00:00:00 ZERO

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hoferharry
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00:00:00 ZERO

von hoferharry (14.09.2010, 08:18)
Hallo


Vor lauter Aufregung habe ich beinahe vergessen mich vorzustellen. Mein Name ist Harald Hofer und ich würde mich gerne über konstruktive Kritik aber auch für eventuelles Lob freuen. Ich arbeite gerade am Endzeitthriller "ZERO" wie auch am nachstehend angeführten Werk "Angstestot". Sicher wird sich hie und da noch ein Schreibfehler eingenistet haben, bitte großzügig darüber hinwegzusehen. Meine Anfrage an euch bezieht sich ausschließlich auf eure persönliche Meinung, was ihr vom Stil, der Handlung, der Schreibweise, Spannungsaufbau etc. haltet.

Ich beadnke mich natürlich schon im Vorraus für euere Mühe und hoffe, dass die angehängten Zeilen gefallen......






Heute ist der zehnte Tag nach ZERO.
Die Überlebenden hatten sich mittlerweile daran gewöhnt, die Tage neu zu zählen.
Langsam beginnt man, wieder eine neue Ordnung zu schaffen. Der Drang nach der Ursache zu forschen weicht langsam dem Einzigen, das noch wichtig war.
Dem Drang, weiterzuleben.
Es müssen immer noch Tausende sein, jeden Tag werden neue Opfer gefunden. Die gefräßigen Flammen der Leichenfeuer waren seit ZERO nicht mehr erloschen.
Es gab keinen Straßenzug, keinen Vorgarten, der davor verschont geblieben war. Es waren einfach zu viele. Zu viele Tote in zu kurzer Zeit. Man machte sich nicht die Mühe, die Leichen zu einem der vielen Brände zu transportieren. Man verbrannte sie, wo man sie fand.
Ein beißender Geruch lag in der Luft, der Gestank vor sich hin glimmender Textilien machte einem das Atmen schwer. Die Städte lagen in einem grauen Schleier, überall stiegen kleine Rauchsäulen gegen den Himmel.
Die Autos, Lastwagen, die Busse, sie alle standen wie angenagelt, erstarrt im Moment. Es war gespenstisch, bei vielen Fahrzeugen waren die Türen geöffnet. Niemand hatte sich mehr die Mühe gemacht, die Zündschlüssel abzuziehen, die Wertsachen zu entfernen.
Es gab nichts mehr, das einen Wert hatte. ZERO änderte mit einem Schlag, innerhalb einer Sekunde alles! Es gab kein Militär, keine Elite, keine Politiker. Es gab keine Gesellschaft, keine Ordnung. Es gab nur noch den kläglichen Versuch zu überleben.
Langsam erweiterte sich das Bewußtsein der Überlebenden. Es war unwichtig, wie dies alles hatte passieren können. Es war unwichtig geworden, wer die Verantwortung hierfür zu trage hätte. Es war egal.
ZERO hatte alles geändert. War es die Strafe Gottes? Die Rache unserer Erde, des Universums?
Wie überheblich waren doch wir Menschen als wir glaubten, diese Welt zu beherrschen? Wie theatralisch hatte sich der Mensch diesen Tag immer wieder vorgestellt.
Vulkanausbrüche, Tsunamis, Meteoritenhagel, Tornados? Das Ende der Welt wurde immer mit der Apokalypse gleichgesetzt. Man erwartete das Ende wie ein Faustschlag Gottes. Alle zerstörend, vernichtend und geringschätzend. Niemand hatte sich auch nur im Entferntesten vorstellen können, wie genial, wie einfach sich die Erde begann von ihrer Krankheit zu erholen. Sie begann, ihr Krebsgeschwür, ihren Parasiten zu bekämpfen.
Und sie hatte Erfolg. Es waren bereits mehr als zwei Drittel in den ersten sieben Tagen. Niemand wusste wie es in den anderen Städten aussah. Man hatte keine Informationen, wusste nicht, ob es überall auf der Welt das gleiche war. So kämpften die wenigen Überlebenden ohne zu wissen wofür. Es konnte jede Sekunde zu Ende sein. Niemand wusste genaueres.
Es gab keine Ärzte, keine Labors. Es gab kein Krankenhaus, kein Radio, kein Fernsehen. Es gab nur eines. Millionenfachen Tod! Und eine kleine Hoffnung. Die wenigen welche noch durch die Straßen zogen trugen sie in sich. Eine verzweifelte, angstvolle, aber berechtigte Hoffnung.
Sie alle lebten noch. Zehn Tage nach ZERO!



Kapitel 1


Es war eine stickige, schwüle Nacht. Ungewöhnlich für diese Jahreszeit. Jean drehte sich unruhig im Bett herum, blickte in das ebenmäßig geschnittene Gesicht seiner zehn Jahre jüngeren Frau. Er bewunderte sie immer noch dafür, dass sie damals alles liegen und stehen ließ, alles aufgab, um ihm hierher zu folgen. Als würde sie seine Beobachtung spüren, begann sie verschlafen in seien Richtung zu blinzeln.
„Du kannst nicht schlafen?“ Ihre zärtliche Hand griff nach der Seinen. Jean liebte seine Frau. Die vorher entstandene Unruhe, diese seltsame Gefühl das noch vor wenigen Minuten seinen Schlaf störte, wich für einen Moment.
„Ich weiß nicht!“, Jean suchte nach den richtigen Worten. Er wollte seine Frau nicht beunruhigen. „Vielleicht sehe ich kurz nach den Tieren, irgendetwas hat mich aufgeweckt!“ Marie drehte sich zurück und drehte den Radiowecker in ihre Richtung.
„Seltsam!“ Ihre Stimme klang verärgert. „Kann es sein dass wir keinen Strom mehr haben?“ Jean blickte nun ebenfalls in die gleiche Richtung. Der Wecker lief zwar auf Batteriebetrieb, die Anzeige jedoch hatte sich verabschiedet.

00:00:00

zeigte keine sinnvolle Uhrzeit.
Der Farmer drehte sich mit einem Ruck herum und hebelte sich aus dem Bett. An seiner Bettseite befand sich der Lichtschalter für die Hintergrundbeleuchtung des schweren, hölzernen Bettgestells. Es klickte kurz, blieb dennoch finster.
„Verdammt!“ Man konnte den Ärger in seiner Stimme erkennen. Hoffentlich dauert dies nicht zu lange. Sie waren ziemlich aufgeschmissen hier draußen, hatten zwar ein Notstromaggregat, doch schwierig war es allemal. Vor sieben Jahren waren sie hier nach Vulara ausgewandert. Nahe des Uluru–Kata–Tjuta Nationalparks, in einer kleinen Touristen-siedlung ein wenig abseits der bereits seit 20 Jahren bestehenden Hotelanlagen hatten sie sich ihren Traum versucht zu erfüllen.
Jean hatte sich inzwischen erhoben, blickt durch einen Spalt im Vorhang nach unten in den Vorgarten. Es war alles finster, auch in der schmucken, liebevoll angelegten Gartenanlage gaben die filigranen, verschnörkelten Laternen keinen Lichtschein von sich. Sein Blick wanderte hinüber zu den Gästehäusern. Er würde sich schnell darum kümmern müssen. Zwar war es noch finster, aber die Reisegruppe hatte sich für eine Fahrt zum Kata Tjuta entschieden. Es lief gut, die beiden Auswanderer waren zufrieden. Die Gästehäuser waren gut gebucht, mit den Ausflugsfahrten versuchten sie den Touristen die australische Kultur näherzubringen.
Jean blickte auf seine Armbanduhr, es mochte etwa 3 Uhr früh sein, am Horizont begannen kleine Wolkenfetzen die auftretende Morgendämmerung wiederzuspiegeln. Verwirrt blickte er auf das Ziffernblatt seiner digitalen Anzeige.

