Täuschungsmanöver Atomausstieg?

Präsentiert euren Reiseführer, Bildband, euer Koch- oder Lehrbuch, eure Biografie oder Monografie.


chachaturian
Beiträge: 237
Registriert: 16.09.2007, 12:44

Re:

von chachaturian (11.06.2010, 14:33)
Jetzt wird das Thema ja noch mal richtig spannend, weil Schwarz-Gelb gerne die Laufzeiten verlängern will. Die Konservativen sind einfach nicht lernfähig. Wenigstens die uralten unsicheren Anlagen sollte man sofort vom Netz nehmen, die sind einfach ein Sicherheitsrisiko.

Benutzeravatar
Artus
Beiträge: 320
Registriert: 18.05.2010, 00:38
Wohnort: 743 Evergreen Terrace

Re:

von Artus (12.06.2010, 01:05)
Wenn Schwarz-Gelb so weitermacht, werden wohl die bald "vom Netz genommen"... cheezygrin

Umstürzlerische Grüße
Artus

Benutzeravatar
Punani
Beiträge: 99
Registriert: 10.01.2010, 12:35

Re:

von Punani (24.02.2011, 00:34)
Hab mal im Forum quergelesen und diesen alten Thread gefunden. Die Laufzeiten sind inzwischen verlängert worden und schwarz-gelb wieder im Aufwärtstrend.

chachaturian hat es schon richtig angesprochen. Es gibt keinen echten Wettbewerb auf dem Strommarkt in Deutschland, weil 4 große Konzerne den Markt quasi unter sich aufgeteilt haben. Es sind RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW. Für sie gibt es immer Argumente, warum der Preis steigen muß. Gerne schieben sie den Schwarzen Peter den erneuerbaren Energien zu. Dabei sind gerade sie für den Verbraucher mittelfristig günstiger und langfristig erst recht.

chachaturian
Beiträge: 237
Registriert: 16.09.2007, 12:44

Re:

von chachaturian (27.02.2011, 13:11)
Ja, zum Beispiel seinen Strom von Naturstrom zu beziehen, ist eine wirkungsvolle Maßnahme seinen Haushalt sofort auf 100% erneuerbare Energien umzustellen. In vielen Versorgungsgebieten ist Naturstrom auf jeden Fall preiswerter wie einer von den 4 Abzockermonopolen. Schon deshalb lohnt es sich über einen Wechsel nachzudenken.

www.naturstrom.de

Ich hoffe, das Schwarz-Gelb möglichst bald von der politischen Bühne verschwindet. Zumindest energiepolitisch wird Rot-Grün besser sein. Leider sind sie in der Sozialpolitik ähnlich destruktiv wie die Schwarzen. Harzt IV läßt grüßen. Insofern ist die Linke ein wichtiges Korrektiv.

Benutzeravatar
Gerhard Schulz
Beiträge: 266
Registriert: 21.06.2009, 03:59
Wohnort: Münster

Re:

von Gerhard Schulz (27.02.2011, 13:53)
Punani hat geschrieben:
Hab mal im Forum quergelesen und diesen alten Thread gefunden. Die Laufzeiten sind inzwischen verlängert worden und schwarz-gelb wieder im Aufwärtstrend.

chachaturian hat es schon richtig angesprochen. Es gibt keinen echten Wettbewerb auf dem Strommarkt in Deutschland, weil 4 große Konzerne den Markt quasi unter sich aufgeteilt haben. Es sind RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW. Für sie gibt es immer Argumente, warum der Preis steigen muß. Gerne schieben sie den Schwarzen Peter den erneuerbaren Energien zu. Dabei sind gerade sie für den Verbraucher mittelfristig günstiger und langfristig erst recht.

ja, es ist unglaublich, mit welchen Argumenten die Verbraucher immer stärker zur Ader gelassen werden, und die Gewinne der Monopolisten ins Unermeßliche steigen.
"Ob Du König oder Musikgott bist, krank oder gesund, ist für deine Bilanz als Menschenkind nicht entscheidend. Diese interessiert nur die Impulse der Liebe, die du setztest, und die Barmherzigkeit, die du lebtest."

chachaturian
Beiträge: 237
Registriert: 16.09.2007, 12:44

Re:

von chachaturian (14.03.2011, 00:44)
Jetzt droht es wieder mal zu klappen. Diesmal gleich im Dreierpack. Solange die Gefahr nicht gebannt ist, daß einer der Reaktoren hoch geht, sollten Sie mindestestens die Kinder und junge Bevölkerung Richtung Süden schaffen. Und das schnell. Das wäre ein Gebot der Stunde für Japan. Ein Radius von 400 Kilometern ist im Grunde genommen besonders riskant. Wenn es zum Super-GAU kommen sollte, wäre das für dieses Gebiet viel riskanter wie in Tschernobyl, weil das Inventar nicht weltweit verstreut würde, sondern sich in diesem Bereich sich konzentrieren würde. Erdbeben, Tsunami und Reaktorunglück. In der Haut der politisch Verantwortlichen möchte ich da nicht stecken.

