo es auch zu meinen Büchern geht)

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (29.07.2010, 10:05)
Im eigenen Freundes-, Bekannten- und Familienkreis "gewöhnte" man sich recht schnell daran, dass ich schreibe. Das bedeutet allerdings auch, dass sehr selten mal jemand fragt, "ob es denn was neues gebe" ...
Wenn ich aber etwas neues präsentiere, kommt es eigentlich auch immer ganz gut an und stößt zumindest kurze Zeit auf Interesse - je nach Thema natürlich ... Die Verkäufe sind allerdings eher selten - außer lustigerweise gerade bei den Leseratten bzw. denen, die ohnehin sehr bücher-/literaturaffin sind :-)

Fröhliche Mittwochsgrüße von Barbara cool5

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Miime
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Re:

von Miime (29.07.2010, 10:42)
Eure Berichte lesen sich prima und so ein paar Antworten merke ich mir schon mal für Eventualitäten :)

Bei mir waren die Reaktionen auf mein Buch eigentlich durchweg positiv. Ich habe nur dennoch bissl Angst, dass da mal was Negatives kommen könnte wie zB. Was profilierst du dich denn mit deiner Krankheit? und Ähnliches. Aber da muss ich dann durch ^^*

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MarleneGeselle
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Re:

von MarleneGeselle (29.07.2010, 11:00)
Guten Morgen,

mir geht es da ähnlich wie unserer Barbara. Mittlerweile tritt ein gewisser Gewöhnungseffekt auf, dieser gepaart mit einer kleinen Portion Neid. Wie viele von meinen Bekannten und Verwandten meine Bücher kaufen, kann ich gar nicht sagen, da ich die Leute immer zur Buchhandlung oder zum online-shop schicke.

Bücherverkäufe im privaten Umfeld kommen so schlecht an andere Verkaufspartys, die sind reines Pflichtprogramm, um das man sich nach Kräften drückt.

Liebe Grüße
Marlene
Es gibt kein größeres Laster als Tugend im Übermaß.
www.marlenegeselle.de

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mtg
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Re:

von mtg (29.07.2010, 11:02)
Miime hat geschrieben:
Ich habe nur dennoch bissl Angst, dass da mal was Negatives kommen könnte wie zB. Was profilierst du dich denn mit deiner Krankheit? und Ähnliches. Aber da muss ich dann durch ^^*


Die Angst kann ich nachvollziehen - sie Dir aber auch nehmen. ich hab die Erfahrung gemacht, dass die weitaus größte Anzahl von Leuten es toll findet, wenn man anhand eigener Erfahrungen Informationen weitergibt. Du vermittelst als Betroffene eine Authentizität, die in dieser Form ein Arzt z.B. nicht hat.

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (30.07.2010, 05:20)
Ein bißchen spielt jetzt im Folgeband meines Buches die Sorge mit, zuviel an Intimität zu geben.

Ich habe im zweiten Buch die Schraube ein Stück mehr angezogen und den Schwerpunkt auf die Geschichten und Gedanken aus der Depression, den Suizidversuchen, dem selbstverletzenden Verhalten und den Enttäuschungen und Tötungen der Liebe gelegt. Selbstverständlich ist auch eine Menge satirischer Sichtweise dabei und es gibt auch wieder häufig etwas zum Lachen.

Doch das wird dem einen oder anderen wohl doch ein paar Seiten später im Halse stecken bleiben.

Ich habe mir grad einen Probedruck fertigen lassen, der mich wohl in Kürze erreicht. Bei der Einordnung in eine Rubrik bin ich dann quasi in Richtung Fachbuch gerutscht, weil diese Geschichten definitiv nicht mehr als Belletristik zu sehen sind.

Er wächst in mir die bange Frage, was mein näheres Umfeld zu diesen Kurzgeschichten sagen wird, die letztendlich alle meine dunklen Gedanken aus der schlechten Zeit präsentieren und nach fast 10 Jahren offen darstellen. Verwandte, Bekannte, Freunde und Kollegen werden in Kürze damit konfrontiert, was in mir vorgegangen ist.

Das wird ein harter Schritt. Doch ich mußte diese Dinge endlich loslassen können. Und das kann ich am besten mit Schreiben.
Zuletzt geändert von CeKaDo am 30.07.2010, 09:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (30.07.2010, 07:29)
Fachbuch Karsten? Ich würde, nachdem was du hier dazu geschrieben hast, eher den Begriff SACHbuch wählen.

Viel Glück

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Heidi Christina Jaax

Re:

von Heidi Christina Jaax (30.07.2010, 09:44)
Mit jedem Buch gibt man viel Persönliches preis, was einen dann auch angreifbar macht.
Die Bedenken bezüglichdes oben benannten Buchs lassen ahnen, dass viele Gefühle schamhaft versteckt wurden, was einen Weg aus der Depression noch schwerer macht.
Denn um das Übel an der Wurzel zu packen, muß sich auch im Umgang mit den nahestehenden Menschen einiges verändern, und das nicht erst nach Jahren.
Wenn man keine Hilfe beansprucht, kann man später nicht anklagend sagen: "Ihr habt sie mir verweigert und völlig falsch reagiert!"
Wenn du bezüglich des Inhalts so verunsichert bist, gebe es vor dem endgültigen Druck einem Menschen deines Vertrauens zum Testlesen.
Eine Nachbarin hat ein ähnliches Buch veröffentlicht, was hier im Ort für große Diskussionen sorgte.
Obwohl es mir nicht gefiel weil sehr langweilig und stupide geschrieben, ging ich zu ihrer Lesung in die örtliche Buchhandlung.
Ich wollte ihren Mut honorieren nicht die schriftstellerische Leistung.
Außer mir war niemand aus unsererm Ort erschienen, nicht einmal ihre Familie, die sich davon distanzierte.
Ihre Mutter hatte schon in der Zeit ihrer stationären Behandlung in einer psychatrischen Klinik allen erzählt, ihre Tochter wäre zur Kur wegen chronischer Rückenschmerzen.
Depression fällt immer noch in die kategorie der Erkrankungen, die nur anderen Leuten widerfahren.
Dieses und andere aus der Norm tretende Verhaltensweisen gibt es im dörflichen Alltag einfach nicht.
Sie werden totgeschwiegen und unter den Teppich der Gutbürgerlichkeit gekehrt.
Das muß sich ändern, deshalb sind Bücher wie deins sehr wichtig!

Ich wünsche dir viel Kraft!

LG Heidi

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