00:00:00

Seine Uhr schien stehengeblieben. Mit dem Fingernagel klopfte er auf das Glas, stur verharrten die roten Ziffern bei ihrer Aussage.
Er blickte über die Schulter zurück zu seiner Frau. Marie blickte in seine Richtung, wartete auf eine Erklärung.
„Ich gehe schnell mal runter, sehe nach dem Rechten!“ Ein ungutes Gefühl hatte sich in seiner Magengrube breitgemacht. Es war noch zu früh, er war noch zu schlaftrunken, um sich einen Zusammenhang erklären zu können. „Bleib ruhig liegen, ich bin gleich wieder da!“
Jean kramte einen Revolver aus der Nachttischschublade. Es war normal, nachts bewaffnet aus dem Haus zu gehen. Keine Tiere waren es, vor denen sich Jean beschützen hätte müssen. Er hatte längst gelernt, mit den wenigen gefährlichen Schlangen umzugehen. Krokodile verirrten sich wenig hierher, war doch der nächste Weiher Kilometer entfernt.
Vor Monaten war von einer betrunkenen Gruppe Aborigines im Gästehaus eingebrochen worden. Er bedauerte diese Menschen. Selbst nur Gast in diesem faszinierenden Land, schämte er sich für die vertreibende und knechtende Assimilationspolitik der Behörden. Oftmals blieb den eigentlichen Herren dieses Landes nur mehr ein Dahinvegetieren, der großzügig von den Behörden bereitgestellte Alkohol machte die Menschen gefügig. Es ging Jean nicht um den Schaden, den die Betrunkenen angerichtet hatten, er hatte Sorge, einer Eskalation zu begegnen. Ihm würden die Argumente fehlen, teilte er doch sein Herz mit den Anliegen der Ureinwohner.
„Sei vorsichtig!“, gab ihm seine Liebste mit auf den Weg, er nickte nur kurz. Jean schlich auf leisen Sohlen aus dem Zimmer, nebenan blickte er kurz durch die schmale Öffnung der angelehnten Türe ins Kinderzimmer. Das Mondlicht tauschte mit den ersten Lichtstrahlen der Morgendämmerung, er konnte den kleinen Körper ihrer Tochter erkennen. Natalie war bereits hier geboren, erfüllte ihr arbeitsreiches Leben mit der notwendigen Abwechslung, bestätigte ihr Tun in vielen Momenten der Freude.
Ohne ein Geräusch huschte er weiter, über die breite Treppe hinunter in das tieferliegende Geschoss. Es war ein edles, großzügig gebautes Herrenhaus, kleine Säulen zierten den runden Abgang.
Unten angelangt, tastete sich Jean vorsichtig zur breiten, massiven, doppelflügeligen Eingangstüre. Beide hatten sie fast ihr ganzes Leben für einen solchen Traum gespart. Es war ein Zufall, als sie sich zufällig vor zehn Jahren kennenlernten. Doch schnell war es wie in einem Traum, gleich ab dem ersten Augenblick spürten sie die Verbundenheit. Sie straften alle Lügen, welche die Liebe auf den ersten Blick anzweifelten.
In ihren Interessen gleich, war es nur eine Frage der Zeit, ihrer Vision in Australien nachzujagen. Bei ihren zahlreichen, einheimischen Angestellten wurde das weiße Paar fast wie Ihresgleichen behandelt und aufgenommen. Chowaberry, der füllige Aborigines-Aufseher übernahm schon seit jeher die Organisation und begleitete Jean bei den Fahrten zu den heiligen Stätten. Die beiden hatten ihrem Personal am Rande der Ferienanlage drei schmucke Personalhäuser errichtet, ihre Großzügigkeit wurde von den Aborigines mit einer bislang nie gekannten Herzlichkeit belohnt. Besonders stolz war Jean darauf, von Chowaberry achtungsvoll Anangu genannt zu werden.
Die Aborigines bezeichneten sich selbst als Anangu, die Bedeutung war ursprünglich „Mensch“. Als weißer Mann diesen Namen zu erhalten war gleichbedeutend wie die Aufnahme in ihren Stamm der Pitjantjatjara, einer der noch größten existierenden Stämme.
Plötzlich verharrte Jean, er glaubte ein Geräusch hinter der Eingangstüre zu vernehmen. Waren die Gäste schon unruhig geworden? Das seltsame Gefühl in seiner Magengegend war noch nicht verflogen, Jeans Hand griff fester um den Schaft seiner Waffe.
Kurz verharrte er vor dem schweren, hölzernen Eingang. Da! Wieder! Für einen Moment glaubte er wieder ein Wimmern zu vernehmen, Jean war verwirrt.
Die Türe war durch ein massives Schloss und auch einem weiteren Sicherungssystem mit einem schweren Holzriegel vor unberechtigtem Zutritt gesichert. Er öffnete die Verriegelung und schob den schweren Flügel nach draußen.
Erschrocken spürte er einen Widerstand, als würde sich jemand von draußen gegen die Türe lehnen. Jean verharrte, trat einen Schritt zur Seite und blickte durch den bereits entstandenen Spalt nach draußen. Im Dunkel des Vordaches glaubte er einen schweren, massigen Körper zusammengekauert auf der obersten Treppe des Aufgangs zu erkennen.
„Chowaberry?“, glaubte er seinen Vorarbeiter zu erkennen. Ein schmerzvolles Hüsteln kam aus der Richtung, Jean beeilte sich zu dem vor ihm liegenden Körper zu gelangen. „Chowaberry?“, sein Verdacht bestätigte sich. Der riesige Mann drehte seinen Kopf in Jeans Richtung, eine zitternde, kraftlose Hand streckte sich ihm entgegen.
„Anangu Jean!“, seine Stimme klang leer, erschöpft. Jeans Herz krampfte sich zusammen, was war hier passiert? Sein Freund hatte mindestens 120 Kilo, nun lag er hier auf der Treppe wie ein kleines, hilfloses Kind. Im schwarzen Gesicht mit den breiten Nasenflügeln spiegelte sich im Schweiß des Mannes das ratlose Gesicht des Gutsherrn.
„Was ist passiert?“, er sorgte sich um den Mann. Jean hatte sich mittelerweile heruntergebeugt, kniete nieder und ergriff die kraftlose Hand.
„Sie hat ihren Atem über die Welt gelegt, Jean!“, leise hauchte der Mann die unverständlichen Worte. Chowaberry erkannte die Ratlosigkeit in den Augen seines Herren.
„Die Regenbogenschlange!“ Plötzlich wurde der Griff des Mannes fester, seine Augen weiteten sich, als hätte er entsetzliches gesehen. „Es beginnt alles von neuem!“ Mit einer erneuten Kraftanstrengung zog Chowaberry Jean näher an sich heran.
„Ich habe mich dazwischen gestellt, sie konnte euch nichts anhaben!“
Jean wusste über die Mythen der Entstehungsgeschichte der Aborigines. Die Regenbogenschlange war Teil der Schöpfung, er verstand den Zusammenhang nicht, doch musste er die Worte seines Freundes ernst nehmen. Es gab keine Fiktionen, keine Träume oder Geschichten bei den Einheimischen, wenn sie nicht einen tatsächlichen Ursprung hatten. Was nicht erlebt wurde, war nicht. Chowaberry musste ein schreckliches Erlebnis gehabt haben.
„Wie kann ich dir helfen?“ Der nächste Arzt war hunderte Kilometer entfernt. Jean zweifelte dass das Funkgerät funktionieren würde.
„Es beginnt alles neu, alle werden sterben die das nicht verstehen!“ Wieder begann der Mann in Rätseln zu sprechen.
„Was?“ Jean beugte sich weiter hinunter, die Stimme Chowaberrys wurde immer dünner. „Was beginnt von neuem?“
„Suche in deinem Herzen, hier liegt die Antwort begraben!“ Ein letztes Aufbäumen, dann sackte der riesige Körper in sich zusammen. Jean spürte die Tränen in sich aufsteigen.
„Was war hier passiert? Warum sprach er in Rätseln, warum hatte er ihm nicht verraten wer ihm das angetan hatte?“ Jean schloss die weit aufgerissenen Augen des Mannes mit einer sanften Bewegung, wischt sich die Tränen aus dem Gesicht. Ratlos stand er auf, wusste nicht, wie er sich hätte verhalten sollen.
Es war still auf dem Gelände. Es gab nicht die Spur eines Hinweises, hatte hier ein Kampf stattgefunden? Waren es Kampfgeräusche gewesen, welche ihn noch kurz vorher aus dem Schlaf gerissen hatten?
Jean war verwirrt. Ziellos ging er einige Schritte über den Innenhof. Er hatte keine Augen für die prachtvoll angelegten Rosenstauden. Er hatte keine Zeit sich von dem kleinen, spielerisch in den Garten integrierten Springbrunnen ablenken zu lassen. Jean hatte das ungute Gefühl noch nicht verloren. Mit schnellen Schritten näherte er sich den Gästehäusern. Eine seltsame Unruhe hatte ihn befallen, lies ihn nicht mehr los.
Mit jedem Schritt verstärkte sich eine Vermutung, Jean betete zu Gott, unrecht zu haben.
Ohne Rücksicht auf seine Gäste zu nehmen, drückte er die Türe des Gästehauses ohne anzuklopfen nach innen. Kein Aufschrei der Entrüstung, kein Fluchen über die Störung, es blieb still im Haus.
In der Ecke des Schlafzimmers teilte der Wecker blinkend seinen Akkubetrieb mit, auch hier musste der Strom ausgefallen sein. Die rote Digitalanzeige tauchte das Zimmer in ein gespenstisches Licht.

00:00:00

Höhnisch blinkten die Ziffern in die Dunkelheit. Jean trat ans Bett und versuchte seinen Gast aufzuwecken. Die Kälte des vor ihm liegenden Körpers lies keinen Zweifel offen, Jeans Herz verkrampfte sich. Seine Gedanken überschlugen sich, für einen Moment wollte er laut aufschreien.
Der Mann vor ihm war tot, daran bestand kein Zweifel.


