Kapitalismus oder Leistungsgesellschaft

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Großstadtpoet
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Re:

von Großstadtpoet (02.03.2011, 15:57)
So, ich habe mir das Buch nun bestellt; es ist ja kein sehr teures Werk. Bin schon sehr gespannt auf den Inhalt. Entfernt habe ich mich selbst vor Jahren mal über einen längeren Zeitraum mit so einer Thematik beschäftigt und mit einer norddeutschlandweit agierenden Expertengruppe eine kleine (344 Seiten) Arbeitshilfensammlung zur Wirtschaftsethik herausgegeben (http://www.bod.de/index.php?id=296&objk_id=139131). Jenes Buch ist zwar für die Bildungsarbeit gedacht und enthält deshalb (auch) pädagogische Materialien zum Thema, ist aber trotzdem sehr ausgiebig mit Sachinformationstexten zur Thematik bestückt. Vielleicht interessiert es den ein oder anderen hier, der an Wolf-Geros Buch Gefallen gefunden hat.

Gruß...

PS: Sobald ich das Werk gelesen habe, werde ich selbstverständlich ein paar Zeilen dazu verfassen...

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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (04.03.2011, 00:00)
Großstadtpoet hat geschrieben:
So, ich habe mir das Buch nun bestellt; es ist ja kein sehr teures Werk. Bin schon sehr gespannt auf den Inhalt. Entfernt habe ich mich selbst vor Jahren mal über einen längeren Zeitraum mit so einer Thematik beschäftigt und mit einer norddeutschlandweit agierenden Expertengruppe eine kleine (344 Seiten) Arbeitshilfensammlung zur Wirtschaftsethik herausgegeben (http://www.bod.de/index.php?id=296&objk_id=139131). Jenes Buch ist zwar für die Bildungsarbeit gedacht und enthält deshalb (auch) pädagogische Materialien zum Thema, ist aber trotzdem sehr ausgiebig mit Sachinformationstexten zur Thematik bestückt. Vielleicht interessiert es den ein oder anderen hier, der an Wolf-Geros Buch Gefallen gefunden hat.

Gruß...

PS: Sobald ich das Werk gelesen habe, werde ich selbstverständlich ein paar Zeilen dazu verfassen...



Hallo Großstadtpoet!

Großstadtpoet hat geschrieben:
PS: Sobald ich das Werk gelesen habe, werde ich selbstverständlich ein paar Zeilen dazu verfassen...


Ich bin schon sehr gespannt.

Viele Grüße
Wolf-Gero
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MichaelHA
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...

von MichaelHA (04.03.2011, 06:20)
Ich kann all jenen, welche sich über Kapitalismus und Leistungsgerechtigkeit Gedanken machen, nur raten, sich auch einmal mit Rudolf Steiners Sozialer Dreigliederung vertraut zu machen.

Diese löst den Konflikt zwischen Kapitalismus und Leistungsgesellschaft weitgehend, wie ich am Beispiel der Kapitalneutralisierung dargestellt habe
( http://www.books.google.de/books?isbn=3839130328 ).

Darüber hinaus gibt Rudolf Steiners Sozialimpuls gerade den Fähigen und Leistungswilligen damit eine besondere Chance, als dass diesen treuhänderisch die jeweilige Unternehmensleitung anvertraut wird. Voraussetzung dafür ist wiederum die Kapitalneutralisierung.

Beste Grüße

MichaelHA

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wgbajohr
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Re: ...

von wgbajohr (04.03.2011, 07:22)
MichaelHA hat geschrieben:
Ich kann all jenen, welche sich über Kapitalismus und Leistungsgerechtigkeit Gedanken machen, nur raten, sich auch einmal mit Rudolf Steiners Sozialer Dreigliederung vertraut zu machen.

Diese löst den Konflikt zwischen Kapitalismus und Leistungsgesellschaft weitgehend, wie ich am Beispiel der Kapitalneutralisierung dargestellt habe
( http://www.books.google.de/books?isbn=3839130328 ).

