Buch über "öffentliche Person"

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Hadley
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Buch über "öffentliche Person"

von Hadley (04.02.2011, 09:40)
Ich muss das nochmal fragen: Darf ich eine Art "Pressespiegel" über eine "öffentliche Person" veröffentlichen? Ich enthalte mich dabei jeglicher persönlicher Meinung, sondern zitiere nur chronologisch aus Artikeln über diese Person. Diese Person war verstärkt in den Medien, hat sich nun aber zurückgezogen. Natürlich sollte auch ein Bild der Person aufs Cover.

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Gerd Höller
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hawepe
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Re: Buch über "öffentliche Person"

von hawepe (04.02.2011, 09:46)
Hallo Gerd,

Hadley hat geschrieben:
Ich muss das nochmal fragen: Darf ich eine Art "Pressespiegel" über eine "öffentliche Person" veröffentlichen? Ich enthalte mich dabei jeglicher persönlicher Meinung, sondern zitiere nur chronologisch aus Artikeln über diese Person.


Dann solltest du dir erst einmal die Nutzungsrechte für diese Texte besorgen, denn chronologisches Zitieren ist vom Urheberrecht nicht gedeckt. Wenn du dich mit dieser Person auseinandersetzt und in diesem Zusammenhang auch Quellen zitierst, sieht es anders aus.

Natürlich sollte auch ein Bild der Person aufs Cover


Auch dafür brauchst du ein Nutzungsrecht.

Beste Grüße

Heinz

Hadley
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Re: Buch über "öffentliche Person"

von Hadley (04.02.2011, 18:58)
Hallo Heinz,

danke für Deine Antwort. Ich wollte natürlich nicht den ganzen Artikel zitieren,da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich dachte daran Artikel über diese Person zu nehmen und diese Artikel "mit eigenen Worten" und wenigen Ausschnitten als "Zitate" zu verwenden.

Brauche ich wirklich ein Nutzungsrecht für das Bild einer Person des öffentlichen Interesses?

mfg
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Siegfried
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Re: Buch über "öffentliche Person"

von Siegfried (04.02.2011, 19:41)
Hadley hat geschrieben:
Brauche ich wirklich ein Nutzungsrecht für das Bild einer Person des öffentlichen Interesses?


Bei so einem Bild geht es ja nicht nur um die Persönlichkeitsrechte des Abgebildeten, sondern auch um die Urheberrechte des Fotografen.

Grüße
Siegfried
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Maxi
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Re:

von Maxi (05.02.2011, 10:18)
Hallo
Ich habe heute das gefunden.

http://www.morgenpost.de/kultur/article ... -Buch.html

Bei t-Online gibt es aber einen längeren Bericht darüber.
PS Dieser Verlag kommt mir sehr bekannt vor....
Gruß Maxi

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.02.2011, 14:54)
Maxi hat geschrieben:
PS Dieser Verlag kommt mir sehr bekannt vor....
Gruß Maxi


So kann's gehen ... wenn man nicht genau liest ...

Der "S. Fischer Verlag" wurd 1886 von Samuel Fischer in Berlin gegründet und gilt als einer der führenden deutschen Verlage der klassischen Moderne. Heute sitzt der Verlag in Frankfurt/Main und gehört seit 1962 zur Holtzbrinck-Verlagsgruppe. Das Logo des S. Fischer Verlages zeigt drei Fische in einem roten Kreis.

Zum S. Fischer Verlag gehören u. a. Fischer Taschenbücher, Krüger Verlag, Scherz Verlag, Fischer FJB und Schatzinsel.

Der S. Fischer Verlag machte Autoren wie Thomas Mann, Oscar Wilde, George Bernard Shaw, Gerhard Hauptmann oder Henrik Ibsen auf dem deutschen Markt populär. Von 1904 bis 1950 veröffentlichte Hermann Hesse seine Werke beim S. Fischer Verlag. Bekannt sind auch die Werkreihen "Fischer Weltgeschichte" und "Fischer Weltalmanach". Seinen größten Erfolg verzeichnete der S. Fischer Verlag mit der deutschen Erstausgabe von "Doktor Schiwago" von Boris Pasternak. Heute konzentriert sich der Verlag auf deutsche Gegenwartsliteratur.

Der höchstseriöse S. Fischer Verlag darf keinesfalls mit dem R. G. Fischer Verlag aus Frankfurt/Main verwechselt werden. Dieser Verlag unter der Leitung von Rita G. Fischer wurde 1977 gegründet und gehört in den Bereich der Druckkostenzuschuss-Unternehmen.