Unsere Atomprinzessin erzählt was von neuen Gefahrenlagen. Ich weiß nicht, ob Umweltminister Röttgen gepennt hat als Forsmark 7 Minuten vor der Kernschmelze gestanden hat in Schweden. Es kann doch nicht sein, daß wenn der Strom weg ist und der Notstrom nicht funktioniert oder bei der Wasserversorgung was klemmt, jedesmal die Gefahr droht, daß mein sein halbes Land atomar verstrahlt.

Als erstes müssen die alten Schrottmailer in Deutschland vom Netz! Und das nicht in zehn Jahren, sondern sofort. Wir haben große Überkapazitäten beim Strom. Im zweiten Schritt müssen dann auch die anderen Mailer vom Netz. In 10 Jahren wurden 17% erneuerbare Stromkapazitäten aufgebaut. Das geht auch schneller. Aber die CDU hatte ja nichts besseres zu tun als die Vorrangeinspeisung für erneuerbaren Strom aufzuheben und Hermesbürgschaften für den Export von Atomtechnologie wieder einzuführen.

http://www.umweltdebatte.de/anti-atom-seite-buch.htm

julia07
Beiträge: 2315
Registriert: 22.05.2007, 17:23
Wohnort: 87700 Memmingen

Re:

von julia07 (14.03.2011, 07:01)
chachaturian hat geschrieben:
... Ich weiß nicht, ob Umweltminister Röttgen gepennt hat als Forsmark 7 Minuten vor der Kernschmelze gestanden hat in Schweden. Es kann doch nicht sein, daß wenn der Strom weg ist und der Notstrom nicht funktioniert oder bei der Wasserversorgung was klemmt, jedesmal die Gefahr droht, daß mein sein halbes Land atomar verstrahlt.

Du weißt doch wie Politik funktioniert; die wahren Fädenzieher findest Du in der Wirtschaft, denen unsere politischen Köpfe, egal welcher Couleur, verpflichtet sind.

Ich weiß noch wie heute, als Three Mile Island "passiert" ist. Damals waren weder ein korrupter sozialistischer Staat, noch ein Kurzschluß wie in Forsmark, noch ein Erdbeben oder Tsunami daran Schuld, dass eine Kernschmelze sogar in Gang gekommen war, sondern reine menschliche Schlamperei! Wobei in Japan noch lange nicht geklärt ist, inwieweit hier auch noch menschliches Versagen zum Tragen kommt.
Jetzt kommt hoffentlich keiner auf die Idee einzuwerfen, so etwas könne bei uns nicht passieren. Wer nach Harrisburg, Tschernobyl, Forsmark und nun Fukushima immer noch glaubt, es handle sich dabei jeweils um "ganz seltene Jahrtausendereignisse", möge noch mal nachrechnen.

Tatsache ist, dass Kernkraft erstens nie so beherrschbar sein wird, wie man das dem Volk so gerne Glauben machen will, und zweitens ist nach wie vor (weltweit!) die Frage der Endlagergung nicht geklärt. Letzteres ist für mich besonders verwerflich, denn nicht wir baden das einmal aus, sondern unsere Kinder und Kindeskinder.

Julia

Benutzeravatar
Punani
Beiträge: 99
Registriert: 10.01.2010, 12:35

Re:

von Punani (14.03.2011, 11:06)
Die Frau Hosenanzug mit der Betonfrisur von der CDU kann gar nicht anders. Die Atomindustrie hat sie anscheinend völlig in der Hand. Ich denke hier bis auf ihre Zeit als Umweltministerin unter der dicken Birne Kohl zurück. Zu dieser Zeit konnte die Atomindustrie mit ihrem Segen unkontrolliert ihre radioaktiven Abfälle in Asse entsorgen.

