Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft

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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (17.02.2011, 18:40)
SandraR hat geschrieben:
Ich bin punkto Gehälter nur der Meinung es müsste ein Mindestgehalt geben und zwar betrifft dies in erster Linie die Berufe ohne Hochschulabschluss.

Aber sicherlich nicht Gehälter geregelt durch einen Staat oder andere Institutionen. Wie gesagt das gab es schon mal, der Effekt ist allgemein in der Betriebswirtschaft bekannt.
Ein Mindestgehalt regelt, dass eine Verkäuferin mindestens xx. brutto pro Stunde verdient. Sonst nichts.

Hier scheiden sich unsere Geister vollkommen:) auch gehört für mich Leistung und Verantwortung zusammen. Sonst kann man über einige Personen der Geschichte ja nur gutes sagen, manche davon waren ja Leistungsbereit nur mit der Verantwortung happerte es cheezygrin




Hallo Sandra!

Mir ist jetzt noch eine Idee gekommen. Ursprünglich, das heißt in meinem Buch »Ein Weg in die Leistungsgesellschaft mit mehr Gerechtigkeit« schlug ich noch gleiches Einkommen für alle vor. Ich fürchte nur, dass diese extreme Form wenig Freunde findet, obwohl sie zweifellos Vorteile hätte.

Inzwischen bin ich zu dem Vorschlag übergegangen, nicht mehr ein einziges Einheitseinkommen vorzuschlagen, sondern eine Einkommensspanne, zum Beispiel 2000 bis 8000 Euro. Ein Anfänger wird folglich, gleich in welchem Beruf, bei 2000 anfangen.

Die Frage ist jetzt natürlich, wie man zur Einkommensspanne kommt. Bei einem einzigen Einheitseinkommen lautete mein Vorschlag: Wir nehmen alle Ist-Einkommen. Streichen die unteren 25 % und die oberen 25 %. Aus den mittleren 50 % errechnen wir den Durchschnitt. Bei 5 Stufen in der Einkommensspanne ziehen wir für die unteren Stufen zwei mal 10 % ab und für die oberen Stufen addieren wir zwei mal 10 %. Das Ergebnis sähe dann wie folgt aus:
Schnitt – 20 % / Schnitt – 10 % / Schnitt / Schnitt + 10 % / Schnitt + 20; damit hätten wir fünf Stufen. Wer das vor einer Einführung letztlich festlegt, ist meines Erachtens noch nicht heute zu entscheiden. Ich denke an eine Arbeitsgruppe.


SandraR hat geschrieben:
Ich bin punkto Gehälter nur der Meinung es müsste ein Mindestgehalt geben und zwar betrifft dies in erster Linie die Berufe ohne Hochschulabschluss.


Mindestgehalt war nie ein strittiger Punkt, jedenfalls nicht für mich. Wenn zum Beispiel festgelegt wird, dass sich die Gehälter für alle Berufe zwischen 2000 Euro und 8000 Euro bewegen, dann ist damit automatisch ein Mindestgehalt festgelegt. In diesem Beispiel wären das die 2000 Euro.


Die Entwicklung der letzten Jahre oder Jahrzehnte bestand in der Privatisierung früherer Kommunalunternehmen. Beispiel: Müllabfuhr wurde privatisiert, was sehr schnell zu einem drastischen Serviceabbau bei gleichzeitiger Erhöhung der Kosten führte. Deshalb reagiere ich immer skeptisch, wenn etwas privatisiert werden soll.



SandraR hat geschrieben:
Aber sicherlich nicht Gehälter geregelt durch einen Staat oder andere Institutionen. Wie gesagt das gab es schon mal, der Effekt ist allgemein in der Betriebswirtschaft bekannt.
Ein Mindestgehalt regelt, dass eine Verkäuferin mindestens xx. brutto pro Stunde verdient. Sonst nichts.


Gehälter sehe ich auch nicht geregelt durch einen Staat oder andere Institutionen. Sie werden einmal in einer großen Arbeitsgruppe aus Berufsvertretern, Tarifexperten, vielleicht noch aus Juristen, aus Ärzten, um gesundheitsgefährdende Argumente zu berücksichtigen, vereinbart. Danach stellt einmal im Jahr vielleicht ein statistisches Institut die Inflationsrate fest. Sie wird dann automatisch auf die Gehaltsskala von 2000 bis 8000 draufgerechnet. Das wäre im Augenblick meine Vorstellung.

Da ich bisher nur weiß, was Du nicht willst, bin ich inzwischen neugierig, wie Du Dir die Gehaltsfindung vorstellst.


SandraR hat geschrieben:
Hier scheiden sich unsere Geister vollkommen:) auch gehört für mich Leistung und Verantwortung zusammen. Sonst kann man über einige Personen der Geschichte ja nur gutes sagen, manche davon waren ja Leistungsbereit nur mit der Verantwortung happerte es


Verrätst Du noch etwas über die Personen der Geschichte, die zwar leistungsbereit waren, deren Verantwortlichkeit aber offensichtlich nicht in Ordnung war.

Wir sind nicht nur verantwortlich für unser gesamtes Tun und Lassen, sondern auch schon für das, was wir beeinflussen könnten. Das ist eine umfassende Verantwortlichkeit, die wohl kaum etwas außen vor lässt.
Verantwortungsbewusst zu sein ist ein Charakter-Merkmal.

Leistung hingegen ist Arbeit pro Zeiteinheit, also eine physikalische Größe. In dem Buch »Ein Weg in die Leistungsgesellschaft mit mehr Gerechtigkeit« setze ich mich ausführlich mit Leistung auseinander. Da geht es auch um Abgrenzung und zu erfüllende Bedingungen, bevor etwas als Leistung anerkannt wird.