Kapitel 2



Paolo Fernados blickte gebannt auf den Monitor. Seit Stunden schon beobachtete er das Spektakel, war fasziniert und verwirrt gleichermaßen. Seit Monaten schon arbeiteten sie mit dem geophysikalischen Institut in Pottdamm an der Erforschung der zurückgehenden Sonnenexplosionen. Hier im Institut für Plasmaphysik, dem Joint European Torus, kurz JET, arbeiteten hunderte Physiker über die Ergebnisse des größten Versuchstokamak der Welt, dem Culham Scienece Centre in England.
Üblicherweise sollten die immer wiederkehrenden und zum Alltag gehörenden Schockfronten der auf der Sonne tobenden Explosionsserie auf der Erde einen mehr oder weniger großen geomagnetischen Sturm auslösen. Das Auftreffen dieser Schockfronten auf das Erdmagnetfeld sorgte für die faszinierenden Polarlichter, doch barg das Schauspiel auch immer wieder die Gefahr von elektromagnetischen Störungen bis hin zum Ausfall von Navigationsgeräten und der Störung elektrischer Anlagen.
Für Paolo gehörten diese Phänomene zum Alltag, auch die Warnung an die Regierung war zur Normalität geworden. Ohne die Bevölkerung zu beunruhigen, war in den letzten Monaten mehrmals die Alarmstufe „rot“ ausgerufen worden. Anti– Terroreinheiten wie auch der gesamte Verteidigungsapparat stand in den Startlöchern, ein Ausfall der Überwachungssysteme könnte von terroristischen Einheiten für einen Angriff genutzt werden.
Der Wissenschaftler mit den kurz geschnittenen, streng nach hinten gebürsteten dunkeln Haaren kannte die Rhythmen, doch seit einigen Wochen war alles anders.
Als letzten registrierten ungewöhnlichen Sonnensturm konnte er sich an den Oktober 2003 erinnern. Eine Partikelwolke, dreizehnmal größer als die Erde, bewegte sich mit der rasenden Geschwindigkeit von 1,6 km/h auf die Erde zu. Die Weltbevölkerung schrieb die zahlreichen Ausfälle an Computersystemen ihrer IT zu, die Mechaniker und Abschleppdienste freuten sich über die tausende liegengebliebenen Fahrzeuge und tauschten Zündkerzen am Fließband. Der geheim gehaltene Sonnensturm verursachte einen elektronischen Ausfall des gesamten Telekommunikationsnetzes auf der Erde, in Louisiana wurden für neun Stunden alle elektronischen Geräte gestört.
Drei seiner Mitarbeiter knieten schon seit Minuten an seiner Rückenlehne, verfolgten wie er das unglaubliche Schauspiel.
„Müssten wir nicht?“, Philippe, sein persönlicher Assistent wagte nicht den Satz zu Ende zu sprechen. Als wäre er aus einer Verzauberung erlöst worden, drehte sich Paolo zu seinen Leuten um.
„Verdammt noch mal, was ist das?“ Er blickte in ratlose Gesichter. „Kann mir irgendjemand erklären was hier vor sich geht?“ Im Hintergrund rasselte seit Minuten das Telefon, niemand hatte sich von dem einzigartigen Schauspiel lösen können.
„Philippe, geh du ran! Es werden die Kollegen aus England sein!“ Paolo drehte sich wieder zum Monitor, in seiner Brille spiegelten sich die auf und ab quellenden Farben einer Sensation. Die ungewöhnliche Ruhe, das fast völlige Nachlassen der Sonneneruptionen. Während noch weltweit über die Ursachen debattiert wurde, begann sich die Situation zu wenden. Seit wenigen Minuten schien die Sonne ihr Versäumnis in einem Zug nachholen zu wollen.
Das PEAK, wie die Wissenschaft die Ruhephase oder den fast völligen Stillstand der Eruptionen nannte, war nur ein Vorbote.
Paolo konnte nicht glauben was er vor sich sah. Es waren nicht die koronalen Massenauswürfe der Sonne, nicht die Milliarden von Tonnen Sonnenmaterial, welche sich durch den interplanetaren Raum rasend schnell auf die Erde zubewegten. Die Materieteilchen würden einige Tage brauchen um den erdnahen Raum zu erreichen, doch das hier war anders. Die elektronisch geladenen Teilchen jagten mit Lichtgeschwindigkeit auf die Erde zu, in wenigen Minuten würden sie den Planeten erreicht haben.
Was für einen Sinn konnte es noch machen, jetzt eine Warnung auszurufen? Wer konnte vorherahnen, ob überhaupt etwas passiert? Paolo drehte sich hinüber zu seinem Assistenten.
„Philippe?“, der junge Physiker stand mit offenem Mund, den Telefonhörer am Handgelenk baumelnd.
„Tot!“ stammelte er. „Die Leitung ist plötzlich tot!“ Es war nicht die Zeit, darüber nachzudenken, im Bruchteil einer Sekunde wurde es finster in der gesamten Anlage. Die Monitore blendeten in einem letzten Aufbäumen. Im Hintergrund hörte man das Fluchen einiger Mitarbeiter.
„Was?“, Paolo klopfte ratlos in die Tastatur. „Was ist da los?“ Der fensterlose, finstere Raum wurde von einem gespenstischen, rötlichen Licht fast unmerklich ausgeleuchtet. Paolo suchte die unbekannte Lichtquelle.
Die digitale, batteriebetriebene Wetterstation zeigte neben dem aktuellen Luftdruck und anderen Messwerten in einem kleinen, roten Display die aktuelle Tageszeit.

Luftdruck: 720 mbar
Feuchtigkeit: 35 %
Uhrzeit: 00:00:00

Die Männer trauten ihren Augen nicht.




Kapitel 3



Jean war wie ein Verrückter durch die Anlage gelaufen. Das diffuse Licht der Morgendämmerung wurde verstärkt durch ein seltsames Lichtspiel am Horizont. Er hatte keinen Sinn für dieses Phänomen, seine Augen waren mit Tränen der Verzweiflung gefüllt. Von Gästehaus zu Gästehaus war er geeilt, sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Es war überall das gleiche. Die Menschen lagen leblos in ihren Betten, man konnte keine Spur einer Gewalteinwirkung erkennen. Am letzten Haus hielt er inne, lehnte sich erschöpft an den Türrahmen. Sein Brustkorb brannte, er vermochte sein hektisches Atmen kaum zu beruhigen.
„Mein Gott!“ Er schüttelte den Kopf, als könne er das Erlebte verleugnen. „Was um Himmels willen ist hier passiert?“ Er konnte keine Erklärung für das Entsetzliche finden.
„Marie!“ Sein Blick richtete sich zurück zum Haupthaus. Seine Frau stand im Nachthemd am Balkon und beobachtete das Lichterspiel am Himmel. „Wie soll ich dir das beibringen?“ „Wie kann ich denn erklären was ich selber nicht verstehe?“
Sein Herz krampfte sich zusammen, als er ein wenig unterhalb der Gästehäuser ein Geräusch vernahm. „Die Personal-unterkünfte!“ Das Geräusch lies neue Hoffnung in ihm auf-wallen.
Fast hätten sich seine Füße überschlagen, er eilte den mit Steinen ausgelegten Weg hinunter.
Die Geräusche wurden lauter, je näher er kam. Es war eine Mischung aus Summen und verhaltenem Gesang. Schweißgebadet drückte er mit einem schnellen Ruck die Türe nach innen.
Chowaberrys Familie, die anderen Angestellten und ihre Familien, sie alle hatten sich hier versammelt, saßen in einem großen Kreis am Boden und beobachteten den Eindringling, als hätten sie ihn längst erwartet. Keine Überraschung, kein Eschrecken war in ihren Gesichtern zu erkennen.
Talbabree, die Frau des in seinen Händen gestorbenen Vorarbeiters, erhob sich mit traurigen Augen. Sie kam auf Jean zu und nahm ihn am Arm. Der Mann lies es geschehen, die anderen rückten ein wenig zur Seite. Goormurra, der Zimmermann, nahm ihn bei der Hand. Jeans Augen brannten, Schweiß lief ihm über die Stirne.
Der kleingewachsene, aber stämmig gebaute Aborigines zog ihn zu sich hinunter auf den Boden. Jean fiel erschöpft auf die Knie, er suchte immer noch nach einer Erklärung.
Als würde er sein Bemühen spüren, erklärte Goormurra in einer den Aborigines eigenen Mischung aus Landessprache und Englisch. „Anangu Jean!“ Die Blicke der Anwesenden waren auf ihn gerichtet.
„Chowaberry hat die Schlange aufgehalten, nicht den Wandel!“ Woher wusste der Mann von seinem Gespräch mit Chowaberry? Wussten die Anwesenden von seinem Tod? „Talbabree, die arme Talbabree!“
Goormurra riss ihn aus seinen Gedanken. „Sie war es selbst, die ihn zu eurem Schutz losgeschickt hat!“
„Chowaberry war der stärkste von uns, kein anderer hätte euch beschützen können!“ „Aber“, stammelte Jean, sein Hals war wie zugeschnürt. „Chowaberry ist…!“
Mit einer sanften Berührung hatte sich Talbabree genähert. „Er ist nicht tot, Anangu Jean!“ Ihre Stimme war ruhig und gefasst. „Chowaberry ist bereits im Tjukurrtjana, der Traumzeit. Er hilft uns von dort aus, die neue Welt zu errichten!“
„Du musst wissen, dass wir uns schon sehr lange auf diesen Tag vorbereiten!“ Jean wollte an den Worten zweifeln, doch die Ruhe, die Kraft welche Talbabree ausstrahlte, vermochte ihn ein wenig zu beruhigen.
„Die Gäste, alle fünfzehn, sie liegen alle tot in ihren Zimmern!“ Ein dicker Kloss drückte auf seinen Kehlkopf, kaum vermochte er zu sprechen.
„Es macht keinen Sinn, die Toten zu zählen, Anangu Jean!“, Goormurra hatte wieder das Wort ergriffen. „Die Zeit deines Lebens würde dafür nicht reichen.“ „Wir werden genug damit zu tun haben, die wenigen Lebenden zu finden!“
Jean konnte es nicht mehr ertragen. Er sprang auf, verließ mit einem Schrei aus Wut und Schmerz die Hütte, es wollte nur mehr zu seiner Familie. Der Drang, seine Frau und die kleine Marie Rose in den Arm zu nehmen, war plötzlich fast unerträglich. Unkontrolliert, mit tränenden Augen stolperte er über den Abhang hinauf zurück zum Haupthaus. Marie stand bereits am Fuße der Treppe, sie hatte sich Sorgen gemacht. Der schlanke Körper zitterte als hätte die Frau eine Vorahnung.
„Was ist passiert?“ Sie sah ihren Mann weinend die Auffahrt nach oben taumeln.
„Jean, was ist los? Du machst mir Angst!“ Er brachte kein Wort mehr über die Lippen, ein dicker Kloß verschloss seinen Hals. Jean stürmte auf seine Frau zu, fast rannte er sie um. Jean drückte Marie an sich, als hätte er Angst, jemand würde sie ihm entreißen.
Irgendetwas war passiert. Irgendetwas Schreckliches, Unvorstellbares! Er konnte sich die Zusammenhänge nicht erklären, doch sein Gefühl sagte ihm, dass es noch nicht vorbei war. Jean hatte keine Ahnung, was er seiner Frau erzählen sollte. Sie hatte Chowaberrys schweren Körper hinter der Türe noch nicht entdeckt.
„Marie!“, fast versagte seine Stimme. „Es ist etwas Schreckliches passiert!“ Noch nie hatte sie ihren Mann so erlebt, Marie spürte den Ernst der Lage.
„Ich möchte nach unserem kleinen Engel sehen!“, Jean drückte seine Frau sanft von der Türe nach innen.
„Sind wir in Gefahr?“, die Stimme klang plötzlich zerbrechlich, angstvoll.
„Ich weiß noch nicht was los ist!“ Jean hielt kurz inne, nahm den Kopf seiner Liebsten in die Hände. Tränenerfüllte, ängstliche Augen blickten ihn an. „Sie sind alle tot!“ Jean schluckte. „Alle unsere Gäste! Sie sind alle tot!“
Ungläubig schüttelte Marie den Kopf. „Nein!“ Jean spürte wie ihre Knie weich wurden, er musste seine Frau stützen.
„Marie Rose!“ Es war wie ein Aufschrei. Die junge Frau drehte auf dem Absatz herum und stürmte die Treppe nach oben. Jean stand wie angewurzelt. Er hatte Angst. Angst vor dem was kommen würde, wenn Marie ins Zimmer ihrer Tochter stürmt. Er hörte die kleinen Füße nach oben hasten, vernahm das Öffnen der Türe, es war kaum zu ertragen.
Marie war ins Zimmer gestürzt, hastete an die Bettkante und zog den kleinen Körper ihrer Tochter an sich heran.
„Mama?“ Schlaftrunken, ein wenig erschrocken blinzelte das Mädchen ins Dunkel.
Es war ein Aufschrei der Erlösung, die Erleichterung machte sich breit, Jean stand unten an der Treppe und hörte das Schluchzen seiner Frau. Es war keine Angst mehr in diesem Weinen. Der Mann fiel in die Knie, nun fiel auch von seinem Körper eine riesige Last ab.
„Es wird alles gut!“ Jean versuchte sich zu beruhigen. „Es wird alles gut. Egal, was auch immer passiert!“






