Ins Ungewisse

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Nitram
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Re:

von Nitram (05.09.2009, 15:16)
Hallo Gemeinde,
da ich diese Rezi versehentlich bei der Leseprobe anstatt bei der Buchpräsentation gepostet hatte, stelle ich sie zwecks besserer Auffindbarkeit hier nachträglich ein:

Der neue Roman von Peter Pitsch "Ins Ungewisse" ist gestern bei mir eingetroffen!
Da mich das geschmackvolle Cover mit dem lockend-verheissungsvollen Sonnenuntergang sofort in den Bann zog, konnte ich nicht anders, als das Werk sogleich komplett zu lesen.

Für alle, die nicht gerne lange Rezensionen lesen:
Absolute 5 Sterne, unbedingt empfehlenswert!

Dass der Autor ein sprachlicher Virtuose ohnegleichen ist, welcher über eine unglaubliche Ausdrucksfähigkeit verfügt, muss an dieser Stelle gleich angemerkt werden.
Er versteht es auch perfekt - je nach Situation - hin und wieder auch mal "zotigeres" Vokabular einzusetzen, um sodann, den Schwingen eines Adlers gleich, zu den Weihen gehobenster Literatur emporzuschweben.
Zum Inhalt:
Erzählt wird die Geschichte von Walter, der aus gutbürgerlichem Elternhaus stammt, aber mit all den Zwängen und Normen dieses konservativen Milieus nicht klarkommt und daher ausbrechen will.
Ohne Geld und Ausbildung lässt er sich von den Verlockungen der Halb- und Drogenwelt anziehen und begeht einige unglückliche Fehler.
Walter erkennt jedoch die schiefe Ebene, auf der er sich befindet und vermag es daher, - nicht zuletzt auch durch die Gunst der Frauen - seinem Leben eine Wende zu zu geben.

Der Roman ist - wie vom Autor auch selbst angegeben - unverkennbar autobiographisch geprägt, dies ist meiner Ansicht nach für den Leser aber eher von sekundärer Bedeutung.
Weiters fällt neben der sprachlichen Brillianz die faszinierende Gabe des Autors auf, genaue Beobachtungen anzustellen und daraus auch entsprechende analytische Schlüsse zu ziehen - etwas, das man in der heutigen Zeit eher selten findet.

Die Geschichte ist sehr lebendig und schlüssig geschrieben, ein echtes Lesevergnügen!
Alles in allem:
Absolute Pflichtlektüre!

Kleiner Tipp am Rande:
Falls man die Möglichkeit hat, sollte man zuerst "Ins Ungewisse" lesen, man versteht dann die "Übelungen" besser....

Gruss
Nitram
Tu felix Austria - die andere Seite der Alpenrepublik - zweite Auflage
ISBN 978-3-8391-0512-2
HP: www.robert-brettschneider.com
Video: http://www.youtube.com/user/RobertBrettschneider

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Peter-Pitsch
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Vita

von Peter-Pitsch (09.09.2009, 15:26)
Nochmals herzlichen Dank, Nitram!

Zum besseren Verständnis, den Inhalt betreffend, füge ich eine kurze Vita hinzu:

1963 in Herford geboren, zieht Pitsch nach dem Schulabschluss, einer unvollendeten Lehre und diversen Tätigkeiten nach Westberlin. Ende ´82 begibt er sich in die Niederlande, jobbt für eine Amsterdamer Modelagentur, gerät in den Sumpf der Drogenszene und wird schließlich wegen Drogenschmuggels inhaftiert. Aus dem Gefängnis entlassen, zunächst wohnhaft in Bielefeld, findet er Arbeit in einer Schlosserei und beginnt nebenbei Gedichte und Kurzgeschichten zu verfassen. Mitte der Achtziger lässt er sich gemeinsam mit seiner italienischen Freundin in Rom nieder und sammelt unterschiedliche Erfahrungen als Film- und Theaterschauspieler. Eine Vielzahl beruflicher Reisen - u. a. eine ausgedehnte Theatertournee - führen ihn in alle Gegenden des italienischen Festlandes sowie auf die Inseln Sizilien und Sardinien. 1989 lernt er seine spätere Frau kennen, zieht mit der gebürtigen Dänin nach Skandinavien und verbringt die Neunziger Jahre in Kopenhagen, wo seine Aufmerksamkeit vorwiegend der Schriftstellerei gilt. Unter widrigen Umständen erscheint ´93 sein Lyrikband ´Über der Welt´. Zwei Jahre später veröffentlicht der Verlag für Gegenrealismus unter dem Titel ´Der Abtrünnige´ eine 33teilige Parabel, deren Vertrieb mit dem Tod des Verlegers Günther Dienelt eingestellt wird. Es folgt eine weitere Publikation in Form eines Kinderbuches, darüber hinaus Gedichte und Kurzgeschichten, die in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien erscheinen. Nach der Jahrtausendwende wohnt er in der Stadt Nykøbing auf der Insel Falster, widmet sich seither neben der literarischen Arbeit der Renovation alter Häuser. 2008 gibt der deutsche Tordenfjord Verlag seine satirische Erzählung ´Das Kuckucksei-Syndrom´ heraus. April 2009 publiziert der Verlag Wortgewaltig seinen modernen Gedichtband ´Übelungen´, in dem er die Summe der bisherigen Eindrücke und Erfahrungen aus seinem Leben Revue passieren lässt. Aktuell: Der Thriller ´W-e-l-t´.
Weitere Infomationen auf der Webseite.

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Peter-Pitsch
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Rezension

von Peter-Pitsch (26.11.2009, 21:16)
Neue Westfälische - Kultur
Samstag/Sonntag, 7./8. November 2009

Eine Liebe zu
den Worten

Peter Pitsch schreibt über sein ruheloses Leben

VON SUSANNE KOBER
Bielefeld. Fehlstart. Kopfüber. Knast. Aufbruch. Italien. Entwurzelt. Revolution. Stille. Mit diesen Worten könnte man kurz das ungezähmte Leben von Peter Pitsch zusammenfassen. Er selbst hat ein ganzes Buch darüber geschrieben und so die Kapitelüberschriften seines autobiographischen Romans „Ins Ungewisse“ benannt.
Der gebürtige Herforder ist Lyriker, Schriftsteller, Maler, Model, Theater- und Filmschauspieler, Kinderbuchautor, Sprachkünstler. Er bezeichnet sich als unsteten Geist, der immer auf der Suche nach sich selbst ist. Diese Suche hat sein ganzes Leben geprägt, welches er auf 154 Seiten verdichtet hat.
„Ins Ungewisse“ schildert, trotz der wenigen Seiten, sehr präzise und authentisch die verschiedenen Etappen seines verworrenen Lebens. Zwischen dem ersten und zwölften Kapitel liegen etwa 28 Jahre. Dazwischen ist viel passiert. „In dem Buch sind die Stützpfeiler meiner Existenz zusammengefasst“, erzählt Pitsch. Folglich hat er nichts ausgelassen – auch nicht die unbequemen Zeiten seines Lebens, wie etwa seine Inhaftierung wegen Drogenschmuggels. Der Protagonist des Romans heißt Walter, der das reale Leben seines Schöpfers Schwarz auf Weiß abbildet. Dabei spielen ein paar Szenen auch in Bielefeld, wo der 46-Jährige einige Jahre gelebt hat. Dort wurde es ihm aber zu eng und so zog er nach Rom. Seit mehreren Jahren nun wohnt er etwas abgeschieden zusammen mit seiner dänischen Frau im ruhigen Dänemark. Ob er immer dort bleiben möchte? „Wahrscheinlich nicht“, antwortet er, während sein Blick in die Ferne schweift.
„Ins Ungewisse“, Tordenfjord Verlag 2009, 154 S. , 10 Euro
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Neue Westfälische Rezension.jpg
Zuletzt geändert von Peter-Pitsch am 22.02.2011, 21:28, insgesamt 1-mal geändert.

malschaun
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Re: Ins Ungewisse

von malschaun (27.11.2009, 08:07)
thumbbup Liest sich spannend. Viel Erfolg wünsch ich Dir.


Eine kleine Frage hätte ich da aber noch.
Bei Deinem Klappentext steht folgendes mit dabei:

Peter-Pitsch hat geschrieben:
...

Mit einer überragenden sprachlichen Brillianz erzählt Pitsch die Geschichte von Walter, dem Einzelgänger, die er nur allzu gut kennt - die temporeiche Suche nach einem tieferen Sinn beginnt mit einem doppeldeutigem Wort: Anschnallen!