Viele Grüße
Wolf-Gero
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SandraR
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Re:

von SandraR (17.02.2011, 18:55)
Über Personen der Geschichte die Leistungsbereit waren aber Verantwortungslos, nun zum Beispiel Wallenstein angefangen, über Napoleon und das 20 Jahrhundert lasse ich aus, weil es ein sog. Todschlagargument darstellt cheezygrin muss ja nicht sein!

Warum sollte in deinem Modell noch jemand nach einem Studium in Deutschland arbeiten? EIn Physiker wenn er gut ist, wird auswandern, ein Herzchirurg würde auswandern etc.etc. Löhne von bis, wäre auch ein ultimatives wirtschaftliches Todschlagargument.
Damit stellst du nur die unteren Einkommensklassen zufrieden, der Rest kann dann nur auswandern.
Als ich auswanderte habe ich mich bewusst für eine Verschlechterung der Finanzsituation entschieden, dein Weg würde das umgekehrte fördern dozey:
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Re:

von Richymuc (17.02.2011, 19:23)
wgbajohr hat geschrieben:

Inzwischen bin ich zu dem Vorschlag übergegangen, nicht mehr ein einziges Einheitseinkommen vorzuschlagen, sondern eine Einkommensspanne, zum Beispiel 2000 bis 8000 Euro. Ein Anfänger wird folglich, gleich in welchem Beruf, bei 2000 anfangen.

Wolf-Gero


Hallo,

die Planspiele sind ja alle ganz nett.
Man merkt auch wie geduldig so ein Monitor ist. Was auf dem Papier gut klappt, wird sich aber in der Wirklichkeit nicht realisieren lassen.

Für alle zwischen 2000 und 8000 Euro.
Wenn das keine Ungerechtigkeit hoch zwei ist.
Oder heißt es hoch drei?

Der Lehrling wird sich sicher über die 2000 Euro freuen, der Mann der im Supermarkt die Einkaufswägen zusammen schiebt wird sich auch sehr freuen.

Der Manager der Arbeit für 1000 Leute schafft wird sich über die
8000 Euro nicht freuen. Der wandert aus nach Österreich und ich komme gleich mit.
Ungerechter geht es ja wirklich nicht.

Nehmen wir doch mal einen jungfräulichen Eingeborenen Stamm tief im Dschungel. Dort wo es kein Geld gibt.
Ich kann mir denken, wer sich dort der Gemeinschaft verweigert, wird auf der Strecke bleiben und verhungern.
Ich glaube nicht, das der Rest der Gemeinschaft einen Unwilligen durchfüttert.
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es dort überhaupt einen gibt der sich der Gemeinschaft und deren Arbeiten verweigert. Weil er nicht auf die Idee kommen würde.
Die Alten werden von den Jungen versorgt.
Es stellt sich die Frage, warum es immer einen Häuptling gibt?
Anscheinend muss es immer einen geben, der den anderen sagt wo es lang geht. Was ja nicht unbedingt ein Fehler sein muss.
Was spricht gegen einen guten König, wenn dieser König gerecht und auf sein Volk schaut ohne es auszubeuten.

Wie gesagt, Planspiele sind ganz nett, aber die Menschen sind zu verschieden um solche Pläne in die Wirklichkeit umsetzen zu können.

Es wird in jeder Gesellschaft unterschiedlich Typen von Menschen geben.
Die Einen sagen, das langt mir zum Leben, andere sagen sich, ich will mehr erreichen und gebe auch viel dafür.
Ein anderer sagt, solange der Staat für mich bezahlt, wäe ich schön blöd, wenn ich den Wecker auf 6.00 Uhr stelle.

So wie es jetzt ist, bin ich mit Deutschland im Großen und Ganzen recht zufrieden.
Vielleicht ist es in Schweden, Dänemark und Norwegen noch etwas besser.
Aber sonst fallen mir keine Orte ein, wo es den Menschen unterm Strich so gut geht.

Gruß vom Richard
www.richymuc.de
Der Satirische Kreuzfahrt-Flüsterer ISBN 978-3-8370-9816-7
Feindschaftsbuch ISBN 978-3-8370-9803-7
Das erotische Freundschaftsbuch ISBN 978-3-8391-0037-0
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Re:

von wgbajohr (18.02.2011, 01:45)
SandraR hat geschrieben:
Über Personen der Geschichte die Leistungsbereit waren aber Verantwortungslos, nun zum Beispiel Wallenstein angefangen, über Napoleon und das 20 Jahrhundert lasse ich aus, weil es ein sog. Todschlagargument darstellt cheezygrin muss ja nicht sein!

Warum sollte in deinem Modell noch jemand nach einem Studium in Deutschland arbeiten? EIn Physiker wenn er gut ist, wird auswandern, ein Herzchirurg würde auswandern etc.etc. Löhne von bis, wäre auch ein ultimatives wirtschaftliches Todschlagargument.
Damit stellst du nur die unteren Einkommensklassen zufrieden, der Rest kann dann nur auswandern.
Als ich auswanderte habe ich mich bewusst für eine Verschlechterung der Finanzsituation entschieden, dein Weg würde das umgekehrte fördern dozey:



Hallo Sandra!

Leider habe ich vergeblich auf die Erklärung gewartet, wie Du in der von Dir propagierten Gesellschaft zu den passenden Gehältern kommst.

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich ein Befürworter einer Leistungsgesellschaft mit mehr Gerechtigkeit bin. Unter Leistungsgesellschaft verstehe ich eine Gesellschaft, in der die menschliche Leistung eine entscheidende Rolle spielt. Leider hat meine bevorzugte Gesellschaft einen großen Nachteil – sie funktioniert nicht.

Warum funktioniert sie nicht? – Weil sich menschliche Leistung, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht objektiv messen lässt.