Kapitel 4


Steve Thomson konnte seine Erregung kaum verbergen. Seit Tagen schon fand er keine Ruhe, er hatte kaum Zeit zu schlafen. Dunkle Ringe unter den Augen erzählten von durchgearbeiteten Nächten. Der weiße Kittel war zerknittert, schmutzig, als wäre er schon lange nicht mehr gewaschen worden.
Die Kollegen begannen bereits zu tuscheln, es war ihm egal. Es war sensationell, Steve glaubte etwas gefunden zu haben das schlagartig die Welt verändern könnte. Er hatte keine Ahnung ob er nur einer falschen Fährte nachjagte, er wusste nicht, wie sich seine Entdeckung überhaupt auswirken würde. Steve war wie besessen.
Die Lichter in den angrenzenden Räumen wurden bereits auf Nachtbetrieb zurückgeschaltet, wieder war ein Tag wie im Fluge verronnen. Steve verschwendete nicht einen Gedanken daran, Feierabend zu machen. Zu nahe war er der Lösung. Zu viele Stämme hatte er angelegt, er wollte nicht eine Sekunde versäumen.
Der Wachmann des Hans Schöler Stem Cell Research Center in Südkorea begann bereits gelangweilt seine Runden zu ziehen. Ihm war der schrullige, ältliche Wissenschaftler egal. Seit Tagen schon brauchte er sich um dieses Stockwerk nicht zu kümmern, Thomson hastete von Raum zu Raum wie ein Verrückter.
Erst vor wenigen Monaten war dieses Forschungszentrum eröffnet, im Rahmen eines internationalen Symposiums seiner Bestimmung übergeben worden. Schöler selbst, einer der Direktoren des Max Planck Institutes für molekulare Biomedizin in Münster hielt die Eröffnungsrede.