Müsste da nicht generell dazu, WER sich so zu dem Buch geäußert hat? Ich lese das öfters so - also ohne Zitatangabe - vor allem bei Bod-Büchern. Das liest sich dann immer so, wie wenn der Autor sich selbst lobt, was ja ganz sicher nicht der Fall ist, aber sich für den Leser so anhört.

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Peter-Pitsch
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Re:

von Peter-Pitsch (27.11.2009, 14:49)
Hallo Malschaun!

Danke für den Zuspruch.

Müsste da nicht generell dazu, WER sich so zu dem Buch geäußert hat? Ich lese das öfters so - also ohne Zitatangabe - vor allem bei Bod-Büchern. Das liest sich dann immer so, wie wenn der Autor sich selbst lobt, was ja ganz sicher nicht der Fall ist, aber sich für den Leser so anhört.


Bei aller Bescheidenheit, natürlich bedarf es auch hinsichtlich einer Buchveröffentlichung eines zugkräftigen beziehungsweise werbewirksamen Aufmachers. Der Buchmarkt ist hart umkämpft - cirka 90.000 Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum pro Jahr. (Die alte Leier!)
Zu dem Klappentext meines Romans gehört eigentlich noch ein Zitat von Elfie Nadolny - Leiterin eines Internet-Forums und Herausgeberin diverser Anthologien.
Um nicht allzu selbstgefällig aufzutreten, hatte ich den betreffenden Satz seinerzeit, als ich mein Werk hier vorgestellt habe, außer Acht gelassen. Den Klappentext habe ich in Zusammenarbeit mit meinem Verleger erstellt. Der letzte Abschnitt, auf den sich deine Bemerkung bezieht, stammt von Michael Führer.

Gruß
Peter

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Noch eine Rezension

von Peter-Pitsch (07.01.2011, 19:17)
Westfalen-Blatt / Gütersloher Kultur

Flucht aus dem gottverlassenen Kaff

Peter Pitsch blickt im Roman "Ins Ungewisse" auf sein Leben zurück.

Nur wenige Jahre hat Peter Pitsch in Gütersloh gelebt, nachdem er mit seiner Familie aus Herford zugezogen war. Und vor allem ein Wunsch hat ihn mit der Dalkestadt verbunden: sie möglichst bald hinter sich zu lassen. Heute lebt der 47-Jährige als Autor in Dänemark. Den Weg dahin, der auch durch Drogensumpf und Knast führte, hat er in einem autobiografischen Roman verarbeitet.