Darüber hinaus gibt Rudolf Steiners Sozialimpuls gerade den Fähigen und Leistungswilligen damit eine besondere Chance, als dass diesen treuhänderisch die jeweilige Unternehmensleitung anvertraut wird. Voraussetzung dafür ist wiederum die Kapitalneutralisierung.

Beste Grüße

MichaelHA




Der entscheidende Begriff scheint die Kapitalneutralisierung zu sein. Vielleicht lässt sich ja in wenigen Worten erklären, was dahinter steckt.

Viele Grüße
Wolf-Gero
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MichaelHA
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...

von MichaelHA (04.03.2011, 08:23)
Aus dem Vorwort:

Mit der Neutralisierung des Kapitals soll im Grunde das gesellschaftlich
vorherrschende Nutzungsmuster des Kapitals entkräftet werden; den
individuellen Genusserwartungen des Kapitaleigentümers soll ein Schnippchen geschlagen werden. Die Folge: „Das Kapital gehört sozusagen sich selbst.“
Allerdings gelingt eine solche Reform auch nur dann, wenn eine Idee aus einem Guss dahintersteht. Solch eine Idee stellt eindeutig die ‚Dreigliederung des sozialen Organismus’ dar.


Beste Grüße

MichaelHA

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wgbajohr
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Re: ...

von wgbajohr (05.03.2011, 02:02)
MichaelHA hat geschrieben:
Aus dem Vorwort:

Mit der Neutralisierung des Kapitals soll im Grunde das gesellschaftlich
vorherrschende Nutzungsmuster des Kapitals entkräftet werden; den
individuellen Genusserwartungen des Kapitaleigentümers soll ein Schnippchen geschlagen werden. Die Folge: „Das Kapital gehört sozusagen sich selbst.“
Allerdings gelingt eine solche Reform auch nur dann, wenn eine Idee aus einem Guss dahintersteht. Solch eine Idee stellt eindeutig die ‚Dreigliederung des sozialen Organismus’ dar.


Beste Grüße

MichaelHA




Danke!
Ich werde das einmal im Hinterkopf behalten.

Viele Grüße
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...

von MichaelHA (05.03.2011, 10:15)
wgbajohr hat geschrieben:
Danke!
Ich werde das einmal im Hinterkopf behalten.



Lieber Wolf-Gero,

hier noch ein Leserbrief zu einem verwandten Thema:

Gemeingüter reprivatisieren

betr.: "Unser Haus, unser Bahnhof, unser Wasser", taz v. 13. 11. 10

Der Kunstgriff des Kapitals bestand schon immer darin, sich aller Güter zu bemächtigen, auch der "Gemeingüter", was ihm angesichts öffentlicher Armut ("Politik der leeren Kassen") und privaten Reichtums ("Kapitalstau") denn auch sehr leicht gemacht wurde. In früheren Zeiten gab es im germanisch-keltischen Herrschaftsgebiet die "Allmende", eine von allen gleichermaßen nutzbare Ressource, die keinen Eigentümer kannte. Insbesondere bei der Bewirtschaftung von Grund und Boden spielte die "Allmende" eine bedeutsame Rolle, worauf u. a. auch Prof. Binswanger, Mitte der 80er Jahre, den Fokus der Aufmerksamkeit zu lenken verstand. Das römische Eigentumsrecht verdrängte die "Allmende" jedoch genau so konsequent, wie nun der nahezu allein herrschende Spätkapitalismus sich die letzten freien Güter, eben "Gemeingüter", einzuverleiben versteht. Der einzige Ausweg aus dieser Sackgasse ist die Wiederbelebung gemeinschaftlichen Eigentums, etwa durch genossenschaftliche Organisationsformen oder durch eine konsequente "Kapitalneutralisierung", wie sie u. a. bei Prof. Ota Sik und Prof. Folkert Wilken beschrieben wurde und im anthroposophischen Umfeld schon seit längerem konsequent umgesetzt wird. MICHAEL HEINEN-ANDERS, Köln

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv ... 94010486cd


Beste Grüße

MichaelHA

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wgbajohr
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Re: ...

von wgbajohr (05.03.2011, 10:54)
MichaelHA hat geschrieben:
wgbajohr hat geschrieben:
Danke!
Ich werde das einmal im Hinterkopf behalten.