Thomson bemerkte den Wachmann gar nicht mehr, lebte wie in einer eigenen Welt. Seine Entdeckung hatte vollends von ihm Besitz ergriffen.
Der 50 jährige wirkte durch seine Agilität wesentlich jünger, eine unförmige Hornbrille drohte ständig von seiner Nase zu kippen. Das Haar ergraute bereits leicht an den Schläfen, lies den Mann aber keinesfalls alt wirken. Die hellen, flinken Augen erzählten von dem enormen Wissen, dem klugen Geist Thomsons.
Der Wissenschaftler wurde gleich zu Anfang nach Südkorea gerufen. Ein gemeinsames Forschungsprojekt im Bereich der Nanowissenschaft brachte unter Mitwirkung von East Midlands Development Agency Forschern an der Universität Hamburg erstaunliche Erkenntnisse zu Tage. Im Rahmen der gemeinsamen Forschung von Experten aus aller Welt wurde ein Weg gefunden, die Bewegungen und Kräfte von Molekülen innerhalb von Molekülen auszumachen und zu steuern. Es war eine Sensation. Niemand konnte noch vorherahnen, wie diese Erkenntnisse jemals nutzbar sein würden, dennoch war es gelungen, kleine Moleküle innerhalb von Molekülen zu beobachten, deren Kräfte messen und zu kontrollieren.
Thomson träumte von der Produktion nanomechanischer Geräte, von Mikroprozessoren, alles aufgebaut auf die bahnbrechende Wirkung dieser Erkenntnisse.
Der Wachmann klopfte mit seinem Gummistock kurz an die Scheibe des Labors, er wollte sich versichern dass alles in Ordnung ist. Thomson arbeitete hinten in der Ecke vor dem riesigen Elektronenmikroskop, blickte sich nur kurz um und winkte zur Bestätigung.
Kopfschüttelnd zog der Mann weiter seine Runde. Im nächsten Raum gab es einen Wasserspender, er würde es sich ein wenig gemütlich machen.
Thomson war durch die Störung kurz irritiert, setze sich auf und blinzelte kurz. Seine Augen waren schon überanstrengt, der Mann schlenderte gedankenversunken hinüber zum raumhohen, die ganze westliche Wand bedeckenden Inkubator. Der riesige Brutraum war von unten bis oben belegt mit Zuchtschalen, die Aufzucht der Zellen und Mikroorganismen wurde automatisch überwacht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, sogar Videoüber-wachung liefen automatisch. Das bläuliche Licht gab dem Raum etwas unheimliches, wirkte kalt und unfreundlich.
Thomson hatte keine Zeit sich über derart banale Dinge Gedanken zu machen. Seit Tagen legte er neue Zuchtschalen an, erfasste die Daten in seinem PC, überprüfte, überwachte, markierte.
Er öffnete den Schrank, nahm eine weitere Probe und eilte zurück zum Mikroskop.
„Schon wieder!“, flüsterte er mit sich selbst. Thomson musste sich setzen. Schweiß stand an seiner Stirn. Es lag hier vor ihm, über die letzten Tage hundertmal kontrolliert, überprüft. Das Ergebnis war immer das Selbe.
Steve Thomson schüttelte den Kopf, er hatte keine Ahnung was er nun machen sollte. Wer würde ihm glauben, wer könnte einen Sinn darin erkennen? War er verpflichtet, die Erkenntnis weiterzugeben? War es gefährlich?
Noch einmal beugte er sich über die Linse. „Unfassbar!“ Binnen weniger Tage hatte sich eine komplett neue Molekularstruktur gebildet. Natürlich war ein Hauptziel ihrer Forschung die genorientierte Manipulation von Mikroorganismen. Lebensmittel sollen länger haltbar werden, Gemüse ertragreicher, schädlingsresistent, Schlachtvieh krankheitsunanfälliger, alles war auf die industrielle Verwertung angezielt. Eine eigene Abteilung im Untergeschoss verwertete die Forschungsergebnisse auf medizinischer Ebene.
„Alles was zahlt!“, schon lange war der Leitspruch umgewandelt. Die Industrie bestimmte die Interessen. Die Finanziers waren die wahren Herren der Forschung. Seine Kollegen arbeiteten fieberhaft auf dem Gebiet der induzierten, pluripotenten Stammzellen um sich von der umstrittenen embryonalen Stammzellenforschung zu entfernen. Die Rückprogrammierung ausgereifter Zellen in den embryonalen Urzustand wäre eine Art Verjüngungskur, die Zellen wären quasi Alleskönner, mit universellen Fähigkeiten.
Hier vor seinen Augen erlebte Thomson gerade das komplette Gegenteil. Eine molekulare Veränderung bewirkte eine unvorstellbar schnell vorangehende Zellzerstörung.
Innerhalb von wenigen Tagen, seit er die mysteriöse Abnormität in einer seiner Kulturen entdeckte, erging es immer gleich. Thomson überlegte fieberhaft. Noch suchte er nach einem Nutzen, welche seine Entdeckung bringen könnte, suchte nach einer Verwertungsmethode.
Den Gedanken an eine biologische Waffe wollte er als letztes spinnen, seine Ethik suchte verzweifelt nach einer besseren Lösung.
Irgendwie hatte er eine neue Molekülstruktur entdeckt. Er hatte keine Ahnung, warum ausgerechnet er, warum ausgerechnet jetzt. Es verwirrte ihn, dass er diese Strukturen, obwohl erst vor einigen Tagen das erste mal gesehen, nun überall entdeckte. Jede seiner Brutschalen, jede Gewebeprobe, überall das gleiche. Steve fiel es schwer einen klaren Gedanken zu fassen. Es war zu unglaublich, zu unfassbar, das Naheliegendste zu vermuten.
Es war überall, eben hatte er die letzte Probe überprüft. Thomson nahm die Brille ab, setzte sich hinter seinen Schreibtisch. Mit zwei Fingern rieb er sich die müden Augen, ein Gefühl der Machtlosigkeit überkam ihn.
„Was mache ich nur?“ Verzweifelt schüttelte er den Kopf. Er versuchte immer noch eine Lösung zu finden, einen Fehler in seiner Forschung aufzudecken. Es war niemand da der plötzlich aus der Ecke sprang: „Scherz! Wir haben dir diese Proben untergejubelt!“
Steve fühlte sich plötzlich sehr alleine. Das Wissen drückte auf seine Schultern, er kämpfte mit seinen Tränen.
„Was mache ich nur? Was soll ich tun? Allmächtiger, was passiert mit uns?“
Langsam überrollte den Wissenschaftler eine Erkenntnis, welche ihn zu erdrücken drohte. Es waren nicht die Proben. Es waren nicht seine vorbereiteten Zellstrukturen. Mit einem Satz sprang er von seinem Sessel hoch. Eine Idee hatte Besitz von dem Mann ergriffen. Steve eilte in den Nebenraum, öffnete einen Schrank mit tiefgekühlten Zellstrukturen. Mit zittrigen Händen zog er sich rote Gummihandschuhe über die Hände. Thomson zog sich die Gesichtsmaske über den Mund. Er wollte noch einen letzten Versuch wagen.
Vorsichtig, als hinge die Existenz der ganzen Menschheit davon ab, mit weit vorgestreckter Hand, trug er mit einer monströsen Pinzette die Probe zum Elektronenmikroskop. Es würde einige Minuten dauern, die Zellen auf Zimmertemperatur aufzutauen. Steve legte die Probe ein und entfernte sich vorsichtig, als könne er durch eine hastige Bewegung ein Ergebnis nachteilig verändern.
Thomson blickte sich um, der Nachtwächter war nirgends zu sehen. Er war froh, in diesem Moment alleine zu sein.
Die Minuten verstrichen zaghaft, mit starrem Blick hatte der Mann Platz genommen, niemand würde den kreidebleichen Mann mit den entsetzt aufgerissenen Augen wahrscheinlich in diesem Moment wiedererkennen.
Dann, zaghaft, vorsichtig, näherte er sich der Elektronenlinse. Ein Blick genügte. Wieder grübelte Steve. „Was ist das? Was hat das zu bedeuten?“
Schweißgebadet zog er den rechten Handschuh von der Hand. Mit der Pinzette strich er sich über die Handfläche. Unter dem Mikroskop näherte er sich mit dem Werkzeug seiner Probe.
Erschreckt richtete er sich mit einem schnellen Ruck auf. „Mein Gott!“ Steve stammelte vor sich hin. Vor ihm begann sich alles zu drehen. In seinen Gedanken spielten sich unglaubliche Szenarien ab, er versuchte zu analysieren, was das hier zu bedeuten hätte.
Steve überlegte fieberhaft, wen er informieren sollte. Er war ratlos, zu katastrophal, zu fürchterlich war das eben Entdeckte. Nicht seine Kulturen, nicht die tagelang beobachteten Proben veränderten ihre Molekularstruktur. Er hatte lediglich beobachtet, was überall rundherum geschah. Irgendetwas passierte. Hier! In diesem Augenblick! Wahrscheinlich sogar überall auf der Welt? Steve musste sich setzen.
Er konnte es nicht verstehen, aber es gab auch keinen Zweifel mehr daran. Alle seine Untersuchungen, alle Ergebnisse bestätigten die eine, fatale Erkenntnis. Die Berührung organischer Stoffe mit menschlicher DNA, egal ob es eine Hautschuppe, ein Haar oder nur der Speicheltropfen eines Hüstelns war, diese Berührung löste eine katastrophale Reaktion hervor. Die beobachtete molekulare Veränderung der Proben ließ keinen Zweifel mehr offen.

Steve Thomson erschauerte bei dem Gedanken. Langsam kam ihm die volle Tragweite zu Bewusstsein. Die Berührung organischer Stoffe mit menschlichen Zellen löste eine nur wenige Tage dauernde völlige Zerstörung der organischen Zellstruktur aus. Es war unfassbar. Der Mensch zerstört, was er berührt. Der Mensch würde zu einer Krankheit werden, einer ansteckenden, alles zerstörenden Krankheit.
Thomson musste sich neu orientieren. Die Wissenschaft musste eine Lösung finden. Irgendwie musste es auch möglich sein, die Zellzerstörung zu stoppen. Der Gedanke beruhigte ihn ein wenig. Es war Zeit, seine Kollegen zu alarmieren. Er würde die Hilfe aller benötigen.
Es galt eine globale Katastrophe abzuwenden. Der Mensch würde zu seinem eigenen Totengräber. Jedes Lebensmittel, jedes Getränk, ja sogar ein Glas Wasser, alles würde durch menschliche Berührung sofort beginnen zu verfaulen, zu verrotten, ungenießbar zu werden. Vorerst noch in einem Zeitraum von einigen Tagen, unvorstellbar wenn dieser Zeitrahmen kürzer würde.
Kurz zögerte er, es war schon spät. Die Kollegen würden schon beim Abendtisch sitzen. Steve blickte auf seine Armbanduhr, einem Geschenk seiner Enkel.
„Seltsam!“, die Anzeige spielte plötzlich verrückt, schaltete im gleichen Moment auf 00:00:00, Steve versuchte am Uhrglas zu klopfen. Plötzlich, fast im gleichen Moment wurde es finster. Irgendjemand hatte das Licht in diesem Stockwerk ausgeschaltet, erschrocken blickte sich der Wissenschaftler um.
Es war stockdunkel, auch die Beleuchtung der Brutschränke war ausgefallen, sie mussten an einem anderen, getrennten Stromkreis hängen.
„Verdammt, was ist hier los?“ Steve tastete sich zur Eingangstüre. Ein Stromausfall? Hinten im nächsten Raum konnte er den Nachtwächter fluchen hören. Der zitternde Strahl einer Taschenlampe kam näher.
„Es ist im ganzen Haus dunkel, Mister Thomson!“ Aufgeregt näherte sich der kleine, füllige Mann in seiner Uniform. Steve stand wie erstarrt vor dem Fenster in zur Außenanlage. Normalerweise konnte man hier die Lichter der Stadt am Horizont erkennen, alles ausleuchtend, gewaltig.
Die beiden Männer waren verblüfft und fasziniert gleichzeitig. Kein Lichtschein der Häuser erhellte den Himmel, die Stadt lag völlig im Dunkeln, als hätte jemand den Stecker gezogen. Weit hinten am Horizont flackerten plötzlich nebelartige Lichtgebilde auf, tänzelten wie in einem Elfenspiel. Noch nie hatten sie hier so etwas ähnliches wie Nordlichter beobachtet.
Steve Thomson fröstelte es plötzlich, seine Nackenhaare sträubten sich. Irgendetwas passierte hier, jetzt in diesem Augenblick, Irgendetwas Monumentales, Gewaltiges. Aber es war nichts Gutes, dessen war er sich gewiss.
Steve griff nach der Hand des neben ihm stehenden Mannes, der lies es ohne Gegenwehr gewähren.
„Wie spät ist es auf ihrer Uhr?“ Er drehte das Handgelenk des kleinen Mannes in sein Blickfeld, das Leuchten der Zahlen spiegelte sich in seinen Augen. Fassungslos, völlig durcheinander sah er es vor sich.

