Oh, du schwieriges Deutsch!

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mtg
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Re:

von mtg (23.01.2011, 13:08)
chnuppesaager hat geschrieben:
Dennoch muss ich sagen, eine Form wie "buk" ist korrekt, wird aber heutzutage nur noch von Liebhabern angewandt - streng genommen müsste die Erziehung darauf abzielen, diese Formen wiederzubeleben - oder seh ich das jetzt falsch?

Nein - ich denke es genügt, wenn diese alten Formen nicht per se abgestempelt werden, wie ich das manchen Postings entnehme. Es ist ja durchaus richtig, dass sie mit einer etwas antiquierten Konnotation behaftet sein mögen ... aber es gibt immer wieder Gelegenheiten, wo es Sinn macht, sich nicht nur mit dem Ergebnis der bisherigen Sprachentwicklung zu befassen, sondern auch mit deren Ursprung.

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mtg
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Re:

von mtg (23.01.2011, 13:11)
Hallo Heinz,

hawepe hat geschrieben:
Die aber voraussetzt, dass weder Schreiber noch Leser die deutsche Sprache beherrschen :twisted:


es gibt eben - wie überall - »so 'ne und so 'ne«. Faszinierend finde ich allerdings immer, wieviel Kraft darauf verwendet wird, offensichtlich Falsches richtig zu beten ...

:-)

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (23.01.2011, 13:15)
mtg hat geschrieben:
chnuppesaager hat geschrieben:
Dennoch muss ich sagen, eine Form wie "buk" ist korrekt, wird aber heutzutage nur noch von Liebhabern angewandt - streng genommen müsste die Erziehung darauf abzielen, diese Formen wiederzubeleben - oder seh ich das jetzt falsch?

Nein - ich denke es genügt, wenn diese alten Formen nicht per se abgestempelt werden, wie ich das manchen Postings entnehme. Es ist ja durchaus richtig, dass sie mit einer etwas antiquierten Konnotation behaftet sein mögen ... aber es gibt immer wieder Gelegenheiten, wo es Sinn macht, sich nicht nur mit dem Ergebnis der bisherigen Sprachentwicklung zu befassen, sondern auch mit deren Ursprung.


Ja, weißt du, ich find's auch total schade, dass diese Formen in Vergessenheit geraten und als altertümelnd gelten. Ich find diese Dinger auch herrlich, ebenso wie die Konjunktivformen, die werden ja leider auch nicht mehr von allen Leutz verstanden.

Ich find's auch schlimm, glaube aber einfach nicht, dass sich der Verfall wirklich aufhalten lässt. Leider.

Abgesehen davon: Ich stemple gar nix ab - ich konstatiere nur, WIE gewisse Formen heutzutage von der Allgemeinheit empfunden werden.

Ich möchte da echt nicht von Dir so penetrant in so ne Schublade gesteckt werden, in die ich nicht reingehöre, ok?

:wink:

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mtg
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Re:

von mtg (23.01.2011, 13:19)
chnuppesaager hat geschrieben:
Ich möchte da echt nicht von Dir so penetrant in so ne Schublade gesteckt werden, in die ich nicht reingehöre, ok?

Wieso? Es gibt doch auch schöne Schubladen :-)

Im Ernst: ich stecke Dich in keine Schublade, ich kann mich aber nur auf Deine Äußerungen kaprizieren ... vielleicht verstehe ich sie manchmal falsch, das mag sein ...

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (23.01.2011, 13:24)
@mtg


Ja, mMn bekommst du meine Aussagen tatsächlich in den falschen Hals.

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mtg
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Re:

von mtg (23.01.2011, 13:27)
chnuppesaager hat geschrieben:
Ja, mMn bekommst du meine Aussagen tatsächlich in den falschen Hals.

Zum Verständnis: Das mit dem »abstempeln« weiter oben war nicht auf Dich bezogen, sondern eher allgemeiner Natur ... sonst hätte ich ja geschrieben »wie ich das manchen Deiner Postings entnehme ...« - und das steht da nicht :-)

chnuppesaager

Re:

von chnuppesaager (23.01.2011, 13:36)
@mtg,

verzeih, aber das musste ich einfach auf mich beziehen, denn ich hab ja dieses Buk-Dingens angeleiert.

Aber gut ist jetzt. smart2

Oder?

Greetz

chnuppe

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mtg
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Re:

von mtg (23.01.2011, 13:40)
chnuppesaager hat geschrieben:
Oder?