Theoretisch gäbe es zwar jemanden, der sehr gut beurteilen könnte, ob die Arbeitskraft auf einem Arbeitsplatz zu dem Arbeitsplatz passt. Allerdings setzt das wiederum einiges voraus, was die meisten Berufstätigen nicht akzeptieren würden.

Viele Grüße
Wolf-Gero
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Re:

von wgbajohr (18.02.2011, 01:51)
Richymuc hat geschrieben:
wgbajohr hat geschrieben:

Inzwischen bin ich zu dem Vorschlag übergegangen, nicht mehr ein einziges Einheitseinkommen vorzuschlagen, sondern eine Einkommensspanne, zum Beispiel 2000 bis 8000 Euro. Ein Anfänger wird folglich, gleich in welchem Beruf, bei 2000 anfangen.

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Hallo,

die Planspiele sind ja alle ganz nett.
Man merkt auch wie geduldig so ein Monitor ist. Was auf dem Papier gut klappt, wird sich aber in der Wirklichkeit nicht realisieren lassen.

Für alle zwischen 2000 und 8000 Euro.
Wenn das keine Ungerechtigkeit hoch zwei ist.
Oder heißt es hoch drei?

Der Lehrling wird sich sicher über die 2000 Euro freuen, der Mann der im Supermarkt die Einkaufswägen zusammen schiebt wird sich auch sehr freuen.

Der Manager der Arbeit für 1000 Leute schafft wird sich über die
8000 Euro nicht freuen. Der wandert aus nach Österreich und ich komme gleich mit.
Ungerechter geht es ja wirklich nicht.

Nehmen wir doch mal einen jungfräulichen Eingeborenen Stamm tief im Dschungel. Dort wo es kein Geld gibt.
Ich kann mir denken, wer sich dort der Gemeinschaft verweigert, wird auf der Strecke bleiben und verhungern.
Ich glaube nicht, das der Rest der Gemeinschaft einen Unwilligen durchfüttert.
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es dort überhaupt einen gibt der sich der Gemeinschaft und deren Arbeiten verweigert. Weil er nicht auf die Idee kommen würde.
Die Alten werden von den Jungen versorgt.
Es stellt sich die Frage, warum es immer einen Häuptling gibt?
Anscheinend muss es immer einen geben, der den anderen sagt wo es lang geht. Was ja nicht unbedingt ein Fehler sein muss.
Was spricht gegen einen guten König, wenn dieser König gerecht und auf sein Volk schaut ohne es auszubeuten.

Wie gesagt, Planspiele sind ganz nett, aber die Menschen sind zu verschieden um solche Pläne in die Wirklichkeit umsetzen zu können.

Es wird in jeder Gesellschaft unterschiedlich Typen von Menschen geben.
Die Einen sagen, das langt mir zum Leben, andere sagen sich, ich will mehr erreichen und gebe auch viel dafür.
Ein anderer sagt, solange der Staat für mich bezahlt, wäe ich schön blöd, wenn ich den Wecker auf 6.00 Uhr stelle.

So wie es jetzt ist, bin ich mit Deutschland im Großen und Ganzen recht zufrieden.
Vielleicht ist es in Schweden, Dänemark und Norwegen noch etwas besser.
Aber sonst fallen mir keine Orte ein, wo es den Menschen unterm Strich so gut geht.

Gruß vom Richard






Hallo Richard!

Was ich von mir gebe, ist oft nicht mehr als ein Planspiel, als mehr sollte es zurzeit auch nicht betrachtet werden.

Die Einkommensspanne von 2000 bis 8000 Euro ist lediglich ein Beispiel. Wie man an eine realistischere Einkommensspanne kommt, habe ich im vorangehenden Eintrag beschrieben.

Du gehörst zu den Menschen, die sich in unserer gegenwärtigen Gesellschaft eingerichtet haben und die mit ihr zufrieden sind. Du müsstest schon fast ein Heiliger sein, wenn Du Deine gute Situation aufgeben wolltest, um eine Gesellschaft zu fördern, die Dir eindeutig finanzielle Nachteile brächte. Nein, Richard, für Dich und alle ähnlich Situierten habe ich mein letztes Büchlein nicht geschrieben. – Selbstverständlich enthält es keine Geheimnisse, die Ihr nicht erfahren dürftet: Es wäre sogar höchst erfreulich für mich, wenn Ihr mein Büchlein trotzdem lesen würdet.

Meine wahre Zielgruppe sind die Menschen am unteren Ende der sozialen Hierarchie. Sie könnten von einer anderen Gesellschaftsform tatsächlich profitieren, sofern es ihnen gelingt, zu starken Menschen zu werden. Doch hier zeigt sich, dass diese Zielgruppe inzwischen zum Opfer des römischen Herrschaftsprinzips Brot und Spiele geworden sind. Sie denken gar nicht daran, sich für eine bessere Zukunft anzustrengen oder auf etwas zu verzichten, eine bessere Zukunft für sie selbst, wohlgemerkt.

