Euere Erfahrungen mit Testlesern

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (26.07.2010, 08:34)
Michael-L. was genau erwartest du denn von den Testlesern?

Haifischfrau
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Michael-L.
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Re:

von Michael-L. (26.07.2010, 09:00)
Hmmm was ich erwarte?

Eine Rückmeldung ob die Geschichte stimmig und logisch erzählt wurde, ob die Charaktere sauber herausgearbeitet wurden.

Die sollen sich nicht an einem Zeichensetzungsfehler aufhalten, oder an einer einzelnen Formulierung.

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (26.07.2010, 10:36)
@Michael

Ja, also ich finde das grundsätzlich problematisch, Bekannte einzuspannen, außer natürlich, wenn diese Bekannten von selbst auf Dich zukommen und um Dein Manuskript bitten. In Deinem Fall scheint mir das aber nicht so zu sein.

Ich find's relativ daneben, wenn ein Autor von sich aus Testleser im Bekanntenkreis rekrutiert. Ich denke, das ist auch deswegen grenzwertig, weil die so verpflichteten Testleser sich möglicherweise aus Freundschaft heraus nicht trauen, Dir eine Absage zu geben, obwohl es Ihnen vielleicht einfach zu viel ist, Dein Buch zu lesen - ich meine, man sollte seinen Freunden eine solche Situation ersparen.

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (26.07.2010, 11:01)
Michael-L. hat geschrieben:
Hmmm was ich erwarte?

Eine Rückmeldung ob die Geschichte stimmig und logisch erzählt wurde, ob die Charaktere sauber herausgearbeitet wurden.

Die sollen sich nicht an einem Zeichensetzungsfehler aufhalten, oder an einer einzelnen Formulierung.


Damit widersprichst du dir selbst. Logik und Stimmigkeit hängen u.A. mit Zeichensetzungen einzelnen Formulierungen zusammen. Ich denke nicht, dass ein ungeübter Testleser in der Lage ist, die von dir gewünschte Rückmeldung zu geben. Hinter deiner Erwartung sehe ich mehr als "testlesen". Was hältst du davon, selbst mal mehrere Bücher, z. B. von Kollegen hier, testzulesen und herauszuarbeiten, ob die Geschichte stimmig und logisch usw. ist?

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Michael-L.
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Re:

von Michael-L. (26.07.2010, 11:33)
@ chnuppesaager : ne sind von sich aus auf mich zugekommen. Haben mitbekommen das ich schreibe und da sie das Thema interessierte und die Herrschaften Lehrer Schulferien haben, habe ich den Text rausgerückt.

@ haifischfrau : Bin selber in leitender Position berufstätig, deswegen leider gar keine Zeit. Ob die Motive eines Charakters zur Geltung kommen, hängt nicht an einem Komma ab, man kann es aber immer wieder besser machen.

Ich glaube es handelte sich bei den meisten um Neugierde und als sie feststellten, dass es sich um Arbeit handelt verließ sie die Lust...

Für ein Lektorat hätte ich zwar Geld, will es aber nicht ausgeben, da die Schreiberei ein Spassprojekt ist. Werde an den Texten so lange feilen bis ich sie guten Gewissens veröffentlichen kann.

SAMUZ
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Re:

von SAMUZ (30.07.2010, 21:52)
Blanca Imboden hat geschrieben:
TESTLESER und LEKTORAT sind ja sicher zwei ganz verschiedene Themen, oder sehe ich das falsch?
Ich habe ein paar Testleser, die schon während meiner Arbeit immer mitlesen und mich anfeuern, anspornen, mir aber auch Unlogisches aufzeigen und Fragen stellen, die mir weiterhelfen, manchmal Anregungen geben. Sie sind für mich wichtig, weil ich oft an mir selber verzweifle und denke, es sei alles total langweilig. Meine Testleser tun mir also gut, aber sie sind ganz klar VOREINGENOMMEN, denn sie kennen mich.Gruss
Blanca


Kenne dich nicht. Jedenfalls nicht real und persönlich. Schick mal Texte

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Goetkowski
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Re:

von Goetkowski (31.07.2010, 11:11)
Hallo,

ich weiche da wohl vom gängigen Schema ab und habe mein Manuskript querbeet an die unterschiedlichsten Leute verteilt, weil es mich ganz einfach interessierte, wie der Inhalt beim allgemeinen Leser ankommt. So setzte sich das gesamte Feedback aus vielen subjektiven Meinungen zusammen, und nachdem sich dieser Querschnitt als durchweg positiv erwiesen hatte, habe ich ´s veröffentlicht.