Selbst das Gutachten für das Energiekonzept zur Laufzeitverlängerung im Jahr 2010 hat die Regierung nach eigenem Gutdünken interpretiert.
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/k ... egutachten

houdini
Beiträge: 167
Registriert: 12.02.2008, 12:04

Re:

von houdini (14.03.2011, 11:14)
Das Problem ist ja, dass es vom Standpunkt der Sicherheit völlig egal ist, ob wir hier Aotmkraftwerke haben oder nicht. Selbst wenn in Deutschland kein Einziges mehr vorhanden wäre- wir sind ja umzingelt. Polen, Schweiz ect

Benutzeravatar
Punani
Beiträge: 99
Registriert: 10.01.2010, 12:35

Re:

von Punani (14.03.2011, 11:40)
Den Aspekt kenne ich, aber ich sehe ihn weniger fatalistisch. Hätten wir in D keine Kernkraftwerke mehr und dafür attraktive, alternative und günstigere Lösungen, dann könnte das auch für die Nachbarländer interessant werden. Noch immer wird durch den Bau, den Betrieb und die Demontage eines Kernkraftwerkes sehr viel Geld gebunden und er bringt relativ wenig Arbeitsplätze ein.

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5951
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re:

von Siegfried (14.03.2011, 12:59)
chachaturian hat geschrieben:
Es kann doch nicht sein, daß wenn der Strom weg ist und der Notstrom nicht funktioniert oder bei der Wasserversorgung was klemmt, jedesmal die Gefahr droht, daß mein sein halbes Land atomar verstrahlt.


Natürlich kann das sein! :twisted:

Es war in den Tagesnachrichten nur eine kleine Meldung - aber eine sehr bezeichnende:

Vor ein paar Tagen gab es in der Nähe des Reichstagsgebäudes Bauarbeiten. Dabei hat man aus Versehen ein paar Stromkabel durchgerissen. Die Folge war, dass im Reichstagsgebäude nichts mehr ging. Stundenlang. Strom weg, und der Staat steht still. Notstromversorgung???

Ich stelle mir vor, so etwas passiert in einer Krisensituation, wo alle möglichen Politiker heranzitiert werden, um eine schnelle Entscheidung herbeizuführen - und dann kappt jemand draußen mal eben die Stromleitung. Die Naivität der Politiker ist kaum zu überbieten ...

Halt! Doch ... da gibt es noch etwas, wo die Damen und Herren Politiker wieder einmal ihre grenzenlose Einfalt bewiesen haben:

In Libyen tobt der Bürgerkrieg. Die Rebellen werden derzeit von Gaddafi nach Gutsherrenart zusammengeschossen. Deshalb bitten sie seit Tagen um Unterstützung. Um Luftsperre, um Luftschläge, demnächst vermutlich sogar um Bodentruppen. Natürlich ist das für den Westen riskant. Aber welches naive Signal sendet man mit dem Zögern und Zaudern aus? Ihr, liebe Despoten in Nordafrika und Arabien, dürft euer Volk zusammenschießen, wie ihr wollt. Von uns habt ihr nichts zu befürchten! Diese Geste haben die Herrscher im Jemen, in Bahrain und in Saudi-Arabien sehr gut verstanden. Um Einstein zu ändern: Das Universum ist nicht unendlich - bei der Naivität der Politiker, was Atomkraft und Demokratieverständnis angeht, bin ich mir da nicht so sicher.

Ach ja ... Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, dass die Sicherheitssprüche der deutschen AKW-Betreiber sich in nichts von denen in Japan unterscheiden?

Unsere Atomkraftwerke sind absolut sicher - es kann nichts passieren. Und es bestand trotz des Zwischenfalls zu keiner Zeit Gefahr für die Bevölkerung.

Warum wohnen eigentlich so wenige Politiker mit ihren Familien im unmittelbaren Umkreis um ein AKW?
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

chachaturian
Beiträge: 237
Registriert: 16.09.2007, 12:44

Re:

von chachaturian (15.03.2011, 18:07)
Ich weise darauf hin, daß Polen keine AKW bisher betreibt. Die Pläne für einen Neubau bei Danzig oder Schwedt werden vermutlich nach diesem Wochenende Makulatur sein. Bei Kaliningrad wäre dann noch ein Risiko. Da plant Russland. 500 Kilometer bis MV. Die AKW in Tschechien wären schon sehr viel risikohafter. Frankreich ist natürlich von diesem Atomscheiß geradezu gespickt und wir haben häufig Westwind. Ich denke, wenn alle Deutschen AKW vom Netz kommen, dann ist das erstmal ein erheblicher Sicherheitsgewinn. Ich gehe davon aus, daß es in den nächsten Jahren zum großen Abschalten kommt. Da werden insbesondere Reaktoren betroffen sein, die man für zu alt und risikohaft hält. Für die Japaner kann man nur noch beten. Es müßte im Umkreis von 400 Kilometern evakuiert werden. Und wenn man mit den Kindern beginnt. Natürlich ist es schiwerig 40-50 Millionen zu evakuieren. Im Fall einer großen Kernexplosion, wäre es das was dingend nötig ist. Hätte man am sonnabend damit begonnen, wäre man jetzt schon weiter.