Viele Grüße
Wolf-Gero
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SandraR
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Re:

von SandraR (18.02.2011, 03:39)
Gero, wenn Du die Leute am unteren Ende als Zielgruppe hast, musst du sie nicht einfach mit Geld beglücken sondern ihnen die Instrumente sichern die Leistungsbereitschaft benötigt um erfolgreich zu sein.
Sprich, in Schulen, Nachhilfeunterricht, angagierte Lehrer, neue Formen für Ausbildungsplätze und die Abschaffung von Gesamtschulen, Schulpsychologischer Dienst an auffälligen Schulen und zwar bevor die Kinder in der Pubertät sind, eine gewisse Schonfrist für Pubertierende, Volkshochschulen für Erwachsene die diese Fördern etc.etc. ihnen einfach 2000 Euronen zu garantieren nutzt nichts. Damit kaufen die sich einen neuen Flachbildschirm!
Zu meinen man könne nur auf das untere Ende einer Hyrachie blicken, halte ich grundsätzlich auch nicht für die Richtige Einstellung. Die unten existieren auch nur weil es oben oder Mitte gibt!
Richard, nein Könige wäre das Letzte was der Menschheit fehlt. Ich bin für das umgekehrte Rezept, weg mit dem Staat und künstlichen Grenzen. Administrative Regionen schaffen und Politiker als Beruf abschaffen. Garantielohn für Billigheimerberufe ja, Förderung ja aber mit realistischem Blick!
Bevor zu viel Romantik für die Unterschicht aufkommt, wer wählte den Merkel? Wer schaut sich Dschungelcamp an? Da musst du ansetzen und nicht einfach Geld verteilen verteilen und denken dann klappe es mit der Leistungsbereitschaft.
Ich muss dir auch ganz ehrlich sagen, wenn Du Profis suchst egal ob im Vertrieb oder Programmierer, findest du die nicht über Anzeigen in der Zeitung. Und wenn du denkst es reicht einem Hartzler einen Job anzubieten und der zieht sich dann aus seinem Sumpf, nein so einfach ist es nicht. Das klappt in einem von 10 Fällen! Und glaub mir, ich habe mehr als einmal versucht da jemandem raus zu helfen. Und es liegt dann an einer Mischung zwischen unglaublicher Arroganz, Selbstüberschätzung und Trägheit! Jeder 10. bringt die Leistung die er bringen muss aus dieser Gruppe. Eigentlich auch eine Zahl aus dem praktischen Arbeitsalltag die einem zu denken geben sollte. Keine statistische Zahl sondern ein Erfahrungswert.
Kurz gesagt, als Arbeitgeber kann ich deine romantische Sichtweise nicht teilen, einfach weil sie so nicht stimmt! Investieren muss man in die Bildung und spezielle Programme die Kinder dieser Schichten fördern, damit die nicht in dieser Schicht verweilen, dass würde was bringen. Die brauchen Leitfiguren die ihnen beibringen "es geht auch anders und wie es anders geht". Der größte Fehler von HartzIV ist, dass es an den Kindern spart. Wenn ich dann aber mitbekomme, dass deren Mütter nur Fertiggerichte kochen können, kommen bei mir auch Fragen auf! Wenn Du schon Kinder mit Glutamat voll stopfst darf man sich auch nicht wundern, Hirnnahrung ist etwas anderes.
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Re:

von Richymuc (18.02.2011, 07:40)
SandraR hat geschrieben:
Ich muss dir auch ganz ehrlich sagen, wenn Du Profis suchst egal ob im Vertrieb oder Programmierer, findest du die nicht über Anzeigen in der Zeitung. Und wenn du denkst es reicht einem Hartzler einen Job anzubieten und der zieht sich dann aus seinem Sumpf, nein so einfach ist es nicht. Das klappt in einem von 10 Fällen! Und glaub mir, ich habe mehr als einmal versucht da jemandem raus zu helfen. Und es liegt dann an einer Mischung zwischen unglaublicher Arroganz, Selbstüberschätzung und Trägheit! Jeder 10. bringt die Leistung die er bringen muss aus dieser Gruppe. Eigentlich auch eine Zahl aus dem praktischen Arbeitsalltag die einem zu denken geben sollte. Keine statistische Zahl sondern ein Erfahrungswert.


Hallo Sandra,

Deine Erfahrungen kann ich zu 100% bestätigen.
Es ist unglaublich was sich bei manchem Vorstellungsgespräch abspielt.
Manchmal suche ich nach der versteckten Kamera.
Es würde glatt für ein Buch reichen.

Ein paar Sätze die ich noch im Kopf habe.
Von einigen Bewerber, die nur den Stempel für das Arbeitsamt gebraucht haben, als Nachweis, dass sie sich vorgestellt haben.
Ausnahmen gibt es aber auch.

"Sie können mich ruhig einstellen, aber viel Freude werden sie nicht mit mir haben"

"Was? Um 7.00 Uhr anfangen, das ist nichts für mich"

"Wann könnte ich frühestens Urlaub haben?"

"Könnten wir den Montag ausfallen lassen, da geht es mir immer so schlecht."

"Ich kann nur alleine arbeiten, mit anderen komme ich nicht aus"

und noch vieles mehr.

Einer kam mal im Taxi angefahren und war im Jogginganzug, seinen Tennisschläger stellte er in der Ecke ab.
Viele kommen auch absichtlich mit einer Alkoholfahne um ja nicht eingestellt zu werden.

So sieht die Wirklichkeit aus. Trotzdem gibt es noch Ausnahmen, ansonsten könnten wir ja den Laden zusperren.

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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (18.02.2011, 09:16)
SandraR hat geschrieben:
Über Personen der Geschichte die Leistungsbereit waren aber Verantwortungslos, nun zum Beispiel Wallenstein angefangen, über Napoleon und das 20 Jahrhundert lasse ich aus, weil es ein sog. Todschlagargument darstellt cheezygrin muss ja nicht sein!

Warum sollte in deinem Modell noch jemand nach einem Studium in Deutschland arbeiten? EIn Physiker wenn er gut ist, wird auswandern, ein Herzchirurg würde auswandern etc.etc. Löhne von bis, wäre auch ein ultimatives wirtschaftliches Todschlagargument.
Damit stellst du nur die unteren Einkommensklassen zufrieden, der Rest kann dann nur auswandern.
Als ich auswanderte habe ich mich bewusst für eine Verschlechterung der Finanzsituation entschieden, dein Weg würde das umgekehrte fördern dozey:


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Sandra: Gero, wenn Du die Leute am unteren Ende als Zielgruppe hast, musst du sie nicht einfach mit Geld beglücken sondern ihnen die Instrumente sichern die Leistungsbereitschaft benötigt um erfolgreich zu sein.