Lieber Wolf-Gero,

hier noch ein Leserbrief zu einem verwandten Thema:

Gemeingüter reprivatisieren

betr.: "Unser Haus, unser Bahnhof, unser Wasser", taz v. 13. 11. 10

Der Kunstgriff des Kapitals bestand schon immer darin, sich aller Güter zu bemächtigen, auch der "Gemeingüter", was ihm angesichts öffentlicher Armut ("Politik der leeren Kassen") und privaten Reichtums ("Kapitalstau") denn auch sehr leicht gemacht wurde. In früheren Zeiten gab es im germanisch-keltischen Herrschaftsgebiet die "Allmende", eine von allen gleichermaßen nutzbare Ressource, die keinen Eigentümer kannte. Insbesondere bei der Bewirtschaftung von Grund und Boden spielte die "Allmende" eine bedeutsame Rolle, worauf u. a. auch Prof. Binswanger, Mitte der 80er Jahre, den Fokus der Aufmerksamkeit zu lenken verstand. Das römische Eigentumsrecht verdrängte die "Allmende" jedoch genau so konsequent, wie nun der nahezu allein herrschende Spätkapitalismus sich die letzten freien Güter, eben "Gemeingüter", einzuverleiben versteht. Der einzige Ausweg aus dieser Sackgasse ist die Wiederbelebung gemeinschaftlichen Eigentums, etwa durch genossenschaftliche Organisationsformen oder durch eine konsequente "Kapitalneutralisierung", wie sie u. a. bei Prof. Ota Sik und Prof. Folkert Wilken beschrieben wurde und im anthroposophischen Umfeld schon seit längerem konsequent umgesetzt wird. MICHAEL HEINEN-ANDERS, Köln

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv ... 94010486cd


Beste Grüße

MichaelHA



Lieber Michael!

Dem Diebstahl von Eigentum der Allgemeinheit habe ich einige Zeilen in dem Buch "Ein Weg in die Leistungsgesellschaft mit mehr Gerechtigkeit" gewidmet. Das Erschreckende daran ist, dass wir zumindest in Deutschland sehr viele Menschen haben, die auf gestohlenem Land sitzen und es für ihr persönliches Eigentum halten, obwohl man eigentlich kein Eigentumsrecht an Diebesgut erwerben kann.


"Für gewöhnlich gilt jemand als rechtmäßiger Eigentümer einer Sache, wenn er sie entweder selbst hergestellt oder vom vorherigen rechtmäßigen Eigentümer rechtmäßig erworben oder als Geschenk erhalten hat. Mag die Kette rechtmäßiger Eigentümer auch noch so weit zurückreichen, am Anfang muss stets ein Herstellungsprozess stehen. Auf Grund und Boden übertragen, stellt uns dieser Zusammenhang vor die Frage, wer das Land hergestellt hat. Schließlich kann doch nur er zu Recht beanspruchen, der erste rechtmäßige Eigentümer zu sein. Sofern wir uns nicht auf mythische Überlieferungen berufen und Land als Geschenk einer Schöpfergottheit an bestimmte Völker oder sogar an einzelne Personen betrachten, müssen wir davon ausgehen, dass ursprünglich niemand rechtmäßiger Eigentümer des Grund und Bodens sein konnte, dass vielmehr die Gesamtheit allen Lebens als Besitzer zu gelten hatte. Dessen ungeachtet betrachten sich heute nicht nur Völker als rechtmäßige Eigentümer ihrer Staatsgebiete, auch viele Einzelpersonen halten den Anspruch auf Eigentum an dem mit ihrem Haus bebauten Grundstück für gerechtfertigt. Was ist geschehen? – Irgendwann in der Vergangenheit eigneten sich Menschen unrechtmäßig Land an, beraubten die Allgemeinheit dieses Landes, sie privatisierten es – um ein Fremdwort zu verwenden, dessen Ursprung die lateinische Übersetzung von berauben ist."


