Abrechnung bei Lesungen

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Gerhard
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Abrechnung bei Lesungen

von Gerhard (21.12.2007, 19:37)
Wahrscheinlich wurde das hier auch schon mal besprochen. Aber da ich mit Forumssuche nicht recht fündig geworden bin, frag ich jetzt so mal.

Wie funktioniert das bei einem Buchhändler mit der Abrechnung der Bücher nach der Buchlesung? Ihr bringt die Bücher wahrscheinlich mit und legt sie nach der Lesung aus. Werden die Bücher dann durch den Buchhändler verkauft oder verkauft ihr die selbst. Aber wie rechnet ihr dann mit dem Buchhändler ab, denn ich denke, der möchte doch auch etwas von den Einnahmen der verkauften Bücher haben. Seufz..... vielleicht sehe ich das jetzt auch wieder mal viel zu kompliziert.

Liebe Grüße
Gerhard

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (21.12.2007, 19:56)
Hallo Gerhard,

ich habe für mein Buch einen "Händlerabgabepreis" festgelegt, bei dem der Händler das Buch quasi mit 25% Rabatt einkauft (das entspricht umgekehrt einem Aufschlag von knapp 33%). Sprich im Vorfeld mit dem Buchhändler - aber zwischen 25 und 40% sind relativ reguläre Auschläge (Auskunft Einkäuferin Hugendubel).

Beste Grüße
Matthias

Gerhard
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Re:

von Gerhard (21.12.2007, 20:15)
matthiasgerschwitz hat geschrieben:
ich habe für mein Buch einen "Händlerabgabepreis" festgelegt, bei dem der Händler das Buch quasi mit 25% Rabatt einkauft (das entspricht umgekehrt einem Aufschlag von knapp 33%). Sprich im Vorfeld mit dem Buchhändler - aber zwischen 25 und 40% sind relativ reguläre Auschläge (Auskunft Einkäuferin Hugendubel).


Das habe ich mir so schon gedacht.... aber ich habe da immer noch unsere lieben Freunde vom Finanzamt im Gedächtnis, deshalb: Hast du dem Buchhändler eine Rechnung oder Lieferschein ausgestellt oder hast du das Geld von den Leuten kassiert und hast dem Buchhändler dann seine 20% bar ausgezahlt.... hast du da 'ne förmliche Abrechnung gemacht?

Ich persönlich würde das alles sehr locker nehmen.... aber unsere Freunde vom Finanzamt nehmen das leider nicht so locker :(

Herzliche Grüße
Gerhard

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (21.12.2007, 21:30)
Du stellst natürlich dem Buchhändler eine Rechnung aus. Alles andere wäre ja Steuerhinterziehung und Schwarzgeld. Da machen die wenigsten Buchhändler mit.

Der gastgebende Buchhändler erhält von Dir eine Rechnung in der Art (Beispiel am VK von 9,90 € pro Buch):


20 Bücher á netto 9,207 € = 184,14 €
abzügl. 25 % Buchhandelsrabatt = 46,04 €
Zwischensumme = 138,10 €
zuzügl. Mwst. 7 % = 9,67 €
Endsumme = 147,77 €

Vorsteuerabzugsfähig sind dann die 7 % aus dem Einkaufspreis Deiner 20 Bücher und Umsatzsteuer ist dann der um die Vorsteuer ermäßigte Mwst-Betrag wie oben.

So einfach ist das :)

matthiasgerschwitz

Re:

von matthiasgerschwitz (22.12.2007, 02:36)
Gerhard hat geschrieben:
aber ich habe da immer noch unsere lieben Freunde vom Finanzamt im Gedächtnis


richtig ... meine daten waen alle vor mwst.... und natürlich über das finanzamt abzurechnen ...

Gerhard
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Re:

von Gerhard (22.12.2007, 08:54)
CeKaDo hat geschrieben:
Der gastgebende Buchhändler erhält von Dir eine Rechnung in der Art (Beispiel am VK von 9,90 € pro Buch):
20 Bücher á netto 9,207 € = 184,14 €
abzügl. 25 % Buchhandelsrabatt = 46,04 €
Zwischensumme = 138,10 €
zuzügl. Mwst. 7 % = 9,67 €
Endsumme = 147,77 €
Vorsteuerabzugsfähig sind dann die 7 % aus dem Einkaufspreis Deiner 20 Bücher und Umsatzsteuer ist dann der um die Vorsteuer ermäßigte Mwst-Betrag wie oben.
So einfach ist das :)


:wink: So einfach ist das.... :lol: Wenn unser Finanzminister das hört, hat er doch von nun an keinen Grund mehr, das Steuersystem zu vereinfachen.... ist doch schon maximal einfach..... aber, jetzt habe ich es geschnallt. Danke euch allen.

Gruß Gerhard

hwg
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Re:

von hwg (22.12.2007, 09:30)
Bei unseren Leseabenden werden die Bücher ausschließlich vom Händler angeboten. Die Abrechnung erfolgt über den Verlag.