Ja, das ist ein wesentlicher Teil meines Gesamtplanes.

Sandra: Sprich, in Schulen, Nachhilfeunterricht, angagierte Lehrer, neue Formen für Ausbildungsplätze und die Abschaffung von Gesamtschulen, Schulpsychologischer Dienst an auffälligen Schulen und zwar bevor die Kinder in der Pubertät sind, eine gewisse Schonfrist für Pubertierende, Volkshochschulen für Erwachsene die diese Fördern etc.etc. ihnen einfach 2000 Euronen zu garantieren nutzt nichts. Damit kaufen die sich einen neuen Flachbildschirm!

Ja, das ist ein wesentlicher Teil meines Gesamtplanes.

Sandra: Zu meinen man könne nur auf das untere Ende einer Hyrachie blicken, halte ich grundsätzlich auch nicht für die Richtige Einstellung. Die unten existieren auch nur weil es oben oder Mitte gibt!

Bei den charakterschwachen Menschen, die wir zurzeit überwiegend sind, ist es fast egal, wohin man blickt.

Sandra: Richard, nein Könige wäre das Letzte was der Menschheit fehlt. Ich bin für das umgekehrte Rezept, weg mit dem Staat und künstlichen Grenzen.

Sobald ausreichend starke Menschen vorhanden sind, könnten wir uns das erlauben.

Sandra: Administrative Regionen schaffen

Sind das Ministaaten?

Sandra: Politiker als Beruf abschaffen.

Ich wäre dafür. Allerdings wird es mit uns schwachen Menschen nicht zu erreichen sein.

Sandra: Garantielohn für Billigheimerberufe ja, Förderung ja aber mit realistischem Blick!

Ja, das gehört zu meinem Plan.

Sandra: … nicht einfach Geld verteilen verteilen und denken dann klappe es mit der Leistungsbereitschaft.

Auch das ist richtig, denn das wäre ja nur das, was wir in unserer von kapitalistischen Ideen geprägten Gesellschaft bereits haben.

Sandra: Ich muss dir auch ganz ehrlich sagen, wenn Du Profis suchst egal ob im Vertrieb oder Programmierer, findest du die nicht über Anzeigen in der Zeitung. Und wenn du denkst es reicht einem Hartzler einen Job anzubieten und der zieht sich dann aus seinem Sumpf, nein so einfach ist es nicht. Das klappt in einem von 10 Fällen! Und glaub mir, ich habe mehr als einmal versucht da jemandem raus zu helfen. Und es liegt dann an einer Mischung zwischen unglaublicher Arroganz, Selbstüberschätzung und Trägheit! Jeder 10. bringt die Leistung die er bringen muss aus dieser Gruppe. Eigentlich auch eine Zahl aus dem praktischen Arbeitsalltag die einem zu denken geben sollte. Keine statistische Zahl sondern ein Erfahrungswert.

Solange der schwache Mensch eine Möglichkeit sieht, um Anstrengungen herumzukommen, wird er die Möglichkeit wählen, vor allem dann, wenn er damit das erreicht, was andere nur durch Arbeit und Mühe erreichen.

Sandra: Kurz gesagt, als Arbeitgeber kann ich deine romantische Sichtweise nicht teilen, einfach weil sie so nicht stimmt! Investieren muss man in die Bildung und spezielle Programme die Kinder dieser Schichten fördern, damit die nicht in dieser Schicht verweilen, dass würde was bringen.

Wesentlicher Teil meines Gesamtplanes.

Sandra: Die brauchen Leitfiguren die ihnen beibringen "es geht auch anders und wie es anders geht". Der größte Fehler von HartzIV ist, dass es an den Kindern spart. Wenn ich dann aber mitbekomme, dass deren Mütter nur Fertiggerichte kochen können, kommen bei mir auch Fragen auf! Wenn Du schon Kinder mit Glutamat voll stopfst darf man sich auch nicht wundern, Hirnnahrung ist etwas anderes.

Das ist meine Meinung. – Nur, woher nehmen wir die Leitfiguren?
Die Veränderung der Welt beginnt bei jedem Einzelnen

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Re:

von SandraR (18.02.2011, 12:59)
Was ist für Dich ein schwacher Mensch Gero? Und was wäre das Gegenteil:)?

Ist ein Mensch der nur vor dem Fernseher sitzt ein schwacher Mensch? Quatsch, der ist Faul! Die Welt und das System nicht grundlegend zu ändern nur weil der Mensch schwach sei, macht aus den Schwachen keine Starken! Stark ist Selbstbestimmt, Verantwortungsbewusst und maximal autark oder anders formuliert Frei, weil angstfrei. Denkt selber und lässt nicht denken! Also nimm ihnen den Fernseher weg, das ist die Hälfte der Miete auf den richtigen Weg! Die andere Hälfte ist, ihnen die von der christlichen Religion herangezüchtete irreale Angst vor dem Tod. Dann hast du einen freien Menschen, allerdings faul könnte er noch immer sein angle:

Nein, keine Ministaaten sondern Verwaltungsgebiete, die Staaten würden ja abgeschafft werden nach meinem Szenario, den dies wäre historisch die nächste Stufe!
Zuerst wurden die Fürstentümer abgeschafft, dann die Monarchien und jetzt wäre der Staat als solches dran. Damit schaffst Du gleichzeitig auch den Beruf Politiker ab!
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Re:

von wgbajohr (18.02.2011, 18:27)
SandraR hat geschrieben:
Was ist für Dich ein schwacher Mensch Gero? Und was wäre das Gegenteil:)?