Viele Grüße
Wolf-Gero
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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (06.03.2011, 05:11)
Lieber Michael!

Die Rückführung von Grund und Boden in Allgemeineigentum ließe sich sehr leicht durchführen. Angebliches Eigentumsland wird in Pachtland umgewandelt. Wurde das Land mit einem Haus besetzt, darf der bisherige Eigentümer und zukünftige Pächter bis zum Ende seiner Tage im Haus bleiben Es wird aber kein Land mehr vererbt.

Viele Grüße
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SandraR
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Re:

von SandraR (06.03.2011, 06:26)
Wolf das kommt mir bekannt vor! Gefährlicher geht es nicht. Den sollte jemand anderem das Land gefallen auf dem die Oma Meier seit 60 Jahren wohnt, wo sie Obstbäume und Tannen gepflanzt hat, dann geht der zu seinem Kumpel in der Verwaltung und lädt ihn auf einen Kaffee ein.
Da entwickelt sich dann folgender Dialog:
"Du, die alte Oma Meier mit ihren 80 ist ja nicht mehr sonderlich rüstig, vielleicht sollte man ihr eine andere Bleibe als dieses Haus beschaffen" und die Oma Meier bekommt dann einen Brief vom Amt wo ihr mitgeteilt wird, dass sie umgesiedelt wird. Da Ihr weder Haus noch Land gehört kann sie sich dagegen auch nicht wehren. Zur Not wird das Haus als Baufällig in der Verwaltung geführt, dafür reicht eine Komission.
Und Tschüss Oma Meier, pech gehabt, jemandem gefallen deine Bäume und das Haus wird er einfach neu bauen! Das sind reale Vorgänge überall dort wo eine alte Frau zu doof war ihr Grundstück mit Haus zu privatisieren, es aber jemand anderem gefällt. Den hat die Dame eben nicht privatisiert gehört das ganze noch immer der Gemeinde.
Zudem würde sich jemand an meinem Grund und Boden vergreifen oder denken er könnte es verstaatlichen, was denkst Du was ich mit dem tue? Man würde es mir vermutlich trotzdem weg nehmen, wäre dann aber schon egal weil ich vorher ein paar Erschieße und die dann mich erschießen.
Wirklich eine tolle Idee, nicht neu und nicht praktikabel. Solche Ideen kommen nur Leuten, die entweder kein Eigentum besitzen oder es auf pump erstanden haben und es gehört sowieso nicht ihnen sondern der Bank.
Dein Vorschlag ist übersetzt, den Leuten ihre Alterssicherheit weg nehmen (da können sie ja mietfrei leben bis an ihr Ende) und den realen Sozialismus einführen! Alte Rezepte funktionieren nicht, dies gilt aber für alle politischen Ideen die schon ausprobiert wurden.
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

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MichaelHA
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...

von MichaelHA (06.03.2011, 10:20)
wgbajohr hat geschrieben:
Es wird aber kein Land mehr vererbt.


Das gleiche - die Unterbindung des automatischen Erbrechtes - geschieht auch bei der Kapitalneutralisierung. Nur betrifft es nicht (nur) Grund und Boden, sondern (auch) das Eigentum an Produktionsmitteln.

Dieses wird übrigens nicht sozialisiert - also gehört nicht dem Staat, sondern gewissermaßen sich selbst.