Fischer-Verlag ist nicht gleich Fischer-Verlag! Recherche tut not! book:

Grüße
Siegfried
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Maxi
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Re:

von Maxi (05.02.2011, 15:20)
Siegfried hat geschrieben:
Maxi hat geschrieben:
PS Dieser Verlag kommt mir sehr bekannt vor....
Gruß Maxi


So kann's gehen ... wenn man nicht genau liest ...



Fischer-Verlag ist nicht gleich Fischer-Verlag! Recherche tut not! book:

Grüße
Siegfried


Was soll der Spruch?

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.02.2011, 15:32)
Maxi hat geschrieben:
Was soll der Spruch?


Was soll der Satz "PS Dieser Verlag kommt mir sehr bekannt vor.... "? cheezygrin

Grüße
Siegfried
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Re:

von Maxi (05.02.2011, 16:15)
Na und... Wer kennt den Verlag nicht?
Was sollte der Spruch: Recherche tut not! book

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.02.2011, 16:29)
Maxi hat geschrieben:
Na und... Wer kennt den Verlag nicht?


Wenn den Verlag jeder kennt - was für einen Sinn hat dann der Satz? cheezygrin

Hättest du den Satz auch geschrieben, wenn es der Heyne-Verlag oder Bertelsmann gewesen wäre? (Lass mich raten - deine Antwort lautet: Ja!) cheezygrin

Ich stelle mir das so vor:
Rückrufaktion - Christoph Maria Herbsts Buch "Der Traum von einem Schiff" aus dem Heyne-Verlag wird zurückgerufen, um bestimmte Stellen schwärzen zu lassen

Bei t-Online gibt es aber einen längeren Bericht darüber.
PS Dieser Verlag kommt mir sehr bekannt vor....


Irgendwie ... eigenartig, oder? cheezygrin

Na ja, du wirst Gründe haben, warum du einen seriösen Verlag mit "Dieser Verlag kommt mir sehr bekannt vor" kommentierst.

Maxi hat geschrieben:
Was sollte der Spruch: Recherche tut not! book


Es soll Leute geben (Anwesende nachdrücklich ausgenommen!!!), die Fischer-Verlag (S) und Fischer-Verlag (R.G.) durcheinander werfen und insgeheim sich ins Fäustchen lachen, dass ein Prominenter - wie etwa Christoph Maria Herbst - auf einen Druckkostenzuschuss-Anbieter reingefallen ist. Was aber bei genauerer Betrachtung - deshalb: Recherche! - nicht zutrifft. That's all! cheezygrin

Grüße
Siegfried
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Re:

von Maxi (05.02.2011, 16:41)
Nun zeigt sich lieber Siegfried, dass du keine Ahnung hast und immer darauf erpicht bist, einem eins draufzusetzen.
“Das Dummerchen“, was weiß das schon. "Recherche tut not."
Stimmt wie konnte ich dies nur vergessen: Du bist der, der sich auskennt. Fischer hin und Fischer her.
Du hast die Quellenangabe vergessen Siggi, denn das ist wohl sicher nicht alles aus deiner Wissenstruhe entsprungen.
Und wie konnte ich es vergessen. Natürlich weißt Du: Ich kann ja nur von einem DKZV gesprochen haben. Es ist ja auch so was von logisch, dass der Herr, der das Buch geschrieben hat, auch so unbekannt ist, dass er ausgerechnet zu diesem Fischer hüpft.
Ich frage mich, was hat man Dir angetan, das du so reagierst? Aber ich will das eigentlich nicht wissen.
Lass mich einfach nur in Ruhe, und suche die Fehler bei Dir, dann hast Du sicher genug Unterhaltung. Denn egal wer Du bist, gefallen lassen muss ich mir das nicht. Und das wars auch schon, was ich zusagen hatte, dazu ist das Leben zu schön um sich mit Fremden zu streiten.

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mtg
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Re:

von mtg (05.02.2011, 17:12)
Bevor Ihr Euch jetzt die Köpfe einschlagt ...

... der Satz »Der Verlag kommt mir sehr bekannt vor« lässt sich in der Tat so interpretieren, wie Siegfried es tat. Mir erschien der Satz ebenso eindeutig auf einen DKVZ-Verlag gemünzt.

... man kann den Satz aber auch so interpretieren (und da musste ich jetzt doch länger überlegen), dass selbst einem so renommierten Verlag wie dem Scherz-Verlag so etwas wie im Falle Christoph Maria Herbst unterläuft. Dann sollte es aber auch da stehen ...

Leute, die ganze Bücher schreiben können, werden doch sicher auch einen allseits verständlichen Satz formulieren können ... und wenn es Verständnisprobleme gibt, sich auf eine missverständliche Formulierung berufen anstatt gleich wieder persönlich zu werden, gell?