www.umweltdebatte.de

chachaturian
Beiträge: 237
Registriert: 16.09.2007, 12:44

Re:

von chachaturian (23.05.2011, 22:47)
Die CSU will bis 2022 mit dem Atomausstieg warten. 10 Jahre sollen die atomaren Zeitbomben jetzt noch laufen. Ich glaube Schwarz-Gelb lernt es nie. Dafür wird wohl die Restlaufzeit von Angela Merkel 2013 zuende sein ...

Mein letzter Presseartikel:
http://www.neues-deutschland.de/artikel ... hland.html

Benutzeravatar
Mario Morgner
Beiträge: 28
Registriert: 28.05.2011, 19:21
Wohnort: Rodewisch

Re:

von Mario Morgner (02.06.2011, 16:23)
Na ja, vielleicht sollte alles etwas nüchterner betrachtet und sich eine eigene Meinung gebildet werden.
Die Technologie unserer AKWs ist 40 und mehr Jahre alt. Das Zeug muss weg - keine Frage. Das Problem ist, dass diese Werke einer Gelddruckmaschine gleichkommen. Die Lobby von Befürwortern und Gegnern ist allerdings zu polarisiert. Mann sollte die Wissenschaft zu Worte kommen lassen.
Leider hat sich Deutschland aus der technologischen Entwicklung der Atomkraft weitestgehend zurückgezogen. Schweden, selbst Indien ist weiter. Neue Reaktoren der 4. Generation werden dort gebaut (bei uns laufen die der 2. Generation noch), in Indien sogar ein Thorium-Hochtemperaturreaktor. Es gibt neue Technologien bei diesen AKWs. Bei Störfällen werden sie zum Beispiel automatisch, auf physikalischem Weg und ohne Eingriff von Mensch oder Computer, abgeschaltet. Notstrom und Notkühlung entfällt.
Die Widernutzung abgebrannter Kernstäbe ist in Holland ein großes Thema. Ein Forschungskraftwerk, welches abgebrannte Kernstäbe nutzt, ist dort im Entstehen. Atomaren Restmüll, so wie er heute anfällt, gibt es da nicht. Sollte die Entwicklung so weiter gehen, könnten die Atommülllager zu einer begehrten Rohstoffquelle werden.
Vielleicht sind das alles Gründe, warum man außerhalb Deutschlands die Zukunft des Atomstroms anders bewertet und wir sogar belächelt werden. Verständlich, wenn ein Hochtechnologieland freiwillig das Feld räumt.
Grüße Mario

Der beste Autor wird der sein, welcher sich schämt, Schriftsteller zu sein.
Friedrich Nietzsche (1844-1900)

http://www.bod.de/index.php?id=1132&objk_id=518960
www.presse-morgner.de

Benutzeravatar
MichaelHA
Beiträge: 2708
Registriert: 06.05.2010, 20:46
Wohnort: Köln

...

von MichaelHA (02.06.2011, 16:44)
Mario Morgner hat geschrieben:
Sollte die Entwicklung so weiter gehen, könnten die Atommülllager zu einer begehrten Rohstoffquelle werden.
Vielleicht sind das alles Gründe, warum man außerhalb Deutschlands die Zukunft des Atomstroms anders bewertet und wir sogar belächelt werden. Verständlich, wenn ein Hochtechnologieland freiwillig das Feld räumt.


Diese tendenziösen, durch nichts gedeckten Aussagen sind angesichts der Katastrophe von Fukushima eine Ungeheuerlichkeit. Nicht nur Deutschland, sondern auch die Schweiz steigt aus der Atomkraftnutzung aus. Die Österreicher können diese Vörgänge nur belächeln, denn sie haben bereits vor Inbetriebnahme des ersten dortigen Atomreaktors (Zwentendorf) über einen Volksentscheid dafür gesorgt, dass Österreich atomkraftfrei bleibt. Gibt es in Österreich aber Energieknappheit? Wohl kaum.
Schon daher sind diese Aussagen nichts anderes als billige Polemik.


Beste Grüße

MichaelHA

Zurück zu „Buchvorstellung: Ratgeber, Sach- und Fachliteratur“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.