Ist ein Mensch der nur vor dem Fernseher sitzt ein schwacher Mensch? Quatsch, der ist Faul! Die Welt und das System nicht grundlegend zu ändern nur weil der Mensch schwach sei, macht aus den Schwachen keine Starken! Stark ist Selbstbestimmt, Verantwortungsbewusst und maximal autark oder anders formuliert Frei, weil angstfrei. Denkt selber und lässt nicht denken! Also nimm ihnen den Fernseher weg, das ist die Hälfte der Miete auf den richtigen Weg! Die andere Hälfte ist, ihnen die von der christlichen Religion herangezüchtete irreale Angst vor dem Tod. Dann hast du einen freien Menschen, allerdings faul könnte er noch immer sein angle:

Nein, keine Ministaaten sondern Verwaltungsgebiete, die Staaten würden ja abgeschafft werden nach meinem Szenario, den dies wäre historisch die nächste Stufe!
Zuerst wurden die Fürstentümer abgeschafft, dann die Monarchien und jetzt wäre der Staat als solches dran. Damit schaffst Du gleichzeitig auch den Beruf Politiker ab!



Sandra, Du hast das Buch Das Geheimnis des Präsidenten. In dem Buch findest Du Die neuen Gebote. Wer diese Gebote verinnerlicht und sich danach richtet, ist stark oder zumindest auf dem Weg dorthin. Eine besondere Rolle kommt dabei der Gier in ihren vielfältigen Erscheinungsformen zu, zum Beispiel Habgier und Ehrgeiz.

Ein schwacher Mensch ist danach das Gegenteil vom starken Menschen. Wie ein Rauschgiftsüchtiger alles Mögliche unternimmt, um die nächste Dosis zu bekommen, so ist ein von seiner Gier versklavter Mensch auch zu vielem bereit, nur um zu mehr Besitz zu kommen. Aus etwas anderer Sicht heißt das, dass sich ein solcher Mensch die Entscheidungsfreiheit und damit einen Teil seines Menschseins nehmen lässt.


Sandra: Verwaltungsgebiete.
Was für Leute sitzen dort? Was verwalten sie? Wodurch unterscheiden sie sich von Staaten? Sind das nicht doch wieder Einheiten, die die Obrigkeit repräsentieren?
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Re:

von Richymuc (18.02.2011, 18:39)
wgbajohr hat geschrieben:

Ein schwacher Mensch ist danach das Gegenteil vom starken Menschen. Wie ein Rauschgiftsüchtiger alles Mögliche unternimmt, um die nächste Dosis zu bekommen, so ist ein von seiner Gier versklavter Mensch auch zu vielem bereit, nur um zu mehr Besitz zu kommen. Aus etwas anderer Sicht heißt das, dass sich ein solcher Mensch die Entscheidungsfreiheit und damit einen Teil seines Menschseins nehmen lässt.


Hallo Gero,

das ist schon wieder eine schwarz- weiß Ansicht.
Es gibt auch noch Mittelwege.
Eine gesunde Gier nach einem etwas höheren Lebensstandard finde ich weder verwerflich noch falsch.
Deswegen ist man noch lange nicht versklavt.
Wer gerne auf Reisen geht, muss dafür sorgen , dass die Reisekasse stimmt.
Wer gerne ein schönes eigenes Haus oder Wohnung will, muss in der Regel mehr leisten als der Durchschnitt.
Das finde ich vollkommen in Ordnung.
Soll doch jeder selbst entscheiden, welchen Weg er geht, wenn dieser Mensch die Möglichkeit hat sich zu entfalten.

Es soll ja auch noch Leute geben, denen die Arbeit Spaß macht.

Gruß vom Richard
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Re:

von SandraR (18.02.2011, 19:32)
Ich verteidige nun im Gegensatz zu Richard nicht die Gier, aber den Ehrgeiz! Den ohne Ehrgeiz keine Leistungsbereitschaft. Es ist der Ehrgeiz der die Leistungsbereitschaft anstachelt cheezygrin
Ich sehe in Ehrgeiz absolut nichts negatives.

Und Gero dort sitzen Profis jeweils in dem Gebiet, dass sie zu verwalten zu haben und wenn sie ihren Job nicht gut tun, fliegen sie raus thumbbup weil sie Dienstleistungen erbringen und erbringen müssen!
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Re:

von wgbajohr (18.02.2011, 19:48)
Richymuc hat geschrieben:
wgbajohr hat geschrieben:

Ein schwacher Mensch ist danach das Gegenteil vom starken Menschen. Wie ein Rauschgiftsüchtiger alles Mögliche unternimmt, um die nächste Dosis zu bekommen, so ist ein von seiner Gier versklavter Mensch auch zu vielem bereit, nur um zu mehr Besitz zu kommen. Aus etwas anderer Sicht heißt das, dass sich ein solcher Mensch die Entscheidungsfreiheit und damit einen Teil seines Menschseins nehmen lässt.


Hallo Gero,

das ist schon wieder eine schwarz- weiß Ansicht.
Es gibt auch noch Mittelwege.
Eine gesunde Gier nach einem etwas höheren Lebensstandard finde ich weder verwerflich noch falsch.
Deswegen ist man noch lange nicht versklavt.
Wer gerne auf Reisen geht, muss dafür sorgen , dass die Reisekasse stimmt.
Wer gerne ein schönes eigenes Haus oder Wohnung will, muss in der Regel mehr leisten als der Durchschnitt.
Das finde ich vollkommen in Ordnung.
Soll doch jeder selbst entscheiden, welchen Weg er geht, wenn dieser Mensch die Möglichkeit hat sich zu entfalten.

Es soll ja auch noch Leute geben, denen die Arbeit Spaß macht.

