Buch auf Rechnung

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Birgit Fabich
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Buch auf Rechnung

von Birgit Fabich (18.12.2007, 13:39)
Hallo,

ich habe in vielen Rubriken geguckt und nichts dergleichen gefunden und darum möchte ich heute mal diese Frage in die Runde "werfen".
Hat jemand Erfahrung damit, dass jemand ein Buch bei ihm bestellt hat, es auch bekommen hat und sich dann nicht mehr meldet, weder auf email noch auf Zahlungserinnerung noch überhaupt.

Gruß Birgit

Gerhard
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Re:

von Gerhard (18.12.2007, 13:58)
Hatte ich noch nicht, habe aber bisher auch noch nicht selbst vertrieben.

Aber dein Fall lässt bei mir die Idee aufkommen, Schwarze Listen anzulegen, damit jeder solche Käufer kennt. Aber so etwas ist hier in Deutschland, wegen Datenschutz, wahrscheinlich nicht möglich.

Solche Typen sind hier scheinbar geschützter, als der Rest der ehrlichen Leute. :(

Herzlichst
Gerhard

hwg
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Re:

von hwg (18.12.2007, 14:00)
Die Klage von nicht bezahlten Rechnungen kenne ich von Eigenverlegern und Autoren zur Genüge. Wenn die Summe des offenen Betrages nicht zu hoch ist, muss darauf wohl oder übel verzichtet werden.

Die Übernahme der Eintreibung durch ein Inkassobüro zahlt sich meistens auf Grund der hohen Spesen, welche im Nichteinbringungsfall vom Auftraggeber zu bezahlen sind, nicht aus.

Das Inkassobüro kann zwar eine Klage einbringen, doch bis ein Gerichtsverfahren in Gang kommt, kann es Monate wenn ich über ein Jahr dauern. Ob sich das auszahlt?

Und gegen Vorauskasse bestellt kaum jemand ein Buch, ich auch nicht. Allerdings bezahle ich die Rechnung wenn ein Zahlschein beiliegt innerhalb einer Woche. Oft dauert die Banküberweisung jedoch auch geraume Zeit. Vielleicht liegt es in diesem Fall daran?!

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hawepe
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Re:

von hawepe (18.12.2007, 14:18)
Hallo,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Die Klage von nicht bezahlten Rechnungen kenne ich von Eigenverlegern und Autoren zur Genüge. Wenn die Summe des offenen Betrages nicht zu hoch ist, muss darauf wohl oder übel verzichtet werden.


Mir hat ein Rechtsanwalt ausdruecklich abgeraten, Forderungen eintreiben zu versuchen. Das Risiko, noch mehr Geld zu verlieren, sei zu hoch.

Wenn der Schuldner nicht zahlen kann, bekommt man nicht nur kein Geld, sondern bleibt auch noch auf den Eintreibungskosten sitzen :-(

Die Übernahme der Eintreibung durch ein Inkassobüro zahlt sich meistens auf Grund der hohen Spesen, welche im Nichteinbringungsfall vom Auftraggeber zu bezahlen sind, nicht aus.


Es gibt auch Inkassobueros, die finanzieren sich aus Anteilen der eingetriebenen Gelder, d.h. sie verdienen nur im Erfolgsfall. Allerdings darf die geschuldete Summe nicht zu niedrig sein; mit einem einzelnen Buch wird man sie wohl nicht erreichen.

Das Inkassobüro kann zwar eine Klage einbringen, doch bis ein Gerichtsverfahren in Gang kommt, kann es Monate wenn ich über ein Jahr dauern. Ob sich das auszahlt?


Die gehen ueber eine einfache Zwangsvollstreckung. Klagen ist nicht mehr notwendig, solange der Schuldner nicht widerspricht. Der Knackpunkt ist nur, dass der Schuldner noch zahlungsfaehig sein muss. Und genau dort liegt eben auch das Risiko, wenn man selber aktiv werden will.

Beste Gruesse,

Heinz.