00:00:00




Kapitel 5



In der Kommandozentrale der United States Intelligence Community polterte General Newman mit seiner bekannten, überallhin hörbaren Stimme in die Runde der Anwesenden.
„Sie wollen mir erzählen dass sie es nicht schaffen, den Strom wieder anzustellen?“ Lieutanent Colonel Dearing wäre am liebsten im Boden versunken. Seit dem Stromausfall war er bemüht, die Ursache herauszufinden. Alle Telekommunikationsgeräte funktionierten nicht mehr. Die Funkgeräte waren stumm. Selbst Handys oder Festnetzanschlüsse waren nicht mehr verwendbar.
Die Adern schwellten an Newmans Hals an, drohten jeden Moment zu zerplatzen.
„Wir sind hier in der Kommandozentrale, welche für die nationale Sicherheit verantwortlich ist!“ Der General schnaufte schwer. „Wir sind hier in einem hermetisch abschließbaren, luftdichten, bombensicheren Bunker mit eigener Luft und Stromversorgung!“ Die Augen des Generals schienen bald herausgedrückt zu werden, er spuckte vor Erregung beim Sprechen.
„In dieser Anlage gibt es Notstromaggregate in drei Reihen! Sie verstehen?“
Dearing zuckte zusammen, plötzlich fühlte er sich gar nicht mehr wohl. „Drei Reihen, Lieutanent Colonel!“ Der General ging einen großen Schritt auf den ohnehin schon geknickten Mann zu.
„Wenn jemals ein Stromausfall zustande kommen könnte, dann wäre sofort die erste Reihe der Notversorgung für die Aufrechterhaltung des Stromnetztes zuständig!“ Triumphierend blickte General Newman in die Runde. Weitere sieben Herren in Uniformen, behangen mit schweren goldenen Abzeichen, hatten sich um einen schweren Eichentisch in der Mitte des Raumes versammelt. Taschenlampen erhellten das Innere des Raumes, es war eine groteske Situation.
„Drei Reihen, junger Mann!“ Der General begann aufs Neue. Sollte jemals das unwahrscheinliche Problem auftauchen, dass ein Notstromaggregat ausfällt, dann kommt die zweite Reihe ins Spiel. Dann die dritte, Lieutanent Colonel Dearing!“
„Stellen sie sofort eine Leitung in die Energiezentrale her!“ Auffordernd stand der riesige Militär mit seinem eben geschnittenen Gesichtszügen und seiner makelloser Rasur vor dem jungen Mann.
Dearing bückte sich, also würde jemand mit einem Prügel nach ihm werfen.
„Wir können keine Leitung aufbauen, General Newmann!“ Er wagte es kaum aufzublicken. Es funktionieren weder Funkgeräte noch mobile oder feste Telefonanschlüsse. Irgendetwas hat unsere gesamte Kommandozentrale lahmgelegt!“
Der General blickte ihn verachtend an, als hätte Dearing einen schlechten Scherz gemacht. Mit einem schnellen Satz machte er kehrt und wendete sich zu den anderen Anwesenden.
„Meine Herren, ich möchte in fünf Minuten eine Klärung der Situation! Stellen sie irgendwie eine Leitung zum Präsidenten her! Wenn wir es hier mit einer terroristischen Provokation zu tun haben, dann ist unmittelbarer Handlungsbedarf!“
Die Taschenlampen erhellten Newmans erregtes Gesicht. „Und verdammt noch mal, stellen sie das beschissene Licht wieder an!“ Der General stampfte auf den Boden, zu lange schon dauerte ihm dieser Stromausfall.
„Da ist noch etwas, Sir!“, die Stimme des Lieutanent Colonel war mittlerweile nur noch ein Piepsen.
„Was noch!“ Newman hatte sich mit einem Satz herumgedreht.
„Wir sind hier eingeschlossen, Sir!“ Dearing verschluckte die Worte fast. „Wir sind hier was?“, nun überschlug sich die Stimme des Generals vollends. „Eingeschlossen? Sind sie verrückt?“ Newmann hob die Hände, als hätte er es mit einem Idioten zu tun. „Wir sind hier im Hauptquartier der United States Intelligence Community, einem Hochsicherheitstrakt, dem modernsten Hi-Tech–Bunker den die Welt je gesehen hat!“ Die Taschenlampen waren auf Dearing gerichtet, General Newmann war nun ganz nahe an den Mann herangetreten.
„Die Schließanlagen in dieser Etage funktionieren mit Voice-Controll und biometrisch gestützter Gesichtserkennung.“ Es blieb ruhig im Raum, Dearing versuchte weiter zu erklären.
„Durch den Ausfall der Notstromaggregate sind wir hier komplett auf dem Trockenen. Es funktioniert nichts! Ohne Strom funktioniert hier gar nichts!“ Die plötzliche Ruhe ließ sich Dearing wieder Mut schöpfen.
„Meine Herren, wir sitzen hier nicht nur im Dunkeln!“ Wir haben auch keine Möglichkeit zu kommunizieren!“ Die Strahlen der Taschenlampen bewegten sich unruhig hin und her.
„Wir können nur hier sitzen und warten, dass irgendjemand wieder den Strom anstellt!“
„Wenn jemand der anwesenden Herren ein Mobiltelefon eingesteckt hat“, fuhr Dearing fort. „Bitte überprüfen sie, ob sie nicht doch ein Empfangssignal erkennen können.“ Es war eine kleine, eine klägliche Hoffnung. Die Taschenlampen der Herren richteten sich zur Raumdecke, während sie in ihren Taschen nach den Handys kramten.
Fast gleichzeitig untersuchten sie das Display ihrer Telefone. Es war weniger das abwesende Symbol für die Qualität des Empfangssignales, das die Männer verblüffte. Damit hatten sie hier im Bunker schon gerechnet. Mehr erstaunte sie die einheitliche, verwirrende Zeitangabe auf den Displays.

00:00:00
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Das Leben ist wie eine Droge, einmal davon gekostet, kann man kaum mehr die Finger davon lassen....

Peter Cokü
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Re:

von Peter Cokü (17.09.2010, 17:56)
Hallo Harald,

Dein Thema ist sicherlich nicht uninteressant, auch wenn die Endzeitstory schon mehrmals in verschiedenen Variationen in Buch, Film und Fernsehen vorkam.

Du möchtest ehrliche Kritik:

1. Schon die ersten zwei Absätze vor den Kapiteln (was sollen diese darstellen?) strotzen vor Neutralitäten. Viel zu oft verwendest Du langweilige Füllwörter wie: man, wenige, viele, sie, wenige, keiner, es gab, niemand, alle...usw.
Da hatte ich schon keine große Lust mehr, weiterzulesen.

2. Dein Satzbau ist stellenweise schlicht falsch. Schachtelsätze, bei denen dann noch Verben fehlen (Du verwendest zu viele Hilfsverben), machen es dem Leser noch schwerer, Deine Gedankengänge zu verstehen.

Beispiel:

Es müssen immer noch Tausende sein, jeden Tag werden neue Opfer gefunden. Die gefräßigen Flammen der Leichenfeuer waren seit ZERO nicht mehr erloschen.

Gibt es jetzt tausende Überlebende oder tausende Opfer? Durch das Hilfsverb "sein" wird mir das nicht klar!

3. Viel zu viele Grammatik und Zeichensetzungsfehler

4. Logische Fehler, z.B.: am Anfang schreibst Du, es gab keine Eliten mehr, keine Politiker, keine Militärs. Im nächsten Kapitel taucht plötzlich ein General auf, der seine Leute zur Sau macht???

5. Du erzählst zu viel und lässt nicht oder nur wenig handeln.

6. Die Dialoge, normalerweise das Salz in der Suppe, sind für mich unglaubwürdig, zu einfach und dadurch ziemlich langweilig.

7. 8. 9.... so könnte es fast unendlich weitergehen

Ja, Harald, lange Rede kurzer Sinn, das solltest Du meiner Meinung nach nochmal gründlich überarbeiten!
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Liebe Grüße
Peter

Autor123
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Re:

von Autor123 (18.09.2010, 12:36)
Hallo Peter


Danke fürs Durchlesen.... book:

Nun das ist ehrlich, hab nicht geglaubt dass es sooo schlecht ist?! :(

Natürlich ist mein Fehler, dass ich einfach drauflosgeschrieben habe, meiner Stimmung freien Lauf ließ und den Text im Eigentlichen nicht mehr angeschaut, korrigiert oder überprüft habe bevor ich ihn einstellte. Daß dies dann mühselig zu lesen sein könnte habe ich nicht bedacht.

Auf jeden Fall werde ich noch einmal drüberarbeiten wobei nicht alle deine angeführten Punkte auch ganz passen.

Der Aufbau der Geschichte sollte am Anfang einem Prolog ähneln, passiert in Form eines Erzählens und ist real in der Zeit 10 Tage nach dem verhängnissvollen Ereignis. Die Aussagen (keine Elite usw.) beziehen sich sinngemäß auch auf diesen Zeitpunkt.

In mehreren nachfolgenden Kapiteln wird beschrieben, wie verschiedene Menschen in verschiedenen Situationen dieses ZERO erleben (Nullpunkt), weiters wird dann im Laufe des Buches ein wenig in die Vergangenheit gegangen, es gibt Institutionen, welche die Katastrophe vorherahnten aber nicht mehr verhindern konnten.