Gruß vom Richard




Hallo Richard!

Richymuc hat geschrieben:
Eine gesunde Gier


Die gesunde Gier ist ein Widerspruch in sich, vergleichbar mit dem gesunden Egoismus.

Ich glaube zwar, zu wissen, was Du meinst: keine übertriebene Gier. Es ist nur so, dass das Negative bereits in der Definition von Gier enthalten ist.

Duden Bedeutungswörterbuch:" auf Genuss, Besitz und Erfüllung von Wünschen gerichetes, heftiges, ungezügeltes Verlangen"
Wenn ein Verhungernder unbedingt etwas zu essen haben möchte, ist auch das keine Gier. Wenn der denkbar edelste Mensch das spezielle Verlangen nicht unterdrücken kann, ist es keine Gier.

Richymuc hat geschrieben:

Deswegen ist man noch lange nicht versklavt


Versklavt ist jemand, der sich von seiner Sucht oder Gier alle Entscheidungen abnehmen lässt.

Ein starker Mensch zu sein bedeutet keinesfalls, in totaler Armut leben zu müssen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es für einen Außenstehenden manchmal nicht einfach ist, Gier und normales Wünschen auseinanderzuhalten. Doch der Starke selbst weiß es. Erhebt sein Gewissen keinen Einspruch, ist es keine Gier.


Richymuc hat geschrieben:
Soll doch jeder selbst entscheiden, welchen Weg er geht, wenn dieser Mensch die Möglichkeit hat sich zu entfalten.


Man kann tatsächlich niemanden zwingen, zu einem starken Menschen zu werden. Das wäre völlig unsinnig.


Richymuc hat geschrieben:
Es soll ja auch noch Leute geben, denen die Arbeit Spaß macht.


Ich zähle mich selbst dazu. Allerdings muss mir die Arbeit liegen und meinen Neigungen sowie meinen Fähigkeiten entsprechen.

Viele Grüße
Wolf-Gero
Die Veränderung der Welt beginnt bei jedem Einzelnen

Etwas beeinflussen zu können heißt, dafür verantwortlich zu sein

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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (19.02.2011, 01:40)
SandraR hat geschrieben:
Ich verteidige nun im Gegensatz zu Richard nicht die Gier, aber den Ehrgeiz! Den ohne Ehrgeiz keine Leistungsbereitschaft. Es ist der Ehrgeiz der die Leistungsbereitschaft anstachelt cheezygrin
Ich sehe in Ehrgeiz absolut nichts negatives.

Und Gero dort sitzen Profis jeweils in dem Gebiet, dass sie zu verwalten zu haben und wenn sie ihren Job nicht gut tun, fliegen sie raus thumbbup weil sie Dienstleistungen erbringen und erbringen müssen!



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Sandra: »Ich verteidige nun im Gegensatz zu Richard nicht die Gier, aber den Ehrgeiz! Den ohne Ehrgeiz keine Leistungsbereitschaft. Es ist der Ehrgeiz der die Leistungsbereitschaft anstachelt
Ich sehe in Ehrgeiz absolut nichts negatives.«

Ach ja, Sandra, der Ehrgeiz, das große Missverständnis. Im Gegensatz zu Habgier, Mordgier und Machtgier wird Ehrgeiz von zahlreichen Menschen nicht nur nicht als negativ gesehen, sondern sogar als positiv. In ihren Augen ist es ein Lob, wenn man jemandem Ehrgeiz bescheinigt.


Auszug aus
W.-G. Bajohr: Ein Weg in die Leistungsgesellschaft mit mehr Gerechtigkeit

Ehrgeiz

Der Wunsch, etwas zu sein oder etwas darzustellen, was andere als anerkennenswert einstufen, dieser Wunsch steckt vermutlich in mehr oder minder starker Ausprägung in allen Menschen. Große Unterschiede zeigen sich jedoch, sobald es um das auf unseren Wunsch zurückzuführende Verhalten geht. Und damit sind wir jetzt zu der Art von Gier vorgedrungen, die wir als Ehrgeiz bezeichnen und allzu oft völlig falsch bewerten. Genau er ist es, der das Ausmaß unseres Verlangens nach Anerkennung enthüllt.
Vermutlich fragt sich nun mancher, weshalb wir Ehrgeiz der Gier zurechnen, er sei doch schließlich ein positiv zu wertendes Merkmal eines Menschen. Weiter oben deuteten wir bereits an, dass wir uns in zumindest einem Fall verleiten lassen, eine Form der Gier als positiv einzustufen – damit war Ehrgeiz gemeint. Zwischen der ziemlich verbreiteten Auffassung, jemandem Ehrgeiz zu bescheinigen stelle ihn in ein positives Licht, und unserer Absicht, in Ehrgeiz eine Form der Gier zu sehen, besteht offensichtlich ein Widerspruch. Ihn werden wir im Folgenden zu klären haben.
Unser erster Schritt zum Ziel, dem Wort Ehrgeiz nahe zu kommen, ist ein weiterer Besuch bei der Etymologie. Das Kompositum Ehrgeiz enthält als Grundwort Geiz, ein Wort, das auf einen althochdeutschen Begriff zurückgeführt wird und Gier oder auch Habgier bedeutet. Hinter Ehrgeiz steckt somit nichts anderes als die Gier nach Ehre, ausführlicher gesagt, die Gier nach Ehrerbietung, Verehrung, Ansehen und Ruhm. Es ist also reine Gier, was in Ehrgeiz enthalten ist und ihm das Wertvolle nimmt. Entgegen einer oft geäußerten Meinung haben wir nicht erst den übertriebenen Ehrgeiz als eine Form der Gier zu betrachten, sondern auch bereits den Ehrgeiz ohne jegliches Attribut.
Wie kommt es trotz negativer Grundbedeutung des Wortes Ehrgeiz zu der verbreiteten Ansicht, Ehrgeiz werte einen Menschen auf? – Wie uns scheint, verwechseln wir allzu oft Ehrgeiz mit dem durchaus anerkennenswerten Bestreben, eine Aufgabe gewissenhaft und so gut wie möglich zu bewältigen. Im zweiten Fall steht sozusagen die Qualität der Arbeit im Vordergrund, dagegen bezweckt Ehrgeiz nur, Adams Verlangen nach Anerkennung zu stillen. Das berufliche Engagement von Kollegen mag zwar gleich erscheinen, es kann aber trotzdem unterschiedlich motiviert sein. Während der eine Sorgfalt, Fleiß und Ausdauer darauf verwendet, zu einer Harmonie mit seinem regen Gewissen zu gelangen, verlangt es den anderen nur nach Anerkennung, die sich wohl kaum überzeugender als in einer erfolgreichen Karriere ausdrückt. Strebt ein Adam nach Harmonie mit dem Gewissen oder nach Anerkennung? Wenn es uns gelingt, diese Frage zu beantworten, wissen wir, ob wir das Streben eines Menschen Ehrgeiz nennen dürfen. Nach Harmonie mit ihrem Gewissen strebenden Menschen steht kein anderer Weg offen, als den Gewissensforderungen zu folgen, das heißt in diesem Kontext, dass Einkommen und Leistungen einander entsprechen müssen. Die Gier nach Ehre lässt sich hingegen in dem einen oder anderen Fall sogar ohne größere Anstrengungen befriedigen: Fürsprecher mit Einfluss sorgen für einen kräftigen Karrieresprung, oder Adam wird bereits mit einem goldenen Löffel im Mund als Königskind geboren.


