BOD-Autoren - Alles Nichtskönner?

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Jester

Re:

von Jester (04.07.2011, 18:17)
Ich schreibe nicht (nur Schecks), weil ich es nicht kann (sonst wäre ich der typische BoD-Autor).
Ich bin nur aktiver LESER und kann mir durchaus ein Urteil über die Masse an BoD-Schrott bilden.
Ich bleibe aber dabei, es gibt richtige Perlen unter BoD-Publikationen.

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Valerie J. Long
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Re: BOD-Autoren - Alles Nichtskönner?

von Valerie J. Long (04.07.2011, 18:19)
Alexandermerow hat geschrieben:
Eine mehr als provozierende Frage, ich weiß. Worauf ich hinaus will: Ist es euch auch schon einmal passiert, dass ihr in irgendwelchen Foren usw. "schief angesehen" wurdet, weil ihr über BOD oder einen ähnlichen Anbieter etwas veröffentlicht habt? Nach dem Motto: "Oh, Gott, der ist nicht bei einem großen Verlag und kann sicherlich auch nichts." Wie sind da eure Erfahrungen?
Insgesamt will ich wirklich nicht meckern, aber es interessiert mich schon, ob ihr auch schon mit derartigen Vorurteilen zu tun hattet...


Definitiv ja.
Im DSFO sind Selbstverleger nur Autoren zweiter Klasse.
Auch nachdem ich mich dort als über einen Verlag veröffentlicht geoutet habe (in englischer Sprache zudem), blieb der schiefe Blick.

Beim SF-Netzwerk wird man bestenfalls freundlich ignoriert, wenn man Selbstverlag erwähnt. Bücher dieser Art sind stets und immer Schrott, heißt es dazu.

Bei Absolutewrite ist es mir nicht so aufgefallen.

In den SFF Chronicles ist es sogar so, dass man diese Tatsache nicht einmal in der eigenen Vorstellung erwähnen sollte, um nicht gleich als Spammer gebannt zu werden. Und über Work-In-Project darf man dort auch nur berichten, solange man noch keinen Vertrag hat - ich habe aber einen.

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Moe Teratos
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Re:

von Moe Teratos (04.07.2011, 18:22)
@ricochet
Von deinen genannten Büchern ist leider keins dabei :cry: ! Hab mir drei ausgesucht, die für Anfänger geeignet sind und sehr gute Rezensionen bei Amazon bekommen haben. Hoffe die können was und es war kein griff ins Klo :lol: !
Falls die nicht hilfreich sind, schau ich mir die von dir genannten an :wink: !

LG
Katrin

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Perchta
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Re:

von Perchta (04.07.2011, 18:39)
Da ich noch nichts veröffentlicht habe, sondern gerade erst dabei bin, kann ich nichts dazu sagen. Außer, daß ich mich durchaus ein wenig als Nichtskönner fühle. Oder vielleicht nicht als "Nichts-", aber doch als "Zu-wenig-Könner", der mit seinem Manuskript bei einem "richtigen" Verlag keine Chance hatte. Mit gutem Grund.

Bei mir ist es die klassische Geschichte - vom Verlag abgelehnt, dann eben auf eigene Kosten publiziert, weil ich's unbedingt gedruckt sehen will.

Und man kann sagen, was man will: Eine Eigenveröffentlichung ist nicht dasselbe wie eine Veröffentlichung in einem Publikumsverlag. Letzteres ist Business. BoD ist Hobby. Liebhaberei. Amateurhaft. Was man, wie ich fürchte, dem Endprodukt zumindest in meinem Fall anmerken wird. book:

Aber solange man sich nicht als den großen mißverstandenen Schriftsteller darstellt, gegen den die bösen Verlage sich verschworen haben, um ihn an seinem literarischen Debüt zu hindern, solange gibt man anderen Leuten hoffentlich auch keine Angriffsfläche. Ich hab eben eine Geschichte geschrieben und lasse sie zum Spaß auch drucken und binden. Ende. Geht keinen was an.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (04.07.2011, 18:40)
Perchta hat geschrieben:
Ich hab eben eine Geschichte geschrieben und lasse sie zum Spaß auch drucken und binden. Ende. Geht keinen was an.

Gute Einstellung! thumbbup

Daran ist nichts Schlimmes. Und immer noch lieber BOD oder Lulu als ein DKZV. cool5

Jester

Re:

von Jester (04.07.2011, 18:47)
Valerie J. Long hat geschrieben:
Perchta hat geschrieben:
Ich hab eben eine Geschichte geschrieben und lasse sie zum Spaß auch drucken und binden. Ende. Geht keinen was an.

Gute Einstellung! thumbbup

Daran ist nichts Schlimmes. Und immer noch lieber BOD oder Lulu als ein DKZV. cool5


Dem kann ich nur zustimmen.