Jo.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (23.01.2011, 14:28)
Wow ... cheezygrin ... geht ja hoch her hier ... und das bei so einer kleinen und belanglosen Frage ... cheezygrin

Ich habe mich mit der Frage auch schwer getan - und bin letztlich doch beim Wörterbuch gelandet.

Gleich vorweg: Das "wohlgesonnen" gibt es als Wort gar nicht.

Und "freundlich gesonnen" bzw. "übel gesonnen" ist inhaltlich falsch.

"Gesonnen" hat die Bedeutung von "willens zu sein, etwas zu tun" und benötigt zwingend eine Form von "sein". "Gesonnen" hat aber nichts mit einem Verhältnis zweier Personen zueinander - der Gesinnung - zu tun.

Wenn man also jemandem positiv oder negativ gegenüber steht, dann ist man ihm "wohl gesinnt / wohlgesinnt" bzw. "übel gesinnt / übelgesinnt" (und entsprechende Varianten des Adjektivs).

Also:
Er ist ihm wohl gesinnt
die uns freundlich gesinnte Unternehmensleitung
der mir übel gesinnte Türsteher

und

Ich bin nicht gesonnen, das hinzunehmen.


Das "Magazin für Sprache und Rhetorik" schreibt dazu:

Gesinnt ist entgegen seiner Erscheinung kein Partizip von sinnen (- sann - gesonnen). Es geht auf die Gesinnung zurück. Deshalb ist man seinem ärgsten Feinde nicht wohl gesinnt, ist nicht gesonnen, sich zu versöhnen und hat wohl schon oft auf Rache gesonnen.
besonnen> ist allerdings jemand, der gelernt hat, sich zur rechten Zeit zu besinnen.


Dies deckt sich auch mit diversen Erläuterungen der Duden-Readktion.

Nicht ohne Grund ist dieser Thread überschrieben mit "Oh, du schwieriges Deutsch"! cheezygrin

Grüße
Siegfried
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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (23.01.2011, 17:53)
chnuppesaager hat geschrieben:
ich hatte darüber vor einiger Zeit einen längeren Artikel im Spiegel gelesen, und da stand eben exakt drin, dass die Rechtschreibwächter sich in diesem Punkt der sprachlichen Unsitte angepasst hätten. Von Deiner Erklärung stand da nix - aber auch der Spiegel ist ja nicht allwissend.

Online-Magazine lassen immer mehr zu wünschen übrig. Ob es um Grammatik, Hexenprozesse oder die Wiedereinführung der D-Mark geht. Sowas kommt heraus, wenn Journalisten billig eingekauft werden. Da nimmt man auch schon mal Artikel, welche irgendwo im osteuropäischen Raum entstanden sind, die jedoch deutsche Themen behandeln. Das ist jetzt aber o.T.
Tante Renate buk natürlich, in meinem aktuellen Projekt, den Kuchen. Aber wo kämen wir auch hin, wenn noch nicht mal im 17ten Jahrhundert gebuken werden würde.
cheezygrin
Gruß
Thomas

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mtg
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Re:

von mtg (23.01.2011, 17:54)
Thomas Becks hat geschrieben:
gebuken werden würde.

gebuken geworden wäre cheezygrin

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Thomas Becks
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Re:

von Thomas Becks (23.01.2011, 18:03)
Oh Gott!
Fehler im Fehler.
:oops: cheezygrin

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mtg
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Re:

von mtg (23.01.2011, 18:05)
Na ja - ich bin ja auch nicht fehlerfrei. Es muss natürlich richtig falsch heißen

gebuken worden wäre ...

cheezygrin

snats
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Re:

von snats (23.01.2011, 18:07)
[quote="chnuppesaager]Der Bäcker buk ein Brot?




Greetz[/quote]

Um genau zu sein: Der Bäcker buck ein Brot. Vor mehr als 200 Jahren wäre dies richtig gewesen.
Die deutsche Sprache entwickelt sich aber so, dass Verben zunehmend mit "te" in der Vergangenheitsform stehen.

Auch "frug" war mal richtig.
Siegmund Natschke: Politik und Jugendarbeitslosigkeit - Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Deutschland im Vergleich.
ISBN: 384233544X
www.jugenderwerbslosigkeit.de

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mtg
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Re:

von mtg (23.01.2011, 18:11)
snats hat geschrieben:
Der Bäcker buck ein Brot. Vor mehr als 200 Jahren wäre dies richtig gewesen. (Hervorhebung von mir)

Nein – »buk« wäre schon die Form der Wahl gewesen: http://de.wiktionary.org/wiki/backen_%28Konjugation%29

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