Die etwas liederlichen Frauen - Wunderland der Weiblichkeit

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Bookal
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Die etwas liederlichen Frauen - Wunderland der Weiblichkeit

von Bookal (19.11.2010, 09:18)
Guten Tag Ihr lieben Interessierten,

hier handelt es sich um einen Text über die Wahrnehmungen eines Knaben vor vielen Jahren, die auch den herangewachsenen Mann noch in seinen erotischen Empfindungen inspirieren.
Es ist der Anfang einer Beschreibung sehr persönlich erfahrener Vorgänge, die schon länger als Fragment in meinem PC schlummert.

Und es ist schon mein zweiter "Versuchsballon" bei BOD.

Wer mag, schreibe einfach auf, ob so etwas irgend jemanden hinter dem Schreibtisch aufmerksam machen könnte.

Und auch mit diesem Text muss ich unbedingt (noch) inkognito bleiben...

Freundliche Grüße vom Bookal



Die etwas liederlichen Frauen

Warum habe ich mich nicht schon eher an diesen Text gemacht, wo ich doch schon als zarter Knabe diese kleinen sinnlichen Signale der erwachsenen Frauen mit warmen Gefühlen wahrgenommen habe?

Strumpfhalter-Konturen unter Kleidern, BH-Körbchen in meinem Rücken, hochgerutschte (lange) Röcke, blitzende Oberschenkel über dem Strumpfrand, verrutschte BHs, Slips, Dekolletes, vieldeutige Düfte, ahnende Blicke, sinnesbezogene Gesten, zarte Berührungen

Damals waren diese kleinen (so nenne ich es) Nachlässigkeiten bei den Damen in meiner Umgebung ganz sicher alle unbeabsichtigt, zumindest ohne Absichten gegen diesen Knaben, der da ganz genau – aber möglichst unauffällig – hinsah.

Kostproben?
Meine Englisch-Lehrerin in der 5. Klasse, ich nenne sie mal Fräulein K., war ganz jung. Beim Wortfeld-Thema „Die Körperteile“ hatte ich beispielsweise ein recht anregendes Erlebnis. Schüler/innen mussten sich einzeln auf das Lehrerpult stellen und die von der Lehrerin angezeigten Körperteile benennen: „This ist my head / neck / right shoulder..“ usw. Ich musste mich auch auf den Tisch stellen. Mein Satz, den ich mit wohligen Schauern im Bauch sprach, lautete: „This is my right leg and this ist my left leg.“ Fräulein K. strich mir dabei jeweils ganz leicht – wohl zur optischen Unterstreichung für die Klasse, was ja pädagogisch sehr sinnvoll war - mit den Fingerspitzen etwa am Hüftgelenk beginnend außen am Oberschenkel abwärts bis zum Knie, und das an beiden Seiten. Dieses recht unbekannte Schauern, das ich dabei mit Wonne spürte, wirkte noch eine Weile in mir nach.

Nach Schulschluss fuhr Fräulein K. mit dem Fahrrad fort. Mit meinem Freund Kalle stand ich manchmal an der Straße, wenn sie vorbeigeradelt kam. Dabei versuchten wir – wieder möglichst unauffällig - von vorn einen Blick unter ihren Rock zu erhaschen. Dieser Rock ging ihr wohl bis zum Knie, auf dem Fahrrad versuchte sie dann durch Aneinanderreiben der Knie diese Einblicke zu verhindern. Das gelang ihr sicher, aber es regte meine Phantasie an, wie es wohl durch diese aneinandergeriebene Enge unter ihrem Rock für sie war. Vielleicht, so meinte ich, ist das ja auch für sie selbst angenehm prickelnd in ihrem Schoß. Und er (oder ich): „Hähä, das macht die, damit man ... nicht sieht.“

Oder das Auf-dem-Schoß-sitzen bei einer Bekannten meiner Mama, ich war noch Grundschüler in den ersten Klassen. Als ich ihr BH-Körbchen an mei-nem Rücken spürte, weil sie mich wohl von hinten umarmt hielt, vermutete ich, dass ihre Brust solche festen, teils härteren Konturen habe müsse. Wie sich so eine weibliche Brust anfühlte, wusste ich selbstverständlich noch nicht (bzw. nicht mehr). Diese kleine Busenhärte verspürte ich als sehr angenehm und mit einem kleinen Gefühl des Verbotenen. Weshalb ich dieses Gefühl so wonnig fand, wusste ich damals nicht...

Heute jedenfalls nehme ich immer noch diese kleinen anscheinend unbeabsichtigten Erotik-Anzeichen wahr, wenn diesbezügliche Gesten oder Konturen sichtbar werden. Vielleicht weil dadurch scheinbar etwas mehr an weiblicher Körperlichkeit wahrnehmbar wird als die Trägerin es beabsichtigt hat (eine Weißlinie jenseits der Bräunung am Dekollete beispielsweise).


Das „etwas Liederliche“
Und das Aufregendste an diesen kleinen Wahrnehmungen war

das Unbeabsichtigte und Zufällige.

Diese kleinen Nachlässigkeiten in Kleidung, Kommunikation und Körperhal-tung, die ich meine, nenne ich hier

etwas liederlich.

Ihr „perfektes“ Outfit - gestylte Frisur, geschmackvolle Kleidung, passendes Make-up, ihre Linien – alles erhält erst durch die kleinen Nachlässigkeiten den erotischen, sinnlichen Appeal. Genau – Barbie und Claudia Schiffer meine ich hier überhaupt nicht. Darum können Frisur, Kleidung, Make-up durchaus auch etwas unperfekt wirken. Dies aber gekonnt, wenn denn ihre Erscheinung diese kleine unterschwellig-erotische Liederlichkeit haben soll.

Und warum haben gerade diese an sich unbedeutenden, überhaupt nicht so „gemeinten“ Dinge und Signale meine Blicke und Sinne damals so geschärft? Warum haben mich diese Wahrnehmungen so nachhaltig beeindruckt? Und warum denke ich heute – zig Jahre später – noch über diese Bedeutungen nach? Und habe trotzdem eigentlich keine Antworten darauf? Doch – über dieses „Eigentlich“ habe ich nachgedacht: ich könnte es „urweiblich“ nennen. Vielleicht haben unsere ganz frühen Vorfahren solche unterschwelligen Sig-nale als Schutzbedürftigkeit wahrgenommen, die ja auch die Botschaft enthalten könnte „Ich ordne mich dir unter, damit die anderen Männer mich schwaches Weib in Ruhe lassen. Dafür gebe ich dir… “ Es sind die erotischen Signale, die mich zeitlebens aufmerksam und (sch)wach gemacht haben. Das Beschreibbare an diesem Weiblichen, das Oberflächliche, das Wahrnehmbare, das meine Phantasie auf den Weg schickt, das habe ich hier aufgeschrieben.
(...)
Zuletzt geändert von Bookal am 19.11.2010, 11:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Aston Skovgaard
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Re:

von Aston Skovgaard (19.11.2010, 09:31)
Hallo Bookal !

Ich war zwar immer ein braver Bub und habe weggeschaut,
finde deinen Text aber gut geschrieben und interessant !

LG Aston angle:

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