Erst später beginnt die Geschichte der Überlebenden und der Neubeginn.

An meinen Dialogen werde ich arbeiten da glaube ich hast du recht!!

Es würde mich freuen, wenn ich dir den Text aufgrund deiner Tips und Kritiken "überarbeitet" noch einmal zukommen lassen darf? :? :?

Peter Cokü
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Re:

von Peter Cokü (18.09.2010, 18:34)
Hallo,

also so schlecht ist der Text nicht, das kam vielleicht etwas hart rüber :?
Ich bin auch nicht die Institution, die sachlich und fachlich korrekt, eine Leseprobe beurteilen kann.
Du hattest nach ehrlicher Kritik von LESERN gefragt, diese habe ich versucht, anhand von wenigen Punkten darzustellen, natürlich ohne den Anspruch auf Vollzähligkeit.
Aber gerne bin bereit, die überarbeitete Version diesesmal genauer zu lesen und zu beurteilen.

LG
Peter
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Liebe Grüße

Peter

Autor123
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Re:

von Autor123 (19.09.2010, 11:38)
Hallo Peter

Danke für die Rückantwort

Na klar, erstmals fällt man aus allen Wolken, nimmt man jedoch die kritischen Zeilen und legt sie über den Text, kann man dir nur recht geben. Gerade die "Neutralitäten", "langweiligen Füllwörter" wie du das nennst, sind mir selbst als Autor gar nicht mehr aufgefallen. Es ist wirklich erschreckend, wie schnell man seinen eigenen Text nur mehr "überliest", gar nicht mehr auf Satzstellung, Wortwiederholung usw. achtet.

Ich finde es toll, wenn es Leute wie dich gibt, denen das auch "schnell" auffällt und die es dann auch mitteilen, danke.

Ich habe die ersten Sätze entsprechend überarbeitet. Vielleicht hast du oder ja auch jemand anders noch einmal Zeit drüberzulesen und mir ein Feedback zu geben, bin um jeden Tip froh.

LG Harry

Text:

Heute ist der zehnte Tag nach ZERO.
Die Überlebenden hatten sich mittlerweile daran gewöhnt, die Tage neu zu zählen.
Langsam entsteht eine neue Ordnung, bilden sich neue Prioritäten. Der Drang nach der Ursache zu forschen weicht dem Einzigen, das noch wichtig war.
Dem Drang, weiterzuleben.
Noch immer sterben Tausende täglich, keiner hatte mehr das Interesse, die Toten zu zählen. Seit nicht mehr nach Angehörigen gesucht, nach Überlebenden geforscht wurde war es auch nicht mehr notwendig die Verstorbenen zu registrieren. Die gefräßigen Flammen der Leichenfeuer waren seit ZERO nicht mehr erloschen.
Es gab keinen Straßenzug, kein Vorgarten, der davor verschont geblieben war. Es waren Unzählige. Zu viele Tote in zu kurzer Zeit. Zu mühselig war es für die wenigen Helfer, die Leichen zu einem der zahlreichen Brände zu transportieren. Die menschlichen Kadaver wurden verbrannt, wo immer diese gefunden wurden.
Der beißende Geruch des Todes lag in der Luft, der Gestank vor sich hin glimmender Textilien machte einem das Atmen schwer. Die Städte lagen in einem grauen Schleier, überall stiegen kleine Rauchsäulen gegen den Himmel.
Die Autos, Lastwagen, die Busse, sie standen wie angenagelt, erstarrt im Moment, ein Stilleben der Fassungslosigkeit, der Überraschung. Gespenstisch zeigte eine Vielzahl der führerlosen Fahrzeuge den Blick ins Innere, hielten immer noch ihre Türen geöffnet. Die Besitzer hatten sich scheinbar nicht mehr die Mühe gemacht, die Zündschlüssel abzuziehen, die Wertsachen zu entfernen.
Es war nichts mehr, das einen Wert hatte. ZERO änderte mit einem Schlag, innerhalb einer Sekunde alles! Da war kein Militär, keine Elite, keine Politiker. Es gab keine Gesellschaft, keine Ordnung! Es blieb nur mehr der klägliche Versuch zu überleben.
Langsam erweiterte sich das Bewußtsein der Überlebenden. Es war unwichtig, wie dies alles hatte passieren können. Es war unwichtig geworden, wer die Verantwortung hierfür zu trage hätte. Es war egal.
ZERO änderte mit einem Schlag ALLES. War es die Strafe Gottes? Die Rache unserer Erde, des Universums?
Wie überheblich waren doch wir Menschen als wir glaubten, diese Welt zu beherrschen? Wie theatralisch hatte sich der Mensch diesen Tag immer wieder vorgestellt, verfilmt, prophezeit?
Vulkanausbrüche, Tsunamis, Meteoritenhagel, Tornados? Das Ende der Welt wurde immer einer Apokalypse gleichgestellt. Die Menschheit erwartete das Ende wie ein Faustschlag Gottes. Alles zerstörend, vernichtend und endgültig. Kein Mensch hätte sich auch nur im Entferntesten vorstellen können, wie genial, wie einfach sich die Erde begann von ihrer Krankheit zu erholen. Die Natur begann, ihr Krebsgeschwür, ihren Parasiten zu bekämpfen.
Und es zeigte Erfolg. Es waren bereits mehr als zwei Drittel in den ersten sieben Tagen. Niemand wusste wie es in den anderen Städten aussah. Es fehlten die Informationen, doch es lies sich vermuten daß es überall auf der Welt das gleiche war. So kämpften die Überlebenden ohne zu wissen wofür. Es konnte jede Sekunde zu Ende sein. Man wußte nichts Genaueres.
Es gab keine Ärzte, keine Labors, die Krankenhäuser waren nicht besetzt. Es fehlte die Information aus dem Radio, dem Fernsehen. Nur eines war ständig präsent. Millionenfacher Tod! Und eine kleine Hoffnung. Die wenigen Menschen welche noch durch die Straßen zogen trugen diesen Zukunftsglauben in sich. Eine verzweifelte, angstvolle, aber berechtigte Zuversicht.
Sie alle lebten noch. Zehn Tage nach ZERO!

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Re:

von Anke Höhl-Kayser (19.09.2010, 13:24)
Hallo Harald,

jetzt mal völlig ab von einigen Unebenheiten im Stil und einigen Tippfehlern, die ein Lektorat zweifellos beseitigen kann:
Ich mag Endzeit-Geschichten und finde den Anfang von deiner hier sehr vielversprechend.
Die durchgängige Wiederholung der auf Null stehenden Uhren hat ein großes Spannungspotential (lass dich jetzt aber nicht dazu verleiten, es in noch größerem Umfang zu verwenden. Auch das will sparsam dosiert sein).
Die diversen Wechsel zwischen familiären und wissenschaftlichen Handlungssträngen sind gelungen.
Eine interessante Idee, das Ganze auf einem Mythos der australischen Ureinwohner basieren zu lassen (mit dem ich mich leider nicht so gut auskenne, dass ich deine Recherche beurteilen könnte.).
Fazit: Eine Überarbeitung im Sinne von Lektorat und Korrektorat käme der Geschichte sicherlich zugute, aber davon abgesehen gefällt mir gut, was ich hier lese.

LG, Anke

Peter Cokü
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Re:

von Peter Cokü (19.09.2010, 17:06)
Hallo Harald,

was mir ausserordentlich gut gefällt, ist Deine Art und Weise, mit Kritik umzugehen. Das kann wahrlich nicht jeder thumbbup .
Nun versuche ich, Deinen Text gründlicher zu lesen und einige Änderungsvorschläge zu geben. Dennoch wäre es m.M.n. sinnvoller, die geschilderten Zustände aus Sicht eines (oder mehrerer) Protagonisten, der diese auch wirklich vor Ort erlebt, zu beschreiben.