Als Beispiel wie so etwas praktisch funktionieren könnte, nur folgende reale Anregung: Der Alleininhaber der dm-Kette hat sein Eigentum auf eine Stiftung übertragen. Die potentiellen Erben gehen leer aus. Die Unternehmensleitung geht jeweils an einen Fähigen über, der von der Stiftung kontrolliert wird. Weder Mitarbeiter noch Vorstand - noch der Staat -besitzen einen Anteil am Unternehmen.

Beste Grüße

MichaelHA

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wgbajohr
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Re:

von wgbajohr (06.03.2011, 10:40)
SandraR hat geschrieben:
Wolf das kommt mir bekannt vor! Gefährlicher geht es nicht. Den sollte jemand anderem das Land gefallen auf dem die Oma Meier seit 60 Jahren wohnt, wo sie Obstbäume und Tannen gepflanzt hat, dann geht der zu seinem Kumpel in der Verwaltung und lädt ihn auf einen Kaffee ein.
Da entwickelt sich dann folgender Dialog:
"Du, die alte Oma Meier mit ihren 80 ist ja nicht mehr sonderlich rüstig, vielleicht sollte man ihr eine andere Bleibe als dieses Haus beschaffen" und die Oma Meier bekommt dann einen Brief vom Amt wo ihr mitgeteilt wird, dass sie umgesiedelt wird. Da Ihr weder Haus noch Land gehört kann sie sich dagegen auch nicht wehren. Zur Not wird das Haus als Baufällig in der Verwaltung geführt, dafür reicht eine Komission.
Und Tschüss Oma Meier, pech gehabt, jemandem gefallen deine Bäume und das Haus wird er einfach neu bauen! Das sind reale Vorgänge überall dort wo eine alte Frau zu doof war ihr Grundstück mit Haus zu privatisieren, es aber jemand anderem gefällt. Den hat die Dame eben nicht privatisiert gehört das ganze noch immer der Gemeinde.
Zudem würde sich jemand an meinem Grund und Boden vergreifen oder denken er könnte es verstaatlichen, was denkst Du was ich mit dem tue? Man würde es mir vermutlich trotzdem weg nehmen, wäre dann aber schon egal weil ich vorher ein paar Erschieße und die dann mich erschießen.
Wirklich eine tolle Idee, nicht neu und nicht praktikabel. Solche Ideen kommen nur Leuten, die entweder kein Eigentum besitzen oder es auf pump erstanden haben und es gehört sowieso nicht ihnen sondern der Bank.
Dein Vorschlag ist übersetzt, den Leuten ihre Alterssicherheit weg nehmen (da können sie ja mietfrei leben bis an ihr Ende) und den realen Sozialismus einführen! Alte Rezepte funktionieren nicht, dies gilt aber für alle politischen Ideen die schon ausprobiert wurden.



Guten Morgen, Sandra!

Dass Dir dieses Rückführungsverfahren bekannt vorkommt, ist kein Wunder, denn schließlich hast Du das Buch "Ein Weg in die Leistungsgesellschaft mit mehr Gerechtigkeit" gelesen, dort habe ich es als eine Möglichkeit geschildert, wie der Boden in Allgemeingut zurückgeführt werden kann, ohne Härten für die Betroffenen zu erzeugen.

Wenn jemand generell gegen Grund und Boden als Eigentum der Allgemeinheit ist, dann kann ich ihm natürlich anbieten, was ich will, er wird alles ablehnen. Zugegeben, als Folge Deines Aufenthaltes in Russland hörst Du sehr schnell sozialistische Glocken läuten, insofern ist es durchaus möglich, dass Du Gefahren siehst, die ich nicht sehe. Doch die alte Oma gehört sicherlich nicht dazu. Denn es ist ein wesentliches Kriterium meiner Idee, dass Betroffene keine Nachteile haben. Solche krummen Geschäfte, wie Du sie zwischen den Kumpels andeutest, lassen sich wirksam unterbinden, und zwar durch entsprechende Gesetze. Zum Beispiel wird das Grundstück nicht frei, wenn die Oma vertrieben worden ist, sondern erst nach ihrem natürlichen Tod. Sollten irgendwelche Bedenken bestehen, ob es wirklich ein natürlicher Tod war, kann ein Schutzgesetz greifen, nach dem das Grundstück erst nach dem 120. Geburtstag frei wird.