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Re:

von Hadley (07.02.2011, 21:47)
Ächem.....

Was hat das alles mit meiner Frage zu tun? Könnt Ihr Euch vielleicht einen eigenen Tread aufmachen, in dem Ihr übereinander herfallt? Das wäre echt nett.

Darf ich nun ein solches Buch schreiben? Siehe erster Beitrag ganz oben. Über das Cover kann man ja reden, da muss der Typ ja nicht drauf.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (08.02.2011, 12:48)
Hadley hat geschrieben:
Darf ich nun ein solches Buch schreiben? Siehe erster Beitrag ganz oben. Über das Cover kann man ja reden, da muss der Typ ja nicht drauf.


Selbstverständlich darfst du über eine Person des öffentlichen Lebens ein Buch schreiben - egal ob diese Person diesem Buch zustimmt oder nicht. Das nennt sich im Fachjargon "unautorisierte/nichtautorisierte Biografie".

So eine "nichtautorisierte Biografie" (Biografie hier nicht im Sinne einer Darstellung des ganzen Lebens der jeweiligen Person, sonden als "sich mit einer bestimmten Person beschäftigen") ist rein gesetzlich nicht illegal, da es sich nicht um eine Rechteverwertung handelt.

Allerdings führen nichtautorisierte Biografien häufig zu einem sehr kritischen Blick auf das Buch: Einerseits von der betroffenen Person bzw. deren Erben/Nachkommen, die jede Bewertung in dem Buch als Anlass nehmen könnten, gegen das Buch/den Verlag/den Autor zu klagen; andererseits beim Leser, da bei nichtautorisierten Biografien häufig die reinen Verkaufsinteressen im Vordergrund stehen (jemand wird durch ein markantes Ereignis ins Bewusstsein der Öffentlichkeit geholt und schon erscheinen eine Unmenge an Bücher über diese Person - vermutlich dürften in Kürze einige Biografien über Bernd Eichinger erscheinen, egal ob autorisiert oder nichtautorisiert).

Was man über eine Person schreiben darf und was nicht, läuft in den Definitionsbereich des Persönlichkeitsrechts. Hier wird unterschieden zwischen

- dem "allgemeinen Persönlichkeitsrecht" (definiert durch die Menschenrechte sowie in D durch das Grundgesetz, also Selbstbestimmung, Meinungsfreiheit usw.),

- der "Privatsphäre" (definiert durch BGB und StGB, also Privatleben, Leben im Familienkreis, verfälschte Darstellung der Lebensweise, unerlaubte Benutzung des Namens für Werbung, diffamierende Äußerungen) und

- der "Intimsphäre" (definiert durch BGB und StGB, also innere Gedanken- und Gefühlswelt, Sexualität, Veröffentlichung von Privatdokumenten)

Ob eine nichtautorisierte Biografie bereits als "unerlaubte Benutzung des Namens für Werbung" gilt, müsste individuell geprüft werden.

Was die Nutzung von Fremdmaterial angeht, so gilt das Urheberrecht in Bezug auf die Zitatregelung. Bei Zeitungsartikeln dürfte dies das "Kleinzitat" sein, also das Zitieren einzelner Sätze. Bei jedem Zitat ist die Quelle exakt anzugeben:

Name des Verfassers,
Titel des Artikels,
Name der Zeitung/Zeitschrift,
Datum der Veröffentlichung bzw. Nummer der Ausgabe,
Seite der Zeitung/Zeitschrift


Also etwa so:

Klaus Wiegrefe: In seinen Gewässern. In: Der Spiegel, Nr. 38/2000, S. 64f.

Die Quellenangaben können alternativ als Fußzeile auf der jeweiligen Seite oder in einem gesonderten Anhang erfolgen. In beiden Fällen sollte man das Zitat mit einer hochgestellten Zahl eindeutig kennzeichnen, damit Zitat und Quelle eindeutig zuzuordnen sind.

Zum Thema Urheberrecht sollte man einen Blick in das Gesetz werfen, insbesondere §51 (Zitate), §63 (Quellenangaben)

http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/


Jetzt sollten eigentlich fast alle Fragen geklärt sein. Oder? cheezygrin


Grüße
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Re:

von Hadley (08.02.2011, 13:38)
@Siegfried: Jetzt sollten eigentlich fast alle Fragen geklärt sein. Oder?

Absolut! Das war genau die Antwort, die mir weiterhilft.

Das mit dem Verklagen wird nicht lange auf sich warten lassen, denn es ist eine Person des "Klerus". Verklagt werden macht das Buch interessant und ich hab eine Advocard.

:-)

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