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hawepe
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Re:

von hawepe (18.12.2007, 14:24)
Hallo Gerhard,

Gerhard hat geschrieben:
Aber dein Fall lässt bei mir die Idee aufkommen, Schwarze Listen anzulegen, damit jeder solche Käufer kennt. Aber so etwas ist hier in Deutschland, wegen Datenschutz, wahrscheinlich nicht möglich.


Es geht nicht nur um Datenschutz.

Vielleicht hat der Kunde die Ware gar nicht bekommen? Oder die Rechnung? Oder die Mahnung? Zumindest kann er dieses behaupten. Und im Streitfall steht dann einfach Aussage gegen Aussage.

Dass sich das viele schwarze Schafe zunutze machen, ist natuerlich aergerlich. Aber wenn unbescholtene Buerger in eine solche Liste kaemen, haetten sie vermutlich mehr darunter zu leiden als ein geprellter Verkaeufer. Aber sauer kann man da schon werden.

Beste Gruesse,

Heinz.

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PvO
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Re:

von PvO (18.12.2007, 14:27)
Ich hab das erleb. Ein Buch bestellt, ich habe prompt geliefert und nie wieder etwas von der Kundin gehört. Einmal hab ich angemahnt, ohne jegliche Reaktion. Das Buch kann ich abschreiben, den Preis einzufordern bringt nur weitere Kosten.
Eine Ausnahme, alle weiteren haben immer gezahlt. Ich lege stets einen Überweisungsträger mit rein.

Versailles
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Re:

von Versailles (18.12.2007, 14:31)
Ich würde sagen, das geschilderte Problem ist in der heutigen Zeit ein Risiko, dass man in Kauf nimmt, wenn man auf Rechnung (und nicht gegen Vorkasse) verschickt.

Sofern man natürlich etwas Schriftliches hat, eine Bestellung also, ist man zumindest in der Lage, rechtliche Schritte einzuleiten oder ein Inkassobüro einzuschalten. Es gibt welche, die agieren auch ohne Jahresbeitrag. Damit habe ich allerdings keine Erfahrung.
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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (18.12.2007, 14:36)
Danke für eure Antworten,
die schwarze Liste wäre wahrscheinlich nur etwas für pn,

das Rechnungsdatum ist der 5. November, so langsam sind selbst Banken nicht.

Beim Inkassounternehmen dachte ich, dass die Kosten alle der Zahlungssäumige aufgebrummt bekommt.

Es ist kein hoher Betrag, es geht mir aber ums Prinzip.
Zumal es jemand ist, der eigentlich das Geschäft kennt.
Ich habe selbst verlegt, vertreibe zum Teil auch, habe also auch alle Kosten und Pflichen, dafür natürlich auch alle Rechte. Ich lerne ja kräftig dazu, aber Vorauszahlung wäre für mich jetzt auch nicht die Idee, liegt wahrscheinlich daran, dass ich immer noch an das Gute im Menschen glaube...
Gruß Birgit

Gerhard
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Re:

von Gerhard (18.12.2007, 14:37)
hawepe hat geschrieben:
Vielleicht hat der Kunde die Ware gar nicht bekommen? Oder die Rechnung? Oder die Mahnung? Zumindest kann er dieses behaupten. Und im Streitfall steht dann einfach Aussage gegen Aussage.


Das habe ich mir schon so gedacht... na wunderbar, dann werde ich mal in diesem Stil in den nächsten Tagen meine Bibliothek auffüllen... das kann doch so irgendwie nicht sein... da sträuben sich mir noch die wenigen Haare, die ich noch habe :( und wieder einmal zeigt sich, der Ehrliche ist der Dumme. War das nicht auch mal ein Buch von Urlich Wickert?

Herzliche Grüße
Gerhard

Versailles
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Re:

von Versailles (18.12.2007, 14:39)
Vielleicht hat der Kunde die Ware gar nicht bekommen?


Da gäbe es die Möglichkeit, per Einwurfeinschreiben (Briefporto + 1,60 Einschreibegebühr) zu versenden.
Oder per Kurierdienst. Ich habe den Vorteil, über die Firma, in der ich arbeite, verschicken zu können. Da kostet mich der versicherte und mit Unterschrift nachweisbare Paketversand 2,80 €. Das ist es mir wirklich wert.
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hawepe
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Re:

von hawepe (18.12.2007, 14:42)
Hallo Birgit,

Birgit Fabich hat geschrieben:
Beim Inkassounternehmen dachte ich, dass die Kosten alle der Zahlungssäumige aufgebrummt bekommt.