Wie gesagt, wichtigste Voraussetzung für die Rückführung in Allgemeineigentum ist eine positive Einstellung dazu.

SandraR hat geschrieben:
Zudem würde sich jemand an meinem Grund und Boden vergreifen oder denken er könnte es verstaatlichen, was denkst Du was ich mit dem tue? Man würde es mir vermutlich trotzdem weg nehmen, wäre dann aber schon egal weil ich vorher ein paar Erschieße und die dann mich erschießen.


Diese gefährlichen Töne hätte ich Dir gar nicht zugetraut, das erinnert mich schon ein wenig an Blut-und-Boden-Romantik, aber zu diesen Romantikern gehörst Du doch wohl nicht.

Viele Grüße
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Re: ...

von wgbajohr (06.03.2011, 10:57)
MichaelHA hat geschrieben:
wgbajohr hat geschrieben:
Es wird aber kein Land mehr vererbt.


Das gleiche - die Unterbindung des automatischen Erbrechtes - geschieht auch bei der Kapitalneutralisierung. Nur betrifft es nicht (nur) Grund und Boden, sondern (auch) das Eigentum an Produktionsmitteln.

Dieses wird übrigens nicht sozialisiert - also gehört nicht dem Staat, sondern gewissermaßen sich selbst.

Als Beispiel wie so etwas praktisch funktionieren könnte, nur folgende reale Anregung: Der Alleininhaber der dm-Kette hat sein Eigentum auf eine Stiftung übertragen. Die potentiellen Erben gehen leer aus. Die Unternehmensleitung geht jeweils an einen Fähigen über, der von der Stiftung kontrolliert wird. Weder Mitarbeiter noch Vorstand - noch der Staat -besitzen einen Anteil am Unternehmen.

Beste Grüße

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MichaelHA hat geschrieben:
Dieses wird übrigens nicht sozialisiert - also gehört nicht dem Staat, sondern gewissermaßen sich selbst.


Dass es sich selbst gehört, das sehe ich nicht, denn wir dürfen die Stiftung nicht übersehen.

Letztlich ist es eine Frage dessen, was wir erreichen wollen. Zu Beginn, so kann zumindest vermutet werden, gehörte alles Land nicht allen Menschen, sondern dem Leben in seiner Gesamtheit.

Viele Grüße
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von MichaelHA (06.03.2011, 11:17)
Ich poste hier mal einen Link auf den kompletten Text zum Thema "Kapitalneutralisierung" - ich hoffe damit wird deutlicher werden, worum es dabei eigentlich geht:

http://www.odysseetheater.com/ftp/anthr ... 1.6.09.pdf

Beste Grüße

MichaelHA

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Re:

von SandraR (06.03.2011, 11:35)
Wolf gerade die alte Oma die nicht privatisiert hat gehört in Russland dazu! Wohlverstanden, Russland hat das Eigentum an den Bewohner geschenkt, dafür musste aber der Bewohner das Land privatisieren. Tatsächlich haben gerade sehr alte Leute dies nicht getan.

Für mich ist die Grenze dort wo man mit den sozialistischen Rezepten aus der Vergangenheit kommt. Für mich ist dies nur der Neid der Besitzlosen. In einer sozialen Marktwirtschaft hat jeder die Möglichkeit zu Besitz zu kommen, wenn er dies will. Warum sollte ich eine Leistung für eine Gesellschaft erbringen, deren einziges Ziel die Enteignung wäre?

Hier schießt du eindeutig über das Ziel einer gerechten Gesellschaft hinaus und begibst dich auf das Niveau nicht einer gerechten sondern einer parasitären Gesellschaft.
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