Ich habe weder ein Rechtschreibprogramm noch ein Korrektoriat oder Lektoriat bemüht, und das nicht etwa, weil ich unter gnadenloser Selbstüberschätzung leide. Der Tatsache, dass mein Buch Fehler enthält, bin ich mir durchaus bewusst, nur bewegt sich die Quote in einem für mich vertretbaren Promille-Bereich, und ich war schlichtweg nicht bereit, einen Haufen Kohle auszugeben, um mich letztendlich darüber zu ärgern, dass die korrigierte Fassung sooo korrekt auch nicht ist.

Wenn ich beobachte, wie sich im allgemeinen Sprach- und Schriftgebrauch trotz eines immer stärker propagierten Perfektionismus-Trends immer mehr Fehler einschleichen, schneide ich allein dann schon gut ab, wenn ich meinen gegenwärtigen Status zumindest (und nicht zumindestens :lol: ) halte ...

Gruß, Uwe
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Heidi Christina Jaax

Re:

von Heidi Christina Jaax (31.07.2010, 11:27)
Als Schreiberling im mittleren Alter tue ich mich besonders schwer, da ich meine Schulzeit noch vor der Rechtschreibreform absolviert habe.
Diese hat wenig Positives erbracht, aber reichlich Verwirrung gestiftet.
Nicht umsonst war eine Zeitlang von einer Umkehr zum alten System die Rede.

LG Heidi
Zuletzt geändert von Heidi Christina Jaax am 31.07.2010, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Irres
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Testleser "rekrutieren"

von Irres (31.07.2010, 11:59)
= )
Ich habe die Testleser für meine Geschichte aus dem Freundes- und Familienkreis rekrutiert.
Ich möchte nicht gänzlich vom Thema abweichen, aber es stellt sich erst einmal die Frage, warum Du ein Buch schreibst?
Für Dich? Für andere?
Dann helfen Dir Testleser aus dem Bekannten- und Familienkreis weiter, weil sie "nett" mit Dir umgehen. Meine Eltern und meine Patentante sind beide nicht die großen Leser von "Phantasiegeschichten", aber mir zuliebe haben sie die Geschichte gelesen und Fehler angestrichen. Wiederholungen, Kommata, Inhaltsfehler - weil ich jedem von ihnen zu dem Manuskript einen Rotstift gegeben habe.
Mir hat das geholfen, weil ich irgendwann die Fehler nicht mehr selbst gesehen habe und beim Schreiben war ich so vertieft ins Erzählen, dass ich nicht immer darauf geachtet habe.

Wie war denn die Reaktion auf die ersten 20 Seiten? Entsprechen Deine Testleser dem späteren Leserkreis? Denn vielleicht war ihnen der Anfang zu schwer, kompliziert oder sowas... ?

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hawepe
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Re:

von hawepe (31.07.2010, 12:40)
Hallo Heidi,

Heidi Christina Jaax hat geschrieben:
Als Schreiberling im mittleren Alter tue ich mich besonders schwer, da ich meine Schulzeit noch vor der Rechschreibreform absolviert habe.


Ja, und? Niemand zwingt dich, die neue Rechtschreibung zu verwenden.

Im übrigen fällt nicht nur hier im Forum auf, dass geschätzte 99 Prozent der vorgesteltten Texte nicht daran kranken, dass die Autoren Probleme mit der neuen, sondern generell mit der Rechtschreibung haben.

Beste Grüße

Heinz

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Goetkowski
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Re:

von Goetkowski (31.07.2010, 13:35)
hawepe hat geschrieben:
Im übrigen fällt nicht nur hier im Forum auf, dass geschätzte 99 Prozent der vorgesteltten Texte nicht daran kranken, dass die Autoren Probleme mit der neuen, sondern generell mit der Rechtschreibung haben.


Zutreffend und mit ein Grund dafür, dass es sich aus meiner Sicht nicht lohnt, mit Blick auf die angepeilte Zielgruppe (meines Buches) einen übersteigerten Perfektionismus an den Tag zu legen.

Gruß, Uwe
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mtg
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Re:

von mtg (31.07.2010, 13:46)
Goetkowski hat geschrieben:
und mit ein Grund dafür, dass es sich aus meiner Sicht nicht lohnt, mit Blick auf die angepeilte Zielgruppe (meines Buches) einen übersteigerten Perfektionismus an den Tag zu legen.

So etwas erschüttert mich doch immer wieder. Es geht nicht um Perfektionismus, es geht um Handwerk. Mit dieser Einstellung solltest Du Dir lieber ein neues Hobby suchen. Selbst in der Fußball-Kreisklasse wollen Stürmer Tore schießen - egal ob zwei oder 20 Zuschauer da sind...