CeKaDo

Re:

von CeKaDo (04.07.2011, 19:15)
Ich gebe es gern zu, ich verzweifele einfach an den Fehlern, die ich in jeder neuen Auflage finde. Manchmal glaube ich an die Verkrümmung der Datenkabel, die für Verluste in den Bits und Bytes sorgen.

Es ist unglaublich, welche Krisen ich durchstehe, um ein fehlerfreies Buch nach immensem Aufwand an Korrektur nach dem ersten Druck als völlig desolat zu lesen.

Inzwischen weiß ich, dass ich mein tausend Mal fremd und selbst korrigiertes Exemplar zum ersten Mal in den Händen halte, eine beliebige Seite aufschlage und prompt einen Fehler entdecke, der durch alle Korrekturen durchgegangen ist.

Ich hatte nun schon zwei Bücher, die durch ein professionelles Lektorat gelaufen sind und mit Fehlern versehen auf den Markt kamen. Doch es beruhigt mich auch keineswegs, dass ich jetzt auch bei Heyne, Goldmann und wie nicht nicht alle heißen, in absolut jedem Buch Fehler entdecke.

Wir müssen uns, so glaube ich, im Zeitalter der Digitalisierung von der Fehlerfreiheit der deutschen Schriftsprache verabschieden. Sonst werden wir wahnsinnig.

Leider.

Ich schaffe es nicht und werde aus diesem Grund immer eines der schwarzen Schafe bleiben, das den schlechten Ruf von BoD begründet. Mir fehlt einfach das Geld, ein drittes, viertes und fünftes Lektorat und Korrektorat zu bezahlen. Und es ist mir manchmal inzwischen auch scheißegal.

Ich habe beschlossen, ich schreibe nur noch für mich und mein Ego. Wird ein Buch gekauft, freue ich mich. Wir monatelang nichts gekauft, ist es mir auch egal. Genau dafür gibt es die Möglichkeit von BoD, es genau so zu machen.

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Alexandermerow
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Re:

von Alexandermerow (04.07.2011, 19:37)
Ich schaffe es nicht und werde aus diesem Grund immer eines der schwarzen Schafe bleiben, das den schlechten Ruf von BoD begründet. Mir fehlt einfach das Geld, ein drittes, viertes und fünftes Lektorat und Korrektorat zu bezahlen. Und es ist mir manchmal inzwischen auch scheißegal.


Ja, es kostet eben auch Geld, so ist das halt. Und ich bin auch kein Profi-Schreiber mit endlos viel Zeit. Allerdings muss ich auch eines mal sagen: Lieber ein inhaltlich gutes und vielleicht nicht 100%-tig gestaltetes BOD-Buch als 1000X der gleiche, kommerzielle, angepasste, politisch immer hyperkorrekte Mainstreamquark einiger Großverlage. Zudem sind "Feuchtgebiete" und Dieter Bohlens Biographie auch keinesfalls Meisterwerke - trotzdem werden sie hochgejubelt.

Im DSFO sind Selbstverleger nur Autoren zweiter Klasse.
Auch nachdem ich mich dort als über einen Verlag veröffentlicht geoutet habe (in englischer Sprache zudem), blieb der schiefe Blick.

Beim SF-Netzwerk wird man bestenfalls freundlich ignoriert, wenn man Selbstverlag erwähnt. Bücher dieser Art sind stets und immer Schrott, heißt es dazu.

Bei Absolutewrite ist es mir nicht so aufgefallen.


Das kann ich weitgehend bestätigen.

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (04.07.2011, 19:48)
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es auch bei BoD sehr lesenswerte Bücher (Belletristik, Sachbücher sowieso) gibt.

Und man versaut sich auch nicht die schriftstellerischen Chancen, wenn man bei BoD veröffentlicht. Die versaut man sich dadurch, dass man schlecht und/oder schlampig schreibt.
Zum Beispiel habe ich meinen fantastischen Roman "Der Nomadengott" 2003 bei BoD veröffentlicht, später, 2006, hat ihn der Heyne Verlag übernommen, für den ich dann bisher noch zwei weitere Romane schreiben durfte.
Inzwischen veröffentliche ich bei verschiedenen Verlagen, je nach Projekt!
Meinen neuen Roman habe ich wieder bei BoD realisiert, weil der nicht in die gängigen Verlagskategorien passt und ich ein Vermarktungskonzept dafür habe.
Außerdem ist meine Gewinnspanne höher.

Natürlich tummeln sich viele AutorInnen aus dem Hobby-Bereich bei BoD, und das ist auch in Ordnung. Manche sind gut, manche Durchschnitt, manche grottenschlecht - na und? Von einer solchen "Demokratisierung" der Literatur haben wir Alt-68er geträumt. Ich möchte keine und keinen den gierigen Klauen der DKZV überlassen.