1978 ist Peter Pitsch mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Avenwedde-Bahnhof gezogen, hat die Geschwister-Scholl-Realschule absolviert, eine Lehre als technischer Zeichner in einem Bielefelder Unternehmen angefangen, die durch die Pleite der Firma jäh beendet wurde. An diesem Punkt endet gleichsam das verhasste bürgerliche Leben, wie sein Vater Adolf Pitsch deutlich macht: "Peter war unstet, ruhelos, es zog ihn immer wieder weg." Erst Berlin, dann die Niederlande, später Italien und schließlich Dänemark. Er hat als Modell gearbeitet, als Schauspieler, Grafiker und als Autor von Gedichten, Kurzgeschichten und Romanen. Was wie eine Erfolgsgeschichte klingt, begann indes ganz unten.
In seinem autobiografischen Roman "Ins Ungewisse" ist es die Hauptfigur Walter, die die wichtigsten Etappen im Leben Peter Pitschs nachzeichnet. In einer Erzählung, die ihren depressiven, pessimistischen Grundton selten verlässt. Das Leben in Gütersloh ödet den anfangs 16-Jährigen an, das bürgerliche Reihenhaus der Eltern, das gottverlassene Kaff ist für Walter "der Nährboden für Fernweh, Weltschmerz und Selbstmitleid". Es sind die Normen, die ihn lähmen, die Ansprüche einer bürgerlichen Gesellschaft, die Erwartungen der Eltern. Aber die Flucht gelingt ihm zunächst nur ins Innere. Und in die Drogen.
Peter Pitsch ist ein genauer Beobachter, seine Beschreibungen sind intensiv, manschmal unerträglich detailliert. Auch wenn er nicht aus der Ich-Perspektive erzählt, ist die Beschreibung des Protagonisten Walter definitiv eine Betrachtung aus dem Inneren des Autors heraus. Besonders die Schilderungen des Drogenrausches und der Knasterfahrung zeugen von der Authentizität dieses Romans.
Als 20-Jähriger ist Walter von Holland aus mit dreieinhalb Kilo Haschisch unterwegs, verborgen hinter dem Reserverad. Die Kurierfahrt endet an der Grenze und für Walter im Knast. Nach einigen Monaten kommt er wieder frei, er lernt in Bielefeld eine Italienerin kennen und geht mit ihr nach Rom. Walter kommt per Zufall zur Schauspielerei, er spielt in Filmen und am Theater. Ob er damit glücklich wird, dass lässt die Erzählung offen. Denn es sind weniger die Höhen als vor allem die Tiefen in Walters Leben, die Peter Pitsch beschreibt. Walters Beziehung scheitert, er erlebt Zeiten der Armut. Und wieder lernt er eine Frau kennen, eine Dänin. Und auch ihr folgt er, er verlässt Rom nach gut fünf Jahren und geht nach Dänemark. "Wieder ein Neubeginn", schreibt Pitsch, und es deutet sich an, dass Walter sesshaft wird und so etwas wie eine bürgerliche Existenz aufbaut - trotz seiner nicht endenden Kritik am Spießertum seiner Mitmenschen. Ob Walter am Ende zufrieden ist, lässt Peter Pitsch offen.
"Ins Ungewisse" ist die Erzählung einer Suche nach sich selbst. Weniger eine Gesellschaftskritik als eine Beschreibung der eigenen Unzufriedenheit, der Halt- und Orientierungslosigkeit, vielleicht auch eine Abrechnung mit dem bürgerlichen Umfeld. Die Wandlung des Protagonisten vom arbeitslosen Junkie und Häftling zum - wenn auch nur mittelmäßigen - Schauspieler wirkt auf den ersten Blick kitschig und unglaubwürdig, würde sie nicht auf den Lebenserinnerungen des Autors beruhen. Und so hat Peter Pitsch in Romanform eine zumindest ungewöhnliche Biografie vorgelegt.
"Ins Ungewisse" ist im Tordenfjord-Verlag erschienen und kostet zehn Euro. Der Verlag hat bereits sein Buch "Das Kuckucksei-Syndrom" herausgebracht.

Von Peter Bollig
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Zeitungsartikel - Ins Ungewisse.jpg


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Peter-Pitsch
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Wohnort: Dänemark

Re:

von Peter-Pitsch (24.02.2011, 21:44)
Vielen Dank, Sarah! thumbbup

Der portugiesische Schriftsteller und Günter Grass Biograf Miguel Oliveira hat mir ebenfalls eine kleine Rezension zukommen lassen. Auch dafür besten Dank!


"Man mag bestimmten autobiographischen Schriften vorwerfen, dass sie geschrieben werden, um den Autor zu beweihräuchern oder um mit Widersachern abzurechnen. Diesen Vorwurf kann man Peter Pitschs autobiographischen Roman nicht machen, der intelligenterweise ´Ins Ungewisse´ heißt. Anhand seiner quasi-autobiographischen Figur, Walter, rekonstruiert Pitsch einen Lebensweg, der nicht ganz einfach, nicht schön, nicht glücklich gewesen ist. Gnadenlos ehrlich spricht Walter über die geplatzten Zukunftspläne, die seine Eltern für ihn schmiedeten, deren Enttäuschung über den Sohn, der an die falschen Freunde geraten ist, der dem Drogenmissbrauch verfällt, verhaftet wird, und einen Neustart in Italien versucht. Dass Walter dort scheitert, ist nicht unbedingt sein Verschulden; Walter scheitert an der sozialen Wirklichkeit … Dann findet Walter eine Freundin, ein neues Zuhause in Dänemark und sein Talent zu schreiben. Sollte Walter seine Bücher so gekonnt verfassen wie Peter Pitsch, so muss der Leser nicht länger um ihn bangen; er hat seinen Lebensweg gefunden, seinen Part in der Welt, und mit mir einen neuen Leser!"

Autor: Miguel Oliveira

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