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Goetkowski
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Re:

von Goetkowski (31.07.2010, 14:42)
mtg hat geschrieben:
Goetkowski hat geschrieben:
und mit ein Grund dafür, dass es sich aus meiner Sicht nicht lohnt, mit Blick auf die angepeilte Zielgruppe (meines Buches) einen übersteigerten Perfektionismus an den Tag zu legen.

So etwas erschüttert mich doch immer wieder. Es geht nicht um Perfektionismus, es geht um Handwerk. Mit dieser Einstellung solltest Du Dir lieber ein neues Hobby suchen. Selbst in der Fußball-Kreisklasse wollen Stürmer Tore schießen - egal ob zwei oder 20 Zuschauer da sind...


Ich lege ja großen Wert auf eine korrekte Schreibe, nur möchte ich mich nicht der Illusion hingeben, mit allen erdenklichen Mitteln ein perfektes Ergebnis erzielen zu können. In allen Büchern - auch in denen namhafter Verlage und Autoren -, die ich bisher gelesen habe, konnte ich Fehler entdecken.

Und ich kann mir beileibe nicht vorstellen, dass keines dieser Bücher ein Korrektorat gesehen hat. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel. Ganz besonders dann nicht, wenn von Profis Preise aufgerufen werden, die das eigentlich erwarten lassen sollten ...

Gruß, Uwe
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (31.07.2010, 15:34)
Heidi Christina Jaax hat geschrieben:
Als Schreiberling im mittleren Alter tue ich mich besonders schwer, da ich meine Schulzeit noch vor der Rechschreibreform absolviert habe.
Diese hat wenig Positives erbracht, aber reichlich Verwirrung gestiftet.
Nicht umsonst war eine Zeitlang von einer Umkehr zum alten System die Rede.

LG Heidi


Da bist du dann aber auf der halben Strecke bei der Diskussion um die Rechtschreibreform ausgestiegen. cheezygrin

Due Reform von 1996 war schlicht Schrott, ganz besonders, was die Getrennt- und Zusammenschreibung angeht: Eine unverheiratete Frau sollte sich genau so schreiben wie eine Frau, die für sich etwas abseits steht: "allein stehend". Dieser Unfug wurde mit der Version von 2006 zurückgedreht. Daher besitzen wir die Formulierungen "allein stehend" und "alleinstehend". Allerdings nur, wenn man nicht bei der Kritik am Zustand von 1996 stehen geblieben ist. cheezygrin

Ich habe vor vier Wochen erst wieder einen zweiwöchigen Deutschkurs für Umschüler gegeben - da gab es genau die gleichen Argumente: "Die alte Rechtschreibung sei doch soooo viel besser gewesen." Da habe ich die Leute mal gefragt, wie denn das zusammengesetzte Wort aus "Ostsee" und "Eis" geschrieben wird.

Hei, haben da die Befürworter der alten Rechtschreibung dumm geguckt! Denn nach alter Rechtschreibung gibt es keine drei gleichen Buchstaben, wenn ein Vokal folgt (alt: "Schiffahrt" mit 2 "f", weil "a", neu: "Schifffahrt" mit 3 "f", weil generell; hingegen alt: "Sauerstoffflasche" mit 3 "f", weil "l", neu: "Sauerstoffflasche", 3 "f", weil generell), folglich müsste die Zusammensetzung in der alten Schreibweise "Ostseeis" (mit 2 "e", weil Vokal "i" folgt) heißen. Das sah dann aber für alle Kursteilnehmer sehr schräg aus!

Auch solche Sprachbolzen wie "Portmonee" statt "Portemonnaie" wurden in der 2006er Version getilgt. Die alte Schreibweise "Portemonnaie" ist sogar die Hauptschreibweise. Das "Portmonee" ist eine zulässige Alternativschreibweise.

Mach doch mal konkrete Vorgaben, was dich an der neuen Rechtschreibung wirklich stört. Die Kritik, die ich in den Kursen zu hören bekomme, bezieht sich fast ausschließlich auf die 1996er Version - und die ist nicht mehr gültig.

Grüße
Siegfried

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (31.07.2010, 15:41)
Hallo Siegfried,
ich habe Heidi nicht so verstanden, dass die neue Rechtschreibung sie stört, sondern dass es ihr schwerfällt, sie zu nutzen. Wenn hier jemand Schwierigkeiten eingesteht, ohne denjenigen nach dem Mund zu reden, die behaupten, Rechtschreibung wäre in Anbetracht vergangener und kommender Änderungen nicht wichtig, ist das m.E. ein Schritt in die richtige Richtung.

Im Übrigen würde ich hier gerne mal die Frage in den Raum stellen:
Warum, liebe Leute, schreibt ihr denn Bücher?

Gruß
Haifischfrau
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