Bekommt er auch - so er zahlen kann. Aber das weisst du immer erst hinterher.

Es ist kein hoher Betrag


Das ist genau der Bereich, in dem die Kriminalitaet rasant zunimmt. Wer unternimmt es schon, fuer eine Forderung von vielleicht 15 Euro jahrelang am Ball zu bleiben? Hast du von jemandem 1000 Euro zu bekommen, wirst du es immer mal wieder versuchen, weil fast jeder Mensch irgendwann doch einmal zu ein wenig Geld kommt.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (18.12.2007, 14:51)
Danke für eure Antworten, ich fühle mich gut bei euch aufgehoben und fühle mich wohl in eurem Kreis - das musste jetzt auch mal gesagt werden!

Die Bestellung war per mail, meistens lasse ich sie faxen, aber manche nehme ich auch einfach telefonisch an.
Es sind ja meistens korrekte Besteller.
Meine Erinnerungsmail ist nicht zurückgekommen, also muss es ja die richtige Adresse gewesen sein und so lange hat auch niemand Urlaub.
Ich nenne es Lehrgeld, ärgert mich trotzdem, eben weil meine gute Meinung anderen Menschen gegenüber Risse bekommt und das will ich nicht. Ich will mich nicht auf das Niveau begeben. Aber es gibt den absolut genialen Stoff für eine eiskalte Geschichte - sonst fallen mir Morde so schwer, aber in diesen Situationen ergeben sich tolle Plots.
Herzliche Grüße Birgit

hwg
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Re:

von hwg (18.12.2007, 15:01)
Also, ich habe einmal ein von einem Zeitungsverlag ausständiges Honorar in ziemlicher Höhe über ein Inkassobüro eintreiben lassen. Ergebnis: Eine Gerichtsverhandlung mit dem richterlichen Rat, einem Vergleich auf die Hälfte der Summe zuzustimmen.

Den Betrag habe ich dann nach Monaten erhalten, davon jedoch gar nicht so wenig an das Inkassobüro abgeben müssen. Lediglich Gerichtskosten blieben mir erspart.

Unterm Strich war's aber, nach Abrechnung der Fahrtspesen und den Rechtsanwaltskosten, dem ganzen Aufwand und Ärger kaum angemessen. Der Verlag ist inzwischen in den Konkurs geschlittert, von Inkassobüros bin ich geheilt.

Gerhard
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Re:

von Gerhard (18.12.2007, 15:05)
Birgit Fabich hat geschrieben:
Aber es gibt den absolut genialen Stoff für eine eiskalte Geschichte - sonst fallen mir Morde so schwer, aber in diesen Situationen ergeben sich tolle Plots.


Siehste, vielleicht führt dich dieser Besteller zu einer genialen Geschichte die ein Megaseller wird. Vielleicht sollte man solche Erfahrungen wirklich so sehen. :D

Liebe Grüße
Gerhard

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Judith
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Re:

von Judith (19.12.2007, 00:50)
Ich habe bis jetzt nur gegen Vorkasse geliefert. In einer Zeit, in der es üblich ist, dass Leute über ebay einkaufen, ist das auch vollkommen normal. Über meine Website bin ich für jeden leicht greifbar, und das weiß wohl auch jeder, der ein Buch bei mir bestellt. Bisher hat sich niemand beklagt, weil ich zuerst Geld sehen will, und es sind schon recht viele Bestellungen bei mir eingegangen. Meist ist das Geld zwei Tage nach Bestelleingang auf meinem Konto, ich schicke dann gleich oder am nächsten Tag (falls das Geld abends komt) das Buch ab, als Büchersendung dauert es etwa zwei bis drei Tage, somit sind es von der Bestellung bis zur Ankunft des Buches etwa 5 Tage.

Grüßle,
Judith
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