Sandra: »Und Gero dort sitzen Profis jeweils in dem Gebiet, dass sie zu verwalten zu haben und wenn sie ihren Job nicht gut tun, fliegen sie raus weil sie Dienstleistungen erbringen und erbringen müssen!«

Wer ist der Ansprechpartner für den Normalverbraucher, die gesamte Verwaltung oder der einzelne Mitarbeiter? Sobald heute jemand mit der Müllabfuhr zum Beispiel zu tun bekommt, hat er nicht den einzelnen Mitarbeiter vor sich, sondern das Unternehmen Müllabfuhr. Da fliegt für gewöhnlich niemand, wenn zwei Mitarbeiter das Möbelstück, das sie für eine stattliche Gebühr abholen sollten, einfach stehen lassen, weil der Sessel nicht x cm breit ist, sondern (x + 5) cm. Das Unternehmen Müllabfuhr denkt gar nicht dran, einen ihren Mitarbeiter fliegen zu lassen, denn der Schuldige ist ja der Kunde. Dass das Möbelstück nicht abgeholt werden konnte, liegt am Kunden. Da die Müllwerker trotzdem beim Kunden waren, hat der Kunde selbstverständlich die Gebühr zu bezahlen. »Wohin kämen wir denn sonst …«
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Richymuc
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Re:

von Richymuc (19.02.2011, 08:41)
wgbajohr hat geschrieben:
Wer ist der Ansprechpartner für den Normalverbraucher, die gesamte Verwaltung oder der einzelne Mitarbeiter? Sobald heute jemand mit der Müllabfuhr zum Beispiel zu tun bekommt, hat er nicht den einzelnen Mitarbeiter vor sich, sondern das Unternehmen Müllabfuhr. Da fliegt für gewöhnlich niemand, wenn zwei Mitarbeiter das Möbelstück, das sie für eine stattliche Gebühr abholen sollten, einfach stehen lassen, weil der Sessel nicht x cm breit ist, sondern (x + 5) cm. Das Unternehmen Müllabfuhr denkt gar nicht dran, einen ihren Mitarbeiter fliegen zu lassen, denn der Schuldige ist ja der Kunde. Dass das Möbelstück nicht abgeholt werden konnte, liegt am Kunden. Da die Müllwerker trotzdem beim Kunden waren, hat der Kunde selbstverständlich die Gebühr zu bezahlen. »Wohin kämen wir denn sonst …«


Ein gutes Beispiel.
Jetzt sage ich Dir, wie es im echten Leben abgeht.
Wir haben in der Nähe einen Müllplatz, dort kann man seinen Sperrmüll in begrenzten Mengen abgeben.
Max. 3 Eimer Bauschutt am Tag, oder eine alte Tür pro Tag.
Mal einen Fernseher oder ein altes Bett.
Zuhause habe ich eine Wand abgerissen. Der Bauschutt war ein großer Anhänger voll.

Also ab zum Sperrmüll. Der Mülleinweiser hat schon von weitem die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen.
"Mit der Menge, geht hier nix!"

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe ihm unauffällig 20 Euro in die Hand gedrückt und er hat sogar beim Abladen geholfen.
So läuft der Hase und nicht anders.

Ich hätte auch 100 Tage jeden Tag der Eimer abliefern können, aber so haben wir die Aktion verkürzt und jeder war zufrieden.
Er hatte 20 Euro mehr und ich war meinen Bauschutt los.
Das war jetzt nur ein billiges Beispiel, bei anderen Dingen geht es schon etwas mehr zur Sache.

Soll heißen, die meisten Menschen werden immer zu ihrem eigenen Vorteil handeln.
Die Theorie sagt pfui, die Praxis sagt, das ist ok.

Gruß vom Richard
www.richymuc.de

Der Satirische Kreuzfahrt-Flüsterer ISBN 978-3-8370-9816-7

Feindschaftsbuch ISBN 978-3-8370-9803-7

Das erotische Freundschaftsbuch ISBN 978-3-8391-0037-0

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