Heute ist der zehnte Tag nach ZERO.
Die Überlebenden hatten sich mittlerweile daran gewöhnt, die Tage neu zu zählen. Langsam entsteht eine neue Ordnung, bilden sich neue Prioritäten. Der Drang nach der Ursache zu forschen weicht dem Einzigen, das noch wichtig war.
Dem Drang, weiterzuleben.
Noch immer sterben Tausende, an jedem verdammten Tag. Keiner hatte noch Interesse daran, die Toten zu zählen. Seit nicht mehr nach Angehörigen gesucht oder nach Überlebenden geforscht wurde, war es auch nicht mehr notwendig, die unzähligen Verstorbenen zu registrieren. Die gefräßigen Flammen der Leichenfeuer waren seit ZERO nicht mehr erloschen.
Es gab keinen Straßenzug, keinen Vorgarten, der davon verschont blieb. Es waren einfach zu viele Leichen. Zu viele, in viel zu kurzer Zeit. Zu mühselig war es für die wenigen Helfer, die toten Körper zu einem der zahlreichen Brände zu transportieren. Die menschlichen Kadaver wurden einfach an Ort und Stelle verbrannt, wo immer diese auch gefunden wurden.
Der beißende Geruch des Todes vermischte sich mit dem süsslichen Gestank verbrannter menschlicher Körper. Jeder Atemzug wurde zur Qual.
Die Städte mutierten, in dichte Rauchschwaden gehüllt, zu riesigen, bedrohlichen Nebelnestern. Überall stiegen gewaltige Rauchsäulen gen Himmel, als würden sie von einer unbekannten Macht magisch angezogen.
Die führerlosen Autos, Lastwagen und Busse standen scheinbar wie angenagelt, kreuz und quer in den menschenleeren Strassen verteilt, herum. Erstarrt im Moment, wie ein Stilleben der Fassungslosigkeit.
ZERO veränderte alles, auf einen Schlag, innerhalb einer Sekunde!
Kein Militär, keine Elite, keine Politiker, weggebrannt wie ein Tropfen Wasser auf einem heißen Stein. Keine Gesellschaft, keine Ordnung! Für die wenigen Überlebenden blieb nur der klägliche Versuch, den nächsten Tag zu überleben. (Die Frage, die er (der Protagonist) sich aber immer wieder stellte war: Will ich das überhaupt?
Langsam erweiterte sich das Bewußtsein der Überlebenden. Es war unwichtig, wie dies alles hatte passieren können. Es interessierte nicht mehr, wer die Verantwortung für diese unsägliche Katastrophe zu tragen hatte. Egal. Einfach nur überleben und neu anfangen.
ZERO änderte mit einem Schlag ALLES. War das die Strafe Gottes? Die Rache unserer Erde, des Universums?
Wie überheblich waren wir Menschen doch, als wir glaubten, diese Welt zu beherrschen?
Wie theatralisch hatten sich die Menschen den Tag des Untergangs, des Endes immer wieder vorgestellt? Wie oft wude dieser Tag verfilmt? Wie oft prophezeit?
Vulkanausbrüche, Tsunamis, Meteoritenhagel, Tornados? Das Ende der Welt wurde immer einer Apokalypse gleichgestellt. Die Menschheit erwartete das Ende wie ein Faustschlag Gottes. Alles zerstörend, vernichtend und endgültig. Kein Mensch hätte sich auch nur im Entferntesten vorstellen können, wie genial, wie einfach die Erde begann, sich von ihrer Krankheit zu erholen. Die Natur begann, ihr Krebsgeschwür, ihren Parasiten zu bekämpfen.
Und sie hatte Erfolg. Mehr als zwei Drittel der Menschheit waren bereits vernichtet. Niemand wusste, wie es in den anderen Städten aussah. Es fehlten jegliche Informationen, doch die wenigen Überlebenden vermuteten, daß es überall auf der Welt das gleiche war. So kämpften sie, ohne überhaupt zu wissen wofür. Jede Sekunde könnte die letzte sein. Das ultimative Ende. Aber wer konnte das schon wissen?
Es gab keine Ärzte, keine Labors, die Krankenhäuser waren nicht besetzt. Es fehlten Information aus dem Radio, dem Fernsehen. Nur eines war ständig präsent. Millionenfacher Tod!
Und doch gab es eine winzige Hoffnung. Die wenigen Menschen, welche noch durch die Straßen zogen, trugen diesen Zukunftsglauben in sich. Eine verzweifelte, angstvolle, aber berechtigte Zuversicht.
Sie alle lebten noch. Zehn Tage nach ZERO!
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Liebe Grüße

Peter

Autor123
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Re:

von Autor123 (19.09.2010, 19:32)
Danke Anke :D
Danke Peter :D

Wenn ich darf nehme ich die lieben Worte von Anke als Anlass mit Vollgas weiterzuarbeiten und den Textentwurf von Peter in der vorliegenden oder leicht abgeänderten Form in mein Manuskript auf.

Wie schon angesprochen gibt es ja bereits unzählige Endzeit-Thriller, Verfilmungen, Szenarien und Bücher.

Tatsächlich jedoch wird immer mit dem totalen Kollaps, dem Untergang der Zivilisation durch weltweite Katastrophen im großen Ausmaß gespielt.

Genau dies möchte ich in meinem Buch anders machen. So groß die Angst der Menschheit vor dem letzten Tag, so riesig man sich den Untergang der Menschheit vorstellt, so klein wird die Ursache sein welche den großen Neubeginn steuert.

Wissenschaftler entdeckten die genetische Veränderung bereits Tage vor ZERO, arbeiteten bereits fieberhaft an einer Lösung. Es ist nur eine einfache Veränderung der molekularen Struktur organischer Stoffe nach der Berührung mit menschlicher DNA. Keine große Sache. Die Veränderung bewirkt jedoch eine beschleunigte Zellteilung und somit einen beschleunigten Alterungsprozess von Lebensmitteln, ohne daß die natürlichen Warnstoffe, Schimmel, übles Riechen, Verfärbungen usw. in dieser kurzen Zeit mithalten können. Selbst Trinkwasser wird nach einer Berührung oder Abfüllung schnell ungeniesbar, giftig. Die Menschen vergiften sich ohne es zu bemerken. Auch noch kein Problem, das Gegenmittel scheint gefunden, außerdem, frische Nahrung kann man bedenkenlos zu sich nehmen! Doch zum einen kommt das andere. Durch den Sonnensturm kommt es zu einem Ausfall ALLER technischer Geräte auf der Erde, Chips verschmelzen, Autos stehen still, Steuerungen versagen, die Kommunikation untereinander kommt zum erliegen.

Notstromaggregate funktionieren nicht mehr, Diesel und Benzin ist brackig geworden, verdorben. Es gibt keine Verkehrsmittel mehr, die Nahversorgung kommt zum Erliegen.

In meinem Buch möchte ich den Leser erleben lassen wie verschiedene Menschen Anfangs darauf reagieren. Stromausfall? Zuerst macht man sich noch Sorgen um das Gefriergut im Keller. Langsam bekommt man mit, daß rundherum Menschen sterben.

Es wird mehr als einen Tag dauern bevor man begreift, daß dies nicht das Problem eines besonderen Tages ist. Irgendwann kommt die Gewissheit, daß da niemand ist, der den Strom wieder anstellt, keiner kommt um sich dafür zu entschuldigen.

Schnell gibt es Plünderungen, immer mehr Menschen sterben rundherum. Man verbarrikadiert sich, sucht nach einer Ursache. Niemand kommt um zu helfen, man ist alleine.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen welche wissen was zu tun wäre. Sie haben eine Lösung jedoch nicht die Möglichkeit, sie zu den anderen zu transportieren.

Irgendwann dann kommt die Erkenntnis, daß dies das Ende sein muß. Wie, warum, wieso .... egal. Die Überlebenden wissen gar nicht warum sie noch leben.

Die Fassungslosigkeit, die Hilflosigkeit gegenüber dem Geschehen ist etwas, das ich über die Hälfte des Buches aufbauen will. Das lernen der Menschen, mit dieser Situation umzugehen, die über Jahre aufgebaute Abhängigkeit abzulegen. Die Verpflichtung anderer gegenüber neu zu lernen.

Zwischen Selbstaufgabe und Resignation soll sich entwickeln, was einem Neubeginn gleicht. Der Mensch erkennt die Fehler der Vergangenheit, versucht den Neubeginn in Einheit mit der Natur, lernt neu mit seinen Ressourcen umzugehen, Industrie hat keinen Einfluß mehr, die "alten", von Menschen der "alten" Zeit erfundenen Gesetze haben keine Gültigkeit mehr. Es gibt kein Geld, keinen Zwang, nur mehr ein Miteinander im neuen Zusammenleben.

Man erkennt, daß das Ende nicht die Katastrophe, sondern die Chance des Neubeginns ist, eine neue Welt, im Einklang mit der Natur.

Zu schnell hat sich entwickelt, was der Mensch schlußendlich nicht mehr kontrollieren konnte. Die Menschheit hatte sich verkompliziert, sich der Technik anvertraut, jedes Handeln und Tun ist / war gesteuert.

Der Mensch hat in den letzten dreißig Jahren verlernt, was er vorher schon alles gewußt hatte. Die Kurve der Entwicklung war in dieser Zeit derart schnell angestiegen, daß es keine andere Möglichkeit mehr gab. Die ganze Katastrophe war lediglich ein "Time out", die Natur hatte einen Neubeginn organisiert.

So sollte dieser Endzeit - Roman eine ein kleine wenig andere Geschichte erzählen als die bislang Bekannten.

Das Ende der Welt als Chance, als Erlösung aus den Klauen der Abhängigkeit. Ein Rückführen in das schöne Gefühl des "Lebens", einer neuen Ordnung?

Harry

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Anke Höhl-Kayser
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Re:

von Anke Höhl-Kayser (19.09.2010, 19:43)
Hallo Harry,

du solltest dein Konzept auf jeden Fall weiter verfolgen. Es klingt spannend und vielversprechend. thumbbup
Ich bin gespannt auf das fertige Buch und wünsche dir viel Erfolg!

LG, Anke

Peter Cokü
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Re:

von Peter Cokü (19.09.2010, 19:58)
[quote="Autor123"]Danke Anke :D
Danke Peter :D

Wenn ich darf nehme ich die lieben Worte von Anke als Anlass mit Vollgas weiterzuarbeiten und den Textentwurf von Peter in der vorliegenden oder leicht abgeänderten Form in mein Manuskript auf.

Nochmal Hallo Harald!

Du solltest auf jeden Fall weiterarbeiten und ich fühle mich geschmeichelt, wenn Du meine Vorschläge ganz oder teilweise verwenden möchtest. wow3
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Liebe Grüße

Peter

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