Bei Eigenverlegern und BoD-Autoren zahlt der Buchhändler nach Abzug des jeweiligen Rabattes den eingehobenen Betrag direkt an den Autor aus. Da sich die Verkaufsmengen in Grenzen halten (max. 20 Bücher pro Abend), gibt es keine Rechnungen. Wer will das auch schon kontrollieren? :lol:

Autoren sind ja (meistens) keine Buchhalter, außerdem besteht zwischen ihnen und dem Buchhändler ein gutes Naheverhältnis. Wie dieser seine Buchhaltung handhabt, bleibt ihm überlassen. Eigentlich einfach, nichtwahr?

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (22.12.2007, 10:13)
@ hwg

Na, das ist zwar ein zugegeben guter, doch auch mutiger Tipp. Die gesetzlichen Regelungen sind recht eindeutig, was den Vertrieb von selbstgeschaffener Kunst angeht.

Es macht niemand etwas daraus, wenn ein Kleinstautor den Erlös von zwei, drei seiner 20 Bücher jährlich irgendwo schwarz in die Tasche steckt. Doch ist immer Vorsicht geboten, denn ein Autor muß mit Neidern und Aufpassern rechnen.

Ehrlichkeit schadet nicht und man muß kein Buchhalter sein, um eine Ausgabe- / Einnahmerechnung zu erstellen. Da reicht eine einfache Tabelle.

Wenn ich als Autor keine Ambitionen habe, mein Buch zu einem Bestseller zu machen und mir 1-2 verkaufte Exemplare im Jahr ausreichen, dann sollte ich mir überlegen, warum ich es überhaupt auf den Markt gebracht habe. Mal ganz abgesehen von den Kosten.

Letztendlich ist der Vertrieb eines Buches ein wirtschaftliches Unternehmen mit allen Konsequenzen. Und es geht einfach nicht an, daß ich zwar alle Vorteile mitnehmen will, die Pflichten jedoch unter den Tsich fallen lasse.

Wir dürfen aufgrund der heutigen Verknüpfung aller Behörden und Institutionen nicht vergessen, daß jegliche finanzielle Aktivität recht schnell ans Tageslicht kommt. Und wenn das passiert ist, hat der unehrliche Autor geschwind ein riesiges Problem.

Gerhard
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Re:

von Gerhard (22.12.2007, 10:19)
[quote="CeKaDo

Ehrlichkeit schadet nicht und man muß kein Buchhalter sein, um eine Ausgabe- / Einnahmerechnung zu erstellen. Da reicht eine einfache Tabelle.
Wir dürfen aufgrund der heutigen Verknüpfung aller Behörden und Institutionen nicht vergessen, daß jegliche finanzielle Aktivität recht schnell ans Tageslicht kommt. Und wenn das passiert ist, hat der unehrliche Autor geschwind ein riesiges Problem.[/quote]

Und deshalb habe ich ja gefragt, die Finanzämter wissen doch über uns mehr, als wir selbst über uns wissen. Und mit Göttern sollte man sich nicht anlegen :wink:

Aber was ich halt nicht gut finde, ist, dass ich selbst für falsche Infos eines Steuerberaters verantwortlich bin... und ein wenig einfacher könnte das ganze System schon sein.

Gruß Gerhard

hwg
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Re:

von hwg (22.12.2007, 10:54)
Auch ich bin für Ehrlichkeit, keine Frage.
Meine Einkünfte, auch aus eventuellem
eigenen Buchverkauf, verrechne ich in
meiner Einkommensteuererklärung als
Honorareingang. Da ich selber aber kaum
verkaufe, sondern alles über den Verlag
abrechne (kein BoD- oder sonstiger DKZ-
Anbieter), entfallen Mehrwertsteuer und
sonstige gewerbebehördliche Auflagen.
Das Finanzamt weiß das und bereitet mir
auch keinerlei Schwierigkeiten. Das nur
zur Klarstellung.

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PvO
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Re:

von PvO (22.12.2007, 10:55)
Als Selbstständiger rechne ich alles haarklein ab, will mich da nicht in die Nesseln setzen.
Wenn man sich das so überlegt, der Buchhandel will 30% haben, am liebsten 40% und der Autor bekommt 10%, eher weniger. Das muss man sich mal reinziehen, der Schöpfer/Urheber bekommt am wenigsten! offtopic:

hwg
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Re:

von hwg (22.12.2007, 11:12)
Zwischen einem künstlerisch "Freischaffenden" und einem gewerblich "Selbständigen" besteht ein Unterschied, logisch.

Ich bin jedoch " n u r " Autor und als solcher "amtlich". Des-
halb kümmere ich mich auch nicht um Gewerbeangelegen-
heiten. Auch würde ich nie einen Eigenverlag gründen
oder den Buchvertrieb selber in die Hand nehmen und bewundere
den Mut bei denen, die dies tun.

Deswegen lob ich mir den vernünftigen "richtigen" Verlagsvertrag.
Dass der Autor im kapitalistischen System an die letzte Reihe
im Produktionsablauf gesetzt wird, ist bekannt. Zu streiken, würde auch nichts bringen. Lokführer in D müsste man sein... :lol:

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PvO
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Re:

von PvO (22.12.2007, 12:46)
Deswegen lob ich mir den vernünftigen "richtigen" Verlagsvertrag.

Irgentwie ist das nicht ganz richtig. Auch mit einem vernüftigen richtigen Vertrag fährst du Umsatz ein und da möchte jemand etwas von abhaben. Jetzt darfst du mal raten wer.

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