LG Sesh

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ricochet
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Re:

von ricochet (04.07.2011, 20:26)
CeKaDo hat geschrieben:
Ich hatte nun schon zwei Bücher, die durch ein professionelles Lektorat gelaufen sind und mit Fehlern versehen auf den Markt kamen. Doch es beruhigt mich auch keineswegs, dass ich jetzt auch bei Heyne, Goldmann und wie nicht nicht alle heißen, in absolut jedem Buch Fehler entdecke.


Das ist es ja! Es gibt inzwischen kaum mehr wirklich fehlerfreie Bücher. Von all den Grenzbereichen der Stilistik (was geht noch als persönlicher Stil des Autors an, was ist schon definitiv falsch) einmal abgesehen.

Dieses Problem haben wir BoD-ler alle. Nur: Streng genommen war auch Kafka "nur" ein Hobbyschreiber, wie so viele andere Größen unseres Faches auch. Sieh es positiv: Wir schreiben eben das, was wir wollen - basta! Könnte ein Stephen King einen Band mit Liebesgedichten oder romantischen Kurzgeschichten veröffentlichen? Nur mit Pseudonym, sage ich Dir.

In diesem Sinne:

Sollst nicht zagen
sollst nicht klagen
an das nächste
Buch dich wagen.

Erklimme unverdrossen
der Musen hehre Sprossen
sie sei deine Himmelsleiter
und meinst du auch,
du kämst nicht weiter
bleib immer heiter.

Denn der
echte Musensohn
schreibt um
des Himmels Lohn.

cheezygrin cheezygrin cheezygrin

LG

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Manu
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Re:

von Manu (04.07.2011, 20:43)
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man in gewissen Foren und Vereinigungen regelrecht als "Schmuddelkind" angesehen wird, wenn man bei BoD veröffentlicht.
Ich bin keine unerfahrene Autorin und Herausgeberin und achte sehr auf gute Qualität und eine Fehler-frei-Quote, die gegen 100% tendiert (extra nur tendiert, denn erreichen wird das wohl keiner cool5 ) und trotzdem schlägt man einem die Türe vor der Nase zu.
Auf der anderen Seite habe ich (und ein paar meiner Mit-Autoren) aktuell die bittere Erfahrung machen müssen, wie grottenschlecht sich ein "richtiger" Verlag aufführen kann, einfach indem er seine Autoren "ohne Angaben von Gründen" hängen lässt und dann eben "wir sind dann mal weg" für 3 Monate in Betriebsferien geht. :twisted:

Fazit, ich bleibe fürs erste bei Bod. So gute Konditionen kann mir kein Verlag machen, als dass ich meine Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit über mein Werk aufgeben möchte.

Vive la résistance! cheezygrin

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Alexandermerow
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Re:

von Alexandermerow (04.07.2011, 21:10)
So gute Konditionen kann mir kein Verlag machen, als dass ich meine Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit über mein Werk aufgeben möchte.


Auch ein wichtiger Punkt!

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ricochet
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Re:

von ricochet (04.07.2011, 21:19)
Manu hat geschrieben:
So gute Konditionen kann mir kein Verlag machen, als dass ich meine Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit über mein Werk aufgeben möchte.

Vive la résistance! cheezygrin


Willkommen im Club der Independent-Autoren/-innen.
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Dark Passion
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Re:

von Dark Passion (04.07.2011, 22:31)
Nun, die Qualität der BoD-Bücher und -Autoren kann man nicht verallgemeinern.

Vor allem bei den Sach- und Fachbüchern gibt es viele sehr gute, von denen es übrigens auch nicht gerade wenige zu "richtigen" Verlagen schaffen (wie zum Beispiel dieses hier: http://www.amazon.de/gp/product/3881897798/ref=s9_simh_gw_p14_d0_i1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_s=center-2&pf_rd_r=0KXP2TYD4QMCGJS0ZCVH&pf_rd_t=101&pf_rd_p=463375173&pf_rd_i=301128 )

Ich werde meine Romane übrigens erst einmal nicht bei BoD veröffentlichen, da eine meine Ex-Freundinnen gerade dabei ist ein (online) Magazin auf zu bauen, wo ich einige meiner Bücher/ Geschichten veröffentlichen kann/ darf.

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Alexandermerow
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Re:

von Alexandermerow (04.07.2011, 23:05)
Ich werde meine Romane übrigens erst einmal nicht bei BoD veröffentlichen, da eine meine Ex-Freundinnen gerade dabei ist ein (online) Magazin auf zu bauen, wo ich einige meiner Bücher/ Geschichten veröffentlichen kann/ darf.


Jeder soll`s machen, wie er es für richtig hält. Hauptsache man ist sich selbst treu. Auf jeden Fall schadet es auch nichts, wenn man als BOD- oder "BOD-ähnlicher" Autor auch mal in dem einen oder anderen Forum "zurückbeisst" :wink:

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